Sie hat die große Ehre, etwas zu tun, was seit 31 Jahren niemand mehr tun durfte: Luxemburg beim Eurovision Song Contest zu repräsentieren. TALI hat Ende Januar den Vorentscheid „Luxembourg Song Contest 2024“ in Esch an der Alzette gewonnen und darf mit „Fighter“ im Mai nach Malmö.
In einem Interview mit dem Luxemburger Tageblatt hat TALI jetzt mehr zu den angekündigten Änderungen ihrer ESC-Nummer verraten. „Fighter“ gehört zwar nicht zu den Beiträgen, bei denen viele einen Revamp forderten oder erwartet haben, doch die Sängerin will trotzdem die bestmögliche Version der Nummer in Malmö präsentieren:
„(…) alles wird sich ändern, was wirklich aufregend ist. Die Garderobe wird verändert, die Inszenierung auch. Das Grundkonzept bleibt zwar gleich, es wird immer noch Tänzer geben, es wird immer noch kraftvoll sein, aber ansonsten wird es nicht mehr derselbe Auftritt sein. Ich darf noch nicht wirklich viel verraten, aber es wird auch Änderungen in der Produktion des eigentlichen Songs geben. Wir werden den Song neu veröffentlichen, damit er noch besser wird. (…)“
Wann genau die neue (ESC-)Version von „Fighter“ veröffentlicht wird, ist noch nicht ganz klar. Ins Finale möchte es die Sängerin aus Luxemburg unbedingt schaffen, dort im besten Fall in die Top 10. TALI ist sich jedoch bewusst darüber, wie stark ihre Konkurrenz dieses Jahr sein wird. Beim Straßenpublikum in Paris scheint „Fighter“ aber schon mal gut anzukommen:
Ihren ESC-Beitrag „Fighter“ hat TALI nicht selbst geschrieben, obwohl sie sonst auch als Songwriterin tätig ist. Das Team des luxemburgischen Vorentscheids wollte sie jedoch offenbar mit einem Song ausstatten, der von internationalen Songwritern eingereicht wurde. Laut eigenen Aussagen ist TALI sehr kritisch mit Songs anderer Komponisten/Texter, weshalb sie zunächst auch mehrere Nummern abgelehnt hat. „Fighter“, das von französischen Songwritern stammt, hat sie allerdings direkt überzeugt. Auch die Deutsche Ana Zimmer und der Italiener Dardust sind Teil des Komponisten-Teams. Letzterer hat bereits „Soldi“ für Mahmood geschrieben, welches Platz 2 beim ESC 2019 erreichte. Auch für „La Noia“, den diesjährigen italienischen Beitrag, ist er verantwortlich.
Dass viele aus Luxemburg generell etwas mehr Lokalbezug bei der ESC-Auswahl 2024 erwartet hatten, dürfte RTL selbst wahrscheinlich auch mitbekommen haben. Es bleibt abzuwarten, ob 2025 auch Luxemburger Musikschaffende, Produzenten und Songwriter zum Zuge kommen. Immerhin musste selbst der hochgelobte und zuvor bekannteste Name CHAiLD einen Song aus schwedischer Feder singen. Seine Nummer mit dem Luxemburger Rapper MAZ Universe wurde hingegen aus unbekanntem Grund abgelehnt.
TALI spricht in dem Interview auch darüber, dass sie nach ihrem Vorentscheidungs-Sieg vielen Anfeindungen ausgesetzt war, weil sie in Israel geboren wurde. Sie musste sich deshalb viele Anschuldigungen anhören und mehrfach erklären, dass Luxemburg für sie mehr als irgendeine Nation ist. Mit 10 Jahren zog sie mit ihren Eltern in das Land, für das sie jetzt antritt, besitzt die Staatsbürgerschaft und bezeichnet Luxemburg als ihre einzig wahre Heimat. Zudem performt sie ihre Nummer „Fighter“ zu großen Teilen auf Französisch, was bekanntlich eine Amtssprache in Luxemburg ist. TALI hat im Interview mit dem Luxemburger Tageblatt allerdings verraten, dass sie eine dicke Haut besitzt, was Kritik betrifft:
„Ich wusste, dass meine jüdische Abstammung und die Tatsache, dass ich halb Israeli bin, für Chaos sorgen würden. Der ‚Hate‘ war hart für mich, aber zu erwarten. Sogar meine Freunde und meine Familie haben mir geraten, ich solle mich schon im Vorfeld darauf einstellen. […] Meine Heimat ist Luxemburg. Und auch wenn die Leute das nicht verstehen wollen, können sie nicht leugnen, was ich fühle.“
Seit heute ist übrigens auch bekannt, wer für die Inszenierung von „Fighter“ für die große ESC-Bühne zuständig sein wird: Der Ukrainer German Nenov, der im vergangenen Jahr auch für das Staging von Tvorchi verantwortlich war.
Was erwartest Du von der neuen ESC-Version von „Fighter“? Und wie sollte das Staging aussehen? Lass uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren da.
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Eigentlich erwarte ich nichts besonderes, also mich kann sie und ihr Team nur überraschen.
Vielleicht bekommt der Song etwas mehr „Beat“ und „Bass“ verpasst.
So läuft es heute: Als Jude wird man beschimpft. Neulich meinte man sogar, antisemitische Parolen bei der Eröffnung des Holocaust-Museums in Amsterdam skandieren zu müssen,
Wehret den Anfängen !
Mir macht das alles total angst, dieser ganze Hass, und dass der Mensch einfach nicht dazulernen will …
Wie sagte Alfons X der Weise weiland: „Hätte mich der Herrgott bei der Schöpfung um Rat gefragt, hätte ich etwas Einfacheres empfohlen.“ Und ich würde hinzufügen: „Etwas Einfacheres ohne den Menschen.“
Dann fang bei dir an
Geh doch ganz einfach weg, OK?
Detto
Die FPÖ-Pressesprecherin hat halt sonst nicht viel zu tun.
Warum sagst du „heute“? Den Judenhass gibt es seit Jahrunderten und auch nach dem Krieg war der nur etwas versteckter. Deutsche Faschisten die wieder von Deportation träumen, sind nicht plötzlich Freunde der Juden.
Boah, ich hasse die Bubble dafür, dass TALI wirklich angefeindet wird, weil sie in Israel geboren wurde. Man kann gerne die aktuelle Kriegspolitik Israels kritisieren und auch seine Probleme mit der Teilnahme haben, aber Künstler aufgrund ihrer Herkunft zu diffamieren geht gar nicht. So viel zu United by Music, das kotzt mich wirklich an.
Man muss es auch mal ganz klar sagen: Wer sowas macht, hat den ESC nicht verstanden und ist kein echter Fan.
Israel beim ESC: so viele wunderschöne Momente für mich, viele meiner Allzeitfavoriten (ich habe allerdings auch wirklich viele 😉) sind Beiträge aus Israel.
Und weil wir hier bei Tali sind, auch einige Beiträge aus Luxemburg zählen zu meinen Favoriten, den diesjährigen mag ich auch, mal schauen was sie da auf die Bühne bringen.
Wobei man ehrlich gestehen muss, dass gerade Twitter zweifelsohne die niederträchtigste bis bösartigste Seite der ESC-Community darstellt. Wenn sie Israel beim diesjährigen Contest komplett ignorieren und leugnen, ist das noch das Beste. Aber es betrifft ja eben auch Luxemburg, Aserbaidschan und Künstler, die sich generell nicht auf ihre Seite stellen. Ist schon ein widerliches Sch…ßloch manchmal.
Twitter ist echt ganz ekelhaft geworden. Die Hater sagen zum Beispiel, dass die israelische Delegation nicht sicher sein wird und man das Land deswegen aus Sicherheitsbedenken, die von den Hatern selber ausgelöst werden, ausschließen sollte. Also nach dem Motto „wir sind so besorgt um die Sängerin, bitte verhindert, dass wir sie physisch angreifen können“. Ach ja, die Sängerin wird auch mit Tieren verglichen. Das ist reines Mobbing.
Ich weiß nicht, wie es sonst ist, aber der ESC wird hier viel an Sicherheitskräften aufstocken müssen. Dass wir mal von gewaltbereiten ESC-Hooligans sprechen, hätte ich nicht gedacht.
Und dann noch dass alles gehatet wird, was nicht auf ihrer Schiene ist.
Eurovision in Concert musste den Ankündigungspost von Tali löschen, weil die Hater sie wegen ihrer Abstammung als Genozidunterstützerin(!) bezeichneten. Ist eh so ein beliebtes Totschlagargument bei denen: Alle, die nicht Israel haten, finden Genozide gut. Alan Torres wird gehatet, weil er entgegen den Befehlen der Boykottierer Israel in seiner Liste aufnahm. Eurovision Scorebord wird ebenfalls belagert und nun auch boykottiert, weil sie Israel im Ranking drinhaben und offenbar planen die eine alternative App ohne Israel. Ist immerhin ein Win für alle Normalos, da ein valides Ergebnis möglich ist, wenn die fernbleiben.
Ich habe schon 2 Kanäle, die ich eigentlich mag, stummgeschaltet, weil die ihren ganzen Lebensinhalt darauf ausgerichtet haben, Hass und Mobbing zu verbreiten, und wie persönlich getroffen die doch sind, wenn es mit ihrem Canceln nicht läuft. Alles im Namen des Friedens und der Liebe natürlich. Tatsächliche Unterstützung für Gaza oder Palästina sucht man hingegen vergebens. Hm komisch.
Ich weiß, wir denken nicht gerne an den Beitrag zurück, aber „I don’t feel hate“ kam mir öfter wieder ins Gedächtnis die letzten Wochen.
Ich weiß schon, warum ich Social Media meide wie der Teufel das Weihwasser. Wenn ich Deinen Kommentar lese, denke ich, dass ein dortiger Aufenthalt meiner psychischen Gesundheit nicht guttäte. Andererseits, wenn man diese sozialen Kontexte meidet, überlässt man ja den Widerlingen das Feld … 🤔
Ein Bekannter hat mir auch erzählt, dass es viele gibt, die auf YT reagieren und Israel nicht in ihre TOP XY-Reihungen aufnehmen. Was hat solch ein Verhalten denn mit dem Geist des ESC zu tun? (rhetorische Frage). Ich sage es noch mal: widerlich! Und traurig …
Vor allem ist es heuchlerisch. Ich wette wenn man diese ganzen Boykotteure fragen würde was sie denn konkret tun würden um der Bevölkerung im Gazastreifen zu helfen dann würde bei ungefähr 90 % peinliches Schweigen folgen, bei 5 % peinliches Rumgestottere und die restlichen 5 % würden wohl ausfällig werden und sagen „Egal, Israel ist böse“. 🤦♂️
Toggie, auch da bin ich ganz bei Dir. Mir reicht schon zu hören, welcher Rotz da im Umlauf ist und vieles wird bewußt nur so gestreut, daß die „Dauerempörten“ irgendwie an ihr Futter kommen.
Hast du dich nicht noch einen Spruch über den „isländischen Genpool“ abgelassen? Naja, sei mal weiter betroffen
Zweierlei Mass
Da musst Du mich verwechseln. Habe ich nicht. Es wäre übrigens zu begrüßen, wenn man zukünftig von Verleumdungen absehen könnte.
Ja, das alles habe ich als stiller Leser dort auch schon mitbekommen. Ich fand die Community auf der besagten Plattform schon immer schlimm, weil sie meist entweder arrogant oder radikal in ihren Ansichten sind, aber dieses Jahr übertrifft nochmal alles. Wobei man sagen muss, dass ESC kompakt in der Größe beinahe der einzige Blog ist, der Israel in seine Listen aufnimmt, das ist auch auf YouTube recht verbreitet, dass dieses Jahr nur 36 oder gar 35 Länder angeblich teilnehmen. Oh man, das wird ziemlich unruhig im Mai, aber das habe ich von Anfang an vorhergesagt.
Gibts mit TALI eigentlich auch ein ESCK Live?
Eigentlich ist da ja auch ein deutschsprachiges Land, zumindest Benny sollte den moselfränkischen Dialekt verstehen.
Das wäre toll.
Zum Glück wird auch was an der Performance geändert. Beim Finale wirkte Tali ja wirklich total steif.
Das stimmt. Das Staging würde ich verbessern.
Hoffe beim Text bleibt die französische Sprache.
Apropos Revamp. Habe mir gerade auch das Revamp von Malta angehört. Absehen von mehr Beat hat sich nichts viel geändert, also weiterhin so lala.
Eine weitere billige Hupfdohlennummer eben….
Nicht so billig wie dein Kommentar
Ein Upgrade zur VE-Version ist auch angezeigt, wenn Luxemburg bei der Rückkehr nicht im Semi hängenbleiben möchte. Die Inszenierung in ukrainische Hände zu geben dürfte ein besserer Move gegenüber österreichischen Händen sein. Ich bin gespannt, was sie aus der Nummer noch rausholen.
Ich bin gespannt und denke noch etwas zu Verändern kann hier vlt wirklich noch helfen.
Ich glaube Luxemburg wird es sonst nicht ganz so einfach haben mit der Qualifizierung.
Mir gefiel von Anfang die Tanzperformance, das Outfit und die Schminke nicht.
Dabei ist der Song doch sehr hübsch…
Die Nummer ist schon hübsch. Wenn die Performance sehr passend ist, vielleicht gelingt der Finaleinzug. Das muss aber ganz anders wirken als beim Vorentscheid.
Diese ganze Entwicklung, dass Menschen zunehmend angefeindet werden, weil sie einer anderen Religion angehören, aus einem anderen Land stammen, eine andere Hautfarbe haben, aber sich auch auch zur Homo- oder Bisexualität bekenne, oder auch, weil sie Körperlich, seelisch oder geistig eingeschränkt sind – macht mich sehr traurig und auch Angst. Mensch, laßt die Leute doch in Ruhe, solange sie Euch in Ruhe lassen. TALI hat doch niemandem etwas getan, außer, das sie in Israel geboren wurde, sie kann doch für die Politik eines Netanyahu nichts!
Mag ihren Beitrag sehr sehr gerne, und Wünsch ihr viel Glück und eine gute Zeit in Malmö.
Sie startet übrigens für Luxemburg und nicht Israel. Doofe gibts halt überall. Sie sterben leider nicht aus.
Ja, leider…. Nur es wurde halt stark thematisiert, weil TALI in Israel geboren ist.
Zum Glück wird hier nicht Herr Dietmann engagiert !
Vielleicht sollte man langsam auch den Shitstorm gegen Dietmann einstellen, das ist genauso unschön. Vielleicht kann man sagen,dass einem diese oder jene Inszenierung nicht gefällt, aber leider ist auch das nur gegen die Person gerichtet und abfällig.
also bei uns in DE gehören fast die Hälfte gar keiner Religion mehr an…In den neuen Ländern mein ich sogar 66%.
Anders gegenüber früher ist, dass wichtige Medien (alle übrigens ausländisch) fast völlig unkontrolliert sind und dort macht sich das breit, was die meiste Click Kundschaft bringt. Ausnahme Musikindustrie. Die hat volle Kontrolle…
Mobbing und Hassrede hat es früher auch schon reichlich gegeben, man bekam es aber nicht groß mit, es gab somit auch keine Echokammern in die man heingezogen werden konnte. Es wurde nicht über öffentliche Medien verbreitet bzw nur ganz eingeschränkt vllt über Bücher.
Heute zwingen einem die Algorithmen dieses Geseier geradezu auf. Facebook ist demnächst Geschichte und glaube Twitter X wird diesem leuchtenden Beispiel folgen. Wird mal Zeit für nen erfolgreichen europäischen Social Media Dienst.
Ich finde Tali und ihren ESC-Beitrag super! 👍 Hoffentlich kann Luxemburg damit einen guten Wiedereinstieg ins Eurovision-Leben finden! 🇱🇺
Ich habe hier tatsächlich das erste Mal gelesen , dass Tali jüdischer Abstammung ist , das ist komplett an mit vorübergegangen , und ich finde es auch total unwichtig , wichtig ist doch nur ,ob einem der Auftritt /Song gefällt oder nicht , ich war bei Luxemburg traurig , dass meine Favoritin Krick nicht gewonnen hat , der Song gefällt mir super , den von Tali finde ich zu austauschbar , gibt ähnliche bereits genug , aber wie schrecklich , dass es dieses Jahr soviel Stress gibt mit Nationalitäten , egal ob in Bezug auf Loyalitätsgehype oder eben andersherum , es geht nicht mehr um die Songs sondern um die Länder /Herkünfte , was für ein Mist … hoffentlich gewinnt der Beitrag , den die meisten am liebsten mögen und nicht das Land mit den meisten Problemen .
Völlig absurd – weil sie in Israel geboren ist. Ich kann die Aufregung über Eden logisch noch irgendwie nachvollziehen (auch wenn ich dem nicht zustimme), weil sie ja Israel repräsentiert aber das ist wirklich unter aller Sau. Wenn ich Edens PR-Berater wäre, würde ich sehen, dass sie auf der Bring them home Rally auf dem Hostages Square auftritt und sich öffentlich mit den Geiseln solidarisiert (was sie wahrscheinlich tut, alle außer Netanyahu und sein Gruselkabinett tun das).
Den blinden Hass gibt’s leider auf beiden Seiten, ich muss glaube ich nicht an die Hetze gegen Bashar erinnern.
Aha also wieder die grosse Opferrrole anstatt zu benennen womit anscheinend einige ein Problem hatten. Nämlich nicht per se damit wo sie geboren wurde, dass sie Jüdin ist oder Halbisraeli…. sondern maximal dass anscheinend ihr Bruder für die IDF kämpft und sie wohl vor allem für ihn ausgerechnet den Song „Fighter“ singt und anscheinend auch ihr ganzes Team quasi aus Israelis besteht. Belehrt mich gerne wenn diese Infos komplett falsch sein sollten.
Natürlich gibts immer dumme Hate-Kommentare aber man muss es auch nicht total hochstilisieren oder verdrehen.
Und ansonsten spielt glaube ich die Identität des Beitrags nochmal eine größere Rolle weil es eben ein Comeback nach so vielen Jahren ist. Glaube da wird halt viel erwartet und mit früher verglichen vor Ort… Wahrscheinlich hätte jeder Gewinner dieser RTL Schwedenpop Show den „Hate“ abbekommen den ja auch deutsche Kandidaten immer genießen dürfen