
Nur noch drei Länder des ehemaligen Jugoslawiens sind aktuell beim ESC dabei. Während sich Bosnien und Herzegowina und Nordmazedonien aufgrund der steigenden Kosten nicht am Wettbewerb beteiligen können, steht eine offizielle Erklärung aus Montenegro noch aus. Doch Nachbar Serbien ist immerhin sicher in Malmö am Start. Das Interesse im Land scheint sogar größer zu sein als noch im vergangenen Jahr, denn der zuständige Sender RTS vermeldet jetzt einen Bewerberrekord.
Stolze 235 Songs sind für den serbischen Vorentscheid Pesma za Evroviziju eingereicht worden, was 50 Beiträge mehr sind als bei der vergangenen Ausgabe. Olivera Kovačević aus dem RTS-Team hat jetzt in einem Podcast verraten, dass die verantwortlichen sehr zufrieden mit der hohen Anzahl an Einreichungen sind. Schon bald soll eine Jury mit der Bewertung loslegen und Ende Dezember wird bekannt gegeben, wer es in den Vorentscheid schafft:
„Von Jahr zu Jahr wächst das Interesse und ich kann sagen, dass wir [sowohl] Amateuraufnahmen unter den Einreichungen haben, [als auch Bewerbungen von] Spitzenprofis, jungen begabten Künstler:innen und Menschen, die bereits eine erfolgreichen Karriere haben.“
Am 11. Dezember beginnt die Vorauswahl der internen Jury. Wie viele Songs es in die Live-Shows von Pesma za Evroviziju schaffen, ist noch unklar – mindestens 30 sollen es allerdings werden, sagt Kovačević. Vermutlich werden erneut eine Jury und das Publikum via Televoting über den Act entscheiden, der Serbien beim ESC vertreten darf. So schaffte es dieses Jahr Luke Black nach Liverpool, der sich im ESC-Finale aber nur weit hinten platzieren konnte.
Da so viele Songs für die Shows ausgewählt werden, gibt es erneut zunächst zwei Halbfinals vor dem großen Finale. Diese werden am 27. und 29. Februar ausgetragen. Das Finale folgt dann am Samstag darauf, also am 2. März. Bislang gibt es noch keine finalen Bestätigungen der Acts, die sich unter den Einreichungen befinden, allerdings haben sich einige Künstler:innen schon vor Wochen zu einer potenziellen Teilnahme geäußert.
Mögliche Acts für den serbischen Vorentscheid 2024
Schon in diesem Jahr galt Filip Baloš als Mit-Favorit auf den Sieg des serbischen ESC-Vorentscheids und hat es letzten Endes auch auf einen guten vierten Platz geschafft. Mit seiner Wettbewerbsnummer „Novi plan drugi san“ hat er es in unserem ESC kompakt Second Chance Contest dieses Jahr sogar bis ins Finale gepackt. Jetzt will es Filip nochmal wissen und hat sich, Berichten zufolge, beim serbischen Sender RTS beworben. Es bleibt abzuwarten, ob er für die Liveshows ausgewählt wird; es ist aber sehr gut vorstellbar.
Wer definitiv nicht beim Vorentscheid 2024 in Serbien dabei ist, ist Sara Jo. Sie galt 2022 als riesige Favoritin auf den Sieg und viele sahen die Sängerin bereits beim ESC in Turin, allerdings schnappte ihr Konstrakta das ESC-Ticket vor der Nase weg. Auf einen erneuten Versuch angesprochen, sagte Sara jetzt aber, dass sie aktuell keinen Song parat habe und somit kommendes Jahr nicht ihre Zeit sei. Sie schließt aber nicht aus, es in Zukunft noch einmal zu probieren.
In den letzten beiden Editionen von Pesma za Evroviziju war auch Angellina mit dabei. Sie hat eine weitere Teilnahme aber generell komplett ausgeschlossen und den Vorentscheid als „manipuliert“ bezeichnet. Mit „Origami“ schaffte sie es 2022 immerhin bis auf Platz vier der Show, mittlerweile will sie sich vom ESC-Vorentscheid aber distanzieren. Was genau vorgefallen ist, ist nicht bekannt.
Wie wir an anderer Stelle bereits berichteten, soll Sängerin Breskvica Interesse an einer ESC-Teilnahme haben. Die 22-jährige hat sich innerhalb weniger Jahre eine riesige Fanbase in ihrer Heimat aufgebaut. Breskvica heißt eigentlich Anđela Ignjatović und hat in Serbien bereits mehrere Awards gewonnen. Sie ist mit ihrer Musik auch in anderen Balkan-Ländern erfolgreich. Erst gestern veröffentlichte sie ihre neue Nummer „Vidi se“.
Wen willst Du beim ESC kommenden Mai für Serbien sehen? Sind 30 Songs in einem Vorentscheid zu viel oder findest Du die Zahl angemessen? Schreib es uns gerne in die Kommentare.
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Statt sich über eine teilnahme von israel zu echauffieren, sollte sich die wiwiblogg-esc-bubble besser gedanken machen, ob eine teilnahme serbiens angebracht ist. Grad serbien, dessen regierung und auch dessen bevölkerung grösstenteils den russischen angriffskrieg unterstützt, die extrem schwulenfeindlich gesinnt sind und die überhaupt alle werte, die in europa und der ebu wichtig sind, komplett verneinen.
Es gibt auch Probleme zwischen Serbien und Kosovo!
Wenn interessiert denn die „wiwiblogg-esc-bubble“, wenn du dich über die auslassen willst, mach das doch auf deren Blog?
👍
Das sind doch sehr pauschale und simplistische Urteile über die serbische Bevölkerung. Ich stimme Dir aber zu bei Deiner Kritik an der wiwiblog-esc-Bubble bzgl. Israel.
Serbien (und früher Jugoslawien) ist genauso wie Israel eins meiner ESC-Lieblingsländer.
Volle Zustimmung zu Deinem Kommentar von meiner Seite.
Merci!
Ich hoffe, die wählen nicht schon wieder einen schrägen Song. Ich will mal wieder was Folkloristisches aus Serbien hören 🙂
Gebe Dir völlig recht!
Konstrakta war für mich schon grenzwertig, aber Luke Black war einfach nur Furchtbar. Keine Ahnung warum man den noch ins Finale geschoben hat.
Ich hoffe auch, das Serbien wieder zu seinen üblichen Balkansound zurückkehrt. Gerne wieder gepaart mit modernen Klängen á la Hurricane oder Balkanika.
Habe mal gelesen, diese klassischen Balkannummern hingen den Jüngeren nur noch zum Halse raus – so, wie du hier halt auch keinem unter 40 mit Volksmusik kommen müsstest. Mir persönlich fehlen Nummern wie Zeljko Joksimovic oder Nelly Ciorbanu aus Moldawien aber auch.
„Hora din Moldova“ – mein absoluter Uplift-Song!
Ich bin dann eher für Joksimovic und Co. Hurricane ist mir zu trashig.
der Serbische Beitrag 2023 war als Musik-Komposition nicht schräg, sondern modern und ungewöhnlich ‚fortschrittlich‘ für einen Song, der einen nationalen Vorentscheid hat gewinnen können (lag im Televote aber halt im Finale denn doch nur auf Rang 2 (1,5% Rückstand auf Princ, der ja ein ziemliches Folk Ding gebracht hatte). Die Jury hat entschieden, dass er fahren darf und nicht Princ, oder Nada oder Filip Balos, die die Fahrt theoretisch auch gewinnen können, wenn es die Jury so positioniert hätte.
Der einzige der kommerziell mit seinem Beitrag im PZE23 finale was reissen konnte war Filip Balos.
Dzipsii war mit Greh im PZE23 Final übrigens auch recht ungewöhnlich (wenngleich schlecht vorgetragen). Landete im Televote auf einem starken Rang 3…
Nur leider war der Livegesang von Luke Black unzureichend (ich fand seinen Sieg beim serbischen Vorentscheid recht erstaunlich).
Im Nachheinein betracht könnte man schon behaupten die Entscheidung pro Luke Black war eine Fehleinschätzung der Jury.
Gegen Princ hätte ich auch nichts, ganz im Gegenteil. Er hat ja optisch sehr viel zu bieten !
Breskvica Gnezda Orlovo ist am Start für Serbien dieses jahr geiles Lied.
Mal gucken was 2024 aus Serbien kommt, die experimentelle Schiene hat dieses Jahr ja nicht so toll funktioniert, im Gegenteil hat sogar die Diaspora Luke Black links liegen gelassen.
Hier kann man es sehen, keinen Punkt von den Zuschauern in Deutschland und Österreich und gerade mal ein Pünktchen aus der Schweiz:
https://pbs.twimg.com/media/FxooH8cWAAMb-tZ?format=jpg&name=4096×4096
Konstrakta fand ich wirklich gut und kreativ, aber Luck Black fand ich eher bizarr, irgendwie unheimlich. Einfach too much. Da wurde schon arg übertrieben.
Würde mich echt mal wieder über einen ruhigeren serbischen Beitrag freuen, so wie 2004, 2005 (okay, es heißt ja, habe gehört, dass die Band aus Montenegro stammen soll, aber egal) oder 2008.
Die Kleine Breskvica mit dem song GNEZDA ORLOVO ist zur zeit auf you tube der renner schau rein geiler song.
Off-topic:
Mahmood und Blanco zusammen in Sanremo 2024 ? Mahmood wird bei seiner neuen Teilnahme am Festival di Sanremo 2024 solo performen. Mit seiner neuen Single „Cocktail D’Amore“ bin ich bis heute zwar nicht warm geworden. Trotzdem glaube ich, dass sein Sanremo-Song kein Durchschnittsong sein wird und Fans, Presse sowie Publikum überraschen wird.
Aber auch am vierten Abend von Sanremo – jenem Abend der Cover und Duette – könnte bei Mahmood eine (für den einen eine positive und für den anderen eine negative) Überraschung bergen. Denn nach seiner neuesten Story auf Instagram brodelt die Gerüchteküche, dass Mahmood sein Duett mit Blanco performen könnte.
Mahmood hat vorgestern / gestern auf Instagram eine Geschichte geteilt, in welcher er Blanco mit seiner Gitarre filmt, wie dieser darauf spielt. Die beiden waren zusammen. Haben sie an einem normalen, ruhigen Nachmittag einfach nur unter Freunden gemeinsam musiziert oder bereiten sie gemeinsam etwas für den vierten Abend bei Sanremo 2024 vor ?
Die Gossip-Medien in Italien sind auf jeden Fall voll auf diesen Zug aufgesprungen.
Ob der nach der Randale Nummer wirklich noch mal da auftreten darf?
Blanco ist nach seiner Randale-Nummer mit seinem neuen Album, welches er drei oder vier Wochen später veröffentlicht hat – sofort auf Platz 1 der italienischen Album-Charts eingestiegen und hat sich dort auch mehrere Wochen gehalten. Also seine Fans (m/w/d) und solche, die einfach nur Musikliebhaber (m/w/d) sind und mal dies und mal das hören, haben ihm seine „Blumenbeet-Randale-Nummer“ nicht wirklich übel genommen.
Und Amadeus übrigens auch nicht. Der hat die Randale-Nummer (cooler Ausdruck) sogar echt mit Humor genommen. 😀
Außerdem waren danach auch alle seine Konzerte ausverkauft und in anderen großen italienischen Fernsehsendungen war er auch auch immer mal wieder zu Gast. Auch dort erhielt er immer normalen und manchmal großem Applaus.
Die Randale-Nummer ist in Italien nicht vergessen aber wurde als kindische Aktion abgehakt und niemand trägt sie ihm nach. Blanco ist längst wieder rehabilitiert.
Blancos aktuelles Album finde ich wirklich gut, die Aktion war etwas unnötig, ja, aber wenn er wieder auf der Bühne steht, kann man sicher sein, dass alle darüber reden werden.
Es gibt Neuigkeiten aus den Niederlanden bei den möglichen Teilnehmern zum ESC 2024:
https://eurovoix.com/2023/12/07/netherlands-dutch-candidate-for-eurovision-2024-karsu-numidia-or-ilse-delange/
Das Management von Ilse de Lange hat eine mögliche Rückkehr zum ESC nach zehn Jahren dementiert.
PzE hat sich in den vergangenen 2 Jahren in die kleine Gruppe meiner Lieblings-VE geschmuggelt, und „Novi plan drugi san“ ist meine Nummer 2 der gesamten Saison 2023.
Für Serbien sind 235 ein Rekord und trotzdem ist die Qualität so hoch wie in keinem anderen Balkanstaat.
Dass ein Bewerberrekord ausgestellt wurde, ist schon beeindruckend! Mehr Bewerbungen als in den goldenen 2000er Jahren… schon krass. Hoffe auf viele gute Songs!
Der serbische Vorentscheid 2023 war wirklich cool und hatte eine bunte Auswahl an Liedern: Elektropop, Ethnoklänge, Balladen, Dance-Nummern, Traditionelles, Avantgarde, Camp..
Ich bin zuversichtlich, dass es auch nächstes Jahr wieder einen qualitativ starken Wettbewerb geben wird.
Das ersehnte Ziel ist natürlich die Diversität und Originalität der letzten Schweizer Beiträge zu erreichen.
@Sis` – die Diversität der letzten Schweier Beiträge`? Also jammernder Typ? Da war Serbien wesentlich diverser…
Moj brate, das war doch auch ironisch & li’l Seitenhieb – you of all people should know me by now! 🙃
„Hora din Moldova“ ist mein absoluter Lieblings-ESC-💃💃💃
Auf dich ist wie immer Verlass! 🙂
Ich mag das auch !
Nächste Woche Montag wird offiziell der ESC-Teilnehmer aus den Niederlanden verkündet:
https://eurovoix.com/2023/12/08/netherlands-eurovision-2024-entrant-revealed-december-11/
Und das sind die Wettbewerbstitel des Eesti Laul 2024 zum Anhören:
https://eurovisionworld.com/esc/estonia-songs-for-eesti-laul-2024-released
Viel Vergnügen.
Serbien hat dieses Jahr auf die Teilnahme am JESC verzichtet und die kreative Chefin des serbischen ESC-Vorentscheides Olivera Kovačević hat im Podcast Evrovizijske priče erklärt, weshalb sich RTS dazu entschieden hat:
https://eurovoix.com/2023/12/09/serbia-return-to-junior-eurovision-unlikely/
Ob Serbien nächstes Jahr am JESC teilnimmt, steht nicht fest.
Übrigens kann man Esther’s Coverversion zu „Slave To The Rythm“ bereits online finden, ist vor 2 Wochen erschienen: