Italienische Ikone Raffaella Carrà mit 78 Jahren gestorben

Ganz Italien trauert. Die TV-Ikone Raffaella Carrà ist im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit in Rom verstorben. Ihr Lebensgefährte Sergio Japino gab dies am Montagnachmittag bekannt. Carrà dominierte Jahrzehntelang das italienische Fernsehen als Moderatorin und Sängerin.

Ihre Sendungen und Lieder konnte sie ebenfalls erfolgreich in Spanien und Lateinamerika vermarkten. TV-Formate wie „Ciao Raffaella“ waren in Spanien unter dem Namen „Hola Raffaella“ der Primetime-Schlager. Apropos Schlager: Ihr erfolgreichstes Lied „A far l’amore comincia tu“ erschien im deutschsprachigen Raum unter dem Titel „Liebelei“ oder als Coverversion „Tanze Samba mit mir“. Wer kennt es nicht.

Carrà ist in der ESC-Fan-Gemeinde bekannt, weil sie unter anderem an Sanremo teilgenommen, das Festival im Jahre 2001 auch moderiert und die italienischen Punkte in Düsseldorf 2011 verkündet hat. Zudem führte sie durch den spanischen Vorentscheid im Jahr 2008. Zuletzt galt sie durch ihre Liebe zum ESC und ihrem Status als LGBT-Ikone als heiße Kandidatin, den ESC im kommenden Jahr in Italien zu moderieren.

Kommentar von Max

„Wenn du nicht schlafen gehst, kommt Raffaella und du bekommst Ärger!“ – der Spruch funktionierte immer, das wussten meine Eltern. In den 90er-Jahren hing ich als kleiner Junge am Fernseher und war komplett verliebt in Raffaella. Sie hatte tolle Lieder, sie war lustig und hatte auch noch diesen tollen italienischen Akzent. Ihr Tod ist natürlich sehr traurig für mich und er hat auch ganz viele Erinnerungen geweckt – schöne Erinnerungen. Und die sollte man natürlich mitnehmen, behalten und sich darüber freuen. Viele spanische und italienische Freunde haben sich bei mir gemeldet, weil sie ebenfalls sehr traurig über die Nachricht waren. In Spanien und in Italien war sie eben eine echte Vorreiterin, was die Unterstützung ihrer LGBT-Fans betrifft, vor allem in ihrer Heimat war das nicht immer ganz einfach für sie. Bleibt nur noch zu sagen: grazie mile und ciao Raffaella!


24 Kommentare

  1. Toni Holyday, der Tanze Samba mit mir sang, beteiligte sich 1979 mit dem Titel Zuviel Tequila, zuviel schöne Mädchen an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision und belegte den neunten Platz.

  2. Ich war geschockt, als ich die Nachricht heute auf ET gelesen habe. Raffaellas Musik war zwar nicht ganz mein Ding, aber sie war eine tolle Frau. Vielen Dank und ruhe in Frieden.

  3. Im Artikel ist ein Fehler: Raffaela hat 2008 für das spanische Fernsehen den ESC in Belgrad kommentiert und nicht den spanischen Vorentscheid moderiert.

    • Einfach erst recherchieren und dann schreiben. Sie hat die spanische Vorentscheidung 2008 nicht nur moderiert, sondern als Pausenact auch noch die spanischer Version von „A far l’amore comincia tu“ gesungen.

  4. Möge sie in Frieden ruhen.
    Wir haben sogar damals in der Uni ein Lied von ihr analysieren müssen 🙂
    Der Vorteil ist, ihre Musik wird ewig leben

  5. Sehr traurige Nachricht. Ich mochte Raffaella Cara sehr gern. Und besonders auch ihren größten Hit.

    Übrigens ist am Freitag einer der erfolgreichsten Schlagersänger der Sechziger Jahre, Bill Ramsey, im Alter von 90 Jahren gestorben. Er nahm unter anderem auch an den Deutschen Schlagerfestspielen 1962 teil, die ja damals als deutsche Vorendscheidung diente. Seine Lieder waren zwar nicht immer Meilensteine der Musikgeschichte doch sehr unterhaltsam. Es gibt von ihm eine sehr schöne Coverversion von „King of the road“ – „Bin nur ein Tramp“.

  6. Hier am Strand (in Italien) läuft heute nur Raffaella Carra‘ . Es könnte nervig sein, aber es ist einfach nur schön!

  7. Raffaella Carra – Danke für alles ⚘

    Sie sollte eigentlich die Moderatorin beim ESC 1991 in Rom werden, aber …

  8. Auch heute gibt es wieder traurige Nachrichten zu vermelden. John Lawton, der 1976 zusammen mit fünf weiteren Künstlern (darunter Jürgen Drews) als The Les Humphries Singers Deutschland beim ESC in Den Haag vertrat, verstarb im Alter von 74 Jahren:

    https://eurovoix.com/2021/07/06/les-humphries-singers-john-lawton-dies/

    John Lawton war auch einmal Mitglied der britischen Rockformation Uriah Heep

    Djivan Gasparyan, der Armenien 2010 beim ESC in Oslo vertrat und zusammen mit Sängerin Eva Rivas auf der Bühne stand und das Holzblasinstrument Duduk spielte, ist im Alter von 92 Jahren verstorben:

    https://eurovoix.com/2021/07/06/armenia-eurovision-2010-djivan-gasparyan/

    Djivan Gasparyan wurde 2006 für den Grammy in der Kategorie „Bestes Traditionelles Weltmusikalbum“ nominiert.

  9. Italien hat die UEFA gebeten, heute Abend vor dem Spiel Raffaella Carra songs zu spielen.

  10. Danke, Max, für den schönen Nachruf! Von „Hola Raffaella“ habe ich gestern beim Durchklicken einiger Videos zum ersten Mal gehört. So manch einer hat Raffaellas nächtlichen Telefonterror gar nicht gut aufgenommen und sie regelrecht angeschnauzt, aber sie hat’s mit ihrem Charme und den verdutzten Blicken in die Kamera wieder schnell vergessen lassen:

    https://www.youtube.com/watch?v=o2l0uVDbER0

    Riposa in pace, carissima Raffaella!

  11. Danke für Deine Worte Max. Ich habe mich in den 70er und 80er über jeden Auftritt von Raffaella gefreut.
    Legendär aber neben ihren eigenen Songs auch der ironische Tanzauftritt in Adriano Celentanos „Prisencolinensinainciusol“. Sie singt zwar nicht selbst, aber trotzdem sehenswert.
    https://youtu.be/_g6YxkSqL20
    Ich bin mir sicher, dass sie nun im Himmel für richtig gute Laune sorgt….

    • Fürwahr eine fulminate Performance und für mich tatsächlich die erste Begegnung mit Signora Carra, die sich schon sehr beindruckend reinwirft und am Ende völlig zu recht auch von Celentano gefeiert wird, wie man in diesem etwas besseren Upload sehen kann:

      • Damit ist der Squadra Azzurra die Revanche für die empfindliche Niederlage im Finale der Fußball-EM 2012 geglückt.

      • Da haben die Italiener aber ’ne Menge Glück gehabt. Spanien war echt stark.

    • Fussball geht mir komplett am Arsch vorbei, aber das hör ich mir vielleicht mal an. Ich mag die Geräuschkulisse ja eher nicht so.

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