Erste Probe beim ESC 2022: Amanda Georgiadi Tenfjord mit „Die Together“ für Griechenland

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Kurz vor ihrer Abreise nach Turin präsentierte sich Amanda Georgiadi Tenfjord mit großen rotem Koffer. Ob sie damit erste Hinweise auf die Farbe ihres Bühnenoutfits geben möchte, erfahren wir jetzt. Die griechisch-norwegische Sängerin wird gleich zum ersten Mal den Auftritt von „Die Together“ proben. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben wir vom griechischen Beitrag bisher keinen Vorentscheidungsauftritt oder eine offizielle Livepräsentation, die uns Anhaltspunkte auf das Staging in Turin geben könnte, gesehen. Wir dürfen also mit Spannung erwarten, was sich die Griechen überlegt haben, um den eher düsteren Track stimmig zu inszenieren. Der erste Probendurchlauf von Amanda soll um 14:20 Uhr beginnen, das Meet & Greet ist um 16:20 Uhr angesetzt.

Amanda Georgiadi Tenfjord – Foto: Instagram @amandatenfjord

Wie gestern beim Probenauftakt des Eurovision Song Contest 2022 dürfen wir auch heute die ersten Proben nicht im Pressecenter oder per Onlinestream verfolgen und sind so auf die Informationen, Bilder und Videos angewiesen, die über die offiziellen Kanäle von eurovision.tv zur Verfügung gestellt werden – und natürlich auf die Meet & Greets, die jeweils zwei Stunden nach Beginn der jeweiligen Probe stattfinden. Entsprechend werden auch unsere Probenblogs keinen abgeschlossenen Artikel sein, sondern immer weiter wachsen. Mit den ersten Fotos ist meist ca. zwei Stunden nach Probenbeginn zu rechnen, die TikTok-Videos brauchen noch etwas länger. Wenn Ihr zusätzliche Informationen im Internet zu den einzelnen Proben findet, freuen wir uns natürlich über Hinweise in den Kommentaren.

Einen Überblick über alle Proben des heutigen Tages findet ihr hier.

Infos zur ersten Probe: 

Das Staging wird von eurovision.tv als „wirklich interessant“ beschrieben.  Amanda ist allein auf der Bühne und wird von umgefallenen, leeren Stühlen umgeben. Der Backdrop ist in blau gehalten.

Foto: EBU / NATHAN REINDS
Foto: EBU / NATHAN REINDS

Amanda trägt ein langes, silberweises, fließendes Kleid.

Foto: EBU / NATHAN REINDS

Von ihrer Stimme wird ein Echo erzeugt, welches ein eindrückliches Gefühl hinterlässt. Also wirkt sehr dramatisch.

Foto: EBU / NATHAN REINDS

Stage Director Fokas Evangelinos hat in einem Interview mit Studio 4 auch noch ein bisschen zur Inszenierung verraten: Diese sei sehr einfach gehalten und wir werden die Emotionen in Amandas Augen sehen können. Alles ist auf die Gefühle fokussiert, es soll keine Ablenkung durch Lichter o.ä. geben.

Foto: EBU / NATHAN REINDS

Infos aus dem Meet & Greet: 

Amanda bestreitet das M&G allein. Ich werde mich hier im Beitrag auf Antworten über die Probe und den Song beschränken.

Bei der Probe lief alles gut, deshalb fühlt sie sich wohl.

Ihr Auftritt in drei Worten: Blau, Weiß, Energetisch.

Der Song bezieht sich nicht auf eine konkrete Beziehung oder eine Person, sondern beschreibt ein generelles Gefühl. In dem Song geht es um den Moment eines Break-Ups.

Schon während des Schreiben des Songs gab es die Vocoder-Effekte. Sie hatten es auch ohne probiert, aber das klang nicht gut.

Die Kooperation mit Fokas Evangelinos lief gut. Sie wollte die Kontrolle haben, weil es ein Song ist, den sie selbst geschrieben hat. Sie sei auch sehr stur. Zuerst hat sie den Song gesungen, wie sie es wollte, mit ihren natürlichen Bewegungen, und darauf hat Fokas dann aufgebaut.

Eine Frage von uns über die Symbolik der Stühle: Die Stühle symbolisieren etwas, das davor steht zu enden. Sie sind kaputt und zerfließen. Jeder soll aber seine eigene Interpretation finden.

Auch sie singt „Die Together“ a cappella. Ich persönlich finde ja, das hört sich viel besser an als mit Vocoder…

Offizielles TikTok-Video: 

@eurovision

Stunning performance from @Amanda Georgiadis Tenfjord elegantly taking the stage for Greece! 🇬🇷 #Eurovision2022 #EurovisionTikTok #Eurovision

♬ original sound – Eurovision

Über die erste griechische Probe sprechen wir heute genauso wie über die anderen Proben des Tages ausführlich in unserem ESC Kompakt LIVE auf YouTube, das in der ersten Probenwoche täglich um 20 Uhr stattfindet.


39 Kommentare

  1. Ich sage jetzt einfach mal das nach was Alina Stiegler von eurovision.de im Songcheck auch bereits sagte:

    Die Melodie und der Aufbau des gesamten Arrengement vom Song sind top. Allerdings ist die Botschaft, nämlich aus Liebe zu einer anderen Person auch einen Suizid nicht auszuschließen doch sehr bedenklich und grundsätzlich finde ich auch nicht passend in der Musik.

    Man keine seine Liebe zu einer anderen Person auch anders ausdrücken als mit einer Todessehnsucht. Da ist für mich einfach die Grenze eines Tabubruchs überschritten, die nicht überschritten werden soll.

    Herbert Grönemeier hat in seinem Song „Mensch“ vom Jahr ich glaube 2002 den Krebstod seiner Frau und seine damit verbundene Trauer textlich sehr, sehr gut beschrieben aber eine eigene Todessehnsucht mit keinem Wort erwähnt. Das Thema unerfüllte Liebe bzw. Liebeskummer ist in der Tat sehr schlimm. Jeder von uns kann davon „ein Lied singen“. Aber einen Suizid begehen ausschliesslich depressive Menschen. Und Depressionen sind eine Krankheit, deren Heilung oftmals nur sehr schwer zu erreichen ist.

    • So großartig wurde ein angebliches Tabu bereits gebrochen:

      „Romeo und Julia“
      Tragödie von William Shakespeare

      „Romeo und Julia“
      (Musik) Film von „Baz Luhrman

      „Romeo und Julia auf dem Dorfe“
      von Gottfried Keller

      „Tristan und Isolde“
      Musikdrama von Richard Wagner

      • @ Der stille See:

        Da hast du definitiv recht und deine aufgezählten Beispiele sind sehr gut.

        Ich habe jetzt kein abgeschlossenes Studium der Musikwissenschaften wie es bspw. bei Dr. Irving Wolther der Fall ist. Aber soviel ich weiß wird in der Musik strikt zwischen E-Musik (ernste Musik) und U-Musik (unterhaltende Musik) unterschieden.

        Hier handelt es sich um Klassiker aus der Oper und auch der Weltliteratur. Und eine Oper ordne ich dann doch der E-Musik zu. Die Musik beim ESC ist hingegen U-Musik, also Musik für die Unterhaltung und dort haben Suizidgedanken oder Todessehnsüchte nichts zu suchen.

        Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein Spießer. Insofern ist der griechische ESC-Beitrag jetzt auch kein moralischer Weltuntergang, sondern einfach nur meine Meinung 😉

      • Die strikte Trennung zwischen E-. und U-Kunst ist eigentlich etwas eher typisch deutsches, wird aber heutzutage auch hier nicht mehr so streng verfolgt.

        Suizid begehen außerdem bei weitem nicht nur Menschen mit Depressionen.
        Und in der Kunst sollte es grundsätzlich keine Tabus geben, ob es einem dann gefällt oder nicht, ist eine andere Frage.

    • Wer das Glück bislang hatte DEN Menschen im Leben zu finden der einem zu 100% Erfüllung und Liebe gibt der kann diesem Lied nachfühlen.
      Wenn gerade dieser Mensch ( aus welchen Gründen auch immer ) aus dem Leben ausscheidet stirbt selbst ein großer Teil bei dem Anderen 🙁
      Leider gibt es heute meist nur noch die kurzzeitige Liebelei und nicht mehr die Zusammengehörigkeit früherer Jahrzehnte.
      Finde persönlich die Botschaft welche „Die together“ ausdrücken zu vermag äußerst stimmig und nachvollziehbar.
      Wer hier Parallelen zur russischen Auseinandersetzung und einer psychischen Labilität zieht hat den tieferen Sinn leider nicht verstanden…
      12 satte Points

  2. Kaum gibt es den Barbara Dex-Award nicht mehr, stürmen lauter Anwärter auf die Bühne… Warum dieses Kleid? Den Song muss ich nicht dringend im Finale sehen und hören, er schadet aber auch nicht.

  3. Das Bühnenbild sieht toll aus, auch wenn sich mir die Stühle nicht erschließen, und der Fokus auf Amanda ist definitiv richtig, aber dieses Kleid… Gespannt bin ich noch auf die Umsetzung des Dopplungseffekts in der Stimme. Finale ist bei dem Song aber so oder so sicher.

  4. Amanda hat ihre erste Stuhlprobe abgegeben … (duck und weglauf)
    Was ich Ernsthaftes zu dem Song sagen könnte, hat Alina Stiegler bereits in den Songchecks formuliert und Timo1986 oben noch mal gut zusammengefasst. Ich habe mit dem Text zudem gerade jetzt ein Problem, wo Menschen in der Ukraine darum bangen, am Leben bleiben zu dürfen!

    • Ich find die Songtitelauswahl „Die together“ gerade in diesen Zeiten, sagen wir mal: interessant. Ansonsten gibt es nix, was diesen Song für mich interessant macht. Bis auf wenige Songs, gefällt mir fast gar nix. Für mich ist Griechenland 2022 einer der vielen Pinkelpausensongs.

  5. Wie man ein Problem stricken kann vom Text von „Die Together“ zum Ukrainekrieg…kreativ aber geschmacklos.

    Endlich mal mehr als Lichter und Tänzer auf der Bühne. Ich finde das gut, dass mal mit Props statt Menschen gearbeitet wird. Der Song ist schon eine sehr klassische Ballade, da finde ich es gut, dass man etwas neue Wege geht. Nur das Kleid finde ich nicht sonderlich gelungen, das hat was von einer katholischen Musterschülerin.

    • Lieber Cali,
      dass Du meine persönlichen Empfindungen als „kreativ, aber geschmacklos“ bewertest, hat mich getroffen und sehr traurig gestimmt. Offensichtlich muss man hier – wie wohl überall im Netz – sich jedes Wort sehr gut überlegen, um nicht missverstanden und angegriffen zu werden, und/oder sich ein ziemlich dickes Fell zulegen (was ich leider nicht habe).
      Ich kann es nicht ändern, dass die schrecklichen Bilder und Berichte aus der Ukraine in meinem Kopf und Herz im Moment fast alles andere überdecken und ich vor diesem Hintergrund einen Songtext mit einer romantisch verklärten Todessehnsucht – persönlich, subjektiv, ganz individuell – als unangenehm empfinde – wohl wissend, dass der Song geraume Zeit vor Kriegsausbruch entstanden ist und auch sonst in keinem inhaltlichen Zusammenhang dazu steht. Unterm Strich dominiert der negative Texteindruck für mich die schöne Melodie des Songs und die wirklich tolle Stimme von Amanda – mit dem Fazit, dass ich den Song nicht unbedingt im Finale bräuchte.
      Selbstverständlich respektiere ich aber alle gegenteiligen Meinungen zum griechischen Beitrag und wünsche Amanda von Herzen den bestmöglichen Erfolg!

      Das war mein letzter Kommentar hier auf diesem Blog – ich hoffe, ich bin sonst niemandem auf den imaginären Schlips getreten!

      • Warum denn? Das ist doch kein Problem!!!!
        Ich habe auch gegen den Kurzschluss ukraine-selbstmord argumentiert, aber solange man anderen nicht beleidigt …ist nur Meinungsaustausch und das ist gut so (zitat)

  6. @Cali: So oft aufs Klo kann ich gar nicht, bei den vielen Pinkelpausensongs in diesem Jahr. Irgendwie kann ich mich für den ESC 2022 nicht so richtig begeistern wie die Jahre davor. . 3 Gründe: 1. Die meisten Songs sind scheiße. 2. Die generelle Situation im Moment schreit jetzt nicht gerade nach Partystimmung. 3. Das wieder einmal wohl zu erwartend schlechte Ergebnis aus deutscher Sicht.

  7. Ich glaube wir haben hier eine Top 3 Anwärterin – Amanda hatte ich bisher nicht auf dem Schirm – tolle Ausstrahlung

  8. Das Kleid gefällt mir auch nicht so, aber ansonsten sieht das Staging sehr passend und für Evangelinos-Verhältnisse geradezu anspruchsvoll aus. Man schauen, wie der Live-Vocoder so klingt.

  9. Positiv: die Künstlerin und ihr Lied alleine auf der Bühne ohne störende Hupfdohlen
    Negativ: das Kleid war sicher nicht billig, sieht aber so aus

    • Nein das nennt man Recycling. Wohl ziemlich viel Plastik gesammelt so auf der Müllhalde. Und halt was zusammen genäht.

  10. Man weiß wegen der Stühle nun, wie der Suizid abgeht: Erhängen. Immer noch besser als die Weichsel mit seinem Kadaver zu verpesten. Und das Plastikkleid ist auch vernünftig, denn Erhängen schmutzt ziemlich ein…

  11. Ein paar Gedanken über…. Tod und Verklärung.

    Aber zunächst eine Feststellung: Das Thema Selbstmord hat nichts mit der Ukraine zu tun. Liebe und Tod… das sind ewige Themen, und Amanda hat das Recht, ein Lied über dieses Thema zu singen.
    Uebrigens…. das Lied ist klasse und auch abgesehen vom persönlichen Geschmack muss man das anerkennen.

    Nun zum Text:

    But if we die together now
    We will always have each other
    I won’t lose you for another

    Das hat nichts mit Romeo&Julia oder Tristan&Isolde zu tun. In diesen Fälle handelt sich nicht um doppelten Selbstmord in diesem Sinn. Und das war auch nicht der Grund für den Selbstmord: I won’t lose you for another. (Facepalm)
    Wenn man das als Methaper versteht (was ich glaube, der Fall ist), um eher das Positive daran zu sehen, ist das voellig in Ordnung. Fuer mich bleibt es trotzdem hart an der Grenze.

  12. Schön.sehr schöne Interpretationen lese ich hier.
    Meine Meinung ist aber ,das wir in Europa,und gerade jetzt steht die Ukraine mitten im Krieg,und sehe das ganz anders.ich meine das gerade jetzt wo Menschen ,Familien auseinander gerissen werden. Menschen Angehörige verlieren,knd der Tod nicht nur eine symbolische ..spielt, sondern Tatsache ist .Und dann einen Song mit dieser emotionalen und melancholischen Seite zu singen halte ich für nicht gerade sehr passend. Mann kann den Menschen die gerade einen tragische Lage sind ein Gesicht geben ,und das sagt das man bereit ist zusammen zu sterben..usw. Es ist für mich einfach nicht passend und kann nicht für dieses Land oder andere stehen. Und wenn def song sich selbst auf eine Person die eine Erfahrung bzw dies darstellen doll, ist es dennoch nicht passend.

    • Ich kann die Kritik an diesem Lied im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nicht nachvollziehen. Der Titel wurde mit Sicherheit weit vor Beginn des Krieges geschrieben und die interne Auswahl erfolgte wohl auch vor Kriegsausbruch. Das hat doch beides nichts miteinander zu tun, wieso wird dann jetzt auf einmal ein Zusammenhang zwischen diesem persönlichem Lied und der Katastrophe in der Ukraine hergestellt. Hätte Griechenland deswegen jetzt zurückziehen sollen?

    • Wer das Glück bislang hatte DEN Menschen im Leben zu finden der einem zu 100% Erfüllung und Liebe gibt der kann diesem Lied nachfühlen.
      Wenn gerade dieser Mensch ( aus welchen Gründen auch immer ) aus dem Leben ausscheidet stirbt selbst ein großer Teil bei dem Anderen 🙁
      Leider gibt es heute meist nur noch die kurzzeitige Liebelei und nicht mehr die Zusammengehörigkeit früherer Jahrzehnte.
      Finde persönlich die Botschaft welche „Die together“ ausdrücken zu vermag äußerst stimmig und nachvollziehbar.
      Wer hier Parallelen zur russischen Auseinandersetzung und einer psychischen Labilität zieht hat den tieferen Sinn leider nicht verstanden…
      12 satte Points

  13. Egal, wie man den Text jetzt interpretiert und ob das in die aktuelle Situation passt: Das Lied ist einfach eine sehr zähe Angelegenheit. Es kommt nie richtig in Fahrt und wird wahrscheinlich auch nur mit Hilfe der Jury ins Finale kommen können.

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