Schon sehr oft war die Ukraine mit weiblichen Solo-Acts erfolgreich. Als Beispiele seien nur Jamala, Ruslana, Zlata Ognevich oder Ani Lorak genannt. Und auch diesmal versucht das Land nach einer für ukrainische Verhältnisse eher durchwachsenen Platzierung im letzten Jahr, wieder mit einer Sängerin auf die Erfolgsspur zurückzukehren: LELÉKA wird mit dem Titel „Ridnym“ für die Ukraine nach Wien fahren.
Die Auswahl des ukrainischen Beitrags erfolgte wie in den letzten Jahren über den Vorentscheids Vidbir. LELÉKA setzte sich in der Show gegen neun weitere Acts durch. Im Finale entschieden Jury und Publikum zu jeweils 50 Prozent über den Sieg und damit über den ukrainischen ESC-Beitrag für Wien. In diesem Voting konnte LELÉKA sowohl bei der Jury als auch beim Publikum mit jeweils 10 Punkten gewinnen und wurde bereits während der Show mehrfach von der Fachjury gelobt. Einen Monat später wurde schließlich ein Revamp des Liedes veröffentlicht.
Hinter dem Künstlerprojekt LELÉKA steht die ukrainische Sängerin, Komponistin und Jazzmusikerin Viktoria Leléka. Geboren am 10. November 1990 als Viktoria Korniikova in Perschotrawensk in der Donbass-Region, lebt und arbeitet sie seit 2016 in Berlin. Nach einem Schauspielstudium an der Nationalen Theaterhochschule I. K. Karpenko-Kary in Kiew studierte sie Jazzgesang am Jazz-Institut Berlin, Komposition an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden und Filmkomposition an der Babelsberger Filmhochschule.
LELÉKA ist in der europäischen Jazzszene etabliert und regelmäßig auch auf renommierten deutschen Jazzfestivals zu sehen. In den letzten zehn Jahren hat sie fünf Alben und viele weitere Lieder veröffentlicht sowie Soundtracks für die ukrainische Fernseh-Serie „And There Will Be People“ komponiert.
Das Lied
„Ridnym“ zeichnet sich durch einen Wechsel von warmen, beruhigenden Teilen und dunklen, bedrohlichen Abschnitten aus. Der Song beginnt ruhig mit Bandura, einer ukrainischen Lautenzither mit harfenähnlichen Klang, und dezenten Streichern, die sehr schön mit LELÉKAs zarter Stimme harmonieren. In der Bridge vor dem Refrain wird das Geigenspiel kurz wilder und unheilvolle Soundeffekte kommen hinzu, dann wird das Lied im Refrain jedoch wieder fließend und beruhigend. In der Mitte des Songs wechselt LELÉKA von Englisch zu Ukrainisch und das bedrückende Grundgefühl kehrt musikalisch zurück. Zum Ende hin singt LELÉKA einen fast halbminütigen hohen Ton während Streicher Spannung aufbauen, bevor der Song wieder warm und hoffnungsvoll endet.
Der Titel des Beitrags „Ridnym“ (ukrainisch „Рідним“) lässt sich mit „An die Liebsten“ übersetzen. Der Song beschreibt mit Naturbildern den ständigen Wandel und die Vergänglichkeit des Lebens, in dem nichts dauerhaft sicher bleibt. Gleichzeitig vermittelt er die Hoffnung, dass aus Angst und Leid durch Mut und Zusammenhalt etwas Neues wachsen kann. „Ridnym“ vermittelt die Hoffnung, dass man aktiv an einer besseren Zukunft für sich und seine Liebsten arbeiten kann.
Musik und Text von „Ridnym“ stammen aus der Feder von Adama Cefalu und LELÉKA selbst. An der Musik hat außerdem Jakob Hegner mitgeschrieben.
LELÉKA tritt mit „Ridnym“ für die Ukraine im zweiten ESC-Halbfinale am 14. Mai 2026 auf Startplatz 12 an.
Der Check
Song: 3/5 Punkten
Stimme: 4,5/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 2/5 Punkten
Berenike: LELÉKA hat eine wunderschöne Stimme hat, sie hat so etwas Zartes und Zerbrechliches an sich, welches sehr schön mit der Harfe harmoniert. Für mich hat „Ridnym“ auch etwas Warmes und „Umarmendes“ an sich hat, was ich schätze. Und ich finde die eher sperrige Songstruktur spannend, das macht das Lied für mich interessant. 8 Punkte.
Giulia: Ich fühle mich von dem Lied auf eine sehr angenehme Weise umarmt. Aus irgendeinem Grund lösen der Song und LELÉKAs Stimme bei mir Glücksgefühle aus. Ich finde, dass der lange Ton wenig hergibt, außer, dass sie ihre Stimme präsentieren kann. Die Inszenierung im Vorentscheid hat mir nicht gefallen, ich hoffe, dass die Ukraine da noch etwas besseres herzaubert. Aber das kann sie ja eigentlich. 7 Punkte.
Laureen: Dieser Song hat mich Tag für Tag und Hören für Hören mehr erreicht. Im Vorentscheid war ich noch gar kein großer Fan, aber mittlerweile berühren mich der Beitrag und die Stimme von LELÉKA sehr. Auch live (in Amsterdam) ging das echt direkt ins Herz. Mein einziges Problem: Ich kann oft mit diesen „alles wird gut“-Lyrics nicht so viel anfangen, auch wenn das hier natürlich schön bildlich gedichtet ist. 7 Punkte.
Marcel: Es hat bei mir wahnsinnig lange gedauert, bis ich endlich auch ein „Ridnym Boy“ werden konnte. Der Song macht es einem nicht leicht, in ihn hineinzufinden. Die Schönheit dieses komplexen und getragenen Titels öffnet sich erst nach vielfachem Hören. Diese Chance hat man beim ESC aber nicht. 3 Punkte.
Peter: Die Ukraine hat sooo viele Milestone-Beiträge in den letzten zwei Jahrzehnten abgeliefert, nur „Ridnym“ gehört leider nicht dazu. Klar, LELÉKA hat eine starke mitreißende Stimme und einen schönen „instant appeal“, aber ihr Songmaterial ist nicht so aufregend wie erhofft, sogar ein bissel kitschig. Im Gesamttableau ist das ein schöner Beitrag, aber nicht so herausragend wie die Einreichungen der Vorjahre. 5 Punkte.
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 6 Punkte
- Benny: 7 Punkte
- Douze Points: 4 Punkte
- Manu: 7 Punkte
- Max: 4 Punkte
- Rick: 3 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 61/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Ridnym“ auf Platz 30.
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
- Luxemburg: „Mother Nature“ von Eva Marija
- Rumänien: „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu
- Schweiz: „Alice“ von Veronica Fusaro
- Tschechien: „Crossroads“ von Daniel Žižka
- Albanien: „Nân“ von Alis
- Australien: „Eclipse“ von Delta Goodrem
- Dänemark: „Før vi går hjem“ von Søren Torpegaard Lund
- Lettland: „Ēnā“ von Atvara
- Malta: „Bella“ von AIDAN
- Norwegen: „YA YA YA“ von JONAS LOVV
Bereits gesetzt für das Finale
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Dieser Song hatte mich schon beim Vorentscheid berührt. Das wird sicher eine gute Platzierung für die Ukraine.
Ich wollte so gerne Monokate in Wien sehen!!
In diesem Jahr fällt die Ukraine musikalisch bei mir durch.
Ich glaube dennoch, dass ein Finalplatz drin ist.
Der am meisten unterschätzte Beitrag in diesem Jahrgang. Für mich ein sicherer Top 10- wenn nicht sogar Top 5-Kandidat.
Top 6 bis10, niedlicher Song mit süssem Refrain, i like🎈
Definitiv einer der besseren Beiträge. Schön atmosphärisch, ohne dabei kitschig zu wirken. Einziger Kritikpunkt ist ihre schwache Gesangsstimme, so ganz trifft sie die Töne nicht, was für die Ukraine eher ungewöhnlich ist. Aber das kommt an…
Wenn ich mir alle ESC-Songs aus der Ukraine seit ihrer ersten Teilnahme im Jahr 2005 so anhöre, dann ist „Ridnym“ von LELÉKA für mich der am wenigsten überzeugendste ukrainische ESC-Song.
Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. 😀
Unter’m Strich für mich ein interessanter und guter Song. 😀
Ukraine hat auch schon in diesem Jahrzehnt einige gute Sachen hervorgebracht, aber das letzte und dieses Jahr zählen definitiv nicht dazu, auch wenn Vidbir zumindest dieses Jahr etwas stärker war. Das mein letzter Platz gewonnen hat, sei mal dahingestellt…
„Ridnym“ lässt mich sehr ratlos zurück. Das Lied hat 180 Sekunden Zeit, mir irgendeine interessante Melodie oder Struktur zu präsentieren. Stattdessen bekommen wir…nichts? Die einzelnen Teile sind an sich ganz nett, aber zusammen hinterlässt das so gar keinen bleibenden Eindruck. Am ehesten noch der ewig langgezogene Ton, aber das nicht im positiven Sinne. Ich habe an der Stelle immer das Gefühl, das Lied ist nur die Salatbeilage und dient ausschließlich der Überbrückung zu dem Ton. Was soll das? Ich weiß es nicht. Da gab es im Vorentscheid deutlich interessantere sowie bessere Lieder.
Wird sich qualifizieren und im Televoting wie immer dreistellig abschneiden, ob es verdient ist, sei mal dahingestellt.
Prognose: Halbfinale 1/15 (100%) -> Finale Top 5
Meinung: Platz 35/35 (3 Punkte)
Das ist mir zu zuckrig disney- und musicalmäßig. Aber ganz ohne Zweifel eine großartige Stimme. Und diese Mischung wird Leléka wahrscheinlich eine TOP 5 Platzierung einbringen. Ist zwar nicht mein Geschmack aber auf jeden Fall verdienter als z.B. Finnland oder Schweden (…falls die sich so hoch platzieren…)