Deutschlands Song für Rotterdam: Das Schweigen des NDR – und was es bedeuten kann

Spätestens seit Paul Watzlawicks Axiomen ist es eine Binse: Man kann nicht nicht kommunizieren. Ob gewollt oder nicht – der Sender schickt immer eine Botschaft an den Empfänger, der diese dann interpretieren darf/kann/muss. Wenn also der NDR in Sachen ESC schweigt – auch auf mehrfache Anfrage u.a. von diesem Blog -, dann drückt er damit doch etwas aus. Insofern ist es durchaus legitim, an dieser Stelle die Sichtweise des Empfängers einzunehmen und seine Interpretation des Schweigens zu ventilieren. 

Der Status ist: Der deutsche ESC-See ruht still – zumindest äußerlich. Nach der Ankündigung, dass Christoph Pellander nicht mehr der deutsche Head of Delegation sein wird und auch Iris Bents nach vielen Jahren nicht mehr die Kommunikation verantwortet, gab es keine offensive PR-Arbeit des NDR mehr. Selbst der Aufruf nach Songeinreichungen war so gut versteckt, dass ihn die meisten Musiker verpasst haben dürften. 

Auch auf die Einladung zum ECG-Fanclubtreffen in Köln hin hat der NDR bisher nicht reagiert. In den letzten Jahren war er fast immer vor Ort. Im November 2018 standen sogar Thomas Schreiber und Christoph Pellander auf der Bühne (Foto unten bei der Probe des ESC-Finales in Tel Aviv) und belegten, wie sie mit strategischer Planung und messerscharfer Exekution einen 4. Platz in Lissabon errungen und damit alle Kritiker (allen voran die Bild-Zeitung aber auch unkende Fanforen) eines Besseren belehrt haben. 

Es bedarf nicht besonders viel Küchentischpsychologie, um die aktuelle Denkweise des NDR zu interpretieren: Die Fans (und die Presse) haben den diesjährigen legitim gewählten deutschen Beitrag für Tel Aviv runtergeschrieben. So konnte (auch international) kein Hype entstehen, was letztlich zum schlechten Abschneiden der S!sters beim ESC führte. Grund allen Übels: Hätte man die Presse nicht über die Vorentscheid-Proben berichten lassen, hätte sich kein Aly-Ryan-Hype eingestellt. 

Was lernt man als NDR daraus? Einfach keine Öffentlichkeit im Vorfeld mehr einbinden. Das hätte noch einen weiteren Vorteil: wenn es dann mit einem guten Abschneiden in Rotterdam klappt, kann man sagen: Schaut her, wir wissen eben doch, wie es geht! Oder um es mit Andrea Nahles zusammenzufassen: Bätschi!

Nimmt man diese Vermutungen als handlungsleitend an, würde es nicht verwundern, wenn wir noch lange auf Informationen zum deutschen Vorentscheid 2020 warten können. Dafür spricht auch, dass der NDR zwar wieder eine Eurovisions-Jury eingeführt hat. Offenbar sind aber die Strafen für das Ausplaudern von Informationen mittlerweile so drakonisch, dass sich wirklich niemand traut, etwas nach außen dringen zu lassen. Auch einen bzw. eine neue Head of Delegation ist noch nicht bekanntgegeben, obwohl vermutlich schon eine Entscheidung gefallen ist. Alles bleibt geheim.

Dazu muss man sagen: Das ist das gute Recht des NDR. De facto kann er auch einfach am 9. März einen Titel und Interpreten für Rotterdam anmelden. Bis dahin kann alles hinter verschlossenen Türen stattfinden. 

Ironischerweise hätte der NDR gerade mit dem Schweizer Fernsehen ein gutes Vorbild dafür. So hatten sich die Eidgenossen zwar zunächst an Deutschland orientiert und Songwriting Camps und interne Experten-Jurys etabliert. Nach dennoch ausbleibendem ESC-Erfolg hatte man aber im letzten Jahr kurzerhand den öffentlichen Vorentscheid gestrichen. Vielmehr wurde mit Luca Hänni der intern ermittelte, erfolgversprechendste Künstler mit dem erfolgversprechendsten Song verpflichtet und in einem hochprofessionellen Verfahren ein Gesamtpaket mit Video, Outfit und Auftrittschoreografie entwickelt. Der Lohn: Platz 4 beim ESC in Tel Aviv (Foto unten).

Foto: Thomas Hanses

Aus der langjährigen ESC-Erfahrung mit Thomas Schreiber ist bekannt, dass er den Erfolg will und durchaus offen für Prozessänderungen ist, so sie ihn zum Ziel bringen. Insofern wäre es nicht überraschend, wenn Deutschland in diesem Jahr den Schweizer Weg beschreiten würde. Das würde gleich zwei Probleme lösen: Das ARD-Vorentscheid-Publikum, das so überhaupt nicht mit dem internationalen ESC-Publikum übereinstimmt, müsste nicht mitvoten und die Fans würde nicht ständig reinreden, ihre eigenen Favoriten hypen und damit womöglich den ESC-Erfolg des tatsächlichen deutschen Beitrags gefährden.

Der Nachteil dieses Verfahrens: Der NDR setzt damit alles auf eine Karte. Das kann aufgehen wie für Luca Hänni. Es kann aber auch enden wie bei Srbuk für Armenien in diesem Jahr oder bei anderen Direktnominierungen. Andererseits: schlimmer als ein letzter Platz kann es für den NDR nicht werden. Davon gab es in den letzten Jahren ja einige – und die Verantwortlichen sind immer noch da. 

Sollte das alles so kommen, wäre dem NDR der Mut zu wünschen, dann bitte die Schweiz auch richtig zu kopieren. Konkret heißt das: richtige Arbeit mit dem Künstler und die richtige Entwicklung eines Auftritts. In den letzten Jahren fielen dabei immer dieselben – weil von früheren Arbeiten hochdekorierten – Namen wie Ladislaus Kiraly. Es wäre an der Zeit, hier auch mal andere kreative Köpfe zum Zug kommen zu lassen.

Nun ist der NDR ja durchaus für Überraschungen gut und stellt sich vielleicht doch einem nationalen Vorentscheid – oder einem wie auch immer gearteten Zwischending. Womöglich schaut er dann mal nach Schweden, wie man dort beim Televoting die Zuschauerschaft unterteilt und gewichtet hat, damit diese dem ESC-Publikum ähnlicher wird.

Wie und was immer es wird: So lange am Ende eine Top-Platzierung herausspringt, wäre das Schweigen des NDR womöglich Silber oder ganz und gar Gold gewesen.



85 Kommentare

  1. Wenn wie anfangs im Artikel beschrieben, keine Informationen an die Blogbetreiber herangetragen wurden, so stellt sich mir die Frage, warum die „Goldkehlchen“ so intensiv promotet werden? Der einfache Wunschgedanke, beim ESC auftreten zu wollen, haben gewiss noch mehr Künstler.

  2. Ich kann dem Artikel voll zustimmen, aber ich sehe da noch eine verschwörungsnahe Überlegung, die ich da noch nicht ganz ad acta legen kann.
    Ich erinnere mich noch an 2015, als der polarisierende Xavier Naidoo innerhalb von 3 Tagen als Kandidat ARD-Intern abgesägt wurde, ohne dass Herr Schreiber dagegen etwas tun konnte. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Funkstille uU nicht hauptsächlich aus den genannten Gründen statt findet, sondern, dass Herr Schreiber uU einen (aus seiner Sicht) durchaus interenational bekannten Kandidaten an der Hand hat, der aus welchen Grund auch immer in der Öffentlichkeit polarisierend sein könnte. Ich könnte mir unter dieser Annahme durchaus vorstellen, dass Herr Schreiber die ARD vor vollendete Tatsachen stellen möchte, in dem der Beitrag direkt nach der Anmeldung erst bekannt gegeben wird.

    Aber wie ich schon am Anfang schrieb: Das ist wenig wahrscheinlich. Da sind eine ganze Menge Unwägbarkeiten mit drin, die dafür in Kauf genommen werden müssten. Aber ich würde sie noch nicht komplett als Blödsinn abtun.

  3. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine komplette interne Auswahl macht, da ich mich erinnern kann, dass es Herrn schreiber wichtig ist das deutsche Publikum mit einzubeziehen. Also wenn intern ein Künstler gesucht wird, wird es denke ich trotzdem einen vorentscheid geben, wo der passende Song gesucht wird. Und diese null Info Politik kann ich mir auch nur wie beschrieben erklären, dass letztes mal aly von Anfang an die meisten Sympathien der Fans gewonnen hat und man das nun versucht zu vermeiden.

  4. Das Merkwürdige an der ganzen Sache ist ja, daß der NDR auf seiner ESC-Seite schon verlauten ließ, daß die Songchecks für den ESC auch nächstes Jahr wieder anstehen und man sich dafür bewerben kann:

    https://www.eurovision.de/news/ESC-Songcheck-2020-Termine-stehen-fest,songcheck954.html

    Ich kann deshalb auch die Enttäuschung der ESC-Fangemeinde verstehen, der es lieber gewesen wäre, wenn der NDR die Details über die Auswahl des deutschen Beitrages veröffentlicht hätte. So langsam ist der NDR auch unter Zugzwang, da die meisten anderen Teilnehmerländer schon Informationen über ihre Auswahlprozesse veröffentlicht haben. Aus Österreich dringen auch keine Informationen nach außen und ich gehe davon aus, daß der intern ausgewählte Kandidat erst im neuen Jahr bekanntgegeben wird und der NDR dann das Gleiche tut.

    • Aus Österreich weiß man aber schon seit Mai, dass der Song wieder intern ausgewählt wird. Die Präsentation des Kandidaten erfolgte dann immer unangekündigt im Dezember, nur im Vorjahr wurde der Termin angekündigt, da die Entscheidung auf das neue Jahr verschoben wurde.

    • Eberhard Forcher hat im letzten Interview einer Zeitung gesagt die interne Auswahl ist auf der Zielgeraden und wird im Dezember verkündet
      Mal abwarten

  5. Der ndr wartet jetzt einfach, bis die schweiz ihren song gefunden hat und aus dem übriggebliebenen nehmen sie dann den(hoffentlich)besten. Da wir 2020 eh gewinnen, kann so immerhin ein flotter zweiter platz herausschaun.😊
    Im ernst. Ich glaube tatsächlich an herrn schreibers berühmt berüchtigten schubladensong und daran, das er einen bekannten interpreten dafür gewinnen konnte. Er will einfach nicht wieder einen shit-storm riskieren.

    • Verstehe ich nicht, warum er damit keinen Shit-Storm riskiert, wenn er einen bekannten Interpreten mit Schubladensong auswählt. Ich glaube, die deutsche ESC-Community ist grundsätzlich sehr shit-storm-affin. Da sind Schweizer und Österreicher viel entspannter.

  6. „Es bedarf nicht besonders viel Küchentischpsychologie, um die aktuelle Denkweise des NDR zu interpretieren: Die Fans (und die Presse) haben den diesjährigen legitim gewählten deutschen Beitrag für Tel Aviv runtergeschrieben. So konnte (auch international) kein Hype entstehen, was letztlich zum schlechten Abschneiden der S!sters beim ESC führte. Grund allen Übels: Hätte man die Presse nicht über die Vorentscheid-Proben berichten lassen, hätte sich kein Aly-Ryan-Hype eingestellt.

    Was lernt man als NDR daraus? Einfach keine Öffentlichkeit im Vorfeld mehr einbinden.“

    Wenn das tatsächlich die Sichtweise des NDR sein sollte, fände ich das durchaus nachvollziehbar.
    Mich persönlich stört es nicht, wenn ich erst im neuen Jahr mehr wissen sollte. Wobei mir eine richtige Vorentscheidung, bei dem die Zuschauer Song und Interpreten zusammen als Paket bestimmen dürfen (und nicht eins von beiden vorgegeben ist oder gar beides, ganz ohne VE) am liebsten wäre.

  7. Blogs wie dieser und Kommentatoren, die nicht in der Lage sind, differenziert zu argumentieren, tragen vielleicht dazu bei, dass man dieses Jahr kommunikativ zurückhaltend ist. Douze Points Kommentar klingt für mich aber eher nach Verschwörungstheorie. Ich denke, dass es einfach noch nicht final entschieden ist, welchen Weg der NDR geht. Nach einer normalen Auscheidungsshow klingt es aber nicht, das könnten sie ja schon bekannt geben. Ich denke, es könnte das Naidoo-Konzept werden, das ja grundsätzlich nicht schlecht klang, oder eine komplett interne Auswahl.

  8. Meinetwegen darf es eine Direkt-Nominierung sein, wenn es denn wirklich ein Hammersong ist, der professionell inszeniert wird. NDR? Zugehört? Ein Beitrag beim ESC braucht irgendeine Inszenierung.

  9. Danke, für die sehr gut durchdachte und geschriebene Analyse, DP! Genau diese Art Artikel habe ich am Prinz-Blog immer geschätzt und sie haben Euch besonders lesenswert gemacht! In letzter Zeit ist diese Qualität leider oft zu Lasten der Quantität gegangen, was sicher zT an der News-armen Zeit liegt, teilweise aber auch daran, dass die neuen Blogger (bis jetzt zumindest) größtenteils von Schreibstil und Inhalt her nicht an die ehemaligen heranreichen. Von daher – gerne mehr Artikel dieser Art!

  10. Direkt der erste Satz wirft mich wieder in den letztjährigen Deutschunterricht, danke dafür 😂😉

    Trotzdem natürlich ein schöner Kommentar! Einzig und allein beim Punkt, dass die deutsche Fanbase dem Erfolg des Sister Acts geschadet haben soll, muss ich nach wie vor widersprechen! Bereits direkt nach der Entscheidung waren wir nicht mehr in der Top 10 vieler Internationaler Fans (ich meine es waren 14 Beiträge zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht). Den Glaube daran, dass unsere S!sters mit Rückhalt aus Deutschland arg viel besser abgeschnitten hätten, halte ich für falsch, vielmehr hätten wir uns International lächerlich gemacht wie die Spanier zum Beispiel es Jahr für Jahr tun

  11. Der NDR macht doch das, was man von ihm als gebührenfinanzierten Sender erwartet: irgendeine Art Programm, ausbaldowert im Hinterzimmer.

    Der pseudohafte Versuch der Nähe zu den Fans war erwiesenermaßen Augenwischerei – bestens zu verfolgen auf den Road Shows sowie den ECG-Clubtreffen der letzten Jahre.
    Von Kritikfähigkeit bei Herrn Schreiber einerseits sowie Selbstreflexion nach einem erneuten schlechten Abschneiden keine Spur. Warum auch?

    Mich wundert diese Geheimniskrämerei für 2020 nicht, passt sie doch zu meiner Wahrnehmung: Der ESC ist eine isolierte, kleine Veranstaltung, die im gesamten Jahresprogramm der ARD vollkommen unwichtig ist. Dass den Fans das nicht gefällt, ist dem NDR egal. Aber dem NDR sind ja augenscheinlich auch die Fans egal – trotz Anbiederung der letzten Jahre.

    Ein erneutes Disaster für 2020 kündigt sich an. Holt schon mal das Popcorn raus, aber erwarte mir hier keiner, dass der Beitrag „sensationell“ werden wird. Stichwort: Schublade. Mir graust‘s.

    • Einspruch! „Der ESC ist eine isolierte, kleine Veranstaltung, die im gesamten Jahresprogramm der ARD vollkommen unwichtig ist.“ Das komplette Gegenteil ist der Fall. Der internationale ESC ist der Abend, bei dem die ARD abgesehen von Sportveranstaltungen den größten Anteil junger Zuschauer (unter 49 Jahren) überhaupt erreicht. Das ist extrem wichtig für die Relevanz des Senders auch in der Argumentation gegenüber der Politik. Korrekt ist hingegen, dass die deutsche Vorentscheidung niemanden in der ARD interessiert und auch kein Sender (jenseits des NDR) bereit ist, dafür Sendefläche zur Verfügung zu stellen.

      • 1 von 365 ist nicht „extrem wichtig“ und auch nicht sonderlich relevant.

        Meine Überspitzung als „kleine, isolierte Veranstaltung“ deutet ja schon darauf hin.

        Dass keine andere Sendeanstalt den ESC ausrichten will, spricht Bände und zeugt auch nicht gerader von großer Rückendeckung innerhalb der ARD – auch wenn ich Dir im Kern Recht gebe.

        Ich bleibe dabei, solange der NDR hier rumwerkelt, bleiben die Ausreißer nach oben (Michael Schulte sowie Raab/prosieben) die Ausnahmen.

  12. Besser kann man es nicht analysieren . Perfekt ! Ich jedenfalls mag den Überraschungseffekt – noch besser wäre, man würde die Teilnehmer-Titel wirklich erst in Rotterdam das erste mal hören 😉

    • @Besucher: Gestern fragst du uns, wen der Mahmood-Artikel interessiere und heute schlägst du vor, die Titel erst in Rotterdam zu hören… Sollen wir den Blog gleich dichtmachen und der ESC ist nur noch an 3 Abenden im Jahr und fertig? 😉
      Nenene, es macht schon Spaß so und die Eurovision ist 365 Tage im Jahr! 😉❤

      • Hallo ESCFan2009, meinen schlechten Beitrag zu Mahmood habe ich schon revidiert. Meine persönliche Meinung zu den Zeitpunkten der Veröffentlichung der Titel allerdings hat dagegen Bestand. Nichts gegen den ESC Fan-Kult und die blogs, die mit Sicherheit viel Mühe machen und natürlich auch übers Jahr gefüttert werden möchten . Eine möglichst späte Veröffentlichung der Beiträge finde ich allerdings sehr viel spannernder, als das die vorab wochenlang in den Medien „totgedudelt“ werden. Und auch hier auf esc kompakt erzeugt die „Unwissenheit“ eigentlich mehr Aufmerksamkeit als alles Andere. Ganz am Ende ist der ESC sowieso „nur“ eine Kommerz – und keine „365 Tage im Jahr“ – Veranstaltung. Meine Meinung, sorry.

  13. Ich finde diesen Artikel sehr gut geschrieben, weil es jetzt gerade das ist, was uns alle beschäftigt. Was hat der NDR vor? Ich denke auch, dass Herr Schreiber und wer sonst noch im Boot des NDR sitzt, einem erneuten Shit storm zunächst mal aus dem Weg gehen möchte. Falls es eine interne Auswahl gibt, o. k. warum nicht .Falls es Lena&Nico Santos , Michael Schulte zum zweiten oder auch ein Max Giesinger werden,von Helene Fischer traue ich mich gar nicht zu schreiben, wäre ich durchaus angetan.
    Eine öffentliche Vorentscheidung mit mindestens 10 Kandidaten (am liebsten natürlich noch 2 Halbfinals zuvor) wäre mir lieber,denn so werden wir großen Fans mit einbezogen. Und vielleicht wäre es wirklich besser, das vor dem Vorentscheid gar nichts an Infos raus gegeben werden, wer letztendlich teilnimmt.
    So wäre es für alle gleich und man kann sich nicht auf irgendjemanden einschießen.

    In dem Punkt der Sisters stimme ich aber auch mit einigen hier überein, sie hätten auch bei einer z.B. internen Nominierung mit Sicherheit nicht besser abgeschnitten, das war kein guter Song, das passte nicht zu den beiden Sängerinnen und so konnte es nur schiefgehen.

    Ich hoffe allerdings auch wirklich darauf, dass der NDR mittlerweile einen Plan hat. Diese absolute Funkstille regt halt zunächst mal die negativen Gedanken an, dass sich da nichts tut. Aber natürlich kann es auch positiv sein.

    Übrigens zu den anderen Blogschreibern: Ich finde es durchaus positiv , dass ESC kompakt hier Unterstützung findet. Bitte weiter so. Es gibt vieles, was mich interessiert, alles andere lese ich einfach nicht zu Ende.

    • Helene Fischer wäre okay für mich. Bin jetzt zwar kein Riesenfan von ihr, aber zumindest ist sie in Sachen Bühnenpräsenz ein Vollprofi und deutscher Popschlager wäre auch mal wieder etwas anderes. Aber sie würde es wohl nicht machen, was ich gut verstehen kann, bei der medialen Hinrichtungskultur der Boulevardpresse in Deutschland.
      Auf den Max Giesinger könnte ich allerdings gut und gerne verzichten. Bezweifle auch, dass seine Musik international verstanden wird.

  14. Also, ich bin sehr fein damit, dass es wie früher so ist, dass die Titel erstmalig an dem Abend der VE zu hören sind. Das erspart Spekulation und Verschwörung. Es wäre aber sehr traurig, wenn es keinen VE gäbe.

    • Bei allem volle Zustimmung!

      In den 80ern war es ja mal so, dass es vor der VE noch eine Vorausscheidung im Radio gab, da wurden zweimal 12 Lieder vorgestellt, davor hatte es bereits einen internen Auswahlprozess gegeben. Aus diesen 24 wurden dann von den Hörern der ARD-Rundfunkanstalten (der DLF war auch mit dabei, wenn ich mich richtig erinnere) die 12 VE-Teilnehmer gewählt. Der Radiomoderator erwähnte immer wieder, dass diese Titel zum ersten Mal im Radio zu hören seien und er wies auch öfters auf die notarielle Betreuung und unter-Verschluss-Haltung des Ganzen hin. Ich glaube, die Titel durften dann auch bis zur VE nicht im Radio gespielt werden (aber da bin ich jetzt nicht 100%ig sicher).

      Ganz anders dann in den Nullerjahren, als Titel in der VE antraten, die vorher schon in der Verkaufshitparade waren – schrecklich!

  15. Vielleicht sollte man den NDR noch mal daran erinnern, das er gebührenfinanziert ist, und er daher gefälligst transparenter sein sollte. Mir würde ja schon mal reichen, wenn der NDR dem interessierten Publikum mitteilen könnte, wo die Reise hingeht. Macht man eine VE, und wenn ja, kommt das selbe Konzept wie in den letzten beiden Jahren oder nominiert man intern? Das würde mir persönlich schon mal reichen. Dieses Schweigen lässt nix gutes vermuten. Ich bin mir sicher entweder nimmt man gar nicht teil oder man nominiert intern. Etwas ganz großes überraschendes erwarte ich nicht.

  16. Ein sehr guter Artikel, vielen Dank dafür. Es ist wirklich sehr schwierig, vorher zu sagen, welches Konzept wirklich Erfolg haben wird. Im Moment würde ich in der Tat eine Direktnominierung vorschlagen, bzw. einen Künster/in oder Band nominieren und den Song vom Zuschauer auswählen lassen.
    So besteht evtl. die Chance, dass wieder mehr Gewicht auf den Song gelegt wird. Das sollte aber eine einmalige Geschichte werden, d. h. für 2021 sollte sich der NDR wirklich überlegen, wohin die Reise gehen soll.
    Um nochmal kurz auf die S!sters zu kommen: Das war leider ein Absturz mit Ansage. Erst diese nachträgliche Nominierung, viele Fans hatten den Eindruck, dass sie bevorteilt wurden. Wenn wenigstens der Song wirklich vielversprechend gewesen wäre, aber er war enttäuschend nichtssagend. Irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Kommt noch eine langweilige Perfomance hinzu, ist schon ein hinterer Platz gebucht. Noch bevor die S!sters in Tel Aviv gelandet sind. Ich fand zwar die heftige Reaktion einiger Fans nach der VE reichlich übertrieben, im nachhinein kann ich den Ärger aber schon verstehen. Er richtete sich in erster Linie gegen die Lieblosigkeit, mit der der NDR das Projekt angeht. Blöd, dass es die Mädchen am Ende ausbaden mussten, konnten sie doch am wenigsten dafür.
    Sorry, wollte gar nicht mehr so viel über die Vergangenheit schreiben.

    • Man kann dem NDR vorwerfen was man möchte, aber bei „lieblos“ neige ich zum Widerspruch – nicht nur, weil mir „Sister“ gefallen hat, sondern weil in den letzten beiden Jahren durchaus viel probiert und investiert wurde.

  17. Von mir auch ein Lob für den Artikel. Ich bin auch der Meinung das im Vorfeld nicht viel über die Songs und die Auswahl bekannt gegeben werden muss. Tatsächlich sind immer sehr viele Leute unterwegs die wissen wie es besser geht und was richtig ist. Schade wäre es schon wenn es keine VE gibt. Aber bei einem guten Konzept und einer guten Songwahl, warum nicht …

  18. Grundsätzlich muss man ja sagen, dass der ESC erst einmal – wie wir alle wissen – eine Unterhaltungsshow ist. Das fängt damit schon an, dass die Startreihenfolge nicht per Zufall entschieden wird, sondern das es eine strategische Platzierung gibt, damit es spannend ist und der Zuschauer nicht abschaltet. Man ist ja nicht bei Olympia. Hier gibt es keine sportliche Fairness. Genauso stellt niemand in Frage, ob die Ergebnisse wirklich so am Ende sind, wie auch abgestimmt wurde. (Hat Irgendjemand da schon mal einen Notar in offizieller Mission gesehen?). Das meine ich jetzt nicht wertend oder „verschwörerisch“. It’s entertainment – deal with it!

    Und genauso ist es mit dem NDR und seinem Beitrag. Natürlich startete der NDR in den letzten Jahren Vorentscheide. Die schlechte Publicity nach Naidoo sprach Bände. Thomas Schreiber will ja seinen Platz auch verständlicherweise behalten. Aber man sollte seine Funktion vielleicht zuerst richtig einordnen. Er ist Chef der Unterhaltung im gesamten NDR. D.h. der ESC ist zwar Teil seines Bereiches, aber auf das Jahr gesehen ein kleiner Budget-Anteil. Und da sind wir schon beim springenden Punkt (meiner Meinung nach). Es geht nun mal auch um Budget-Verantwortung. Möchte man einen sehr guten und polarisierenden Act schicken? Es würde allen Beteiligten aus deutscher Sicht sicherlich helfen, wenn man einen guten Platz erreicht. Aber zu gut sollte er auch nicht werden (1. Platz = ESC in Deutschland = das Budget ist versaut 😉). Beim Vorentscheid habe ich auch noch nie einen Notar gesehen. Und nicht spätestens seit den versehentlich zu früh veröffentlichten DSDS-Ergebnissen vor vielen Jahren, wissen wir ja eigentlich alle: Es ist Unterhaltung und Unterhaltung ist nur Show. Alles oder zum Teil Fake? Who know’s ? Who care’s?

    Mir kam die Inszenierung der S!sters vor wie: „Also wir haben uns externe Firmen dazu geholt, einen Song von der Schweiz gekauft, die S!sters wegen Vergangenheitsbewältigung und Demut vor dem Jüdischen Volk schon ein erstes Mal nach Israel geschickt und beim Vorentscheid noch mal mehr Requisiten und Brimborium gekauft. Also in Tel Aviv müsst ihr jetzt mit dem auskommen, was übrig ist. Außerdem: Ihr seit kleine, hübsche, süße Mädels. Macht die Lena – die hatte auch kein Feuerwerk“

    Michael Schulte hatte auch schon einen Plattenvertrag und mit Sicherheit ein gewisses Team hinter sich, dass auch bei Entscheidungen geholfen hat. Die S!sters hatten – wenn man die beiden auf Insta verfolgt hat – lediglich Charlottas Bruder dabei. So kam zum schlechten Song, noch wenig Beistand.

    Wie dem auch sei: mal schauen, was kommt …

  19. Ich kann mich noch gut erinnern, dass herr schreiber zu erfolgreichen m.schulte-zeiten im damaligen prinz-blog recht aktiv war. Leider weiss ich nicht mehr, ob er sich nach dem sister-debakel auch noch zu wort gemeldet hat.

    • Genau darum geht es doch unter anderm in diesen Artikel – dass Schreiber und Konsorten nichts von sich hören lassen.
      Dass Schreiber bei Prinz nur aktiv war, als es mit Schulte gut lief, ist soweit ich es erinnere, nicht richtig (da mögen mich die Blogger gerne korrigieren).

  20. Bin seit Dschingis Khan ein Liebhaber des ESC und seit Düsseldorf mit Kumpels auch fast jedes Jahr zum ESC in der Gastgeberstadt (Vorfreude auf Rotterdam schon riesengroß)…

    Mir war aber schon immer die Auswahl der Teilnehmer so bumbel…es geht einzig um die Auftritte beim (Halb-)Finale. Möglichst überraschend und für Entsetzen, Enthusiasmus, Emotionen sorgend…
    Daher versuche ich auch in Social Media-Zeiten möglichst 51 Wochen lang nichts mitzubekommen über die Teilnehmer. Um dann eine Woche lang einzutauchen in diese wunderbare Welt

    Insofern kann der NDR (und die anderen Länder) die Künstler gerne beim internen Bullshit-Bingo, beim Tanztee im Altersheim oder auf dem Klo des Karaoke-Schuppens hinterm Bahnhof finden…Hauptsache, es stehen Menschen aus 39-43 Nationen auf der Bühne in dieser einen Woche…

  21. Und auch von mir: schöner Artikel! Mir gefällt, wenn man anhand des Stils schon merkt, wer da schreibt (wobei ich da mit Florian noch ein bisschen Schwierigkeiten habe – ist halt schon sehr Wiwibloggs-geprägt).

    So.
    Und wenn hier schon wieder hübsch rumgepoltert wird, möchte ich meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, dass sich hier augenscheinlich noch nicht (oder zu unauffällig) über Frau Schönebergers Ausführungen darüber, wie sich Männer zu stylen haben, ausgelassen wurde. Mal abgesehen davon, dass sie bekanntermaßen auch ganz prima als ESC-Sündenbock taugt, darf sie nach meinem Dafürhalten mit dieser Haltung bei was-auch-immer-der-NDR-plant gerne mal für jemand anderes Platz machen.

    • Volle Zustimmung; „Babsi“ trägt zweifellos zum schlechten Image der VE-Sendungen bei: Nach all den Konzepten, die die Dame in den letzten 15 Jahren gegen die Wand fahren durfte, ist es vermutlich für die meisten Zuschauer abschreckend, wenn sie sehen, dass der VE von ihr moderiert wird. Elton, Pilawa, Pflaume bitte gleich mit ausrangieren.

      • Ich finde sowieso Alina Stiegler müsste den VE kommentieren. Die würde das super und mit dem nötigen angagement machen

      • Zumindest hat Deutschland -immer wenn Babsi den Vorentscheid moderiert hat- schlecht abgeschnitten. Eine Überlegung ist es wert 😀

      • @Bonello
        Stimmt. Wenn es danach geht, war in den letzten Jahren der „professionelle“ ProSieben-Stall am erfolgreichsten (Opdenhövel, Gätjen, Elton). Und die eher „tantenhaften“ ESC-Fans Schöneberger und Hermanns schlechte Omen… Da muss es doch einfach einen Zusammenhang geben.^^

  22. Sind jetzt die Fans und Presse schuld, weil Deutschland beim ESC 2019 abschmierte??? Natürlich nicht! Das Lied war einfach banaler Durchschnitt und Europa hat es nicht gefallen. Und Deutschland mochte das Lied schon vor dem ESC nicht.
    Und 2020? Die meisten Musiker dürften den Aufruf zur Songeinreichung nicht mitbekommen haben, wird hier geschrieben. Das sagt doch schon alles aus.

    • Deine und anderer Kommentatoren Entrüstung über die küchenpsychologische Auslegung des NDR-Schweigens, lässt es so aussehen, als ob diese Interpretation mehr als nur das, gar ein offizielles Statement wäre.

    • Das Deutschland das Lied nicht mochte, stimmt nicht. Die Sisters haben beim Televoting 12 Punkte erhalten. Und natürlich hat das ständige runtermachen der sogenannten ESC-Fans und der Presse einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt. Ich persönlich fand ja das die gesangliche Leistung der Sisters nicht schlechter was als die von Duncan Lawrence und großartig inszeniert war ja dessen Auftritt auch nicht, also hängt vieles auch von einem positiven Hype ab. Den hatte Arcade, warum auch immer, aber Sisters wurde von den eigenen Leuten niedergemacht, da kann man nicht erwarten das das europäische Publikum dafür anruft. Ich hoffe und ich rufe dazu auf, den eigenen Beitrag endlich auch mal zu unterstützen, auch wenn es nicht der Favorit ist. Diese Selbstzerfleischung bringt keinem etwas.

      • Ja die isländische Verkäuferin fand Sisters so toll und wollte dafür 20mal anrufen. Doch dann bemerkte sie, die Fans und Presse haben Sisters niedergemacht und so hat sie für Deutschland nicht angerufen.

      • Also bei allem Respekt, aber mit diesen Verschwörungstheorien machst du dich wirklich lächerlich!! Der Song hat deshalb 0 Punkte im Televoting bekommen weil er einfach nicht angekommen ist, ganz einfach!! Oder glaubst du wirklich ernsthaft dass es dem Durchschnittsfan in Tirana, Vilnius oder Lissabon interessiert welche Chartplatzierung der Beitrag in Deutschland hat==

        Und weswegen sollte ich bitteschön den deutschen Beitrag unterstützen wenn er mir nicht gefällt?? Ich kann mich nicht erinnern irgendwo was unterschrieben zu haben dass ich den deutschen Beitrag mögen muss, ganz egal wie kacker er ist!! Wenn er mir nicht gefällt, dann drücke ich auch nicht die Daumen!! Punkt!!

  23. Da morgen Abend das The Voice-Finale stattfindet, hab ich irgendwie das Gefühl das es nächste Woche oder in den nächsten Woche vielleicht die ersten offiziellen Informationen vom NDR geben könnte. Aber ob das wirklich so ist bleibt abzuwarten

    Ich denke da der NDR nicht nur von mir sondern höchstwahrscheinlich auch von anderen deutschen ESC-Fans nach dem Finale in Tel Aviv sehr viele Vorschläge bekamm, was sich ändern sollte um erneut ein solch schlechtes Abschneiden zu verhindern, es etwas dauerte bis der NDR die Arbeit wiederaufnahm noch nicht soweit ist und noch etwas dauert bis die ersten Infos bekannt werden. Vermute aber das es auf eine interne Auswahl hinausläuft und es Infos erst nächstes Jahr gibt. Wir erinnern uns : ich glaub es war Irland, wo die Infos erst ende Februar/Anfang März bekannt gegeben wurden

  24. Nein, also die S!stärZ sind nicht so schlecht abgeschnitten, weil aus Deutschland keine Unterstützung kam. Das ist dem Zuschauer aus Albanien vollkommen schnuppe, wie die Deutschen ihren Beitrag finden.
    Bei Michael war auch zunächst eine „Das beste hat zwar gewonnen, doll ist es aber auch nicht“-Mentalität anwesend, weil es in den Wettquoten sind sonderlich doll aussah. Das hat sich auch erst mit den Proben geändert.
    Aber dass der NDR das denkt, kann ich mir vorstellen. Für ihn war nach dem ESC ja auch die Eurovisions-Jury Schuld, obwohl diese ihren beiden Mädels nur 6 Punkte gegeben hat und klar einen anderen Kandidaten wollte – jemand, um den sich einen Hype aufbaute. Und das innerhalb von weniger als 24 Stunden.
    Das schlechte Abschneiden lag also nicht an fehlender Unterstutzung. Sofort nach dem Vorentscheid war allen Fans klar: Das wird ein Kampf um den letzten Platz, sofern nicht eine Performance dazukommt, die zum Anrufen animiert – wie bei Michael auch. Wäre Michael mit der S!istärZ-Performance aufgetreten, wäre auch er viel weiter unten gelandet. Und das ist traurig, dass der NDR das nicht begreift und nun schon seit Jahren nach dem „weniger ist mehr, und gar nichts ist der Sieg“-Prinzip fährt. Jeder, der auch nur eine Chance auf den Sieg haben will, braucht eine einprägsame Performance und keine 3-minütige Klopause, bei dem eigentlich nur ein Standbild zu sehen ist.
    Ich hoffe WIRKLICH, dass der Schubladensong in der Schublade bleibt und man stattdessen etwas kreativer denkt. Gerne etwas, das polarisiert, aber nicht Klischee-Schlager, sondern etwas, das einen Abdruck hinterlässt.

    • Ich finde es nicht nett, hier solche Verallgemeinerungen lesen zu müssen wie „Sofort nach der Vorentscheidung war ALLEN Fans klar …“ Als Berufspessimist gehe ich zwar grundsätzlich auch davon aus, dass meine Lieblinge hinten landen, aber direkt nach der Vorentscheidung war ich nur glücklich, dass nach vielen, vielen Jahren wieder mal ein richtig schöner Song gewonnen hat, der beste aus dem Teilnehmerfeld. Und ich würde mich schon auch als einen Fan bezeichnen.

      Es wäre einfach angenehm, wenn Deutsche mal ein bisschen souveräner mit hinteren Platzierungen umgehen könnten und von dem Gedanken, dass Deutschland immer vorne sein muss, wegkommen würden (ich geb‘ zu, Fußballfans sind da in der Regel noch viel schlimmer drauf). Wie oft kam es vor, dass Länder immer wieder hinten gelandet sind, oder sich über viele Jahre lang nie fürs Finale qualifiziert haben und trotzdem unverzagt weiter gemacht haben, ohne dass dort über die schlecht-Platzierten Kübel voller Häme vergossen worden wären! Hatte nicht sogar Jahn Teigen mit dem ersten Null-Punkte-Beitrag unter dem damals noch relativ neuen Wertungssystem einen großen Hit in Norwegen (NACH seinem Grand-Prix-Auftritt)?

      Nun ja, ich gönne manchen der Fans ihren „Hab‘ ich’s doch gleich gesagt“-Triumph, auch dass der eine oder andere unter ihnen (damit meine ich jetzt nicht Dich, Tobiz) das mit den „Sorry, zero points“ immer wieder genüsslich zitiert, es scheint ja irgendwie eine therapeutische Wirkung zu haben. Dass die 24 Jury-Punkte dabei immer gerne unterschlagen werden und auch die recht ungünstige Startnummer 4 nie erwähnt wird (während beim VE ohne die ach-so-bös-manipulierte Startnummer 7 natürlich nie ein Sieg in Frage gekommen wäre), ebensowenig wie die Tatsache, dass die Big-5-Songs es halt meist ein bisschen schwerer haben (was auch völlig ok ist) möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht ungesagt lassen.

      Noch kurz zur Debatte, ob die schlechte Aufnahme bei „den“ Fans irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Platzierung hatte. Ich denke nicht, dass das einen großen Einfluss hatte, zumindest nicht direkt, aber vielleicht hat ja doch der eine oder andere der nationalen Kommentatoren erwähnt, dass der Titel bei „den“ deutschen Fans viele Anti-Reaktionen ausgelöst hat?

      • Ich muss aus Versehen einen Absatz gelöscht haben (ja, ich geb‘ zu, der Kommentar war auch ohne diesen schon viel zu lang). Es wäre der zweite Absatz gewesen, der in etwa so aussah:

        Und ich kann nicht der einzige gewesen sein, dem „Sister“ auf Anhieb gefiel, ganz vielen Fernsehzuschauern muss es ähnlich ergangen sein. Ich finde es gut, wenn Zuschauer beim Anrufen einfach nach dem eigenen Geschmack gehen und nicht, wie es manche hier wohl gerne hätten, nach der Frage „Welcher Titel hat die größten Chancen im ESC-Finale?“. Im Übrigen fand sich „Sister“ in den ersten Tagen nach der Vorentscheidung durchaus in den „Täglichen Single-Charts“ (auf oljo.de) in den Top 10 wieder, es war also nicht DER absolute Flop, zu dem ihn manche hier machen.

  25. Eigentlich wärs doch so einfach. @dp sucht sich im herbst 6 gute, neu erschienene songs aus, wir machen ein lesergame und schwupps, der perfekte esc-song für germany.

  26. @ESC1994 & Andy: Da könnt ihr euch noch so sehr darüber lustig machen wie ihr wollt, aber ich bleibe dabei, das es einen Einfluss hatte, es war nicht der einzige Grund warum die Sisters nicht gut abgeschnitten haben. Aber es hatte einen Einfluss. Auch in Island und in Albanien gibt es Internet und es waren besonders Deutsche ESC-Fans die in ausländischen Foren oder bei Youtube, Hasskommentare gegen die Sisters abgeliefert haben. Die Gründe dafür sind reichhaltig bekannt. Ich bleibe dabei, Selbstzerfleischung bringt nix, wenn man will das der eigenen Beitrag gut abschneidet, hat man ihn auch gefälligst zu unterstützen und nicht ständig runterzumachen, nur weil die Zuschauer nicht so gestimmt haben, wie man will. Die Deutschen stehen sich beim ESC immer selbst im Weg. Wer seinen eigenen Beitrag immer schlecht macht und Hasskampagnen gegen die eigenen Vertreter anzettelt muss sich zum einen nicht wundern, wenn der Beitrag dann beim Finale schlecht abschneidet und zum anderen das immer weniger bekannte und gute Künstler für Deutschland antreten wollen. Auch das der NDR so zugeknöpft ist, gäbe ich der Hasskampagne nach der VE 2019 die Mitschuld. Das habt ihr nun davon.

    • Die griechischen und spanischen Fans haben ihre jeweiligen Beiträge (wie immer) in den Himmel gelobt und dennoch sind die auch jenseits der 20 platziert worden. Evtl. lag das daran, dass auch deren Songs nicht der Burner waren.

      • @escfan05

        Sorry, aber dass ist doch Quatsch. Wenn mir der deutsche Beitrag aus welchem Gründen auch immer nicht gefällt dannn drücke ich auch keine Daumen, so einfach ist das. Du kannst ja gerne aus bedingungslosen Patriotismus den Beitrag anfeuern, für mich geht es halt ausschließlich um den Song, nicht um das Land.

        So, damit ist diese Diskussion für mich beendet!!

      • Trotzdem könnten sich sogenannte deutsche ESC-Fans mal daran ein Beispiel nehmen. Die unterstützen wenigstens ihre Künstler und machen sie nicht davor nieder. Danach kann man gerne kritisieren, aber nicht vor dem Wettbewerb die eigenen Künstler demotivieren und niedermachen.

    • Ich dachte Merkel war schuld?
      Hasskampagne ist, was Putin in Russland gegen Schwule macht; Du willst Kritik an s!sterZ doch wohl nicht damit vergleichen??

  27. Ich höre mir gerade die aktuellen Musik von Daniel Schuhmacher an. Ich bin und war nie ein Fan von DSDS, aber warum zum Teufel hat man Daniel Schuhmacher nicht zur VE zugelassen, ist besser als das was dieses Jahr in der VE war. Und er will. Gibt ihm eine neue Chance. Schlechter als Sisters kann er auch nicht abschneiden.

    • Ganz ehrlich, du warst doch derjenige, der letztes Jahr mit am lautesten gegen Daniel (und alle anderen Castingshowteilnehmer) protestiert hat („Muss man den kennen?“ „Und was genau hat er seit seiner DSDS-Teilnahmer erreicht?“ „Castingshow-Häschen brauchen wir nicht!!!“)! Und jetzt soll er plötzlich eine vertane Chance gewesen sein? Muss man wohl nicht verstehen…

      • Da siehste wie schlecht es um den ESC in Deutschland bestellt ist, das ich schon ein DSDS-Sieger als Hoffnungsschimmer ansehe, weil seine Mucke mal nicht total langweilig ist. Ein absoluter Burner wäre der Daniel zwar auch nicht, aber trotzdem wäre er besser als das was letztes Jahr in der VE war. Ich weiß, ist kein Qualitätskriterium, aber man ist ja schon mit so wenig zufrieden.

  28. Das Hinterzimmer war schon seit jeher der beste Platz, nicht nur um galoppierenden Erklärungsnotständen aus dem Weg zu gehen. Dafür ist hier gut munkeln und ein 1a Echo garantiert, besser als in den Schweizer Bergen. Da sag noch einer, der NDR lerne nichts dazu. Wer letzte Saison noch so schön selbstbesoffen hausieren und anschließend baden gegangen ist, sollte aller Welt eben nicht gleich wieder redselig offenlegen, wie man nun im nächsten Jahr mit strategischer Planung den eigenen Beitrag der ̶G̶u̶i̶l̶l̶o̶t̶i̶n̶i̶e̶r̶u̶n̶g̶ Exekution durch Europa zuzuführen gedenkt. Dieses recht einschneidende Erlebnis sollte so kurz und schmerzlos wie möglich gehalten werden. Vielleicht ist die Funkstille so gesehen auch als Dienst am Fan und geneigten Zuschauer zu verstehen, um das Leiden nicht unnötig in die Länge zu ziehen und den Verdacht auf gewisse fragwürdige Grundneigungen nicht weiter zu erhärten. Man weiß es einfach nicht.

  29. @ porsteinn: Mit einem Engel hat es schon Kroatien 2019 versucht. Ob es bei Bülent besser klappen würde?
    Bülent Ceylan könnte viele Rollen spielen, ob maskiert oder nicht. Er ist ein guter Entertainer.
    Außerdem, hat es nicht schon mal Comedians gegeben, die beim ESC aufgetreten sind? Langweilig würde sein Auftritt schon nicht werden! Wir brauchen mal wieder etwas „anderes“, „originelles“, etwas, das sich von der Masse deutlich, und nicht nur ein bisschen, abhebt. Mehr Mut zum Risiko!

  30. Der Song der diesjährigen The Voice Siegerin hat zufälligerweise eine Länge von knapp über 3 Minuten.. Und der NDR steht ja auf langweilige Mädchen mit seichten Radiosongs

  31. Schon irre: kaum macht die Schweiz mal wieder einen guten Platz (was ihr echt zu gönnen ist), gilt sie als DAS leuchtende Beispiel. Dass sie davor praktisch 25 (!!!) Jahre lang ein ums andere Mal und oft zu unrecht abgeschmiert ist: vergessen. 🙂

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