’N Bisschen Frieden: Neues Musical von Ralph Siegel ab Oktober in Duisburg

Bild: Screenshot n-bisschen-frieden.de

Während sich „Zeppelin – Das Musical“ von Ralph Siegel im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen zu einem echten Erfolg entwickelt hat und für März bis Juni 2023 erneut 60 Vorstellungen in den Vorverkauf gegangen sind, realisiert der Komponist bereits sein nächstes Projekt – das schon dem Namen nach auch ESC-Bezug hat: „’N bisschen Frieden“ läuft ab dem 20. Oktober im Theater am Marientor in Duisburg. Der Veranstaltungsort mit bewegter Eigentümer-Geschichte war etwa schon Heimat für Musicals wie „Les Misérables“, „Mozart!“ und – Achtung, ESC-Bezug – „Mamma Mia“.

Das deutsche ESC-Siegerlied „Ein bißchen Frieden“ von Nicole wird wohl – passend zum 40-jährigen Jubiläum – eine hervorgehobene Rolle in dem Stück spielen, denn immerhin wurde dieses nicht nur nach dem 1982er-Titel benannt, sondern der Song wird auch im Pressetext als einziger namentlich genannt:

„EIN BISSCHEN FRIEDEN – Ralph Siegels größter internationaler Hit drückt heute mehr denn je aus, was wir uns alle wünschen.“

Inhaltlich wird es aber nicht um den Ukraine-Krieg gehen, sondern um den Kalten Krieg:

„Das neue Musical von Ralph Siegel erzählt eine große deutsch-deutsche Liebe als Kriminalgeschichte – spannend, berührend, lustig und mitreißend.“

Auch Brighton, Gastgeberstadt für den ABBA-ESC 1974, soll als potenzieller Wiedersehensort des Ost-West-Liebespaares 30 Jahre später eine Rolle in „’N bisschen Frieden“ spielen. Musikalisch soll das Stück ebenfalls eine Reise durch die Zeit und zurück zu den großen und bekannten Melodien von Ralph Siegel werden:

„In ’N BISSCHEN FRIEDEN offenbart Ralph Siegel einen Ausschnitt seines großen Schaffens: von Protestliedern aus den Sechzigern, über bekannte Schlager und Pop-Hits der Siebziger und Achtziger zu Rock’n’Roll Songs, großen Balladen und bewegenden Hymnen.“

Zur Cast gehören unter anderem Tim Wilhelm, der aktuelle Sänger der ESC-Teilnehmer Münchner Freiheit, sowie NDW-Sänger Markus Mörl und Schauspieler Heinz Hoenig. Neben Bernd Meinunger ist Michael Kunze für die Texte verantwortlich, das Buch stammt von Ronald Kruschak – und sämtliche Musik natürlich von Ralph Siegel. Regie wird Benjamin Sahler führen.

Tickets für „’N bisschen Frieden“ gibt es online bei ADtickets. Das Musical läuft ab dem 20. Oktober und soll bis Ende des Jahres zu sehen sein. Tickets sind aktuell bis 13. November im Vorverkauf.

Plant Ihr einen Musical-Ausflug nach Duisburg? Und was erwartet Ihr von „’N bisschen Frieden“? Schreibt uns Eure Meinung gerne in die Kommentare.


31 Kommentare

  1. Also hat sich „Zeppelin“ anscheinend doch für ihn gerechnet und er musste nicht sein Häuschen verpfänden. Freut mich für ihn! Allerdings muss auch er diesmal ohne meine Euronen auskommen: Musicals sind überhaupt nicht meins. Und als ich gerade „Rock’n’Roll“ direkt über Ralph Siegels Namen gelesen habe, durchfuhr mich auch ein heftiger Schmerz.

    Neben „Ein Bisschen Frieden“ dürfte dann wohl auch „Moskau“ schon gesetzt sein, denke ich mal …

      • Aus „Hair“ stammt doch, meine ich, „Aquarius“. Das ist natürlich nicht die schlechteste Werbung.

      • Du schwärmtest auch für die prototypische Musicalnummer
        „Hinterm Ozean“ (natürlich besser als die No Angels, aber trotzdem so dröge, kitschig und altbacken wie es Stücke dieses Genres häufig sind).😉

    • Ich mag gute Musicals. D.h., die von Webber/Rice und Hair. Und das war, glaube ich, alles.
      Once – das Musical haette ich aber gerne gesehen, es scheint, als sie ein ganz anderes Konzept benutzt haben. Mehr…irisch….
      Oder das denke ich nur, weil ich diesen Gastauftritt gerne live erlebt haette….

  2. Autsch.
    Wer‘s mag, bitteschön.

    Aber ich fand ja auch, dass Mamma Mia auf Deutsch kurz vor Ketzerei kam. Ansehen musste ich mir das dann auch noch kurz nach der Premiere in HH, und es war noch schlimmer als befürchtet.

    • Daß die dich überhaupt reingelassen haben grenzt schon an ein Wunder! Nächstes Mal die Zeit lieber beim Psychiater verbringen statt für Veranstaltungen zu vergeuden!

  3. Dafür war ich diese Woche seit ewiger Zeit mal wieder in Cats 🙂 Nicht in dem Film, sondern in der Semperoper! Das hat ein paar hübsche Flashbacks an Schulzeiten in den Achtzigern ausgelöst, als wir im Musikunterricht auch mal Musicals durchgenommen haben, und Cats grade so ein Renner war. Ich hatte das tatsächlich etwas weniger redundant in Erinnerung, es war aber trotzdem mal wieder ein sehr schönes Erlebnis.

    • Von dem Film soll es der Legende nach ja auch einen Rosetten-Cut geben, in dem Judi Dench und all die anderen Katzen-Darsteller auch klar sichtbare Arschlöcher haben. Nachdem das die ersten Marktforschungsprobanden jedoch aufs Extremste verstörte, wurden die Puperzen aber angeblich in der Postproduktion wieder entfernt.

      Gibt auf YouTube eine gefakete Version. Ist, sagen wir mal, bemerkenswert …

      • Die Filmversion von Cats ist ne Beleidigung für Andrew Lloyd Webber, einer der schönsten Bühnenmusicals, verkommt in der Filmversion zur einer Freakshow. Dabei hätte man daraus soviel machen können und heraus kam halt eben das. Mal sehen ob sich dieses Musical für Siegel auch lohnt.

  4. Also so viele Infos gibt es zu diesem Musical dazu ja jetzt noch nicht! Kann es sein, dass dies dann ein reines Jukebox-Musical -ähnlich wie „Mamma Mia“- wird? Also wo es (so gut wie) keinen Song gibt, welcher speziell für dieses Musical geschrieben worden ist? Das die Texte von Bernd Meinunger und Michael Kunze kommen spricht auch dafür, da beide schon lange für die Kompositionnen von Ralph Siegel den Text beisteuern. Ich weiß auch nicht, ob Michael Kunze überhaupt noch aktiv ist. Gut, für Ralph Siegel wird er wohl eine Ausnahme machen, Ansonsten hat man von Michael Kunze zuletzt nichts gehört, weder im Musicalbereich noch im sonstigen Musikbereich, aber mit 78 Jahren darf man den Ruhestand natürlich auch ausgiebig genießen.

  5. Um die Fragen von Benjamin mal korrekt zu beantworten…

    Plant Ihr einen Musical-Ausflug nach Duisburg? Nein, wobei das Lehmbruck Museum sehr empfehlenswert ist.

    Und was erwartet Ihr von „’N bisschen Frieden“? Das Johnny Blue keine Reise nach Jerusalem unternimmt um dort frei zu leben. Er sollte lieber die Sonne in sein Herz lassen, Frieden für die Teddybären fordern und vielleicht ne Party geben. Aber bitte kein Theater machen, da er ja Zeit hat…. Maybe

  6. Ich bin ein Musical-Fan und habe so meinen Anspruch wie jeder Fsn von einer bestimmten Sache. Ich wollte mir „Zeppelin“ auch anschauen, aber es gab Vorstellungen, die wegen Zuschauermangel abgesagt wurden. So wurde nichts aus meinem Besuch. Erfolg sieht aber anderes aus. Nun gut.
    Jetzt schon das nächste Musical von R. Siegel? Wo es mit dem ESC nicht mehr klappt, bewegt er sich auf dem Sektor Musical. Ist doch okay. Brighton hat für R. Siegel auch eine besondere Bedeutung. Damals 1974 war er mit Ireen Sheer für Luxemburg erstmals am ESC beteiligt. Mit Erfolg: Platz 4, wenn auch mit eingeschränkter Freude, denn die Platzierung musste mit UK und Monaco geteilt werden.
    Ich kenne das Musical „Clowns“ welches damals in Cuxhaven aufgeführt wurde. Ich konnte verstehen, warum es schnell wieder ins Nichts versank.

  7. Das Autorengespann Siegel/Meinunger hatte Anfang der 1980er-Jahre mit der deutschen ESC-Gruppe Dschinghis Khan ein Konzeptalbum „Corrida, Corrida“ veröffentlicht. Das war großartig!!! Leider wurde es nie zu einem Musical weiterentwickelt. Es wäre bestimmt ein Supererfolg geworden. Aber was nicht ist… 😉

  8. Rock’n Roll-Songs von Ralph Siegel? Er scheint ja doch vielseitiger zu sein als ich bisher dachte.
    Viel Erfolg, Herr Siegel.🙂

  9. (Zitatanfang Benny Hertlein) „Inhaltlich wird es aber nicht um den Ukraine-Krieg gehen, sondern um den Kalten Krieg“: (Zitatende Benny Hertlein)

    ich bin ein großer Fan von Ralph Siegel und seiner Musik. Sehr viele Songs von ihm sind bezugnehmend auf die Melodie zeitlos schön und haben hinsichtlich des Songtextes den damaligen Zeitgeist erfasst und genau den richtigen Mix zwischen Entertaining einerseits und einer intellektuellen Kritik jener tagesaktuellen Politik andererseits in der Wortwahl richtig erfasst.

    Das was man damals allerdings unter dem kalten Krieg verstand hat sich Gott sei Dank erledigt. Europa ist trotz seiner Probleme zusammen gewachsen und die deutsche Wiedervereinigung liegt mittlerweile mehr als dreißig Jahre zurück. Der visionären Ostpolitik eines SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt, der mit seiner Friedenspolitik 1971 zurecht den Friedensnobelpreis erhielt, sowie einer europäischen und deutschen Einigungspolitik eines CDU-Bundeskanzlers von Helmuth Kohl, der um die Jahrtausendwende von der EU zum Ehrenbürger Europas ernannt wurde, sei Dank !

    Ralph Siegel hätte nun zeigen können, dass seine großen Songs, von denen viele ihn SICHERLICH irgendwann Mal dauerhaft überleben werden, eben nicht nur westdeutsche Songs sind, sondern dass Songs wie „ein bisschen Frieden“, „lass die Sonne in dein Herz“, „Dschinghis Khan“, „la Provence – du glühendes Land“ oder „die Glocken von Rom“ mittlerweile auch fester Bestandteil der ostdeutschen Musikkultur und somit gesamtdeutsch geworden sind, wenn er sich als Musical-Standort nicht das im tiefsten Westdeutschland liegende Duisburg ausgesucht hätte, sondern eine Stadt in Ostdeutschland. Mal ganz davon abgesehen, dass ich Duisburg jetzt nicht gerade – was das äußere Erscheinungsbild betrifft – als eine schöne Stadt betrachte, finde ich hätte Ralph Siegel mit der Wahl einer Stadt in Ostdeutschland ein Zeichen setzen können, dass es ihm ein großes Anliegen ist, dass seine Songs gesamtdeutsch sind.

    Schwerin, eine superschöne Stadt – im nach meiner Ansicht neben Baden-Württemberg schönsten Bundesland Deutschlands – Mecklenburg-Vorpommern, das sehr schöne Weimar im sehr schönen Freistaat Thüringen, Potsdam, eine sehr schöne Stadt im wunderschönen Spreewald in Brandenburg u.s.w. Standortmöglichkeiten hätte es bestimmt genug gegeben.

    Eine Ute Freudenberg mit ihrem Song „Jugendliebe“, eine Nina Hagen mit ihrem Song „du hast den Farbfilm vergessen“ oder die Phudys mit „über sieben Brücken musst du geh’n“ – die Legenden aus Ostdeutschland / der ehemaligen DDR haben es geschafft, dass ihre Songs heute von uns Musikliebhaber (m/w/d) als gesamtdeutsch wahrgenommen werden. Aber ein Ralph Siegel hingegen, der in den 70er und 80er Jahren die westdeutsche Musiklandschaft dominierte, hat es mit keinem seiner Songs bzw. Künstler (m/w/d) und Bands geschafft, dass bspw. Nicole mit „ein bisschen Frieden“ von den Ostdeutschen als „emotional ihr Song“ empfunden wird. Zumindest nach meinem Empfinden ist das so, wenn ich eben nicht nur meinem Urlaub in Italien verbringe, sondern gelegentlich auch Mal im wunderschönen Mecklenburg Vorpommern.

    Schade Ralph Siegel. Duisburg war eine falsche Standortwahl für Ihr Musical. Nicht unbedingt betriebswirtschaftlich, aber für das kollektive musikhistorische gesamtdeutsche Langzeitgedächtnis auf jeden Fall.

    Off topic: Eigentlich auch traurig, dass nach über dreißig Jahren deutscher Einheit es bis heute noch kein Künstler (m/w/d) und keine Band aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, dem Freistaat Thüringen oder dem Freistaat Sachsen geschafft hat Deutschland Mal beim ESC zu vertreten. Daher meine Frage an den NDR und Frau Wolfslast: Wollen Sie mir ernsthaft sagen, dass von den mehr als 900 Songs, welche sich für den deutschen Vorentscheid 2022 beworben haben, kein einzig guter Song / Künstler (m/w/d) und gute Band aus Ostdeutschland dabei war ??? Auch deswegen wäre ich Mal dafür, dass neben Radio Bremen und dem hessischen Rundfunk der mitteldeutsche Rundfunk mit der Organisation und Durchführung des deutschen Vorentscheides beauftragt wird.

    • Das mit den Bruecken war Karat.
      Pudhys wollten alt wie ein Baum werden.
      Aber am besten waren die Renft Kombo, die wollten raus aus ihrer Haut (irgendwann denkt man dran, wenn auch nicht laut)

    • Schon mal was von Atlantic 2000 und Jutta Niedhsrdt aus Erfurt gehört, die bereits 1991 einen deutsch-deutschen Act auf die internationale Bühne brachten !
      Und zu einer Ostquote über 30 Jahre nach der Einheit sage ich jetzt mal lieber nichts.

      • Auch wenn ich nichts weiter hineininterpretiere: dass in dieser Zeit bis auf das Bandsechstel von 1991 keine einzige Vertreterin (d/m/w) aus Neufünfland gekommen ist, finde ich durchaus interessante Trivia.

      • @Indigo – das kann doch gar nicht sein; der Poster hat ja mehrfach betont, wie intelligent er sei. Meist über 4-5 Bildschirme. Ist ein Parodie-Account, oder?

      • Ich lese leider kein offtopic unter 50 Zeilen Länge oder mindestens 500 Wörter.

    • Obwohl ich deine Ansichten grundsätzlich zumeist richtig finde und politische Diskussionen hier nur ungern führe, muss ich hier mal einwerfen, dass sich „der kalte Krieg“ wenn überhaupt, eher durch den Zusammenbruch der Sovietunion als durch westdeutsche Politik erledigt hat und wesentliche Kernelemente (geo- und wirtschaftspolitische Konflikte zwischen USA&RUS, Drohung von Atomwaffeneinsatz) mit dem Ukraine-Krieg ein veritables Comeback erlebten. Darüber, ob das nun als Fortsetzung oder als „neuer kalter Krieg“ zu betrachten ist, mögen sich andere Leute streiten, aber der Bezug zum Konflikt UKR-RUS dürfte bei ‚N Bisschen Frieden in etwa so fern liegen, wie bei 1944

  10. Freut mich für Duisburg – die Stadt leidet ja wie viele im Pott stark unter der Deindustrialisierung. Bin trotzdem persönlich gerne da – Kindheitserinnerungen und die Leute sind cool, kein Getue wie in Köln oder Düsseldorf.

  11. a) Heinz Hönig? Unter Marketingaspekten passend zum Spielort eine schlaue – musikalisch eine grenzwertige Wahl. Also quasi Kunsthonig.

    b) Habe persönlich eine Abneigung gegen Musicals, besonders wenn es Aufbackware ist. Zumal auch Siegels Songs schon bei VÖ maximal „Adaptionen“ bekannter Themen oder Samples anderer Songs waren.

  12. @ CC,

    Ich schwärmte???

    Schwärmen ist nicht so mein Ding, vor allem seit ich vor 30 Jahren Friedrich Heers „Europäische Geistesgeschichte“ gelesen habe. Seine Analyse ist sehr überzeugend, und die Schwärmer kommen dabei leider und zurecht nicht besonders gut weg … 🤣

  13. Das Ruhrgebiet – eine sehr interessante Region, nicht gerade schön (im ästhetischen Sinne), dafür aber mit viel interessanten Industriedenkmälern und vielen Parks und Grünanlagen. Und die Menschen sind dort echt, herzlich und unverfälscht. Finde ich gut, dass das Musical dort stattfindet. Müssen ja nicht immer die ganz großen, pittoresken Metropolen sein.
    Habe jahrelang in Essen gearbeitet, war dort also oft unterwegs, deshalb denke ich schon, dass ich mir ein Urteil erlauben kann. Okay, war schon 25 Jahre her.🙂

    Aber ich denke nicht, dass ich dort hinreisen werde, um das Musical zu sehen, da ich auch nicht der große Musicalfan bin.

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