
Niemand überbringt gern schlechte Nachrichten. Noch unangenehmer ist es, wenn es dabei um Absagen geht. Und davon hatte der NDR in der letzten Zeit sehr viele zu überbringen. Denn nicht einmal in zehn Fällen kann er eine Zusage für die Teilnahme an der ESC-Vorentscheidung „Das deutsche Finale 2024“ aussprechen. Dabei agiert der Sender durchaus geschickt und professionell – auch wenn das die persönlich empfundene Enttäuschung und Ablehnung der Künstler/innen nicht in jedem Fall mindert. Ein Kommentar.
Die Geister, die ich rief, werd‘ ich nun nicht mehr los. Das mag sich der ein oder andere Verantwortliche beim NDR denken, wenn er die Posts und Videos von Künstler/innen liest, die er um Bewerbungen gebeten hat und denen er nun eine Absage für die deutsche ESC-Vorentscheidung 2024 schicken musste. Immerhin waren die Acts aufgerufen, Ihre Bewerbungen in den sozialen Medien öffentlich zu machen, da ist es jetzt verständlich, dass auch die entsprechenden Rückmeldungen veröffentlicht werden. Aus diesen Veröffentlichungen spricht – durchaus nachvollziehbar – Enttäuschung und persönliche Verletztheit. Gleichzeitig hauen viele Kommentator/innen auch hier bei ESC kompakt auf den NDR ein und kritisieren ihn für seine Auswahl und sein Vorgehen bei der Übermitteilung der Absagen. Diese Kritik dürfte beim NDR weitgehend ins Leere laufen. Gleichzeitig ist sie auch nicht in jedem Punkt berechtigt.
Ja, der NDR hat sich bei seinem ESC-Engagement nicht gerade mit Ruhm bekleckert; gerade die letzten Jahre boten mit 2018 als Ausnahme eine Enttäuschung nach der anderen für die Fans des Wettbewerbs. Der Sender hat sich dadurch zu einer beliebten und allzu oft auch berechtigten Zielscheibe für Kritik gemacht. Dieser Automatismus hat auch in den letzten Tagen wieder eingesetzt. Dieses Mal aber eher zu Unrecht.
Denn die Mathematik ist so einfach wie hart: Wenn es 693 wie auch immer geartete Bewerbungen für die ESC-Vorentscheidung „Das deutsche Finale 2024“ gibt und nur acht oder neun Plätze in der eigentlichen TV-Show, dann bedeutet das, dass rund 685 Mal eine Absage verschickt werden muss – also an fast 99% der Bewerber/innen. Das Verhältnis ist dabei etwa das gleiche wie in Schweden, wo der verantwortliche Sender SVT 2624 Bewerbungen erhalten hat und 30 Songs in der Vorentscheidung sind. Nicht ganz so heftig trifft es die Künstlerinnen und Künstler in Moldau, wo lediglich 51 Songs eingereicht wurden – und ganze 32 davon (also 63%) in einer öffentlichen Audition auftreten dürfen. Ob das für die betreffenden Personen immer so gut sein muss, sei einmal dahingestellt.
Doch zurück zu Deutschland: Hier scheint die Enttäuschung gerade bei den Acts besonders groß zu sein, die im letzten Jahr bei der Vorentscheidung dabei waren. Zunächst einmal ist es sehr begrüßenswert, dass diese sich wieder beworben haben. Es zeigt, dass sie bei der Vorentscheidung eine positive Erfahrung gemacht haben und sie der letzte Platz von Lord of the Lost beim ESC in Liverpool nicht abschreckt. Daraus jedoch abzuleiten, dass man quasi für die Vorentscheidung in diesem Jahr gesetzt sein müsste, ist dann doch etwas vermessen. Da spielt auch der damals gemachte Platz keine Rolle. Neues Spiel, neues Glück.
Wenn man seine Absage telefonisch erhält, so wie das scheinbar bei den meisten der letzten 32 Beiträge im Rennen der Fall war, ist das durchaus als Wertschätzung zu sehen. Alle anderen Absagen schriftlich mit einem Standardschreiben zu tätigen, ist vollkommen korrekt und nicht zuletzt im Sinne der sinnvollen Ressourcennutzung der Mitarbeitenden beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu unterstützen.
Auch eine weitere Kritik von mehreren Leser/innen hier auf ESC kompakt kann ich nicht teilen. Dort hieß es, der NDR hätte falsch entschieden und würde von vornherein bestimmte (erfolgversprechende) Genres ausschließen. Dazu müsste man zum einen wissen, welche Genres sich denn unter den letzten 32 Songs befanden bzw. es sogar in des endgültige Line-Up geschafft haben. Alle weitere Kritik sollte sich dann aber auch an die internationale Jury richten. Denn diese hat mit ihrem Urteil eine Empfehlung abgegeben, welche Beiträge beim „Deutschen Finale 2024“ dabei sein sollten.
Ähnlich verhält es sich mit den 15 Teilnehmer/innen von „Ich will zum ESC!“. Auch hier hat der NDR das Aussieben zunächst in die Hände der beiden Juroren Conchita Wurst und Rea Garvey gelegt. Letztlich dürfen aber wir, die TV-Zuschauer, über den letzten Finalplatz entscheiden. De facto reduziert das Vehikel „Ich will zum ESC!“ übrigens auch den Anteil der zu tätigenden Absagen. Denn aus dem Meer der Bewerber/innen konnten so 15 weitere Personen (also 2,2%) zumindest zwischenzeitlich eine Zusage erhalten – wenn auch nur zum Wildcard-Wettstreit.
Wenn man also die gesetzten Finalist/innen und die „Ich will zum ESC!“-Teilnehmer/innen zusammennimmt, waren bzw. sind 22 oder 23 Acts im engeren Auswahlprozess. Da ist schon Raum für Genre-Vielfalt – und weniger standardisierte Absagen.
Durchaus berechtigt ist allerdings in der Tat die Kritik, dass der NDR die Acts viel zu lange im Unklaren in Sachen ESC gelassen hat. Während in anderen Ländern quasi direkt nach dem ESC im Mai der Ablaufplan für die kommende Saison samt exakten Terminen und Vorentscheid-Teilnehmerzahlen festseht und man sich darauf entsprechend einstellen kann, verfolgt der NDR auch im bald 30. Jahr seiner ESC-Verantwortung eine Salamitaktik, als ob es zum ersten Mal machen würde. Das ist schlicht unprofessionell und verprellt interessierte Acts. Will Church hatte direkt nach dem ESC Interesse an einer weiteren Vorenscheidteilnahme geäußert und darauf hingearbeitet. Frühere Klarheit hätte ihm sicher einige Arbeit erspart.
Will der NDR in Zukunft (noch) mehr Zusagen erteilen als in diesem Jahr, aber nicht mit weniger Bewerbungen arbeiten, bleibt eigentlich nur ein Ausweg: Mehr Songs für die Vorentscheidung. Sei es mit einem größeren Startfeld im Finale, der Arbeit mit Halbfinalen oder – man kann das aber eigentlich nicht wirklich wollen – öffentlichen Auditions. „Ich will zum ESC!“ ist als Zwischenlösung aber sicher ein Anfang. Hoffen wir also, dass es den vom NDR beauftragten Entscheidern – der internationalen Jury und den TV-Zuschauern bei „Ich will zum ESC!“ – gelungen ist bzw. gelingt, ein abwechslungsreiches, professionelles und vielversprechendes Startfeld zusammenzustellen. Das gibt dann sicher auch denen Hoffnung und Energie, sich im nächsten Jahr wieder zu bewerben, die jetzt eine Absage erhalten haben.
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



Der NDR hat ja nicht nur die potentiellen Bewerberacts im Unklaren über das hybride Auswahlkonzept gelassen. Auch die Fans in den Clubs und Internetforen wurden erst vor 4 Wochen nâher über den Ablauf informiert. Keine gute Voraussetzung für die Platzierung und Akzeptanz des Konzepts in der Community, was auch die sofortigen Zweifel und die Kritik von Seiten der Fangemeinde am neuen Konzept erklärt. Eine stârkere Einbindung der Fans in die Planung im Vorfeld wäre wünschenswert gewesen und hâtte die jetzt bestehende Kritik verringert.
Chance vertan !
Dass über 20 Acts derzeit in der näheren Auswahl sind, ist meiner Meinung nach vollkommen ausreichend und garantiert die Genrevielfalt. Nichts ist schlimmer als das musikalische Füllmaterial, das in vielen aufgeblähten VE-Konzepten anderer Fernsehstationen zum Einsatz kommt.
Man gibt natürlich mehr Künstlern die Möglichkeit sich zu zeigen und die Chance dann auch zu gewinnen. Ich würde ein größeres Teilnehmerfeld als positiv ansehen. Dann muss aber die Qualität auch ausreichend sein… Eine größere Show würde denke auch vielleicht in Deutschland dann mehr Interesse wecken nicht nur bei den Fans sondern auch bei den Künstlern die sich die letzten Jahre vielleicht nicht sicher waren ob es Sinn macht dafür Zeit zu investieren.
Ich persönlich kritisiere nur zum Teil den NDR. Die meiste Schuld, dass wir beim ESC immer so weit hinten landen, haben die obersten Entscheider der ARD. Die sollten sich schämen. Sie sind auch Schuld, dass der Vorentscheid erst um 22 Uhr kommen wird. Die ESC-ABTEILUNG des NDR hat schon auch irgendwie eine Mitschuld, aber die Hauptschuld liegt bei der ARD höchstpersönlich. Die ESC-ABTEILUNG des NDR hat es bestimmt bei solchen Ignoranten Leuten wie bei der ARD auch nicht leicht.
Dieses Jahr könnte es so gewesen sein: Alexandra Wolfslast: Hier sind unsere Acts für den Deutschen Vorentscheid ,,Unser Lied für Liverpool“. Das Gremium der ARD: Wer ist das denn? Alexandra Wolfslast: Wen meinen sie? Gremium der ARD: Ja diese komische Hardrock-Band. Alexandra Wolfslast: Ach sie meinen Lord Of The Lost. Gremium der ARD: Genau. Die können wir auf gar keinen Fall zulassen. Da kriegen ja die ganzen Leute einen Herzinfarkt, wenn sie die sehen und hören. Alexandra Wolfslast: Die werden mit dabei sein. Wir haben den ESC-FANS Diversität versprochen und deswegen werden sie mit dabei sein. Gremium der ARD: Nein, auf keinen Fall. Alexandra Wolfslast: Doch und wenn nicht, dann werde ich es Öffentlich machen, dass sie daran Schuld sind, dass sie nicht mit dabei sein werden. Gremium der ARD: OK, dann werden sie halt mit dabei sein, aber unter einer Bedingung und zwar, dass sie nur den Sendeplatz um 22:20 Uhr bekommen. Da ist nämlich die Gefahr, dass jemand wegen der Hardrock-Band einen Herzinfarkt bekommt geringer. Alexandra Wolfslast: OK, von mir aus. Damit sie endlich zufrieden sind.
Das ist wahrscheinlich ein bisschen übertrieben dargestellt. Aber so in etwa könnte das in diesem Jahr gelaufen sein.
So übertrieben war das gar nicht, fürchte ich…
„Immerhin waren die Acts aufgerufen, Ihre Bewerbungen in den sozialen Medien öffentlich zu machen“? Dann müsste man doch die erfolgsversprechendsten songs mindestens schon mal gehört haben. Also von dem was ich bis jetzt gehört haben ist nix dabei was wirklich erfolgsversprechend wäre
Gut gesprochen douze, wir wollen doch immer mehr wirklich gute Bewerbungen, und das bedeutet letztlich auch, dass vielen guten Bewerbungen abgesagt werden muss. Das ist in anderen Ländern kein Problem, also sollte es auch hier keines sein. Zumindest wenn wir davon ausgehen, dass der NDR die wirklich Guten auswählt, aber nach letztem Jahr bin ich da optimistisch.
Jetzt gerade beim Jahresquiz 2023. Florian Silbereisen weiß nicht, wer Deutschland beim ESC 2023 vertrat. War der sogar nicht beim Vorentscheid 2023 live dabei als Gast??? Das sagt viel darüber aus, wen der NDR warum zum Vorentscheid einlädt!
Habe ich auch gerade gesehen und war ziemlich sprachlos…
Wie schafft man so etwas?
Schlimm und peinlich
@Benjamin Hertlein
Und das ist noch nett von dir ausgedrückt.
🤣🤣🤣😭😭😭
Silbereisen ist für mich nicht relevant….
Dass der NDR 99% (bzw. 97%) der Bewerber ablehnen muss, ist nicht Gegenstand der Kritik. Das sehe ich anders. Und auch wenn der Beitrag gut ist, verirrt er sich in die Richtung der beleidigten Bewerber.
Es scheint sich im Laufe der Jahre eine Kommunikationskultur etabliert zu haben, die gute Bewerber abschreckt. Außerdem sehe ich die meisten berechtigten Kritikpunkte eher darin, dass bei der Auswahl der Einsendungen die gleichen Fehler immer wieder und wieder gemacht werden. Man bevorzugt unscheinbare Musik und 0815-Menschen-Acts. Hier müsste man noch eine Spur deutlicher werden: Was Deutschland abliefert ist immer banal.
Wenn man gute Songs sucht (und die Eckdaten müssen auch klar kommuniziert werden, z.B. Komposition muss ohne Begleitung überzeugen und auch Osteuropa-tauglich sein), dann findet man im zweiten Schritt wesentlich leichter den passenden Künstler. Mit einem guten Song kann man auch erfahrenere und präsentere Interpreten überzeugen, mitzumachen. Erst dann geht es an die Produktion und alles was damit zusammenhängt (was man sieht). Der NDR geht immer den umgekehrten Weg und muss sich dafür auch Kritik gefallen lassen – vor allem, weil es ja zu einer Reihe von historischen Misserfolgen geführt hat.
#Meckie ich war auch total perplex. Die gesamte Couch-Besetzung bei der VE hatte ja eh kaum bis gar keinen ESC- Bezug.
Eigentlich wollte ich mich mit dem Kommentieren bis zum nächsten Jahr zurückhalten, aber weil es zur Thematik gerade gut passt: Nicht die Absagen sind das Problem beim NDR, sondern seine allgemeine Kommunikationspolitik hinsichtlich des Bewerbungsprozesses und der Durchführung der Vorentscheidung im Allgemeinen. Mir ist schon bewusst, dass das Team gerne eine möglichst breite Anzahl an Beiträgen sichten möchte, um die Chancen auf passende Kandidaten zu erhöhen und deswegen auf eine Verlängerung der Bewerbungsfrist oder das WildCard-Verfahren setzt. Das ist ja auch legitim und da unterstellte ich den Verantwortlichen erst einmal nichts Böses.
Allerdings zeigt sich dabei das Muster, das wir in den letzten Jahren schon gesehen haben: Die Bewerbungsfristankündigung kommt aus dem heiteren Himmel mit einem recht kurzen Zeitfenster (wenn auch dieses Jahr etwas eher). Dann eine unerwartete Verlängerung. Und dann die Ankündigung eines WildCard-Verfahrens. Dabei steht immer noch nicht die genaue Anzahl an Beiträgen fest, die tatsächlich auftreten werden. Die Redaktion trifft eine Vorauswahl, dann eine internationale Jury und am Ende wieder die Redaktion? Dazu kommt im Castingverfahren noch ein Teilnehmer. Dieser wird wahrscheinlich wieder mit dem bekannten Underdog-Effekt ins Finale einziehen. Wenn man sich schon zutraut aus allen Einsendungen rund 30 auszuwählen, sollte es auch kein Problem darstellen, daraus die endgültigen Teilnehmer auszuwählen? Oder man gibt den Vorauswahlprozess komplett aus der Hand. Da verstehe ich dieses undurchsichtige Verfahren nicht, obwohl es am Ende doch eine rein redaktionelle Entscheidung wird.
Beim Malik-Jahr hieß es bei der Bewerbung auf der Website auch: Wir suchen möglichst alle Musikrichtungen und was uns da dann im Januar präsentiert wurde, wissen wir ja alle noch zu gut. Das ist der Gipfel der Unverfrohenheit gewesen.
Meine Prognose für den diesjährigen Vorentscheid: Uns werden 7-8 Teilnehmer vorgesetzt, davon die Hälfte wieder belangloser Radio-Pop und 1-2 Beiträge aus anderen Genres.
Jetzt wünsche ich aber erst einmal allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! 😉
Ob Unverfrorenheit das richtige Wort ist? Man dachte damals, dass Radio-Leute auch gute ESC-Songs auswählen können und in die Rotation aufnehmen wollen und hat entsprechend so breit wie möglich gesucht. Diese Fesselbindung ans Radio war wohl eher naiv als unverfroren.
Ich bin überrascht vom „Kommentar“. Natürlich kann man jetzt noch gar nicht sagen, ob es sehr poplastig oder radiotauglich wird, wie es einige Leser*innen nach den Absagen befürchten. Wir kennen weder das Line-Up noch das zusätzliche Format. Nur die Informationen über „Ich will zum ESC!“. Und da ist die Vorfreude nicht soooo riesig.
Die Kritik geht gegen den NDR bezogen auf andere Dinge.
Ich denke da an eure Live-Streams, Thomas Mohr oder auch die Meinung von Marcel & Thomas im letzten ESC Update über das zusätzliche Format „Ich will zum ESC!“.
Wir haben eine neue mögliche Wildcard-Situation, die entstehen könnte. Der Sendetermin ist geblieben (was beim Fanclubtreffen für Buhrufe sorgte). Barbara ist geblieben. Kein Ablaufplan vom NDR. Fristverlängerung Bewerbung. Urplötzlich das neue Format uvm.
In einem ESC-Update hat Thomas Mohr gesagt, dass er gebeten hat, aus dem Auswahlprozess rausgenommen zu werden, weil er es nicht unterstützt und seit Jahren andere Ideen hat wie z.B. das Pairing (seit 2019!)
Beim Interview in Köln hatte Alex Wolfslast gesagt, man müsse „jeden Pfennig 3 x umdrehen“ und „die Zitrone auspressen“. Welche Hoffnungen haben wir dann für bessere Inszenierungen, geschweige eine größe Location oder Halbfinals, wenn das nötige Geld fehlt?
Douze Points, du meintest in einem Live-Stream jedes Jahr hat man eine neue Chance, aber wenn man die ganzen Dinge jetzt schon sieht, muss man aber auch verstehen, dass die Hoffnung bei vielen nicht mehr so groß ist. Dafür gibt es jetzt schon Dinge, die passieren werden, die viele größtenteils nicht wollen. Sendetermin, Wildcard, Barbara usw.
Und bei den letzten 8 Teilnahmen 7 x Letzter bzw Vorletzter helfen nicht so sehr große Hoffnungen zu haben, dass es besser wird. Zumal die Enttäuschung dann größer ist, wenn man zu viel erhofft.
Ich persönlich bin eher skeptisch. Siehe oben.
Aber ich warte selber die ganzen Dinge ab, weil die Hauptfaktoren noch fehlen. Die Songs, die Show, die Inszenierung, die Regie, die Kameraarbeit. Sowohl beim Vorentscheid, als auch beim ESC selber.
Sollte aber das ganze Ding wieder so ablaufen wie einige es befürchten und wie es die ganzen Jahre zuvor schon war, muss man sich die Frage stellen, wie oft man noch durch diese Situation möchte.
Wenn nach LOTL die ersten Hardcore-ESC-Fans schon kein Bock mehr haben und die politische Keule schwingen oder man müsse mal aussetzen, geht die Richtung vom ESC in Deutschland in eine R.I.P-Situation, auch wenn die Einschaltquote vom ESC (noch) passt.
Man beneidet es schon sehr, wenn man nach Norwegen, Finnland, Spanien und anderen Ländern schaut, wie die das machen…
Norwegen? Mit dem aufgebrezelten Kinder- und Haudraufkram, den die seit Jahren zum ESC schicken? Zur Zeit ist Norwegen mein Horrorland beim ESC. Da sind mir ja sogar die deutschen Beiträge lieber.
Leider war Norwegen aber damit recht erfolgreich… Biene Maja dieses Jahr fand ich allerdings auch schrecklich.
Ich persönlich zähle zu den peinlichsten ESC-Nationen diejenigen, die für ihr Unvermögen und/oder Desinteresse seit Jahren abgestraft werden, das wären also Deutschland, Irland, Malta und Rumänien (das Kleeblatt des Grauens)
Die von Dir erwähnten Hardcore-Fans sind für mich aber keine. Wenn man sich so nennt, ist man daran interessiert, daß endlich kompetente Leute beim NDR das Sagen haben und diesbezüglich Vorschläge macht.
Mit Ausnahme von Malik Harris (wieso ausgerechnet er null Punkte von den Juries ?) war bei allen gefloppten Teilnehmern seit 2015 das Desaster schnell absehbar. Da war halt nix von „Deutschland mag keiner“, sondern die Beiträge waren schlichtweg für den ESC ungeeignet (2016) oder eben unterirdisch (2017, 2019, 2021)
Soll meinetwegen das ZDF 2025 übernehmen, ist ja auch EBU-Mitglied.
Mit einer Absage sollte ein Bewerber bei soviel Bewerbungen immer rechnen.Ist bei einer Wohnung oder Jobsuche nicht anders. Man kann es gerne in den sozialen Medien preis geben sollte aber auch die Entscheidung akzeptieren.Denke in anderen Länder ist das nicht anders nur wir in DE bekommen das halt nicht mit.
Also 1. Dieser Vorendscheid wirkt extrem toxisch. Aber das ist eigentlich schon seit 2015 standart. 2. Das ist sowas von typisch für deutsche C/D oder E promis die beleidigte diva zu spielen. 3.Die Quallität der beiträge welche man im internent sehen konnte waren katastrofahl. 4.Die Qualität der Show selbst. Mal ganz erlich vorallem die letzten 3 Vorendscheidungsshows waren produktionsmässig ja eine zumutung und absolut stümperhaft. Selbst der gewinner song von LOTL wirkte total schlecht so das man dem deutschen beitrag auch keine aufmehrksamkeit schenkte
Mit Verlaub, aber dieser Kommentar von Douze Points wirkt auf mich wie eine Rechtfertigung direkt aus der Feder der NDR-Presseabteilung kommend.
Schleierhaft, woher der Optimismus des Autors kommt.
Es läuft seit den Raab-Jahren irgendwie immer gleich ab und der Jahrgang 2024 hat bereits schon jetzt die besten Voraussetzungen, sich da nahtlos einzureichen. Die Liste der Seltsamkeiten ist endlos, und es gibt keinen Grund, weiterhin objektiv optimistisch zu sein, daß der NDR irgendetwas dazugelernt haben könnte.
Die Zeichen stehen auf Sturm, und da machen ein paar beleidigte Leberwürste bei den abgelehnten Bewerbern keinen Unterschied.
Warten wir‘s ab.
Ich habe auch keinerlei Hoffnung, möchte aber erst die „Ergebnisse“ hören.
Danach kann ich immer noch kritisieren.
Hu hu. Es ist nur eine TV-Show. Dem „normalen“ Publikum sind unsere Auslassungen Piep egal. Die bekommen von unserer Bubble wenig mit.
Bin auch enttäuscht, das es a) wieder ein später Sendetermin und b) erneut mit der Babsi ist. Es gibt auch andere gute Moderator*Innen.
Bin gespannt auf die Auswahl an Kandidaten.
Morgen in einer Woche werden in Irland die Wettbewerbstitel des Vorentscheides präsentiert:
https://eurovoix.com/2023/12/31/ireland-eurosong-2024-songs-january-8/
Damit auch Neues Material für den SCC.
Und vor allem wahrscheinlich viel Material für den Mülleimer
Gehe soweit mit allem d’accord. Was mir nur sauer aufstößt, ist, dass bei „Ich will zum ESC“ Bands komplett durchs Raster fielen, weswegen aus Poulish Kid nun „Paul aus Leipzig“ wurde. Eine nachvollziehbare Begründung dafür gibt es nicht. Es liegt lediglich die Vermutung nah, dass die zu verwurstenden Schubladen-Songs halt bloß allesamt nur für Solokünstler ausgelegt waren. Und Acts, die sich in vielen Fällen bereits mit eigenen Liedern beworben haben, dann irgendwas aus der Retorte aufzwängen zu wollen, erscheint mir fast schon beleidigend für die jeweiligen Künstler.
Diese unsägliche Methode, daß Songs den Bewerbern zugeteilt werden, gibt es ja so zum Glück nicht mehr (wie beispielsweise 2017, einem absoluten Tiefpunkt der deutschen VE-Geschichte).
Völlig falsche Schlussfolgerung. Die Methode hat sich bereits bei Lena bewährt und Raab TV war 2017 deshalb involviert. Interpreten sind austauschbar. Songs nicht. Dafür wurden hier schon zig Beispiele genannt: z.B. dass Superstars oder Wiederholungstäter keine Garantie für eine Top-Platzierung sind und dass Songs wie Voila noch magisch sind, auch wenn sie von Helene Fischer gesungen werden. Wenn du einen guten Song findest, kannst du damit sogar Prominente zum Mitmachen überreden. Denn sie wissen zu gut, dass sie ohne einen starken Song keine Chance haben. Im Radio, im Fernsehen oder in den sozialen Medien werden sie hingegen allein wegen ihres Namens gespielt.
Das Problem liegt in der Songauswahl selbst. Seit dem NDR tendiert man einfach dazu, sehr schlichte Lieder zu bevorzugen. Entweder, weil man kein Feeling für die Geschmecker anderer Nationen hat oder einfach, weil man sich nicht traut, ein Lied mit Charakter zu wagen.
Einfacher Vergleich zwischen Perfect Life aus 2017: https://tabs.ultimate-guitar.com/tab/levina/perfect-life-chords-1945821
und Satellite: https://tabs.ultimate-guitar.com/tab/lena-meyer-landrut/satellite-chords-931513
Ich glaube auch, dass nicht die Methode das Wichtigste ist, sondern der Input und die Auswahl.
@ Sascha
Ich denke, Lena hätte auch mit dem extra für sie geschriebenen „Maybe“ gewonnen. Oder auch mit vielen anderen Songs. „Satellite“ hat zwar eine tolle Ohrwurm-Melodie, ist aber trotzdem eher einer der schwächeren Siegertitel des Zeitraums 2010–2019. In erster Linie waren die Leute wohl von ihrem Charisma hingerissen. Darum tat man auch gut daran, den Auftritt ganz danach auszurichten und auf jegliches Chichi zu verzichten. Einen Ausnahme-Charakter wie die junge Lena, die die Menschen sofort in ihren Bann zog, findet man aber auch nur alle Jubeljahre.
Und wie erklärst du dir, dass sie im Jahr darauf trotz ihrer Ausstrahlung nur im Mittelfeld landete? Genau: Ein anderer Song.
Ich fand und finde Lena toll und will sie nicht abwerten. Aber der ESC ist ein Song Contest und wir konkurrieren mit Ländern, die das Konzept begriffen haben. Wenn wir es nicht raffen, landen wir weiterhin unten. So einfach ist das.
Vielleicht noch ein Gedankenspiel: Wir können Helene Fischer nehmen. Auf welchem Platz landen wir? Völlig ungewiss. Oder? Jetzt gibst du ihr das Lied „Voila“. Und schon hast du die Gewissheit, dass sie ganz oben landet. Und jetzt suchst du dir für „Voila“ jemanden, der es noch authentischer interpretiert und du kannst leicht nachvollziehen, was der eigentliche „Rohdiamant“ bzw. Erfolgsfaktor ist. Nicht umsonst hatten Künstler wie Prince (angeblich) 8.000 unveröffentlichte Songs. Oder Bob Marley, oder Michael Jackson. Sie wussten genau, dass man nur mit starken Songs konkurrenzfähig bleiben kann, egal wie gut und bekannt man selbst ist. Deshalb bin ich auch kein Freund von Songwriting-Camps. Sie wecken falsche Erwartungen und verlassen sich auf den Act. Es ist zwar möglich, dass ein guter Song dabei herauskommt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht passiert, ist tausendmal höher.
2011 wunderte mich eher, dass überhaupt noch ein 10. Platz raussprang. Gründe: Der Song war schon sehr speziell; Lena konnte plötzlich singen und hatte auch sonst nix mehr von ihrer unbekümmerten Art; Wiederholungstäter haben es oft schwerer; die „Titelverteidigung“ kam überheblich rüber.
Ich bin weder ein Fan von Songwriting-Camps, noch von Castings. Die besten und erinnerungswürdigsten Acts sind meiner Meinung nach immer organisch entstanden und vom Künstler selbst geschrieben worden, womöglich sogar ganz ohne den ESC im Kopf. Mit Meterware à la „Heroes“ oder Reißbrettnummern wie „Unicorn“ kann man zwar sicher Quick Wins erzielen. Aber in Erinnerung bleiben da doch viel mehr Künstler wie Salvador Sobral oder Måneskin.
Ich habe an vielen Stellen dieses Textes heftig mit dem Kopf genickt.
Ich finde es zuweilen sehr unprofessionell wie sich einige Stars und Sternchen in der Öffentlichkeit über ihre Absage auslassen. Also ob es sich um die Fantastischen Vier, Herbert Grönemeyer, Helene Fischer oder Peter Fox handelt. Kommt mal runter. An so einer Absage kann man doch nur wachsen. Stattdessen macht man fragwürdige YT-Videos und stellt die Absage wie eine Majestätsbeleidigung hin.
Allerdings bin ich weniger gespannt auf die Telnehmenden, die beim Vorentscheid am 16. Februar in Berlin antreten, sondern mehr auf die 15 Teilnehmenden von „Ich will zum ESC!“.
Meine Prognose : die/der Sieger/in dieses Formats wird zum ESC nach Malmö reisen.
Das größte Problem beim letzten deutschen Beitrag war die Inszenierung. Man hat es nicht geschafft, die Nummer zwischen Vorentscheid und Liverpool auf ein höheres Level zu heben.
So ein wenig habe ich die Hoffnung, dass der NDR das Problem erkannt hat und bereit ist daran zu arbeiten. Die Hoffnung ziehe ich aus dem früheren Termin des deutschen Finales im Vergleich zu vorherigen Vorentscheiden. Da bleibt dieses Jahr deutlich mehr Zeit das Thema Inszenierung nochmal von vorne zu denken. Und wenn das wirklich der Fortschritt für dieses Jahr werden sollte, dann bin ich auch fein mit der kleinen Bühne im kleinen Studio, Barbara Schöneberger und überflüssigen Sofagästen.
Noch schlimmer: Das Staging hat den Auftritt zum Teil sogar torpediert. Im großen Finale des Songs klang Chris Harms, der ja hinlänglich bewiesen hat, dass er ein sehr versierter Sänger ist, plötzlich ungewohnt dünn und kurzatmig. Die Erklärung dafür lieferte er ein paar Tage später in einem Live-Stream der Band: In Marvin Dietmanns Inszenierung stiegen bei Chris‘ Gang über den Laufsteg vor ihm Feuersäulen auf – und Feuer entzieht der Luft bekanntlich Sauerstoff. Chris hörte sich also kurzatmig an, weil er es schlichtweg auch war. Wären die Pyros neben oder hinter ihm gezündet worden, hätte es wohl keine Probleme gegeben.
Soviel zum vermeintlichen Vollprofi Marvin Dietmann, dessen „Kompetenz“ für den NDR ja offenbar seit Jahren unverzichtbar zu sein scheint. Ein hauptberuflicher Bühnenchoreograph, dessen einzige Aufgabe es ist, die Künstler möglichst gut aussehen zu lassen, der es aber wieder und wieder nur hinbekommt, die Acts wie Deppen aussehen zu lassen, indem er ihnen einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine wirft. Siehe Levina, siehe Lord of the Lost.
Marvin Dietmann: Z-Promi, der versucht, aus dem ESC Kapital zu schlagen.
Zu LotL: Der Auftritt war nix, klar. Hatte aber auch mit der Konkurrenz zu tun. Wenn es die einzige Nummer aus diesem Genre gewesen wäre, hätte es vielleicht dennoch eine bessere Platzierung gegeben oder bei 90 Prozent ruhigeren Darbietungen. Da kann man jetzt spekulieren, bringt aber nix mehr.
Die Juries bevorzugten dann eben Australien und das Publikum Kroatien und Finnland.
Ich persönlich empfinde den Einsatz einer internationalen Jury nicht unbedingt als vielversprechend und da ihr Einsatz keine Naturgewalt, sie so weit ich weiß auch keine von der EBU vorgeschriebene Instanz ist, hat sie für mich schon etwas mit dem NDR zu tun.
Die Kritik an der Vielzahl der Absagen ist wie im Artikel erklärt selbstverständlich sinnlos. Wie man allerdings nach Bekanntgabe der Qualifikanten einzelne Absagen bewerten wird, ist aber denke ich eine andere Frage.
Vor allem habe ich kein Verständnis dafür, daß uns die internationale Jury das vorsetzt, für was wir dann anzurufen haben. Da bin ich komplett raus. Transparenz wäre besser !
Wann nimmt jemand endlich dem Ältere-Leute-Sender NDR den ESC weg? Wie oft müssen diese Versager denn noch
Beweisen daß sie es nicht können!
Das fordern wir seit Jahren leider ohne Erfolg.Mir ist der deutsche Beitrag inzwischen egal.Mir tun nur die verheizten deutschen Interpreten Leid die vom NDR nach einem letzten Platz in die Mottenkiste verbannt werden.
Mickey, mir geht das genauso….