Lesergame Ukraine: Das Finalergebnis – Platz 3

Jamala – Foto: Instagram @jamalajaaa

Привіт! Wir sind im Finale des Lesergames Ukraine auf dem Treppchen angekommen und geben heute Platz 3 bekannt. Laut Eurem Voting ist der drittbeste ukrainische Beitrag „1944“ von Jamala.

Insgesamt erhielt der Beitrag 1030 Punkte. Diese Gesamtpunktzahl ergibt sich aus 18-mal 12 Punkten, 25-mal 10 Punkten, 21-mal 8 Punkten, 22-mal 7 Punkten, 17-mal 6 Punkten, 16-mal 5 Punkten und 15-mal 4 Punkten.

Beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm wurde Jamala „nur“ zweite im Televoting und zweite im Juryvoting, konnte in Summe aber den Wettbewerb mit 534 Punkten gewinnen.

In „1944“ erinnert Jamala an die Deportation ihrer Urgroßeltern von der Krim im Jahre 1944. Diese ging von Stalin aus, der nach der Rückeroberung der Halbinsel von der deutschen Wehrmacht die Krimtataren wegen angeblicher Kollaboration mit den Nazis nach Zentralasien deportieren ließ. Im Text geht Jamala auf die verlorengegangene Kindheit in der Heimat und die Taten der Sowjets ein. Weil Putin 2014 die Krim annektiert hatte, wurde dem Lied auch oft eine aktuell-politische Bedeutungsebene zugewiesen, was zu Diskussionen darüber führte, ob der Song zu politisch für den Eurovision Song Contest sei.

Der Songtext von „1944“ ist in Englisch, enthält aber im Refrain auch zwei Zeilen auf Krimtatarisch. Damit war diese Sprache zum ersten mal beim ESC zu hören.

Jamala heißt mit bürgerlichen Namen Sussana Alimiwna Dschamaladinowa und wurde am 27. August 1983 in Kirgisistan geboren. Ihr Vater ist Krimtatare, ihre Mutter armenischer Herkunft. Sie wuchs erst in Kirgisistan auf und kehrte nach der Auflösung der Sowjetunion mit ihren Eltern auf die Krim zurück. Jamala ist ausgebildete Opernsängerin, bevorzugt jedoch in ihrem musikalischem Schaffen die Genres Jazz, Soul, R&B und Weltmusik mit klassischen und Gospel-Elementen. Sie hat bereits sechs Alben, drei davon vor dem ESC und drei nach dem ESC, und unzählige Singles veröffentlicht. Auch nach ihrem ESC-Sieg blieb sie dem ESC-Kosmos treu. 2017, 2018, 2019 und 2022 war sie Jurorin beim ukrainischen Vorentscheid Vidbr. Im März 2022, kurz nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs, hatte sie einen emotionalen Gastauftritt bei der Deutschen Vorentscheidung „Germany 12 Points“.

Bisherige Platzierungen im Finale

Platz 4: Kalush Orchestra – „Stefania“ (940 Punkte)
Platz 5: Go_A – „Solovey“ (923 Punkte)
Platz 6: Ruslana – „Wild Dances“ (906 Punkte)
Platz 7: Alyosha – „Sweet People“ (761 Punkte)

BISHERIGE BEITRÄGE ZUM LESERGAME UKRAINE


18 Kommentare

  1. Der ESC war nie unpolitisch. Schon von Beginn an nicht, als im Jahr 1956 nur elf Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sieben Länder sich zu einem musikalischen Wettbewerb in Lugano zum ersten Mal begegneten.

    Das war er ebensowenig, als Nicole auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung in Europa 1982 „Ein bisschen Frieden“ sang. Auch gesellschaftspolitisch setzte der ESC 2018 mit dem Sieg von Netta auf dem Höhepunkt der Me-Too-Debatte ein Ausrufezeichen.

    Und mit dem ESC-Sieg Jamalas war jedem klar, dass nicht die verbrecherischen Erlebnisse ihrer Urgroßeltern als Krimtataren gemeint waren, sondern allein die russische Annexion der Krim im Jahr 2014. Auch wenn dies künstlerisch und verbal sehr eindrucksvoll und auf höchstem Niveau von Jamala umschifft und mit keinem Wort erwähnt wurde.

    Der ESC war schon immer ein Abbild dessen, was gerade auf der Welt passiert.

    Glückwunsch an Jamala zum dritten Platz beim Lesergame Ukraine !

  2. Auch meine 3. Wäre sie auf der 1 gelandet, hätte ich es ihr von Herzen gegönnt. Der Auftritt ist unvergessen und großartig!

    • nicht mal im ansatz aber das ist geschmackssache – ich habe alina pash vorn,auch wenn die gar nicht beim ESC aufschlagen konnte.
      dann kommt shum 1 – dahinter dann gemeinsam solovey 1 und shum 2. 🤠

      • und 2010 habe ich jetzt glatt vergessen – dann eben eine flotte triole hinter shum 1.

    • was spricht denn dagegen,also rein subjektiv betrachtet,musikalische qualität und persönlichen musikgeschmack in einklang zu bringen – das macht die musikliebhaberei schon etwas leichter oder nicht?
      lasse hat erst die tage wieder seine alten CAN scheiben rausgekramt und sich daran ergötzt. 😊

    • Hm… ich finde es immer ein bißchen schwierig, bei Unterhaltungsmusik von „Qualität“ zu sprechen. Bei Klassik sehe ich es ja auch ein.
      Aber bei Pop? Finde ich eher subjektiv. Okay, für den Gesang gibt es schon objektive Kriterien, aber schon die Stimme empfindet jeder Mensch irgendwie anders.
      So gesehen gehe ich also eher nach meinem eigenen Geschmack – ob das Qualität ist? Keine Ahnung, bin da wahrscheinlich ein bißchen zu sehr „bauchgesteuert“.😀

      • Noch eine kleine Ergänzung: Der Text ist natürlich auch ein Qualitätsmerkmal (oder eben nicht). Sofern man darauf achtet, bzw. ihn versteht. Ist natürlich bei „1944“ eindeutig. War jetzt rein allgemein gesprochen.

      • Hallo Gaby, ich unterscheide nicht zwischen klassischer Musik und Unterhaltungsmusik. Für mich ist alle Musik eine künstlerische Ausdrucksform, ebenso wie Literatur (er gibt auch Weltklasskrimis, z. B. von Michael Dibdin oder Reginald Hill), die bildende Kunst etc.
        Und ich denke, dass man auch jenseits von Text und stimmlicher Ausführung eine objektive Qualitätsbeschreibung vornehmen kann.
        Aber wie dem auch sei, ganz gleich, zu welchem Qualitätsurteil man am Ende der Analyse gelangt, hat das alles überhaupt nichts mit der Wertigkeit des persönlichen Geschmacks zu tun. Jeder Geschmack ist so gut wie der nächste. 🙂

  3. Der Dritte Platz ist für diese grandiose Zusammenführung von Komposition, emotionalem Fundament und Inszenierung auch mMn das allermindeste. Hat mir damals schon im HF gefallen, mich aber erst im Finale voll erwischt und ist neben Amar Pelos Dois mein liebster Gewinner des vergangenen Jahrzehnts.

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