Publikum- vs. Jury-Voting: KEiiNO sind Sieger der Herzen

„Norway, are you ready? Because you got … 291 points“ – damit sind KEiiNO die Sieger des diesjährigen Televotings. Kein anderer Beitrag konnte ihnen das Wasser reichen. Die deutschen Zuschauer befinden sich da ganz auf Linie. 30 Punkte weniger, also etwa 10%, konnte der spätere Gesamtsieger Duncan Laurence für sich verbuchen. Damit lag er nur knapp vor Mahmood aus Italien. Der Russe Sergey Lazarev schaffte es auch beim TV-Publikum „nur“ auf einen vierten Platz. Für Luca Hänni hingegen darf der 5. Platz im Zuschauer-Ranking sicher als Hauptgewinn gewertet werden. Glückwunsch!

Umso trauriger natürlich die Erkenntnis „Sorry, Germany … zero points“. Dass Michael Rice auch nur auf 3 Punkte kommt, ist bitter. Erstaunlich die Umkehrung der Verhältnisse für den tschechischen Beitrag. Im letzten Jahr zog das Publikumsvorting Mikolas Josef nach oben, deshalb rutschten sie mit nur 7 Punkten von den Zuschauern nach unten.

Das Jury-Voting enthält in der Gesamtübersicht keine Überraschungen. Schließlich ist es auch das, was in der TV-Show ausführlich vorgestellt wurde. Erst ganz am Ende überholte der Schwede John Lundvik noch knapp Tamara Todevska aus Nordmazedonien. Beide landeten beim Publikumsvote später nur im Mittelfeld.

Die Jurys fanden keine große Freude am spanischen Beitrag. Aber auch Kobi Marimi aus Israel, Michael Rice aus Großbritannien, Serhat aus San Marino und Zena aus Weißrussland hatten bei ihnen einen schweren Stand.

Am Ende steht somit in der Gesamtwertung Duncan vor Mahmood und diese beiden deutlich vor Sergey Lazarev. Mit nur vier Punkten weniger hat Luca Hänni auf Rang vier das beste Schweizer Ergebnis seit vielen Jahren eingefahren. KEiiNO liegen etwas hinter dem Schweizer und sich knapp vor dem Schweden platzieren. Die S!sters aus Deutschland werden Drittletzte. Die rote Lampe landet bei Großbritannien.



40 Kommentare

  1. Ich war selten so froh über das 50/50 System wie dieses Jahr. Allerdings haben mir John und Tamara am Ende schon etwas leid getan. Die Nahaufnahme der Gesichter bei der Punktevergabe der Televotes 🙈

  2. Norwegen: Popcornsieger! Sowohl Bässe als auch Stimmen übertönen das Crunchen beim Konsum von Chips & Popcorn. Wer’s mag. Aber dafür hat man ja auch Jurys.

    Wozu so ein Televotingsieger gut ist? Russland kann kein Theater zwecks „verhinderter Sieger“ wie 2016 veranstalten. Sie haben dem ja auch 8 Televotingpunkte gegeben.

  3. Serhat in der Top 10 beim Televoting. Darum bin ich ja kein Freund von diesen Trinkspielen während des ESC-Finales.

  4. Platzvergleich meiner Top 10:
    1. ITA 4+3, ich hätte ihm den Sieg gegönnt und das schwarz-rot-gold Outfit toleriert 🙂
    2. SWE 1+9, armer John, wie lange er gequält wurde bei der Verkündung und dann noch rote Laterne mit UNK
    3. AZE 5+8, fand ich im Finale deutlich stärker und nett anzuschauen ist er auch 🙂
    4. NOR 15+1, wow, Televotegewinner, kam bei mir auch an 🙂
    5. NET 3+2, ich bin froh, dass Duncan in beiden Votings ein Platz vor Italien ist, damit herzlichen Glückwunsch, Niederlande 🙂
    6. CZE 7+24, Ausruf Lake Malawi from Czech Republic fand ich störend
    7. DEN 11+15 , hoffentlich kommt die Botschaft an, dann wäre es ok, dass LIT knapp draußen war
    8. SPA 26+14, Party pur, das sahen die Juries anders, hey 🙂
    9. AUS 6+7, Respekt in 6 Meter Höhe, die Töne zu treffen, absolutely high 🙂
    10. SWI 8+5, Luca ist tatsächlich in meiner Top Ten gelandet und hat mit seiner Freude EST rausgehauen, war der Auftritt Dienstag auch so schlimm 🙂

    Danke an BLR für die acht Punkte der Jury, so wurde Platz 25 verhindert, das erinnerte mich sehr an 2014 als Armeniens Jury, die vermeintlich letztplatzierten bepunktet haben.

    Zu GER, neues Jahr, neues Glück aber die Null Punkte im Televote sagen alles aus und von den Juries gab’s nur Punkte, da nicht die Performance bewertet werden sollte, sonst wäre NMC nicht zweiter geworden im Juryvote.

    Last but not least, Sergey beim nächsten Mal klappt es, wenn Song und Performance passt, wieder Platz 3 noch mal Glück gehabt 🙂

  5. Da ich jetzt erst zu Hause bin und total müde bin; erstmal nur ein Kommentar:

    Norwegen ist meine absolute Nummer #01 dieses Jahr (und gehört mindestens zu meinen Top 10 ESC Songs) und gewinnt das Televoting, wird aber – dank Jury – „nur“ #05.
    Ich glaube, ihr wisst, wie ich mich nun fühle…

    Und damit, gute Nacht!

  6. Dass Tschechien beim Televoter so schlecht ankommt, hätte ich nicht gedacht. Hat mir gut gefallen, obwohl ich den Titel vorher nicht so auf dem Zettel hatte.

  7. Nun gut, in diesem Fall bin icn näher bei den Juries. Die beiden anspruchsvollsten Beiträge lagen letztendlich vorne und der Eurotrash und die Dancenummern wurde relativ klein gehalten. Glückwunsch auch an Nordmazedonien für die beste Platzierung in der ESC-Geschichte und die Schweizer Anstrengungen haben sich auch gelohnt (obwohl ich definitiv nicht dafür angerufen habe…)

  8. Ich freue mich für die Schweiz. Insgesamt war das aber ein langweiliger ESC für mich, besonders das langgezogene Voting und der enttäuschende Auftritt von Madonna. Die Intervalacts in den Semis fand ich interessanter.

  9. Es ist schon irgendwie unbefriedigend, wenn der Beitrag gewinnt, der weder bei den Jurys noch bei den Televotern auf Platz eins ist.

    Und wenn Jurys und Televoter so weit auseinanderliegen wie bei Norwegen, dann stellt sich mir die Frage, ob es noch richtig ist, dass die Jurys nicht die Liveshow, sondern die 2. Generalprobe bewerten.
    Bei den heutigen IT Möglichkekiten sollte es doch machbar sein, dass die Jurys auch die Final-Liveshow bewerten und die Stimmen schnell ausgewertet werden. Das würde den Wettbewerb deutlich spannender machen, weil nichts durchsickern kann, keine dämlichen Interview-Ausrutscher mehr möglich wären, etc.

  10. Gibt es eigentlich schon eine Info, wie nun das Jury-Voting aus Weißrussland zustande kam nach der Disqualifizierungsnachricht? Das war ja sowas von total abweichend von den anderen Juries, z.B. 8 Punkte für Deutschland.

  11. Da sieht man einmal wieder die krassen Unterschiede zwischen Jury- und Televoting. Das wird besonders bei Norwegen, Schweden, Rußland, Nordmazedonien, Island, Tschechien, San Marino und Spanien mehr als deutlich. Ich frage mich, woher Großbritannien die drei Televotingpunkte her hat. Ich vermute mal, daß die aus Irland kommen.

  12. Ein Kontinent, der ‚Spirit in the Sky‘ auf den ersten Platz setzt, ist verfault bis ins Mark und dem Untergang geweiht. 😉

  13. Da sieht man mal wieder, dass es im Televoting (und auch bei den Jurys) nicht darauf an kommt, was in der Bubble gesagt wird.
    – Norwegen wurde hier von sehr vielen als FFF bezeichnet. Auch sonst hatte niemand mehr Norwegen auf der Rechnung, in den Videos und Artikeln die ich gelesen habe. Mein Bruder und meine Mutter kannten keines der Lieder vor der Show und waren klar für Norwegen. Sie dachten das habe eine Chance zu gewinnen und haben recht behalten.
    – Bei Italien wurde bei praktisch jedem nur mehr vom schlechten Staging geredet und das es schlecht abschneiden wird (wie übrigens im letzten Jahr auch). Mit 250 Televotingpunkte in den letzten beiden Jahren hat das die Zuschauer aber überhaupt nicht interessiert.
    – Manche Songs (Australien und Frankreich), die vorher schwach waren, wurden hier durch das Staging in den Himmel gelobt. Mag ja sein, dass man sich durch ein gutes Staging verbessern kann, aber Australien landet viel weiter hinten als vorhergesagt.
    – Die Niederlande hat zwar gewonnen, aber nur als Kompromissieger. Nur 2 mal 12 Televotingpunkte ist eig. ein Armutszeugnis für den ESC Sieger. Einen Sieg mit riesigem Vorsprung wie vorhergesagt wurde es auf keinen Fall.

    Dennoch Glückwunsch an die Niederlande!

    • Ich find’s schön, wenn es keinen Sieger mit riesigem Vorsprung gibt, und das Wort „Armutszeugnis“ finde ich in diesem Zusammenhang schon ein kleines bisschen deplatziert.

      Australien ist in den Top 10 gelandet, vor dem ESC hatten viele gedacht, dass das im Semi ausscheiden würde.

      Aber grundsätzlich stimme ich Dir zu: Ich freue mich auch, wenn der ESC nicht allzu vorhersagbar wird (und nicht nur die „Bubble“, sondern auch die Wettbüros manchmal falsch liegen).

    • Es wurde auch nicht vorher gesagt, wie hoch Niederlande gewinnen würde, sondern nur dass Niederlande gewinnen würde. Und das ist doch eingetreten, oder?

      • „Armutszeugnis“ würde ich jetzt auch auf keinen Fall sagen – aber ein überzeugender Sieg sieht dann doch etwas anders aus. Angesichts des wolkenkratzerhohen Favoritenstatus bei den Wettbüros darf man glaub ich schon mal drauf hinweisen, dass sich die Niederlande wie damals Jamala als Konsenssieger so durchgewurschtelt haben. Vorsicht also vor Hypes in der Fan-Bubble.

      • @Bandido: Man sollte bedenken, dass manche Juroren vielleicht dachten „Nun ja, der gewinnt ja sowieso, dann kann ich ihn auch ein oder zwei Plätze tiefer einstufen“ bzw. mancher Televoter „Da ruf ich mal lieber für Titel an, die es nötiger haben“.

        Ein Sieg beim ESC ist immer beachtlich, egal ob er knapp war oder haushoch. Und wer es schafft, nicht nur in einem der beiden Votings in der Spitzengruppe zu sein, sondern in beiden, hat meines Erachtens durchaus „überzeugend“ gewonnen.

  14. Der Televoting-Sieg für Keiino knüpft irgendwie schon an den von Il Volo 2015 und den von Sergei 2016 an. Ansonsten finde ich die Kombination aus Jury und Zuschauervoting eigentlich optimal. Schweden dieses Jahr und Österreich letztes Jahr hätte ich genauso wenig als Sieger haben wollen wie die drei überstimmten Televoting-Sieger.

  15. Also man kann mit gutem Recht sagen, dass die Juries einige Beiträge zu hoch bepunktet haben. Aber man sollte im gleichen Atemzug auch sehen, dass San Marino in den Top10 und Tschechien auf Platz 24 im Televoting auch nicht fair sind, weshalb 100% Televoting nur mit Vorsicht vertreten werden sollte. Ich finde gar, dass weder Jury noch Publikum optimal abgestimmt haben, sondern gerade die Kombination aus beidem ein gutes und annehmbares Ergebnis ergibt, wegen eingangs erwähnter Fälle. Offenbar ist das Publikum doch sehr wechselhaft und nicht wirklich richtig fair.
    Die Juries und das Publikum korriegen sich gegenseitig schon ganz gut.

    San Marino auf 10 komme ich wirklich nicht drüber weg.

      • Würden Juries genau wie die Zuschauer abstimmen, wäre das ganze ja auch sinnlos. Also super Juries! Finde es eigentlich konsequent, dass sie dann einen qualitativ hochwertigen Beitrag wie den aus Nordmazedonien mit vielen Punkten bedenken(schade, dass die nicht mehr FYR Mazedonien sind, wäre bei den Punkten bestimmt zu lustigen Versprechern gekommen:). Das widerspricht auch der Theorie mancher, die Juroren lassen sich durch Wettquoten beeinflussen: Nein, die haben selber eine Meinung und lassen sich nicht vorschreiben, was sie wählen sollen. Leider ist es dann oft die-wie auch ich zunehmend sagen muss-schwedische Stangenware, die belanglos überall zu hören ist.
        Ich weine ein bisschen dem verhinderten norwegischen Sieg nach, habe für sie angerufen, weil dieser Auftritt einfach so viel Freude ausgestrahlt hat. Verdienter Televoting-Sieger! Und es hätte die Wettquoten in den Schatten gestellt.

  16. Ich bin absolut gegen 100 Prozent Televoting. Das heißt aber nicht, daß ich jede Juryentscheidung kritiklos hinnehme – ganz im Gegenteil.

  17. Ich bin jedes Jahr auch hin und her gerissen zwischen Jury und Tele Voting. Es gibt da auch immer Grund sich über Dinge aufzuregen. Aber grundsätzlich halte ich diese Form des gemischten Voting für die beste und gerechteste Form. Die Schwedenlastigkeit bei den Jurys müsste doch langsam nachdenklich machen. Hier hält sich wohl in den Köpfen der Juroren das Vorurteil nur die Schweden können gute Europopmusik machen. Der Zuschauer hat das schon eher durchschaut….und leider werden die schwedischen Künstler auch immer überheblicher. Sorry aber die Gesichtentgleisung bei Lundvik sagte ja er hat sich schon klar als Sieger gesehen. Nichts von Freude darüber das auch anderen ein Sieg zu gönnen ist….peinlich

    • @Goynen67: Da bist Du vielleicht ein bisschen hart zu John Lundvik. Er könnte ja auch einfach über die niedrige Zahl erschrocken gewesen sein, nachdem die Hauptkonkurrenten alle über 200 Punkte bekommen hatten.

      • John Lundvik war nach den beiden Kenbübchen zuvor ein wirklich sehr angenehmer Teilnehmer aus Schweden und diesmal gehe ich sogar mit der Jurywertung d´accord, seinen Song kann man sich auch problemlos anhören. Duncan hat hinterher erzählt, daß John im herzlich zum Sieg gratuliert hat, also von Arroganz keine Spur. Zudem war es zwischen den ersten vier Plätzen währen der Abstimmung sehr knapp und spannend. Was will man denn mehr ?

      • Letzterer hat es bei mir im Finale tatsächlich noch auf Platz 9 geschafft. Wenn ich die Halbfinalisten dazunehme, kommen allerdings noch Portugal, Ungarn und Österreich davor.

  18. Ich glaube, das ist das erste Jahr, wo ich das Televoting-Ergebnis nicht nachvollziehbarer finde und ich dankbar über das gemischte Voting bin. Norwegen hatte doch echt fast keiner auf dem Zettel.

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