Deutsche Vorentscheidung: „Unser Lied für…“ geht in die nächste Runde

Unser Lied für Israel Logo Deutsche Vorentscheidung 2019 ESC

Das kommt überraschend früh: Noch vor dem ESC in Tel Aviv scheint die Entscheidung gefallen zu sein, dass das deutsche Vorentscheidungsformat „Unser Lied für…“ in die nächste Runde geht. Die Marktforscher von NDR-Partner Simon-Kucher & Partners suchen jedenfalls schon wieder Mitglieder für die Eurovisions-Jury, also das 100-köpfige Panel, das maßgeblich an der Vorauswahl für die Show beteiligt ist und auch das Endergebnis zu einem Drittel mitbestimmt. Im vergangenen Jahr war die Fortsetzung des Formats erst kurz nach dem ESC in Lissabon bekannt gegeben worden.

Ein entsprechender Aufruf zur Bewerbung kursiert aktuell auf Facebook. Im Wortlaut heißt es dort: „Unterstütze uns bei der Auswahl des nächsten ESC-Kandidaten für Deutschland und werde Teil der 100-köpfigen Eurovisions-Jury!

Als Teil der Jury entscheidest Du von der Vorauswahl der Kandidaten bis hin zur finalen Abstimmung im deutschen Fernseh-Vorentscheid mit, welchen Kandidaten Deutschland 2020 zum ESC schicken wird.“

Wie in den vergangenen beiden Jahren werden Interessierte aufgerufen, an einer Umfrage teilzunehmen, über die die Eignung der Bewerber festgestellt werden soll.

Ihr wollt Euch bewerben? Dann könnt ihr das unter simon-kucher.com/Eurovision tun.

Das neue, aktuelle Vorentscheidungsformat wurde 2018 unter dem Titel „Unser Lied für Lissabon“ installiert. Seitdem entscheiden über den deutschen Beitrag zu je einem Drittel die Eurovision-Jury, eine internationale Expertenjury und das TV-Publikum. Die beiden Jurys sind außerdem schon in die Auswahl der Teilnehmer und Songs für die Show eingebunden.



61 Kommentare

  1. Ja, die arme Jury… Die voten sich in der Vorauswahl dann wieder einen Wolf und am Ende knallt ihnen Schreiber wieder einen ausgelutschten Schweizer Käse vor die Nase, den sie nie zu hören und sehen bekamen und dazu noch den unvermeidlichen Wiwiblogs-Heini als Co-Aushängeschild, obwohl der mit dem ganzen Panel-Prozess nichts zu tun hatte…

    • Es tut mir ja leid für das Panel, aber die internationale Jury und vor allem die Televoter waren halt von der Panel-Auswahl etwas weniger stark beeidnruckt als von dem vor die Nase geknallten ausgelutschten Schweizer Käse (und das Panel selbst hat diesen Käse, obwohl vorher noch nie gehört und gesehen, immerhin besser bewertet als zwei seiner selbst ausgewählten Beiträge).

      • (und das Panel selbst hat diesen Käse, obwohl vorher noch nie gehört und gesehen, immerhin besser bewertet als zwei seiner selbst ausgewählten Beiträge).

        ***

        Das hat aber gar nichts zu sagen, da man ja nicht weiß ob von den beiden überhaupt bessere Beiträge im Rennen waren und zudem bei der Vorauswahl nur die Songs an sich bewertet worden sind und eben nicht die dazugehörigen Liveauftritte.

        An und für sich ist „Sister“ auch kein schlechter Beitrag, aber eben relativ belanglos, aber doch deutlich besser als zum Beispiel „Demons“.

        Und bei den Televotern spielen verschiedene Einflüsse eine Rolle…. unter anderem die Startreihenfolge, auch die Einspielfilmchen, wo zum Beispiel nur bei Sisters von Anfang an der Beitrag im Hintergrund lief, wohingegen man bei den anderen erst mal „altes“ Material von ihnen gespielt worden ist. Das sind alles geschickte Handgriffe.

        Schauen wir mal wie die Schwestern im Mai abschneiden werden und ob die internationale Jury die jetzige ESC Jurys spiegelt, oder eben nicht.

      • Kann ich mir gut vorstellen. Der Auftritt von Demons war eine Katastrophe und Gregor zum Beispiel war stimmlich nicht dabei.

  2. Kann verstehen dass man die Umfrage bereits so früh startet. Jetzt hat man noch ESC Beiträge deren Abschneiden noch nicht fest steht. Somit kann niemand die erfolgreichen Songs gut bewerten sondern muss wirklich Gespür für einen guten ESC Song zeigen

  3. Klar behält man das Konzept; Schreiber sagte ja, er hätte noch einen ganz tollen Song in der Schublade, in der S!sborez lagerte.

  4. Hahaha, die sind ja selbstsicher beim NDR. Ich hoffe nur, dass Sisters nicht genau so fallengelassen werden, wie die anderen Acts in den Jahren zuvor. Sofern es dann doch nicht soooo der Top10 Platz wird 😉
    Ausnahme natürlich der Schulte, der durch jede Sendung geschleift wurde. Nach dem Motto…wir waren mal 4ter wow, mega, hammer 🙄
    Andere Länder behandeln ihre ESC-Teilnehmer mit mehr Respekt, auch wenn sie nicht „ mal 4ter wow, mega, hammer 🙄“ waren.

    • Vermutlich sind das dieses Mal deshalb auch 10 Beiträge. Denn es kann ja sein, dass die VE-Auftritte sich wesentlich von den beim ESC unterscheiden. Je mehr Beiträge man abfragt, desto mehr dürfte sich dieser Effekt ausmendeln.

      • Australien wird zum Beispiel einen komplett anderen Auftritt haben.

        Frankreich wird eine ganz neue, bisher unbekannte, Version singen.

        Beim Rest kann man vermuten, aber Schweden dürfte ganz sicher wieder 1:1 vom Melfest zum ESC gebracht werden.

    • Naja, dass bei Moldawien und Spanien z.B. noch die Pre-Revamp-Versionen waren, finde ich dann auch nicht so optimal. Dann hätte man eigentlich auch die Musikvideos abspielen lassen können und die internen Auswahlen hätte auch vorkommen können.
      Und wo waren eigentlich die S!staerZ? Die hätte ich natürlich ganz oben gehabt und wäre damit zu 100% drin.

  5. Ach herrje, hoffentlich wird das nicht wieder so eine Kaugummischnarchshow wie die letzten drei Jahre. Ich fände es schön, wenn sich der NDR eher am 2013-Format orientieren würde.

  6. Das sind keine guten Nachrichten. Ich finde nicht, dass Sisters die schlechtere Wahl war, es war das gesamte Angebot schwach und das lag sehr wohl auch an dem Panel, das No-Names ausgewählt hat, natürlich auch weil talentierte KünstlerInnen sich so einem seltsamen Format nicht aussetzen wollen. Eine Kehrtwende wäre angebracht, daraus wird wohl so schnell nichts….. schade

  7. Ich kann mir vorstellen, dass die ne runde weiter kommen, die es Ergebnis der 10 Beiträge am besten bewerten. Und da werde ich dann wohl raus fallen, auch wenn ich objektiv bewertet hab. Aber ein Kruna und Spirit in the Sky musste ich dann doch nach hinten setzen 😂

      • Ich habe einmal angefangen und zuerst Finnland bewertet, musste aber abbrechen. Beim zweiten Versuch war Finnland dann gar nicht mehr dabei. Wird wohl zufällig ausgesucht?

    • Die zehn Lieder sind also tatsächlich bei jedem unterschiedlich. Ich hatte Australien, Kroatien, Serbien, UK, Schweden, Slowenien, Spanien, Island, Lettland und Frankreich…

      • Offenbar nicht bei Jedem, denn ich hatte genau deine Auswahl. 🙂

        Und damit bin ich auch raus. Ich denke, wer Kroatien vor Schweden setzt, wird automatisch ausgesiebt… Seufz…

  8. Ich habe die Chance genutzt und mich beworben. Letztes Jahr kam ich in die zweite Auswahlrunde, dieses Jahr war schon in der ersten Endstation. Alle guten Dinge sind drei und vielleicht klappt es, einen Platz im ESC-Panel zu bekommen.

  9. Ich hatte schon befürchtet, der NDR läßt das Konzept fallen und brütet ein neues aus! Ich bin dafür, daß nur Songs aus dem Song Writing Camp beim ESC-Vorentscheid zu hören sein und die Zahl der Teilnehmer auf zehn aufgestockt werden sollte. Neben Solisten sollten auch Gruppen vertreten sein.

    • Zehn Songs, Solisten und Gruppen sind einen guten Vorschlag. Aber bitte nicht Songs aus irgendeinem Schublade bzw Schreiberzeltgruppe. Das ergibt nur Songs in Schwenglisch.

      Bereits der Titel dieses Jahres zeigt schon einen Fehler auf. ‚Sisters!‘ verbinde ich mit
      1 Ghettosprache. Hey Bro! Hey Sis!
      2 Afro-Amerikanische Frauenbewegung.
      3 Eine Gruppe von Draq Queens.
      4 Schimpfwort für Jungs, die sich halt zu wenig männlich benehmen in der Augen der Schimpfer.
      Aber Sisters! assoziere ich nicht mit Frauen, die zusammenhalten sollen anstatt sich gegenseitig auszuschlachten. Das sind für mich Frauen, Women, Ladies, Zena/Zene.

      Schauen wir auf die Gewinner der letzten Jahren. Das waren meistens die Künstler mit persönliche Beiträge (Ausnahme: Schweden). Und so wie es aussieht, wird auch in 2019 jemanden gewinnen, der von privaten Erlebnissen singt. Daher bin ich dafür, dass nur Künstler mit 100% eigenen Songs am Vorentscheid teilnehmen sollen.

      • Das wäre zumindest mal ein richtiger Schritt. Es sollten auch „kantigere“ Act so eine Chance haben. Auf jeden Fall mal keine TVOG-Ableger und dergleichen.

    • Dann kennen Du und ich total unterschiedliche Leute, denn alle meine Freunde, die den VE gesehen hatten, fanden das ganze mit Ausnahme von je max. 1-2 Liedern durch die Bank schlimm. Die, denen ich nach den Vorberichten hier gesagt hatte, dass die Auswahl dieses Jahr wohl sehr gut sei, waren sogar ziemlich sauer bzw. fragten anschließend, ob ich irre sei. Na ja, so unterschiedlich sind die Eindrücke – wobei Charts und Airplay auch eher andeuten, dass die Auswahl allgemein nicht so überzeugte.

      • Alle deine Freunde umfassen 2 Menschen? 🙂

        Mal im Ernst, es ist halt nicht immer für jeden was dabei, aber der größte Teil der Fans war der Meinung, dass das Angebot gut gewesen ist. Deine Freunde hin oder her.

      • Kein Grund eingeschnappt zu sein – „der größte Teil der Fans“ zeigt vielleicht schon, warum die Wahrnehmungen so unterschiedlich sind. Außerhalb der Bubble sieht zB niemand Aly Ryan als „internationalen Star“. Anyway, nächstes Jahr wirds hoffentlich besser.

      • Ich empfinde einen einfachen Widerspruch nicht sofort als „eingeschnappt“ – damit muss man halt auch klarkommen, weiß ich aus eigener Erfahrung 🙈😂
        Fakt ist: Wir hatten 4 Frauen, 2 Männer und 1 Gruppe (Duett). Das ist nicht 100% equal, aber auch nicht unfassbar einseitig. Dann natürlich nur Englisch, das kritisieren manche, manche nicht, okay. Und dann der relativ geringe Altersdurchschnitt. Da kommt es auf den sozialen Kontext an: Wenn deine Freunde auch in deinem Alter sind, fanden sie es vermutlich zu eintönig (und das ist ausdrücklich keine Beleidigung deiner Altersgruppe!!). Meine Altersgruppe und ich fanden es dagegen völlig okay. Alles auch immer eine Frage des eigenen Standpunkts…

    • Ich konnte mit Ausnahme von Lily nichts damit anfangen. Weite Teile der deustchen Musikszene haben für mich schlichtweg gefehlt.

  10. Um ehrlich zu sein, nachdem ich gesehen hatte, wieviel Leute des Panels lilly among clouds auf den (vor)letzten Platz in der VE gesetzt haben, ist mir ein wenig die Lust auf diesen „Fanwank“ vergangen. Es wird ja gerne dem deutschen Televote eine, nennen wir es „Mainstreamigkeit“ vorgeworfen, aber DAS toppte für mich alles. Macht es 2020 gefälligst besser! 😛 😉 😀

      • Da hast du Recht. Aber wenn man sich die Einzelergebnisse der 100 anguckt, standen da erschreckend viele 4er und 5er. Das hat @Tobiz damals auch angesprochen, ich weiß es genau 😇
        Ich kann mich an viele Kommentare auf allen Plattformen nach der VE erinnern, dass die Fans es besser könnten als das Televote etc. Und diese Anmaßung (die fairerweise aus der Enttäuschung über Aly heraus kommuniziert wurde, also recht emotional oder kurzschlussartig) geht mir grundsätzlich auf die Nerven 🤷

      • Oh hab ich? Weiß ich nicht mehr. Jedenfalls war Lilly für mich die Beste am Abend. Trotzdem meine ich mich zu erinnern, dass sie auch einige 10er und 12er bekam.

    • Lach ging mir auch so – ich bekam La venda, Bilal und den estnischen Bachelor direkt hintereinander. Hab dann abgebrochen, weil mein Voting offensichtlich sehr negativ und monotoin aussah.

  11. Okay, nach dem zweiten Video habe ich abgebrochen, da ich nur neugierig war. Dennoch …

    – Wird nur über Facebook aufgerufen? Oder auch sonstwo? Falls es wirklich nur FB sein sollte, möchte ich wissen wie diesen Aufruf geschaltet wird. Nach Zielgruppen oder pauschal innerhalb Deutschland? Die Antwort sagt aus ob man alle Altersgruppen und Regionen dabei haben will oder nur, … sagen wir mal … die Altersgruppe 15-49 Jahre aus Ballungsräume, die auch jedes Mal abstimmt bei irgendein Castingshow.

    – Die gezeigte Videos erscheinen zufällig. Bei mir waren es Australien und Dänemarken. Zwei Länder, die sich fürs Finale qualifizieren müssen. Das könnte auch eine Bedingung sein. Wer wählt die richtige Finalisten dieses Jahr aus?

    – Wichtiger sind die Fragen. Vor allem ‚kanntest du den Song bereits‘. Ich habe die Idee, dass wer hier ‚zum ersten Mal‘ eingibt, die meiste Chancen hat weiter zu kommen. Schließlich muss das Panel auch sofort entscheiden können. Und wer zehn Mal ‚kannte ich bereits‘ eingibt, identifiziert sich als ESC-Fan.

    – Wenn die Rückmeldung ‚Sie sind aus-/eingeladen‘ erst nach dem ESC-2019 kommt, wird an Hand der Ergebnisse dieses Jahres entschieden wer im Panel sitzt. Das werden die Leute sein, deren Antworten am Besten zu den erreichte Platzierungen passen. (Falls die Niederlande gewinnen, sollte man dort ‚Kannte ich nicht‘ und zwei Mal ‚100% gut gefallen‘ eingegeben haben)

    @Blogger: Fragt Ihr mal nach beim NDR was es auf sich hat? Vielen Dank.

    • Jap. Auf Instagram habe ich heute schon Werbung dafür gesehen.
      Ich bezweifle, dass die „zum ersten Mal“-Frage besondere Relevanz hat. Schließlich gab es solche Fragen in den letzten Jahren in ähnlicher Form auch immer und letztendlich war das Panel voller ESC-Fans.

  12. Ein cleverer Schachzug, das muss man ohne Neid und Häme zugeben 🙂

    Nach den beiden letzten Jahren, als dieses Auswahlverfahren zum ersten Mal angewendet wurde, wird in diesem Jahr für 2020 endlich mal ein vernünftiges Kriterium (hoffentlich) benutzt: ob die Teilnehmer im Eurovisions-Panel ein ESC-Gespürnäschen haben oder nicht – und zwar im Vorfeld. Mich störte vor allen Dingen vorher, dass man bekannte Lieder und deren bekannte Platzierungen in eine wie auch immer geartete Reihenfolge bringen sollte – so als ob man sie noch nie gehört hatte und das Ergebnis beim ESC nicht abrufbereit gehabt hätte. Meine Vermutung, dass in den letzten beiden Jahren diese unsäglichen DSDS- und TVOG-Fragen, maßgeblich die Panelauswahl gelenkt haben, deckt sich mit der Erkenntnis, dass bei diesem Aufruf die betreffenden Fragen anders gestellt wurden.

    Für 2020 beweist man mir insgesamt betrachtet zumindest im Ansatz, dass man die Leute suchen könnte, die die richtige Kristallkugel zuhause haben oder sonst irgendwie ein Gespür für ESC-Musik und dessen Erfolgschancen haben. Gut so!

    Wonach wurden wohl die zehn Lieder ausgesucht?
    M.M.n. recht eindeutig nach folgenden Kriterien:
    1) Ich hatte zehn Lieder, die allesamt in einem nationalen Vorentscheid vertreten waren, d.h. die sich alle einem irgendwie gearteten Auswahlverfahren aus Zuschauern und Jury stellen mussten. Wieder: Clever!

    2) Bei mir fehlten Länder wie Dänemark, Albanien, Portugal, baltische Staaten oder Island, die auch einen nationalen VE gemacht haben. Ich vermute mal, dass jeder zehn Lieder aus einem Pool an Liedern bekommen hat und aufgrund dieser zufälligen Randomiserung es über die hohe Fallzahl zu statisch aussagekräftigen Ergebnissen und Auswertungen kommen kann. Als Mann vom Fach sage ich hierzu: auch gut!

    3) Das erklärt auch, warum bisher kein Land aufgetaucht ist, dass in einer internen Auswahl Lied und Interpret ausgewählt hat. Das würde dem Sinn und Zweck des gewählten Ansatzes widersprechen. Finnland war bei mir dabei. Dort gab es zwar eine interne Interpretenauswahl, aber das Lied wurde per Tele-Voting entschieden.

    4) Wenn ich mir alle Länder anschaue, dann wird es wahrscheinlich nicht mehr als 15-18 Länder geben, die überhaupt einen VE mit Tele-Voting gemacht haben. Daher mutmaße ich mal, dass auch nur diese Länder in die Auswahl aufgenommen wurden, mit Ausnahmen, s. nächster Punkt.

    5) Bei mir gab es die üblichen Verdächtigen: Dark Horses, Fan Favourites, 2x Big Five, die klassische Ballade, Dance-Acts, aber keine Kuriosität, wie z.B. Portugal oder Island. Mein Vermutung: Absicht, da beide Beiträge stark polarisieren und aufgrund dieser Polarisierung schwer vorhergesagt werden können.

    6) Das Fehlen der Kuriositäten macht aber auch deutlich, dass man sich nicht traut, Abseitiges oder Off-Mainstream zu testen. Da könnte man ja sonst für Deutschland in die Erklärungsnot kommen, falls die Teilnehmer an der Auswahl so etwas nach oben werten UND es beim ESC gut abschneidet.

    7) Bei mir fehlte auch der komplette Balkan (Ausnahme: Slowenien), sowie Südosteuropa, der Kaukasus, aber diese haben mehrheitlich alle per direkte Auswahl entschieden, falls ich hier alle Länder richtig im Kopf habe.

    Fazit:
    So sehr ich die Herangehensweise als eine starke Verbesserung zu den Vorjahren bewerte, so fehlen mir doch die Ecken und Kanten bei den zehn vorgestellten Liedern. Meine Vermutung dahingehend, dass man die Auswahl bewußt sehr eng gehalten hat, d.h. Mainstream und Populäres, und auf die Kuriositäten verzichtet hat, läßt mich nicht unbedingt „Hurra“ schreien – zeigt es mir doch, dass man weniger die Leute mit dem Näschen für das gewisse Etwas sucht, sondern dem Eurovisions-Panel massenkompatible Geschmäcker zuführen möchte. Eine verpasste Chance.
    Aber man darf mich gerne eines Besseren belehren, falls mehr Details von Seiten der Verantwortlichen verlautbart werden.

    • Portugal ist auch dabei. Kantiger wird‘s nicht.
      Mein Eindruck: Generell sollen Live-Auftritte bewertet werden. Das Abstimmungsverfahren bei der VE ist Schnurz.

  13. Vielen Dank – meine Laune ist jetzt schon im Keller. Selbst bei einem Absturz von Sister bleibt alles beim Alten……. Warum klebt dieser Typ dermaßen versessen auf seinem Stuhl?

    Ich möchte einmal eine halbwegs „normale“ VE ohne das merkwürdige Panel.

    • Ich verstehe dich, aber ein „normaler“ VE würde mit Sicherheit wieder dazu führen, dass die Plattenfirmen hoffnungslose Newcomer à la Joco und Hasbeens schicken. Musikalisch gibt es sicherlich noch viel mögliche Luft nach oben, aber die Einbeziehung eines größeren Gremiums als vier Label-Abgeordnete, zwei Musik-Redakteure, zwei Vertreter der VE-Produktionsfirma, dem deutschen Delegations-Chef und Herrn Schreiber persönlich (wie von 2013-2017 üblich) halte ich für einen großen Schritt nach vorne; und Thomas Schreibers Zukunft ist sicher nicht an den VE-Modus gekoppelt.

    • @Mariposa: Eine „normale“ VE wäre auch mir am liebsten, also eine Vorentscheidung, bei welcher bei der Bewerbung oder Nominierung (oder was auch immer) Interpret(in) und Song bereits ein feststehendes „Paket“ sein müssen. Bitte kein „Songwriting Camp“ mehr, die Titel waren zwar teilweise einigermaßen erträglich, aber in den letzten beiden Jahren war für mich nichts dabei, was mich richtig begeistert hätte (wobei „Sister“, was ja nicht aus dem Camp stammt, dem Begeistern immerhin sehr nahe kommt).

      @Floppy: Du hast eine Gruppe erwähnt, die mich bei einer Vorentscheidung in der Tat begeistert hatte, und zwar Joco (2016, „Full moon“). Insgesamt war das m.E. eine recht gute VE, nur 2013 fand ich in diesem Jahrzehnt noch besser. Dagegen hat mir 2014 und 2015 das Konzept mit den beiden Liedern pro Interpreten nicht so sehr gefallen, und Casting-Shows mit Jury-Gequatsche wie 2010 bis 2012 kann ich sowieso nicht ausstehen.

      • Ich habe Joco auch nur so als Beispiel genannt, ich selbst mag sie auch, allerdings finde ich „Full Moon“ um in einer Konkurrenz in Erinnerung zu bleiben ein wenig zu unscheinbar (ich hätte wohl eher „chancenlos“ schreiben sollen).
        Bei den „Plattenfirmen“-VEs von 1998-2008 und 2013-2016 war meines Erachtens das Problem, dass es bei den Vorschlägen der Labels weniger darum ging, wer als Gesamtpaket beim ESC Chancen haben könnte, sondern darum, wer zufällig gerade ein Album fertig hatte. In den ersten Jahren hat das einigermaßen (Stefan Raab 2000 und Max Mutzke 2004 muss man als Quasi-Wildcards ausblenden) gut funktioniert, später dann gar nicht mehr, von daher war es schon nachvollziehbar, nach 2016 von diesem Modus abzuweichen.
        Wenn man das Verfahren reaktivieren möchte wäre es vielleicht sinnvoll, jeweils Plattenfirmen-intern so eine Art Task-Force aus Leuten zu bilden, die ein Gespür dafür haben, was beim ESC ankommen könnte und die ein „Surprise“ eben einem „Full Moon“, „Protected“ oder schlimmstenfalls „I mog di so“ vorziehen.

    • Was ist normal?

      Es gibt die Erstauswahl. Wir wissen nicht wieviele Songs eingereicht werden und wieviele davon am Ende übrig bleiben für diesen Vorentscheidungssendung. Bereits in diesen Schritt gibt es Fehler, sonst wären die Songs viel starker, besser.

      Es gibt ein Panel. Das ist gut. So hat man zumindest ein Testpublikum.

      Es gibt eine Jury. Die Besetzung da ist falsch. Es muss eine Fachjury sein, da erwarte ich eher Fernsehproduzenten, Tontechniker, Tänzer, Sänger als ‚wer auch immer etwas Taschengeld braucht‘.

      Es gibt eine Abstimmung. Kann man machen, aber wenn zu wenig Leute anrufen, sollte man drauf verzichten. Das Urteil der Fachjury und Panel reichen bereits.

      Dennoch … Es muss immer einen Verantworlichen geben. Was wenn jemand anderes diesen Job macht und Deutschland erneut der Rote Laterne trägt? Die Struktur des Auswahls braucht Überarbeitung – auch wenn jemand anderes die Verantwortung übernehmen, landet Deutschland auf Platz 26, so lange sich da nichts tut.

  14. Ich habe mich auch beworben. Aber eine Frage hätte ich dann noch, warum wird bei der Befragung gefragt ob man The Voice of Germany oder DSDS schaut? Wieso ist das wichtig wenn man Paneljuror werden soll? Verstehe ich nicht.

  15. Ich werde mich für das Panel nicht mehr bewerben. Das Gesamtkonzept hat mir zu viele Hintertürchen und Manipulationsmöglichkeiten. Außerdem sucht man in erster Linie den/die Sänger/Sängerin und dann kommen erst die zusammengebastelten Songs auf die es eigentlich ankommt, passen dann auch noch selten zum Sänger. Na gut, einen Song hat der NDR ja schon im Schreibtisch und der wird dann später dem Panel untergejubelt, samt dem selbstgecasteten Sänger/in oder Duo.😉
    Und so einen öden VE wie „Unser Song für….“ brauch ich nicht mehr. Auch möchte ich nicht durch eine eventuelle Teilnahme am Panel zum Schweigen verdonnert werden. 🤐

    • Das klingt aber, als ob jemand der im System drin war, mit dem System nicht zufrieden ist. Zum Schweigen gebracht klingt aber heftig nach Mafia-Methoden. Standen da etwa Leute vom NDR schon vor der Haustür? Hahaha, kleiner Scherz! Sorry!

  16. Ich bin wohl raus, da ich Portugal dabei hatte und für mich ehrlich bewertet hab. Der „Song“ – oder was auch immer es darstellen soll – geht gar nicht. Aber ich konnte mich ja auch mit Salvador Sobral überhaupt nicht anfreunden. Ansonsten hatte ich Dänemark, Frankreich, Rumänien, Estland, Spanien Finnland, UK und Schweden dabei (wer nachzählt … ja, ein Land fehlt, keine Ahnung, welches das war).

    Ich finde es aber weiterhin schwierig eine Rangfolge zu bilden. Darum geht es doch nicht beim Vorentscheid. Da sollte eigentlich am Ende nur zählen, welchen Song man für am besten geeignet hält. Zumal die Platzierungen beim ESC ab dem oberen Mittelfeld auch stark von Gratispunkten abhängen.

  17. Scön das es wieder weiter geht , auch wenn es sehr früh ist. Hab mich aufjedenfall wieder wie jedes Jahr beworben . Bin jetzt auch jedes Jahr eine Stufe weiter gekommen , vielleicht gehts ja dieses mal bis zum Ende .
    Hatte gute Songs dabei und auch schnell meine Top 10 zusammen .

  18. Ehrlich gesagt hat mich die Answahl neben Sisters auch nicht gerade froh gemacht. Haben sich wirklich keine anderen Musiker beworben? Haben sich wirklich keine Gruppen beworben? Oder wenn ja, waren die so schlecht? Durfte das Panel das die Vorauswahl traf, keine Gruppen aussuchen? Warum hat man nur englischsprachige Sänger ausgesucht? Was er Vorraussetzung das die Künstler bei The Voice oder DSDS mitgemacht haben? Umsonst wird ja danach nicht gefragt, ob man sowas sich anschaut.

    • Vermutlich wird einfach alles, was nicht Mainstream genug ist, durch das Doppel-Jury-Verfahren ganz ohne Zutun von „Oben“ ausgesiebt.

  19. War klar, die Tinte für einen mindestens zweijährigen Kontrakt war schon gleich nach Lissabon trocken. Deswegen hat der NDR auch sofort die Fabel vom ultimativen Beweis für das Konzept in die Welt posaunt, was nicht heißen soll, dass die nicht alle miteinand so deppert wären, davon überzeugt zu sein.
    Dieses Jahr gibt es absehbar wieder ’ne Bruchlandung, ein Flügel ist schon halb abgeknickt. Deswegen gleich die erste technokratische Verbesserungsmaßnahme mit Auswirkungen vielleicht im Promillebereich, dienlich auch der Daseinsberechtigung an den öffentlich-rechtlichen Fleischtöpfen.
    Eine Bockherde, die sich selbst als die größten Gärtner sehen, fährt den ESC in Deutschland systematisch an die Wand. Da blutet einem wirklich das Herz.

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