Belarus: EBU lässt Beitrag „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ nicht für den ESC zu

Die EBU hat bekanntgegeben, dass der diesjährige belarusische Beitrag für den ESC „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ in der aktuellen Form nicht am Wettbewerb teilnehmen darf. Damit hat sich (fast) unser Kommentar erledigt, den wir praktisch zeitgleich mit der Bekanntgabe dieser Entscheidung fertiggestellt haben. Wir haben das EBU-Statement hier für Euch ins Deutsche übersetzt und unten könnt Ihr den Kommentar in der ursprünglichen Form lesen.

„Im Rahmen des regulären Verfahrens für alle Songs, die für den Eurovision Song Contest (ESC) eingereicht wurden, hat die EBU das belarusische Lied „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ von Galasy ZMesta sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass es den Regeln entspricht des Wettbewerbs.

Es wurde der Schluss gezogen, dass das Lied den unpolitischen Charakter des Wettbewerbs in Frage stellt.

Darüber hinaus führen die jüngsten Reaktionen auf den vorgeschlagenen Beitrag dazu, dass das Ansehen des ESC Gefahr läuft, in Verruf gerät.

Wir haben an den Sender BTRC geschrieben, der für die Teilnahme von Belarus am Eurovision Song Contest verantwortlich ist, um ihn darüber zu informieren, dass der Song in seiner jetzigen Form derzeit nicht teilnahmeberechtigt ist.

Darüber hinaus haben wir ihn gebeten, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, um eine geänderte Version oder ein neues Lied einzureichen, das den ESC-Regeln entspricht.

Andernfalls kann Belarus vom diesjährige Wettbewerb disqualifiziert werden.“

Sobald es eine Reaktion aus Belarus gibt, werden wir Euch hier natürlich auf dem Laufenden halten.

Kommentar: Die EBU muss in Sachen Belarus aktiv werden

„Der ESC ist unpolitisch.“ Diesen Satz kennen ESC-Fans ebenso gut wie sie wissen, dass die Umsetzung in der Praxis manchmal sehr schwierig sein kann. Wird der ESC nicht schon dadurch politisch, dass auch in diesem Jahr wieder ein Land wegen eines Krieges mit einem anderen Teilnehmerland nicht am ESC teilnehmen kann. Wie geht man damit um, wenn in Songtexten historische politische Ereignisse aufgearbeitet werden? Was ist davon zu halten, wenn der ESC in einer Arena ausgerichtet wird, für deren Bau Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurde? Diese Beispiele sollen hier keinesfalls als vergleichbar dargestellt werden, sondern die Bandbreite des Problems aufzeigen. Unpolitisch zu sein, kann jedenfalls nicht heißen, über diese politischen Themen konsequent zu schweigen in der Hoffnung, dass sie sich dann von selbst erledigen. Manchmal ist gerade das Schweigen eine besonders politische Handlung – und große Organisationen wie die EBU oder die FIFA bleiben allzu oft solange in der Deckung, bis es nicht mehr anders geht.

Warum schreibe ich das? Seit der Veröffentlichung des diesjährigen belarusischen ESC-Beitrags „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ vor zwei Tagen diskutiert die ESC-Welt über den Text des Songs und darüber, ob das Lied beim ESC 2021 antreten darf oder nicht. Die offiziellen Regeln sind da sehr klar formuliert: Auf der Bühne dürfen keine politischen Texte zu hören sein und die nationalen Rundfunkanstalten müssen dafür Sorge tragen, dass der ESC nicht politisch instrumentalisiert wird.

Viele sind aber der Auffassung, dass der Text von „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ durchaus sehr politisch ist und dass der Beitrag noch dazu verwendet wird, um die Demokratiebewegung in dem Land, gerade auch aus der Musikszene heraus, zu diskreditieren bzw. diese ins Lächerliche zu ziehen.

Eine englische Übersetzung des Textes – sogar mit Anmerkungen – findet sich hier, wobei ich als Nicht-Muttersprachler die Richtigkeit nicht überprüfen kann. Zahlreiche russischsprachige Kommentatoren bestätigen aber diesen oder einen ähnlichen Sinn des Textes. Kleine Kostprobe:

„Ich werde Dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen
Ich werde Dir beibringen, den Köder zu schlucken
Ich werde Dir beibringen, auf der Linie zu laufen“

Hinzu kommt, dass weiterhin vollkommen unklar ist, wie der belarusische Beitrag von wem ausgewählt wurde.

Seit gestern hat sich das Thema weiter zugespitzt, denn zahlreiche Fanseiten (z.B. EurovoixESCunited und Eurowizja.org) haben öffentlich gemacht, dass sie unter den gegebenen Umständen nicht mehr über den belarusischen Beitrag für den ESC 2021 berichten werden und die EBU aufgefordert, diesen zu disqualifizieren. Das ist eine konsequente und respektable Entscheidung und ohne diesen drastischen Schritt würde das Thema heute nicht so intensiv diskutiert werden. Wir werden bei ESC kompakt auch in Zukunft über die Entwicklungen rund um Belarus berichten und zwar so, wie wir es in der Vergangenheit gemacht haben (etwa hier, hier und hier) – also immer auch mit Blick auf die politische Situation im Land, auf die Demokratiebewegung und die diesbezüglichen Aktivitäten der ESC-Stars (Aufmacherfoto: VAL). Ein lesenswertes Stück zur aktuellen Situation gibt es auch hier auf wiwibloggs. Auch die Kollegen von escXtra haben sich geäußert.

Diese wichtige Diskussion ist aber nicht damit erschöpft, dass sich Fanblogs mit der Frage auseinandersetzen, ob und wie man über Belarus bzw. den belarusischen Act beim Eurovision Song Contest 2021 berichten sollte. Stattdessen ist jetzt die European Broadcasting Union (EBU) als Veranstalterin des ESC gefragt. Sie muss sich mit dem belarusischen Beitrag „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ auseinandersetzen, natürlich auch unter Einbezug der Band Galasy ZMesta und des Senders BTRC, und beurteilen, ob der Beitrag den Wettbewerbsrichtlinien entspricht oder nicht – und dann auch darüber informieren. Mit Schweigen oder dem einfachen Hinweis darauf, dass der Contest unpolitisch ist, ist es diesmal nämlich nicht getan. Der ESC ist ein weltoffener Wettbewerb, der verbinden und nicht spalten soll. Daran muss sich auch Belarus halten – oder sich zurückziehen.


76 Kommentare

  1. Es ist ein brisantes Thema. Ich finde es schade das so etwas passiert ist. Die EBU hat aber jetzt richtig reagiert und das Lied so wie es jetzt ist nicht zuzulassen aber dem Sender die Möglichkeit zu geben was zu ändern. Ich hoffe sehr für die Bürger von Belarus das es eine gute Änderung gibt so das man nicht disqualifizieren muss

    • Vielleicht beabsichtigte das belarus. Fernsehen mit dem Lied die Teilnahme auszuschließen, um mit der Disqualifikation die Strafgebühr eines Rückzuges zu vermeiden. Ein Regime geht alle mlglichen Wege, um Ziele durchzusetzen. Für die Künstler ist die Nichtzulassung nicht schön. Oder sie waren von Plan eingeweiht und werden entsprechend entschädigt.

      Nichts wissen wir genaues!!!

      • Interessante Aussage… Das könnte echt sein… Ps: Die EBU sollte auch Zypern nicht zulassen bzw. das Lied 1000% Cover…

  2. Wäre ich jetzt Alexander Lukaschenko ääääh, der Sender BTRC würde ich die Gruppe Galasy ZMesta komplett vom ESC abziehen (denn die sind jetzt „verbrannt“) und ich würde KAZNA – BRAIDS (falls die noch wollen) mit dem sehr interessanten Lied zum ESC senden. Deren Video ist auch fertig … wäre die „eleganteste Lösung“ meiner Meinung nach. Übrigens kommt auch KAZNA beim Volk in Belarus gut an (soweit ich weiß).

      • Ich als Diktator würde mit lautem Gezeter die Teilnahme komplett zurückziehen, unter Hinweis auf Zensur, dem Unterdrücken der freien Meinung, der Heuchlerei des Westens, Einmischung in eigene Angelegenheiten, Unterstützung von Terrroristen bla bla bla und was meinen Spin-Doktoren sonst noch für Zeug einfällt. Das lass ich dann von einer Schar Internet-Trolle viral verbreiten und wieder kann ich mir die Welt widde-widde wie sie mir gefällt machen. Und muss mich nicht mit dieser lästigen Realität rumschlagen.

    • Ich hoffe aber inständig, dass ein anderer unpolitischer Song ausgewählt wird, es wäre nämlich total schade, wenn man Belarus disqualifieren müßte.

  3. Nachvollziehbar und richtig. Belarus wird sich natürlich keinen deut bewegen, sich aus dem wettbewerb zurückziehen und erst wieder am esc teilnehmen, wenn die demokratiebewegung gesiegt hat. Freuen wir uns auf ein demokratisches reunion von belarus.

  4. Super Beitrag Benny, es ist wirklich ganz unfassbar was da abläuft. Ich denke mal dass Belarus sich zurückzieht und Lukashenko damit ganz gut Propaganda betreiben wird.

  5. Irgendwie gibt es immer Ärger bei Belarus…entweder beim Vorentscheid (schon mehrmals passiert), beim Titel , oder bei der Jury ( der Jury Skandal 2019)…gefolgt von Aserbaidschan und Russland und Ukraine , immer diese Länder nerven .

  6. Ich habe mittlerweile nix dagegen ,wenn sie ganz aussetzen. Zumindest 2021, dann gibts wenigtens keine 12,10, und 8 Punkte für die Nachbarn .Aber der Hauptgrund isst die Dreistigkeit, einige Künstler von vorneherein nicht zuzulassen , und dann klammheimlich so einen Schrottsong zu senden .

  7. Man darf bei all dem aber nicht vergessen, nur weil dieses Schreckenslied weg ist heißt es nicht, dass der Nachfolger weniger ein Schlag ins Gesicht für die Bevölkerung ist. Hoffe da bleiben Leute konsequent und ändern nicht ihre Haltung, weil ihnen das nächste Lied vielleicht sogar gefällt.

    • Warum sollte sich Russland zurückziehen, nur weil Weißrusslands Fernsehsender Propaganda betreibt?
      Und was wäre daran so toll?

    • Wenn die EBU jetzt Eier in der Hose hätte , würde sie die einladen und als offizielle Vertretung von Belarus teilnehmen lassen. Ne Jury aus Dissidenten kriegt man dich auch hin. Lukaschenko würde platzen, das geknebelte Volk vor Freude jubeln !

      • Alki Bernd – man stelle sich nur mal vor das würde so geschehen ….und sie würden den ESC auch noch gewinnen …..was dann? So weit reicht meine Fantasie dann doch nicht.

    • Alexandra – mit diesem Video hat sich wohl mein Wunsch, dass KAZNA nun zum ESC fährt in Luft aufgelöst. Die werden a) nicht von der dortigen Regierung mehr gefragt werden b) sie wollen sicher auch nicht mehr.

  8. Aber wäre der Song pro Demokratiebewegung dann wäre es bestimmt in Ordnung obwohl dass auch politisch wäre. Oder warum wurde die Ukraine mit 1944 nicht disqualifiziert obwohl es offensichtlich ein politisches Lied ist. Ich glaube hier wird mit zweierlei Mass entschieden, da die Ukraine im Westen ja als gutes Land gilt, ist es da nicht schlimm. Heuchelei.

    • Ich mag ja solche Einwände, weil sie eigentlich gar nichts beitragen außer richtige Entscheidungen schlecht zu reden.
      Es ist ein Unterschied über ein historisches Ereignis zu singen oder aktiv eine Diktatur zu vertreten mit einem Lied was über Leute spottet, die Demokratie wollen.

      Und ob Jamala so viel besser war ist jetzt auch egal. Sie hat gewonnen, jetzt ist es zu spät, ist Jahre her. Diesmal wurde rechtzeitig eingeschritten.
      Wenn man wegen einer vergangenen Fehlentscheidung dann „konsequent“ weiter schlechte Entscheidungen trifft… was hat man dann erreicht?

      Was soll die EBU deiner Meinung nach tun?

    • Das sehe ich anders, weil es ja immer politische Beiträge beim ESC gab. Denk doch mal an die ganzen Lieder, die es nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gab. Es geht hier um Werte. Der ESC wurde neben dem Innovationsthema ja auch ins Leben gerufen, um Europa nach dem 2. Weltkrieg wieder zusammenzuführen und Werte des demokratischen Rechtsstaats wie Fairness und Respekt zu promoten. Spanien, Portugal und Griechenland haben in der Vergangenheit auch unter faschistischen Regimen oder Militärdiktaturen teilgenommen, in ihren Liedbeiträgen aber niemals die Grundwerte des ESC angegriffen. Wenn ein Land wie Belarus 50 Jahre nach Entstehen des ESC einsteigt, kann man schon erwarten, dass man sich zumindest im Kontext des ESC an dessen Grundwerte hält. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: 1944 propagiert zentrale ESC-Werte wie Menschlichkeit, anstatt sie frontal anzugreifen, wie es der vorgeschlagene belarussische Liedtext tat. Da gibt es keinerlei zweierlei Maß, sondern nur Konsequenz.

      Von mir aus dürfen Diktaturen und Scheindemokratien gerne weiterhin am ESC teilnehmen, aber nur, wenn sie sich in den zwei ESC-Wochen an die Grundwerte des Contests halten und die internationale Bühne nicht missbrauchen, um ihre Hass- und Vorurteilspropaganda zu verbreiten. So einfach ist das für mich. 🙂

      • Na ja, ich habe mich ja schon öfters kritisch über „1944“ geäußert, war für mich mindestens eine Grauzone. Ich habe den Song schon als Anklage verstanden, die auch ihre Berechtigung hatte, fand aber auch, dass der ESC nicht die richtige Bühne dafür ist. So meine persönliche Meinung.

        Aber es stimmt schon, das ist ja jetzt Geschichte, ich finde es gut und richtig, dass die EBU jetzt reagiert, und vor allem so schnell. Und wie schon richtig erwähnt, kann man es auch auch nicht wirklich vergleichen, bei dem belarussischen Song handelt es sich ganz offensichtlich um Propaganda.

        Jetzt hoffe ich, dass sich doch noch eine einvernehmliche, regelkonforme Lösung findet.😉

  9. Wenn Kleinstdiktator Lukashenko auch nur kleine Eier in der Hose hätte, würde er jetzt VAL nach Rotterdam schicken.
    Bitte entschuldigt meinen Sprachgebrauch, aber ich finde, dass dieser immer zum besprochenen Gegenstand passen sollte …

  10. Ich vermisse Belarus beim ESC schon falls sie zurückziehen, aber den Song mit diesem Text nicht zuzulassen ist absolut die richtige Entscheidung.
    Auch wenn der Kommentar von Benny jetzt ein Stück weit überholt ist, so ist er doch als Haltung von ESC-Kompakt zu dem Thema super!

  11. Ich bin da echt zwiegespalten.
    Einerseits denk ich mir: Hurra, das ist der richtige Schritt. Sowas gehört nicht zum ESC, weil es einfach menschenfeindlich ist.

    Andererseits: ich hätte mit dem Ding beim ESC leben können und darau gehofft, dass das Publikum es entsprechend abstraft. Das wäre vielleicht das stärkere Zeichen von Demokratie gewesen.

    • Es wäre auch sehr interessant gewesen zu sehen, wie sich die anderen Künstler gegenüber der belarussischen Combo verhalten.

    • Wobei man wahrscheinlich eher sagen muss, dass der Beitrag nicht wegen der politischen Botschaft abgestraft worden wäre, sondern weil das Lied an sich bereist nicht die geringste Chance hätte

  12. Richtige Entscheidung , hätte man von Anfang an alles vernünftig gemacht wäre es garnicht erst soweit gekommen . Aber so ein Text geht nun mal garnicht .

  13. Für mich überraschender Schritt, weil sich die EBU in der Vergangenheit ja oft sehr träge gezeigt hat. Ich bin gespannt, wie dieses Spektakel (welches nur innerhalb der ESC-Blase Beachtung findet) weitergehen wird.

  14. Zum Glück wurde die EBU mal aktiv. Die Verspottung der Bevölkerung mit dem Text und das niedrige musikalische Niveau geht gar nicht.

      • Ist mir schon klar, aber in diesem Fall hat man sich musikalisch überhaupt keine Mühe gegeben und da kann man sich als Veranstalter und Zuschauer schon verar***t fühlen.
        Ist natürlich hier auch Teil des ganzen Belarus-Komplotts.

  15. Ursprünglich sollte das Lied von Belarus am 15.03.21 veröffentlicht werden. Vielleicht gibt es noch einen zweiten Beitrag in der Schublade, der regelkonform ist, allerdings bitte nicht von dieser Gruppe. Ansonsten sind im stärkeren Halbfinale nur 16 Länder dabei und es werden dann nur 6 Beiträge ausscheiden.

  16. Die einzig richtige Entscheidung, ich hoffe nur, dass sich Belarus nicht zurückziehen wird – das würde die Bevölkerung noch mehr vom (mehr oder weniger) demokratischen Europa abkapseln. Ich denke aber, dass Lukaschenko sich zurückziehen wird…

  17. Einzige und absolut richtige Entscheidung, dieses Lied nicht zuzulassen. Auch in Ordnung finde ich, Belarus quasi eine zweite Chance zu geben, ein anderes Lied einzureichen.
    Falls es nicht passiert, vermutlich aus Sturheit o.Ä. ist eine Disqualifikation eben unausweichlich, was ich aber schade fänd. Für mich soll am besten jedes Land am ESC teilnehmen, egal ob erfolgreich oder nicht, also auch Belarus.

    • Für mich ist es übrigens der 66. ESC. Alles andere würde die tollen Songs aus 2020 komplett degradieren.

  18. Das Lied war noch dazu musikalisch eh Schrott insofern vermisst es wohl fast niemand.
    Hoffe sehr dass Belarus trotzdem noch einen „Ersatzact“ präsentieren wird aber ich gehe von einer Komplettabsage aus.

  19. Über Jamalas Song lässt sich streiten , ich finde diese Themen haben nichts in ESC Songs zu suchen

    Jamalas Song war eine politische Anklage ,ein Klagelied …und das Sie dann ausgrechnet auf Maruv rumgehackt hat , hat nochmal das Fass zum Überlaufen gebracht bei mir .

    Ausserdem habe ich Sie beim Eurovion in Concert in Amsterdam erleben müssen ,aber das ist ne Andere Geschichte .:)

    • Ja, das ging mir nach dem „Verhör“ von Maruv genau so. Ich habe seitdem irgendwie immer ein doofes Gefühl, Beiträge aus der Ukraine gut zu finden.
      Umso mehr freue ich mich, dass dieser Käse aus Belarus kein Forum bekommt.
      (By the way: Der Beitrag ist doch sowieso fehl am Platze. Wer will schon nach 10 Aperölchen auf der Linie laufen???)
      In diesem Sinne Tschüssikowski!

  20. Das Beste was den Menschen in Belarus die um ihre Freiheit kämpfen passieren konnte!

    Die haben andere Sorgen als sich mit diesem musikalischen Schrott ,der versucht den politischen Kampf ins Lächerliche zu ziehen auseinander zusetzen. Die Farce auf großer Bühne bleibt mir Gott sei Dank erspart.
    Vielleicht richtet sich nun für ein paar Tage nach dieser Entscheidung die internationale Presse mal wieder auf Belarus um den leider noch lange dauernden Kampf der Bevölkerung zu unterstützen.
    Durch das Veto von Zypern waren ja lange keine UN Sanktionen möglich gewesen.

    Auch Angelica Agurbash,(ESC 2005) kritisierte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters den Beitrag von Galasy ZMesta .
    Sie sagte wörtlich »eine Verächtlichmachung des belarussischen Volkes, von allem, was in diesem Land vor sich geht«,

    Schön, das anscheinend mit Martin Österdahl auch die EBU im Heute angekommen ist.

  21. Ganz offensichtlich wird der Text auch von vielen, die der russischen Sprache mächtig sind, als Verächtlichmachung der Demokratiebewegung empfunden (was ich nach der ersten Übersetzung ins Englische, die ich hier gelesen habe, noch nicht so offensichtlich fand). Daher halte ich die Entscheidung der EBU für richtig.

    • Thomas, vielleicht gibt`s ja nun doch noch Hoffnung für das Duo in welchem Daz Sampson dabei ist? Das wär doch wunderbar, oder?

      • Das stimmt, aber es wäre zu befürchten, dass die beiden, vor allem nach den Ereignissen dieser Woche, stark angefeindet, womöglich im Mai sogar ausgebuht werden würden. Dabei gibt es auf Youtube ein interessantes Interview von Wiwibloggs mit den beiden, in dem zu erfahren ist, dass sie eigentlich schon im letzten Jahr antreten wollten, aber ein Jahr warten mussten, weil letztes Jahr ausschließlich weißrussische Bewerber zugelassen worden waren. Daz war ja schon 2019 mit der Sängerin Nona („Kinky Boots“) dabei gewesen, und weil das nicht so lief wie erhofft, wollte er es unbedingt nochmal probieren.

  22. Meine Güte, endlich. Was man alles machen muss, damit die Herrschaft:innen in der EBU doch noch den Mund aufkriegen! Menschen- und Völkerrechtsverletzungen allein sind ja offenbar keine hinreichenden Gründe.

  23. Aber war das nicht eigentlich klar? Der Sender wird vom Staat geführt und bereits nach dem „Ausschluß“ von VAL dachte ich mir das Belarus‘ Beitrag noch ein heikles und politisches Thema beim diesjährigen ESC werden könnte. Bereits beim Text des letztjährigen JESC-Beitrags wusste ich schon nicht wirklich, ob der Text nicht auch einen kleinen politischen Hintergrund hat, es geht um Corona, dass von Herrn Lukaschenko sowieso geleugnet/kleingeredet wird, und um den Beistand der Menschen, obwohl das Land im Moment mehr geteilt ist als jedes andere Land. Aber wenn es schon die EU nicht schafft, ordentliche Strafen an Belarus zu verhängen, kann es ja die EBU machen… Ich erinnere hier nochmal an ein paar Lieder wie „We don’t wanna put in“ von Georgien 2009 oder „Don’t Deny“ von Armenien 2015. Während GPB sich damals volkommen vom Contest in Moskau zurückzog, änderte ARMTV 2015 nur den Liedtitel in „Face the Shadow“ und ließ im Refrain in Wien weiter „Don’t deny“ singen.

    Mal schauen wie sich das Ganze entwickelt, vielleicht lenkt BTRC ja noch ein, vielleicht ja auch nicht.

  24. Ich finde die Entscheidung von der EBU auch gut. Das „Kinderlied“ hätte vom Televoting 0 Punkte erhalten und von der Jury vielleicht ziemlich wenig.

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