Deutsche Vorentscheidung 2020: NDR reaktiviert anscheinend die Eurovisions-Jury

© NDR/Julian Rausche

Noch wissen wir nicht, über welches Format der deutsche Beitrag für den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam ausgewählt wird. NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber hatte das aktuelle Vorentscheidungsverfahren, das seit 2018 im Einsatz ist, nach dem vorletzten Platz von „Sister“ in Tel Aviv auf den Prüfstand gestellt und seitdem gab es keine offizielle Verlautbarung mehr zu diesem Thema.

Nun kommt aber offensichtlich Bewegung in die Sache. In einer E-Mail, die ESC kompakt vorliegt, hat die Unternehmensberatung Simon Kucher + Partners, mit der der NDR in Sachen Vorentscheidung seit 2018 kooperiert, vermeintlich bestätigt, dass bei der deutschen Vorentscheidung auch im kommenden Jahr wieder eine Eurovisions-Jury zum Einsatz kommt. Diese Jury bestand in den vergangenen zwei Jahren aus 100 ESC-Fans, die das Ergebnis der Vorentscheidung zu einem Drittel mitbestimmt haben.

Bei der vorliegenden E-Mail handelt es sich zwar um eine Absage-E-Mail, allerdings ist in dieser davon die Rede, dass aus den „spannenden Profilen“ der Bewerber für die Eurovisions-Jury „eine Auswahl“ getroffen wurde. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass dieses Fan-Panel in der einen oder anderen Form auch für die deutsche Vorentscheidung 2020 wieder zum Einsatz kommt. Allerdings scheint die Jury zumindest teilweise personell erneuert zu werden, denn anscheinend haben einige ehemalige Mitglieder nun eine Absage erhalten.

Tatsächlich muss diese Nachricht aber nicht bedeuten, dass der Vorentscheid 2020 wie in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt wird. Die Schweiz etwa ist beim ESC 2019 sehr gut damit gefahren, zwar eine internationale Jury und ein Fan-Panel im Auswahlprozess einzusetzen, diesen aber intern und ohne öffentliche Vorentscheidung durchzuführen.

Bei den vergangenen zwei deutschen ESC-Vorentscheidungen „Unser Lied für Lissabon“ und „Unser Lied für Israel“ wurde das Ergebnis jeweils zu einem Drittel von den Fernsehzuschauern, einer internationalen Jury und der hier erwähnten Eurovisions-Jury bestimmt. Die beiden Jurys waren jeweils schon vor dem Vorentscheid in den Auswahlprozess der Kandidaten und Songs eingebunden. In diesem Jahr war die Eurovisions-Jury die einzige Jury-Gruppe, die „Sister“ von S!sters nicht auf den ersten Platz gesetzt hat. Das Duo landete beim ESC 2019 in Tel Aviv nur auf dem vorletzten Platz. Im ersten Jahr des aktuellen Vorentscheidungskonzepts landete Michael Schulte mit „You Let Me Walk Alone“ auf dem 4. Platz im ESC-Finale von Lissabon.

Sobald es weitere Informationen zur deutschen ESC-Vorentscheidung 2020 („Unser Lied für Rotterdam“?) gibt, erfahrt ihr sie natürlich hier. Stay tuned!

Was haltet Ihr von dem Konzept der Eurovisions-Jury? Würdet Ihr Euch freuen, wenn sie auch 2020 wieder zum Einsatz kommt?



79 Kommentare

  1. Es sollte 100% Eurovisions-Jury sein, gerne auch mit 300-400 Juroren. Das deutsche TV-Publikum enttäuscht die Europäischen Zuschauer Jahr für Jahr und die internationalen Juroren verfügen über keinerlei Expertise, wenn sie die Sisters auf Platz 1 sehen. Außerdem haben wir möglicherweise wieder einen Skandal, wenn die internationale Jury die deutschen Zuschauer/Juroren überstimmen. Der Eurovisions-Jury vertraue ich die Beitragsauswahl an, da sie offensichtlich In Touch mit der Realität sind und wissen was bei den Europäern gut ankommt.

    • Das ist aber nicht der Sinn von Vorentscheiden. Es soll ein Lied gesucht werden, das von vielen aus dem betreffenden Land für gut befunden wird. Dann kommt der ESC und entweder schneidet das Lied, das die Zuschauer ausgesucht haben, gut ab oder nicht. Da brauche ich auch kein Vorentscheid, wenn nur ein paar Juryhanseln darüber entscheidet wer das Land vertreten darf. Ich bin absolut dafür das die Zuschauer mit entscheiden dürfen. Und wenn Europa das Lied nicht gefällt, dann ist das halt so. Deswegen bin ich auch total gegen eine interne Nominierung. Eine Teilnahme am ESC ist nix wert, wenn der Künstler und sein Lied, nicht durch eine VE ausgewählt worden ist. Ich finde sogar das die EBU vorschreiben müsste, das die Zuschauer eines Landes, mindestens beim Song ein Mitspracherecht haben müssten. Es wählen mir zuviele Länder intern aus.

    • Die Sisters waren zweitletzte, es hätte auch sein können, dass alle anderen letzter geworden wären.
      Das Problem ist nicht die Jury, sondern die zur Verfügung stehende Auswahl an Songs.

      • Da stimme ich meinem Namensvetter zu. Leider war die diesjährige Songauswahl beim dt. Vorentscheid – bis 1 oder 2 Ausnahmen – ziemlich bieder ….. ;-(

  2. Okay, ich habe diese Absage-Mail auch bekommen und hätte zwar gerne ein zweites Mal mitgemacht, aber dafür darf jemand anderes und das gönne ich dieser Person, denn es hat trotz Schock-Ergebnis sehr viel Spaß gemacht. Ich werde vielleicht im Publikum sitzen.
    Und allgemein, dass es eine Fan-Jury weiterhin gibt, finde ich sehr gut. Sonst wäre es eine Nummer auffälliger, dass die ausgerechnet die Jury entfernen, die die Ausrufezeichen-Girls auf Platz 5/7 (!) gesetzt haben. Dieses Duo haben sie ja genug gepusht.
    Ich bin auch dafür, dass deren Stimmungsrecht auf 100% hochskaliert wird, denn noch eine Enttäuschung der deutschen Zuschauer (Durchschnittalter gefühlt 65) kann ich nicht mehr aushalten.

  3. Es ist meiner Überzeugung nach gleichgültig, ob eine Eurovisionsjury abstimmt oder ein Murmeltier. Es kommt auf Song, Stimme, Performance und Ausstrahlung an.

      • Zum Beispiel, dass ich mit niemanden außerhalb der Familie darüber reden darf, aber gleichzeitig viel Zeit aufwenden muss. Meines Wissens nach ist der Auswahlprozess auch losgegangen, er sollte im August starten. Dann wollten die Infos (wie zB journalistische oder blogmäßige Beschäftigung mit Musik und dem ESC) haben, die ich nicht gerne rausgebe auch wegen einer überaus gründliche Verschwiegingserklärung auch über das Ende der nächsten Auswahl hinaus.
        Es hätte mir den Spaß daran genommen, deswegen hab ich die Teilnahme nicht bestätigt. Aber hier wird sicher jemand finden, der teilnimmt, aber halt nicht drüber sprechen darf.
        Ich vermute, die wollten mich nur, weil ich Norwegen auf 1 gesetzt habe in meiner Vorauswahl.

  4. So lange der NDR hier weiter federführend verantwortlich ist, kann man nur mutmaßen, welche Alibifunktion das ESC-Panel erfüllen soll. Daher schon mal prophylaktisch für 2020: ohne mich.

  5. Ich habe auch eine Absage bekommen und hätte gerne wieder mitgemacht.
    Sollte es wirklich eine komplette Erneuerung der Jury sein, fände ich das unfair. Schließlich haben sich die 100 gegen S!sters entschieden (mich eingeschlossen – letzter – und sonst lag meine Einschätzung der Beiträge von 2019 relativ nah am Endergebnis dran).

    • Kann mir nicht vorstellen, dass alle 100 ausgetauscht werden. Vielleicht ja wieder 50:50. Wäre auch gerne nochmal dabei gewesen, aber freue mich für die Person, die stattdessen dabei ist. Ist halt eine tolle Erfahrung die man macht. Wünsche das jedem! 🙂

  6. Habe auch eine Absage bekommen (die im Spam-Ordner gelandet ist 😀 )

    Ich bin sehr froh darüber, dass man die Fan-Jury beibehält, aber ich ich halte es für keine gute Idee, sie allein abstimmen zu lassen. Einerseits ist der deutsche Vorentscheid schon jetzt fast nur noch eine Bubble-interne Veranstaltung und die breite Bevölkerung ganz auszuschließen würde es nicht besser machen (ich bin mir übrigens gar nicht so sicher, ob nächstes Jahr überhaupt noch ein VE stattfindet); andererseits hat die Vergangenheit gezeigt, dass reine Fan-Panels sehr Hype-anfällig sind und auch gerne mal eher den Interpreten und seine Geschichte als den Beitrag als Gesamtkonzept bewerten. Daher sollte es zumindest eine weitere Instanz geben, aber ob das nun eine internationale Jury, ein demoskopischer Bevölkerungsquerschnitt oder (wie es Finnland mal getan hat) Parlamentarier, Bauarbeiter, Kinder und YouTuber sind, ist mir eigentlich egal.

    • Danke Gordon……..es ist völlig wurscht wer auswählt. Wenn, wie in diesem Jahr, nur mittelmäßige bis langweilige Beitröge zur Auswahl stehen, muss sich niemand über einen schlechten Platz wundern.

  7. Also man könnte meinem beim ESC wäre die Jury am wichtigsten. Aber was war beim Eurovision Song Contest noch mal am wichtigsten? Lasst mich mal überlegen, ah ja, der Song und der betreffende Künstler? Und außerdem finde ich es ziemlich arrogant zu glauben, das 5, 300 oder 400 Eurovisionsjuroren nen besseren Song aussuchen könnten als Millionen von Zuschauer. Schließlich bezahlen die Millionen von Zuschauer schließlich Fernsehgebühren, also sind sie an der Auswahl zu beteiligen und nicht nur ein paar Eurovisionsschwuppen, die doch nur den Song auswählen, die dem Klischee am besten entsprechen. Beim Vorentscheid könnte ich sogar ganz auf eine Jury verzichten.

  8. Mir wurde auch abgesagt, aber meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Ich hatte Sweden auf 1 (ok), aber dann UK auf 2 (voll daneben) und Dänemark auf 3 (auch gut daneben) gesetzt, so dass es mir eigentlich seit dem ESC-Finale klar war, dass ich nicht ausgewählt werde, denn man will ja in etwa 1:1 den Spiegel dessen haben, wie das ESC-Ergebnis tatsächlich ist.
    Wäre natürlich viel spannender, wenn nicht so sehr der Fokus auf dem Panel läge, sondern auf 1a-Song- und Interpreten-Material (und bei Letzerem rächt es sich m. E., wenn man nur in der 3. oder 4. Liga der Voice- und DSDS-Sternchen fischt. Und ein Michael Schulte war die rühmliche Ausnahme, zumal er Personality hatte, die eine Jamie-Lee, eine Ann Sophie, eine Levina und eine Carlotta und wie die andere schon Vergessene hieß eben nicht hatten, ist einfach so!).

  9. „Fokus nicht so sehr auf dem Panel läge“, damit meine ich nicht, dass ich das Panel nicht wichtig finde, sondern dass ich die Fokussierung darauf, bei der Auswahl des Eurovisions-Fanpanels alles richtig zu machen, und bei den anderen Dingen wie Songauswahl und Interpretenauswahl mehr auf das Glück setzt – (wenn z. B. in der Schweiz mal ein Lied für uns abfällt,—))))) -, dort einen Volltreffer (wie bei Michael Schulte und „You let me walk alone“ zu landen.
    Also ich will damit ausdrücken, die Schwerpunkte sind möglicherweise falsch gesetzt. Nur so mein Eindruck. Möglicherweise auch bewußt falsch gesetzt, weil die ARD/der NDR ja nicht unbedingt gewinnen will (was der ARD-Boss Volker Herres vor 2 oder 3 Jahren ja mal auch ganz offen in einer ARD-Programmkonferenz gesagt hatte).

  10. Aber natürlich dürfen und sollen wir im jetzigen Stadium des „man weiß noch nicht sehr viel“ positiv gestimmt sein in der Hoffnung, dass der NDR aus Fehlern gelernt hat (vielleicht diesmal keinen completen und dabei doch total incompleten „concept song“ wie „Sister“ aus dem Hut zaubert) und uns alle positiv überrascht. „Träumen kann man nie zuviel“ (sangen mal Thomas & Thomas in ´ner VE) und von dieser positiven Überraschung träume ich eigentlich jedes Jahr (und 2018 ging mein Traum mal in Erfüllung).

  11. Mir ist bei dem Fragebogen aufgefallen, das auffallend viele Frage über Castingshows ging. Und natürlich später war ersichtlich, das man gar nicht vorhatte, alle möglichen Künstler aus verschiedenen Genres in die VE zu lassen, sondern nur die Castingshownasen. Das kann man natürlich so machen, aber dann sollte man es auch so kommunizieren und nicht der Öffentlichkeit vorgaukeln, man hätte ein offenes Verfahren, wenn es am Ende dann doch nicht so ist. Ich habe mehrfach angeklickt das ich nix von Castingshows halte, also war ich wohl nicht qualifiziert genug. Ich finde es fatal, das der NDR den Vorentscheid zum Auffangbecken für gescheiterte Castingshowdeppen macht.

    • Nochmal: Wer hat dir denn wehgetan, dass du hier so viele Beleidigungen raushauen musst?
      Zumal das Thema über Castingshowteilnehmer zu Genüge diskutiert wurde.

  12. Mir gefällt die Schweizer Variante mit interner Auswahl eigentlich ganz gut. In der jetzigen Form bringt ein VE ohnehin wenig bis gar nichts.

  13. Ich sehe bei diesem Thema vieles so wie escfan05.

    Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass es m.E. gar nicht geht, dass das Eurovisions-Panel nur für eine bestimmte Altersgruppe offen ist (ist doch so, oder? Zumindest habe ich das aus früheren Posts hier so herausgelesen). Zugegeben, wenn es sich dabei um die Altersgruppe 40+ handeln würde, dann könnte ich mich eventuell schon dazu durchringen, dieses merkwürdige Panel etwas freundlicher zu betrachten … 😉

    A propos 40+: Am Besten war’s natürlich sowieso in den 80ern (und späten 70ern), als der VE-Sieger demoskopisch per Telefonumfrage ermittelt wurde, durchgeführt vom Bayerischen Rundfunk.

    • Zu meinem ersten Satz im Kommentar drüber: Damit meine ich die Hauptpunkte seiner inhaltlichen Kritik, v,a. also dass die Fernsehzuschauer entscheiden sollen und nicht eine kleine Auswahl an Fans, die im letzten ESC am nächsten am Ergebnis oder Televoting-Ergebnis lagen. Die Wortwahl finde ich auch nicht immer gelungen, „so viele Beleidigungen“, wie Tobiz schreibt, sind’s nun aber auch wieder nicht.

  14. Wenns eine TV Show gibt, muss natürlich auch das Publikum gefragt werden. ESC Fans haben bekannterweise einen eigentümlichen Geschmack, die alleine entscheiden zu lassen, wäre auch nicht gut.

  15. Eine interne Wahl begrüße ich nur, wenn Helene Fischer für Deutschland singt. Da man das leider ausschließen kann, wünsche ich mir eine öffentliche Vorentscheidung. Letztlich kommt es auf die Songs an. Und hier gelingt dem NDR meistens nix. Ist es wirklich so schwer, zb 6 Songs vorzustellen, wo man einigermaßen beruhigt feststellen kann, egal welches Lied siegt, der Song hat gute Chancen. Mal davon abgesehen, dass ich nix von einem Wochenend- Song Camp halte, der NDR muss hochkarätige Komponisten gewinnen.

    • Selbst bei Helene Fischer wäre ich gegen eine Interne Nominierung. Die soll es sich verdienen Deutschland beim ESC vertreten zu dürfen. Sie kann gerne bei einer Vorentscheidung teilnehmen, wenn sie dann gewinnt, dann haben die Zuschauer so entschieden und dann ist das aktzeptiert. Aber das sie den Zuschauern einfach so vorgesetzt wird. Nein, danke. Dann lieber ohne sie, dann aber mit VE. Außerdem geht mir dieses ganze Suchen nach einer Jury auf die Nerven. Es geht nicht darum um eine Jury zu suchen, sondern es geht darum einen Song zu finden. Der NDR sollte sich lieber darum bemühen aus ganz Deutschland tolle Acts für einen Vorentscheid zu finden. Mit verschiedenen Genres. Von Schlager bis Pop, von Rock bis Hip-Hop. Das ist das Wichtigste. Was nützt die tollste Jury, wenn die Songs allesamt Käse sind. Der ESC ist doch auch musikalisch vielfältig, die letzte VE war musikalisch gesehen, doch sehr eintönig. Nicht ein Song in Deutsch war dabei.

  16. Ich sehe es als Hauptaufgabe des Panels, sich bei einem Termin in Hamburg in das Büro von Herrn Schreiber reinzuschleichen, dort sämtliche Schubladen zu öffnen und alle sich dort befindlichen Songs sofort zu zerreißen und die Schnipsel komplett runterzuschlucken.

  17. Bin leider auch durchgefallen 🙁 Vielleicht klappt es bei mir ja mal nächstes Jahr… war noch nie Teil des Panels. Hoffe es geht euch allen gut, liebe Grüße 🙂

    • Meine kam am Nachmittag. Wenn die Mail an tausende Empfänger raus geht und über die üblichen Web/Cloudservices versendet werden, dann ist es normal, dass dies in „Tranchen“ geschieht und nicht zeitgleich. Liebe Grüße

    • Schade das der NDR nicht zur Selbstreflektion neigt und dieses offensichtlich schlechte Auswahlverfahren ändert. Denn die Vergangenheit hat ja leider sehr deutlich jedem deutschen ESC-Fan gezeigt, dass dieses Verfahren nicht funktioniert. Einzige Ausnahme war Michael Schulte und das aufgrund seiner Authentizität, die die bisherigen TeilnehmerInnen einfach nicht rüber bringen konnten. Auch die Bühnenshows waren inszenatorisch schlecht umgesetzt, und das in einer doch relativ großen Kreativszene. Sehr schade für alle ESC-Fans die Jahr für Jahr frustriert vorm Fernseher sitzen und sich anschließend die Pressekonferenzen mit den immer gleichen nichtssagenden Ausflüchten anschauen müssen. Das gleiche wird höchstwahrscheinlich auch 2020 auf die deutschen ESC-Fans zukommen. Einfach nur schade.

  18. Viele scheinen E-Mails HEUTE bekommen zu haben. Habe gelesen, dass es aber heute (besonders morgens) zu E-Mail-Ausfällen bei Yahoo, GMX, Web.de usw. kam. Hoffentlich hat nicht jemand deswegen, die besagte E-Mail gar nicht erst bekommen???

  19. Klar, wäre auf jeden Fall gut, den Fernsehzuschauer mit einzubinden. Aber irgendwie gelingt es dem NDR nicht, die Begeisterung für die VE bei der Bevölkerung zu wecken. Keine Werbung in Radio oder TV…nichts. Die Beteiligung am Televoting war auch nicht besonders hoch, soweit ich mich erinnere.
    Das Songmaterial ist meiner Meinung nach (zumindest meistens) nicht durchweg schlecht, im Gegenteil. Nur leider wird oft Mittelmass gewählt, mit durchaus talentierten Interpreten, aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas. Das ist sehr schade, und ich ärgere mich (fast) jedes Jahr aufs Neue, welche Chancen wieder vergeben wurden. 2018 war die löbliche Ausnahme. Ist natürlich alles Geschmackssache, und ich bin da wohl auch kein Maßstab. Ich würde auch nicht in das Panel aufgenommen werden, allein schon deshalb, weil ich kein großer Fan der Castingshows bin und diese auch nicht verfolge.
    Meine Hoffnung wäre einfach, dass eine ESC-Jury die Juwelen eher erkennt, also ein Versuch ist es wert, meiner Meinung nach. Auf die internationale Jury könnte ich allerdings auch gut verzichten.

  20. Dass viele „ehemalige“ eine Absage bekommen haben ist nicht verwunderlich. In diesem Jahr wurde die Vorauswahl schon vor dem ESC durchgeführt. Bei den zu bewertenden Songs waren Titel dabei die in diesem Jahr erst angetreten sind. Die Jahre vorher konnte man durch „Fachwissen“ auswählen wie wer abgeschnitten hat und war somit nah am tatsächlichen Ergebnis. „Fan-Bonus“ durch Wissen gab es dieses Mal also so gut wie nicht.
    Ich bin gespannt wie das Konzept im nächsten Jahr aussehen wird.

  21. Ich kann auf eine deutsche VE inzwischen sehr gut verzichten. Insbesondere das Televoting ist hierzulande meist für die Tonne.
    Bin für eine Direktnominierung, wie es einige unserer Nachbarländer 😉 recht erfolgreich praktizieren.

    • Das Televoting ist natürlich nur dann für die Tonne, wenn die Zuschauer nicht für den eigenen Favoriten voten. Für Deutschland hat eine Direktnominierung noch nie funktioniert und ist schlecht für das Interesse am ESC in Deutschland.

      • Welches Interesse 🤔
        Selbst die Top-Platzierung vom Schulte hat das Interesse nicht sonderlich erhöht, ebensowenig wie die künstlich aufgeblasenen Vorentscheidungen der letzten Jahre.
        Aber klar, selbst eine gute Direktnominierung, würde hierzulande als Untergang der Demokratie gewertet und natürlich, für eine typische deutsche Hysterie sorgen 🤷‍♂️

    • In Belgien sind dieses Jahr die Flämingen an der Reihe. VRT setzt auf eine(n) bereits bekannten Künstler(in). Niederlande: alles noch im Nebel gehüllt, man strebt eine Top 20 Platzierung an. Das Ziel ist gesenkt worden, da man eine direkte Finaleteilnahme als Nachteil sieht.

      ESC Jury in Deutschland ist mir ziemlich egal. Wichtiger scheint mir der Ruf des ESCs zu verbessern. Sollte eine Ehre sein für Deutschland anzutreten …

  22. „Direktnominierung hat noch nie funktioniert“. Mag sein (abgesehen von 66-68), aber das heißt ja nicht, dass es in der Zukunft nicht funktionieren kann. Ist halt alles nur eine Frage, wie man es angeht. Und arrivierte Künstler mit Charisma bekommt man vermutlich nur auf diesem Wege einer Direktnominierung, wenn überhaupt, denn die machen ja noch nicht mal als Liedautor mit (zumindest nicht in den letzten drei Jahren). Wenn man die Münchener Freiheit 1993 für Millstreet einfach machen lässt und die mit ihrem schlechtesten Lied (in musikalischer Hinsicht, textlich fand ich „Viel zu weit“ übrigens super) antreten lässt, dann muss man sich auch nicht wundern, dass so die Direktnomierung kein Selbstläufer ist und nicht funktioniert. Aber wir sind da glaube ich alle ein wenig Xavier Naidoo-geschädigt, wenn es um das Thema der Direktnominierung geht. Die VE, die Thomas Schreiber danach aus dem Hut gezaubert hat, war ja richtig klasse mit dem einzigen Manko, dass diese Voice-Siegerin unbedingt mit diesem uninspirierten Lied dabei sein musste (da wäre vieles nicht Letzter geworden beim ESC, z.B. Avantasia oder Gregorian … und warum solche Acts nicht mal direkt nominieren? Weil´s laut Herrn Schreiber „nicht demokratisch“ ist, was für ein Quatsch, solche „gelenkten VEs“ wie dieses Jahr sind auch nicht demokratisch).

    • Wenn die sogenannten bekannten Künstler mit Charisma nicht bei einer VE antreten wollen, dann verzichte ich darauf. Ich möchte nicht das mir ein Künstler einfach vorgesetzt wird. Lieber Platz 25 mit Künstlern die durch eine VE mit Televoting ausgesucht wurden, als mit einem Künstler der intern nominiert worden ist. Die bekannten Künstler wollen auch nicht wenn sie intern nominiert werden würden. Gibt ja genügend Beispiele. 2009 gab es eine interne Nominierung? Und waren da Stars für Deutschland am Start. Nee, nur dieses komische Fakeswingduo mit dem Ami als Sänger. Darauf kann ich verzichten. Eine Interne Nominierung ist undemokratisch und hat noch nie für Deutschland funktioniert und wird auch nie funktionieren.

  23. Ich bin auch der Meinung, wenn man schon mit sehr viel Aufwand sich solche Juries zusammensucht, dann sollte man ihnen auch vollkommen freie Hand lassen. Natürlich müssten sich die Juries an die ESC-Regeln halten, aber ansonsten freie Hand und keinerlei Vorgaben. Und tatsächlich ist eine interne Nominierung nicht demokratisch.

  24. wenn man einen act nominiert und dann in einer vorentscheidung das lied von jury/televoting entscheiden lässt, wäre eine direktnominierung doch durchaus demokratisch.
    letztes jahr hat der ndr dem panel aus den eingereichten, ich sage mal 800 acts, nur 200 zur begutachtung vorgelegt, 600 hat der ndr vorab ausselektiert. das ust genauso undemokratisch und „gelenkt“, wobei mit dem cencept song letztes jahr der „steuerung/lenkung“ noch das i-tüfelchen von ndr- seite aufgesetzt wurde.
    nicht missverstehen: ich plädiere nicht für eine direktnominierung. eine ablehnung einer direktnominierung hat aber nix mit dem demokratie-gedanken zu tun, meine ich (wenn man es so macht, dass das lied in einer ve gewählt wird wie 1971 oder 2011, auch sehr erfolgreiche jahre, wenn man die danals erzielten plätze 3 und 10 an den letzten und vorletzten plätzen der letzten jahre misst).
    wobei mir klar ist, dass es 2020 zu einer neuauflage des ve systems von 2018 und 2019 kommen wird, hoffentlich ohne side-kicks und sonderbehandlungen einzelner acts.

  25. Den Kompromiss, das das Publikum den Song auswählt, bei einem feststehenden Künstler, ist gerade noch akzeptabel. Aber dann muss das auch ein wirklich echter bekannter Star sein. Also da rede ich von Mark Forster aufwärts. Nicht von einem ehemaligen Casting-Show-Star oder von einem der früher mal bekannt war und jetzt ein Comeback versucht. Sondern von einem Künstler oder Band der aktuell sehr erfolgreich ist. Bei allem darunter würde ich eine interne Nominierung nicht akzeptieren.

      • Sie ist Halb-Kanadierin, Aber lebt und arbeitet zu großen Teilen in Deutschland (und sitzt sogar ab der nächsten Staffel in der The Voice Jury)

  26. Künstler bei denen ich eine Interne Nominierung akzeptieren würde wären: Sarah Connor, Deichkind, Helene Fischer, Nena, Herbert Grönemeyer, Revolverheld, Fanta 4, Mark Forster, Max Giesinger, Lena, Nico Santos, Rammstein, Oomph.

    Aber dann muss der Zuschauer den Song auswählen.

  27. Eine Verständnisfrage hätte ich zu den Absagen, wenn diejenigen in der letzten Saison im Panel dabei waren sind diese Personen doch nicht automatisch im Panel der Saison 2020? Man muss sich doch jedes Jahr aufs Neue bewerben. Das ist doch keine Mitgliedschaft auf Lebenszeit.

  28. Habt ihr nicht mal berichtet, dass sie dieses Jahr nur 50 Leute ausgetauscht haben und der Rest vom letzten Jahr wieder dabei war? Also könnten nächstes Jahr doch wieder die gleichen Leute vom letzten Jahr dabei sein, wenn sie wieder nur 50 austauschen?

  29. Ich bin auch dafür, dass der deutsche VE weiterhin basis-demokratisch angelegt bleibt – gerne mit der ESC-Jury als (vermeintlich) Chancen-erhöhendes Korrektiv, aber auf die internationale Jury kann man getrost verzichten.

    Ansonsten ist es mir einfach nicht so wichtig, wie ein Song beim ESC abschneidet (kann man ohnehin nur schwer erzwingen), sondern ob er mir gefällt oder zumindest meine Anerkennung findet. Dass der dt. VE für etablierte Interpreten als Promo-Tool offenbar nur im Interval attraktiv ist, stimmt natürlich traurig bis bitter, aber wenn man sich anguckt wie ständig auf den Underachievern herumgehackt wird (auch hier), muss man sich natürlich nicht wundern, wenn eine VE-Teilnahme als kommerzielles Himmelfahrtskommando empfunden wird.

    Ich finde „Sister“ immer noch toll.

    • Ich finde, WiWiBlogs sollte die Entscheidung allein treffen. So ist gute Qualität gewährleistet.

    • Danke für diesen wunderbaren Kommentar*, nicht nur wegen des abschließenden Satzes (das liest man so selten hier, umso schöner ist es dann 🙂 ). Vor allem der (gesamte) zweite Absatz spricht mir aus der Seele!

      *Ich meine Frédérics Kommentar, 4porcellis ironischer Vorschlag gefällt mir aber auch sehr gut

  30. Ich finde auch, dass das TV-Publikum weiter an der Entscheidung beteiligt sein muss!
    Die erfolgreichsten Beiträge der letzten Jahre (-zehnt) wurden vom Publikum gewählt.
    Und die Künstler (Max Mutzke, Lena 2 mal, Roman Lob und Michael Schulte) entsprangen
    alle einer Castingshow.
    Das ESC-Finale ist immer noch die Musiksendung im TV mit der höchsten Einschaltquote
    und der Vorentscheid gehört einfach dazu.

    Auf der ARD/ESC-Seite wurden Videos vom NDR2 Musik Special-Festival hochgeladen,
    unter anderem von Michael Schulte, Lilly Among Clouds, Nico Santos und Lena.
    Und gerade bei Lena (in Bestform) hat man mal wieder gesehen, warum sie
    mit ihrer Bühnenpräsenz den ESC gewonnen hat.
    Aber so einen Erfolg und gute Plazierungen kann man nicht planen, sondern das passiert einfach.
    Dafür ist der ESC (zum Glück) weiterhin unberechenbar und es gibt kein Patentrezept.

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