
Nach dem ganzen Drama um Joost Klein und seinen Ausschluss vom Eurovision Song Contest 2024 in Malmö, ließ sich das niederländische Fernsehen besonders lange Zeit, um seine Teilnahme am Wettbewerb in Basel zu bestätigen. Das Land kehrt aber nicht bockig zurück, sondern offenbar mit richtig viel Bock, der EBU zu beweisen, dass man weiß, wie der ESC funktioniert. Mit der Nominierung von Claude (Aufmacherbild) setzten die Verantwortlichen eine erste Duftmarke. Mit der Veröffentlichung des Beitrags „C’est la vie“ machte die Niederlande dann unmissverständlich klar, dass sie in Basel ganz vorn mitspielen will.
Claude und sein Lied wurden in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt, das der niederländische Sender AVROTROS intern durchgeführt hat. Insgesamt waren 331 Beiträge für die interne Auswahl zum ESC bei der Rundfunkanstalt eingereicht worden. Die Bewerbungsfrist war vergleichsweise kurz und endete am 22. November 2024. Einen knappen Monat später stand dann der niederländische Interpret für den ESC in Basel fest.
Claude ist ein junger Sänger, der ursprünglich aus dem Kongo kommt. Mit 13 Jahren zog er mit seiner Familie in die Niederlande. Kurz nach dem Umzug erlebte er dort zum ersten Mal den Eurovision Song Contest – ein Moment, den er nie vergessen hat. Besonders begeistert war er, als Conchita Wurst gewann. Seitdem schaut Claude jedes Jahr mit seiner Familie den ESC. Diese Begeisterung für Musik brachte ihn schließlich dazu, selbst Sänger zu werden.
Seinen großen Durchbruch hatte Claude im Jahr 2022 mit dem Hit „Ladada (Mon Dernier Mot)“. Das Lied wurde millionenfach gestreamt und machte den Sänger in den Niederlanden sehr bekannt. Er gewann wichtige Musikpreise und trat in bekannten Fernsehsendungen auf. 2024 veröffentlichte Claude sein erstes Album „Parler Français“, das er selbst mitgeschrieben hat. Mit seiner Band tourte er durch die Niederlande und Belgien. Auch international ist Claude erfolgreich – seine Lieder laufen in vielen Ländern im Radio, besonders in Italien.
Das Lied
Claudes ESC-Beitrag „C’est La Vie“ wird teilweise auf Englisch und teilweise auf Französisch gesungen. Geschrieben wurde das Lied vom Sänger selbst gemeinsam mit Léon Paul, Arno Krabman und Joren van der Voort. Arno Krabman hat bereits ESC-Erfahrung und war 2022 an „De Diepte“ von S10 beteiligt.
In „C’est La Vie“ singt Claude über seine Mutter, aber auch Mütter im Allgemeinen. Das Lied beginnt als ruhige Klavierballade, entwickelt dann aber einen markanten Beat, über dem eine Midtempo-Ohrwurm-Melodie liegt. „C’est La Vie“ endet dann wieder, wie es begonnen hat, ruhig und zurückgenommen.
Der Check
Song: 3,5/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten (auf Basis des Videos)
Instant Appeal: 5/5 Punkten
Douze Points: Zeitlos muss beim ESC ja nicht schlecht sein – und das ist „C’est La Vie“ in jedem Fall. Dazu kommen die Stimme von Claude und die Botschaft des Liedes. Ansonsten kann ich aber den Hype nicht ganz verstehen. Ich fühle mich durch die englisch-französischen Klopfreime auf Kindergartenniveau auch nicht wirklich ernstgenommen. Darüber rege ich mich dann so auf, dass ich das Schöne an dem Betrag möglicherweise überhöre/übersehe. 6 Punkte
Manu: Waren meine Hoffnungen zu hoch? Auf dem Papier und auf Basis der Vorberichte klang der niederländische Vertreter Claude wie der diesjährige ESC-Gewinner. „C’est La Vie“ entpuppt sich nun als lupenreiner Radio-Pop-Song mit Message. Da ist erstmal nichts falsch dran und ich hab durchaus Laune beim Hören. Für mich atmet das Lied die Musik des belgischen Musikers und Ausnahmetalentes Stromae – leider aber ohne dessen musikalische Qualität nur annähernd zu erreichen. 6 Punkte
Max: Einer meiner großen Faves in diesem Jahr. Französisch und die Niederlande – da war ich zwar am Anfang skeptisch, aber dass so ein gut produzierter und chartfähiger Song dabei herauskommt, alle Achtung. Hier stimmt für mich einfach das Gesamtpaket aus Künstler, Song und – so vermute ich mal – Performance. Ich bin gespannt! 12 Punkte
Rick: Schon Claudes vergangene Hits haben sich durch ihre Einfachheit und ihren hohen Ohrwurm-Charakter ausgezeichnet. Ich bin froh, dass auch sein ESC-Beitrag in diese Richtung geht. „C’est La Vie“ klingt frisch und dennoch irgendwie vertraut. Der Text ist nicht zu komplex und dadurch leicht verständlich. Mir persönlich fehlt aber das Besondere, Eigenständige an der Nummer. Insgesamt ein cooler Beitrag, der für mich aber nicht ganz oben mitspielt. 7 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Benny: 12 Punkte
- Berenike: 6 Punkte
- Chris: 12 Punkte
- Danio: 4 Punkte
- Giulia: 3 Punkte
- Laureen: 7 Punkte
- Peter: 12 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 87/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „C’est La Vie“ auf Platz 3.
Wie schneidet der niederländische Beitrag "C'est la vie" von Claude ab?
- Top 5 (40%, 267 Stimmen)
- Platz 6-10 (38%, 251 Stimmen)
- Platz 11-15 (14%, 91 Stimmen)
- Platz 16-20 (4%, 28 Stimmen)
- bleibt im Halbfinale hängen (3%, 21 Stimmen)
- Platz 21-26 (1%, 4 Stimmen)
Total Voters: 662
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- (1) Estland: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash
- (2) Island: „Róa“ von VÆB
- (3) Polen: „GAJA“ von Justyna Steczkowska
- (4) Portugal: „Deslocado“ von NAPA
- (5) Slowenien: „How Much Time Do We Have Left“ von Klemen
- (6) Schweden: „Bara Bada Bastu“ von KAJ
- (7) Ukraine: Bird of Pray“ von Ziferblat
- (8) Albanien: „Zjerm“ von Shkodra Elektronike
- (9) Aserbaidschan: „Run With U“ von Mamagama
- (10) Belgien: „Strobe Lights“ von Red Sebastian
- (11) Kroatien: „Poison Cake“ von Marko Bošnjak
- (12) Zypern: „Shh“ von Theo Evan
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