Unser Lied für Liverpool: Das sind die NDR-Updates zur deutschen Vorentscheidung 2023 vom ECG-Clubtreffen

Bild: NDR/André Kowalski

Seit gut anderthalb Wochen sorgen die Pläne für den kommenden deutschen ESC-Vorentscheid „Unser Lied für Liverpool“ für Gesprächsstoff. Wird die angekündigte Genre-Vielfalt wirklich umgesetzt und was erwartet uns bei der TikTok-Auswahl? Beantworten lässt sich das zwar immer noch nicht, aber immerhin gibt es jetzt Updates zum bisherigen Auswahlprozess für Liverpool.

Gestern hat das offizielle Clubtreffen des Eurovision Club Germany (ECG) in Köln stattgefunden. Nicht nur das (halbe) ESC-kompakt-Team war vor Ort, sondern auch Stefan Leidner vom Hessischen Rundfunk, der jetzt zum NDR abgeordnet ist. Der Name sagt uns spätestens seit dem 9. November etwas, als Stefans neuer Posten im deutschen ESC-Orgateam verkündet worden ist. Gestern hat er das Clubtreffen nicht nur als Gast besucht, sondern auch ein Interview auf der Bühne gegeben.

Moderator Bernd Ochs und ECG-Präsident Michael Sonneck Interview mit Stefan Leidner

Für den NDR ist Stefan mittlerweile seit einigen Wochen tätig. Hier ist er aktuell, gemeinsam mit anderen Verantwortlichen, mit der Sichtung der ersten eingereichten Beiträge beschäftigt. Mittlerweile seien bereits über 250 Songs über die offizielle Bewerbungsplattform eingegangen. Aber auch Plattenfirmen seien, wie bereits berichtet, kontaktiert worden und stehen dem ESC, auch durch die diesjährigen Radioerfolge einiger Songs, positiv gegenüber. Hier hat Stefan gestern verraten, dass „durchaus auch große Namen“ nicht abgeneigt seien, über das Thema ESC nachzudenken. Inwiefern diese Acts dann aber auch Lust auf einen Vorentscheid haben, lässt sich aktuell nicht sagen.

Zudem gibt es auch auf TikTok bereits viele Einsendungen, die in den nächsten Wochen weiter bewertet werden sollen und die auch wir auf ESC kompakt in Kürze in einer ersten Übersicht näher beleuchten werden. Ein Startplatz für das deutsche Finale soll dann an einen Act gehen, der sich über die Plattform angemeldet hat. Dass dieser dann, ähnlich wie zum Beispiel Elaiza 2014, als „Wildcard“ automatisch siegen wird, hielt Stefan auf Nachfrage jedoch nicht für gesetzt und verwies auf den 9. Platz von TikTok-Bewerberin Erica Padilla („To The Bottom“) bei der diesjährigen australischen Vorentscheidung „Eurovision 2022 – Australia Decides“.

Alle in einer ersten Runde von den NDR- und Bildergarten-Verantwortlichen sollen im zweiten Schritt an „Expert:innen aus der Musikbranche“ weitergeleitet werden. Um wen genau es sich dabei handelt, ist nicht klar. Man wolle sich aktuell auch noch nicht festlegen, wie viele Songs zu diesem Zeitpunkt noch im Rennen sein werden. Gleiches gilt für die letztendliche Anzahl der Vorentscheidungs-Teilnehmer*innen, voraussichtlich aber mehr als 7 und nicht mehr als 10. Stefan Leidner hat auch nochmals bestätigt, dass sich Electric Callboy für 2023 kein weiteres Mal für den ESC bewerben wollen.

Zur austragenden Stadt des deutschen Vorentscheids 2023 ist noch nichts final entschieden. Stefan hat allerdings verraten, dass vier Städte im Rennen sind. „Unser Lied für Liverpool“ könnte demnach etwa in Leipzig, Berlin, Köln oder München stattfinden. Unterschiedliche Moderator:innen seien momentan im Gespräch. Wer letztendlich durch die Show führt, wird auch davon abhängen, wann genau diese stattfindet.

Zudem hat Stefan Leidner gestern ein kleines Detail verraten, das direkt auf Zustimmung gestoßen ist: Das Online-Voting, das auch nächstes Jahr von den ARD-Popradios betreut wird, soll gebündelt verkündet werden bzw. direkt in das Televoting eingerechnet werden. Ein aufgedröseltes Verlesen der einzelnen Sendervotings – so wie 2022 – wird uns also nicht nochmals erwarten. Ob es auch eine internationale Jury geben wird, steht aktuell noch nicht fest.

Immer wieder hört man in Fankreisen vom Wunsch nach einem deutschen Melodifestivalen. Stefan, selbst bekennender jahrelanger ESC-Fan, hat auf Nachfrage durchblicken lassen, dass auch er sich einen Vorentscheid „mit mehreren Vorrunden“ wünschen würde. Allerdings gestaltet es sich in der ARD immer schwierig, entsprechend viele Sendeplätze zu belegen – zumal die deutsche Vorentscheidung in den vergangenen Jahren nicht gerade ein Quotenhit gewesen sei. Ausgeschlossen ist für die Zukunft aber nichts.

Es lässt sich jedenfalls sagen, dass Stefan zu wissen scheint, worauf es ankommt. Den ESC-Spirit und die Expertise bringt er definitiv mit, nachdem er nicht nur jahrzehntelanger Fan ist, sondern auch 2011 bei den täglichen Vorabend-Pre-Shows, die gemeinsam mit Brainpool produziert wurden, mitgearbeitet hat.

Was erwartest Du von „Unser Lied für Liverpool“ und welche Punkte sollten in der Planung unbedingt noch berücksichtigt werden? Diskutiere gerne in den Kommentaren mit.


79 Kommentare

  1. Das klingt erst einmal nicht schlecht, hoffen wir mal auf konkurrenzfähige Songs.

    Positiv finde ich auch, dass man wenigstens mal über eine andere Moderation nachdenkt, und Frau Schöneberger noch nicht als gesetzt gilt. (Hoffentlich hat sie zu dem gesetzten Termin keine Zeit😉) Ich fände ja mal ein Moderationsduo gut.

      • Da weiß aber bis heute vermutlich auch nicht mal mehr der Sender, wie man auf die Kombi gekommen ist. Die Nachrichtensprecher (Rakers 2011 in Düsseldorf eingeschlossen) können vielleicht noch Infotainment (wie Zervakis derzeit ja beweist), aber reine Unterhaltung? Nicht wirklich.

        Und auch dem ohnehin merklich desinteressierten Elton hat man damals sicherlich keinen Gefallen getan, ihm eine Linda Zervakis bei ihrem Entertainment-Debüt an die Seite zu stellen.

        Da waren Kuttner und Pilawa doch unterhaltsamer – schon allein wegen ihrer spürbaren gegenseitigen Abneigung. 😁

        Opdi und Sabine Heinrich fand ich allerdings wirklich ausgesprochen charmant. Schade, dass man sie nie wieder zusammen sah.

      • Ehrlich gesagt fand ich Frau Zerviakis gar nicht so schlecht, und Frau Rakers hat mir in Düsseldorf auch gut gefallen, die Hauptsache sollen doch sowieso die KünstlerInnen sein und nicht die Moderation. Hatten wir die ganze Zeit bei Frau Schöneberger, dass sie sich in den Vordergrund gedrängt hat.

  2. Ich sehe leider nach wie vor nicht, dass – außer dem zusätzlichen Casting über TikTok – im Vergleich zum Verfahren von 2022 irgendetwas großartig verändert wurde.

    Und ich finde es seltsam wie viele Details man sich noch völlig offen hält, obwohl die Bewerbungsphase ja nun schon läuft. Besonders transparent ist das nicht gerade.

  3. Das hört sich doch alles einigermaßen vielversprechend an. Mir stellt sich allerdings ein bisschen die Frage, warum man nicht eher auf die Expertise von Herrn Leidner zurückgegriffen hat.

  4. Ich verstehe nicht so ganz, was dieser Eiertanz um die Teilnehmerzahl soll. Gibt das Budget jetzt beispielsweise acht Teilnehmer her, neun kann man sich dann aber nicht leisten, oder wie? An der Sendezeit kann es ja wohl auch nicht liegen, und falls doch, sollte man vielleicht die Prioritäten mal überdenken.
    Ich weiß auch nich, welchen Einfluss die Qualität der Einreichungen darauf haben soll, ob wir nun einen Act mehr oder weniger sehen.

    • Naja. Mir wären auch mehr Acts lieber. Aber wir wissen ja auch aus Erfahrung, dass das ARD-Publikum gerne mal einen falschen oder gar den untauglichsten Act wählt.

      Bevor eine Retortennummer à la S!sters eingeladen wird, um das Feld aufzufüllen, begnüge ich mich lieber mit sieben Titeln, die zumindest etwas besser sind.

      • Bei einer Auswahl im höheren dreistelligen Bereich wird man ja wohl 10 Songs finden können, die nicht vollkommen chancenlos sind. Hat man zwar dieses Jahr auch nicht geschafft, aber da lautete die Leitlinie ja auch „Radiosong“ und in den Jahren zuvor war die Auswahl immer wesentlich kleiner.
        Sollte der NDR aber tatsächlich solche Bedenken haben, könnte ma sich auch jetzt schon guten Gewissens auf acht Teilnehmer festlegen.

  5. Immer wieder faszinierend für mich, dass so ein großer Sender derart kurzfristig handelt. Wenn man so kurzfristig nach Songs sucht, wird man wohl wieder nur Radiosongs erhalten.

  6. Man kann nur hoffen, dass das Ganze am Ende nicht wieder den Charme einer Weihnachtsfeier beim Finanzamt LuBu hat … Ein bisschen Freude und Begeisterung für den ESC wären schön. Vielleicht können die Verantwortlichen sich ja mal den serbischen VE 2022 anschauen.

    • @togravus ceterum

      “ Ein bisschen Freude und Begeisterung für den ESC wären schön.“

      Erwarte doch nicht sooo viel vom NDR. 😉

      Ernsthaft: Reden kann man viel wenn der Tag lang ist, nach all den Katastrophen der letzten Jahre bin ich sehr skeptisch was irgendwelche Veränderungen angeht. Ich lasse mich zwar gerne eines Besseren belehren, aber viel Hoffnung habe ich nicht.

  7. Könnte es sein, dass im Hintergrund schon der Wechsel zum Hessischen Rundfunk vorbereitet wird? Statt Peter Urban dann Tim Frühling?
    Was S. Leidner ansonsten so durchblicken lässt, hat man ja nun auch schon zig Male gehört.

    • Meine Vermutung ist, dass alle 9 ARD-Sender (NDR WDR, MDR, HR, SR, BR, RBB, Radio Bremen & SWR) keine Lust (mehr) Verantwortung zum Thema ESC tragen wollen.

      • zwo.2, das vermute ich ja auch. Dass er so lange beim NDR war lag daran, dass Schreiber nunmal Unterhaltungs-Koordinator der ARD war und deswegen nicht nein sagen konnte.
        Beim ESC kann man eigentlich nur verlieren, und wenn wir hier ehrlicher wären, dann müssten auch wir sagen, dass viele unsere Ideen für einen besseren Vorentscheid irgendwann mal ausprobiert wurden und nicht geklappt haben.
        Ich würde ja dafür plädieren, dass jedes Jahr ein anderer Sender dran ist, dann wäre das wenigsten abwechslungsreicher, aber natürlich auch chaotischer. Oder man bildet eine Gruppe aus allen Sendern, aber wie man sieht, sind dort bald die ESC-Fans aus den Sendern versammelt.

    • Ich habe es so verstanden, dass es bereits in diesem Jahr eine Kooperation zwischen NDR und hr ist, wobei der Beitrag des hr die Abordnung von Stefan an den NDR ist.

  8. Oh, wenn das in Leipzig stattfände, würde ich echt überlegen hinzufahren (als Zuschauerin natürlich). 😀 Klingt ansonsten doch alles eigentlich recht gut, auch wenn mich wundert, dass es noch so wenig konkret ist.

  9. Offensichtlich hat man vergessen danach zu fragen, ob der Vorentscheid im Ersten übertragen wird. Ich meine doch, dass wäre eine wichtige Info.

  10. Also, die Aussage mit dem Sendeplatz für mehrere Vorentscheidungsrunden sehe ich sehr kritisch. Es gibt YouTube, es gibt Twitch, es gibt Vimeo u.v.m. Da müsste sich der NDR und das ESC Team mal bewegen. Dieses Neuland Internet bietet mannigfaltige Möglichkeiten. Die Technik hat der NDR, aber am Willen hapert es aber gewaltig.
    Auch diese Verheimlichung von Namen. Warum spielt man immer noch nicht mit offenen Karten?
    Electric Callboy wären doch schön blöd wenn sie sich in den kommenden Jahren nochmal bewerben würden. Die Jungs waren doch die absoluten Gewinner des landesweiten Aufschreis. Und wenn sie sich nochmal bewerben würden, heißt es noch lange nicht, dass diese Betonköpfe vom NDR die Band zum Vorentscheid lassen.

      • Ich weiß gar nicht warum man ihnen PR-Geilheit vorwirft, meine Musik ist’s ja auch nicht aber die Petition haben schließlich ihre Fans ins Rollen gebracht und diese daraufhin den Druck in den sozialen Netzwerken.

    • Ich denke, Lonely Spring sind schon quasi fix in der Show, selbst wenn sie das TikTok-Voting nicht gewinnen, allein, damit der NDR die EC-Scharte aus dem Vorjahr wenigstens ein bisschen auswetzten kann.

      • Würde mich freuen, mir gefällt allein der Songschnipsel von deren Song „Misfit“ bereits besser als Pump It oder We Got The Moves von EC.

    • Na ob man von TikTok in Deutschland so viel erwarten kann? Ich weiß nicht.
      Richtig gut finde ich keinen der von dir genannten Künstler. Wenn ich mich aber zwischen diesen drei entscheiden müsste, würde ich Marie.Celestine wählen. Dieser Song hat wenigstens noch Stil und Qualität. Die anderen beiden sind grausig.

  11. Ich habe mir den Beitrag jetzt mehrmals durchgelesen. Wirklich neue Infos habe ich nicht gefunden. Unabhängig davon wer die VE gewinnt, hoffe ich doch, das die Sendung deutlich professioneller produziert wird, als diese Amateursendung von diesem Jahr. Man sollte auch daran denken, das diese Sendung auch im Ausland gesehen wird. Und das man auch genau überprüft, ob die in Frage kommenden Acts in der Livesituation ihren Auftritt professionell meistern können. Damit meine ich, das sie nicht den Text ihres Liedes vergessen. Das sollte ja eigentlich für einen professionellen Sänger eine Selbstverständlichkeit sein. Und ich wünsche mir, das die deutsche VE angemessen präsentiert wird und es nicht wieder so aussieht, als wäre man in einer Scheune.

    • Ja der Vorentscheid 2023 muss um Längen besser werden. Das deutsche Fernsehen macht sich sonst im Ausland völlig unmöglich. Und hoffentlich können die ausgewählten Künstler ihre selbsterdachten Songs dann auch tatsächlich fehlerfrei fortragen. Mir tat es für Emily Roberts in diesem Jahr furchtbar leid, da sie ja wohl auch an ADS oder so etwas ähnlichem leidet und deshalb diesen Aussetzer hatte. Umso mehr sollte man im nächsten Jahr darauf achten, dass man sowohl die Show als auch den Live-Auftritt und das Coaching der Künstler professioneller gestaltet. Denn die Künstler sollen sich schließlich auf der Bühne wohl fühlen und nicht durch die Inkompetenz der Verantwortlichen oder die dummen Sprüche der Moderatorin verschreckt werden.
      Wir werden sehen ob beim NDR nun endlich der Groschen gefallen ist.

  12. Mir fällt gerade auf, dass man eigentlich noch überhaupt nichts über die TikTok-Bewerber-Abstimmung weiß:
    Wann wird abgestimmt (bevor oder nachdem die anderen Teilnehmer ausgewählt wurden)?
    Wo wird abgestimmt (TikTok selbst, eurovision.de, digame-Plattform)?
    Worüber wird abgestimmt (Live-Version, Studio-Version, Snippet)?
    Kommen alle regelkonformen Einreichungen in die Abstimmung oder gibt es eine Vorauswahl und wenn ja, durch wen und nach welchen Maßgaben?

    Die Bemerkung im Text oben klingt sogar so, als ob gar nicht feststeht, ob überhaupt eine Abstimmung stattfindet. Das würde die gnze Sache ja komplett ad absurdum führen, da man sich parallel über TikTok und die Plattform bewerben kann.

    • Alex Wolfslast beim ESC Update dazu:
      „(…) die werden wir kontaktieren und sie bitten dann wirklich auch ihre Bereitschaft zu erklären dass sie am Verfahren teilnehmen wollen und wir wollen eben die besten Songs (…) in voller Länge also in ihrer möglichen 3-Minuten maximal 3-Minuten-Version noch mal dann der Community vorstellen, und dann in der Tat würde nur die Community entscheiden, aber bis dahin müssten wir zumindest ein mal überprüft haben ob bei allen Beiträgen eben die ESC-Richtlinien erfüllt sind.“

  13. „Allerdings gestaltet es sich in der ARD immer schwierig, entsprechend viele Sendeplätze zu belegen – zumal die deutsche Vorentscheidung in den vergangenen Jahren nicht gerade ein Quotenhit gewesen sei.“

    Wenn ich auf den Link klicke, steht im früheren Artikel aber was von guten Quoten. Also was stimmt denn nun? Waren die Quoten der Vorentscheidung 2022 gut oder nicht? Bitte definieren Sie den Begriff Quotenhit!

    • Die Sendung im letzten Jahr wurde ja parallel in zahlreichen Sendern ausgestrahlt: „ Entsprechend höher fällt auch die Gesamtzuschauerzahl aus. Im Durchschnitt sahen 4,3 Millionen Menschen „Germany 12 Points“. Das sind deutlich mehr als 2019 bei „Unser Lied für Israel“ (2,99 Mio.) und auch als 2018 bei „Unser Lied für Lissabon“ (3,17 Mio.). Schon jetzt lässt sich also festhalten, dass sich die parallele Ausstrahlung zumindest quotentechnisch gelohnt hat, auch wenn die von Barbara Schöneberger in der Sendung ausgerufene Zielmarke von 5 Millionen nicht erreicht wurde.“

      • wenn die Herrschaften eine bessere Quote haben wollen, dann müssen sie auch was dafür tun. Sie müssen mehr Werbung für die VE machen. Dann muss man einen Vorentscheid machen, der von Schlager bis Rock alles an Genre enthält, was in Deutschland erfolgreich läuft. Wenn die erste Sendung gut läuft, dann kommt die Mundpropaganda. PR-Technisch wird die VE in Deutschland total stiefmütterlich behandelt. Warum gab es im linearen Fernsehen keinen Aufruf? Da fängt es doch schon an. Die wollen ne Traumquote, aber dafür wirklich was tun, wollen sie aber nicht. So funktioniert das nicht.

  14. „Dass dieser dann, ähnlich wie zum Beispiel Elaiza 2014, als „Wildcard“ automatisch siegen wird, hielt Stefan auf Nachfrage jedoch nicht für gesetzt und verwies auf den 9. Platz von TikTok-Bewerberin Erica Padilla („To The Bottom“) bei der diesjährigen australischen Vorentscheidung „Eurovision 2022 – Australia Decides“.“

    Nun ja… in dem Fall hieß der Veranstalter auch nicht NDR. Man könnte ja auch auf dennFall S!STERS verweisen. Dass der NDR eine Neigung dazu hat, zuerst eine Unmenge an Regeln zu entwickelt um am Ende dann doch irgendeine Wildcard aus dem Hut zu zaubern, die dann noch gewinnt (oder besser gesagt, deren Gewinn dann sichergestellt wird) das ist inzwischen schon fast Tradition.

    • Deren Gewinn dann sichergestellt wird? Hat also der NDR Kümmert die Pistole auf die Brust gesetzt, damit Ann Sophie zum ESC fährt? Hmmmm…. 🙈

  15. Es gibt auch Neuigkeiten aus Montenegro. Enisa Nikaj, die das Land im nächsten Jahr beim ESC in Liverpool vertreten hätte, wäre mit dem Song „Olé“ angetreten:

    https://eurovoix.com/2022/11/20/ole-montenegro-eurovision-2023-entry/

    In Griechenland wird diskutiert, ob es nächstes Jahr einen nationalen Vorentscheid für den ESC gebensoll:

    https://eurovoix.com/2022/11/20/greece-discussing-national-selection-eurovision-2023/

    Da das Ganze aber auch mit Kosten verbunden ist, dürfte eine interne Auswahl allerdings wahrscheinlicher sein.

  16. Mein traum wäre ja das deutschland den esc mit einer divers multikulturellen band die auf suaheli singt, gewinnt. Der esc findet dann in der mercedes-benz-arena in berlin statt( sponsored by audi und almdudler) und ok-präsident/*in a.merkel kann in ihrer 1 1/2stündigen eröffnungrede mehrmals ihr weltberühmtes “ wir schaffen das“ kundtun. Moderation: katy bähm, yared dibaba,Mai Thi Nguyen-Ki und im greeroom bernd das brot. Ein traum wird wahr

  17. Nicht Mal zwei Wochen später nach der Programmvorstellung für den deutschen Vorentscheid – zeigt das Treffen mit dem ECG, dass wirklich Bewegung und viel ❤️ -Blut in die Sache reingekommen ist. Wenn das jetzt nicht alles irgendwelche substanzlose Floskeln sind, sondern das alles auch von Leuten, die Spaß am ESC haben, umgesetzt wird, wird das gut.

    Vielleicht hat man in der ARD insgesamt den ESC mal wirklich als eine Art Fußballweltmeisterschaft für Musik angesehen. Das würde mich als ESC-Fan, der voll hinter dem ESC steht, sehr freuen. Irgendwie hab ich ein gutes Gefühl. ❤️ 😀

  18. Eine Vorentscheidung mit mehreren Vorrunden…in Deutschland? Das kann ich mir nicht vorstellen. In einigen Ländern gibt es das seit vielen Jahren. Das hat damit zu tun, dass der nationale ESC-Vorentscheid gleichwertig mit einem eigenen nationalen Wettbewerb angesehen wird wie z.Bsp. Sanremo-Festival in Italien und Melodifestivalen in Schweden.
    Für Deutschland könnte ich mir das niemals vorstellen, dafür ist die Akzeptanz der Deutschen zum ESC zu groß und nicht von großen Bedeutung.
    Wir ESC-Fans haben haben da eine völlig andere emotionale Bindung.

    • Na ja, das Interesse für so ein mehrteiliges Festival könnte man ja wecken, aber das bedarf Geduld und einen langen Atem. Man sollte nicht direkt die Flinte ins Korn werfen, wenn die Einschaltquoten nicht gleich durch die Decke schießen, sondern Werbung für dieses Format machen. Es ist zwar in der Tat schwierig in Deutschland so ein Format zu etablieren, anscheinend ist das Interesse im Momentnur (wenn überhaupt) für Castingshows gegeben, wo bekannte Songs nachgesungen werden. In Deutschland fehlt es wohl leider ein bißchen an der Musikkultur. Aber für unmöglich halte ich es trotzdem nicht, mit ein bißchen Durchhaltevermögen und man müsste auch ein bißchen Geld in die Hand nehmen.

      • @Gaby

        Ich weiß nicht ob in Zeiten in denen der ÖRR von fast allen Seiten unter Beschuss so eine aufwendige mehrteilige Show mehrheitsfähig wäre.

      • @ESC1994

        Das befürchte ich allerdings auch, gerade auf dem Unterhaltungssektor wird in Deutschland mit als erstes gespart. Ich meine ja nur, dass man schon Begeisterung bei der Bevölkerung wecken könnte, wenn man sich ein bißchen Mühe gibt.

      • @Gaby

        Da bin ich ehrlich gesagt auch eher skeptisch. Es gibt einfach in Deutschland keine wirkliche Festivaltradition und die oft erwähnten San Remo und Melodifestivalen sin in ihren Ländern lang etablierte Marken die schon Jahrzehnte bestehen. Sowas hier in Zeiten von veränderten Sehgewohnheiten zu schaffen halte ich für ziemlich illusorisch.

  19. Ich glaube, Benidorm koennte und sollte ein Vorbild sein, das im Rahmen des moeglichen liegt.
    Dafuer braucht man aber Ehrgeiz und Geld.

      • Das mit dem Ehrgeiz sehe ich anders. Der ist da. Natürlich ginge es mit dem jetzigen Vorentscheid immer nochmal besser, kreativer und innovativer. Aber ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung haben der NDR und Alexandra Wolfslast jetzt gemacht.

        Der Grund warum man nicht noch mutiger und kreativer war liegt wohl daran, dass die vergangenen ESC-Jahre – oder soll ich das ESC-Dauerscheitern sagen;) – auch nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen sind. Da wird eine große Verunsicherung, die man nicht Mal so eben einfach abschütteln kann, da sein.

        Aber der Ehrgeiz ist jetzt nach meiner Ansicht da. ❤️ 😀

      • Also sowas wie Ehrgeiz hab ich zuletzt 2015 vom NDR gesehen.
        Da ist man wenigstens in die Tui-Arena Hannover gegangen und hat für einen würdigen Rahmen für die Vorentscheidung gesorgt.

        Danach wurde die deutsche Auswahl immer billiger und lustloser.
        Mal sehen ob es dieses Jahr eine Umkehr gibt, noch sind alles nur Worte und eine billige Hinterhof-Show wie wir sie die letzten 7 Jahre ertragen mussten ist ja noch nicht vom Tisch

      • Dass man verschiedene Ausstragungsorte in der Diskussion hat, könnte zumindest darauf hindeuten, dass man wieder eine etwas größere Location erwägt und nicht einfach nur ein Fernsehstudio.

  20. Kurz zusammengefaßt:
    Nichts Neues vom ESC-Kompetenzteam NDR.

    Jedes Jahr das gleiche, undurchschaubare und lieblose Vorgehen, viele Nebelkerzen, alles bleibt vage bis zum bitteren Ende.
    Wir wissen doch alle wie das endet.

  21. Kann mir mal einer verraten, wie ein so kleines Land wie Malta es schafft, zahlreiche Acts(40!) in zahlreiche Shows zu bringen, und wir wissen nicht einmal, wo die Show stattfindet? SORRY, aber den NDR kann man doch echt nicht mehr ernst nehmen

  22. Ein Schritt in die richtige Richtung mit Stefan Leidner im NDR Team die Kommunikation mit der ESC Community zu verbessern. Im Podcast ESC Update kam er als Typ super rüber, normal und engagiert und nicht mit dem „typischen Fernseh-Sprech“ von Alex Wolfslast und Co. Es regt sich leise Hoffnung…

  23. „auch er sich einen Vorentscheid „mit mehreren Vorrunden“ wünschen würde. Allerdings gestaltet es sich in der ARD immer schwierig, entsprechend viele Sendeplätze zu belegen – zumal die deutsche Vorentscheidung in den vergangenen Jahren nicht gerade ein Quotenhit gewesen sei. “ …so viele möchten einen VE ähnlich wie in Schweden , und wenn sich ARD wie mit so vielem schwer tut Sendeplätze freizuschaufeln , wäre es dringend an der Zeit den ESC einem anderen Sender zu überlassen …schlechter kann’s ja kaum werden .

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