ESC-Songcheck kompakt (2) – Irland: „Maps“ von Lesley Roy

Bild: Ruth Medjber

Irland entschied sich in diesem Jahr erneut für die 34-jährige Singer-Songwriterin Lesley Roy. Die in Irland geborene New Yorkerin konnte ihren Song „Story of My Life“ beim ESC 2020 in Rotterdam aufgrund der pandemiebedingten Absage nicht präsentieren. Nun vertritt sie ihr Land mit „Maps“ und wird diesen Song in jedem Fall beim Eurovision Song Contest performen.

Lesley Roy stammt aus Dublin und pendelt – soweit es derzeit geht – zwischen ihrer Heimatstadt sowie ihrem zweiten Zuhause in New Yorks East Village. Größere musikalische Erfolge als Solokünstlerin konnte sie noch nicht verzeichnen. Sie hatte lediglich 2008 mit ihrem Debütalbum „Unbeautiful“ bescheidene Erfolge in ihrer Heimat. Seitdem ist sie eher als Songwriterin aktiv und hat Tracks für Künstler wie Adam Lambert („Pop That Lock“), Miss Montreal („I Am Hunter“), Medina („Waiting For Love“) und Jana Kramer („Goodbye California“) geschrieben.

Der Song

„Maps“ wurde von Lesley zusammen mit dem Eurovision-Produzenten Lukas Hällgren (der auch Luca Hännis „She Got Me“ für die Schweiz beim ESC 2019 produzierte), Philip Strand, Normandie, Deepend und Emelie Eriksson geschrieben und produziert. Für den Songwriting und Produktionsprozess des Titels nahm Lesley Roy sich drei Monate Zeit im Studio. Das Lied ist ein Up-Tempo-Poptrack, der schon beim ersten Hören an Katy Perry erinnert und auch Ohrwurm-Potenzial hat. Im Vergleich zu „Story of my Life“ dürften sich viele Fans freuen, dass Lesley diesmal auf die im letzten Jahr häufig kritisierten textlichen „Na-Na-Na“-Passagen gänzlich verzichtet.

Der Check

Song: 4/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Viel besser als im letzten Jahr. Lesley Roy gibt sich deutlich reifer, setzt aber trotzdem weiterhin auf Radio-Pop im Katy-Perry-Style. „Maps“ ist sicherlich keine Offenbarung, aber der Song ist positiv, geht nach vorne und ist ein Ohrwurm. Ein bisschen Sorgen mache ich mir im Hinblick auf die Umsetzung auf der Bühne, aber wir hoffen mal das Beste. 8 Punkte.

Berenike: „Maps“ ist wunderbarer, positiver Bubblegum-Pop, der gute Laune verbreitet. Die fröhlich-energetischen Streicher sind toll. Wenn der Song von Katy Perry gesungen werden würde, könnte das ein Hit werden. Und hier liegt dann das Problem: Lesley ist nicht Katy. Ihr fehlt Ausstrahlung und ihr Gesicht wirkt immer maskenhaft, selbst im Video, wo sie in keiner Livesituation ist. Sie kann ihr an sich gutes Produkt dadurch nicht „verkaufen“. 7 Punkte.

Douze Points: An „Maps“ ist wirklich überhaupt nichts falsch. Ich höre das Lied gern und grundsätzlich gefällt mir Lesleys Stimmfarbe sehr gut. Für einen Komponistenwettbewerb dürfte das aber zu wenig sein und der Einzug ins Finale könnte sehr schwer werden. 6 Punkte.

Florian: „Maps“ ist bei mir direkt beim ersten Hören im Ohr hängen geblieben, was nicht zuletzt an der mitreißenden Folk-Pop-Instrumentation liegt. Der Gesang von Lesley fügt sich ebenso gut in die Melodie ein und bildet ein rundes Gesamtbild. Einen wirklichen Höhepunkt finde ich in den drei Minuten jedoch nicht und so fürchte ich, wird Irland es schwer haben, sich mit dem Song gegen die Konkurrenz im ersten Halbfinale behaupten zu können. 6 Punkte. 

Manu: Die sympathische Lesley tut gut daran, sich nicht allzu weit von ihrem „Story of my Life“-Sound zu entfernen, dabei aber auf die zu deutlichen Katy-Perry-Anleihen zu verzichten. So entstand ein recht energetisch-treibendes „Maps“, das zwar zeitweise etwas gegen einen Soundbrei kämpft, mir aber richtig Spaß macht zu hören. 8 Punkte.

Max: Eine erhebliche Verbesserung zum vergangenen Jahr! „Maps“ ist eingängig und gut produziert – könnte auch der Soundtrack zu einem Disney-Film sein. Ob es mit dem Finale klappt, steht und fällt wohl mit der Live-Performance, das Lied an sich hätte es auf alle Fälle verdient weiterzukommen. Von mir gibt es 7 Punkte.

Peter: „Maps“ hat einen schönen Drive, aber darüber hinaus klingt der Song für mich etwas beliebig. Der Song ist gefällig, Leslie hat eine unmittelbar zugängliche radiotaugliche Stimmfarbe, aber „Story of my Life“ fand ich viiiiel besser: tanzbarer, internationaler, kraftvoller. Zukünftig wieder mehr Katy Perry und weniger Melanie C, wäre meine Empfehlung. 6 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 48/84 Punkten

Beim ESC-kompakt-Index landet „Maps“ auf Platz 14 von 39.

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Technicolour“ von Montaigne


73 Kommentare

  1. Und weiter mit der nächsten Kandidatin.

    Song: zumindest ein zusammenhängendes Paket
    Stimme: besser, aber das wundert keiner nach Australien
    Instant-Appeal: links rein, rechts raus bitte.
    Optik: erinnert uns an einer Sängerin aus Russland, die manchmal mit Mantel und die Haare nach hinten auftritt. Verdamtt, wie hieß sie noch einmal … etwas mit Gaga … ah … Polina Gagarina

  2. Für mich ein deutliches Downgrade im Vergleich zum letzten Jahr. Wieder ein radiotauglicher Song, diesmal allerdings mit einem schwachen Refrain, den man kaum erkennt, da er sich nicht von den Strophen und der Bridge abhebt. Schade Irland, Finale wird das nicht. 5 Punkte von mir.

  3. Ich liebe es! Genauso ein Gute-Laune-Song wie im letzten Jahr, und Lesley hat so einen gigantischen Sympathiefaktor, dass es mit dem Finale eigentlich schon was werden sollte.

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