ESC kompakt kompakt: Belarus nicht mehr teilnahmeberechtigt, Eurovision Choir 2021 abgesagt

Am heutigen Sonntag ist es wieder Zeit für eine neue Ausgabe von „ESC kompakt kompakt“, denn es gibt ein paar kleinere Neuigkeiten, die sich über die vergangene Woche angestaut haben und die wir heute gesammelt – und eben kompakt – abhandeln.

BTRC nicht mehr Mitglied der EBU

Bereits Ende Mai haben wir darüber berichtet, dass die EBU den belarusischen Sender BTRC als Mitglied ausschließen wollte, weil der Rundfunkveranstalter Grundwerte wie Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht missachtet. Die Entscheidung damals wurde bei einem Meeting des Executive Boards gefällt, woraufhin BTRC zwei Wochen Zeit hatte, auf die Vorwürfe zu reagieren und seinerseits Stellung zu nehmen. Ob das geschehen ist, ist bislang nicht bekannt, aber wenn dann jedenfalls nicht zur Zufriedenstellung der EBU. Diese hat nun am 30. Juni endgültig beschlossen, dass BTRC mit Wirkung zum 1. Juli nicht länger Mitglied der EBU ist.

Das bedeutet auch, dass Belarus bis auf Weiteres an keinem Eurovisions-Wettbewerb mehr teilnehmen kann. Das schließt neben dem Eurovision Song Contest im kommenden Jahr auch den Junior Eurovision Song Contest 2021 in Paris ein. Bereits im März diesen Jahres hatte die EBU entschieden, Belarus vom diesjährigen Eurovision Song Contest auszuschließen, nachdem der Beitrag der Gruppe Galasy ZMesta zuvor nicht zugelassen worden war.

Eurovision Choir 2021 abgesagt

Seit 2017 gibt es mit Eurovision Choir auch einen Chorwettbewerb der EBU, der in Zusammenarbeit mit Interkultur, dem führenden Veranstalter internationaler Chorwettbewerbe veranstaltet wird. Nach der zweiten Ausgabe 2019 wird es in in diesem Jahr aber keine neue Ausgabe geben. Das hat zuerst die italienische Seite Eurofestival News berichtet. Von der EBU gibt es dazu bislang keine offiziellen Informationen, es soll aber wohl weiterhin Pläne geben, dass der Wettbewerb auch in Zukunft stattfinden wird.

Bislang war noch unklar, wo Eurovision Choir 2021 stattfinden sollte und auch, welche Länder überhaupt teilnehmen wollten. Von den deutschsprachigen Ländern hat nur Deutschland an allen zwei Ausgaben des Chorwettbewerbs teilgenommen, Österreich nahm nur 2017 teil, die Schweiz debütierte 2019. Die bislang letzte Ausgabe 2019 hat der Chor Vocal Line aus Dänemark gewonnen.

Werdet Ihr Belarus beim (J)ESC vermissen und haltet Ihr die Entscheidung der EBU für den Ausschluss von BTRC für richtig? Habt Ihr Eurovision Choir bislang verfolgt?


17 Kommentare

    • Etwas gegensätzlicheres als Måneskin und den Kiddie-Contest kann ich mir nur schwer vorstellen….

    • So langsam gehen denen die Teilnehmer aus. Gerade mal 10 Länder aktuell dabei (12 ist das Minimum). Ich rechne allerdings noch mit der Zusage aus Malta und Serbien und Kasachstan wird wahrscheinlich auch wieder eingeladen

      • P.S. Ich werde Belarus nicht vermissen. Konsequenterweise müssten jetzt allerdings auch Russland, Ungarn, Polen und Aserbaidschan ihren Hut nehmen. Sieht man ja gerade wieder sehr eindrucksvoll bei der EM. Stichwort: Regenbogenfahnen

      • Ich stimme Oli D. zu. Neben Belarus müssten auch Russland, Ungarn, Polen und Aserbaidschan von der EBU ausgeschlossen werden. Aber auch die Ukraine befeuert die Länderstreitigkeiten mit Russland gern an. Die EBU misst nach zweierlei Masse. Aber das ist ein strittiges Thema.
        In der Historie hätte die EBU in den 1950er/1960er/1970er die Diktaturen in Griechenland, Jugoslawien, Portugal und Spanien ausgeschlossen werden müssen.
        Aber wie gesagt, ein ganz heikles Thema!

  1. Levina ? Zumindest professionell vermarktet. Es ist nicht erkennbar, daß es sich um einen deutschen Act handelt. Nun gut, wenn sie damit Erfolg hat, warum nicht….

    • Zumindest die guten wie VAL – um Schrott wie dieses Jahr tut’s mir nicht leid.

      • Komisch, bei VAL muß ich immer an Valerie Toriello, einer Figur aus der US-Sitcom „Die Nanny“ denken.

      • Da geht’s doch nur um Fran ;-)!

  2. Zu Belarus: Na ja, richtige Entscheidung. Die Bevölkerung tut mir leid, sie wird von Lukaschenko immer weiter in die Isolation getrieben. Ich wünsche ihnen alles Gute, und dass die Diktatur hoffentlich bald ein Ende hat.

    • 20 Jahre kann der Lukaschenko gut noch machen. Und Söhne hat er auch, die wahrscheinlich entsprechend erzogen worden sind. Ich sehe da noch kein Ende.

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