Die Hamburger Goldkehlchen: ESC-Video ist im Kasten

Still ruht die See in Hamburg Lokstedt. Während es offiziell veröffentlicht kaum Verbindliches über die NDR-ESC-Pläne 2020 gibt, setzen die Hamburger Goldkehlchen (DHG) ihren Bewerbungskurs konsequent fort, Deutschland beim ESC in Rotterdam zu vertreten. Am Wochenende fanden die Dreharbeiten für das Bewerbungsvideo ihres ESC-Songs „Mr. Mercury“ statt. ESC kompakt war dabei und wir haben mit DHG-Gründer Flemming Pinck und mit Regisseur Florian Schüppel gesprochen.

DHG Mr Mercury Videodreh Take me to your heaven

Über die Entschlossenheit der Hamburger Goldkehlchen, Deutschland beim ESC zu vertreten, haben wir hier ausführlich informiert. Unser DHG-Beitrag hat national und international ein breites Echo ausgelöst. ESC kompakt war auch bei der ersten Probe des designierten ESC-Songs „Mr. Mercury“ dabei. Der Song ist eine Verbeugung vor dem Queen-Leadsänger Freddie Mercury und inzwischen gibt es dazu auch ein (noch nicht geschnittenes) Bewerbungsvideo.

DHG Mr Mercury Videodreh The king has lost his crownDHG Mr Mercury Videodreh 8x Goldkehlchen als Freddy und 4x Goldkehlchen nackt an der Elbe

(Fast) Alle Hamburger Goldkehlchen wirken darin mit – und der Dresscode für den Clip ist so simpel wie überzeugend. Verbindliches übergreifendes Erscheinungsbild für jedes Goldkehlchen war das Signature-Outfit, welches Freddie Mercury bei Bob Geldorfs legendärem Live Aid Charity Konzert getragen hat – komplett mit Schnäuzer, ärmellosem White T, enger Jeans und „a touch of bling bling leather“.

Eine große Stunde der Musikgeschichte: Queen mit Frontmann Freddie Mercury beim Live Aid Konzert am 13. Juli 1985 im Londoner Wembley Station

Wir waren ein paar Stunden bei den zweitätigen Dreharbeiten dabei und dürfen Euch hier erste Impressionen zeigen. Das komplette „Mr. Mercury“ Video wird voraussichtlich erst am 14. Februar 2020 erscheinen. Bitte beachtet, dass wir hier nur einen Ausschnitt von wenigen Stunden am Set zeigen, die Bilder sind nicht komplett repräsentativ für das vollständige Video, geben aber einen guten ersten Eindruck.

DHG Mr Mercury Videodreh 3x Freddy tooDHG Mr Mercury Videodreh Freddy the Great

DHG Mr Mercury Videodreh Scene PreparationsDHG Mr Mercury Videodreh We will rock you

Weitere Details verrät DHG-Chorgründer Flemming Pinck im Gespräch mit ESC kompakt.

Ihr habt am Wochenende in den Cinegate Studios in Hamburg Jenfeld Euer Video zu „Mr. Mercury“ gedreht. Wie war’s?

Es war unfassbar, ein unglaublich professionelles Setup… Alle haben sich in ihre Rollen perfekt eingefügt und das Video wird magisch… Aber bis zum Release dauert es noch, denn der Schnitt ist sehr aufwändig! Wir planen aktuell einen Release am 14. Februar nächsten Jahres, traditionell zum Valentinstag. (Erläuterung ESC kompakt: Auch der erste eigene selbstgeschriebene und -produzierte DHG-Song „Moin Moin Hamburg“ feierte am Valentinstag Premiere.)

DHG Mr Mercury Videodreh Flemming Pinck as Freddy

Worum geht es in dem Video, wie sieht die Inszenierung aus?

Das Video erzählt die Geschichte von einem jungen Mann, der gerne wäre wie Freddie Mercury! Darum besucht er ein Freddie-Mercury-Casting, schläft aber im Casting Raum ein und hat einen unglaublichen Traum von seinem Idol!

Konnten alle Hamburger Goldkehlchen dabei sein?

Der Dreh war über zwei Tage verteilt und die meisten haben geschafft, an mindestens einem der beiden Tage am Dreh teilzunehmen! Darum haben wir auch unglaubliche Bilder einfangen können.

Der Song ist eine Hommage an Freddie Mercury. Wie kam es dazu und warum habt Ihr Euch dafür entschieden?

Freddy ist ein unglaublicher Künstler, den jeder einzelne von uns sehr bewundert, der unsere Kindheit begleitet hat und der sich selbst treu geblieben ist. Das feiern wir und darum haben wir uns entschieden, ihm diesen Song zu widmen!

Alle Goldkehlchen machen beim typischen Freddie-Mercury-Look mit – mit Schnäuzer, ärmellosen weißen Ts, engen Jeans, ein bissel Leder. Wie fühlt sich das an, wenn sich 70 Heteros in eine Gay Icon verwandeln?

Es war lustig zu sehen, wie sich alle in ihrer Rolle selbst neu erfunden haben… Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß und darum geht es bei uns in erster Linie immer! Egal ob schwul oder hetero, das spielt keine Rolle… Die Outfits werden wir dennoch wahrscheinlich nicht im Alltag rocken, aber es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht!

DHG Mr Mercury Videodreh Junger Vater Philipp hat SpaßDHG Mr Mercury Videodreh Cool Results

DHG Mr Mercury Videodreh I want to break freeDHG Mr Mercury Videodreh Goldkehlchen unter sich

DHG Mr Mercury Videodreh RequisitentransportDHG Mr Mercury Videodreh Glamour and Glitter

Wann wird das Video komplett zu sehen sein?

Geplant ist ein Release am 14. Februar, da der Schnitt sehr aufwändig sein wird und wir ein Top-Produkt abgeben wollen! Das Datum ist auch gleichzeitig der Song-Release-Termin. Hier wollen wir wieder alle Einnahmen, die wir über Spotify oder iTunes generieren, spenden! (Mehr über das DHG Engagement z.B. für die Hamburger Tafel steht hier.)

Euer Song liegt dem NDR bereits vor, schickt Ihr das Video hinterher?

Wenn es fertig ist auf jeden Fall!

Ihr habt viele Fans, die Euch sehr gerne beim ESC sehen würden. Habt Ihr schon eine Reaktion vom NDR?

Leider haben wir noch nichts gehört, aber wir sind auch ganz entspannt… Es wird schon der Richtige nach Rotterdam fahren, ob wir es sind oder nicht. Das liegt nicht mehr in unserer Hand! Wir haben auf jeden Fall alles Machbare möglich gemacht und warten auf die Entscheidung… Den Song werden wir so oder so veröffentlichen (lächelt).

DHG Mr Mercury Videodreh DHG Co-Gruender Max und Flemming

DHG-Gründer Flemming und Max

DHG Mr Mercury Videodreh Hungry for your loveDHG Mr Mercury Videodreh I lost my heart to a starship trooperDHG Mr Mercury Videodreh Regisseur Florian Schueppel

Das Video lebt vor allem von vielen kreativen Idee, für die u.a. Goldkehlchen und Profi-Fotograf Florian Schüppel (letztes Foto oben) verantwortlich zeichnet (Originalzitat beim Drehen: „Es ist kein gutes Bild, wenn’s nicht wehtut.“). Wir haben am Set auch mit Florian gesprochen.

Du photographierst beruflich überwiegend für große Auftraggeber. Wie war es, ein eigenes Video zu drehen?

Das war mein drittes Musikvideo, bei dem ich mit Regie geführt habe, vorher zum Beispiel auch für die Elektro-Pioniere Digitalism. Allerdings war die „Mr. Mercury“-Produktion der mit Abstand aufwändigste Dreh. Die Arbeit hat sich aber mehr als gelohnt. Und mit den Goldkehlchen zu arbeiten, ist zwar anstrengend, aber macht unfassbar viel Spaß und ist jede Minute wert. Sich mit einem eigenen Musikvideo zu verwirklichen, ist auf jeden Fall das Optimum, da man sich kreativ grenzenlos austoben kann. Alles ist erlaubt. Und die Bilder, die wir kreiert haben, treffen ziemlich genau das, was wir uns bei der Planung vorgestellt haben. Bilder auf Messers Schneide zwischen Fremdscham und Glamour, alles im epischen 80er-Look. Immer provokant, charmant und mit der nötigen Portion Selbstironie.

Ihr habt ein eindrucksvoll langes und abwechselungsreiches Drehbuch geschrieben. Was hat Euch dabei inspiriert und wie zufrieden bist Du mit dem Weg vom Script zum fertigen Clip?

Das Drehbuch haben wir zu dritt entwickelt. Mit von der Partie waren auch Delf Deicke, der mit seiner Produktion Sunshine Film entscheidend zum Gelingen des Projekts beigetragen hat, und unser fantastischer Kameramann Malte Goy, der unsere Ideen gebündelt und maßgeblich die Storyline zusammengestellt hat. Meine Aufgabe lag hauptsächlich darin, die einzelnen Szenen nach oben beschriebenen Kriterien zu gestalten und die Truppe zu jonglieren, anzuheizen und die Bilder fotografisch zu inszenieren. Wir haben uns von der Video-Ästhetik der 80er-Jahre inspirieren lassen. Und natürlich von Freddie Mercury und Queen. Der Song und das Video sind also durchaus als eine Hommage an den Meister zu verstehen, allerdings humoristisch im Goldkehlchen-Stil umgesetzt.

DHG Mr Mercury Videodreh The Creative Four

von links: Delf, Florian, Malte, Flemming

DHG Mr Mercury Videodreh Malte im Gespräch mit Delf

Gibt es Lieblingsszenen, über die Du schon etwas andeuten möchtest?

Der Rap-Part wird von unserem heimlichen Star des Videos, Ferdi Mercury, magisch in Szene gesetzt. Er schwebt in Königsrobe auf einem Bonanzarad, begleitet von einer 80er-Jahre Schönheit auf dem Gepäckträger. Das war schon ein ziemlich idealer Anblick. Aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht wirklich entscheiden, da wir sehr, sehr viele absurde Szenen eingefangen haben. Wichtig war uns, dass ausnahmslos alle männlichen Darsteller Schnurrbart tragen und alle Rollen von Goldkehlchen besetzt sind.

DHG Mr Mercury Videodreh The King on bike 2DHG Mr Mercury Videodreh Regieanweisung für King und Queen on bikeDHG Mr Mercury Videodreh King and Queen backstage mit Regisseur Florian SchueppelDHG-Mr-Mercury-Videodreh-Josefine-rotated.jpg

Das Video ist quasi auch eine Art Bewerbung für Eure Teilnahme am Eurovision Song Contest. Wie ist Deine ganz persönliche Beziehung zum ESC? Gibt es Lieblingserinnerungen oder Lieblingslieder?

Ich habe tatsächlich gerade erst letztens eine Videozusammenfassung aller Gewinnersongs seit Beginn des ESC gesehen. Gut finde ich, dass in den ersten Jahren eigentlich alle Gewinnersongs in Muttersprache gesungen wurden. Das hat Charme. Deshalb muss natürlich „Ein bisschen Frieden“ unter den ewigen Top-Favoriten bleiben. Aber auch viele der französischsprachigen Classics gefallen mir. In den letzten Jahren waren die Songs meiner Ansicht nach sehr überproduziert und aus der Konserve, da habe ich weniger Leidenschaft gespürt. Die kommt bei den Goldkehlchen auf jeden Fall nicht zu kurz, auch wenn wir unseren ersten (eigenen) Song auf Englisch singen.

Du gehörst selbst zu den Goldkehlchen. Wie ist es dazu gekommen und was hat Dich an diesem Projekt gereizt?

Ich habe eine Email von Flemming bekommen: „Wir gründen einen Chor und du musst mitmachen.“ Und so war das dann auch. Ich glaube, wir sind alle ohne jegliche Erwartungen gestartet, und freuen uns jetzt um so mehr, dass dieser Einsatz so gut ankommt. Wahrscheinlich auch, weil wir uns selbst nicht zu ernst nehmen, viele soziale Projekte unterstützen und uns immer wieder neue Sachen einfallen lassen, wie den Nacktkalender, eigene Songs und Musikvideos, Adventskalender und viele andere Aktionen. Und bei 70 Mann gibt es eigentlich für jegliche Aufgabe einen Spezialisten, der das Projekt anführt und mit den anderen umsetzt.

SHW42.2-1 b19112714230

In diesen Tagen machen DHG auch heftig Schlagzeilen mit ihrem Nacktkalender 2020, der ebenfalls von Florian Schüppel erdacht und photographiert wurde. Wer das neue Jahr mit den DHG hüllenlos pimpen möchte, kann „den Meilenstein, nach dem niemand gefragt hat“ (DHG-Presseinfo) hier erwerben (Restexemplare solange der Vorrat reicht). Alternativ: In Kürze gibt es auch einige Exemplare bei ESC kompakt zu gewinnen. Stay tuned.

SHW42.2-1 b19112714191SHW42.2-1 b19112714180

Alle Erlöse aus dem Verkauf des Charity-Kalenders gehen an SMASHSMARD e.V., einer Initiative zur Förderung der Forschung und Heilung der (derzeit noch) unheilbaren Kinder-Nervenerkrankung SMARD. Wer mehr wissen möchte und ebenfalls helfen will, findet alle wichtigen Informationen hier.



22 Kommentare

  1. Vielen Dank für das schöne Interview. Bin sehr auf das Video gespannt. Es freut mich sehr, dass es eine Band gibt, die wirklich für Deutschland beim ESC antreten möchte. Gibt es ja wirklich nicht allzu oft. Sind schon mal gute Vorraussetzungen, finde ich.

    P.S.: Freddie Mercury war in der Tat ein großartiger Ausnahmekünstler!

  2. Ich möchte ja wirklich nicht übertrieben negativ klingen, aber die Bilder vom Videodreh lösen bei mir ein gewisses Cringe-Level aus.

  3. Oh Gott. Die haben auch so einen schlimmen Kalender wie Voxxxxclub. Nun könnt ihr zu ihren Einzelinterviews auch jedes mal ein oben ohne Bild mitliefern.

  4. Sollten diese DHG tatsächlich für Deutschland beim ESC durch direkte Auswahl vom NDR nominiert werden?
    Ganz ehrlich, mich nervt diese permanente Berichterstattung über einen sehr durchschnittlichen Chor, dessen soziales Engagement durchaus beeindruckend ist. Aber Qualität spielt ja keine Rolle mehr, Hauptsache es wird ein „cooles“ Video produziert. Vom Song selbst kennt man ja noch nichts.
    Für mich ein ziemlich spezielles Hamburger Phänomen ohne jede internationale Bedeutung.

    Sorry, aber darf man heute noch widersprechen, man weiß ja nie. 🙈

    • Ja klar, Du hast schon Recht, man muss erst den Song abwarten. Aber ich finde es halt gut, wenn jemand überhaupt so viel Enthusiasmus zeigt, beim ESC für Deutschland antreten zu wollen.
      Und von ihnen verspreche ich mir halt einen etwas anderen Musikstil als diese Mainstream-Mucke.
      Ob gut oder schlecht muss man abwarten, hat wohl jeder auch eine andere Meinung. Aber es wäre auf jeden Fall mal etwas Anderes, finde ich.

  5. Weißes Tank Top (noch dazu im falschen Schnitt) und ‚Stache (auch meist falsch geschnitten) machen leider keinen Freddie Mercury Sex Appeal; wirkt eher wie Junggesellenabschied.

  6. Unfassbar, was bildet ihr euch überhaupt so eine Hobbysängertruppe so eine Plattform zu bieten? Wenn ihr wollt das sich Deutschland mit diesen Witzfiguren bis auf die Knochen blamiert, dann macht so weiter. Es bleibt nur zu hoffen, das diese unsägliche Scheiße nicht vom Deppenverein NDR auch noch intern nominiert wird. Unfassbar das eine ESC-Fan-Site so ein Mist auch noch unterstützt. Was wollen wir mit denen?

      • Auch wenn der Kollege sich oft – meist? – im Ton vergreift, hat er hier tatsächlich recht. Dit Tatsache, dass Ihr hier zum wiederholten Male ein ellenlanger Artikel mit zahlreichen Bildern zu diesem seltsamen Hamburger Phänomen erscheint, hat einen faden Beigeschmack, den ich so noch nie bei EK (oder zuvor PB) hatte.

      • Oh mann, klickt doch einfach den Artikel nicht an wenn er euch nicht interessiert!
        Andere lesen es gern und ihr sprecht auch nicht für alle hier.
        @escfan05
        Mit dem Gemaule schlechte Stimmung verbreiten muss doch nicht sein.

    • Uff. Ich möchte im Mai allerdings keine 6 Männer im weißen Unterhemd auf der Rotterdamer Bühne sehen 🙈 Dann würde ich beantragen, dass Deutschland ab 2021 durch die Semis muss…

      • Huch, sollte ein allgemeiner Kommentar werden ^^
        Ich kann mir aber tatsächlich auch kaum vorstellen, dass der NDR die Goldkehlchen intern auswählt. Meine Vermutung: Da ist schon was Anderes im Store…

  7. Ich finde die Goldkehlchen ja sowieso irgendwie nett, und Schnurrbärte gefallen mir meist auch.
    Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Alles, was positive Äußerungen zu den S!sters auslöst, ist mir sympathisch (Zitat aus den Kommentaren hier: „… wünsche ich mir die S!sters zurück.“) 🙂

    Auf den Song bin ich schon sehr gespannt!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.