Måneskin aus Italien gewinnen Eurostory-Preis für den besten Songtext beim ESC 2021

Måneskin aus Italien gelten als heiß(est)e Kandidaten auf den ESC-Sieg morgen Abend und liefern sich aktuell ein Wettquoten Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Französin Barbara Pravi. Jetzt hat die italienische Rockband bereits einen anderen Preis gewonnen, nämlich den „Eurostory Best Lyric Award 2021“, also den Preis für den besten Songtext beim diesjährigen Eurovision Song Contest.

Der Award wird seit 2016 von der Webseite eurostory.nl verliehen und zu 75% von einer Jury aus Dichtern, Textern, Autoren, Journalisten, Komponisten, ehemaligen ESC-Teilnehmern usw. sowie zu 25% von den Besuchern der Webseite bestimmt. Beim ESC 2019 ging der Preis ebenfalls an Italien und zwar an Mahmood und seinen Co-Autoren Dardust für das Lied „Soldi“.

Geschrieben wurde „Zitti e buoni“ von den vier Måneskin-Bandmitgliedern selbst. Übersetzt heißt der Songtitel „Still und brav“. Im Text geht es darum sich nicht Konventionen und Erwartungen zu beugen, sondern stattdessen bedingungslos ausgeflippt, verrückt und anders als die anderen zu sein.

In der Begründung für die Auswahl von Måneskins Lied „Zitti e buoni“ schreibt die Jury:

„ZITTI E BUONI ist ein sich nicht entschuldigendes Lied mit sehr eindrucksvollen Bildern. Die Metaphern im Text sind gut ausgewählt und sprechen ständig zu einem. Es ist kein süßes Lied und deshalb sind die Bilder nicht schön, sondern absichtlich störend. ZITTI E BUONI ist ein roher Schrei von den Außenseitern dieser falschen Gesellschaft.“

Die kompletten Top 3 des diesjährigen Songtext-Awards sehen folgendermaßen aus:

  1. Italien: Måneskin – Zitti e buoni
  2. Russland: Manizha – Russian Woman
  3. Niederlande: Jeangu Macrooy – Birth Of A New Age

Zu den bisherigen Preisträgern zählen neben Måneskin und Mahmood Madame Monsieur mit „Mercy“ für Frankreich (2018), Alma mit „Requiem“ ebenfalls für Frankreich (2017) und ESC-Siegerin Jamala mit „1944“ für die Ukraine (2016).


18 Kommentare

  1. Hoppla, ich hätte schwören können, dass 33maliges Wiederholen von „Voilà“ für den Preis gereicht hätte … 😉

    Und auch keine kryptischen Buchstabenrätsel Loco Loco und Sugar? 🙂

    Die Top3 finde ich eine sehr gute Wahl.

  2. Sind doch immer die gleichen Länder. Entweder Frankreich oder Italien, Hauptsache kein reiner englisch sprachiger Song.

    Hätte es aus der Top 3 am meisten Manizha gegönnt.

      • Also, Baby, das ist kein „vielleicht“
        Ja, ich bin zu schön, um wahr zu sein, aber da ist nichts für dich drin
        Wenn ich also etwas Haut zeige, heißt das nicht, dass ich nachgebe
        (Ich bin) Nicht dein Baby

        Na ja… …. 🤔😁

      • Für mich eindeutig Niederlande, „Zitti e buoni“ ist aber natürlich auch genial. Malta ist mir einfach zu sehr Israel 2018.

  3. Oh, das ist ja eine gute Idee. Früher war ja der Grand Prix d‘ Eurovison de la Chanson ein reiner Komponisten- und Texterwettbewerb. Finde ich toll, dass man dieses jetzt wieder ein bißchen aufgreift.🙂

    Asche über mein Haupt, aber im ersten Moment achte ich auf die Musik, die Melodie, den Rythmus und weniger auf den Text. Geht wahrscheinlich den meisten Zuschauern so, vor allem die, die nicht unbedingt zu den ESC-Fans zählen, und die Songs vorab „auseinandernehmen“. Ich sollte da vielleicht mal umdenken.😉

    Leider kann ich kein Italienisch, mich würde der Text aber echt mal interessieren.

    Herzlichen Glückwunsch Måneskin, Manizha und Jeangu Macrooy.🙂

    • Gjon hat was interessantes gesagt, er hat sich lange als Musiker gesehen, der sich durch Melodien ausdrückt und nicht durch Lyrics.
      So geht es mir in rezeptiven Funktion oft auch. Ich achte mehr auf Melodien, Instrumentierung und Rhythmus und erst dann auf den Text. Wobei es da immer auch Ausnahmen gibt, wo ich die Songs primär wegen der Lyrics liebe und eher sekundär wegen der Melodien. Beispiel dafür bei mir außerhalb des ESCs „Common People“ von Pulp

      • Mir geht es ganz aktuell bei „Amen“ von der Ana Soklić so: Ich fand den Song am Anfang eigentlich sogar ganz gut, schöne Melodie, Anas Stimme ist sowieso toll. Als sich immer mehr kritische Stimmen zum Text geäußert haben, habe ich mich auch mal mehr damit befaßt. Und auf einmal habe ich mich sogar ein bißchen geschämt, dass ich den Song anfangs ganz gut fand.

  4. Herzlichen Glückwunsch an Maneskin. Außerdem haben die Fanclubs OGAE ihre Beiträge für den OGAE Second Chance Contest bekannt gegeben.

    Hier sind sie, in der Reihenfolge:

    1. Albanien: Era Rusi – „Zjarri im“
    2. Israel: Eden Alene – „Ue La La“
    3. Portugal: Neev – „Dancing in the Stars“
    4. Frankreich: Pony X – „Amour fou“
    5. Schweden: Eric Saade – „Every Minute“
    6. Russland: Therr Maitz – „Future is Bright“
    7. Spanien: Blas Canto – „Memoria“
    8. Dänemark: Chief 1 & Thomas Buttenschøn – „Højt over skyerne“
    9. Italien: Irama – „La genesi del tuo colore“
    10. Estland: Jüri Pootsmann – „Magus melanhoolia“
    11. Litauen: Gebrasy – „Where’d You Wanna Go?“
    12. Kroatien: Bernarda – „Colors“
    13. Norwegen: KEiiNO – „Monument“
    14. Finnland: Ilta – „Kelle mä soitan“

    https://eurovoix.com/2021/05/21/ogae-second-chance-contest-2021-entries-revealed/

  5. zitti e buoni ist such ein aufschrei der ganzen pandemie, endlich wieder mal die freiheit zu geniessen, das war eigentlich auschlagebend für den sieg an sanremo und auch das die italiener wollten einfach mal etwas anders…in den italienischen medien glaubt man nicht unbedingt an einem sieg man würde es aber der ukraine gönnen, wenns nicht sein soll…ist gut so 😊

    • ich denke,daß die beiden das morgen unter sich ausmachen werden. 🙂
      ich bin ja nicht so der botschaftsfreak aber hier braucht die welt mal eine botschaft!

    • Der Song ist bei vielen als Aufschrei gegen die Pandemie verstanden worden, aber vom Text her hat das damit nichts zu tun, und das war auch auf keinen Fall von Damiano so gemeint . Das Lied ist vor 3-4 Jahren geschrieben worden.
      Übrigens: Ich finde, dass die Texte von Maneskin sehr gut „funktionieren“ . Hier und dort gibt es ein paar Ausrutscher, aber im Großen und Ganzen… sind für eine Rockgruppe mehr als in Ordnung

  6. Ich hab mir den Livestream der Jury-Show von Iconic Suzanne und Esma von den Wiwibloggern angeschaut und es gab keine stimmlichen Patzer. Das wird ein tolles Finale!
    Auch Jendrik hat kaum gekichert, sondern gut gesungen. Den Wiwis hat der Auftritt sehr gefallen, Zitat Suzanne: „I can tell you, the crowd went wild!“
    Anscheindend kam der Auftritt auch in der Halle gut an.
    Das ist dieses Jahr echt eine Wundertüte – sowohl Deutschland als auch der Gewinner.
    Bei 1:34:50 gab es im Stream allerdings einen blöden Zwischenfall, nachdem ein niederländischer Radio-DJ (so hat ihn Esma jedenfalls bezeichnet) ohne Maske im Pressezentrum rumgelaufen ist und ihnen bei einem Interview sehr nah kam. Als er weg war, sagte Suzanne einen wirklich wichtigen Satz: „Get the hell out of my face without a mask on“. Esma ist dann kurz raus und hat wahrscheinlich die Security informiert. So etwas ist echt ein No-Go. Suzanne hat versucht sich immer weiter von ihm abzuwenden und hing schon fast in der Plexiglas-Scheibe. Sie hat sich dabei sehr unwohl gefühlt. Die Arme! Hoffentlich ist und bleibt das ein Einzelfall!
    Benny und Douze, passt die letzten Tage noch auf euch auf!

    Hier der Link zum Stream:
    https://youtu.be/wEup-MQvmP0

  7. Da musste sich die Jury aber auch maximal mit ca.6-7 Songs ernsthaft befassen, der Rest ist textlich wirklich unterirdisch 😀
    Die top 3 gehen absolut in Ordnung

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