
Das Fanclubteffen des ECGErmany in Köln hat immer einen besonderen Charme – die Veranstaltung am gestrigen Samstag war dabei keine Ausnahme. Eurovision-News, Fan-Performances und ESC-Parodien, Auftritte von den ESC-Stars Lindsay Dracass, Niamh Kavanah sowie die (zunächst) allerletzte Performance von Teya & Salena (Aufmacherbild) und zum Abschluss die ESC-Disco – da blieben wieder einmal keine Fan-Wünsche offen.
Wenn der Präsident gleich zum Auftakt eines Vereinstreffens auf der Bühne den pinkfarbenen Bademantel fallen lässt und dann in pinker Unterhose und weißem Unterhemd über die Bühne tanzt, dann ist ganz klar, wo man ist: Beim Fanclubtreffen des Euroclub Germany in Köln. Während es draußen aufs Übelste vor sich hin schmuddelte, hatten sich in der Kultlocation Gloria über 300 Fans vor allem aus Deutschland eingefunden, um ihr Hobby zu zelebrieren.
Wie immer machte der Vorstand den Auftakt und präsentierte einige Beiträge des ESC in Liverpool auf ihre seine eigene Art: „Évidemment“, „Tattoo“, „Mama ŠČ!“ (daher der Bademantel und die Unterhose), „Because of You“ und „Cha Cha Cha“ (Foto oben). Die Stimmung ging von 0 auf 100 und der Rahmen für einen unterhaltsamen Abend war gesetzt. Moderator Bernd Ochs legte dann noch mit seiner deutschen Interpretation vom aufgrund der Örtlichkeit naheliegenden Pop-Klassiker „Gloria“ nach und führte anschließend gewohnt professionell und launig durch den Abend.
Dabei durfte zeitweise auch der Autor dieses Textes mit auf die Bühne und aus Perspektive von ESC kompakt über ein paar aktuelle Informationen im Hinblick auf den ESC in Malmö sprechen (Foto unten). Ein anderes Element der Veranstaltung hat sich bereits zu einer guten, wenn auch traurigen Tradition entwickelt: die Würdigung der seit dem letzten Fanclubtreffen verstorbenen ESC-Größen.
Anschließend gab’s die erste große Neuigkeit des Abends: Das Eurovision Weekend 2024 findet vom 12.-14. Juli in Hamburg statt. Das dortige Organisationsteam (Foto unten) berichtete über den Planungsstand und kündigte weitere Infos u.a. zu den geplanten Acts und den Locations an.
Natürlich gaben sich auch noch einmal Mirko Buljan und Maxima Love auf der Bühne die Ehre (Foto unten), wegen deren Sieg beim FANvision im Sommer in Prag die Veranstaltung überhaupt nur 2024 nach Deutschland zurückkehrt.
Als potenzielle Vertreter dabei für den ECGermany empfahlen sich danach Verena, Florian und Ansgar aka Call Me Survivor (Foto unten). Sie boten ein live-gesungenes Medley von drei deutschen Vorentscheidsongs, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht zum ESC geschafft hatten: „Der Star“ von Tony Marshall, „Planet of Blue“ von Leon und „Hör‘ Den Kindern einfach zu“ von Corinna May.
Damit war dann der Teppich ausgerollt für das Gespräch mit der deutschen Head of Delegation, Alexandra Wolfslast, und den ESC-Redakteur Stefan Leidner, das wir hier ausführlich gewürdigt haben.
Natürlich durften im Laufe des Abends auch nicht diverse ESC-Persiflagen fehlen. Peter und Lu sind dabei eine sichere Bank, oft unterstützt vom Club-Präsidenten Michael. Ob Tanzstudio, verstopfte Toilette oder ein von Frau Holle inspiriertes ESC-Musical – die kreativen und liebevollen Umsetzungen machen Spaß und die Vielzahl der dabei angespielten Lieder regt zum späteren Nachhören an.
Nach der Pause begannen dann die Auftritte der großen Stars. Dabei kann man den Programmverantwortlichen nicht genug danken, dass sie es mittlerweile sehr gut schaffen, die Interpreten fast vollständig auf ESC-Songs zu briefen. Lindsay Dracass, die schon im März in München die Fans zum Tanzen gebracht hatte, begeisterte auch in Köln mit ihrer Stimme, der Songauswahl und ihrer positiven Energie.
Ihre Vorlage entpuppte sich anschließend als unerreichbare Aufgabe für Niamh Kavanagh, die leider sehr stark mit stimmlichen Problem gerade bei den höheren Noten zu kämpfen hatte. Ob das einer Erkältung oder dem Ex-Corner-Besuch am Vorabend geschuldet war, verliert sich in den Nebeln von … Irland. Sie nahm es aber mit Humor, bat um Verständnis sowie Unterstützung beim Gesang und bot an, bei einem weiteren Fantreffen kostenlos aufzutreten. Nicht zuletzt damit und ihren sympathisch-menschlichen Erzählungen hatte sie das Publikum auf ihrer Seite.
Der ursprünglich auch geplante Will Church konnte leider nicht zum Fanclubtreffen kommen, sondern musste krankheitsbedingt absagen. Vor dem letzten Auftritt des Abends berichtete dann noch James Penrose von den Planungen für eine große ESC-Pre-Party am 4. Mai in Kopenhagen. Und dann kamen sie – zum letzten Mal als Duo gemeinsam auf der Bühne: Teya & Salena aus Österreich.
Auch sie präsentierten diverse ESC-Hits, allerdings eher aus den letzten zwei bis drei Jahren, während Lindsay Dracass und Niamh Kavanagh vorher tiefer in die ESC-Klassikerkiste gegriffen hatten. Natürlich durften neben ihrem ESC-Beitrag „Who The Hell Is Edgar?“ auch ihre weiteren Tracks „Bye Bye Bye“ und „Ho Ho Ho“. Der Saal tobte und feierte die beiden Österreicherinnen.
Ab halb 1 war es dann Zeit für die ESC-Disco mit DJ Ohrmeister, der offenbar versprochen hatte, in der ersten Stunde nur Hits-Hits-Hits zu spielen, die die Tanzfläche durchgängig kochen ließen. Danach kam dann aber etwas mehr Abwechslung ins Spiel, die ebenfalls von den Anwesenden honoriert und erfreut zur Kenntnis genommen wurde. Mittendrin natürlich auch die ESC-kompakt-Blogger/innen: Rick, Berenike und Douze Points (Foto unten v.l.n.r.)
Zu einer Art Spezialität entwickelt Ohrmeister aktuell den umfangreichen Einsatz von deutschsprachigen Vorentscheidtiteln, die auch in Köln zum Teil für Stirnrunzeln, Überraschung und Begeisterung sorgten. „We Can Move A Mountain“, „Viva la Mamma“ und „Hallo Adam, hallo Eva“ können dabei noch als Mainstream beschrieben werden. Passend zur letzten „Wetten dass…?“-Ausgabe, die am selben Abend im Fernsehen zu sehen war, spielte der DJ einen Vorentscheid-Track gleichen Namens – die (Neu-)Entdeckung des Autors an diesem Abend. Weiter ging es mit „Ich habe meine Tage“, „Sternenland“ und „Die Engel sind auch nicht mehr das was sie war’n“. Das halten nur wahre Fans aus – und lieben es umso mehr.
Den besinnlichen Abschluss bildete der portugiesische Klassiker „Chamar A Música“ von Sara Tavares, die erst vor wenigen Tag nur 45-jährig verstorben war. Die erstaunlich vielen noch anwesenden Fans bildeten einen großen Kreis und erlebten gemeinsam diesen emotionalen Moment – United by Music. Ein großer Dank für einen weiteren unterhaltsamen, fröhlichen und besinnlichen Abend geht an alle Organisatoren und Mitwirkenden.
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Danke für den schnellen und informativen Bericht. Die Stimmung scheint ja wieder mal mega mäßig gut gewesen zu sein. 🤩🤩🤩
Die Stimmung war einfach genial