Junior Eurovision Song Contest 2019: Was bislang bekannt ist (2)

Foto: ABC / Blink TV

Die Vorentscheidungssaison des Junior Eurovision Song Contest läuft auf Hochtouren. Zeit für uns zum zweiten Mal einen Blick auf die Neuigkeiten der letzten Wochen zu werfen.

Armenien

Am 15. September fand der armenische Vorentscheid „Depi Mankakan Evratesil“ statt. Als Siegerin ging die 13-jährige Karina Ignatyan hervor. Sie konnte sowohl Jury- als auch Televoting für sich entscheiden und wird ihr Heimatland mit dem Lied „Colours Of Your Dream“ vertreten.

„Colours Of Your Dream“ live bei „Depi Mankakan Evratesil“

Karina wuchs in der russischen Stadt Kaluga auf, liebt es Klavier zu spielen und hat bereits an mehreren Musikwettbewerben, wie The Voice Kids Russland, teilgenommen.

Mit „Colours Of Your Dream“ sendet Armenien einen starken Beitrag nach Polen. Zu Anfang erwartet man, dass es sich bei dem Song um eine ethnisch angehauchte Schreiballade handelt, dann kommt es jedoch zum Stilwechsel und „Colours Of Your Dream“ entwickelt sich zu einer rhythmischen Ethno-Nummer mit kreativem Arrangement, treibendem Beat und schönen Steigerungen vor dem Refrain, die das Gefühl von guter Laute im Hörer erzeugen.

Studioversion von „Colours Of Your Dream“

Australien

Foto: ABC / Blink TV

Jordan Anthony wird Australien in Gliwice repräsentieren. Der 14-jährige überzeugte bei seiner Teilnahme an „The Voice“ nicht nur Guy Sebastian, sondern auch die australische Delegation, die ihn intern auswählte. Jordan stammt aus Perth und war schon immer von Musik begeistert: Er schreibt eigene Songs, lernt Klavier und ist immer wieder als Straßenmusiker in seiner Heimatstadt unterwegs.

Georgien

Laut Informationen von INFE Georgia soll Giorgi Rasiashvilis Song den Titel „We Want to Love“ (Gvinda Gvikvardes) tragen, offiziell bestätigt ist die Meldung allerdings noch nicht.

Irland

Seit dem 1. September werden die Vorrunden des Vorentscheids „Junior Eurovision Éire“ vom irischen Sender TG4 übertragen. Die Teilnehmer präsentieren hier jeweils einen Coversong. Der oder die Sängerin mit der höchsten Punktzahl qualifiziert sich direkt für ein am 29. September stattfindendes Halbfinale, die Zweit- und Drittplatzierten treten noch einmal gegeneinander an und die Jury wählt den zweiten Qualifikanten. In jeder Woche ist ein ehemaliger irischer Teilnehmer Gastjuror. Mit dabei sind Brendan Murray (2017), Charlie McGettigan (1994), Paul Harrington (1994), Jedward (2011, 2012), Linda Martin (1983, 1992) und Niamh Kavanagh (1993, 2010).

Foto: Junior Eurovision Éire

In Vorrunde 1 konnten sich Arabella Dolan und Anna Kearney durchsetzen, in Vorrunde 2 Alison McGrath und Caoimhe McBride, in Vorrunde 3 Savannah Phoenix-Munroe und Seisear Seiseach sowie in Vorrunde 4 Skye Murphy und Orla McDermott. Das Finale von „Junior Eurovision Éire“ findet am 6. Oktober statt.

Niederlande

Die 4 teilnehmenden Beiträge sind bereits länger bekannt:

  • 6Times – End of Time
  • Mannes Bakker – Let Me Sing
  • Matheu Hinzen – Dans met jou
  • Moves – Make Your Move

Seit Ende August stehen auch die Mitglieder der Jury fest. Die Erwachsenen-Jury setzt sich zusammen aus Kaj van der Voort, Tabitha und der zweimaligen ESC-Teilnehmerin Edsilia Rombley (1998 & 2007). Die Kinderjury besteht aus Anna sowie den letztjährigen niederländischen Vertretern beim Junior Eurovision, Max & Anne.

Polen

In drei Halbfinals wurden die drei Finalisten der am 29. September stattfindenden Endrunde des polnischen Vorentscheids „Szansa na sukces“ bestimmt: Nikola Fiedor, Wiktoria „Viki“ Gabor und Gabriela Katzer.

Im Finale werden alle drei sowohl eine Coverversion bekannter polnischer Lieder sowie einen eigenen, für den JESC geschriebenen Song präsentieren.

Portugal

Foto: RTV

Joana Almeida wurde vom Sender RTP zur portugiesischen Vertreterin gekürt, nachdem sie den bekannten Kindergesangswettbewerb „Gala Internacional dos Pequenos Cantores da Figueira da Foz“ gewonnen hat. Die 10-jährige wird in Gliwice den Titel „Vem Comingo“ (Komm mit mir) präsentieren. Der Beschreibung nach klingt der Song wie die Titelmusik zur „Fridays for future“-Bewegung: es soll um den bedrohlichen Zustand der Umwelt und der Erde gehen, das Bewusstsein, das Kinder und Jugendliche dafür entwickeln, und dass die nachwachsende Generation etwas bewirken und verändern kann um den Planeten zu retten. Das kann funktionieren, wenn es ehrlich erscheint, aber auch sehr schnell anbieterisch wirken. Hoffentlich gelingt den Portugiesen die Gratwanderung.

Russland

Bereits vor einigen Tagen konnte über die Studioversionen der russischen Lieder online abgestimmt werden. Eine Kinder- und eine Erwachsenenjury bewertete zusätzlich am Dienstag die Liveperformances. Die Show selbst wurde gestern im russischen Fernsehen übertragen und eindeutig von Tatyana Mezhentseva & Oorzhak Denberel gewonnen. Das Duo, welches den Titel „Time For Us“ (Время для нас) präsentierte, gewann das Onlinevoting sowie die Abstimmung der Kinderjury und belegte bei den erwachsenen Juroren Platz zwei. 

„Time For us“ ist in gewisser Weise ein recht typischer russischer Eurovisionsbeitrag: ein generischer Weltverbesserungstitel nach dem Motto „wir zusammen stark“ mit dem Potential die Zuschauer und Jurys durch eine professionelle Komposition und Produktion anzusprechen. Vorteilig für den Beitrag ist die Sprachenregel des JESC, wodurch der Großteil auf Russisch gesungen wird und nur einzelne Zeilen auf Englisch sind. Außerdem verleiht der Gegensatz zwischen Oorzhaks rauer und Tatyanas klarer Stimme dem Song eine wichtige Prise Charakter. Damit wirkt der Titel nie „zu sehr manipulativ gutmenschig“.

Serbien

Foto: RTS

Bis zum 1. September konnten beim serbischen Sender RTS Beiträge eingesandt werden. Unter allen Einreichungen überzeugte die 11-jährige Darija Vračević mit dem Song „Podigni Glas“ (Erhebe Deine Stimme) das Auswahlkomitee am meisten und wurde zur serbischen Vertreterin gewählt. Das Lied selbst ist noch nicht veröffentlicht, bereits bekannt ist aber, dass es darum geht aufzuwachen und sich mehr umeinander und um den Planeten zu kümmern.

Das Singen ist nicht Darijas einziges Talent, sie hat bereits eine ganze Reihe anderweitiger Showerfahrung: Sie spielte in einem Musical über Tesla mit, arbeitete als Synchronsprecherin für Disney/Pixar, Paramount sowie Nickelodeon und tanzt.

Spanien

Melani García wird den Song „Marte“ (Mars) in Polen präsentieren. Der Sender RTVE hat eine einminütige Hörprobe veröffentlicht:

In besser Audioqualität findet man das Snippet direkt bei RTVE.

Vom ersten Eindruck her plätschert der Song eher dahin und bringt Melanis Stimme kaum zur Geltung, erst zum Ende hin steht ihre Stimme im Vordergrund. Ein endgültiges Urteil kann natürlich erst gefällt werden, wenn der Track vollständig veröffentlicht wurde.

Wales

Foto: S4C

Der walisische Vorentscheid „Chwilio am Seren“ wurde seit dem 3. September ausgestrahlt, das Finale fand am Dienstag statt. Nach Auditions, einer Masterclass-Runde und Liveauftritten in Swansea wurden sechs Kandidaten für die Liverunde des Finales ausgesiebt, welche in der ersten Runde Coverversionen walisischer Lieder performten. Die drei SängerInnen mit der höchsten Bewertung traten schließlich in einem Superfinale gegeneinander an und präsentierten eine eigene Variante des schon vorher für den JESC ausgewählten Liedes „Calon yn Curo“ (Das Herz schlägt). Die Version, die von Jury und Televotern die meisten Stimmen erhielt, wurde von Erin Mai dargeboten:

„Calon yn Curo“ wurde von Sylvia Strand, Ed Holden und Jon Gregory geschrieben. Letzterer ist kein Unbekannter im ESC-Universum, als Drummer der Band „The Islanders“ trat er 2010 für Zypern mit dem Song „Life Looks Better in Spring“ an. Und an „Life Looks Better in Spring“ erinnert „Calon yn Curo“ auch etwas: das Lied entwickelt seine Kraft eher in der Ruhe und strahlt ein positives Grundgefühl aus. Das mag für viele eher langweilig sein, erinnert vielleicht sogar etwas an „Perfect Life“, mit ihrer glasklaren Stimme verzaubert Erin aber sicher trotzdem den ein oder anderen Liebhaber ruhiger Hymnen.

Weißrussland

Foto: BTRC

Liza Misnikova wird Weißrussland mit dem Titel “Pepelny” (Asche) in Gliwice vertreten. Als sowohl Zweitplatzierte im Tele- als auch im Jury-Voting konnte sie sich gegenüber den anderen neun Finalisten behaupten.

„Pepelny“ wirkt ein bisschen wie eine 90er-Jahre-Version von ZENA’s „Like it“. Der Song versucht rotzig und keck zu wirken, was manchmal nicht so recht zur jungen, unschuldigen Sängerin passen will. Eingängigkeit und eine sich festsetzende, treibende Power kann man dem Song aber auf jeden Fall bescheinigen, wenn Beat und Melodieführung auch stark an der Grenze zu „zu repetitiv“ kratzen.

Lizas Sieg war mit einigen Kontroversen verbunden, da Fanfavoritin Mariya Yermakova, die das Televoting für sich entscheiden konnte, von der Jury nur eine geringe Anzahl an Punkten erhielt.

Fanfavorit Mariya Yermakova mit „Vetra“

Was denkt ihr: Lag die weißrussische Jury richtig oder hätte Weißrussland besser „Vetra“ schicken sollen?

Auch in den kommenden Wochen und Monaten werden wir den Weg nach Gliwice natürlich weiter verfolgen. Stay tuned!

Hier findet Ihr weitere Informationen zum Junior Eurovision Song Contest:

Junior Eurovision Song Contest 2019: Was bislang bekannt ist
Das sind die Moderatoren des Junior Eurovision Song Contest 2019



10 Kommentare

  1. Mein wahrscheinlich erster und letzter beitrag zum junior eurovision-songcontest. Dieser wettbewerb ist für die füchse und sollte hier nicht noch promoviert werden. Amen

  2. Ich finde diesen Junior Song Contest jetzt auch nicht so toll. Dieses Zur-Schau-Stellen von Kindern, keine Ahnung, nicht gut, finde ich. Fand schon die Mini-Playback-Show schrecklich. Aber das ist nur meine Meinung.
    Nichts für Ungut, Ihr macht echt einen tollen Job! Schaue täglich vorbei, und freue mich über jeden Artikel.

  3. Beim kurzen Reinhören vom weißrussischen Televoting-Sieger wird mir bewusst, wie glücklich ich doch immer wieder bin, dass es eine Jury gibt.

  4. „6Times – End of Time“ klingt irgendwie cool, aufgrund der Überschneidung von Titel und Interpreten aber auch irgendwie nach „S!sters – Sister“ und dadurch etwas künstlich…

    Wenn es eine Gruppe ist (klingt doch so), dann könnte es aber vllt in Richtung NL 2017 gehen mit „Fource“ (auch so ein Wortspiel) und die mochte ich sehr…

  5. Die Infos zu Irland sind nicht ganz korrekt. Statt Rebecca Cronin kam Orla McDermott weiter. 😉
    Außerdem saß noch Paul Harrington in der Jury

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