Advent der besten ESC-Momente (8): Platz 17 – Der olympische Gedanke

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Wir haben Euch im letzten Monat nach Euren ESC-Lieblingsmomenten gefragt. Momente, die Euch berührt haben, Momente die euch ausflippen und zum ESC-Fan haben werden lassen. Einen lieben Dank an dieser Stelle an alle die dabei mitgemacht und so insgesamt 224 unterschiedliche ESC-Momente in die Auswahl gebracht haben. Diese haben wir ausgewertet und präsentieren Euch nun Eure liebsten 20 Momente – jeden Tag einen neuen. Bis Heiligabend!

 

Platz 17: Opening 2013 „We Write The Story“ (37 Punkte)

Während in der Vergangenheit meist die letztjährigen Gewinnerbeiträge zur Eröffnung der Eurovision Finale genutzt wurden (oft dann in überarbeiteten Versionen), sollte sich das nachhaltig und eindrucksvoll mit dem Song Contest 2013 in Malmö ändern.

Schon zu Beginn der Planung des Wettbewerbs 2013 stand die Idee eines „Eurovision Anthem“. Und natürlich waren von Anfang an die Legenden Benny und Björn von ABBA ganz oben auf der Liste der Musiker, mit denen der ausrichtende schwedische Sender SVT dabei zusammenarbeiten wollte. Auch der DJ und Musikproduzent Avicii befand sich auf dieser Liste. Einen Monat vor dem Contest konnte der Sender schließlich bekanntgeben, dass die drei Musiker zusammen eine Eurovision-Hymne komponieren würden.

Und so begann der Contest 2013 mit einem kleinen Film, in dem sich eine Raupe von Baku aus auf den Weg quer durch Europa nach Malmö machte. An der Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet, verpuppte sich die Raupe, um kurze Zeit später wieder als farbenprächtiger Schmetterling – der Logo-Bildmarke des Contests 2013 – aufzuwachen und den letzten kurzen Weg entlang der langen Brücke direkt zur Malmö Arena zu fliegen.

In der Halle angekommen, singt ein Chor die erhabenen Worte „Justice and peace and liberty – We write the story (…) We are humans, born free and equal. On this one earth lies our future (…) We are humans, we are one. Das offizielle Motto der Veranstaltung lautete We Are One („Wir sind Eins“). Es sollte die Gleichheit und die Verbundenheit aller Teilnehmerländer hervorheben und die Kultur und den Wert jedes Landes im Verbund aller Länder zeigen.

Während der Chor sang, wurde eine lange Brückenkonstellation (angelehnt an die Öresundbrücke über die Schweden symbolisch mit Europa verbunden ist) von der Hallendecke gelassen. Angeführt von Fahnenträgern, schritten die Teilnehmer dieses Finales, ähnlich der Flaggenparade bei der Olympiade, dann über die Brücke zur Bühne.

Auch heute, nach nunmehr 6 Jahren, ist dieses Opening ein Gänsehautmoment. Erst Recht der Augenblick, wenn sich Moderatorin Petra Mede bei Björn, Benny und Avicii im Publikum bedankt. Avicii war zu diesem Zeitpunkt zwar schon mit seiner Musik bekannt, doch ziemlich genau einen Monat nach dem ESC wurde sein Lied „Wake me up“ veröffentlicht, der sein größter Erfolg werden sollte. Leider zog er sich 2016 aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurück, trennte sich von seinem Management und nahm sich 2018 das Leben.

Seit 2013 beginnt nun jedes Finale mit dem Einzug der Final-Teilnehmer. Der größte Musikwettbewerb europäischer Musik hat in Malmö mit „We write the Story“ seinen olympischen Gedanken gefunden und eine tolle Möglichkeit, seine Teilnehmer gleichermaßen gebührend zu feiern.

We Are One.

Übrigens: Der offizielle Eurovision Youtube-Kanal veröffentlicht derzeit in unregelmäßigen Abständen die Eurovision Song Conteste der letzten Jahre in HD-Qualität. So findet sich nun dort auch der komplette Contest 2013 (leider mit kleinem Fehler bei der Präsentation des niederländischen Beitrages):

 

Die bisherigen Adventstürchen findet Ihr übrigens hier:
Teil 1 – Die frühen Jahre (1956 bis 1999)
Teil 2 – Alles Neu? Die Jahre 2000 bis 2019
Teil 3 – Das große Drumrum (Openings & Interval-Acts)
Teil 4 – Und bei uns so? Deutsche Beiträge
Platz 20: Johnny Logan „Hold me now“ (33 Punkte)
Platz 19: Dana International „Diva“ (34 Punkte)
Platz 18: Interval-Act „Switch Song“ (36 Punkte)


40 Kommentare

  1. Das war wirklich ein sehr, sehr schönes Opening. Der „Einmarsch der Nationen“ ist überhaupt zu einer wunderschönen Tradition geworden, wie ich finde.

  2. Komisch. Bei dieser serie stelle ich fest, dass meine schönsten esc-momente alle schon etwas länger zurückliegen.
    Obwohl wir live in der halle waren, kann ich mich nicht so richtig an das opening erinnern, allerdings war ich damals in einer gin-erforschungs-phase, das weiss ich noch.

  3. @manu, ich habe tatsächlich erst jetzt gesehen, das die einzelnen türchen punkte haben. Wurde das opening2013 von 37 lesern als schönster esc-moment genannt?

    • Ich denke, weil man ja von 1-10 Nummerieren musste. Dass die einzelnen Plätze eine (esc)Wertung bekommen haben und so die Punkte entstanden sind

    • Nein, wie Trakol richtig schätzt habe ich die jeweiligen 10 Plätze eines jeden mit Punkten im ESC-Schema versehen. So kommen die zustande. 😉
      Ist in den höheren Platzierungen ganz interessant, da kann man dann klare Gewichtungen erkennen.

  4. Das opening in Malmö gehört für mich mit zu den schönsten(neben Wien), da ich das erste mal im Ausland live dabei war und direkt an der Brücke gesessen habe.

    • Malmö war auch mein erster Auslands-ESC und ist immer noch mein .liebster: Die schöne Stadt wurde wirklich vom ESC dominiert und man lief immer wieder Künstlern über den Weg (meine Highlights: mehrfach 2 Jungs von Koza Mostra und Ralph Siegel).

  5. Der Einmarsch der Teilnehmer ist immer ein Erlebnis und das gab es schon einige Jahre früher, z. B. 1961 in Cannes. Ich fand die Eröffnung des ESC in Malmö richtig gut und Petra Mede hat als Moderatorin gute Arbeit geleistet.

  6. In Malmö hatte alles gepasst: Das Motto (We are one, das Logo (Schmetterling), die Bühne, die farbwechselnden Armbänder für alle Zuschauer in der Halle, das Opening – aber vor allem auch die Eröffnung des ersten Halbfinales mit Loreen und den Kindern mit Gebärdensprache.
    Das ist der einzige Nachteil am neuen Opening: Der Siegertitel vom Vorjahr ist meist nicht mehr dabei im Finale. Wer -außer den Fans- schaut schon die Halbfinale?! Somit haben viele den tollen Auftritt von Loreen und den Kindern verpasst.

    • Das stimmt, das ist schade, wenn der Gewinnerbeitrag vom letzten Jahr nicht mehr im Finale auftaucht. 2013 ist Loreen zumindest als Interval-Act mit „We got the Power“, „My heart is refusing me“ und „Euphoria“ aufgetreten (auch ein klasse Auftritt), 2014 Emmilie de Forest mit „Only Teardrops“ und „Rainmaker“. 2015 gab es im Finale im Opening tatsächlich nur eine kurze Melodiefolge der Violistin von „Rise like a phoenix“ und 2016 zumindest ein Medley aus „Fire In The Rain“ und „Heroes“. 2017 wurde tatsächlich darauf verzichtet „1944“ im Finale aufzuführen (das gab es tatsächlich nur im 1. Halbfinale). 2018 durfte Salvador als Interval-Act auch mit seinem Gewinnerbeitrag auftreten und dieses Jahr wurde „Toy“ beim Opening kurz angespielt und später war es zumindest beim „Switch Song“ zu hören.

  7. Das Finale 2013 habe ich „live“ auf der Reeperbahn in Hamburg erlebt. Es war ein wunderbares Erlebnis – wobei ich nicht mal speziell aus diesem Grund, sondern infolge eines anderen Anlasses in Hamburg war. Da ich ziemlich dicht an der Bühne stand, hatte ich auch die Leinwand großformatig vor Augen und konnte so Details sehen, die mir auf dem Fernsehbildschirm – zumindest beim ersten sehen – verborgen geblieben wären.

  8. Ich fand dieses Opening ehrlich gesagt ziemlich dröge. Sowohl die Musik als auch das wenige, was auf der Bühne passiert ist.
    Aber Petra hat anschließend gezeigt, dass eine Moderatorin besser sein kann als deren drei oder vier.

  9. Zur Zeit wirke ich hier wie der Nörgler vom Dienst, aber das liegt ganz einfach an den Themen, die dieser Tage besprochen werden. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. 🙂

    Ich finde dieses Nationalstaatsgedöns inklusive Pathos, Flagge wedeln und Einmarsch der Gladiatoren einfach nur lächerlich … und auch ein wenig abstoßend.

    • Auch mir waren die traditionellen Eröffnungen (VorjahresgewinnerIn darf seinen/ihren Titel noch einmal vortragen, eventuell gefolgt von einer neuen Single) deutlich sympathischer; Du hast sehr schön formuliert, warum.

      • Nochmal ganz kurz zu den von mir gelobten „traditionellen Eröffnungen“: Wie Matty oben geschrieben hat, gab es eine Art Vorstellung der Teilnehmer in der Tat auch schon 1961 in Cannes, aber da war das alles weit weniger bombastisch und ohne Fahnengewedel, also ganz sympathisch eigentlich. „Einmarsch“ passt eigentlich auch nicht so recht, die InterpretInnen kamen eine Treppe herunter und sagten ihren Namen ins Mikrofon, die Moderatorin rief davor kurz den Namen des Landes (https://www.youtube.com/watch?v=Ig8HWgz2Iw4 ; von 4:30 bis 6:35)

    • Dieses ganze Flaggen-Rumgewedel benötige ich auch nicht beim ESC, aber ich finde es schon sehr „feierlich“, wenn die Teilnehmer am Anfang einlaufen und so kurz schonmal vorgestellt werden.

      • Ich habe nichts dagegen, dass die Künstler vorgestellt werden, aber es muss ja nicht unbedingt im Stil römischer Gladiatoren sein …

  10. Bestes Opening ever, was vor allem an diesem unglaublichen Song liegt, meiner Meinung nach der beste Dong, der jemals auf einer ESC-Bühne präsentiert wurde. Bis heute ganz großes Tennis.

  11. @ ESC1994: Ich fand den Contest 2013 tatsächlich auch musikalisch sehr schwach, was sich daran misst, dass für 2013 zahlenmäßig die wenigsten Titel aller 2010er-Contests in meiner Playlist stehen ^^ Aber das ist ja persönlicher Geschmack.

    Das Opening war toll, Petra war toll und der Film mit der Raupe total süß. Und 2013 hat mir unter anderem Anouk gebracht! 🥰

    • @ESCFan2009

      Anouk gehörte damals gemeinsam mt Marco aus Italien und Margaret aus Norwegen zu meinen Favoriten und höre den Song immer noch gerne. Ansonsten gab es 2013 leider sehr viel faden Durchschnitt, den Siegertitel aus Dänemark fand ich damals nicht schlecht, ist aber musikalisch ziemlich schlecht gealtert.

      Ach ja, die große Verehrung von Petra verstehe ich bis heute nicht, fand sie ziemlich bitchy und unnatürlich.

      • Aus dem Jahr 2013 kommt einer meiner liebsten ESC-Titel des Jahrzehnts: Island!!! Den Namen des Künstlers vergesse ich leider immer.
        Petra Mede fand ich damals auch nicht wirklich sympathisch, lag aber vielleicht auch daran, dass sie als alleinige Moderatorin doch etwas überfordert war. Das wirkte dann etwas verkrampft, meiner Meinung nach. 2016 zusammen mit Mans Zelmerlöw hat sie mir deutlich besser gefallen.

      • Eypór ingi. Der hats mir damals auch wahnsinnig angetan und ich hab mich wahnsinnig angestrengt, mit ihm ein foto(heute selfie)zu machen.

      • Gaby, den isländischen Beitrag fand ich auch toll. Ich habe gerade mal nachgeschaut und gefunden, dass ich 2013 insgesamt 9 Titel mit 9 bis 10 Punkten hatte, das ist überdurchschnittlich viel – für mich also ein sehr guter Jahrgang.

        Neben Island ganz vorne waren bei mir Bulgarien („Samo Shampioni“), Moldawien („O Mie“), Ukraine („Gravity“), Niederlande („Birds“), Deutschland („Glorious“), Kroatien („Mizerija“), Israel („Rak Bishvilo“) und mein absoluter Liebling San Marino („Crisalide“). Emelie de Forest hat es mit 8,5 Punkten noch auf Platz 10 geschafft, ein Siegertitel in meinen Top 10 ist auch eher ungewöhnlich. Das Lied gefällt mir eigentlich immer noch, für mich ist der Titel also „gut gealtert“ 🙂

    • Ist es nicht meistens so, dass einen nur einzelne Lieder so richtig begeistern beim ESC? 2013 war das bei mir ganz persönlich Norwegen, Ungarn, Island und die Niederlande. Dazu mochte ich noch Griechenland, Malta und Montenegro sehr – da fand ich andere Jahre schon etwas schwächer „bestückt“… 😉

      • Stimme Dir zu – 2013 war mit Koza Mostra, Marco Mengoni, Farid und Ryan Dolan und seinen Tänzern aisgesprochen gut bestückt 😉

  12. Ach, 2016 ist mir ehrlich gesagt nur Mans in Erinnerung geblieben, besondes die Szene wo er fast gar nichts anhatte.

    War zwar kein großer Fan von „Heroes“, aber sexy finde ich ihn schon. *sabber*

  13. Na ja, Flaggen-Opening mit Einmarsch der Künstler gab es doch auch 1983 in München?!

    Und 2013 war nun wirklich in jeder Hinsicht eher schwach – nicht nur das Teilnehmerfeld. Petra als hüftsteife, spießige Moderatorin (2016 war sie im Zusammenspiel mit Mans viel besser), die kleine Halle, die biedere Bühne. Die Schweden haben sich da echt nicht mit Ruhm bekleckert, wirkte 2013 alles schon recht piefig. 2016 haben sie das dann alles zum Glück viel besser gemacht…

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