Island drohen Sanktionen der EBU

Die Reaktion der EBU erfolgte in Lichtgeschwindigkeit. Als beim Verlesen der Televoting-Punkte die Kameras auf die isländische Delegation focussierten, hielt die Band mehrere Palästina Banner in die Kamera. Unmittelbar danach hat die EBU Konsequenzen angekündigt. Die Guerilla Aktion dürfte für die das EBU Mitglied Island substanzielle Folgen haben.

ESC 2019 Island Punkte Publikum Voting Palestina

Die Hatari Provokation erinnert an den Konflikt, den die armenische Delegation zuletzt 2016 in Stockholm erzeugt hatte. Im ersten Halbfinale hielten Iveta Mukuchyan und ihre Backgroundsängerinnen die Flagge des zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittenen Gebiets Bergkarabach in die Kamera. Zugelassen sind in der Arena gemäß den EBU Statuten nur die offiziellen Flaggen der UNO-Staaten und der EU – sowie unpolitische wie die Regenbogenfahne. Armenien wurde daraufhin verwarnt und für den Wiederholungsfall drohte die EBU mit der Disqualifikation.

ESC 2019 Island Punkte Publikum Voting Palestina

Rein formal ist die Bewertung der Hatari Aktion diffiziler, weil die erst jüngst überarbeitete Fahnenregel nicht unmittelbar greift, denn seit dem 29. November 2012 (UN-Resolution 67/19) hat der Staat Palästina den Status eines Beobachterstaats bei den Vereinten Nationen. Die EBU kündigt die Prüfung von Konsequenzen auch deshalb mit der weiter- und tiefergehenden Begründung ab, dass der ESC ein unpolitisches Event und und von daher politische Initiativen jedweder Art ein Regelverstoß sind.

Hier das EBU Statement im Wortlaut: „In the live broadcast of the Eurovision Song Contest Grand Final, Hatari, the Icelandic act, briefly displayed small Palestinian banners whilst sat in the Green Room. The Eurovision Song Contest is a non-political event and this directly contradicts the contest’s rules. The banners were quickly removed and the consequences of this action will be discussed by the Reference Group (the contest’s executive board) after the contest.“

Die Frage ist nun, ob die EBU bzw. die Reference Group über die vergleichsweise „sanften“ Sanktionen, die gegenüber Armenien ausgeübt wurden, hinausgehen wird. Da hier anders als in Stockholm das Gastgeberland attackiert wird, ist dies eine gravierende Fragestellung. Die Frage ist darüber hinaus auch, ob sich Hatari einen Gefallen getan haben? Die Band genießt ungeachtet ihrer vielfältigen „politischen“ Initiativen, die mal naiv, mal wirr, oft geschmacklos, aber manchmal aber auch wie ein clever choreographiertes Theaterstück rüberkommen, in ihrer Heimat Kultstatus. Mit dieser deplazierten Provokation werden auch jenseits der EBU-Regeln (nicht nur) Anstandsgrenzen überschritten. Das düften auch die auch am TV-Schirm gut hörbare und lange vehemente ablehnende Reaktion des Publikums gezeigt haben.



61 Kommentare

  1. In Madonnas Choreo gab es auch auf dem Rücken von mindestens einer Person kurzzeitig eine Palästina-Flagge zu sehen.

  2. Ich bin mit der israelischen Politik gegenüber Palästina auch äußerst unglücklich, aber die Aktion ging gar nicht. Nicht nur, weil es gegen die Regeln ist und einfach mal den ganzen Abend versaut, sondern weil es Palästina auch (mal wieder) in einen bloßen Opferstatus erhebt. Und das ist genauso wenig der Fall wie die bloße Opferrolle Israels. Da bekleckern sich beide Parteien nicht gerade mit Ruhm, um es mal vorsichtig auszudrücken.

    • die band Hatari hat eine flagge der palästinensischen autonimiegebiete gezeigt. diese flagge ist international nicht verboten. obwohl sie in israel seit 1967 verboten ist, wird sie seit dem oslo-abkommen zumindest inoffiziell geduldet und wurde sogar 2006 bei einem offizeillen treffen zwischen olmert und abbas neben der israelischen gegesetz. ich ziehe daraus die erkenntnis, dass an dieser flagge selbst in israel nicht illegales gesehen werden kann. sie ist damit eine flagge wie die regenbogenflagge, die flagge kataloniens, die der samischen minderheit in skandinavien oder die deutsche nationalflagge.
      an dieser stelle können wir gerne darüber diskutieren ob eine flagge an sich etwas politsches ist. aber dann bitte eine diskussion über alle flaggen.

      vielmehr scheint mit, dass deine interpretation der geste eine politisch motiviere interpretation ist. somit verstößt in erster linie du gegen die regeln des eurovision songcontestes.

      aber auch darüber können wir diskutieren. dann aber bitte auch über die bühnenperformence und lyrics des albanischen beitrags oder die einige textzeilen des weißrussischen beitrags. wenn wir es wollen finden wir selbst im beitrag der sistern punkte die wir politisch interpretieren könnten und vielleicht sogar sollten. aus meiner sicht steht aber grundseltzlich meine subjektive interpretation im fokus.

      • Da gibt es doch nichts zu interpretieren. Das war ein vollkommen klares politisches Statement um sich mit Palästina zu solidarisieren.

  3. Ich bin für die Zweistaaten-Lösung, das Zeigen der Flagge eines (leider) nicht teilnehmenden Staates kann doch kein Sanktionsgrund sein

  4. Warum wird dadurch das Gastgeberland attackiert? Palästina wird von über 130 Staaten anerkannt, warum darf Hatari also nicht die Flagge dieses Landes zeigen? Israel, die „einzige Demokratie des Nahen Ostens“, dürfte sowas doch wohl aushalten.

  5. Krass! Habe ich gar nicht so mitbekommen. Oh Mann, ich weiss gar nicht, ob ich die Aktion „mutig“ finden soll, oder einfach nur blöd und egozentrisch (da man sich so in den Mittelpunkt des Interesses schiebt, wenn auch negativ). Tendiere zum Letzteren. Man kann ja seine persönliche Meinung vertreten, aber dieser Rahmen war doch wohl mehr als unangemessen. Sie haben nicht nur den Gastgeber brüskiert, sondern auch ihr Land bis auf die Knochen blamiert mit dieser Aktion. Sie werden die Konsequenzen wohl deutlich zu spüren zu bekommen, was mir für dieses tolle Land echt leid täte.

  6. War doch ne nette Geste von Hatari auch einen Gruß an das besetzte Palästina zu schicken, ein bisschen Raum hätte der Veranstalter den Palästinensern doch auch von sich aus geben können, z.B. mit einem Intervall-Act.

  7. Ich finde auch, dass das eine freundliche Geste gegenüber Palästina war, die die Veranstalter leider in der gesamten Show vermissen ließen.

    • Ja, aber es ist natürlich heikel. Nachher hauen wir uns simpelste politische Manifestationn für komplexeste Probleme um die Ohren. Also: eine symbolische Sanktion für Island (ich würde mir wünsche, dass Island 10 Jahre lang keine Wale mehr fangen darf ;-)) ist angemessen.

      Es ärgert mich allerdings der permanente Maulkorb für Hatari seitens der EBU: was Hatari als politisch denkende Musiker sonstwo äußern, geht die EBU einen feuchten Kehricht an.

  8. Heuchlerische Reaktion seitens der EBU.

    Der ESC in Israel stattfinden lassen, heißt dass alles Politik ist. Von der Wahl des Austragungsortes bis zum Moderatoren und Darstellung der Postkarten.

    Es gab keine Künstler aus Palestina auf der Bühne, es gab keine Aufnahmen von Teilnehmer in Gaza oder ähnliches Terrän. Bereits diese Entscheidung ist politisch. Indirekt wird Palestina damit als eigenständiges Land anerkannt oder direkt ausgegrenzt. Da Israel und Nachbarlanden bereits seit 1948 unfähig sind ihre Probleme ohne Gewalt zu lösen, ist das Hochhalten einer Flagge nichts anderes als ein kleines Signal und das sofortiges lospfeifen im Publikum zeigt, dass man Probleme am liebsten ausblendet statt sie zu lösen oder im Vorfeld auf ein Wartegleis zu parken.

    Es lenkt ab.

    Nicht nur mein Sohn, in den Niederlanden und Belgien regen sich eine Reihe von Meinungsmachern oder Influencern, wie es auf Neudeutsch heißt, ziemlich auf über den Ablauf in Tel Aviv.
    Kernpunkt der Kritik:Der ESC ist kein CSD, keine Gay-Parade und wenn man diesen Songwettbewerb und Politik trennen will, dann sollte man das ganze mehr schwül und weniger schwul zeigen.

    Wenn eine Minderheit soviel Raum bekommt von der EBU, sollte andere Minderheiten auch ihren Platz in der Sendung haben.

    Oder doch ein Hausvebot für Bilal, Conchita, Netta, Dana oder wie auch immer die Möchtegern-Aktivisten sich nennen?

  9. Naja Island erkennt Palästina auch als Staat an.
    Karabach war damals ein Staat den kein Land der Welt anerkannt hat und auch nicht wird

    • Damals war es aber kein Affront gegen das Gastgeberland, das sogar während des Contests aus dem Land auf der Flagge mit Raketen beschossen worden war.

  10. Nach meinem Kenntnisstand sind Hatari während der 2 Wochen nicht nach Palestina gefahren – was sie aber hätten tun können. Loreen hat sich 2013 im nicht minder problematischen Aserbaidschan mit Menschenrechtsaktivisten getroffen – und die dortigen Bedingungen zum Thema gemacht. Das hat Publicity für Loreen gebracht – aber auch den Focus auf die schwieriige Situation vor Ort gelegt, ohne die Regeln zu brechen und den Spaß an der Show zu trüben. Die Intention von Hatari kann ich verstehen,die Wahl der Mittel war sehr daneben.

    • Doch, sie waren in Hebron im besetzten Westjordanland und haben sich dort mit israelischen und palästinensischen Künstlern getroffen.

  11. Dieses arrogant wirkende Getue von Hatari kann ich gar nicht ab – selbst, wenn es nur „Satire, Kapitalismuskritik oder whatever in der Richtung“ sein soll. Ne, sorry, ich kann schon erwarten, dass man bei Pressekonferenzen freundlich ist (der Seitenhieb auf Serhat ging gar nicht) und das mit der Flagge gehört sich einfach auch aus meiner Sicht nicht. Ich bin immer offen für politischen Protest, Aufmerksammachen auf gewisse Zu- und evtl. Missstände etc., aber nicht so und erst recht nicht so arrogant, dafür habe ich kein Verständnis…

  12. Und eine Antwort an @Marko hier, ist jetzt besser lesbar als weitere 5 Sachen direkt untendrunter:
    Ich finde zunächst mal, dass der Song im Mittelpunkt stehen sollte, richtig. Dazu gehören für mich im weiteren Sinne a) der Song an sich (Melodie, Text), b) der Sänger (Stimme) und c) das Staging. Natürlich darf ein Song eine Botschaft transportieren (sonst heißt es wieder „belanglos“, das Wort kann ich ja btw gar nicht ab). Duncan darf über die verlassene Liebe singen, Michael über den Vater – und Conchita, Netta, Bilal, Dana… dürfen selbstverständlich auch über Mobbing, Selbstbewusstsein, LGBT-Erfahrungen, Verhältnis Mann-Frau, Emanzipation… singen. Wo kämen wir denn da hin, wenn das verboten wäre? Problematisch wird es natürlich, wenn ein Act nur deshalb bevorzugt wird. Aber ehrlicherweise hatte Conchita auch Stimme und einen schönen „James-Bond-Song“. Natürlich spielte da auch der Look und das Thema mit rein, klar, kann uns keiner was Anderes erzählen. Aber der Song an sich war auch nicht übel 😉 Und da jetzt von – um einen Begriff der YouTube-Kommentare unter Danas Kiss-Cam aufzugreifen – „gayvision“ zu sprechen, finde ich persönlich arg heftig. (Oder hätte man nur heterosexuelle Paare zeigen sollen? Nur am Rande, das hatte Marko ja nicht angesprochen). Wir feiern Toleranz und Vielfalt und das ist gut so! Und Duncan hat nicht gewonnen, weil er bi ist, das fand ich auch schon als selbst Bisexueller grenzwertig von ihm, darüber in der Pressekonferenz vorm Finale so zu sprechen, obwohl sein Song ja gar nicht das Thema behandelt. In dem Kontext ist es mir egal, mit wem Duncan ins Bett geht (ich will auch nix von ihm 😉), sondern ich mag einfach den Song oder nicht.

    • Ah … ich sehe, dass ich ungenau war *lach*

      Mal ausformuliert. Die Kritiker in NL und B verweisen auf dem Anfang des ESCs oder warum es entstanden ist. Ziel war die Vielseitigkeit und die Unterschiede zwischen den Völkern zu feiern, über Musik alle Europäer mit einander zu verbinden. Das ist schon lange her, etwa 65 Jahre, aber immerhin.
      Dieses ‚Diversity‘ hat sich leider verengt zu Randgruppen, wobei nicht die Auftritte der jeweiligen Teilnehmer groß stören, sondern alles andere.

      Der Griff in der ESC-Retrokiste hätte breiter ausfallen sollen – nicht nur Conchita, Dana und wer-auch-immer, dafür gerne auch andere Teilnehmer aus der Vergangenheit. (Mein Sohn: besser hätte man auf alte Hexen wie Madonna, Conchita, Dana verzichtet.) Ebenfalls braucht man nicht bis zu 5 Mal zu hören, dass einer der Moderatoren mit einem Kerl verheiratet ist (My Husband).
      Die Regie hätte sich auf 100% Umsetzung der Wünsche der Delegationen konzentrieren sollen, statt immer wieder Fangirls-mit-Vollbart zu zeigen. Mensch, das ESC ist viel mehr als diese 200 Männer direkt an der Bühne. Hinten in der Halle sitzen auch Leute!

      Noch eine kleine Ergänzung zum Island. Wenn man schon keine Palestina-Flagge im Bild haben möchte, hätte man Hatari einen Host an der Seite stellen sollen um sicher zu gehen, dass diese Musikgruppe mit klaren Weltansichten keine ‚politische‘ Äußerungen von sich geben würde. Es war zu erwarten und so etwas wird wieder passieren, so bald das ESC in das nächste von realen Krisen geplagtes Land abgehalten wird.

      • Ich kann Deinen Sohn gut verstehen, auch mir war es bisweilen zuviel der „Propaganda“.

      • Ich habe ja nichts gegen LGBT, „aber …..“

        Der homosexuelle Moderator soll nicht fünfmal seinen Ehemann erwähnen. Ein junges heterosexuelles Paar aus Slowenien, das auf derselben Bühne seine Liebe ganz offen zeigt, soll von der LGBT community aber gefeiert werden? Fragt man ein schwules oder lesbisches Paar, ob es das sehen möchte? Muss ja auch nicht sein, da „Randgruppe“ gell?

        Soll die LGBT Ehe geheime Privatsache sein und gehört nicht in eine Show für die klassische Familie? „Don`t ask, don`tell“ ? Back into the closet (macht das in den eigenen vier Wänden hinter verschlossener Tür) ?
        Ja, es gibt sie noch: heterosexuelle Frauen und Männer, die nicht „Kerl“ genug sind, um
        eine LGBT Ehe gelassen sehen zu können. Ohne sich aufregen zu müssen, wenn diese auf einer Bühne thematisiert wird.

        Ich sage: Gleiche Rechte für alle Liebenden. Also sowohl für das Hetero Paar aus Slowenien als auch für den Moderator aus Israel. Und das sind nur zwei von vielen Lebensweisen, die auf der Welt ganz natürlich vorkommen.

        Gefühlte 200 Männer an der Bühne sind „Fangirls“ ???? (Nachfrage: 200 schwule Männer sind also „girls“, korrekt ?) Das muß man sich mal „auf der Zunge zergehen lassen“.
        Und was bitte sind DIE Wünsche DER Delegationen? Nach russischem Vorbild keine „Gay Propaganda“ beim ESC?

        Kommentare dieser Art zeigen, wo die LGBT wirklich steht. Aber Conchita hat es ja eindrucksvoll formuliert: We are unstoppable.

      • @Purple Rain. Mein Sohn ist schwul und hat sich mir gegenüber geoutet als er sechs war. ‚Fangirls mit Vollbart‘ war nur einer seiner Bezeichnungen. 😉

  13. Wer meint, den ESC für seine politische Botschaft missbrauchen zu müssen gehört auf die politische Bühne. Konsequent wäre gewesen wenn die Gruppe sich geweigert hätte ins gehasste Land zu fahren, bzw. die palästinensische Gastfreundschaft in Gaza statt Israel für die Übernachtung zu nutzen. So sind sie einfach nur Spassbremsen und inkonsequente Heuchler.

  14. Noch kurz vor dem ESC hat die Hamas Raketen auf Israel geschossen und unschuldige Menschen verletzt. Wer sich mit solchen Verbrechern solidarisch zeigt, der disqualifiziert sich selbst. Es ist zwar schade für Island, aber ich finde, die Band sollte nachträglich disqualifiziert werden und ihre Platzierung somit aberkannt werden. Außerdem sollte Island, die ja diese Judenhasser nach Israel geschickt haben, mindestens für den nächsten ESC gesperrt werden.

    • So einfach ist das dann aber auch nicht. Es gibt eine sehr spannende Reportage auf arte, die die ambivalenten Gefühle z.B eines offen schwuhlen Künstlers aus dem Gaza-Streifen hinsichtlich des ESC in Tel Aviv beschriebt. Vielleicht kram ich Dir den Link noch mal raus.. (Und ultraorthodoxe Juden, die wie wild auf den Straßen von Tel Aviv raven… wenn nicht gerade Sabbath ist ;-)).

    • Sorry, Israelkritik hat nichts mit Antisemitismus zu tun. So ganz unschuldig an der derzeitigen Situation ist nämlich die Netanjahu-Regierung keineswegs. Ja, ich maße mir so etwas an !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      • Israelkritik ist ja, besonders bei der Netanjahu Regierung absolut angebracht. Dies aber durch Unterstützung eines Terrorregimes zu äußern ist absolut unangebracht.

    • Es gab nicht nur Verletzte sondern Tote auf beiden Seiten, hat mir den ESC verdorben. Hab mir von Anfang eine Austragung in einem neutralen Land gewünscht, damit so eine Reaktion der Hamas erst gar nicht provoziert wird. Hier wurde daraufhin kommentiert , das Israelis eine solche Situation wie den Raketensbeschuss und Tote gewohnt sind. Na dann super

      • @Karin: Ich finde es absolut richtig. das der ESC in Israel trotzdem stattgefunden hat. Denn hätte man es nicht getan, hätte das den Verbrechern von Hamas nur weiterhin auftrieb gegeben. Ich bin mir sicher, an so Leuten wie Hatari hätte der Hitler bestimmt seine Freude gehabt.

      • @escfan05

        Wenn man denkt, blöder geht’s nicht mehr…
        Gemessen an der „Qualität“ deines Kommentars, hätte Hitler sicher eher an dir sein Freude gehabt.
        Dein Nickname ist in diesem Sinne schon ein Widerspruch in sich, aber deine Mutter muss sicher ganz stolz auf dich sein. 🙂

  15. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern existiert seit langer Zeit und wir als Außenstehende sollten uns nicht anmaßen darüber eine Meinung zu bilden. Es geht dabei nicht nur um den Kampf um ein Land, sondern um Heimat, Gerechtigkeit und Identität – es gibt hier kein schwarz und weiß, keine Seite hat recht und die andere Seite nicht.

    Wenn jemand nun bei jemandem zu Gast ist (in diesem Fall die isländische Delegation in Israel) und sich medienwirksam auf die Seite „des Feindes“ stellt und damit den Gastgeber als „schuldigen“ hinstellt, so muss man sich zumindest nicht wundern, wenn die Gastgeber das nicht toll finden. Ganz egal was man über den Konflikt denkt und wie man ihn empfindet, es ist dummes, westliches Denken sich auf eine Seite zu stellen und man sollte doch zumindest verstehen können, das man mit einer solchen Geste jemanden verletzt.

    Bei Madonnas Auftritt ist der Fall noch ein bisschen anders und stößt wohl deshalb auch nicht so richtig blöd auf: Hier waren umarmende Tänzer zu sehen (https://youtu.be/Dsx4pVjUth0?t=11078). Die einen mit israelischer Flagge, die anderen mit der Flagge von Palästina. Der Wunsch hinter diesem Bild ist also eher ein Friedenswunsch, bleibt dabei aber neutral.

    Da Provokationen von Hatari in Richtung Israel zuvor bekannt waren (ehrlich gesagt bin ich sogar verwundert das die so harmlos blieben), ist es recht blauäugig von der EBU jetzt über das Zeigen der Flaggen überrascht zu sein. Hier hätte man im Vorfeld genau schauen müssen, welche Intentionen bei der isländischen Delegation im Vordergrund steht. Nun muss man im Nachgang Gespräche führen und dann überlegen ob und welche Sanktionen nötig und richtig sind.

  16. Erst wenn Palestina am ESC teilnehmen darf, glaube ich daran, dass diese Veranstaltung dem friedlichen Miteinander der Menschen dient. In diesem Sinne: Gut gemacht Hatari!!

  17. Bei den ganzen Komentaren hier, frage ich mich, wie das zeigen der Palästinensischen Flagge einen „den Abend versauen“ kann. Das ist mir unbegreiflich. Auch warum das für Island „peinlich“ sein soll. Den Abend versauen und Peinlich ist doch eher die Tatsache, dass die EUROVISION mittlerweile in Staaten stattfindet die von HUMAN RIGHTS überhaupt nichts halten. Denen ein friedliches miteinander überhaupt nichts bedeutet. Und während solch einer Übertragung werden womöglich wieder dreijährige erschossen. Aber einigen hier versaut nicht das erschiessen von Kindern den Abend, sonder das die Palästinensische Flagge gezeigt wird. Ehrlich gesagt, ich kann nicht verstehen, wie auchnur eineinziger Karten für diese Veranstaltung kaufen und dort hinfliegen konnte. Gastgeberländer sollte immer Menschenrechte wahren und einhalten und keine Kriegsstaaten sein!

    • @Hans: Na dann ist ja gut, das der ESC nicht in Palästina stattfinden kann und wird. Israel bewahrt Menschenrechte, kein Land muss seine Bewohner von Terroristen wie der Hamas abschlachten lassen. Im übrigen ist Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten. Danke das du einem Demokratischen Land das Recht sich zu verteidigen absprichst. Es ist gut das der ESC in Israel stattgefunden hat, nur um den Terroristen von Hamas und PLO zu zeigen, das man sich von Terroristenabschaum nicht einschüchtern lässt. Die Hamas hat noch kurz vor dem ESC, ohne Grund, Raketen auf Israel geschossen, aber das war wohl für dich okay. Israel verdient unsere 100%ige Unterstützung und nicht Kritik. Und du kannst ja gut Israel kritisieren, du bist ja auch nicht von Terror bedroht.

      • Sorry, aber ich verfolge deine ‚kommentare‘ schon weiter oben.
        Auch du bis hier ein musterbeispiel für scheuklappensicht.
        Die historie der unterdrückung Paletinas ist schon etwas älter. Und Ja, Israel misachtet menschenrechte auf ziemlich drastische art. In dem sinne hat Hans recht, auch wenn seine sichtweise genauso einseitig wie deine ist.
        Die terroristen hat sich Israel selber herangezogen.
        In den 90ern gab es eine kurze beiderseitige entspannung unter Jitzchak Rabin. Bis der von einem rechtsextremen, ultraortodoxen religiösen spinner ermordet wurde.
        Israel ist seit jahren bereits ein von rechtskonservativen regiertes land. Es sind im prinzip jüdische nationalisten, also die gleiche denke wie AfD oder Viktor Orban, nur andere religion. Ich mache bei nationalisten keinen unterschied welcher religion oder nicht sie angehören. Die geisteshaltung ist die gleiche.
        Insofern ist Israelkritik ein muss und hat mit antisemitismus nix zu tun. Es geht um einen staat und seine handlungen, nicht welche biebel da jemand unter dem kopfkissen hat.
        Genaugenommen sollten sich die religiösen spinner von Christentum, Judentum und Islam endlich mal darauf konzentrieren das sie alle an den selben einen gott glauben. Alles andere ist zweitrangig.

  18. Hallo,

    ich stimme @Marko teilweise zu, die Regie zeigt in den letzten Jahren bei den Live-Bildern aus den vorderen Publikumsreihen scheinbar nur Fans aus der LGBT-Community, es wirkt in diesen Momenten wirklich so, als gäbe es nur dieses Publikum.

    Da ich leider noch nie live an einem ESC-Austragungsort und in der Halle dabei war, kann ich überhaupt nicht beurteilen, ob dieser Eindruck tatsächlich der Realität entspricht. Gibt es – ähnlich wie bei Preisverleihungen à la Grammy-Awards – schon vorab eine Auswahl des Veranstalters, wer in den „sichtbaren“ Bereich direkt an der Bühne und den Laufstegen darf und wer nicht? Oder werden die Karten für diesen Bereich von „Front-of-Stage“ im Vorfeld nur über die Fanclubs verkauft? Oder ist es einfach so, dass das das Publikum in der Halle überwiegend zur LGBT-Community gehört und die Bilder folgerichtig dieses Zahlenverhältnis korrekt abbilden?

    • Um deine Frage zu beantwroten, fange ich mal hier an:
      1 https://esc-kompakt.de/spart-schon-mal-euer-soldi-saftige-ticketpreise-in-tel-aviv/
      2 https://esc-kompakt.de/tel-aviver-ticket-trubel-streichungen-aenderungen-preissenkungen/

      Es ist nicht so, dass die teuere Stehplätze über Fanclubsverkauft werden, aber die Fanclubs zeigen fast immer den schnellsten Weg zum digitalen Ticketschalter oder bekommen selbst ein Teil der verfügbaren Tickets zum weiterverkauf. (Eine Angehensweise, die ich eigentlich in Länder mit Vetternwirtschaft erwarte.)

      Nun die Frage: wer kauft ein Ticket? Die Stehplätze waren verdammt teuer und wenn man die Länge der Sendungen mitrechnet, muss man eine gute Kondition haben um bis zu 6 Stunden zu stehen. Wer kleine Kinder hat oder nicht am stehen gewöhnt ist oder schlichtweg eine Behinderung hat, wird bestimmt nicht so ein Ticket kaufen. Das machen nur die Hardcorefans mit guter Kondition.

      Der ESC ist im Mai. Wer hat Zeit, Geld und Lust um in diesem Monat eine Woche zu verreisen? Nicht wer Kinder im Schulalter hat, nicht wer wenig Urlaubstage zusteht. Dafür alle mit ausreichend Zeit, Budget und Reiselust. Also eher die Singles und kinderlosen Paaren.

      Bis jetzt kein Wort zum sexuelle Orientierung des Publikums und das bleibt so. Die Regie hat gezielt schwule Männer im Publikum gesucht um ein Statement zu machen. ‚Wir sind ach so tolerant.‘ Aber von der Bühne aus gesehen, gab es links ein Feld für Leute mit Behinderungen. Die sind kein einziges Mal gezeigt worden während die drei offene Sendungen. Ach die Leute auf den übrigen Sitzplätzen blieben verschont von Kamerafahrten, mit Ausnahme eines Kusskameras, der einige Leute hochschrecken und erstarren ließ.

      Mein Fazit: man hat die Realität gedreht.

      Zurück in der Politik. Die Isländer haben eine Flagge hochgehalten und damit ein bisschen das andere Israel geärgert. Mehr nicht. Kaum die Rede wert, wenn EBU und Organisation sich bewusst entscheiden nicht die Realität zu zeigen, sondern zu drehen und zu verengen bis alles ins eigene Bild passt.

      • Herzlichen Dank und moltes gràcies für die schlüssigen Er- und Aufklärungen und auch für die Links!

  19. Das erklärt den Grund warum sie nicht eingelaufen sind bei der Vorstellung der Nationen ich habe sie nach UK vermisst
    Mehr als eine Geldstrafe wird nicht folgen

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