ESC 2020: Postkarten-Konzept vorgestellt – Niederländer können sich für Teilnahme bewerben

Foto: NPO/AVROTROS/NOS

Erst die ESC-Bühnengestaltung, dann der Ticketverkauf, jetzt das Postkarten-Konzept: das niederländische Fernsehen lässt aktuell nichts anbrennen und informiert die Öffentlichkeit rechtzeitig und umfangreich über die Pläne für den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam.

Aufbauend auf dem Motto der Veranstaltung „Open up“ sollen auch die Postkarten, die vor den einzelnen Auftritten bei den Halbfinalen und im Finale gezeigt werden, die positive und verbindende Kraft der niederländischen Gemeinschaft demonstrieren. Das wollen die Organisatoren erreichen, indem sie die Niederländer auffordern, sich mit ihrem Sportverein, ihrer Gruppe oder ihrer Gemeinde zu bewerben. Ihr Ziel ist es, Europa und den teilnehmenden Künstlern einen einzigartigen Teil der Niederlande in Form von Aktivitäten, Traditionen und Hobbys zu zeigen, die für das Land und die Menschen charakteristisch sind.

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Dazu Sietse Bakker, der Executive Producer Event des ESC 2020: „Die Niederländer treffen sich oft durch Hobbys, Aktivitäten, Traditionen und Gemeinschaften. Von Straßengrills über Karnevalsorganisationen und Bruderschaften bis hin zu Fußballclubs, Chören und Breakdance-Gruppen.“

Für jede der 41 Postkarten wird also eine Gruppe, eine Straße, ein Verein oder eine Vereinigung gesucht, die einen der Künstler aufnimmt und ihn/sie an ihrer Aktivität, ihrem Hobby, ihrem Sport oder ihrer Tradition teilhaben lässt. Das kann alles sein: Fußballspiel, Nachmittagsschlittschuhlaufen im Skatepark, Karnevalsautobau, Bingoabend, Werkstattbacken oder Segeltörn.

Das genaue Erscheinungsbild der Postkarten bleibt vorerst geheim. Die Organisatoren geben jedoch einen Hinweis: „Dieses Mal entscheiden wir uns für eine andere Interpretation als die oftmals eher touristischen Bilder, die das Gastgeberland während des ESC präsentiert“, fügte Sietse Bakker hinzu.

Wer also in den Niederlanden jemanden kennt, der sich dafür begeistern kann, der kann sich hier bewerben.

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7 Kommentare

  1. Klingt nach einer tollen Idee. Finde es allgemein besser wenn diese Postcards keine reinen Touristen-Werbefilmchen sind, denke da mit Grauen an die Filmchen in Aserbaidschan zurück, wo man gefühlt in jeder zweiten Postcard die Bausünden von Baku präsentiert bekommen hat. *schauder*

  2. Ich fand die Postcards der letzten Jahre allesamt ganz nett (außer Kiew vielleicht). Ich mag es, wenn man die Gastgeberländer ein bisschen kennenlernt. Die reinen Tourismusspots hat es ja seit Aserbaidschan nicht mehr gegeben.

    • Stimmt. 2018 und 2019 fand ich die Postkarten echt schön. Da wurden Sehenwürdigkeiten der Gastgeberländer gezeigt, ohne zu „protzen“.

    • Das ist eine sehr interessante Frage! Da es in den Niederlanden Coffeeshops gibt, in denen Drogen konsumiert werden dürfen, könnte es sich beim Werkstattbacken um die Herstellung von Haschkeksen handeln.

  3. Es gibt Beispiele.
    – Glockenspieler aus Breda. Die Glocke ist groß, wird in der Regel 20-25 Mal pro Jahr geläutet und man braucht 4 Kerle um das Ding zu starten.
    – ‚Knackworst‘, die niederländische Ausgabe von Brat-/Bockwurst. Es gibt auch ein Wettrennen damit.
    – Korfball. Eine typisch holländisch-flämische Sportart.
    – Brassband aus Rotterdam. Besonderheit: man spielt Musik aus Curacao.

    Jeder darf sich bewerben, auch einzelne Personen, Instanzen, Vereine, Gemeinden, Burgherren.

    Ziel: Zeigen wie unterschiedlich die Niederlanden sind. Die 41 Teilnehmer sollen Mitmachen bei typisch niederländische Brauche und Feier.

    Notiz: Diese Postkarten gibt es seit 1970, wurden auch in den Niederlanden erfunden als Teil des Shows.

    Ich bin gespannt ob die Idee gelingt oder man den Fernseher für 30 Sekunden ausschalten sollte um nicht alle 3-4 Minuten sich zu irren, zu staunen oder fremdzuschämen. Es kann sehr peinlich werden.

    Zusätzlich: mittlerweile fängt die Norgelei an, weil jedes Detail sogar in den Hauptnachrichten bekanntgegeben wird. Demnächst sehnsuchtig erwartet: die Bekanntgabe der Schühe der Moderatoren.
    Aus andere, interne Quelle gab es die Bestätigung für diese Offenheit. Die mediale Aufmerksamkeit soll der Druck auf die Regierung aufrecht erhalten, damit die fehlende Millionen zugesagt werden.

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