Costa Cordalis stirbt im Alter von 75 Jahren

Mit seiner schwarzen Lockenpracht, buschigen Koteletten und offenem Oberhemd war er neben Vicky Leandros lange Zeit das musikalische Gesicht Griechenlands in Schlager-Deutschland: Costa Cordalis. Am 1. Mai 1944 in Griechenland geboren, zog es ihn mit 16 Jahren nach Deutschland. In Frankfurt am Main besuchte er das Goethe-Institut und trat als Folklore-Sänger auf. Nach einigen Semestern Philosophie und Germanistik lenkte Cordalis auf Musik um und schloss das entsprechende Studium nach zehn Semestern ab. Parallel ließ er sich zum Englisch-Dolmetscher ausbilden.

1965 nahm er seine erste Platte auf: „Du hast ja Tränen in den Augen“, die deutsche Cover-Version des Elvis-Presley-Hits „Crying in the Chapel“. Größere Erfolge stellten sich anschließend mit klassischen Schlagern zum Mitklatschen ein. Seinen größten Hit landete Cordalis 1976 mit „Anita“, der auch heute bei keiner Schlagerparty fehlen darf.

1980 nahm der Grieche am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest Ein Lied für Den Haag mit dem Tiel „Pan“ teil. Dort lieferte er sich mit Katja Ebstein und ihrem „Theater“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Obwohl Cordalis die zweite und dritte Abstimmungsrunde für sich entschied, hatte die Sängerin am Ende doch ein paar Punkte mehr auf der Uhr und durfte Deutschland beim ESC vertreten. „Pan“ wurde dennoch ein veritabler Erfolg.

Bis in die 1980er Jahre war Cordalis, der sich mittlerweile mit seiner Frau Ingrid und den drei Kindern Eva, Angeliki und Lucas im Schwarzwald niedergelassen hatten, gern gesehener Gast in TV-Sendungen. 1981 und 1986 erhielt er die Goldene Stimmgabel, eine Auszeichnung der deutschen Musikbranche für deutschsprachige Interpreten. Danach wurde es ruhiger um ihn. Allerdings baute er sich parallel eine Karriere in der „Unterhaltungsbranche“ in seinem Zweitwohnsitz Mallorca auf und startete Gesangsprojekte mit seinen Kindern.

In das kollektive Gedächtnis katapultierte er sich 2004 mit seiner Teilnahme an der ersten Staffel der RTL-Show Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Diese gewann er und wurde „Dschungelkönig“. Nicht zuletzt dieses Engagement sicherte dem ehemaligen ESC-Vorentscheid-Teilnehmer dauerhafte Bekanntheit. Auch durch seinen entspannten Umgang mit seichten Unterhaltungsformaten im TV sowie die Ehe seines Sohnes mit Daniela Katzenberger war ihm die öffentliche Aufmerksamkeit sicher.

Letztlich war es auch seine Schwiegertochter, die eines seiner letzten Fotos veröffentlichte. Nach diversen körperlichen Rückschlägen in den letzten Jahren (Bandscheiben-OP, Knöchelbruch nach Sturz) erlitt er im Frühjahr einen Schwächeanfall. Zu seinem 75. Geburtstag hatte er sich offensichtlich erholt (Aufmacherfoto). Zuletzt soll sich sein Gesundheitszustand allerdings wieder verschlechtert haben. Am 2. Juli verstarb Costa Cordalis.



6 Kommentare

  1. Ich habe die traurige Nachricht im WDR-Fernsehen in der Sendung „Aktuelle Stunde“ gehört und konnte es erst gar nicht glauben, daß er für immer von dieser Welt gegangen ist. Viele seiner Titel werden jedoch unvergeßlich bleiben. Ruhe in Frieden!

  2. Ich erinnere mich dunkel an den deutschen Vorentscheid 1980 und dass es wirklich sehr spannend war. Meine Eltern fanden ‚Pan‘ toll und haben den ganzen Abend mit Costa mitgefiebert. Als es dann am Ende doch nicht gereicht hat, waren sie sehr enttäuscht. Aus Solidarität konnte ich mich dann über den späteren 2. Platz für Katja Ebstein gar nicht freuen. Sentimental memories..🙈

  3. Sein Tod ist natürlich schlimm. Das sein Gesicht so Maskenhaft aussah in den letzten Jahren, hatte das auch mit seiner Krankheit zu tun? RIP Costa Cordalis

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