Noch mehr Drama: Neue Presseschau zum ESC 2021

Es gibt Jahre, da ist es schwierig, für eine ESC-Presseschau ausreichend zitierwürdige Fundstellen zu sammeln. Nicht jedoch 2021, da gibt es so viele Veröffentlichungen in den etablierten Medien, dass sich nach unserem ersten Pressespiegel am Tag nach der Show die heutige Zugabe lohnt – obwohl die mittelmäßigen Einschaltquoten die umfangreiche Medienresonanz nicht erwarten ließen.

Woran liegt das? Ist es die fatale Nicht-Erfolgsbilanz des NDR? Mit Ausnahme von 2018 hat Deutschland sechs letzte und vorletzte Plätze in Folge zu verarbeiten und auch die Jahre davor waren die Ergebnisse bereits übersichtlich. Oder hat die Skandalisierung von Jendriks betrunkenen Interviews durch die Boulevardpresse (inkl. Social Media) die Veröffentlichungen angeheizt?

Die Antwort darauf verliert sich in den Nebeln von Norwegen, aber es lohnt sich ein weiterer Blick in die neuen ESC-Veröffentlichungen.

Maximal rigoros bilanziert der Tagesspiegel die oben genannte Misserfolgskette und fordert „Deutschland sollte beim Eurovision Song Contest nicht mehr antreten“. Joachim Huber will die „Resterampe“ bei den Punkten für Deutschland rigoros ausschließen:

„Bislang galt das Versprechen (und die Hoffnung), es beim nächsten ESC besser zu machen. Jede Art von Vorentscheid wurde probiert, Jury auf Jury tagte und tagte, alles half nix, selbst Platz 17 war in unerreichbarer Ferne.

Jetzt hilft nur noch Einsicht: Der ESC ist verbrannte Erde, ein Spielplatz geplatzter Träume und Schäume (…). Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer wollen diese deutsche Not-gegen-Elend-Teilnahmen nicht länger miterleiden – die Reichweite im Deutsch-TV war die niedrigste seit Jahren.

Vorschlag: Deutschland tritt nicht mehr an, der 65. ESC war der Schlussgong. Es wird doch viel schöner und entspannter sein, wenn sich beim nächsten Wettbewerb all die anderen in die Windmaschinen werfen, an den Schlüppis zupfen und in die Mikrofone weinen. Wir sind fein raus, Schadenfreude ist garantiert, die grausige Schlussrechnung – „Germany zero points“ – wird nicht serviert.“

Witzigerweise werden ebenfalls im Tagespiegel Måneskin von Joana Nietfeld zu „Berghain Kids“ romantisch verklärt. Was an Damiano David und Band denn tatsächlich Berghain-typisch sein soll, bleibt der Text jedoch schuldig. Die zweite Headline „Nerdpop, Chanson, Techno“ entlarvt das Stück dann auch als gehobene Phrasendrescherei.

Weitaus treffendere Worte findet Jens Balzer in seinem Beitrag „Männeroberkörper, mit prächtigen Bauernmalereien verziert“ für ZEIT ONLNE:

„In diesem Jahr herrschte über weite Strecken ein konfektionierter, im weitesten Sinne vom zeitgenössischen R’n’B inspirierter Mainstream-Pop vor, wie er in arbeitsteilig organisierten Songwriter Camps heute am Fließband produziert wird. Nennenswerte, auf nationale Musiktraditionen zurückgehende Unterschiede zwischen den Teilnehmerländern waren nicht mehr zu hören, mit wenigen Ausnahmen wie einem drolligen Ziegenhüter-Folktronica-Stück mit sägendem Gesang und psychedelischen Flöteneinsätzen aus der Ukraine. Auch waren die vorgetragenen Liedgüter in den meisten Fällen gar keine Songs im engeren Sinn, wie man sie bei einem Song Contest eigentlich erwarten würde: also Lieder, die um den stimmlichen Einsatz eines Interpreten oder einer Interpretin herum konstruiert sind. Vielmehr handelte es sich um beatgetriebene Chorgesänge und Dramaturgien zur Beschallung von vorgeblich spektakulären (…) Tanzchoreografien.

Damit kommen wir zurück zu dem Gewinnerlied und den zweit- und drittplatzierten Songs: Ihnen gemeinsam war nämlich gerade, dass sie keine lyrischen Botschaften für Diversität und Empowerment beinhalteten – aber dafür von der Behauptung lebten, dass hier individuelle und souverän agierende Künstlerpersönlichkeiten zu hören waren, die sich dem Mainstream der aktuellen Popmusik widersetzen.“

Für Jendrik notiert Jens Balzer, der das neueste Album vom Marianne Rosenberg („Im Namen der Liebe“) für das beste des Jahres 2020 hält (Danke an Leserin Anita für den Tipp), in ZEIT ONLINE lediglich wohlwollendes Mitleid:

„Hilflos strauchelte Jendrik mit seiner Ukulele kieksend und kichernd durch einen Song, der alle paar Sekunden wieder abrupt die Richtung wechselte, vom drolligen Do-It-Yourself-Straßenmusiker-Geklampfe zu kreischenden Bollerpop- und Welchen-Sound-haben-wir-da-noch-Bumsbeat-Passagen und wieder zurück. Dabei wurde er von Tänzerinnen begleitet, von denen drei sich als Mondrian-Gemälde verkleidet hatten und eine weitere im Kostüm einer großen gelben Hand steckte: ein derart untalentiertes, albernes und dabei aufgeblasenes musikalisches Gehampel wie in diesem Song bei gleichzeitig maximal aufdringlichem Herumwedeln mit einer emanzipatorischen Botschaft – wir sind doch alle gleich, und warum sollten Männer kein Make-up tragen dürfen –, das war selbst für den ESC außergewöhnlich behämmert.“

Auch DER SPIEGEL meldet sich mit etwas Zeitverzug dann noch generalistisch zum ESC zu Wort. Wie verschiedene Autoren der führenden Tageszeitungen auch fordert auch Felix Bayer in seinem Stück „Deutschland braucht einen neuen Musikwettbewerb“ einen Neuanfang.

„Einen verlässlichen Weg, den richtigen Song für den Geschmack des europäischen Publikums zu finden, hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR), der in der ARD federführend für den ESC zuständig ist, offenkundig nicht gefunden. Und das, obwohl man doch so stolz war auf das Auswahlverfahren mit zwei Expertenjurys. Wenn es stimmt, was Jendrik in einem Interview vor dem Finale sagte, hatte man nach einigen im Mittelmaß versunkenen Beiträgen sogar den Algorithmus nachgeschärft und gezielt nach polarisierenden Liedern gesucht. Polarisiert hat sein Beitrag, aber leider sehr überwiegend in die negative Richtung.“

Für dem ESC zugeneigte basisinformierte Leserinnen und Leser ist das DER SPIEGEL Stück auffällig redundant zu vielem, was schon publiziert wurde. „SPIEGEL Leser wissen mehr“ gilt für die Quelle jedenfalls nicht.

Ganz anders die BILD (Aufmacherfoto), die zwar nicht mehr Wissen, aber mit Pseudo-Neuigkeiten mehr Buzz für BILD produziert. Nachdem BILD sich bereits am angeschickerten Interview von Jendrik in der Wieder-Vorletzter-Platz-Nacht abgearbeitet hat, wird von Salomé Stühler und Mark Pittelkau nunmehr Dieter Bohlen als der Retter des deutschen Punktekontos inszeniert. Der als „Pop-Titan“ klassifizierte Ex-RTL-Quotengigant wird wie folgt zitiert:

„Da sind zu viele Quatscher am Werk, die null Ahnung haben … auch die Moderatoren, die das kommentieren, müssen unbedingt ausgetauscht werden. Das war früher okay … jetzt wirklich nicht mehr. (Stefan Raab) hat (in den Lena-Jahren) alles relativ alleine bestimmt und es hat funktioniert. Hits macht man wie in der Bootsfahrt: Da gibt es einen Kapitän, der bestimmt, in welche Richtung man fährt.“

Am Ende des Textes empfiehlt eher BILD als der C.C.-Catch-Produzent Dieter Bohlen sich selbst als den Besieger des „ESC-Fluchs“. Dessen „Ich möchte nie einer von vielen sein … mich mit anderen abstimmen müssen, da kommen nur Kompromisse raus. In der Ehe sind Kompromisse richtig, beim ESC nicht.“ klingt nicht allzu wild entschlossen, für Yvonne Catterfeld einen zweiten Evergreen zu schreiben – diesmal für den ESC.

BILD hat aber auch noch einen anderen Lösungsweg parat. In einem Kurz-Kurz-Kommentar, der in der Printausgabe dem Bohlen-Stick zugeordnet ist, der online aber als eigenes Stück verkauft wird, schließt ein Dirk Steinbach mit den Worten:

„Wir sollten uns künftig die Teilnahme schenken. Wir stören eh nur bei der ansonsten tollen Show.“

Es finden sich noch mehrere weitere Kommentare aus der zweiten und dritten Reihe zum ESC mit speziellem Blick auf die deutsche Performance, aber erstens sind diese redundant und zweitens steht der beste Kommentar mit Blick nach vorne (von BennyBenny) auf dieser Seite.

Schließen wollen wir daher (wie schon häufiger) mit versöhnlichen weisen Worten von Oliver (Rau) auf seinem Blog aufrechtgehn.de, der noch einmal einen ganzheitlichen Blick auf ein wunderbares ESC-Finale nach zwei langen Jahren wirft:

„Was der für ein Eurovisionsfinale außergewöhnlich vielfältige und hochklassige Abend außerdem zeigte: man muss die Moderation der Vier-Stunden-Show nicht durch gescriptete Stand-up-Comedy auflockern, um als Gastgeber zu glänzen, sondern kann auch durch professionell-freundliche Seriosität und ein durchdachtes Rahmenprogramm brillieren. Und die unfreiwillige Zwangspause im Vorjahr sorgte nicht (…) für einen nicht mehr zu kittenden emotionalen Bruch, sondern ließ einen nur noch mehr wertschätzen, auf was man für ein Jahr verzichten musste und ließ den Abend noch heller funkeln (wie übrigens auch das wunderschöne silberne Lamettakleidchen, das gestern augenscheinlich von Sängerin zu Sängerin weitergereicht wurde und das natürlich hauptsächlich bei den erfreulicherweise weiterhin in angemessener Zahl vertretenen Trash-Discopop-Nummern zum Einsatz kam). Gefühlt markierte das ESC-Finale die so lange ersehnte Rückkehr zur Normalität. Auch, wenn ich bezweifle, dass es die jemals geben wird.“


180 Kommentare

  1. Könnt ihr bitte ein Artikel darüber schreiben was in den nächsten Wochen/Monaten passieren wird. Also wann wird ungefähr entschieden Wo. Bis wann sollen die Länder sagen ob sie Teilnehmen. Wann werden die Semis ausgelost. Das wäre wirklich sehr interessant (zu mindestens für mich)

      • Ja ich bin neu im ESC Universum. Früher habe ich mich nicht so dafür interessiert aber seit Anfang April bin ich diesbezüglich ein ganz anderer Mensch geworden xD.

      • … und natürlich auch ein besserer Mensch. 😀😉
        ESCK wird den ESC-Novizen bestimmt alle relevanten Informationen zur Verfügung stellen.

      • Janph – falls Du Dich auch für den Junior Eurovision Song Contest begeistern kannst (der verkürzt ja auch die Wartezeit bis zum eigentlichen ESC) so wie ich, dann werden wir in den nächsten 2 Monaten hoffentlich eine ganze Menge an Bestätigungen der einzelnen Länder dafür erhalten.
        Der JESC wird am 19.12.2021 in Paris, Frankreich stattfinden. In Spitzenzeiten nehmen 18 – 20 Länder daran teil. Die ersten Lieder und Videos dazu werden dann so ab September auf Youtube zu finden sein. Deutschland nimmt seit letztem Jahr auch daran teil. Früher waren die Lieder teilweise nicht berauschend – aber seit etwa 2016/2017 sind sie fast auf ESC Niveau – auch die Veranstaltung an sich ist seit 2018 von der Qualität fast ESC Niveau. Es lohnt sich da mal einen Blick drauf zu werfen (meiner Meinung nach).

    • In den nächsten Monaten wird wahrscheinlich der Ort bekanntgegeben und bis auf ein paar Bekanntgaben von Künstlern wird bis zum Winter nicht viel passieren. Im Sommer ist halt nicht viel los.
      Im Dezember werden die ersten Songs für Vorentscheide veröffentlich und ab Januar geht es dann richtig los.
      Die Halbfinale werden auch erst im Januar glaub ich zugelost.

      Hier auf dem Blog kommt zur Überbrückung aber der SCC 🙂

      • Der Second Chance Contest. Wir suchen den besten aller Songs, die in Vorentscheidungen, Online-Votings etc. dieses Jahr rausgeflogen sind und es nicht zum ESC geschafft haben. Es fimiert unter dem Namen „Lesergame“. Du (und alle anderen) kannst nahezu täglich selbst mit abstimmen, wer ne Runde weiterkommt.

  2. Naja. Ob wir einen Bohlen aus der Trickkiste der alten und aus der Zeit gefallenen *hust* Ralph Siegel *hust* brauchen, wage ich zu bezweifeln.
    Hoffen wir einfach, dass Alexandra Wolfslast ganz viele tolle Ideen hatte, welche durch TS im Kein erstickt wurden.
    Vor allem muss sich aber etwas mit dem Umgang alter Teilnehmer geändert werden.
    Barbara Schöneberger hat einen ironischen aber wahren Kommentar dieses Jahr bei der Pre-Show gebracht: „Hallo Michael. Dich sehen wir wohl auch für die nächsten 10 Jahre.“ (sinngemäß zitiert).
    Beim NDR ist der willkommen, der erfolgreich war. Alle anderen werden ignoriert. Ben Dolic hat sich enttäuscht geäußert, dass er nicht einmal zu der Pre-Show eingeladen wurde, obwohl er vor einem Jahr noch unser Held mit einer Chance auf eine gute Platzierung war. Dafür aber zum 100. Mal Sarah Connor.

    Dass inzwischen alles hinter verschlossenen Türen passiert und die Künstler, die sich interessieren, anonym bleiben sollen, ist die Schuld vom NDR selbst, weil er die Teilnehmer verbrennen lässt, sollten sie keine gute Platzierung erreichen anstatt zu ihnen zu stehen. Aber nein. Dann holt man lieber Jahr für Jahr Michael Schulte, bis wir eine neue Top 5 Platzierung erreicht haben.

    • „Hoffen wir einfach, dass Alexandra Wolfslast ganz viele tolle Ideen hatte, welche durch TS im Kein erstickt wurden.“ Vielleicht regnet es auch eines Tages Buttermilch. Wenn sie so tolle Ideen hatte, warum hat sie dann nicht dafür gesorgt, dass Jendriks Auftritt ein bisschen professioneller wurde? Viele tolle Ideen haben hier viele, leider dürfen sie nicht zum NDR und sie dort einbringen. Ich finde die Idee gut, aber ich glaube nicht, dass es so war.

    • Beim großen ESC ist es mit „Monz“ doch ähnlich. Der bleibt uns auch die nächsten 10 Jahre. Mindestens…

  3. „Es wird doch viel schöner und entspannter sein, wenn sich beim nächsten Wettbewerb all die anderen in die Windmaschinen werfen, an den Schlüppis zupfen und in die Mikrofone weinen. “

    Teile der deutschen Presse habe noch immer nicht begriffen, dass sie Teil des Problems sind. *stöhn*

  4. Manche Zeitungsartikel haben mich wirklich dieses Jahr zur Weißglut gebracht. Teilweise wirkten die Artikel gerade zu arrogant und herabwürdigend gegenüber dem ESC.
    Was viele deutsche Medien nocht nicht verstanden haben: Der ESC wird immer ernster genommen. Viele Länder schicken hochkarätige Künstler und Bands ins Rennen. Viele Länder haben sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert (Frankreich, Schweiz, Ukraine). Man muss sich doch mal die Frage stellen was in Deutschland eigentlich schief läuft z.B. bei der Förderung von Künstlern oder bei der Songauswahl beim ESC. Warum sind unsere Castingformate ausschließlich auf Quoten ausgerichtet? – Ich meine, es gibt zahlreich Beispiele für gute Künstlerinnen und Künstler bei z.B. bei The Voice, die alle in der Versenkung verschwinden und nicht mehr gefördert werden. Bei DSDS will ich gar nicht erst anfangen – das ist eher eine Freakshow und gilt trotzdem als ernstzunehmendes Musikformat.
    Meiner Meinung nach ist der Deutsche Musikmarkt völlig langweilig geworden und das spiegelt sich auch beim ESC wieder. Nur noch irgendwelche politischen Statements, irgendwelchen belanglosen Popnummern, Schlager über Schlager, Rap bis zum umfallen oder irgendwelche Leute die man nach wenigen Wochen schon vergessen hat. Ich wünsche mit sehr, dass die Musiker endlich besser gefördert werden und sich eine neue, ernstzunehmende Musiklandschaft bildet, die sich dann auch gerne beim ESC präsentieren will (siehe Ukraine, Italien). Mit diesem ganzen Sitzfleisch in den verantworlichen Reihen prophezeihe ich für 2022 wieder einen unterschwellig politischen, belanglosen Pop/Kitsch-Beitrag für Deutschland. Man könnte fast meinen die anderen Länder haben mehr Talent bzw. können dies besser fördern. Sorry für diese harten Worte aber ich schaue gerade neidisch zum Sanremo, Festival da Canção und auch zum Melodifestivalen und denke mir so…,,wieso klappt das hier nicht? – das sollten die Artikelschreiber mal analysieren.

    • Wenigstens sind unsere Künstler immer suuuuuupersympathisch … LOL

      Ansonsten suche ich nach dem Feld, in dem ich Deinen Kommentar unterschreiben kann.

    • Sooooo viele eingeschworene ESC Fans schauen sehnsuchtsvoll nach Sanremo, Festival da Cancao, Festivali i Këngës, Melodifestivalen, Meldi Gran Prix, Vidbir etc. Und wir lieben die Vorentscheide auch weil wir da Musik und Musiker erleben, die wir sonst nicht kennenlernen würden aus diesen Ländern.

      Ich bin überzeugt, dass es in Deutschland auch solche Musik/Musiker gibt, nur wir dürfen sie halt nicht kennenlernen, der NDR enthält sie uns vor.

      Leider hatte ich vorhin eigentlich zufällig noch mal hierauf geklickt, das hätte doch letztes Jahr glaube auch gewonnen: https://www.youtube.com/watch?v=Ogyi0GPR_Ik
      Bewegt mich immer wieder das zu hören und anzuschauen! Gänsehaut!

      • Das ist wirklich sehr ergreifend. Ich fand den Song ja immer schon schön, aber der Auftritt hat ihn noch extrem aufgewertet.😊

    • @esc freeek
      Wir haben genug interessante Künstler in Deutschland, man muss nur mal die richtigen Radiosender hören oder sich etwas damit beschäftigen. Radio Eins (RBB) wäre ein Anfang.

      Einige Zeitungsartikel sind wirklich unterste Schublade, leider auch der von Jens Balzer was Jendrik angeht. Man kann die Choreographie kritisieren, aber Jendrik und seinen Freunden Talent abzusprechen, ist übergriffig.

      • @Jens Mir ist vollkommen bewusst, dass es hierzulande genauso viele musikalische Talente gibt wie in Italien, Schweden etc. Ich habe aber das Gefühl das viele dieser Talente kaum die Aufmerksamkeit bekommen die sie verdienen. Viele KünstlerInnen, Bands, die unfassbar gute Musik machen findet man irgendwo als „Nische“ bei irgendwelchen spezifischen Radiosendern. Währendessen spielen die großen Radiosender der ARD immer den gleichen Mist und sorgen dafür, dass die populäre Musik immer nur in einem kleinen überschaubaren Rahmen bleibt. Wir brauchen dringend eine Musikshow wie Sanremo oder das Melodifestivalen, in der dem Publikum jedes Jahr neue Talente vorgestellt werden. Somit könnten diese (dann auch durch den ESC) ein riesiges Publikum erreichen und eine richtige Karriere starten. Das Jendrik kein Talent hat habe ich nie behauptet. Er ist sicherlich sehr kreativ und kann sich gut auf der Bühne präsentieren. Sein ESC-Song war leider ein Abbild der aktuellen Musikszene in Deutschland: Langweilig, politisch, eintönig. Wann bekommen endlich die unentdeckten, kreativen Popmusiker, Rockbands, Songwriter und RnB-Künstler dieses Landes die Aufmerksamkeit die sie verdienen? Eventuell wäre dann auch die Bereitschaft am ESC teilzunehmen deutlich größer. Leider arbeitet die ARD und ZDF nur an irgendwelchen billig produzierten Schlagershows, während neue aufstrebende Künstler auf The Voice oder im schlimmsten Fall auf DSDS zurückgreifen müssen in der nur die Quote zählt und das musikalische Talent der Gewinner nach der FInalshow keine Rolle mehr spielt. Wenn es in einem Land keine ernstzunehmenden Plattformen mit großer Reichweite gibt, dann ist es kein Wunder das wir uns nicht weiterentwickeln und beim ESC auch abgestraft werden.

      • @ESC_Freeek

        Was die Eintönigkeit der meisten deutschen Radiosender betrifft, stimme Dir 100% zu.
        Sie bieten leider oft sehr wenig Abwechslung, das ist schade.

  5. Die Einlassung von dem Herrn Rau hat mir am besten gefallen. Ein wirklich schönes, versönliches Schlußwort.🙂

  6. Danke für das Danke oben, das zeigt mir, wie sorgfältig und gut ihr arbeitet und schreibt!
    (Ein Musikkritiker, der ein gelungenes deutsches Schlageralbum würdigt, wieso sollte man dessen Ansichten zum ESC nicht wenigstens mal lesen, hoffte ich mit der Bemerkung zu bewirken.)

    Ich bin seit 2017 regelmäßige Wiwibloggs Leserin. Bestimmte rege Leser-Kommentatoren unter den Artikel stechen für mich heraus. Einer davon ist Tibor, der am 24. April (also lange vor Jens Balzer und Co.) unter den Post der Wiwijury-Bewertung zu „I don’t feel hate“ folgenden Kommentar schrieb:

    „Tibor
    1 month ago
    This entry is not about the song, only about the performance. Nobody can tell me that it took Jendrik more than five minutes to whip up this cross between a particularly silly children’s song and the sound of a big band running amok. The MDR public who this was designed for may think it’s crazy, but I only see this as a marketing ploy: Endearing Hamburg hipster uses the pandemic situation to pursue his dream to go to Eurovision with a hastily self-penned song and a lovingly amateurish homemade video. Aww!
    Germany doesn’t play it safe this year, but this is not the sort of risk I want them to take. No matter how much people want to convince me of the opposite, I am still adamant that Eurovision is a song contest. And how can this even be in the final of a song contest? If this doesn’t take its deserved place at the bottom of the scoreboard, we will see the resurrection of the undead joke entries over the next years, and that’s really nothing I want to witness again.“

    Er meinte natürlich den NDR (nicht MDR). Schon krass, wie messerscharf er das damals beschrieb.
    Das wollte ich dann doch noch mit euch teilen. Und das wars dann auch zum Thema Jendrik für mich. Ich wünsche ihm ein schönes Leben und weiterhin viel Spaß.

    https://wiwibloggs.com/2021/04/24/wiwi-jury-germanys-jendrik-with-i-dont-feel-hate/263585/

    • Das ist krass … Wort für Wort genau das vorhergesehen, was dann auch passiert ist. Jendrik kann man meiner Meinung nach daraus dennoch keinen Vorwurf machen, er hat seinen Traum gelebt. Aber der Song hätte niemals in dieser Form auf eine ESC-Bühne gebracht werden dürfen.

    • Ich glaub immer noch das es gestellt ist.😅
      Aber auch egal, vielleicht bekommen wir „Eurovision Babys“ wie von den Moderatoren von Belgrad 2008.

  7. Also mir fehlt da offen gesagt die kritische Distanz von @Peter (sorry!) zu Jens Balzers Zitaten. Der geringste Teil davon ist irgendwie „treffend“ oder besonders zitierwürdig:

    Offen gesagt trieft dessen Kommentar nur so vor der üblichen arrogant negativen Konnotation in dem Ex-Qualitätsmedium Zeit/ZON und der unausgesprochenen Hoffnung, Italien solle mit Canzone gewinnen, Frankreich nur mit Chanson, usw. .

    Es gab eben weitaus mehr Beiträge mit landestypischen Elementen als nur Go_A: Mal vom Sprachenthema abgesehen, waren mit Frankreich, Ukraine und Russland gleich 3 Songs mit speziellem regionalem Fussabdruck in den Top10. Shum nimmt toll Fahrt auf, ist soundtechnisch absolut modern on top produziert. Manizha hat komplett auf Popstruktur Strofe-Refrain, Strofe-Refrain, Bridge … verzichtet. Battle-Rap und Ethno vereint und fast schon an Big Beat/Trip Hop grenzend. Das hätte ja mal Gegenstand seiner Analyse sein können.

    Weiter hinten konnte man auch landestypisches finden: Albanien mit Balkanpop, einen seeehr typisch spanischen Schmalzschlager oder bei den Niederlanden ein Stück mit einem geschichtsbezogenen surinamesischen Einschlag. Eine Erwähnung wäre es wohl auch wert, dass sich etliche komplett unverbogene Projekte im Finale tummelten wie Black Mamba, Hooverphonic oder Dadi, bzw. Victoria hatte eine brandaktuelle Popballade im Programm. Also die Dancenummern (ob RnB oder nicht) haben mitnichten diesen Jahrgang bestimmt, ich möchte gut produzierten Uptempo bei dieser Show ohnehin nicht missen.

    • Topkommentar: Eine weitere Erkenntnis, Dancenummern müssen auch gut gemacht sein, damit sie gut abschneiden und das hat dieses Jahr bei den ESC-typischen Dancenummern gefehlt

    • Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber man hat ja auch in der großen ESC Kompakt-Nachbesprechung zum Jahrgang 2021 gemerkt, dass Peter darum kämpft, den Anschluss zum ESC zu halten, wie er sich seit 2016 auffächert. Er hat immer wieder die schwedischen und norwegischen Vorentscheide als Vorbilder zitiert, obwohl der ESC-Zug ja seit einigen Jahren in vollkommen andere Richtungen fährt, in Richtung Italien und in Richtung Ukraine z. B., aber auch in Richtung Salvador, Netta und Duncan. Dieser eindeutige Trend wurde in den vergangenen Jahren nur durch die Jurys verschleiert, die den Schuss bis 2021 nicht gehört haben. Momentan möchten die Menschen Beiträge sehen und hören, die ein regionales Geschmäckle haben und den Effekt des Authentischen generieren, nicht glattgebügelte musikalische Söldner- und Stangenware. Das wird sich wohl irgendwann wieder ändern, aber für mich ist der momentane Trend eindeutig.

      • Norwegen hat 2019 das Televoting gewonnen. Wahrscheinlich, weil es die ideale Mischung aus den beiden angesprochenen Punkten geboten hat

      • Ja, Ausnahmen von der Regel gibt es immer. 2016, 2017 und 2018 liefen für Norwegen beim Televoting ja nicht so gut, und dieses Jahr kam ein durchschnittliches Ergebnis raus, ganz wie bei Schweden. KEiiNO bedienten ja genau die regionale Authentizitätsschiene von der ich spreche: Joiking. Es gibt so viele Beispiele aus den vergangenen Jahren, wo die Televoter Acts unterstützt haben, die die Jurys links liegen gelassen haben. ‚Origo‘ ist ein wunderbares Beispiel.

      • Origo wurde sträflich unterbewertet.
        Ich glaube aber auch, dass der Trend eher hausgemacht ist. Bringst du gute Musik, machst du in der Regel ein gutes Ergebnis. Schweden hat sich jedoch von der Ingrossoklatsche verunsichern lassen, die wenig musikalische Gründe hatte und seitdem altbackenen Kram gebracht und ihr Erfolgsrezept überworfen. Wenn Mans Zelmerlow oder Eric Saade nächstes Jahr einen modernen catchy Popsong für Schweden singt landen sie auch weit vorne. (Ich denke, übrigens, dass sowohl Eric als auch Clara Klingenström dieses Jahr für Schweden das beste Ergebnis seit 2015 hätten holen können)

      • Bei Eric und Clara stimme ich Dir zu. Clara hätte auch perfekt in den Künstler*in der/die beim ESC genau das macht, was er/sie sonst auch macht-Trend gepasst. 😀

    • Wo liest du denn, dass @Peter keine Distanz hat? Ich kann das aus seinem Artikel nicht herauslesen. Eher, dass er hier Auszüge aus Pressestimmen zitiert, damit wir nicht alle Presseartikel selber lesen müssen und wir einen Eindruck und Überblick über die Stimmen da draußen bekommen. Wenn er sagt, dass er die eine Pressestimme etwas klüger findet als die direkt darüber erwähnte, wissen wir dennoch nicht, was @Peter zu den Zitaten denkt, weil er es nicht beschreibt, oder habe ich da was überlesen?

      Ich zum Beispiel hatte den Artikel von Jens Balzer nicht gelesen und gedacht, Applaus, Applaus, sondern es tat auch ein bisschen weh, den zu lesen. Trotzdem bereichert es mich zu erfahren, wie ein deutscher Musikkritiker das beschreibt, was er da gesehen hat.

      Was jemand, der einfach einen viel viel größeren Überblick hat über die ganze Popmusik etc. als ich, über den ESC zu sagen hat, das ziehe ich mir rein, um meinen Blick zu schärfen. Blick schärfen heißt nicht, dass ich den Verfasser anbete oder dem das nachlaiere, was dem da aus der Tinte floss oder jetzt gar anfangen würde mich in ein inneres Argumentieren gegen dessen pointiertem Schreiben zu ergehen. Wobei der pointierte Schreibstil vielleicht genau das bewirken wollte?

      Ich als ESC Fan und Musikkonsument bin kein Musikkritiker. Da gehe ich von vorneherein aus, dass seine Wahrnehmungen sehr verschieden sind von den meinen.

      • @Anita: Ach, der Kern ist gar nicht, wie sehr Peter hinter jedem Wort steht, sondern dass der Kommentar prominent lobend hervorgehoben wird – anhand der Zitate unverdient (meine Meinung). Da haben wir eben unterschiedliche Sichtweisen. Eine eigene Stellungnahme findet indirekt über Inhaltsauswahl und/oder Kommentierung dessen statt. „weitaus treffender“ signalisiert nunmal Zustimmung, womit man Peter kaum Unrecht tut oder ihn mies machen möchte.

        Der Balzer-Kommentar nutzt selbst musikalische Referenzen als Argument. Fast jeder seiner Sätze schreit „ESC ist oberflächlich, austauschbar, belanglos“. Auf den Punkt, wo er die Inhaltsleere der Top3 kritisiert, bin ich noch nicht einmal eingegangen. Wenn ich da entsprechende Gegenbeispiele anführe, dient das zur sachlichen Begründung, dass der Kommentar selbst viele Worte verliert, aber keine Tiefe hat.

      • PS: Du brauchst dich für nichts rechtfertigen und niemand muss Musikkritiker sein. Bin selbst auch nur Fan, nur eben mit einem eigenen Blick.

    • Hm ich frage mich, ob von den Bloggern auch noch ein Kommerntar kommt, der wie hier Jorge mal das Positive heraus stellt. Dass die Presse desintressiert ist und gerne auf alte Klischees abtaucht ist ja hinlänglich bekannt, eigentlich kein Grund, darüber zu diskutieren.
      Bei mir vergrößerte sich der ESC Frust mit jedem gehypted „R&B“-Dance Titel (in der diesjährigen Einheits-Performance: Sängerin + 5 Tänzer), der letztens ja doch nur von den Üblichen der Schwedenmafia stammte.
      Und dass ich da scheinbar keine Ausnahme in dem Empfinden war, zeigt das Ergebnis des Wettbewerbs, wo von den Zuschauern dann doch Authentizität gewertschätzt wurde.

  8. So, nach ca. 10 Jahren als stiller Leser des Prinz-Blog und jetzt ESC-Kompakt habe ich mich mal dazu entschlossen mit zu kommentieren. Kurz zu mir: Bin 23, Student und liebe selbstverständlich dem ESC.
    Und was gibt es da als besseres Thema für den ersten Post, als das mediale Abhalten eines Requiem für eine erneute deutsche Pleite beim ESC. Man ist als deutscher Esc-Fan mehr Leid, als Freude gewohnt 😀

    Nun zurück zum Thema!
    Dieter Bohlen als Retter des ESC!? Bitte nicht! Dann importiert bitte gleich Christer Björkman aus Schweden. Der weiß wenigstens, wie ein unterhaltsamer Vorentscheid geht.

    Die Rufe DE sollte sich zurückziehen nur weil man wieder einmal eine verdiente Pleite eingefahren hat? Wenn Deutschland bei der WM oder EM in der Vorrunde ausscheidet, hat bisher niemand den Ruf erklingen lassen auszusteigen. Das wir vor 3 Jahren 4. wurden und am Anfang des letzten Jahrzehnts 2x in der Top 10 und 1 Sieg geholten haben vergisst man bewusst, oder?
    Alles nur billige Polemik, die man sich sparen kann!

    • Zehn Jahre stiller Leser? Respekt. Endlich jemand in meinem Alter🙃

      Bohlen als Retter ist mir auch schleierhaft, mit ihm als Komponisten holte Deutschland 1989 einen sensationellen 14.Platz, während Österreich im selben Jahr auch mit einer Bohlennummer auf Fünf gelandet ist

      • Es sind ca 9,5-10 Jahre. Habe den damaligen Prinz-Blog entweder während des ESC 2011 oder kurz danach entdeckt. So genau weiß ich das nicht mehr. Aufjedenfall habe die Höhen und vielen Tiefen immer aktiv verfolgt, wenn auch nur still 😅

        Platz 14 und 5 sind auch beachtliche bzw. mehr als beachtliche Platzierungen. Jedoch bin ich mehr als überzeugt, dass bei Bohlen der musikalische Zeitgeist seit 15-20 Jahren abgefahren ist. Man muss nur einmal die DSDS Siegertitel hören, die er komponiert und die dazugehörigen Alben. Das ist seichter als seicht und nichtssagender als nichtssagend.

        Ich gehe auch nicht davon aus, dass er sich aktiv mit dem ESC auseinandersetzen möchte. Er wollte nur einmal seinen Senf zugeben, nachdem Motto: „Gestern waren 80. Mio Menschen Nahost-Experten, heute sind sie ESC-Experten und morgen sind diese 80 Mio wieder Virologen“ 🤷🏼‍♂️

      • Bohlen covert sich ja auch gerne selbst. „We have a Dream“ wurde 1992 von Tony Wegas als „Zusammen gehn“ für Österreich beim ESC gesungen und auch sonst war das bei Bohlen gängige Praxis und ja musikalisch hat er den Anschluss verloren in seiner Nische (gefällige simple Popmusik). Er muss sich ja jetzt im Gespräch halten, damit er sein Influencerdasein auf Instagram und Tik Tok zu pflegen

      • Ich kann mich grob dran erinnern, dass nach fast jeder DSDS Staffel ein Plagiatsvorwurf im Raum stand bzgl. des Siegertitels. Die letzte Staffel, die ich aktiv verfolgte war ca. 2011 und der Siegersong klang 1:1 nach OneRepublik.

        Plagiatsvorwürfe haben wir mit Cascada 2013 bereits abgehackt. Das brauchen wir beim ESC nicht noch einmal 😅

      • Meistens hat er sich ja selbst gecovert, da kann man nichts gegen sagen und sonst hat er sich eng an Vorbildern orientiert. Ist nichts ungewöhnliches. Ich weiß noch, wie behämmert ich die Plagiatsvorwürfe gegen Cascada fand

      • Ich empfand diese auch als mega dämlich. Das zog sich wochenlang wie eine Staatsaffäre.

      • Um ehrlich zu sein: „Flieger“ gefällt mir immer noch gut. (verschämt guck😃)

    • Vor allem kommen die Rufe, dass Deutschland sich vom ESC zurückziehen sollte, immer von Leuten, die die Sause sowieso nicht gucken. Die Journalisten, die dasselbe fordern, schreiben doch nur, was ihre Leser hören wollen.

      • Das der ESC aber extrem billig im Vgl. zu allen anderen Sendungen des ESC wird aber verschwiegen. Summiert man 12 Tatorts zusammen hat man genug Budget um das Ding auszurichten. Und alleine eine Folge Tatort wurden ca. 3 Teilnahmen finanzieren (wenn DE ca 500.000 für die Teilnahme zahlt). Wenn nicht, sogar 4!

      • @Lukas: Ja klar, und der NDR nimmt die billige Unterhaltung mit Kusshand. Blöderweise muss er dafür aber einen eigenen Act auf die Beine stellen. Ich warte eigentlich nur darauf, dass als Nächstes McKinsey angeheuert wird, um eine Gewinnerstrategie auszuarbeiten.

      • Warum nicht gleich die Verantwortung an Wirecard abgeben!? Die sind doch „cool“, „Hipp“ und „trendy“ 😉

    • Wenn Deutschland bei der Fußball EM oder WM mehrmals hinteinander in der Vorrunde rausgeflogen wäre, würden sofort Köpfe rollen. Beim ESC bekommt der liebe NDR aber noch eine 4. 5. CHANCE

  9. Warum schreibt die Presse eigentlich immer nur nach dem ESC über den ESC? Das nervt mich irgendwie gewaltig… hinterher wissen alle immer alles besser. Hauptsache Schlagzeile! Das Auswahlverfahren, eine Vorentscheidung interessiert die Autoren in der Regel überhaupt nicht. Nein, es kommt noch besser, es läuft nach dem Motto: Ich interessiere mich überhaupt nicht für den ESC, daddel mal schnell einen negativen Beitrag in den PC und fordere, dass es besser wäre, gar nicht mehr teilzunehmen, weil unsere Musik nicht genug in Europa gewürdigt wird.
    Ich wäre gespannt auf die Reaktionen, wenn die das auch mal bei einer Fußball-EM oder WM schreiben würden, wenn unsere Elf nicht ins Finale kommt.

    Mal sehen, wie sich der Tagesspiegel dann verkauft mit Worten wie „Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer wollen diese deutsche Not-gegen-Elend-Teilnahmen nicht länger miterleiden“. Und wenn die Bild dann schreibt „Wir sollten uns künftig die Teilnahme schenken. Wir stören eh nur bei diesem ansonsten tollen Turnier.“, würde der Chefredakteur vermutlich gefeuert.
    Boah… gut, dass der ESC 2021 vorbei ist. Das halten meine alten Nerven nicht mehr aus.

    • Die deutsche Presselandschaft kann man nicht mehr ernst nehmen. Kein Wunder, dass sie mit Steuergeld gerettet werden muss, weil die Abos massiv zurückgehen!

      • Wann wurde die Presse mit Steuergeldern gerettet`? Die Abos gehen zurück, weil niemand mehr Zeitungen kauft, sondern nur noch im Internet (kostenlos) liest. Und davon ist die Bild genauso betroffen wie der Spiegel. Das Ganze hat aber nichts, aber auch gar nichts mit einem Kommentar zum ESC zu tun.
        Man könnte durchaus mal diskutieren, wie der ESC in der deutschen Öffentlichkeit gesehen wird und ob die Presse darauf einen positiven EInfluss hat. DieEinschaltquoten zeigen, dass es eher eine Minderheit ist, die ihn positiv sehen, daher liefern die Zeitungen eben die Meinung für die Mehrheit.

    • Da muss ich Dir zustimmen, die deutsche Presse berichtet nur über den ESC, um ordentlich vom Leder zu ziehen. Ein wirklich konstruktiver Vorschlag kommt von denen nicht.

      Wobei, na ja, ich habe ja im Moment eine etwas ambivalente Meinung zur deutschen ESC-Teilnahme:
      Ein kompletter Rückzug ist natürlich Quatsch, aber Jahr für Jahr junge Leute zu verheizen, wo man eigentlich von Anfang an weiss, dass sie keine Chance haben, und die hinterher auch noch fallen gelassen werden wie eine heiße Kartoffel, ist auch keine Option. Also sollte man sich möglichst bald ein tragfähiges Konzept überlegen, wo man die Zuschauer auch mitnimmt. Oder, wenn das in einem Jahr nicht machbar ist, wirklich einmal ein oder zwei Jahre pausieren, um sich in Ruhe ein Konzept zu überlegen (vielleicht mit einem anderen Sender kooperieren, sich die Rundfunkanstalten ins Boot holen… keine Ahnung, sind doch schon genug kreative Vorschläge in diesem Forum eingegangen.)
      Andere Länder haben auch schon mal eine Kustpause eingelegt, um dann mit Erfolg zurückzukommen (z. B. Portugal, okay, wird vielleicht auch finanzielle Gründe gehabt haben, oder beides – Mißerfolg und finanzielle Probleme).

      Ach mann, keine Ahnung, ich möchte eigentlich auch nicht, dass Deutschland pausiert, aber im Moment kann ich auch drauf verzichten. Außerdem gibt es ja noch mindestens 40 andere Beiträge, an denen man sich erfreuen kann.

      Und ganz ehrlich: Es bricht mir auch Jahr für Jahr das Herz, wie ich zusehen muß, wie junge KünstlerInnen vom Sender im Stich gelassen werden. Irgendwann will auch kein unbekannter Act mehr für Deutschland starten. Dann haben sie mal ein richtiges Problem

      • Man muss doch nicht unbedingt pausieren, um in der Zeit ein Konzept zu entwickeln. Irgendwen mit geringem Aufwand zu nominieren und hinzuschicken, sollte immer möglich sein. (Viel) Schlechter kann es dadurch auch nicht werden.

        Lustig wäre es nur, wenn dann plötzlich Top Ten dabei herauskommt…

      • @Porsteinn

        Na ja stimmt schon. Wenn den Verantwortlichen nichts einfällt, um die Situation zu verbessern, werden sie es auch bis 2023 nicht schaffen. Ich dachte nur, um etwas Zeit zu gewinnen…😉

        Vielleicht fehlt dem NDR wirklich die Leidenschaft. Das ist sehr schade, denn so wird dieses tolle Event an die Wand gefahren. Der ESC verdient einfach mehr Wertschätzung.

    • Das stimmt nicht ganz. Hier im „Kölner Stadt-Anzünder“ wurde schon vier Tage vorher trefflich geschildert, wieso man Jendriks Lied nur hassen könne.

      Was kann die Presse dafür , wenn der NDR den Auswahlprozess verborgen und verschwiegen durchführt.

  10. Uff. Was mich ein bisschen hoffnungsfroh stimmt, sofern einen da überhaupt was hoffnungsfroh stimmen kann: In den Artikeln scheint immer wieder durch, dass der ESC in diesem Jahr wirklich hochklassig war. Wir sind noch nicht wieder so weit wie im Jahre 2011, als ein gewisser Raphael Gualazzi durch die Feuilletons geisterte, aber zumindest wird der Wettbewerb an sich nicht so komplett niedergemacht, wie das früher teilweise der Fall war. Vielleicht hab ich auch nur die rosa Brille auf.

    Und nach dem die Frage jetzt schon öfter und an verschiedenen Stellen kam: Welche Möglichkeiten hätten wir Fans, da wirklich mal auf die Barrikaden zu gehen? Alle einen Brief zusammen? Jeder einen Brief? Wie macht man am besten Krach? Denn ganz ehrlich: Ich bin nicht mehr gewillt, mir diesen Mist weiter ohne Gegenwehr gefallen zu lassen. Normalerweise würde man sagen, dann schalte halt nicht ein, aber verdammt: Ich liebe diese Veranstaltung von ganzem Herzen, bin seit 40 Jahren eingefleischter ESC-Fan, da ist „schalte nicht ein“ keine Option. Ich möchte mich endlich nicht mehr für unseren Beitrag schämen müssen!

    • Ich finde, wir sollten die Idee mit dem Brief oder einer Petition mal wirklich weiterverfolgen. Selbst wenn es nichts bringt, so hätte man dann wenigstens das Gefühl, etwas gemacht zu haben. Wer hätte denn mal Lust, so etwas zu schreiben? Zumindest einen ersten Entwurf, den wir dann gemeinsam weiterentwickeln können. Soll es in die Richtung ‚uns reicht es, wir wollen einen Neuanfang haben‘ gehen, oder machen wir auch konkrete Vorschläge? Oder beides? Ich habe hier so viele tolle Ideen gelesen, vielleicht könnte man die zusammenfassen. Und wer schreibt ihn? Freiwillige vor! Ich stelle mich jetzt schon einmal für Handlangerarbeiten zur Verfügung😊

      • Na gut, ist ja so sein Stil, aber ich habe mich während der Sendung gefragt, was den eigentlich wirklich so aufregt.

      • Wie ich neulich schon schrieb: Der ESC ist immer gut als Sprungbrett für ne billige Pointe. Und das ganz Wunderbare an solch einem Sprung ist, dass man sich damit zugleich als kulturell überlegener Schöngeist inszenieren kann, der meilenweit über den Chips fressenden Couchpotatos (also Du und ich) steht. Ich bin mir sicher, dass Herr P. ins einer Freizeit nur zeitgenössische klassische Musik hört. Wie Gernot Hassknecht einstmals zu einem anderen Thema sagte: Die große Heuchel Show. Und bigott dazu!

      • Ja, bei seinem Grad der Erregung war es wohl ein 10-minütiges Stakkato-Streicherquartett mit Tubabläsern, was er direkt vor Sendung genoss.:-)

        Ich finde einfach erstaunlich, welche Erwartungshaltung an den ESC in den Medien formuliert wird und wie überernshaft „deutsch“ die manchmal ist.

      • Küppersbusch (Falls den noch jemand kennt. Stichwort: ZAK) hat sich auch zum ESC in Wochenfragerunde in der TAZ. Er war überrascht, dass sein Favorit gewonnen hat und dass sich die einzelnen Beiträge unterschieden haben.
        Bin ich froh, dass er das Internet für sich entdeckt hat.

      • Er hat übrigens einen YT-Kanal mit seinem Namen auf dem er in 5 Minutenvideo das aktuelle Geschehen ganz kurz zusammen fasst. Da ist dann am Ende immer ein kleines Musikrätsel drin.

    • Sendung ging ganz gut los. Die 4-Tage-Woche würde ich auch begrüßen. Aber den Erguss danach über den ESC musste ich nach 4 Sätzen beenden. Wen man von etwas keine Ahnung hat, es einen nicht interessiert und man zwangsläufig negativ eingestellt ist, sollte man sich halt einfach in Zurückhaltung üben. Mach ich jetzt auch wieder bis zum SCC. Schon ganz aufgeregt und dieses Jahr megavorbereitet. Ohren schon ganz wund..

  11. Das Problem der Deutschen ist immer, dass wenn sie sich einem Wettbewerb stellen, sie immer davon ausgehen, sie würden um den Titel mitspielen. Das ist beim ESC so und auch bei jeder WM und EM.

    Das ist arrogant und überheblich anzunehmen, dass man immer einer der Besten sei.

    Deutschland hat beim ESC auch schon oft was gerissen. Das vergisst man gerne. Da sieht die Bilanz anderer Länder wesentlich schlechter aus. Frankreich und Spanien haben seit den 1970ern nicht mehr gewonnen. Italien seit 1990 wieder mal gewonnen, obwohl sie so konstant gute Beiträge schicken. Die meisten Länder haben sogar noch nie gewonnen.

    Deutschland ist nun mal beim ESC keine Hausnummer. Dafür schon eher im Fussball.

    Neues Spiel, neues Glück würde ich sagen! Nächstes Jahr geht’s in die nächste Runde… 😘

    • Dem 1. Absatz stimmt ich aus vollem Herzen zu. Ich erinnere mich wie in der BILD Zeitung vor Beginn des 1. Spiels in der Gruppenphase getitelt wurde: „Darum gewinnt DE 3:0 gegen México“.
      Es kam dann ja leider anders 😉
      Und ein bisschen Schadenfreude konnte ich mir danach und nach dem ausscheiden in der Gruppenphase echt nicht verkneifen 😉

      Beim ESC stellt man wiederum keinen Anspruch, außer: „Hauptsache nicht wieder Letzter“

      • Nichts gegen dich persönlich, aber:
        Schadenfreude find ich immer ein wenig schäbig.
        Ich hab ja schon die Erfahrung gemacht hier, dass es bei manchen Hardcore-ESC-Fans schwierig ist, ein Verständnis für Fußball zu entwickeln, weil manche ESC-Fans offenbar Fußball-Fans als tumbe Idioten sehen,die rumprollen und viel Bier trinken.
        Auch beim Fußball gibt es Fans, für die so ein Spiel bzw. so ein Event sehr wichtig ist. Die leiden mit der Mannschaft mit. Da gibt es keinen Unterschied zum ESC. Und hier wird sich dann aufgeregt über hämische Artikel oder Fehler in Artikeln. Warum wäre das dann wiederum beim Fußball in Ordnung? Sollte man sich Häme und Schadenfreude nicht direkt sparen?

      • Keine Sorge, ich nehme sowas nicht persönlich 😉

        Mir geht es hauptsächlich um die Perspektive. Während der Fußball quasi überglorifiziert wird, werden andere Bereiche u.a auch andere Sportarten und nicht nur der ESC vernachlässigt bzw. nicht beachtet werden.

        Weiterhin finde ich diese Überheblichkeit wirklich anstrengend. Ich habe nichts gegen einen gesunden Optimismus, aber einen Sieg schon ausrufen bevor was passiert ist. Das ist einfach reine Hybris.

      • Für die mexikanischen Fans war das Spiel aber auch sehr wichtig. Warum soll ich mich für die nicht freuen oder für die Mannschaften, die aus der Vorrundengruppe weiterkamen? Genauso wie ich mich beim Grand Prix über gute Platzierungen von Beiträgen anderer Länder freuen kann, die mir besser als der deutsche Beitrag gefallen.

        Es kann sein, dass ich bei der EM der deutschen Mannschaft sogar ein wenig die Daumen drücke, weil der deutsche Fußball gerade ein bisschen bescheidener und damit sympathischer drauf ist und ich Joachim Löw einen netten Abschluss wünsche.

      • @Lukas:
        Seh ich anders. Ich bin vor jedem Spiel davon überzeugt, dass mein Verein es gewinnen kann. Das hat nix mit Hybris zu tun.

        Es ist halt auch einfach ein sportlicher Wettbewerb. Auch der ESC ist ein Wettbewerb. Da geh ich doch nicht rein und sage „Platzierung ist mir egal, wenn ich verliere, isses nicht schlimm.“ Doch, verlieren ist scheiße. Beim Fußball ist das Gute: du hast in einer Woche das nächste Spiel und kannst es besser mache. Beim ESC muss man ein ganzes Jahr warten. Schon allein dieser Umstand, dass Fußball einfach öfter ist, sorgt doch auch schon dafür, dass öfter darüber berichtet wird.

        Im Übrigen können 90% der Fußballfans sehr gut einschätzen, wie realistisch Siegchancen zum Beispiel sind. Und eben diese 90% werden definitiv keinen deutschen EM-Sieg erwarten.
        Man kann aber realistisch sagen, dass auch wir einige gute Spieler wie Kimmich, Goretzka oder Müller haben, die den Unterschied ausmachen.
        Keine Ahnung, was das mit Überheblichkeit zu tun hat.
        Und bitte: wir reden über die BILD. Guck mal in andere Zeitungen rein, die im Sport-Teil über Fußball berichten, da findest auch das komplette Gegenteil und viele Dinge, die dazwischen liegen. Im Übrigen find ich es aus rein fachlicher Sicht aber auch vollkommen natürlich, vor einem großen Turnier Euphorie entfachen zu wollen. Und da sind wir wieder am Anfang: da sagt man nicht „Na, mal gucken, Mexico ist voll gut, bestimmt verlieren wir“ sondern „DIE HAUEN WIR WEG.“ Fernab solcher Motivationssprüche, weil man einen sportlichen Wettbewerb gewinnen will, gehts anschließend immer darum, das realistisch einzuschätzen und konstruktiv damit umzugehen.
        Deswegen sind Begriffe wie Hybris und Überheblichkeit fehl am Platz.

      • Der Unterschied zwischen Fußball und den ESC ist einfach: Man kann das Ergebnis beim Fußballspiel anhand von Toren messen. Das ist ja beim ESC schon schwieriger, da Musik ein rein subjektives Empfinden ist.
        Keiner kann vorher wirklich sagen, was gut ankommt oder nicht und auch Måneskin war ein Risiko, hätte genauso gut nach hinten losgehen können. Viele ESC-Fans sind der Hartrock-Musik ja nicht ganz so zugetan.
        Klar, spätestens nach dem Auftritt war klar, dass das was wird. Aber als der Song entstanden war, also rein audiomäßig, nicht unbedingt.

      • @Andi: Du beschreibst genau, was ich an Fußball nicht mag. Wer ist denn WIR bei „Die Hauen wir weg“. Ich bin doch nicht mit auf dem Platz. Dieses Aufgehen in einer Masse, ich mag es einfach nicht. Ich hatte es auch bei einer Jugendfreizeit 1982 nicht eingesehen, warum ich im Finale nicht für Italien sein durfte, und fand’s fies, dass ein Großer mir und meinem Freund Schläge angedroht hat, als wir uns über das erste italienische Tor gefreut haben 😉

        @ Gaby, Deine Unterscheidung zwischen Fußball und dem ESC macht sehr viel Sinn. Während bei einem Fußballspiel „Verlieren“ klar definiert ist, weiß ich nicht, was das beim ESC sein soll. Man könnte doch auch einfach sagen: „Beim ESC sind alle Gewinner, weil sie ihre Musik einem großen Publikum darbieten.“ Warum braucht man immer Verlierer? Aber da werde ich jetzt gleich was von „Friede-Freude-Eierkuchen“ oder „Moralische Erhabenheit“ oder „Hysterisches Haltungsgebrüll“ zu hören kriegen. Immer gerne 🙂

      • @Thomas M.:
        „Wir“ ist immer der Verein. Spieler und Trainer kommen und gehen, aber niemand ist größer als der Verein. (Den man sich übrigens auch nicht einfach so aussuchen kann, der wird einem gegeben.) Ich rede immer von „wir“. Der SC Freiburg verpflichtet einen neuen Spieler? Okay, dann sage ich „Wir haben den neuen Wunderstürmer verplichtet, der direkt 40 Tore pro Saison macht.“ Obwohl ich mit der Verpflichtung nix am Hut hatte. Trotzdem: es ist „wir“.

        Und es ist auch nicht „in der Masse aufgehen“ – drück es doch positiver als „Gemeinschaft“ aus. Was ist daran verkehrt? Du hattest doch auch eine Gemeinschaft mit deinem Freund 1982. Egal, für wen ihr wart.

        Meine schönsten Erinnerungen werde ich immer mit Fußball verbinden. Meine engsten Freunde kommen fast alle aus dem Fußball. Spieler, Trainer, Funktionäre, reine Fans. Egal. Ich war ja in meinem Heimatverein sehr engagiert ehrenamtlich, war Stadionsprecher und hab die Stadionzeitung geschrieben. Und das waren einfach großartige Zeiten. Zusammen geweint bei Abstiegen, zusammen gefeiert bei Abstiegen. Zusammen gearbeitet, um die Jugendarbeit auf einen guten Weg zu bringen.
        In dieser Gemeinschaft zu sein bedeutet eben viel mehr, als nur zusammen auf der Tribüne zu stehen und Bier zu saufen. Jedes Heimspiel war ein Eskapismus. Man sah da seine anderen Leute, die genau aus dem gleichen Grund da waren wie ich selbst. Wir hatten alle das gleiche Ziel.
        Und daraus entwickeln sich lebenslange Freundschaften.

        All das hat mir der ESC noch nie gegeben.

      • Andi, das kann ich sehr gut nachvollziehen, danke für diese schöne Schilderung. Bei einem Verein, bei dem Du engagiert bist, ist das ganz klar, und da will ich gegen dieses „Wir“ überhaupt nichts sagen. Was ich nicht mag, ist dieses Massen-Wir bei großen Fußballturnieren, wenn es um die deutsche Fußballnationalmannschaft geht, oft einhergehend mit BILD-Zeitungschlagzeilen wie „Die hauen wir weg“. Ganz schlimm fand ich das alles 1990, als ich die Gesamtstimmung im Land eh schon als sehr national gesinnt empfand.

        Nun, wenn sich Leute, die zusammen ein Fußballspiel gucken, zusammen freuen, sollte es mir ja eigentlich recht sein, solange ich nicht zwischendrin sein muss und außerdem gute Ohrenstöpsel und Kopfhörer in der Nähe habe 🙂

      • Wenn wir bezüglich ESC von „wir“ reden würden, wäre es zumindest für ag9 und mich in diesem Jahr wirklich komplett absurd. Denn: WIR kann ich für mich nur bei einem einzigen Beitrag in der ESC-Geschichte sagen, und das ist Island 2021.

    • Das war übrigens schon immer so. Ich hab Artikel zum ESC 1985 gesehen, wo drin stand, dass Wind ja nur Zweiter wurden. Da frag ich nur: Geht’s eigentlich noch?

      Andere sind auch nicht doof. Andere Länder haben auch gute Musik. Aber die schicken sie dann eben auch zum ESC. Ich will nicht immer gewinnen. Ich will noch nicht mal immer Top Ten, Top Fifteen, was weiß ich. Aber nach wie vor will ich einen Beitrag, hinter dem ich zumindest einigermaßen stehen kann. Texas Lightning ist das beste Beispiel. Und wenn, wie mit Michael Schulte ein deutscher Beitrag super abschneidet, den ich nicht ausstehen kann, dann soll mir das auch recht sein. Aber bitte nichts mehr, wofür man von allen Seiten nur belächelt und verspottet wird. Das wär mal schön.

      • Ja, das ist typisch deutsches Gejammer, sich noch zu beschweren, dass man „nur“ 2. geworden ist. Mich wundert es irgendwie überhaupt nicht, wenn die Deutschen international oft als nicht gerade sympathisch wahrgenommen werden.

      • Wenigstens über den Abend hinweg mal ein paar Pünktchen , wie heuer Belgien.

        Und wenn schon untergehen, dann will ich euch kämpfen sehen “

        Und ich will nicht, das die Spieler die ganze Zeit über den Ball treten

        Und wir erleben hier in Kölle gerade (und werden es bei der EM erleben) was passiert, wenn man zu lange am Trainer festhält…

    • Das heißt aber nicht, das man bei 4 von 5 ESCs zwangläufig vorletzter oder letzter werden muss. Und das gute Ergebnisse die absolute Ausnahme darstellen. Seit 2013 mit Ausnahme von 2018, hat man nur Pleiten produziert. Es darf schon ein bisserl Mehr sein. Andere Länder kriegen das ja auch hin.

      • Ich denke, wenn die Beiträge mit mehr Herzblut ausgewählt, aufgepimpt und begleitet werden, kommt das auf lange Sicht. Es kann immer mal wieder einen Ausreißer nach unten geben, aber wenn man es nicht versucht so wie im Moment, gibt es halt keine Ausreißer nach oben.

    • Also Dein Kommentar ist ob der 5 Mal Letzter oder Vorletzter bei den letzten 6 Teilnahmen sicher ironisch gemeint? KEINER, wirklich keiner geht mehr davon aus, das wir beim ESC gut abschneiden. Auch die Medien nicht.

      Diese Schönredrei hier teilweise ob der NDR-Pleiten am laufenden Band sind köstlich.

  12. Joachim Huber hat ja scheinbar wirklich gar keine Ahnung vom ESC. Was der da für eine Scheiße zusammengetippt hat. Würg.

  13. Die deutsche Presse interessiert sich doch nur dann für den ESC, wenn sie über den deutschen Beitrag ablästern können. 2018 wurde danach auch kaum berichtet, weil es halt nix zu meckern gab. Kaum Lob an Schulte. Wen die deutsche Presse einen nicht in die Pfanne hauen können, dann ist es uninteressant, da verkauft man keine Zeitungen.

  14. Nach dem desaströsen Abschneiden „unseres“ Slapstickdingensbumens freue ich mich bereits auf den OGAE Song und den OGAE Video Contest, denn da schneidet Deutschland deutlich besser ab und das trifft auf auf das Vereinigte Königreich zu.

  15. @Robert

    Du darfst an diesem Lesergame auch mit einem Song teilnehmen, der es nicht zum ESC geschafft hat (Songpate).

    Die dreimalige ESC-Teilnehmerin Katja Ebstein wurde vom Kuratorium Gutes Sehen zur „Brillenträgerin des Jahres 2021“ gekürt. Herzlichen Glückwunsch!

  16. Das Spannende ist ja: Gib ihnen einen guten Vorentscheid, und dann berichten sie auch im Vorhinein und wohlwollend drüber. Ich erinnere mich an 2010 zurück: USFO wurde mit großem medialen Interesse begleitet, und da alle gesehen haben, dass hier wirklich durch die Bank Leute am Start waren, die sich sehen lassen konnten, wurde das sehr beifällig aufgenommen. Nachdem dann die Entscheidung für Lena gefallen war, ist die bis zum Abwinken durch Fernsehshows getingelt, um Erfahrung zu kriegen. So sehr, dass sich Leute schon darüber lustig gemacht haben, dass sie diese Woche ja wieder 296 Fernsehauftritte hat. Aber Raab wusste genau, was er da tut, und es war, wie wir alle wissen, genau das Richtige.

    Ein Jahr später: Über Düsseldorf wurde ja ohnehin sehr viel geschrieben, wäre auch ein Armutszeugnis wenn nicht. Aber eine Sache war besonders spannend: Zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, wurde ein Eurovisionsact über Wochen ernsthaft vom Feuilleton begleitet! Raphael Gualazzi war überall und einer der großen Gewinner des ESC, und das lag nicht daran, dass er die langersehnte italienische Rückkehr einleitete. Wann hat es das denn mal gegeben? Und warum gibt es das nicht öfter? Ansatzweise gab es das noch bei Salvador Sobral, aber der musste ja dann erstmal unters Messer und konnte den Eurovisionshype nicht so nutzen, wie es geboten gewesen wäre.

    Wir halten mal fest: Die Presse berichtet nicht per se schlecht über den ESC, damit täte man ihr unrecht. Man muss sich aber schon ein bisschen anstrengen, damit sie wohlwollend berichtet, und aus irgendeinem Grund ist das in den letzten Jahren nicht passiert. Also, die Anstrengung.

    • Eben, danke. Dieses Draufhaufen auf die Presse und angeblich voll dumme Journalisten, die keine Ahnung vom ESC haben, ist auch so dumm.
      Mal zum „Maischberger“-Beispiel von gestern: mag durchaus sein, dass Herr Lilischkies und Frau Gammelien nicht die Hardcore-ESC-Fans sind, aber was sie sagten, war ja trotzdem nicht falsch. Und wo kämen wir bitte hin, wenn sich nur noch Hardcore-Fans zum ESC äußern dürfen und Gelegenheitszuschauer ihre Meinung nicht mehr äußern dürfen?

      Und wo gab es denn bitte, 2018 ausgenommen, viele gute Gründe, wohlwollend und ausgewogen zu berichten? Der NDR liefert da halt in den letzten Jahren eine grottenschlechte Performance ab. Wenn die ein wenig besser wäre, man mit Sinn- und Ernsthaftigkeit die Kandidatenfindung betreiben würde, dann gäbe es ganz andere Berichte. Und dann ist es auch egal, ob da Platz 6 oder 16 rauskommt.

      Für Gelegenheitszuschauer, die sich nicht das ganze Jahr über mit dem ESC oder mit VEs in andren Ländern beschäftigen, sieht es dann halt so aus: „Okay, ESC, da verlieren wir eh wieder.“ Ob du da dann 24.,25. oder 26. wirst, ist vollkommen egal. Es ändert ja nichts an der Tatsache. Ganz hinten mit wenigen Punkten landen ist beschissen und wenn das jedes Jahr vorkommt, wird man auch beim nächsten Kandidaten 2022 erstmal dieses Narrativ bedienen.
      Und da kann man schon etwas vorbeugen, wenn man etwas transparenter die Kandidaten- und Songfindung aufbereitet.

      Oder man macht es halt wie der NDR 2021, dann muss man sich aber auch nicht wieder über sehr kritische Berichterstattung wundern.

  17. Eins ist erstmal festzuhalten: der Talentpool in Deutschland ist ausgesprochen groß, aber auch unübersichtlich. Ne Mini Angel in diesen Pool (und zwar nur in eine einzige Ecke) zu halten und zu glauben der grösste Fisch würde von sich aus sofort anbeissen bzw zum Anbeissen gebracht werden, das wird nicht passieren. Bei Jendrik dachte man nen großes Glitzerfischchen geangelt zu haben, es stellte sich aber rasch heraus, dass es ein kleener Frosch war. Man hat aber weiter die Story des glänzenden Fischchens gestrickt, obwohl man wusste dass es nen Frosch war.

    Folgendes kann auch festgestellt werden: deutsche Musikschaffende sind in den vergangenen Jahren im Inland und in Landessprache ausgesprochen erfolgreich, tatsächlich sogar so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Es handelt sich dabei allerdings fast ausschliesslich um Songs aus dem Genre DeutschRap.
    Erfolge deutscher Musikschaffenden im Ausland sind dagegen spärlich gesät, aber vorhanden (Vize, Zoe Wees, Topic)

    Nun wird oft, auch von Journalisten grösserer Tageszeitungen, behauptet der ESC sei ein Gesangswettbewerb. Umkehrschluss ist dann, dass Deutschrap Acts nicht startberechtigt bzw derartige Acts ohne Aussicht auf Punkte wären. Der ESC ist jedoch ein Songwettbewerb und keineswegs ein Gesangswettbewerb bei dem es um vorwiegend um technisch gutes Singen ginge.

    Um eine schlechte Platzierung vermeiden zu können ist das Allerwichtigste, ob die Entscheider mehrheitlich raushören können, ob ein Song was werden kann, oder nicht. Bei jendrik ist das ganz schwer in die Hose gegangen. Dabei darf die gerne als Messlatte genommene ‚ESC-Tauglichkeit‘ keine bzw nur eine untergeordnete Rolle spielen, da diese Tauglichkeitseinstufung sehr subjektiv ist.

    Einschränkend muss man einräumen, dass theoretisch jeder beim ESC angetretene Song vom Unternehmen Tik Tok (aber auch von anderen Streamingdiensten) jederzeit z.t. sogar vllt erst in Jahren zum Hit erkoren werden kann. Das trifft natürlich sowieso im Grunde auf sehr viele veröffentlichte Songs zu.

    • Das Beispiel mit dem Glitzerfisch, ist (bezogen auf Jendrik) sehr hart, aber sehr gut, man kann das nämlich noch weiterspinnen: Wenn man so ein Fischlein gefunden hat, dann muss man es päppeln, damit ein schöner glitzeriger Fisch draus wird. Die Larve glitzert noch nicht. Da muss ich mit arbeiten.

      Wenn ich was finden will, muss ich das Netz auswerfen und dann auch mit meinem Fang arbeiten.

      Und auch zum zweiten Teil volle Zustimmung.

  18. Eigentlich kann man es für den NDR und die deutsche Presse ganz kurz und einfach zusammenfassen: Beim ESC geht es um Musik UND Haltung. Das ist nicht nur ein weiterer Musikwettbewerb, den man entweder sportlich oder mit der Einstellung ‚dabeisein ist alles‘ angehen kann. Der ESC wurde 1956 aus einer doppelten Motivation hinaus ins Leben gerufen: Einerseits wollte man die technische Entwicklung des Mediums Fernsehen über einen Innovationsmotor vorantreiben, und diesbezüglich setzt die Produktion des ESC ja bis heute globale Standards, und andererseits wollte man die Staaten Europas, die sich über Jahrhunderte regelmäßig an die Gurgel gegangen waren (Und wir alle wissen, dass Deutschland im an die Gurgel Gehen besonders gut war … 🙁 …) im friedlichen Liederwettstreit vereinen. Der ESC mag nicht immer die musikalischen Benchmarks setzen, aber das ist auch gar nicht schlimm, weil er eben nicht nur ein Liederwettbewerb ist. Der ESC ist vor allem eines: Ein alljährlich wiederkehrendes paneuropäisches Friedensritual. Und eben deshalb ist die Haltung auch so wichtig. Die Menschen in knapp unter oder knapp über 40 Staaten alljährlich zu zwingen, drei Minuten ihres Lebens zu geben, um sich entweder todlangweilige oder schlichtweg peinliche Acts anzuhören und anzuschauen, zeugt nicht von Respekt. Deshalb waren auch Jendriks Einlassung nach dem Finale nicht nur ein Schlag ins Gesicht der deutschen Fans, sondern auch und vielleicht vor allem ins Gesicht der anderen Rundfunkanstalten, der Mitstreiter des Jahrgangs 2021 und der Fans und Zuschauer in den anderen teilnehmenden Ländern. Wenn ich mit einem Qualitätsbeitrag wie ‚O jardim‘, der in Portugal selbst sehr beliebt war, den letzten Platz belege, braucht sich dafür niemand zu schämen, aber wenn ich dem europäischen Publikum Jahr für Jahr das Produkt eines lust- und ideenlosen Auswahlprozesses zumute, ist das eine andere Sache. Deshalb, lieber NDR, empfehle ich, die Haltung zum ESC zu überdenken. Das ist weit über die Musik hinaus eine ganz wertvolle Veranstaltung, die man mit der notwendigen Sorgfalt und dem gebotenen Respekt behandeln sollte.

    So, jetzt ist es doch etwas länger geworden, aber vielleicht kann man ja Synergien schaffen und meinen Brief auch gleich noch an die BBC schicken.

    Und zum Schluss ein großer Dank an Michael Schulte, der seinen 4. Platz mithilfe von DIY erreicht hat, nicht dank NDR, sondern trotz NDR. Ich bin zwar nach wie vor kein großer Fan seines ESC-Beitrags, aber darum geht es jetzt nicht.

    • O jardim <3
      Gutes Beispiel, das zeigt, dass es tatsächlich gar nicht in erster Linie um irgendeine Platzierung geht. Niemand wird auf die Idee kommen, dass "O jardim" das schlechteste Lied 2018 war. Ein Ergebnis, eine Platzierung, kann also so nicht einfach vorhergesagt werden. Und das macht den Wettbewerb dann ja auch aus. Und du hast ja sehr gut ausgeführt, warum man diesen Wettbewerb trotzdem ernstnehmen soll.

      Ich wollte kurz ergänzen, dass es bei einem Wettstreit mit 40 Ländern schon per se gar nicht darum gehen kann, popkulturelle Trends zu setzen. In jedem Land ist grad andere Musik aktuell, andere Künstler, andere Stilrichtungen. Und deswegen lässt sich auch immer schwer sagen, ob etwas ESC-tauglich ist oder nicht. Das klang ja auch weiter oben schonmal an.

      Letztlich geht es vor allem darum, etwas zu schicken, wovon man überzeugt ist. Wenn man das über einen öffentlichen VE macht, holt man sich ebe dort die Legitimation der votierenden Mehrheit. Wenn man intern auswählt, muss man selbst diese Überzeugung entwickeln. Diese Überzeugung war beim NDR weder 2020 noch 2021 da.

      • Kann ich so voll unterschreiben, vor allem auch den 2. Absatz. Deshalb ärgere ich mich auch immer, wenn Fans fordern, dass der ESC in Chartplatzierungen enden müsse. Die Charts wo? In Deutschland? In Portugal? In Albanien? In Aserbaidschan?

      • Ein globaler Hit schadet zumindest nicht. Aber ich fand Jamala oder Sobral als Sieger auch ziemlich super. Nicht unbedingt musikalisch, sondern so von der Haltung. Oder Conchita Wurst. Ein besonderer Erfolg war die Nummer ja nicht, manche Sachen funktionieren ja eben auch nur an diesem einen Abend. Aber Conchita sorgte halt so für Aufmerksamkeit.

        Auf rein nationaler Ebene hingegen ist ein Erfolg allerdings unerlässlich, finde ich. Die Akzeptanz, wie eben schon gesagt, muss da sein. Für Jendrik hat sich, aus welchen Gründen auch immer, niemand interessiert. Der fand nicht statt.
        Mir ist schon klar, dass Chartplatzierungen hier rein für Singles schwer zu erreichen sind. Aber auch jenseits dessen muss man es national schaffen, ein Lied bekannt zu machen, den Act zu stärken.
        Ich glaube, Michael Schulte (auch wenn der vor dem ESC die großen Erfolge nicht hatte) wäre für eine hintere Platzierung in den Medien nie so abgewatscht worden, wie es bei Jendrik grad passiert. (Wobei auch das natürlich mehrere Gründe hat.) Aber bei SChulte hat jeder gemerkt: Okay,das ist wirklich etwas Besonderes, damit kann man sich sehen lassen. Vielleicht bin ich da zu sehr Fanboy, aber ich nahm das schon auch objektiv so wahr. Hab damals sehr viele Nachrichten bekommen nach dem Motto „Na, jetzt können wir verstehen, warum du seit Jahren zu Konzerten von dem gehst.“
        Was ich sagen wollte: nach seinem 4. Platz ist sehr sehr wohlwollend über den ESC und über ihn berichtet worden. Und nicht nur wohlwollend, sondern euphorisch. Allein, wie Klaas Heufer-Umlauf das aufbereitet hat in seiner Show war geil. Jendrik bekam am Dienstag nur zwei laue Witzchen ab. Das hatte auch keine Fallhöhe. Nach Michas Erfolg war ein Respekt zu spüren. Und den hätte ich gerne wiedre für einen deutschen Act. Weil man dann auch mal Platz 12 oder Platz 22 verschmerzen wird. In dem Fall könnte man sogar eine Art Wagenburg-Mentalität feststellen, denk ich. „Europa ist halt zu blöd, unser Lied war geil.“
        Gleich unterstellt mir dafür wieder jemand Hybris und so. Aber ich weiß nicht, was an so einem Denken falsch sein soll. Ich will einen starken ESC in Deutschland. Ich will nicht gefühlt jedes Jahr erklären müssen, warum ich mir das noch angucke.

      • Gehört zwar woanders hin, aber ich kann nur hier auf Deinen Kommentar antworten.

        Mir haben sowohl der Fußball als auch der ESC lebenslange Freundschaften geschenkt. Komischerwiese sind meine Fußballfreunde alle nicht für den VfL, sondern für den VfB … Und ESC-Freundschaften haben sich bei mir ergeben, weil ich einige Leute, die ich seit über 10 Jahren online kenne (erst ESCToday, seit 2011 (da sind wir alle umgezogen) ET, auf meinen Reisen getroffen habe. Einer hat sich sogar eine ganze Woche frei genommen, um mir seine Heimatstadt Thessaloniki zu zeigen, die ich als großer Fan byzantinischer Architektur besucht habe. Aus diesen Reiseerfahrungen haben sich tatsächlich richtige Freundschaften ergeben. ESC at its best. 😀

      • Okay, ich wollte auch nicht sagen, dass das beim ESC nicht geht. Mir gings weiter oben nur darum aufzuzeigen, dass Fußballfans nicht nur überhebliche Vollidioten sind.

        Schön, dass du diese Erfahrungen gemacht hast. Ich bin ja nicht so erpicht darauf, den ESC live vor Ort zu verfolgen und ich bin auch nicht so der Reiseotto (zum Leidwesen meines Freundes). Vermutlich hab ich diese Erfahrungen schon deswegen nicht gemacht.

    • „Die Menschen in knapp unter oder knapp über 40 Staaten alljährlich zu zwingen, drei Minuten ihres Lebens zu geben, um sich entweder todlangweilige oder schlichtweg peinliche Acts anzuhören und anzuschauen, zeugt nicht von Respekt.“

      Das stimmt. Aber so lange sind drei Minuten nun auch wieder nicht. Und nur weil gerade diejenigen Oberwasser haben, die Jendriks Beitrag peinlich finden, heißt das nicht, dass er tatsächlich auch peinlich IST. Musik ist Geschmackssache. „I don’t feel hate“ gehörte zwar nicht zu meinen Favoriten, aber ich hatte Spaß daran, und er war bei mir in diesem starken Finale im Mittelfeld, so wie übrigens bei gar nicht so wenigen Ländern im Televote auch. Und wenn ich Jendriks Song den beiden erfolgreichen deutschen Spaßbeitragen um die Jahrtausendwende gegenüber stelle, dann gewinnt für mich ganz klar Jendrik

      Es hat sicherlich auch keinen allzu großen Neuigkeitswert, wenn ich hier erzähle, dass ich mich dagegen wehre, das scheinbar fest zementierte Urteil, „Sister“ sei todlangweilig oder schlichtweg peinlich, anzuerkennen. Die Inszenierung war sicher verbesserungswürdig, aber an diesem Song habe ich deutlich mehr Freude als an dem sehr stark an Ed Sheeran erinnernden deutschen Beitrag aus dem Jahr zuvor, der zugegebenermaßen attraktiv inszeniert wurde.

      • „Aber so lange sind drei Minuten nun auch wieder nicht.“

        Über die Jahre summiert sich das aber. 😉

      • Subjektiv gesehen ist das doch auch vollkommen verständlich, dass dir Sisters oder Jendrik gefallen haben und Schulte nicht so. Geschmäcker sind verschieden. (Und den unsinnigen Ed Sheeran-Vergleich lasse ich dir jetzt mal durchgehen. Gerngeschehen.)

        Aber objektiv muss man doch klar feststellen, dass grad Jendrik in dem Feld chancenlos war, weil die Nummer einfach nicht besonders gut produziert ist. Einfach mal den Geschmack beiseite schieben, Da wird ja wohl niemand sagen, dass Deutschland zum Beispiel besser produziert ist als Italien, Frankreich, Schweiz. Oder die „Spaßbeiträge“ (ich weiß nie so genau, was das sein soll) Island und Litauen.

  19. Ich mache mich damit vielleicht nicht beliebt, aber das war mir ja schon immer herzlich egal:
    hat Bohlen denn so Unrecht? Seine Analyse ist zwar kurz, aber ich würde ihm da zustimmen.
    Nur weil es eine Meinung ist von jemandem, der mir nicht sehr sympathisch ist und dessen Zugang zu Musik ich nicht teile, heißt das ja nicht, dass er automatisch und grundsätzlich Unrecht hat, wenn er was sagt.

    Ich hätte keine Probleme damit, Bohlen das ESC-Schiff 2022 mal steuern zu lassen. Er wäre nicht meine persönliche 1. – 27. Wahl, aber es geht ja auch nicht nach mir. (Was sehr schade ist. Aber irgendwas ist ja immer.)

    • Ja, warum nicht? Ein Jahr lang einfach mal Bohlen ganz alleine alles machen lassen, das schafft doch Zeit und Ressourcen, um ein Konzept (bitte mit Herz und nicht zu verkopft!) für die Jahre danach zu entwickeln.

      • Zum Beispiel, ja.
        Bohlen ja nun unbestritten Erfahrung im Musik-Business. (Und vermutlich auch mehr im kleinen Finger als Alex im ganzen Wolfslast. Egal.)
        Menschen mit dieser Expertise braucht man nunmal aktuell. Und da isses mir egal, ob die Bohlen, Raab, Siegel oder Schulte heißen. Das sind ja erstmal nur Namen. Was die liefern, kann man dann danach beurteilen. Wir können es uns jedenfalls nicht leisten, einfach alles und jeden abzulehnen. Also, wir Fans natürlich schon, aber der NDR nicht.

    • Hätte auch keine Probleme mit Bohlen. Einfach ein Jahr ausprobieren und schauen, wie es läuft. Hat einer die Adresse vom Herrn Bohlen. Wenn ihm jetzt viele Leute schreiben und freundlich nachfragen, ob er evtl. Lust hätte, könnte er die Idee vielleicht auch mögen.

  20. Weiß jemand wieviele Anrufe insgesamt Deutschland bekommen hat im Vergleich zu den anderen Televoting Ergebnissen, von uk niederlande und Spanien? 2015 wurde dies nämlich bekannt gegeben, dass Deutschland weniger Anrufe hatte als Österreich, soweit ich mich erinnere.

  21. Nun wird hier mal wieder ein Niveau unterschritten, was für micht bedeutet, dass ich draußen bin. Nur soviel:
    – Alle die eine einfach Idee haben, wie man beim ESC gut abscheidet, haben keine Ahnung.
    – Niemand hindert Bohlen und Co. sich mit einem Hit beim NDR zu bewerben
    – Die Liste von Musikern, die meinten sie würden locker den ESC gewinnen, ist lang. Meist klappt das nicht mal mit dem Vorenstcheid.

    • „Die Liste von Musikern, die meinten sie würden locker den ESC gewinnen, ist lang. Meist klappt das nicht mal mit dem Vorenstcheid.“

      Das kann aber auch an dem mangelnden Gespür derjenigen liegen, die den Vorentscheid bestücken. Wir wissen es nicht.

    • Erinnere mich da an Alex C., der nach dem Debakel von Belgrad 2008 überall gegen den NDR und die Songauswahl stänkerte. Letztlich kam die interne Auswahl, in der sein Act (zufällig) gewann. Gebracht hat es nicht viel, aber schlechter als 2021 war das Lied damals auch nicht.

      • Da war jetzt aber vor allem Oscar das Problem. Und die nachträglich eingekaufte Dita von Teese.

      • Was lernen wir daraus? Nie mehr beim ESC steppen!

        Wobei Oscar dafür, dass er erkältet war, gesanglich noch ganz ordentlich abgeliefert hat.

    • Gut, dass mit der größeren Datenbasis verstehe ich ja noch. Aber was ist bitte „zeitversetzte Nutzung (ohne Mediatheken)“? Video-Rekorder (gibt es die noch)? 😀

      • Jetzt habe ich gerade „Wer weiß denn sowas“ angeschaltet und es scheint gerade erst begonnen zu haben, obwohl es eigentlich um 18 Uhr bereits anfängt. Schaue ich jetzt plötzlich zeitversetzt? Das ist mir unheimlich! xD

      • Festplattenrekorder.
        Wenn du zum Beispiel „Wilsberg“ gucken willst, aber weißt, du bist erst 20:45 Uhr zuhause. Dann programmierst du es so ein (so dein TV das kann), dass „Wilsberg“ für dich um 20:45 Uhr anfängt. Oder wann auch immer es dir passt.
        Mediatheken-Abrufe werden dann nochmal extra aufgelistet, aber selten mal kommuniziert.

        Und für den ESC ist tatsächlich egal. Für „Wilsberg“ und das ZDF ist das super, aber die Quote vom ESC wird dadurch ja nicht schlechter.

      • Es gibt Fernseher mit eingebauter Festplatte, bei einigen kann man eine Sendung anschauen, noch während der Aufnahme.🤓

  22. Wir werden nix mehr vom NDR hören. Andere Länder werfen jetzt schon News raus. Einmal durften wir das erleben. 2003 lief der ESC in Riga und der NDR hat damals seine Pläne für 2004 veröffentlicht. Nämlich das man mit dem Sender VIVA zusammenarbeitet. Lange ist es her.

      • Gibt es MTV überhaupt noch? Ich dachte, der Sender wäre auch eingestellt worden…

      • Damals war das mit VIVA eine tolle Sache. Aber jetzt mit MTV nein danke.
        Ich halte vom NDR gar nichts mehr. Ein Vorschlag, wo sie noch mehr Geld sparen können: PRO 7 darf die Vorentscheidung organisieren. Man funktioniert den FreeESC einfach um und schon haben wir wieder mehr Aufmerksamkeit für unseren Act.

  23. So, Leute. Der ESC kompakt Second Chance Contest kann kommen. Ich habe meine Top Ten beisammen. Und die Hälfte davon ist aus Norwegen…

      • Vorausgesetzt es wird auch Dein Patensong, denn es gibt bestimmt drn einen und anderen, der den Titel auch in seiner Top Ten hat.

      • Ich mag Behöver inte dig idag auch gerne, aber für dich, Andi mit Bild, bin ich gern bereit, drauf zu verzichten (auch wenn das dir als Fussball-Fan womöglich eher missfallen wird;).

      • Da, hatte ich wohl die Idee, dass es sportlich betrachtet unbefriedigend sein könnte, wenn ein offensiv eingefordertes Gut einfach kampflos überlassen wird.
        War aber auch eher dahinkokettiert – ich komme absehbar auch ohne die Clara noch auf zuviel Kandidaten (wobei es nach PRT, ALB, LTU & CZR gern auch wieder ein neues Land sein kann … mal sehen).

    • Oh je, ich habe zwar schon fleißig Titel rausgeschmissen, aber ich habe immer noch 25 Songs, die ich gerne in meine Top 10 stopfen würde … Clara ist bei mir aber auf jeden Fall drin.

  24. Der irische Delegationsleiter Michael Kealy hat in einem Interview mit der Zeitung „Irish Sun“ angedeutet, daß er sich gut vorstellenkann, den irischen ESC-Teilnehmer 2022 in einem nationalen Vorentscheid von den Zuschauern wählen zu lassen:

    https://eurovoix.com/2021/05/27/ireland-return-national-selection-eurovision/

    Im ersten Halbfinale bekam das Land, das den ESC bereits siebenmal gewann, die Rote Laterne mit dem Titel „Maps“ von Lesley Roy.

    • Das wären ja gute Neuigkeiten. Irland hat momentan ein ähnliches Problem wie Deutschland. Sie schicken wenig wirklich interessante Beiträge, wobei mir „Maps“ eigenlich gut gefallen hat.
      Aber die Performance war halt nicht so geglückt.
      Ich würde mir wirklich wünschen, dass Deutschland sich auch wieder für eine öffentliche Vorentscheidung entscheidet, am besten eine mehrteilige, aber das wird wohl leider ein Traum bleiben.

  25. Es gibt auch eine Neuigkeit aus Schweden, allerdings keine gute! Nach Informationen des schwedischen Blogs ESC Panelen findet dieses Jahr der Wettbewerb P4 Nästa statt, allerdings wird keiner der Teilnehmer einen Platz beim Melodifestivalen 2022 erhalten:

    https://escxtra.com/2021/05/27/p4-nasta-wildcard-paused-for-melodifestivalen-2022/

    Der Manager des Musikwettbewerbs P4 Nästa, Maths Broborg, hat das noch einmal bestätigt. Julia Alfrida hatte die Wildcard für das diesjährige Melodifestivalen erhalten, schied allerdings schon in der Vorrunde aus.

  26. Songs mit Dekomusikern, die so tun, als würden sie in die Tröte blasen, waren so gar nicht angesagt. Aber welche, die so tun, als würden sie auf ihrer E-Gitarre rumschrubben.

      • Ich weiß, nur wenn da Kommentar um Kommentar kommt, wie unzufrieden man damit ist, wie der NDR die Sache handhabt, dann kann es auf Dauer nicht ignoriert werden. Eurovision.de ist ein Angebot vom NDR und deshalb von diesem auch nicht unabhängig! Wenn das einer schreibt, wird es überlesen. Wenn es fünfhundert schreiben, sieht das möglicherweise anders aus.

      • So gesehen. Hoffen wir mal, dass die das dann entsprechend weiterleiten können. Weil an sich ist die Online-Redaktion mehr oder weniger autark vom inneren deutschen ESC-Geschehen, soweit mir bekannt ist.

      • Aber es ist ja ein Angebot des NDR. Insofern halte ich Kritik am NDR dort für sehr berechtigt und machte davon bereits Gebrauch.

  27. Die Umfrage wurde vor einigen Tagen eröffnet. Es werden nur Fragen zum Online- Angebot gestellt. Sehr enttäuschend! Aber man kann dann noch extra etwas schreiben. Und das habe ich höflich aber deutlich genutzt 😉.

    • Ich habe die Umfrage dazu genutzt, mir die Seele aus dem Leib zu schreiben. Auf der letzten Seite gibt es ein Feld, das man für alles mögliche nutzen kann! Nutzt die Gelegenheit, so kann es mit unserem ESC hier nicht weitergehen!!!

  28. Ich habe folgendes in das Feld geschrieben und werde auch nochmal eine ausführliche Mail an den NDR schicken:

    „Ich hab noch ein bisschen zu Deutschland beim ESC an sich zu sagen und möchte darum bittten, diese Anmerkungen an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten.

    Ich bin seit über 40 Jahren eingefleischter Fan dieser Veranstaltung und liebe sie von ganzem Herzen. Deshalb ist es umso schmerzhafter, wenn ich sehe, wie lieblos in Deutschland mit diesem wunderbaren Wettbewerb umgegangen wird.

    2021 markiert für mich aus deutscher Sicht den absoluten Tiefpunkt, das war dreimal schlimmer als Atlantis 2000 und Stone & Stone zusammengenommen. Das liegt ausdrücklich nicht an Jendrik und seinen Mädels, sie haben getan, was in ihrer Macht stand. Aber noch nie war so offensichtlich, dass der deutsche Act anscheinend keinerlei Unterstützung hatte und komplett auf sich allein gestellt war. Jendrik ist Sänger und Musicaldarsteller. Er ist nicht unbedingt ein guter Komponist, er ist auch kein Arrangeur und kein Choreograph. Er ist, und das schreibe ich mit Blick auf die Pressekonferenz, in der der Beitrag vorgestellt wurde, auch kein Marketingexperte. Warum hat man ihn mit all dem dermaßen allein gelassen? Und dann, am allerschlimmsten, die beiden (!) Interviews nach dem Wettbewerb. Dass er sich ZWEIMAL besoffen vor die Mikrofone stellt und sich um Kopf und Kragen redet und Frau Wolfslast einfach nur daneben steht und ihn gewähren lässt, lässt die Frage aufkommen, warum sie ihn davor nicht beschützt hat und was eigentlich ihre Funktion ist, wenn sie ihren unerfahrenen, ob des Erlebnisses ESC offensichtlich unter Alkohol, Schock und Adrenalin stehenden Künstler davor nicht bewahrt.

    Dass ein Beitrag schlecht abschneidet – kann passieren. Aber Deutschland hat in den letzten sechs (!) Wettbewerben zwei letzte und drei vorletzte Plätze eingefahren, dreimal null Punkte im Televoting bzw als Gesamtergebnis kassiert und das jedes Mal mit Beiträgen, wo niemand über diese Ergebnisse wirklich überrascht sein konnte. Es passte außer bei Michael Schulte nie wirklich zusammen. Bei Jendrik war für jeden bei der Songvorstellung klar erkennbar, dass das zwar Potenzial hat und auch mal was ganz anderes ist, es wirkte aber so, als wolle ein Amateurverein in der Champions League mitspielen. Das kann nur gut gehen, wenn der Amateurverein auch trainiert wird! Das war bei Jendrik nicht der Fall.

    Wir stecken im Moment in jeder Hinsicht in einer Abwärtsspirale. So, wie hier mit dem ESC und den entsprechenden Künstlern umgegangen wird, wird bald niemand mehr bereit sein, für Deutschland beim ESC teilzunehmen. Hier bedarf es dringend eines Umdenkens!

    Gerade in diesem Jahr hat sich gezeigt, wie wichtig die Fans für den Contest sind. Deshalb ist für mich als Fan dieser Umgang mit dem ESC nicht mehr hinzunehmen. Nehmen Sie den Wettbewerb endlich ernst! Wir möchten uns als Fans nicht jedes Jahr aufs Neue für unsere Beiträge schämen müssen! Wenn Sie das nicht wollen oder können, geben Sie doch bitte die Verantwortung ab!“

    Wer mag, darf sich gern bedienen / kopieren / ergänzen. Aber: Wenn Ihr mit der Arbeit des NDR bezüglich ESC unzufrieden seid, dann macht Krach! Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben!

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