Dass die ukrainische Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest 2023 noch in diesem Jahr stattfinden soll, war schon seit vergangenen August bekannt. Nun hat die Rundfunkanstalt UA: PBC in einer Pressemitteilung auch das konkrete Datum mitgeteilt: Das große Finale von „Vidbir 2023“ wird am 17. Dezember ausgetragen. Wie wir bereits berichtet haben, wird die Show live aus einer U-Bahn-Station übertragen, die aktuell als Luftschutzbunker dient. Produziert wird die Sendung von STARLIGHT PRODUCTION LLC.
Auch wenn die Teilnehmer der Vorentscheidung heute noch nicht veröffentlicht wurden und damit auch nicht klar ist, welche Namen aus der Gerüchteküche sich bestätigen und welche nicht, müssen wir uns bis zu weiteren Neuigkeiten nicht mehr allzu lange gedulden: Eine „Longlist“ der Teilnehmer*innen soll noch im Oktober veröffentlicht werden. Wie genau sich diese „Longlist“ dann zur „Shortlist“ verhält, also dem tatsächlichen Line-Up der Acts, die wir im großen Finale sehen werden, dazu gab es heute keine neuen Informationen. Als Zwischenschritt soll es aber eine Art von „Live-Auditions“ geben. Insgesamt wurden 384 Beiträge von 299 Künstler*innen eingereicht.
Nach aktuellem Stand wird der ukrainische Vorentscheid Vidbir damit die erste große Vorentscheidungsshow der ESC-Saison 2023 werden und voraussichtlich auch dem traditionellen Vorreiter „Festivali i Këngës“ aus Albanien zuvorkommen, das wir Ende Dezember erwarten.
Die Ukraine ist als amtierender ESC-Sieger bereits für das große Finale des Eurovision Song Contest 2023 gesetzt, auch wenn der Wettbewerb aufgrund des russischen Angriffskrieges nicht im Land selbst stattfinden kann. Im vergangenen Mai hatte das Kalush Orchestra (Aufmacherfoto) mit seinem Lied „Stefania“ den ESC mit 631 Punkten und damit einem deutlichen Vorsprung gewonnen. Gerade hat die Band gemeinsam mit den finnischen Teilnehmern The Rasmus eine Single veröffentlicht – eine neue Version von deren Welthit „In The Shadows“, die den Titel „In The Shadows of Ukraine“ trägt.

Freu😘⚘😚
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Auch wenn ich mit dem diesjährigen Sieg nicht ganz glücklich war, ist der ukrainische Vorentscheid einer meiner Liebsten.
Finde es etwas bedrückend, unter solchen Bedingung eine VE abzuhalten. Und auch ein wenig grotesk, wenn im selben Moment Raketen auf die Städte fliegen.
Die Bedenken kann ich verstehen – Auf der anderen Seite tut ein bißchen Ablenkung den Leuten auch ganz gut, und die VE soll ja in der Metro stattfinden, aus Sicherheitsgründen.
Ich finde es ein großartiges Signal, unter diesen Umständen den Vorentscheid abzuhalten und zu zeigen, dass man sich von den Kriegsverbrechern auf Russland nicht unterkriegen lässt.
#chris
Ich bin ganz bei dir 👍🏼
Das Argument der Ablenkung gilt nicht. Da gäbe es viele andere Möglichkeiten.
Tja, so ist eben die Realität in der Ukraine. Irgendwie finde ich es immer wieder von deutscher Seite in allen möglichen Konflikten komisch, dass man scheinbar von den Betroffenen fordert, möglichst Tag und Nacht in Sack und Asche zu gehen und sich niemals abzulenken und ’normale‘ Dinge zu tun. Das will der Aggressor doch. Und dem tanzt man eben am besten auf der Nase herum. Es hieß ja in London während des Blitz ja nicht umsonst „Keep calm and carry on“ und nicht „Drop dead and give up“…
Klar. Aber sieh’s mal so: Es ist auch ein Zeichen, dass die Ukraine lebt und sich das auch nicht nehmen lässt – egal, wie sehr sich der komplexbehaftete Zwerg im Kreml auch mühen mag.
Todespanik, Hungergefühl und eine beginnende eisige Winterkälte. Aber trotzdem bleibt der Wille nach Normalität und ein kleines Stück Lebensqualität in der Ukraine ungebrochen. Wenn das nicht beeindruckend und HOFFENTLICH wegweisend in eine neue und friedliche Zukunft für alle Ukrainer (m/w/d) ist, was dann ?!
In schwierigen Zeiten ist es klug und wichtig, so viel Normalität wie möglich aufrechtzuerhalten. Bravo!
So sehr bewundernswert es ist ,das die Ukrainer versuchen eine Art Normalität beizubehalten, so verachtenswert sind die Russischen Verbrecher. Einfach nur eine Schande das es immer noch Leute in unserem Land gibt, die auf der Seite von Putin sind. Eine echte Schande für unser Land.
Daß Vidbir am 17. Dezember stattfindet, stand doch schon lange fest. Warum ist das jetzt noch einmal eine Meldung wert?
Saure Gurken Zeit?
🙈🙈🙈
Heute im Bus nach Worms sitzt eine ukrainische Familie vor mir (vermutlich Flüchtlinge)
und ein ca. 5-jähriges Mädchen singt die ganze Zeit den Refrain von „Stefania“.
War so süss.
Ich hoffe doch, dass man hier auch eine andere meinung haben darf.
Abgesehen davon, dass das land das geld sicher für sinnvollere sachen brauchen könnte als für einen gesangswettbewerb, bin ich der meinung, dass länder die an kriegerischen auseinandersetzungen beteiligt sind, nicht am esc teilnehmen sollten. Wer weiss schon was den russen wahnsinniges einfällt bei einem ukrainischen friedenslied? Mir ist jedenfalls nicht wohl bei der sache.
Hm ich denke dass ist wichtig weil es ein Bild von Stärke nach außen sendet, es zeigt sie geben ihre Normalität nicht vollständig auf, (irgendwo vielleicht sogar psychologische Kriegsführung) und das finde ich gut. Das klingt jetzt blöd aber was soll Putin bei einem Friedenslieds großartig machen? Noch mehr Raketen abfeuern?
Sagt mal gehts noch? Natürlich darf die Ukraine am ESC teilnehmen. Sie haben den Krieg nicht angefangen. Die Ukraine ist das Opfer. Wie kann man nur so feige sein?
Ist es sehr auffällig, dass die Ukraine bzw. ukrainische Personen vielen Genres und Bereichen mit Preisen überhäuft werden, die sie vermutlich (!) ohne der kriegerischen Situation nicht erhalten hätten. Ob Schriftsteller, Künstler, Musiker, Politiker, Verbände usw. aufeinmal „gewinnen“ sie alle Preise, die man erzielen kann. Sorry, normal ist das nicht. Solidarität geht anders !!!
Deine Ansicht ist richtig und hat inhaltliche Substanz, die man nicht ignorieren soll. An die von dir beschriebene Gefahrenlage und die dringende Notwendigkeit das für einen Vorentscheid verwendete Geld für noch dringendere Angelegenheiten auszugeben hatte man bestimmt auch in der Ukraine gedacht.
Die Ukraine hat sich aber jetzt so entschieden und niemand hat die Ukraine zu ihrer Entscheidung – nämlich eine Pro-ESC-Teilnahme und die Durchführung eines Vorentscheides – gezwungen.
Für die Ukraine ist die Durchführung des Vorentscheides am 17. Dezember wahrscheinlich nicht nur ein Abend, der Mal etwas Abwechslung bringen soll. Für die Ukraine ist der in Rede stehende Vorentscheid ein Ereignis, dessen Bedeutung zumindest ich mit meinem Wortschatz nicht beschreiben kann, weil uns allen hier die persönliche Erfahrung als Opfer eines Angriffskrieges fehlt und Gott sei Dank auch immer fehlen wird.
Daher sollten wir die Ukraine in ihrer bewusst und gewollt, selbständig getroffenen Entscheidung unterstützen.
PS: Das war von mir jetzt keine Kritik an deine berechtigten Sorgen, sondern einfach nur die Positionierung eines Punktes, dass für die Ukraine die Freude auf etwas Schönes einen weitaus höheren Stellenwert hat, als die Angst vor einem möglichen Bombenanschlag in Kiew am 17. Dezember. Lass uns daher die Ukraine lieber ermutigen einen hoffentlich schönen Vorentscheid zu organisieren. Einfach weil die Ukraine sich einen solchen so sehr wünscht. 😀
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Cool, dann steht das Siegerlied für den ESC 2023 bereits am 17. Dezember des Vorjahres statt.
Süß.
Dummschwätzer!
Und selbst wenn? Who Cares. Als in den neunzigern die Iren durch die Juries 3 mal hintereinander gewonnen haben, hats auch keinen geschert.
Du verwechselst Äpfel mit Birnen !!!
@zwo.2: Das sehe ich ebenfalls so. Außerdem haben die 4 Siege Irlands innerhalb von 5 Jahren in den 90er Jahren, der britische Sieg 1997 (2. Platz für Irland) und auch die guten Platzierungen von GB & Malta 1998 (knapp am Sieg vorbei) dazu beigetragen, die Sprachregelung ab 1999 (wieder) zu ändern. Viele der teilnehmenden Länder sahen es als großen Nachteil an, in der Landessprache singen zu müssen und nur kurze Teile in einer anderen Sprache vortragen zu dürfen. Der Wunsch auf Englisch singen zu dürfen, wurde immer lauter. Daher haben die englischsprachigen und somit auch die irischen Erfolge sehr wohl eine Auswirkung gehabt.
Dieses Jahr bei „Stefania“ war der Krieg erst ca. 2 1/2 Monate alt.
Durch die kurz vorher festgestellten Kriegsverbrechen in Butscha usw. waren die Menschen in ganz Europa emotional sehr betroffen und es gab sicher viele Solidaritäts- und wohl auch Mitleidsanrufe für „Stefania“.
2023, dann nach 15 Monaten Krieg, haben sich die Menschen daran gewöhnt, und ich glaube nicht, dass die Ukraine nochmals wie in diesem Jahr davon „profitieren“ kann.
Außer,es sollte kurz vor dem ESC-Finale, ein besonders grausames Kriegsereignis stattfinden, wie z.B. ein Giftgasangriff seitens der Russen oder sowas perverses in dieser Art.
Wir haben ja noch den JESC im Dezember. Da wird sich zeigen, ob die Bereitschaft für Votes aus Solidarität noch anhält
Mit Verlaub, aber das ist doch jetzt Quatsch!🙁
bezog sich auf den Kommentar von cars10.
@cars10: Das sehe anders.
Außerdem hat die Ukraine meiner Meinung nach im Mai 2022 den besten Song präsentiert.
Ein schlechtes Lied wird nie wegen eines Krieges gewinnen. Höchstens neigt man eher zu dem Beitrag, wenn einem das Lied sowieso schon gefällt.
Natürlich ist es wichtig, dass die ukrainische Bevölkerung mit Musik unterhalten wird, und zeigt, dass sie sich nicht unterkriegen läßt.
Und natürlich gibt es Wichtigeres als den ESC, aber meine Güte… auch und gerade in dieser schlimmen Zeit ist es doch so wichtig, dass sie Musik und Gemeinsamkeit erleben können.
Ganz ehrlich, das ist alles so schrecklich, da ist man doch dankbar, wenn man mal gedanklich in eine andere Welt eintauchen kann, und sei es nur für einen Abend…
Interessant ist, dass der Musikalische Direktor von vidbir 2023 sich einen neuen Sound für den zu bestimmenden Act wünscht. Über die Hälfte der eingereichten Songs kopieren und imitieren seiner Meinung nach Shum und Stefania und spiegeln nicht die musikalische Vielfalt des Landes dar.
Mal sehen, ob das Teilnehmerfeld entsprechend vielfältig sein wird und die Voter am Ende das auch so sehen.
https://wiwibloggs.com/2022/10/24/ukraine-oleh-psiuk-criticises-dmytro-shurov-vidbir-longlist/273662/
Ist dieser musikalische Leiter nicht derselbe Juror bei X Factor Ukraine, der einem Teilnehmer die Gitarre zerstört hat? Wow, was für tolle Leute die Ukraine da aufbringt. Dagegen ist Dieter Bohlen ja richtig lieb!
Ähnliches wird man vom NDR wohl in den nächsten 50 Jahren nicht hören.
war ne Antwort auf Festivalknüller’s Kommentar
Nadie habrá que pueda renunciar después a un Magnum almendrado
Nadie habrá sin ganas de bailar después la conga en cualquier lado
No habrá en la Tierra un solo ser que menosprecie los abrazos
Ya no habrá dudas, al prever que de esa fiesta no nos vamos
Ni de ninguna más
Jamás
(Zitat)
👩👩👦👦👩👩👧👦👨👨👧👧👨👩👧👨👨👦💛💙
Es gibt Neuigkeiten zum spanischen ESC-Vorentscheid! Die Teilnehmer des Benidorm Fest 2023 werden diesen Samstag, also am 29, Oktober, offiziell von Julia Varela und Rodrigo Vázquezverkündet:
https://eurovoix.com/2022/10/24/benidorm-fest-2023-participants-reveal-revised-october-29/
Ursprünglich war das Ganze für übermorgen vorgesehen, verschiebt sich aber zwei Tage. Die Verkündung erfolgt in einer Prime-Time-Show auf dem Kanal La 1. Am 2. November findet eine Pressekonferenz mit allen Benidorm-Fest-Teilnehmern statt.
Die machen’s sogar schon heute, um Leaks zu vermeiden.
Heute ermittelt Albanien im Vorentscheid Junior Fest 2022 seinen Teilnehmer für den JESC in Armenien und die Show beginnt um 18 Uhr MESZ:
https://eurovoix.com/2022/10/25/today-%f0%9f%87%a6%f0%9f%87%b1-albania-selects-for-junior-eurovision-%f0%9f%87%ab%f0%9f%87%ae-finland-announces/
Es nehmen 20 Kandidaten teil und eine Jury ermittelt mit ihrem Votum den Gewinner. Der für den ESC und JESC zuständige Sender RTSH hatte zuerst 18 Teilnehmer angegeben, den Vorentscheid dann aber auf 20 Teilnehmer aufgestockt.
Mir wird schlecht, wenn ich mir den Diskussionsverlauf durchlese.
Kann ich nachvollziehen, bei manchen Beiträgen kann es einem wirklich schlecht werden.
Das war doch schon längst bekannt, dass es am 17. stattfindet?
Also für mich hat die Ukraine in diesem Jahr den ESC zurecht gewonnen, da ich den Song einfach prima finde, vor allem finde ich ihn textlich gut gelungen. Für alle die es noch nicht entdeckt haben, aber auf der offiziellen ESC-Homepage gibt es zu allen Songs eine englische Übersetzung, so kann man den Text auch verstehen, wenn man nicht der Sprache mächtig ist in welchen die Songs gesungen werden. Man muss bei den jweiligen Künstlerprofilen nur etwas weiter herunter scrollen:
https://eurovision.tv/participant/kalush-orchestra-22
Und nein mir hat „Stefania“ nicht nur wegen des ausgebrochenen Kriegs gefallen. Es wäre auch so mein Favorit gewesen, da ich mit den Songs von UK und Spanien -im Gegensatz zu vielen anderen- überhaupt nichts anfangen konnte und nach wie vor auch nichts anfangen kann. Neben der Ukraine war ansonsten Schweden noch mein Favorit.
Und für den diesjährigen JuniorESC muss ich sagen, dass dort die Ukraine NICHT mein Favorit ist. Es sind zwar erst vier Songs veröffentlicht worden (heute Abend kommt wohl der fünfte von Albanien dazu), aber bereits unter diesen aktuell veröffentlichten vier Songs befinden sich zwei (Polen & Niederlande) welche jetzt schon besser sind als der Song von der Ukraine.
Als ich Stefania zum ersten gehört habe, hats mir schon gefallen. Konnte gar nicht verstehen, wie ein anderes Lied überhaupt gewinnen konnte. Und ja, auch das vor diesem Scheißkrieg.
Mir auch !