Advent der liebsten Blogger-ESC-Momente (4): Ein Hoch auf Moya Doherty!

Wir schreiben das Jahr 1994. Seit Ende der 80er-Jahre dümpelte der Eurovision Song Contest musikalisch etwas verstaubt und fern von moderner Popmusik ein bisschen vor sich hin. Im Vorjahr gewann, wie schon 1992, Irland mit einer recht schönen Ballade („In your eyes“) – gesungen von Niamh Kavanagh. Zweite wurde die britische Sängerin Sonia („Better the devil you know“), die ihre größten, von Stock Aitken Waterman produzierten Hits schon hinter sich hatte. Auf dem vierten Platz gelangte der französische Songwriter und Musiker Patrick Fiori („Mama Corsica“), der noch fünf Jahre warten musste, bis ihm der große Durchbruch gelang. Und so ähnlich hing auch der Song Contest Anfang der 90er in einem Tal fest. Große Hits hinter sich, andere große Momente noch vor sich. 

1994 fand der Contest nun also abermals in Irland statt, das besonders stolz war, im Vorjahr im eigenen Land gewonnen zu haben. RTE engagierte diesmal die irische Unternehmerin und Produzentin Moya Doherty für den Job als Executive Producer. Moya hatte schon einige Erfahrung bei Fernsehshows vorzuweisen und es lag ihr fern, nun beim ESC einfach alles so weiterzumachen, wie man es bisher gewohnt war. Sie hatte Visionen und wollte ein neues, modernes Bild von Irland zeigen und legte sich dafür auch mit der EBU und der irischen Tourismusbranche an. Für die sogenannten Postkarten beispielsweise arbeitete sie mit modernen Regisseuren zusammen und zeigte nicht nur schöne irische Landschaften als Reisetipps. Zudem sorgte sie dafür, dass die Wertungen der Jurys nicht via Telefon vorgetragen wurden, sondern Jurysprecher*innen diesmal auch visuell zugeschaltet wurden. Das passte der EBU damals allerdings gar nicht – heute ist es nicht mehr wegzudenken. 

So modern sie sich damals zeigte – so wichtig war es ihr, im Zwischenprogramm, dem Interval-Act, traditionelle Musik mit Tanz zu verbinden. Irish Dancing war allerdings schon lange Zeit verpöhnt und Liebhaber des Tanzes schämten sich fast, von dieser Leidenschaft zu sprechen. Das tragen traditioneller Trachten und Kilts glich einer Aufforderung, gemobbt zu werden. Auftritte des traditionellen Tanzes fanden meist nur in Theatern statt – und genau in einem solchen fand sich auch Moya Doherty eines Tages wieder. Auf der Bühne tanzten die damals in New York lebende 22-jährige Jean Butler und der aus Ohio stammende, irisch-stämmige Michael Flatley. Moya war fasziniert von den beiden. Nicht nur die Chemie der beiden faszinierte sie, auch die entstaubten Einflüsse aus unterschiedlichen Ländern waren wir geschaffen für den Song Contest. So engagierte sie Jean und Michael kurze Zeit später als Haupttänzer für den Interval-Act, noch bevor diese überhaupt wussten, was der Eurovision Song Contest eigentlich war. Jean Butler erzählte gar mal, dass ihre Freunde ihr lachend abgeraten hätten, beim Song Contest mitzumachen. 

Für die musikalische Umsetzung wurde der irische Musiker und Produzent Bill Whelan engagiert, der schon 1980 „What’s another Year“ produziert hatte und auch sieben Jahre später beim zweiten Sieg Johnny Logans wieder mit von der Partie war. Neben seiner Produzententätigkeit unter anderem für U2, Kate Bush und Van Morrison wirkte Bill in der irischen Folkmusikgruppe Planxty mit, die schon 1981 als Interval-Act beim Contest zu sehen waren. Mit der Inspiration eines lebendigen Flusses im Kopf komponierte Whelan das Stück Riverdance. Doch anders als gewohnte Rhythmen des Irish Dance zu nutzen, verwendete Bill sogenannte Split-Rhythms, die eher dem Jazz oder osteuropäischen Musik entstammten. Was für die Tänzer*innen anfangs schwierig war, entwickelte sich immer mehr zu etwas magischem Neuen. Eine moderne Art des Irish Dance entstand. 

Alle folgenden Wiederstände wie beispielsweise der zu glatte Bühnenboden, die aufkommende Diskussion, dass Jean Butler und Michael Flatley zwar irische Wurzeln haben, aber nicht in Irland leben würden, das kaputte Kleid Jean Butlers direkt vor dem Auftritt, die schon im Vorfeld hohen Erwartungen an die Vorführung zum Trotz: Dieser knapp sieben Minuten lange Auftritt im Point Theatre in Dublin fesselte vom ersten bis zum letzten Ton und veränderte das Leben vieler Involvierter. Das Publikum rastete aus! Standing Ovations – und Millionen vor den heimischen Fernsehern hatten sich wohl zum ersten mal komplett einen Interval-Act angeschaut.

Nach dem Contest landete die Single „Riverdance“ für stolze 18 Wochen auf Platz 1 der irischen Charts. Schnell wurde an einer abendfüllenden Riverdance-Show gearbeitet, die am 9. Februar 1995 in Dublin Premiere feierte und von dort aus in der ganzen Welt für ausverkaufte Konzertsäle sorgte. Das Album zur Show wurde nicht nur mit dem Grammy ausgezeichnet, es verkaufte sich bis heute auch über drei Millionen mal. Mittlerweile haben 27,5 Millionen Menschen bei über 12.160 Aufführungen auf 546 Bühnen in 47 Ländern auf 6 Kontinenten Riverdance live erlebt. Auch der Animationsfilm „Riverdance: The Animated Adventure“ ist fertig und kann seit dem 28. Mai auf Sky Cinema angeschaut werden (siehe Trailer oben). Übrigens – unter dem Titel „25 Jahre Riverdance“ kommt die erfolgreichste Tanzshow der Welt 2023 auf große Jubiläumstour auch nach Deutschland. 

Und warum schreibe ich das alles? Na ja… nachdem so viele von Euch in den ersten ESC-Erinnerungen schwelgten, fiel mir auf, dass ich tatsächlich nicht mehr zusammenbekomme, welcher Song Contest der erste war, den ich gesehen habe. Denke ich zurück, sehe ich mich beispielsweise als Kind vor dem Fernseher im Schlafzimmer meiner Eltern mit der Gruppe Wind mitfiebern, als diese schlussendlich von Johnny Logan auf den zweiten Platz verwiesen wurde, während meine Eltern im Wohnzimmer irgendwas anderes anschauten. Oder ich sehe die Kassette im Auto meiner Mutter vor mir, die ich immer wieder zurückspulte, um „Für alle“ und Tina Turners „I Can’t Stand The Rain“ zu hören. Und irgendwie gab es da natürlich noch „Johnny Blue“, Nicole, Mary Roos, Ingrid Peters, Nino de Angelos „Flieger“ und Hape Kerkelings großartige Moderationen im deutschen Vorentscheid. Apropos Hape Kerkeling… Hat er sich damals eigentlich als Duettpartner von Elisabeth Andreassen als Jan Werner Dannielsen für Norwegen in den Wettbewerb geschummelt?

Wir werden es wohl nie endgültig aufklären…

Der Moment allerdings, als die Vokalisten von Anúna zu der Musik des RTÉ Concert Orchestras die ersten Töne von Riverdance sang, ist mir absolut gegenwärtig. Und obwohl ich überhaupt kein Fan von Stepptanz bin, saß ich völlig gebannt, fast hypnotisiert vor dem Fernseher und klatschte nach knapp 7 Minuten laut und emotional berührt Beifall. 

Ach ja… Irland siegte 1994 erneut mit den „Rock’n’Roll Kids“ von Paul Harrington & Charlie McGettigan (übrigens der erste ESC-Beitrag, bei dem komplett auf das Orchester verzichtet wurde). Drei Siege in Folge hat bis heute kein anderes Land geschafft. Polen feierte sein Debüt und erreichte sensationell gleich den zweiten Platz mit der Ballade „To nie ja!“ von Edyta Górniak. Auch Ungarn konnte mit dem vierten Platz von Friderikas „Kinek mondjam el vétkeimet“ eine tolles Debüt hinlegen – und selbst die gespielt lustigen Handwedlerinnen alias Mekado erreichten mit einer spaßigen Meinunger/Siegel-Nummer einen großartigen dritten Platz und bringen noch heute jede ESC-Fanparty in Wallung. Übrigens schaffte es „Wir geben ’ne Party“ lediglich für eine Woche auf Platz 100 in die Charts – trotzdem ist der Auftritt natürlich noch heute ganz großes Kino:

Bislang in unserem Adventskalender erschienen:

(1) Mein „erstes Mal“
(2) Die BRAVO und ein Kindheitstrauma
(3) Der ESC 2000 in Stockholm

2020: Advent der besten DACH-ESC-Beiträge
2019: Advent der besten ESC-


40 Kommentare

  1. Riverdance hat Maßstäbe gesetzt und für mich immer moch der beste Intervallact aller Zeiten! Selbst der von 2016 kann gegen den von 1994 niemals anstinken! An zweiter Stelle folgt der von 2010 und an dritter der von 2015.

  2. Klar, Riverdance war toll, hatte nur zur Folge, dass die Intervallacts im allgemeinen immer spektakulärer und länger wurden. Muss für mich nicht sein.
    Meine erste echte Erinnerung ist glaube ich auch – hach – der Sieg von Hold me now, liebe es heute noch, zusammen mit meinem Bruder geguckt vor dem kleinen Zweitfernseher im Dachzimmer meines Vaters, der den damals noch sogenannten Grand Prix als alter Jazzer verabscheute.
    Ob ich bis zur Punktevergabe gucken durfte, glaube ich nicht, denn dass Johnny Logan bei der Zugabe die Stimme versagte, habe ich glaube ich erst später mal gesehen.

  3. Was für ein toller Jahrgang! Den Auftritt von Michael und Jean hatte ich ein bisschen anders in Erinnerung. Den wundervollen Chor zu Beginn hatte ich gar nicht mehr im Gedächtnis. Michaels Bluse habe ich mit Recht verdrängt. Die erstmalige Teilnahme der Ost-Länder war auch großartig. Ich hatte Ungarn vor Polen auf Platz 1. Me-ka-do fand ich gut, was mir ein bisschen peinlich war… Mit Platz 3 hätte ich nie gerechnet! Und Claudi: Du hast noch meine Me-ka-do-Single!

  4. Riverdance – einer der besten Interval-Acts aller Zeiten.😍
    „Rock ‚N Roll Kids“ war übrigens mMn der beste irische Siegersong, knapp vor „The Voice“ 1996. Die anderen fand ich eigentlich recht langweilig, ja auch die Songs von Herrn Logan mit seiner öligen Stimme. Nicht mein Fall.
    Das nette Duo von 1994 gehörte zwar auch nicht unbedingt zur „Spaß-Fraktion“, der Song verbreitete aber irgendwie eine sehr angenehme Atmosphäre, war schon schön.🙂

  5. Ich erinnere mich daran, damals die Preview-Clips im flämischen Fernsehen geschaut zu haben,und die erste Teilnahme des damals noch nicht faschistischen Russlands war eine derartige Sensation, dass man sogar eine Liveschalte zum Russland-Korrespondenten machte.

    So waren auch die Beiträge Russlands, Polens, Ungarns, Rumäniens, Estlands eine sensationelle Bereicherung und leider hat der Osten diese Line nicht nur in Sachen Demokratie verloren, aber immer weder einmal blitzt etwas auf.

    Mekado fand ich übrigens saudoof, aber in Juryzeiten könnte man mit saudoofen Liedern ja noch gute Plätze machen.

    • Russland war damals unter Jelzin übrigens ziemlich brutalkapitalistisch drauf, weswegen viele Menschen dort die Anfangsjahre unter Putin in den frühen 2000ern recht positiv sahen (nicht, dass das kein Kapitalismus gewesen wäre, aber eben doch nicht ganz so brutal). Wären die westlichen Staaten damals kooperativer aufgetreten und hätte sich die NATO nicht so aggressiv nach Osten ausgedehnt, wäre „der Westen“ womöglich nicht immer mehr als Gegner wahrgenommen worden, erzkonservative Kleriker und ihnen verwandte Denker hätten vielleicht keinen so großen Einfluss gewonnen und die Entwicklung zum immer autoritäreren Staat wäre in diesem Ausmaß womöglich nicht gekommen.

    • „Wir geben ’ne Party“ mag ich auch nicht sonderlich. Fand ich damals schon viel zu konstruiert, und krampfhaft auf fröhlich getrimmt. War, meiner Meinung nach, neben „I can’t live without Music“ der schlechteste Titel, den Herr Siegel jemals geschrieben hat.

      • Da stimme ich Dir zu, Gaby. „Wir geben ’ne Party“ fand ich schon damals zum fremdschämen, ein bisschen so als wenn die Cousins and Cousinen von der Alb plötzlich bei einer Feier mit Freunden auftauchen. 😉

  6. Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die Riverdance nicht gepackt hat, und ich habe mir den Pausenact aus dem Jahr 1994 nach der Veranstaltung nie wieder angeschaut. Andererseits gab es 1994 mMn einen der besten Siegertitel in der Geschichte der ESC, und nachdem wir neulich von Imaani sprachen, gibt es auch 1994 einen Beitrag, der sich in meinen Allzeit-Top 10 tummelt: Die wunderbare Evridiki mit ihrem Meisterwerk „Eimai anthropos ki ego“. Sowohl der irische als auch der zyprische Liedtext sind übrigens Weltklasse.

    • Volle Zustimmung! Evridiki war großartig – und bei den Irden war ich mir schon während des Votrags sicher das die beiden gewinnen. Das hatte klasse und gerade der Verzicht aufs Orchester stach sehr heraus, das da Instrumental des Orchesters gerade bei den ruhigeren Balladen doch immer sehr ähnlich klang.
      Bei mir persönlich gesellt sich da noch Ungarn und vor allem der Rumäne zu, dessen „Dincolo de nori“ ich heute noch gern höre. Aber damit bin ich wohl recht allein 😂

      • Ungarn klingt super, aber wenn ich mir den Text anschaue, wird der Musikgenuss deutlich reduziert. 🙁 Bei Rumänien liebe ich den ersten Teil mit der dominanten Klavierbegleitung, aber wenn dann E-Gitarre und Co. dazukommen, wird mir das alles zu viel. Ich kann als Favoriten noch das Vereinigte Königreich (fantastischer Text und fantastische Backings …), Frankreich und Russland ins Feld führen, und außerdem mag ich die Melodie der Niederlande und die Unbeschwertheit Griechenlands sehr.

        1994 hat für mich leider auch einen der grässlichsten Beiträge der ESC-Geschichte: Norwegen, das im Jahr zuvor noch mein Sieger war, servierte geschrienen Wortsalat mit pompösen Gesten und melodramatisch verzerrten Gesichtern.

      • Ja, die E-Gitarre stört etwas, dafpr mag ich zum Ende hin die Chorpassagen wieder sehr. Und Dan Bitman hat einfach mal eine klasse Stimme. Und Frankreich war auch klasse!

        Bei Norwegen warte ich einfach nur immer darauf, das Hape Kerkeling sich zu erkennen gibt (wie oben ja schon angemerkt). Dementsprechend bringt mich das Lied immer zum lachen 😂

      • Da hast Du recht. NOR94 lässt sich nur durch die Comedy-Brille genießen. 😀

        Frankreich klang 1994 tatsächlich mal nach der Musik, die man damals auch in den Charts fand. Das kam in den 1990ern sehr selten vor, weil die meisten Beiträge entweder regionale Nische oder ein paar Jahre zu spät dran waren. Eigentlich fallen mir nur 2 weitere Lieder aus den 90ern ein, die nach zeitgenössischer Chartmusik klangen: UKD96 und UKD98.

      • @togravus ceterum

        Worum geht es denn in dem Text? Hm… sollte ich vielleicht doch mehr drauf achten. In erster Linie achte ich beim ESC auf die Musik… Na ja, ungarisch kann ich auch nicht, eigentlich kann ich nur Schulenglisch… (schäm).😡

      • Du bist nicht ganz allein, Manu… 😉

        Frau Nachbar
        24. November 2021 um 17:02 Uhr

        Ich mag ja immer noch das rumänischen Debut am liebsten und das wird sich wohl so bald auch nicht ändern. Damals war ich 15 und was hört man da, wenn man sich wieder einmal völlig fremd in und unverstanden von der Welt fühlt – natürlich viel Björk und das in schlechtester Qualität auf Kassette aufgenommene Dincolo de Nori. 😄

      • Aber meine allerliebsten Songs von 1994 sind das fantastische Zypern, Frankreich (ihr Outfit war aber leider furchtbar), UK und – da bin wahrscheinlich ich jetzt allein – die Schweiz… 😍😂

  7. Ich hab mich so geärgert bei der Punktevergabe. Ich wollte das Polen gewinnt und nicht schon wieder Irland. Irland das ständig gewinnt. To nie ja fand ich so wunderschön, deshalb hat es lange gedauert bis ich die irischen Lieder mochte😉 und Riverdance hat mich damals auch geflasht.

  8. @ Gaby & Manu
    Ich bin halt Literaturwissenschaftler, und deshalb sind die Texte für mich extrem wichtig. Vielleicht übertreibe ich es manchmal, aber viele Menschen haben ja eine Déformation professionelle …

    Friderika bittet Gott, ihr einen Ansprechpartner für ihre Sünden zu nennen. Das Ganze wird dann mit abgedroschenen Bildern aufgehübscht: die Schwalben ziehen nach Süden, die Nacht ist kalt und dunkel, die Augen sind verbunden etc. Friderika wurde nach dem ESC ja eine evangelikale Sängerin. Das alles ist mMn bereits im Text ihres ESC-Beitrags angelegt. Deshalb bekommt HUN94 auch „nur“ eine 10/12 von mir. Diese Wertung zeigt, wie sehr ich die musikalischen Aspekte des Liedes liebe, vor allem die sanfte Melodie und die reduzierte Orchestrierung.

    • Danke für die Info, @togravus ceterum

      Hm… ich bin jetzt auch nicht sehr religiös, und evangelikale Christen haben oft ein sehr eingeschränktes, ja auch intolerantes Weltbild, teilweise sogar noch mehr wie die katholische Kirche. Kurz: Nicht mein Ding.
      Aber ich muss sagen: Okay, manche Leute glauben halt dran, und solange man niemanden persönlich angeht oder verletzt, und Menschen, die was anderes auch akzeptiert… bitte sehr.😉
      Fand den Text des diesjährigen slowenischen Beitrages schlimmer.

      • Stimmt. Dieses Jahr war Slowenien echt schlimm: Missionierungsversuch mit voller Kraft auf die 12, und die armen hungernden Kindlein sollen einfach brav sein und beten. Dann wird der liebe Gott sie schon belohnen … 🤢🤢🤢
        Ich habe auch nichts gegen religiöse Menschen, solange sie ihre Sicht der Welt nicht für universal gültig erklären. Einige meiner besten Freunde sing gläubig.

      • @togrvavus ceterum

        Wie sieht es bei dir mit Glaube aus??

        Ich bin getauft, hatte Kommunion und Firmung, gehe aber maximal an Weihnachten und vielleicht mal an Ostern in die Kirche.

        Ich habe prinzipiell auch nichts dagegen wenn in Liedern religiöse Themen angesprochen werden, aber dann muss es sehr dezent und nicht missionarisch sein, und dass war bei Slowenien dieses Jahr leider der Fall, obwohl ich solche Balladen normalerweise liebe.

  9. @ ESC1994

    Mich interessiert Religion nur als kulturhistorisches Phänomen. Außerdem liebe ich romanische Kirchen und Zisterzienserkloster, weil diese eine kontemplative Atmosphäre haben. Mit dem Glauben selbst, ganz gleich welcher Couleur, kann ich überhaupt nichts anfangen, weil Glauben für mich der Vernunft widerspricht.

    • Bei mir ist es so: Ich bewundere Menschen, die im Glauben Hoffnung und Halt finden können, ganz ohne jemandem zu missionieren oder andere Leute abzuwerten. Ich interessiere mich auch für verschiedene Religionen (aber rein aus Interesse (zwecks Allgemeinbildung😉)
      Ich selbst bin 1998 aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil ich mit den Dogmen rein gar nichts anfangen kann. Aber ich mag manchmal christliche Musik gerne hören. Oder schöne Kirchen….

      Huch, jetzt wird’s philosophisch, aber na ja, wir sind ja im Advent…

      • @ ESC1994, das ist tatsächlich ein ästhetischer Abstieg von der alten zur neuen Kirche.

      • @ESC1994

        Uh, der Neubau sieht ja schrecklich aus! Auch modernere Gebäude kann man doch wenigstens einigermaßen ansprechend gestalten…

      • @Gaby

        Ja, schön geht leider anders.

        Zum Thema Glaube: Ich habe auch schon öfter mit dem Gedanken gespielt auszutreten, aber irgendwie war ich dann doch immer zu faul, und außerdem stört mich meine Mitgliedschaft auch nicht wirklich, da ich ja auch durchaus schöne Erinnerungen habe. So bin ich immer noch sehr auf meine Kommunionskerze stolz die wir als Vorbereitung selber gestalten durften.

        Dass die Kirche einige Standpunkte hat die ich nicht gutfinde (Zöllibat, Stellung der Frau, Umgang mit Homosexualität) und großen Reformbedarf hat bleibt davon unberührt.

      • Ich bin noch Mitglied der evangelischen Kirche, weil meine Kirchensteuer hauptsächlich für soziale Dienste verwendet wird.

      • @ESC1994

        Ich hatte leider weniger gute Erfahrungen mit der Kirche. Mir war auch vieles zu eng, mir leuchteten manche Zeremonien nicht ein, verstand nicht, was dies mit dem Glauben zu tun haben soll. Die von Dir genannten Kritikpunkte spielten natürlich in der Entscheidung auch eine Rolle.

        @togravus ceterum

        Ja, Du hast Recht, das wäre ein Argument für die Kirchensteuer, in der Hoffnung, dass diese auch wirklich sozialen Zwecken zugute kommt.

        Hoppala, jetzt bin ich aber wirklich arg abgeschweift. Verzeiht mir. Ich finde aber solche Gespräche ab und an auch mal ganz interessant.🙂

      • @Gaby

        Bin eigentlich kein Fan von OT, aber diese Unterhaltung war schon sehr interessant.

  10. Ich bin römisch – katholisch. Bei mir st es so das in letzter Zeirt in keinem Gottesdienst war. Vorallem deswegen, da ich gerne ausschlafe und gemütlich frühstücke. Aber meinen Glauben verloren habe ich nicht. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in Taize, und es war sehr schön. Auch habe „gefastet“.

    • Also, früher gab es bei uns immer samstags Abends Gottesdienste. Meine Mutter ist dort immer hingegangen. Kann natürlich sein, dass sich jetzt einiges geändert hat, da die Kirche ja unter Personalmangel leidet.🙂

    • In Taizé war ich auch schon mal, allerdings aus intellektueller Neugier. Die Atmosphäre dort hat mir sehr gut gefallen. Wenn es Religion im Geiste von Taizé ist, gibt es von mir 👏👏👏

  11. Hach ja, Irlands Terrorherrschaft beim ESC trifft musikalisch überhaupt nicht meinen Geschmack, aber wunderbare Shows konnte RTÉ schon produzieren. Die recht eigenwilligen und gerade deswegen so faszinierenden Beiträge aus dieser Zeit taten dazu ihr übriges. Aus dem ’94er Jahrgang sind es Evridiki, Frances Ruffelle, Youddiph, Friderika und die bezaubernde Nina Morato, die für mich positiv herausstechen. Edyta, die damals meine zweite Heimat vertreten hat, ist mir zu fade. Da hatte Polen zwischen 1995 und 1997 ein viel interessanteres – und leider nie wieder erreichtes – Aufgebot.

    Danke, Manu, auch für die Erwähnung von Tina Turner. Ihre Coverversion von „I Can’t Stand The Rain“ ist die Bombe.

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