
Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt: AIDAN darf seine Heimat Malta beim Eurovision Song Contest vertreten. Der Sänger konnte mit dem Lied „Bella“ den nationalen Vorentscheid Malta Eurovision Song Contest 2026 gewinnen und fährt nun zum internationalen Wettbewerb nach Wien.
AIDAN heißt bürgerlich Aidan Cassar und nahm 2018 erstmals am maltesischen Vorentscheid teil. Im selben Jahr war er auch bei X Factor Malta zu sehen und zu hören. 2022 erreichte AIDAN sein – bis zu diesem Jahr – bestes Vorentscheid-Ergebnis: Den 2. Platz mit „RITMU“. Ein Jahr darauf wäre er eigentlich mit der Nummer „Reġina“ dabei gewesen, wurde aber noch vor der Teilnahme disqualifiziert.
Seitdem hat sich AIDAN eine große Fangemeinde aufgebaut und es ist ihm gelungen, die maltesische Sprache mit modernen Sounds zu verbinden und so Musik in Landessprache auf Malta wieder attraktiv zu machen. Seine Hits wie „Naħseb Fik“ und „Ritmu“ stürmten die nationalen Radiocharts und erreichten Millionen von Streams auf Plattformen wie Spotify und YouTube. 2023 veröffentlichte er sein Debütalbum „ This Is AIDAN“ , gefolgt 2025 von der EP „Wild, Wild, Wild“ mit sieben Titeln. Zuletzt schrieb AIDAN Geschichte, indem er 10.000 Menschen zu seinem Konzert AIDAN THE SHOW lockte; die größte Besucherzahl, die jemals für einen einheimischen Solokünstler in Malta verzeichnet wurde.
Bei diesjährigen Malta Eurovision Song Contest musste sich AIDAN gegen 17 andere Acts durchsetzen. Zunächst überstand er das Halbfinale des MESC, in dem sich nur die besten 12 Lieder für das Finale qualifizierten. In diesem setzte sich AIDAN dann in einem 50/50-Voting aus Jury- und Zuschauerabstimmung durch – knapp vor Televoting-Sieger MATT BLXCK.
Das Lied
AIDANs ESC-Beitrag „Bella“ wurde von ihm selbst gemeinsam mit Joep van den Boom und Sarah Bonnici komponiert. Letztere trat vor zwei Jahren selbst beim Eurovision Song Contest für Malta an. Den Text, der größtenteils auf Englisch ist, aber auch mehrere Zeilen auf Maltesisch enthält, hat AIDAN komplett selbst verfasst.
An der Aufnahme des Liedes war das Symphonieorchester des bulgarischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks BNR beteiligt. Das hört man „Bella“ auch an. Die Ballade wirkt größtenteils sehr opulent, wechselt aber auch immer wieder zwischen unterschiedlichen Stilen. Zunächst geht es in der Tradition einer typischen James-Bond-Ballade los, später liegt der Fokus auf Zupfinstrumenten, so dass „Bella“ – passend zum aktuellen Stil von AIDAN – wie eine Western-Ballade klingt. Zwischendurch kann man auch leichte Marsch-Anleihen hören.
Textlich geht es im maltesischen Beitrag um eine vergangene Liebe, die nicht im Guten auseinander gegangen ist. Für den Protagonisten fühlt sich das Ende der Beziehung an wie eine Niederlage. Im maltesischen Teil des Liedes wird der oder die Ex deshalb mit Jean de la Valette verglichen, der als unbesiegbar galt. Der Titel „Bella“ deutet schließlich aber darauf hin, dass der Erzähler es schafft, am Ende doch das Gute und eben das Schöne an der Beziehung in Erinnerung zu behalten.
Immer wieder wurde von Fans auch spekuliert, ob AIDAN in „Bella“ nicht vielmehr seine maltesische Heimat besingt statt einer Person. Das war vor allem die Folge der Frage, warum sich „Bella“ textlich eher an eine Frau richtet (und diese auch in der Bühneninszenierung eine Rolle spielt), obwohl AIDAN schwul ist. Eine entsprechende Interpretation gibt der Text aber nicht her und sie wurde von AIDAN auch nicht bestätigt. Vielmehr besingt er im Lied die (geschlechtslose) Schönheit an sich.
AIDAN tritt mit „Bella“ für Malta im zweiten ESC-Halbfinale am 14. Mai auf Startplatz 14 an.
Der Check
Song: 2,5/5 Punkten
Stimme: 3,5/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 2,5/5 Punkten
Bennet: Das ist ein bella Song. Mit dem Einstieg in die Melodie hat der Song sofort meine Aufmerksamkeit. Auch die Mischung aus Englisch und Landessprache gefällt mir sehr. Leider entwickelt sich der Song für meinen Geschmack zu langsam und zieht sich zeitweise. 7 Punkte
Benny: „Bella“ hat gewisse Ohrwurm-Qualitäten, kommt für mich aber extrem schmalzig daher. Aus genau demselben Grund fällt es mir auch schwer, mit AIDAN zu connecten, der gesamte Auftritt wirkt ziemlich aufgesetzt und geschauspielert auf mich. Dann gibt es für mich da auch noch die Schere zwischen AIDANs neuem Country-Look, seinem bisherigen Werk und dieser Standardballade. Irgendwie passt hier nichts so ganz zusammen, auch wenn der Song nicht schlecht ist. 5 Punkte
Manu: „Bella“ lässt mich musikalisch einerseits an James Bond, andererseits aber auch an Nick Cave & The Bad Seeds denken. Eine durchaus interessante Mischung und sehr clevere Idee, nicht auf die Popmusik zu setzen, mit der AIDAN erfolgreich wurde. Ich weiß nicht warum mich „Bella“ trotzdem nicht komplett aus den Socken reißt, aber bis zum ESC ist ja noch etwas Zeit. 7 Punkte
Marcel: Wenn man den furchtbaren ersten Reim („Hello my friend – is it the end?“) hinter sich lässt, dann wird man mit einer schönen, klassischen Ballade belohnt. Zwar hätte ich AIDAN auch lieber mit einem Popsong à la „Ritmu“ beim ESC gesehen, aber auch das etwas Schmierige bei „Bella“ kann er gut rüberbringen. Besonders stark wird der Song am Schluss, wenn die Rosen um ihn wirbeln und AIDAN zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ein paar Zeilen Maltesisch beim ESC singen wird. 8 Punkte
Max: Geht etwas unter im Teilnehmerfeld, fürchte ich. Ist an sich kein schlechter Song, hat diesen nostalgische Flair und diese gewisse ESC-Dramatik. Der Beitrag ist bei mir etwas in Vergessenheit geraten während der Saison, ich bin jedoch gespannt, wie AIDAN das nun auf die Bühne zaubert. Zudem freue ich mich,20 Maltesisch beim ESC zu hören! 7 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Berenike: 7 Punkte
- Douze Points: 4 Punkte
- Giulia: 5 Punkte
- Laureen: 8 Punkte
- Peter: 5 Punkte
- Rick: 5 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 68/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Bella“ auf Platz 16.
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
- Luxemburg: „Mother Nature“ von Eva Marija
- Rumänien: „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu
- Schweiz: „Alice“ von Veronica Fusaro
- Tschechien: „Crossroads“ von Daniel Žižka
- Albanien: „Nân“ von Alis
- Australien: „Eclipse“ von Delta Goodrem
- Dänemark: „Før vi går hjem“ von Søren Torpegaard Lund
- Lettland: „Ēnā“ von Atvara
Bereits gesetzt für das Finale
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