
Nach dem erneuten schlechten Abschneiden Deutschlands beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin sind viele Zuschauer/innen verunsichert. Sie fanden den letzten Platz für Malik Harris‘ „Rockstars“ unverdient und mehrere andere Lieder „definitiv viel schlechter“. Eine andere Person, die regelmäßig den ESC schaut, ansonsten aber nicht so sehr mit den Besonderheiten des Wettbewerbs vertraut ist, schrieb mir: „Letztes Jahr war es leider ähnlich. Irgendwie ärgert mich das. Als ob alle die Deutschen hassen…“
War der deutsche Beitrag also wirklich so schlecht? Um es kurz zu machen: Nein, das war er nicht. Aber es gab zu viele Lieder unter den 24 anderen Finalisten, die einfach besser waren. Und die Zuschauer/innen rufen nicht für alle Beiträge an, die sie nicht schlecht finden, sondern nur für ein, zwei oder drei, die ihnen richtig gut gefallen. Gleichzeitig können pro Land und Abstimmungsgruppe nur zehn Lieder Punkte bekommen; die anderen 13 gehen leer aus. Malik Harris war fast immer unter den Letzteren.
Die Gründe für die wenigen Punkte für Malik Harris‘ Lied sind vielfältig. Er selbst trägt daran die geringste Schuld.
Zum einen liegt es am besonderen Status Deutschlands beim ESC. Als sogenanntes Big-5-Land ist Deutschland – wie Frankreich, Großbritannien Italien und Spanien – immer für das Finale des ESC gesetzt. Die anderen 20 Final-Beiträge müssen sich in einem der beiden vorgelagerten Halbfinale qualifizieren. Dort sind in diesem Jahr im ersten Semi sieben und im zweiten Semi acht Songs, zusammen also bereits 15 Beiträge ausgeschieden. Insofern traf Malik am Samstag auf 20 Songs, die bereits gezeigt haben, dass sie besser sind als viele andere.
Malik Harris – Rockstars (ESC 2022)
Außerdem schicken die 40 teilnehmenden Länder nicht irgendwelche Lieder zum ESC. In vielen Ländern gibt es seit Jahren umfangreiche Vorentscheidungen. In Schweden setzte sich Cornelia Jakobs im Melodifestivalen gegen 27 andere Beiträge durch. Die Spanierin Chanel ließ im Benidorm Fest zwölf andere Songs hinter sich, der Este Stefan beim Eesti Laul gleich 39. Diese Beiträge haben in unterschiedlichen nationalen Auswahlverfahren bewiesen, dass sie stark sind.
In Deutschland gab es in diesem Jahr auch wieder eine Vorentscheidung. Dort traten aber zum einen nur sechs Songs an. Zum anderen waren diese aber nicht nach den Anforderungen des ESC ausgewählt worden, sondern von Radiomacher/innen nicht zuletzt nach dem Gesichtspunkt der Radiotauglichkeit. Die Lieder sollten problemlos in die Sendeformate der Stationen passen, damit sie sie spielen könnten, ohne ihre Hörer/innen zu verschrecken. Da kann das Auswahlverfahren in der TV-Show dann noch so gut sein, wie es will: wenn kein passender ESC-Song zur Auswahl steht, kann auch kein passender Song zum ESC geschickt werden. Hier liegt das Hauptproblem.
„Rockstars“ von Malik Harris ist ein Song, der viele Qualitäten hat. Mit viel Unterstützung der Radiosender ist er in Deutschland zum Hit geworden und begeistert mittlerweile auch viele Menschen. Es ist aber kein Song, der beim ersten Hören zündet, sondern er ist eher ein sogenannter „Grower“. Man muss ihn ein paar Mal hören, um ihn zu mögen. Diese Zeit gibt es beim ESC nicht. Es gab für Malik nur einen Auftritt im Finale. Das reichte einfach nicht, um die Menschen von dem Song zu überzeugen.
Andere Beiträge schaffen das aber – das haben zum Beispiel Moldau, Serbien oder auch Großbritannien in diesem Jahr gezeigt. Diese Lieder haben etwas, das der ESC-Experte Thomas Mohr am Sonntag ganz richtig mit „Exzellenz in ihrem Genre“ bezeichnete. Denn es reicht nicht, einen guten Popsong zum ESC zu schicken, er muss exzellent sein. Großbritannien hatte so einen exzellenten Popsong, Moldau einen exzellenten Turbo-Folk-Song und Serbien einen exzellenten Art-Song. 2018 hatte Michael Schulte mit „You Let Me Walk Walk Alone“ übrigens eine exzellente Pop-Ballade im Rennen. Das Ergebnis: der vierte Platz für Deutschland.
Michael Schulte – You Let Me Walk Alone (ESC 2018)
Exzellent ist „Rockstars“ einfach nicht. Deshalb ist er nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug gewesen, um mehr Punkte in Turin zu holen. Die Aufgabe Deutschlands und des federführenden NDR ist es, für den ESC 2023 einen exzellenten Song in seinem Genre zu finden. Einen, der sofort zündet. Dabei muss er gar nicht alle gleichermaßen begeistern. Es reicht schon, wenn 10% der Zuschauerinnen oder der Jurys den Titel so gut finden, dass sie für ihn abstimmen. Dann klappt es auch wieder mit mehr Punkten für Deutschland.
Wir haben am Sonntag im ESC kompakt LIVE über das Abschneiden von Malik Harris in Turin gesprochen und die Gründe diskutiert.
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Mir hat der Song von Schulte nicht zugesagt. Fand „Ghost“ von Jaime-Lee 2016 besser. Aber Michael Schulte hatte eine Botschaft, die viele berührte. Das dürfte der Faktor gewesen sein.
Ja, und Michael Schulte konnte seine Botschaft auch excellent auf die Bühne bringen, und den Menschen vermitteln. Das ist Jamie-Lee leider gar nicht gelungen. Das paßte irgendwie hinten und vorne nicht.
Da gebe ich dir mal ausnahmsweise recht. Das schräge Outfit und der langweilige Song passten nicht zusammen.
Danke, @escfrust05.🙂
Interessanter Name übrigens, lass Dich davon doch nicht so runterziehen. Es gibt doch wirklich Schlimmeres. Nicht falsch verstehen, ich würde mich auch sehr freuen, wenn Deutschland mal wieder einen guten Platz belegt. Bin auch traurig, dass dem NDR offensichtlich jeglicher Ehrgeiz fehlt. Oder vielleicht die Lust, was auf die Beine zu stellen, vielleicht kann oder will man gerade im Unterhaltungssektor sparen – keine Ahnung woran diese mangelnde Inspiration liegt.
Signed.
Wobei in diesem Jahr erschwerend die Startreihenfolge dazu kam, in der Malik auf den reinsten Power-Block folgte. Ähnlich verschüttet waren bisher nur Elaiza 2014 zwischen Sieger und Top-3-Beitrag.
Und ja, als Big 5 Land muss man besonders exzellent sein. Da durch die Halbfinals bereits 15+ potentiell schwächere Songs aussortiert werden, ist die Konkurrenz einfach stärker.
Da gibt es doch jemanden, der es schafft besonders exzellent zu sein: Bülent Ceylan! Bei the masked singer hat er sich prächtig gemacht. Und war er nicht auch beim dt. VE diesen Jahres als Gast dabei?
Das war ein Scheitern mit Ansage. Wir alle wussten es. Der Song war eben nur nett- und das reicht eben nicht.
Schlecht ist der NDR! Es kann einfach nicht mehr so weitergehen! Die ARD muss es dem NDR wegnehmen. Was muss noch passieren bis endlich gehandelt wird? Ich kann nicht mehr die Schön- Rederei von Alina und Co (wie gestern beim.Frühstück) hören. Es muss Tacheles geredet werden. Sich mit dem schlechten Abschneiden von Malik zu beschäftigen ist Zeitverschwendung und kostet Energie. Lasst endlich neue Leute ran.
Niemand hat den NDR schön geredet. Thomas Moor hat sogar klar Tacheles geredet. Man sollte das was Malik unter den Umständen geleistet hat von der insgeamt mauen Auswahl (für einen ESC) beim Vorentscheid trennen. Das sich etwas grundlegend ändern muss, sollte nun jedem klar sein.
Das sehe ich anders. Alina so sympathisch sie auch ist und jedes Jahr unsere Niederlagen weglächelt, dass bringt uns nicht weiter. Thomas Mohr finde ich auch nicht unsympathisch, aber er ist schon etwas das Fähnchen im Wind. Erstaunlich war Stefan, der beim Songcheck sanft das deutsche Lied kritisierte und gestern plötzlich sauer war wegen dem Debakel.
Mensch Andy, kritisieren dürfen wir, die Aufgabe von eurovision.de ist – und das hat Stefan auch noch mal deutlich gesagt – die Unterstützung des deutschen Beitrags und Berichte über den ESC. und da gehört es natürlich auch dazu, dass man Malik ob des Platzes in Schutz nimmt.
UNd es ist auch falsch zu behaupten, dass der NDR nicht zu Selbstkririk fähig ist, denn der Auswahlprozess wurde ja in den letzten zehn Jahren fast jährlich verändert, weil man meinte, Fehler gefunden zu haben.
Der Analyse kann ich mich anschließen. Ein ESC Song muss in diesen 3 Sekunden zünden. Die Zschauer / Jury ansprechen. Bei Michael Schulte passte alles zusammen. er konnte in dieser Zeit auch berühren.
Bei Lena 2011 war die Inszenierung sehr besonders & Lena war einigen noch aus 2010 bekannt (was aber Vor- und Nachteile hat). Die Tänzer und Lenas spezielle Performance prägten sich in 3 min ein.
2010 hatte Lena fast ein Alleinstellungsmerkmal und überzeugte viele durch ihre charmante und fröhliche Art. Sie spielte gekonnt mt der Kamera. Das reduzierte Setting unterstützte es.
In 3 Minuten natürlich 😉
Oft sind es meist nur 3 Sekunden, wenn es in einem Lied eben diese eine besondere Stelle gibt, dann ist schon mal viel gewonnen.
Danke für die klare und faire Analyse. Das Problem war von Anfang an, dass ein Radiosong gesucht wurde und eben kein ESC-Song. Das war ein letzter Platz mit Ansage und der arme Malik wurde vom NDR mehr oder weniger bewusst ins Elend geschickt.
Sein Auftritt war allerdings – so viel Ehrlichkeit muss sein – alles andere als ideal. Mitten im Song blieb ihm einmal hörbar die Luft weg, kein andere Act hatte so einen Patzer. Insgesamt wirkte Malik im Vergleich zu den anderen doch deutlich amateurhafter und einfach weniger wie ein professioneller Künstler. Die schlichte und gleichzeitig etwas wirre Inszenierung mit den verschiedenen Instrumenten auf der Bühne war ebenfalls keine Hilfe. Malik selbst bestand auf diese Inszenierung und sagte bereits nach der Kritik an seinem Auftritt im Vorentscheid, dass er dennoch keine Änderungen plant. Also ein bisschen Beratungsresistenz spielt da leider auch mit rein.
Ich sehe es aber auch so, dass die meisten Fehler nicht bei Malik selbst zu suchen sind. Der NDR muss sich nun viele unbequeme Fragen gefallen lassen.
Auch andere Künstler waren beim Finale schlechter als bei den Proben. Dieser kleine kaum merkbare Patzer war nicht schuld am Voting Desaster. Wäre es kein „Kriegs-ESC“ gewesen hätte vielleicht auch Malik ein paar Punkte mehr erhalten. So gingen sehr viele, vor allem Zuschauerstimmen, an die Ukraine.
Wir haben hier eigentlich immer gesagt, dass eines der wichtigsten Kriterien die Glaubhaftigkeit des Künstlers ist. Mir ist da ein Malik lieber, der seinen normalen Bühnenauftritt simuliert oder eine holländische Sänger, die gar nichts auf der Bühne macht, weil man zu diesen Lied nicht tanzen kann, als eine gefake Verzweifelung, wie es uns Schweden dieses Jahr präsentierte.
Und um mal was Positives zu Italien zu sagen, vielleicht war es auch Absicht, das Lied nicht bis ins Letzte zu proben, weil dadurch möglicerweise das Besondere verloren geht. In San Remo hat es geklappt beim eben ESC nicht
Vielen Dank für diesen sehr guten Artikel. Ich stimme vollkommen überein.
Der vermeintliche Vorteil des BIG-5-Status ist eigentlich auch ein gravierender Nachteil. Man hat gar nicht die Möglichkeit, sich schon mal vorab komplett zu präsentieren und zu beweisen. Ich finde ja immer noch, dass es Wettbewerbsverzerrung ist, wenn es Länder gibt, die direkt fürs Finale qualifiziert sind.
Es gab wirklich Schlechteres wie „Rockstars“, bloß sind die allermeisten im Semi schon aussortiert worden.
Für mich ist „Rockstars“ nach wie vor ein „Grower“, habe ich gestern noch mal lautstark aufgedreht. Aber, wie schon richtig geschrieben wurde, er zündet erst nach mehrmaligem Hören. Dazu die recht unspektakuläre Performance, wobei man zugeben muss, man konnte den Song auch nicht viel anders auf die Bühne bringen. Insofern paßte es schon. Vielleicht hätte man am Outfit noch etwas optimieren können, aber das hätte wahrscheinlich nur marginal etwas geändert.
Ich wünsche Malik alles Gute, ich denke, er wird seinen Weg gehen.🙂
Den einzigen Vorwurf den man Malik machen könnte, wäre die Art der Inszenierung, auf die er ja wohl vehement bestanden hat, damit er sich auf der Bühne wohlfühlt. Aber ansonsten trifft ihn wirklich keine Schuld. Der Stein des Anstoßes ist und bleibt in erster Linie das Handeln der deutschen ESC Verantwortlichen. Hier muss dringend was geschehen! Und vor allem sollte man Leute mit mehr Sachverstand ran oder zumindest mitreden lassen!
Aber ich komme nicht umhin auch nochmal das Image von Deutschland innerhalb Europas anzusprechen. Deutschlands Beliebtheit oder Unbeliebtheit mag nicht in jedem Jahr beim ESC eine Rolle gespielt haben, aber hin und wieder ganz gewiss schon. Und das wiederum hat sicherlich auch Auswirkungen auf die Abstimmungsfreudigkeit des Publikums zu unseren Gunsten gehabt. Das Argument das der ESC kein politisch angehauchter Wettbewerb sei, wurde allerspätestens in diesem Jahr durch den Solidaritätssieg der Ukraine komplett abgeräumt.
Wenn dem so wäre, hätte ja Russland, als sie noch teilgenommen haben, jedesmal den letzten Platz belegt haben. Das war nicht so, sie waren meistens vorne dabei. Oder glaubst Du allen Ernstes, sie waren damals beliebter als heute?😉
2010 war Deutschland übrigens mitnichten beliebter als heute, und Lena hat den 1. Platz belegt.
Es gibt noch unzählige weitere Beispiele: z. B. haben Finnland und Norwegen jahrelang hintere Ränge belegt, obwohl man nun wirklich nicht sagen kann, dass diese beiden Länder unbeliebt sind.
Nein, nein, an diese These mit den „unbeliebten Deutschen“ glaube ich nun wirklich nicht.
Das hat auch nichts mit Glauben zu tun. Die These der Unbeliebtheit Deutschlands oder Beliebtheit als Faktor auf das Ergebnis ist einfach falsch, wiel sie vielfach widerlegt werden kann.
Die Briten haben ja auch immer lamentiert, dass der ganze Kontinent sie hasst, besonders nach dem Brexit. Aber 2022 sind sie auf einmal superbeliebt?
Das Problem ist, dass in Europa niemand Deutschland oder die Deutschen leiden kann. Der ESC ist dann jedes Jahr aufs neue die Möglichkeit uns ordentlich eine auszuwischen. Es ist nun einmal so das die Deutschen nur als Geldgeber gemocht werden. Das ist in der EU so und auch beim ESC, wenn man nicht auf das Geld der Deutschen angewiesen wäre könnte man auch gut auf uns verzichten. Wir könnten den Weltstar schlechthin zum ESC schicken und würden trotzdem letzter werden. Lena hat nur deswegen gewonnen, weil Stimmen laut geworden sind, dass Deutschland als Geldgeber aussteigt und so wie die vielen anderen sich qualifiziert. Da hatte man natürlich Angst, dass man den ESC ohne Deutschland nicht finanziert bekommt. Also haben sie uns so wie dieses Jahr die Ukraine gewinnen lassen. Die Ukraine hätte auch gar nicht singen brauchen und hätte trotzdem gewonnen. Ich weiß das jetzt viele über mich herziehen werden und sagen, dass das ja so nicht stimmt. Aber das ist meine Meinung.
Dann war das auch 2018 so, als Schulte einen vierten Platz erreicht hat. Man wirft dann wieder Deutschland ein Bonbon zu, damit man am Ball bleibt. Die Jahre danach wie gehabt. Insgesamt stimme ich dir zu. Deutschland als Zahlmeister gerne willkommen, ansonsten nicht. Das gilt für den ESC und auch für die EU:
So faengt der Hauptartikel von The Guardian ueber Eurovision 2022 an:
Europe doesn’t hate the UK after all, it was just waiting for a decent song.
So einfach ist es…. 🙄
ps: Aber…. von einem Big 5 erwartet man mehr. Kein Mittelfeld fuer Big 5. Wenn man denkt „Rockstars koennte sich um den 10-15 Platz positionieren“, das bedeutet fast automatisch Bottom 5 (das galt dieses Jahr auch fuer Frankreich, uebrigens)
Wobei es auch da Ausnahmen gibt. Frankreich war von 2017 bis 2019 durchaus im Mittelfeld. Aber wahrscheinlich hatte man da ebenfalls mehr erwartet und höher gezielt.
Witzigerweise können die Englander aber nie sagen, warum Europa sie nicht mag, Seit dem Brexit schiebt man es auf den, Deutschländ hätte es da einfacher, aber selbst die Schweizer kamen nach Jahren der Erfolglosigkeit auf dieses Argument zurück.
Warum die Big-Five so oft letzter werden ist schon mit der nicht vorhandenen Vorauswahl beim Semi zu begründen. Außerdem haben die meisten Länder in Mittel- und Westeuropa kaum Nachbarschaftvoting, sodass man sich auch nicht durch ein paar Soli-Punkte ins hintere Mittelfeld retten kann. Im Grunde ist es aber auch egal, ob man nun 25. oder dann doch 18. wird.
@ESC1975
Nun, Deutschland hat 9 Nachbarn (okay, Luxemburg nimmt nicht mehr teil), also 8 Länder, die Solipunkte rüber schieben könnten. Das haben nur Österreich und die Schweiz getan (danke übrigens🙂)
Also an der mangelnden Nachbarschaft kann es nicht liegen…
Wie auch immer, der Beitrag hat nicht „connected“, jetzt gilt es einfach nach vorne zu schauen, und den Willen zu zeigen, etwas zu verändern. Der ESC hat es verdient, dass man sich mehr Mühe gibt.
Gaby, bei den Nachbarschaftsvoting handelt es sich ja weniger um einen Freundschaftsdienst, sondern dass die einzelnen Titel eher in den anderen Ländern bekannt sind und auch ähnliche Musik gehört wird. Daher auch die Punkte aus A und CH, Selbst bei den notoischen zypern und Griechenland dürfte es so sein, dass beide Titel in beiden Ländern ausgiebig gespielt werden und dann automatisch eine gute Wertung bei den Zuschauer eintritt. Bei den Jurys hat das aber weiterhin einen komischen Geschmack.
Aber das mit Luxemburg ist eine gute Idee, und wenn man auch noch Liechtenstein (müssten wohl erst in die EBU) dazu nimmt, hätten wir schon vier Nachbarn, die eher Punkte geben würden.
Damit vertritt du also die Theorie, dass alle Juries sich einig wären, 2010 Deutschland aus wirtschaftlichen Erwägungen gewinnen zu lassen? Theoretisch denkbar… Ich frage mich allerdings, wie das bei den Televotern hätte funktionieren sollen.
Was für ein Quark.
Die selben Argumente kommen jedes Jahr aus UK und Sam Ryder hat gezeigt, dass es eben doch einfach nur an der schlechten Songauswahl Jahr für Jahr lag.
Immer dieses Argument mit den Big 5. Gehören UK, Spanien und Italien jetzt nicht mehr zu den Big 5? Gehörte Frankreich im letzten Jahr nicht zu den Big 5? Am Big 5 Status liegt es nicht, das die Länder schlecht abschneiden. Das man auch als Big 5 Land regelmäßig gut abschneiden kann, beweißt doch jedes Jahr Italien aufs Neue. Dieses Jahr Platz 6. Big 5-Status bedeutet nicht automatisch ein schlechtes Ergebnis. Deutschland selbst hat das in den Jahren 2010 bis 12 und 2018 bewiesen. Der Big 5-Status ist Grundvoraussetzung für eine weitere Teilnahme Deutschlands beim ESC.
Italien schneidet seit der Rückkehr trotz Big 5 fast immer gut oder sehr gut ab, weil die Sieger des Sanremo-Festivals teilnehmen und sich dort gegen eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Lieder durchgesetzt haben. Die Vorauswahl Spaniens in Benidorm war auf einem ähnlichen Niveau und auch das hat funktioniert. Frankreich ist in diesem Jahr ein Gegenbeispiel, aber die waren im letzten Jahr auf Platz 2. Also: ein vielfältiger und hochklassiger Vorentscheid garantiert keine Top-Platzierung, macht sie aber sehr viel wahrscheinlicher.
Es war kein Scheitern und die Ansage gibt es jedes Jahr, meist stimmt es, aber selbst Lena wurden massig Null-Punkte prophezeit.
Denn natürlich bedeutet die richtige Aussage von Thomes Moor letztlich nichts, denn was soll man tun, wenn kein excellenter Song zur Verfügung steh, zuhause bleiben? Deutschland ist ja kein Einzelfall, UK hatte wohl eher zufällig Glück bei der Suche, andere Länder beteiligen sich erst gar nicht mehr beim ESC, weil sie keine Möglichkeit sehen, Materlai zu liefern, das zumindest ins Finale kommt.
Thomas Moor sagte weiter auch ganz richtig, der deutsche Musikmarkt ist international nicht wettbewerbsfähig und (das sage ich) er hat auch keinen wirklichen Grund, dies zu ändern, weil er groß genug ist, um mit Mittelmäßigem gut Geld zu verdienen.
Da die ARD kaum wirklich Geld in den Hand nehmen will, um beispielsweise Stellen zu schaffen, die sich das ganze Jahr über um den Kontakt in die Musikszene kümmern und auch wohl nicht exteren suchen lassen wollen, wie es die BBC dieses Jahr wohl gemacht hat, muss man eher überlegen, wie man mit der vorhandenen Struktur mehr Vielfalt in die Auswahl bringt.
Ich sehe da immer noch die größte Kompetenz bei den Radiosendern, es bedeutet eben nicht, dass die Musikredakteuere dort sich nur in radiotauglichen Musik auskennen, sondern ihr Job ist es ja, den ganzen Musikmarkt zu überblicken, um neue Strömungen erkennen zu können und diese dann auf eine mögliche Verwertung in den Sendern zu prüfen. Daher wäre es keine wirkliche Mehrarbeit, wenn sie gleichzeitig auch an eine ESC-Verwendung denken würden.
Vielleicht war es ein Fehler alle Sender auf einmal ins Boot zu holen, dann hat man einfach zu viel Kompromisszwang und der ist, wie wir alle wissen, beim ESC immer schlecht. Ich meine lieber zweimal kompromisslos daneben liegen (und darum finde ich Jendrik immer noch gut) um dann beim dritten Mal vielleicht doch punkten zu können.
Sollte eigentlich eine Antwort auf Andi sein.
Ich teile, was Douze Points hier geschreiben hat.
War Levina wirklich so schlecht?
Waren die Sisters wirklich so schlecht?
War Jamie-Lee wirklich so schlecht?
War Ann Sophie wirklich so schlecht?
Nein aber….
Doch, eigentlich schon
Schlecht würde ich nicht sagen (außer bei Jendrick und Sisters), sie waren einfach uninteressant.
Die hanseatische Kontorsmentalität des NDR von Überheblichkeit und Nicht über den Tellerrand hinausschauen ist auch nicht förderlich. Da helfen Radio- und Podcastleute wie Thomas Mohr mit seinen klugen Reden auch nicht weiter. Tragen eher noch zur Stimmung bei und unterstützen eine weitere überarbeitete Radiozusammenarbeit, wie in der ESC-Nacbesprechung am Tag danach angedeutet. Solange die Radiobefürworter und kleine Musikredakteure ihre Finger im Spiel haben, ist keine Besserung in Sicht.
Ich finde den Begriff „ESC-Song“ schwierig. Ohne die hartnäckige Inkompetenz des NDR hätte den doch niemand von uns je in den Mund genommen.
Denn was soll überhaupt ein ESC-Song sein? Die Spanne reicht doch von „Hard Rock Hallelujah“ über „Lane Moje“ über „Space Man“ über „Dancing lasha tumbai“ über „Amar pelos dois“ bis hin zu „Calm after the Storm“. Eigentlich, und das ist ja das Schöne an der gestiegenen musikalischen Qualität und Diversität des ESC, kann man inzwischen ja so ziemlich alles schicken. Für mich ist es daher gefährlich, überhaupt so eine Schublade wie „ESC-Song“ aufzumachen. Da sind wir schnell wieder bei Feuerwerks- und Trickkleider-Klischees.
Nein, auch der NDR könnte mit Radio-Pop beim ESC gute Erfolge feiern – siehe Sam Ryder, Loreen oder Frans. Es ist halt nur ungemein schwieriger – und muss daher dann eben auch wirklich guter Radio-Pop sein. Und auch davon war „Rockstars“ meines Erachtens weit entfernt.
Der NDR hat einfach ein goldenes Händchen dafür, entweder Schrott („I don’t feel Hate“) oder konzentrierte Belanglosigkeit (eigentlich jeder andere deutsche Beitrag der letzten Jahre) zu schicken. Gehen wir es doch mal durch:
„Black Smoke“ hatte schlichtweg zu viel bessere Konkurrenz im eigenen Genre.
„Ghost“ hatte das wohl mieseste Staging der letzten zehn ESC-Jahre.
„Perfect Life“ war seelenlos, schlecht, mies inszeniert und der Gipfel der musikalischen Belanglosigkeit.
„Sister“ war ein schlechter und erneut belangloser Song.
„I don’t feel Hate“ war eine Totalkatastrophe, die überhaupt nur mit viel Wohlwollen als Musik durchgeht.
„Rockstars“ war wieder einmal komplett belanglos und plätscherte die meiste Zeit nur dahin.
Außer bei „I don’t feel Hate“ und „Ghost“ könnte ich bei keinem der Lieder sagen, welche Emotionen denn nun eigentlich beim Zuschauer getriggert werden sollten. Sollten „Rockstars“ und „Sister“ mich ergreifen? Sollte ich fröhlich mitsingen? Sollte ich einfach nur mitwippen? Nichts von alledem haben sie erreicht.
Unsere ESC Burg 🏰
von Toggie 📚 und Thilo mit Bobby 🐾
Burggeschichten
Schlussakt 3 Teil
Als in weiter Ferne die 40 Brieftauben zu sehen waren stimmten die 5 Fanfaren aus 🇦🇺Australien, 🇧🇪Belgien, 🇦🇿Aserbaidschan, 🇵🇱Polen und 🇬🇧 dem Vereinigten Königreich mit voller Inbrunst das “Te Deum “ an. So laut das der schlafende Bär Pardon Prinz aus der 🇨🇭Schweiz im Kaminzimmer aus dem Sessel fiel und erst mal anfing zu weinen bevor er sich zum Festsaal aufmachte.
Im Festsaal der festlich geschmückt war und auch üppig mit Pflanzen bestückt wurde versammelten sich nun alle und nahmen auf ihren zugewiesenen Stühlen platz. Auf der linken Hälfte saßen in der ersten Reihe
🇨🇿 Tante Gertruds Gesellschafterin die Prinzessin aus Tschechien
🇹🇩 der tanzende Prinz aus Rumänien
🇵🇹 die Prinzessin aus Portugal die aufgehört hat zu beten und dafür immerzu im Takt in die Hände klatscht
🇫🇮 der finnische Prinz der noch einen Luftballon in der Hand hat
🇨🇭 der immer noch weinende Prinz aus der Schweiz
In der zweiten Reihe
🇫🇷 der Prinz aus Frankreich der sich in unserer mittelalterlichen Burg sehr wohl zu fühlen scheint
🇳🇴 die Wolfsprinzen aus Norwegen die keiner kennt
🇦🇲 die Prinzessin aus Armenien und Tante Gertruds Kammerdienerin
🇮🇹 Die Prinzen von Italien die durch Hampeleien auffallen und nicht konzentrieren können
🇪🇸 die hübsche Prinzessin aus Spanien die sehr gut tanzen kann
In der dritten Reihe
🇳🇱 die zierliche und traurige Prinzessin aus der Niederlande
🇺🇦 die mutigen Prinzen aus der Ukraine
🇩🇪 der junge Prinz und Barde aus Deutschland der sämtliche Instrumente dabei hat
Auf der rechten Seite in der ersten Reihe
🇱🇹 die anmutige Prinzessin aus Litauen
🇦🇿 der jammernde Prinz aus Aserbaidschan
🇧🇪 der Prinz aus Belgien der jemanden vermisst
🇬🇷 die schicke Prinzessin aus Griechenland die immer noch nicht mit den Stühlen zufrieden ist und lieber sterben will
🇮🇸 die drei Prinzessinnen aus Island die gerne im Pferdestall sind
In der zweiten Reihe
🇲🇩 die Prinzen aus Moldau die gerne Stimmung machen und verreisen
🇸🇪 die manchmal verzweifelte aber coole Prinzessin aus Schweden
🇦🇺 der Prinz aus Australien der von der Warnsirene zum Sterbenden Schwan wechselt
🇬🇧 der Prinz aus dem Vereinigten Königreich der ganz unscheinbar alle beeindrucken möchte
🇵🇱 der Prinz aus Polen der sich an einem Schmalzbrot das er noch stibitzt hat verschluckt hat und sich auf die Zunge gebissen hat. Weshalb er laut beginnt zu heulen
Dritte Reihe
🇷🇸 die Prinzessin aus Serbien die sich eine Waschschüssel und ein Handtuch mitgebracht hat um sich ständig die Hände waschen zu können
🇪🇪 der nette Prinz aus Estland lieber ein Cowboy wäre
Die Gefangenen sind gut mit Wasser und Brot versorgt. Nur die Chefin der Gefangenen des NDR hält eine Banane in der Hand. Nachdem sie sich bei Tante Gertrud beschweren wollte dachten die Wölfe aus 🇳🇴 Norwegen bevor sie das Grossmütterchen frisst geben wir ihr halt ne Banane
Die Zeremonie beginnt
Die Hofberichterstatter legen ihre Staffelei beiseite und schauen gespannt wer denn nun als Regent gewählt ist.
Tante Gertrud die als Hobby Magie betreibt hat sich, Graf von Ceterum und Bobby den Hund in drei adäquate Zeremonienmeister verwandelt.
Das erste Ergebnis, das von 5 ausgewählten Vertretern des Volkes eines jeden Landes per Brieftaube versendet wurde, wird verkündet. 6 Brieftauben hatten Ergebnisse die für ungültig erklärt werden mussten was für Irritationen sorgte
Die Vertreter des Volkes entschieden sich für den Prinzen aus dem 🇬🇧 Vereinigten Königreich.
Nun hörte man die 40 Raben eintreffen die das Ergebnis des gesamten Volkes eines jeden Landes überbrachten.
Mit einer überwältigenden Mehrheit überstimmte das Volk seine Vertreter und bestimmte fast einstimmig das die Prinzen der🇺🇦 Ukraine die neuen Regenten der Burg sein sollten
Tosender Applaus und großer Jubel erfüllte nun den Festsaal
Die Prinzen der 🇺🇦 Ukraine erhoben sich zur Ansprache als neue Regenten mit tränenerstickten Stimmen und riefen: Wir sind glücklich und danken für diese große Solidarität aber unser Land ist in großer Not seit der Bösewicht aus (ich verzichte hier auf Name und Flagge des Staates) und seine Schergen es überfallen hat. Bitte helft uns !
Wir können deshalb nicht auf der Burg bleiben weil wir nach Hause müssen.
Unsere Vertreter sollen der Prinz aus dem 🇬🇧 Vereinigten Königreich und die tanzende Prinzessin aus 🇪🇸 Spanien sein
Bevor die Prinzen die Burg verlassen werden soll es noch ein zünftiges Fest geben am Festbankett.
Vorher werden die Gefangenen im Verlies freigelassen und nach Hause geschickt.
In der Zelle des NDR fand man nur eine Bananenschale, die Insassen sind wohl in den Nebeln von Norwegen verschwunden.
Den Bösewicht aus —- hat man umgehend wieder zum Schafott gebracht ihm aber noch die Möglichkeit gegeben seiner Hinrichtung zu entgehen wenn er seine Schergen aus der 🇺🇦 zurückzieht, alles Land wieder zurückgibt und einen Friedenspakt unterschreibt.
Jetzt beginnt das zünftige Fest. Alle freuen sich. Der Prinz aus 🇷🇴Rumänien tanzt ausgelassen auf dem Tisch zusammen mit der schönen 🇪🇸Spanierin bevor sie ernste Aufgaben übernehmen muss. Die neuen Könige aus der 🇺🇦 und die Prinzen aus 🇲🇩Moldau musizieren die ganze Nacht während der Junge Prinz aus 🇩🇪 Deutschland spät am Abend die Burg verlässt um als Troubadour durch die Lande zu ziehen.
Die Prinzessinnen aus 🇮🇸Island und der Prinz aus 🇪🇪Estland haben sich in die Stallungen zurückgezogen während der Prinz aus 🇦🇺Australien wieder seine Stellung auf den Mauern als Warnsirene bezogen hat. Die Prinzen aus 🇦🇿Aserbaidschan und 🇵🇱Polen haben ihm versprochen ihn im Burggraben als Heulbojen zu unterstützen.
Nachdem Tante Gertrud sich und die beiden anderen Zeremonienmeister zurückverwandelt hat begab sie sich mit der Kraft am Ende in ihren Turm um auszuruhen. Die Gesellschafterinnen aus 🇨🇿Tschechien und 🇦🇲 Armenien folgten ihr leise währen der zurückverwandelte Graf von Ceterum seine serbische Prinzessin Konstrakta in sein Privatgemach führte um ihr sein goldenes Waschbecken zu zeigen.
Nachdem der Wein langsam zur Neige ging und das Essen aufgegessen war gingen die ersten in ihre Schlafgemächer.
Zum Schluss haben die Prinzen aus 🇫🇮Finnland noch aufgeräumt und die Prinzen aus 🇫🇷Frankreich und 🇮🇹Italien die betrunken in der Ecke lagen mit in ihr Rückzugsort unter dem Turm genommen
Am frühen Morgen sind die Prinzen aus der 🇺🇦Ukraine mit der goldenen Kutsche die die Prinzen von 🇲🇩Moldau gefahren haben wieder nach Hause gefahren.
Alle anderen dürfen solange auf der Burg verweilen wie sie möchten.
Ich muss jetzt Bobby suchen gehen, der muss sicher mal Gassi gehen und dann Geselle ich mich zu Tante Gertrud auf ein Tässchen Tee.
Nächstes Jahr laden wir wieder aufs neue ein wenn ein neuer Regent auf unserer Burg gewählt wird.
Bis dahin wünsche ich euch eine tolle Zeit weiterhin viel Spaß bei ESC Kompakt
Euer Burgherr Thilo mit Bobby
P.S.
die beiden Hofberichterstatter haben wunderschöne Portraits gemalt und sind wohlbehalten wieder zu Hause angekommen um ihren Kollegen zu berichten die nicht mitdurften
Ende
🤗
„goldenes Waschbecken“ 🤣🤣🤣
😊 gestern war ich noch zu frustriert um die Geschichte zu Ende zu bringen. Heute Morgen kamen dann die Ideen dazu
9 Delegationen sind bereits auf dem Weg zur Burg 2023. 🙂
Hoffentlich verlaufen sie sich nicht im Wald …
@ Toggie wow da muss ich mich doch glatt mal Informieren😉
😂😂😂 hab mich wiedermal köstlich amüsiert..
Vieeeelen dank Thilo und Bobby 🙏❤ this made my day 🙂
Sehr gerne 😅 ich freue mich das es gefallen hat😀
Eure Burg ist für mich jedes Jahr ein Highlight.😂😍
Danke Gaby, dieses Jahr war die erste gemeinsame Burg und ich hoffe es werden noch viele weitere folgen.
War wirklich toll von euch beiden. Danke
Ich liebe liebe LIEBE Eure Burggeschichten! Ganz, ganz toll! Bitte auch nächstes Jahr wieder Personal einstellen! Gruß an Tante Gertrud!
Danke ich werde ja ganz rot☺️😊
DOCH! Auch Malik trägt eine große Schuld am Abschneiden. Sein Auftritt, sein Gesang – das war alles gut, keine Frage. Aber er war ja offenbar auch wieder völlig beratungsresistent und wollte das Staging, den Auftritt ganz genau so durchziehen – intim, ohne Schnickschnack, mit all den bekloppten Instrumenten auf der Bühne. Und der ESC-ahnungslose NDR hat ihn machen lassen. Es wird sich einfach nie ein Staging überlegt, nie kommt man mit einem guten Gesamtpaket an, das rund ist und auch Zuschauer in den Bann zieht (Ausnahme 2018). Man hätte den Song und die Message ganz anders transportieren können, von mir aus auch mit Babyfotos auf dem Backdrop oder dem LED-Fußboden… Dann hört man am Ende den schönen brummenden Chorgesang und man sieht keine anderen Leute auf der Bühne. Warum hat er nicht mit einem Gospelchor performt oder ähnlichem. Das hätte alles gut gepasst und hätte auch mehr gepunktet oder wäre im Gedächtnis geblieben. So hat man einen netten Jungen auf der Bühne gesehen, der gut gesungen hat, aber der ansonsten nichts bleibendes geboten hat. Diese drei Orientteppiche waren auch an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Das war alles dermaßen verkopft und unpassend, meine Güte… Wir haben 2022 und nicht mehr 1998.
Wenn man sich mal überlegt, was Schweden jedes Jahr schon zur VE auffährt. Da ist jeder Act, jede Performance durchdacht und mit einem enormen Vorlauf produziert. Hier fängt man zwei Tage vor der VE an und weiß noch nicht mal, was auf der Bühne passiert. Dann hat man 2 Monate Zeit bis zum ESC und ist dann wieder überrascht.
Es scheitert hierzulande einfach an den Liedern, die uns zur Auswahl gestellt werden. Dieses Jahr mit den 6 Beiträgen im Vorendscheid war einfach ein Tiefpunkt. Rockstars war einfach das kleinere Übel. Das i Tüpfelchen war natürlich, von allen VE Beiträgen die uns bekannt waren, wurden ausgerechnet EC nicht zugelassen. Also die einzigen, die wahrscheinlich viele Punkte von Europa bekommen hätten. Es gelingt dem NDR überhaupt nichts mehr. Big 5 Nachteil, Deutschland mag keiner, schlechte Startnummer usw, dass sind alles nur billige Ausreden für unsere Niederlagen.
Die ARD muss endlich handeln und neue Leute ranlassen. Übrigens, Frau Wolflast hätte längst von sich aus ihr Amt zur Verfügung stellen können.
DP ich unterschreibe alles was du geschrieben hast. Das war auf den Punkt richtig erklärt was Sache ist
Ich auch
Schöner Song – letzter Platz… was soll’s. Immerhin mal eine Pleite, mit der ich zumindest musikalisch leben kann.
Dieses „Europa hasst Deutschland“ ist natürlich Schwachsinn – ich wüsste auch gar nicht wieso.
Der NDR wird es glaub ich nicht mehr lernen (wollen). Ich glaube da fehlt einfach die Lust mittlerweile (wenn sie eh überhaupt mal vorhanden war). Nächstes Jahr wird es wieder ähnlich werden. Sehe keinen Grund, warum sich das ändern sollte. Gute Quoten mit wenig finanziellen Aufwand erreicht…. Aufgabe bestanden.
Doch, das nicht ganz kleine NDR-Team hat schon Lust auf zwei Wochen Arbeitsurlaub in der ESC-Bubble. Und deshalb werden sie auch immer weitermachen, auch wenn sie nie verstehen werden, wie man einen passenden Beitrag auswählt.
All die gebrachten Argumente sind richtig aber schon seit 20 Jahren bekannt. Wenn der NDR das bis jetzt nicht verstanden hat wird sich da auch wohl nix ändern.
Um ganz ehrlich zu sein, sollten die Radiostationen nach dem schlechten Abschneiden von „Rockstars“ das Ding aus der Rotation nehmen. Wer den letzten Platz beim ESC geholt hat, sollte auch nicht mehr im Radio laufen.
Und an welchem Platz wollen wir gemeinsam die Singles verbrennen und den Song aus Spotify etc. raushacken?
Quatsch, wieso? Aber um dich zu trösten: Ich gehe auch davon aus, dass die Einsätze nun weniger werden. Mal schauen, wie schnell.
Ich würde Malik wünschen, dass „Rockstars“ noch lange gespielt wird. Die Sender, auf denen das läuft, höre ich allerdings auch nicht.
Kann man nicht hier mal endlich Leute blocken, damit einem solche dümmlichen Kommentare nicht mehr angezeigt werden? Ist ja nicht mehr auszuhalten mit diesem Sch****kopf
Dich würde ich dann gleich als erstes blockieren, denn hier gilt Meinungsfreiheit und zudem bin ich hier schon viel länger im Forum als Du und wäre an Deiner Stelle mit der Wortwahl vorsichtig! Von solchen Dahergelaufenen lasse ich mir nicht den Mund verbieten!
@Matty:
Er will dir auch nicht den Mund verbieten, er will nur deine Beiträge nicht mehr lesen. Und das ist ja ein recht nachvollziehbarer Wunsch.
Und nur, weil du hier länger schreibst als er, hast du nicht automatisch das Recht, ständig hier verbal übers Ziel hinaus zu schießen. Was glaubst du denn, wer du bist?
Ändern wird sich nichts und Deutschland tummelt auch nächstes Jahr im unteren Drittel. Stur wie der NDR ist machen sie weiter so.Ein langer unnötiger Auswahlprozess von Monaten davon werden sie 6 Einzelkünstler nominieren mit lahmen Liedern und hoffen auf ein Top 10 Ergebnis. Der deutsche Fan ist enttäuscht und macht den deutschen Beitrag in verschieden Plattformen schlecht Das Ausland liest ruhig mit die Wettquoten sinken. Man tummelt auf Platz 25 und am Esc Finale bekommt man das was sich der Deutsche wünschte. Nach dem Esc wird gemeckert warum Letzter und man glaubt keiner hat uns lieb.
Auch die Sichtweise wie man selbst mit dem deutschen Beitrag umgeht spielt ein Rolle.Manchmal muss man akzeptieren was einen nicht gefällt und weniger mit der Welt teilen.
Der ESC ist nur eine Veranstaltung und nicht das Leben.
Ich hoffe wir bleiben beim Vorentscheid, gehen aber zurück zu „Unser Song für…“. Ich verstehe nicht, warum der NDR diese Show nicht weitergeführt hat. Stattdessen jedes Jahr ein neues Konzept, dieses mal mit dem langweiligen Namen „Germany 12 points“. Mit USF hatten wir endlich ein fast gutes Konzept. Das Problem waren oft nur die Lieder. Spanien hat nun das Benidorm Festival und dort hat mir fast jedes Lied gefallen! Man hätte die 20+ Künstler in unserem Vorentscheid auftreten lassen müssen. Es ist nicht kompliziert. Der NDR macht es nur kompliziert. Und ich will auch nichts von Quoten hören. Man wird nicht sterben wenn man mal an einem Abend keine Traumquoten hat. Solche Shows müssen sich entwickeln. Wenn andere Länder das können, dann kann das auch Deutschland. Man sollte einfach jedes Jahr einen USF Vorentscheid durchführen und dabei bleiben.
Das USF-Format hat man übrigens 2017 versucht. No-Names sollten sich bewerben und für die wurden dann Songs international eingekauft. Hat nicht geklappt. Das steht und fällt halt mit den Kandidaten, die sich da zufällig bewerben. Wenn Lena 2010 den Bus zum Casting verpasst hätte und wir dann mit Jennifer Braun gefahren wären, hätten wir auch keinen Blumentopf gewonnen.
Am vielversprechendsten sind Festivals wie San Remo oder Melodifestivalen. Aber sowas hier zu etablieren kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
NDR-Fahrplan wieder mal on Point hmm?
1. Deutschland schmiert beim ESC ab
2. „Wir verstehe auch nicht wie das passieren konnte, wir haben uns nichts vorzuwerfen!“
3. Diesjähriger Act verschwindet in der Versenkung.
4. „Wir werden die Fehler analysieren und das VE-Konzept komplett überarbeiten!“
5. VE-Konzept bleibt bis auf eine Nuance exakt gleich
6. Es werden aus über 1000 Bewerbungen 5-6 mittelmäßige Songs in den VE geschmissen
7. „Unser Act ist einzigartig und wir könnten nicht stolzer sein!“
8. Deutschland schmiert beim ESC ab
9. Repeat
Ich hab da keine Worte mehr für, soll sich jemand anderes für mich aufregen – machen ja auch gerade genug.
Ein sehr guter Kommentar, Douzie. Ich kann mich dem nur anschließen. Leider glaube ich nicht, dass sich irgendetwas im deutschen Auswahlverfahren groß ändern wird. Wir werden wieder eine Vorentscheidung haben, aber kein Mello 2.0, auch kein Benidorm 2.0 und nicht mal eine Supernova 2.0 – leider…
Ich würde mir wünschen, dass wir wieder zum VE-Konzept von 2018/19 zurückkehren würden, allerdings mit mindestens 8 Songs, die nicht zum Großteil im Songschreiber-Camp entstehen… Einfach eine bessere, ESC-tauglichere und vielfältigere Auswahl als dieses Jahr…
Naja, mal schauen, aber die Verbohrtheit beim NDR wird sich bestimmt wieder durchsetzen…
Bin schon gespannt, welchen belanglosen Song der NDR uns nächstes Jahr aufs Auge drücken wird, mit dem wir dann wieder ganz hinten landen.
Never change a losing system.
Warum bezahlt und engagiert man MARVIN DIETMANN und lässt sich dann wieder so ein langweiliges Staging auf die Backe kleben? Wenn ich Head of Delegation wäre, hätte ich das Staging nie so abgenommen!!! Wie damals 2017 bei Levina, Song war ja nicht 100 Prozent schlecht, aber das Staging wieder so unpassend. Dazu ein Song, der ins Radio passt, aber leider nicht emotional mitreißt oder vom Staging die Bühne zum Beben bringt. Wieso erlaubt Head of Delegation so etwas, wieso nicken die das Staging ab, wenn es einfach nichts dem Song bringt? Wieso wurden nur Radiosongs für deutsche Vorentscheidung ausgewählt? Wer begründet die Entscheidung dafür eigentlich? Außerdem wonsind die deutschen Acts mit Charisma, Ausstrahlung und Bühnenpräsenz? Sorry, aber da haben selbst einige im Halbfinale ausgeschiedene Acts deutlich mehr von als Malik! Aber hier wird wieder geschrieben, Malik treffe keine Schuld. Der Rapteil war viel zu aggressiv vorgetragen, an einer Stelle hat er kurz gepatzt oder lags am Mikro, wohl eher nicht. Vergleichen wir doch mal Michelle, Lena, Michael Schulte, Max Mutzke, Roman Lob und dann Jendrik, Ben Dolic, Malik, Levina und Jamie-Lee miteinander. Da fällt direkt auf, dass die ersten drei deutschen Acts deutlich mehr Charisma, Ausstrahlung und Bühnenpräsenz bzw. Stage Aura als die vier letzt genannten Acts. Warum nutzt man denn nicht ein besseres Act Scouting? Auch wenn Malik von der Jury und Alexandra W. in Berlin begutachtet und interviewt worden ist, da hätte denen doch auffallen müssen, egal wie schockverliebt die alle in den Song waren, dass da noch etwas fehlt! Warum man nicht mal wieder größere Castings innerhalb Deutschland oder bewusst bestimmte Acts anwirbt, verstehe ich nicht, denn genug Möglichkeiten gibt es ja heutzutage, besonders weg vom Mainstream. Außerdem wird man vom NDR und einigen Medien immer voll mit Hoffnungen gehirngewaschen. Selbst Urban, Schöneberger, Alina, Stefan und wie sie alle vom NDR heißen, sollten dann wenigstens ehrlicher sein. Die Wettquoten sollen ja fast ziemlich gut dieses Jahr gewesen sein. Egal, nur schade, dass man dann wieder im Familien- und Bekanntenkreis hört, dass Europa Deutschland nicht mögen würde usw. Ob sich jetzt noch ein starker Act überhaupt vorstellen kann, beim ESC für Deutschland teilzunehmen? Hoffentlich wird 2023 ein besseres Jahr und es gibt endlich wieder eine Welle der ESC-Vorfreude. Aber Alexandra W. meinte ja, man sei schon in den Vorbereitungen und wahrscheinlich bleibt das Konzept für nächstes Jahr wieder ähnlich oder gleich. Oder gibt es wirklich News? Was wurde mit dem Kontakt zu den Leuten, die die Petition wegen dem Act mit dem Song „Pump It“? Die waren ja in Gesprächen mit dem NDR, aber es brachte ja nix.
Wahre Worte! Warum der NDR das nicht endlich mal kapiert, ist mir ein Rätsel. <.<
Ich hätte vor allem endlich mal gerne ein Lied auf Deutsch. Heutzutage mögen die Zuschauer Landessprachen im ESC besonders gerne. Immer Englisch ist langweilig.
Richtig. Wäre der isländische Song auf englisch gewesen, hätte er sich niemals qualifiziert.
Was wurde eigentlich aus dem starken Song, den Thomas Schreiber noch in der Schublade hatte, vor dem Vorentscheid 2019??? Es fehlte nur ein starker männlicher Sänger, vielleicht macht man dann ein deutschlandweites Casting und der beste singt den Song beim ESC 2023? Wenn der Song von beiden Jurys stark bewertet wurde und nur der passende Sänger gefehlt hat, warum probieren die es nicht damit? Was denkt eigentlich Thomas Schreiber vom Ergebnis des ESC 2023? Warum kontaktiert der NDR meinetwegen nicht Ben Dolic und sucht nach einem passenden Song für ihn, vielleicht diesmal nur bitte eine Ballade im Stil von Bulgarien 2017 und nicht mit einem Song, mit dem er gesanglich und performancetechnisch live sichtlich überfordert ist. Felicia Lu hat die vielleicht noch Lust? Oder meinetwegen diese Linda von DSDS, die sich auch zum deutschen Vorentscheid 2022 beworben hat, deren angeblich sehr starken Songs, aber vom NDR nicht genommen wurden. Oder was wurde aus Ikke Hüftgold? Hat der seinen Vorentscheidungsbeitrag eigentlich jemals veröffentlicht? Sicher ein Risiko, aber vielleicht ist ja alles beim ESC möglich.
War nicht „Violent Thing“ der ominöse Song aus der Schublade?
Nein. Der Schubladensong ist ein anderer. Ich war damals in der Eurovisionsjury und kann sagen, dass wir froh sein können, wenn wir nie wieder etwas von dem Song hören.
Oh, das klingt interessant. 😀
Kannst du ihn näher beschreiben?
Wenn er noch in der Schublade liegt, wird er sicher irgendwann für Moldau oder San Marino antreten.
„In Schweden setzte ich Cornelia Jakobs im Melodifestivalen gegen 27 andere Beiträge durch.“ Ach du warst das, Douze Points 😉 Vielleicht findest du noch irgendwo ein „s“ 😉
Ist gekauft und platziert. Danke für den Hinweis
Eine kleine Randnotiz: Nachdem die Petition nun wochenlang vor sich hin dümpelte, gibt es nun auch wieder etwas häufiger mal neue Unterschriften und die 130.000er-Marke wurde genommen. Wer jetzt noch unterschreibt, ist natürlich weder ein Electric-Callboy-Fan, noch ein ausgeprägter ESC-Enthusiast. Da handelt es sich einfach um durchschnittliche Casual Viewer – und auch die haben halt wirklich die Faxen dicke mit dem NDR.
Kurzum: Der NDR hat mittlerweile allgemein Zustimmungswerte wie Andi Scheuer.
Es braucht einen kompletten Neustart (ach, wie oft haben wir das schon gefordert). Weg mit Schöneberger, Urban, Wolflast und vor allem mit diesen ganzen nervigen Hanseln und Hampelmännern die Online auftreten (Aline, Torge etc.). Das ist alles an Peinlichkeit ja nicht mehr zu überbieten…
So verständlich dieser Ruf ist, so unnütz ist er auch.
Erstens können Urban, Schöneberger und das Online Team nichts für die Songauswahl und zweitens: Wer soll denn nachrücken? Das sind doch dann nur irgendwelche andere „Hanseln“ aus der NDR- bzw. öffentlich-rechtlichen Bürokratie. Nach Schreiber gab es doch auch keinen frischen Wind. Und der HoD hat sogar noch häufiger gewechselt.
Muss sagen, man kann über Herrn Schreiber sagen, was man will: Aber unter seiner Regie war schon ein gewisser Ehrgeiz zu spüren. Das hat man schon daran gemerkt, dass er schon mal hier vorbeigeschaut und auch kommentiert hat.
Mit Ausnahme von 2017 waren die VEs eigentlich auch immer recht divers, mit Songs, denen ich durchaus beim ESC einen Achtungserfolg zugetraut hätte. Leider hat das Publikum meistens den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ gewählt. Aber das konnte man mMn nicht Herrn Schreiber anlasten.😉
Interessiert eigentlich die jetzige HoD die Meinung der Fans? Da habe ich leider manchmal meine Zweifel, sorry.
Stimmt, die können nichts für die Platzierung, aber das, was die Broders und Stobers dieser Welt da machen, ist doch einfach nur unprofessionell. Hauptsache, sie hatten eine schöne Zeit in Turin. Gearbeitet wurde ja offensichtlich nicht wirklich.
Das gehört halt alles zur PR-Arbeit und die ist schon seit Jahren mangelhaft und wird nicht besser, nur man nun einen „Kult TikToker“ hat.
Verbesserung der PR-Arbeit ist auf meiner Prioritätenliste, was beim deutschen ESC-Geschehen anders werden muss, trotzdem ziemlich weit unten.
Das ist okay. Bei mir isses ganz weit oben, direkt hinter dem richtigen Song. Es hat halt alles was mit Professionalität zu tun.
Auf den Hashtag „Mehr Professionalität“ können wir uns auf jeden Fall einigen. 🙂
Wir können ja hier so viele Vorschläge diskutieren, den NDR interessiert das nicht. Sonst würden sie nicht immer wieder die selben Fehler machen. Dieses Jahr konnte man gar nicht genug beweisen, wie egal dem NDR der ESC eigentlich ist. Angefangen von der jämmerlichen Suche nach geeigneten Lieder, dann diese katastrofale VE. Die mit das Schlimmste war, was jemals beim Ersten über den Äter ging, weiter ging es am Samstag mit dem Countdown. Billiger gehts gar nicht mehr. Die Quittung ist leider, leider wieder ein letzter Platz. Dabei klang das im letzten Jahr nach dem ESC 2021 gar nicht so schlecht. Man will wieder einen Vorentscheid, interessierte können sich bewerben. Doch wieder einmal war die Umsetzung einfach ungenügend. Wie kann man sich von den Radiostation so derart erpressen lassen? Wenn uns Songs nicht gefallen, dann spielen wir sie nicht. Ich hätte denen was anderes erzählt. Hier zählt nur der Erfolg beim ESC. Ich hätte dann darauf geschissen, ob die Songs im Radio gespielt werden, und hätte auch Rocksongs mit aufgenommen. Mir fehlte generell die Diversität bei dem Vorentscheid. Natürlich kann man normale Mainstream songs ins VE-Angebot holen, aber doch nicht nur. Deutschland hat eine sehr diverse Musiklandschaft. Und natürlich hat Deutschland auch Acts die im Ausland erfolgreich sind. Rammstein sind international sehr erfolgreich. Und ja auch Helene Fischer oder eine Andrea Berg dürften im Deutschsprachigem Ausland einige Fans haben. Und auch Länder wie Dänemark, Belgien oder Holland verstehen deutsch bzw. haben eine deutschsprachige Minderheit. Es spricht nix dagegen, und es ist auch nicht nationalistisch, wenn man Lieder in der Landessprache (Deutsch) zum ESC schickt. Die Niederlande schickte einen Song in Holländisch und wurde damit elfter. Ukraine gewann mit einem Titel in Ukrainisch, 2021 gewann Italien. Die letzten beiden Siegersongs des ESC waren in der Landessprache. Aber wem alles egal ist, der bemerkt sowas halt nicht. Klar, der ESC ist nicht das wichtigste im Leben, aber wenn man daran teilnimmt, sollte man damit fachlich professionell und nicht so stümperhaft umgehen.
Auch wenn sicher alle Fans wieder dagegen sind, ich bin ja eigentlich auch eher dagegen, obwohl es international auch schon oft funktioniert hat, aber ich schlage es einfach mal vor, um die Reaktion zu erfahren, liebe Blogger bitte nicht sperren deswegen, wegen meinem kontroversen Vorschlag, aber wie fändet ihr eigentlich eine professionell (!) durchgeführte Interne Auswahl von Act und zum Act dazu passendem starken Song so wie in einigen anderen Ländern auch? Kostet eine solche Interne Auswahl den NDR nicht sowieso viel weniger Geld als die Durchführung einer ganzen Vorentscheidung? Habt ihr eine Ahnung? Vielleicht wenigstens mal zur Probe für ein Jahr oder so? Dazu aber bitte ein professionelles Team für Staging und PR, falls der Act das nicht schon selbst hat. Und dann gibt es auch keine Mauschelei bezüglich Bevorzugung von NDR-Favoriten innerhalb der Vorentscheidung oder der Act mit dem bekannteren Vater gewinnt den Vorentscheid (wie bei Malik und seinem bekanntesten, im Vorentscheid sogar eingeblendeten Promi-Papa Ricky aus den Neunzigern von Sat.1) oder der sympathischte Act gewinnt den Vorentscheid (wie bei Malik, der dank seines Ukraine-Statements auf der Bühne der Vorentscheidung so wunderbar in den Ukraine-Abend auf allen Dritten und ARD gepasst hat)
Langsam glaube ich, dass der NDR nicht Nico Suave zum Sieg pushen wollte, sondern dass der NDR schon zu Beginn wollte, dass es Malik gewinnt. So schockverliebt wie Alexandra W. ihn als letzten Act bei der Pressekonferenz vorstellte. So, ich habe es einfach mal so vorgeschlagen, jetzt dürft ihr mich hauen und mit Steinen werfen! Einfach mal wieder eine gute Platzierung wäre mal toll. Der NDR will aber anscheinend nur dabei sein, hoffentlich nur Top 10,bloß kein Sieg. Anderen Ländern hat man dieses Jahr auf der Bühne förmlich angesehen, die wollen gewinnen. Die hatten Siegeswillen in den Augen, siehe Spanien oder UK. Oder wenigstens was Außergewöhnliches, ruhig kreativ, weg vom Mainstream und bitte bloß nicht nur Radiotauglichkeit als Hauptkriterium! Und jetzt fahre ich erstmal in Urlaub!
Ich bin gegen eine interne Nominierung, egal wie sie geartet ist. Sogenannte Experten, die irgendwelche Lieder ausgesucht haben, hatten wir genug.
Auch die sechs Vorentscheidkandidaten sind so gesehen interne Nominierungen. Und ganz ohne eine Art von Vorauswahl geht es auch nicht.
Schönen Urlaub.😎
Der unterschied zwischen Michael Schulte und den Nachfolgern. Es war halt nicht nur eine „Pop-Ballade“
Es war eine herausragende Ballade, die mit einer minimalistischen aber passenden Bühnen show begleitet wurde und einen Sänger herübergebracht wurde der echte Emotionen in seinen Song wiedergeben konnte.
Der NDR hat bis heute nicht verstanden warum es bei Michael Schulte geklappt hat. Da es in Schultes Jahr auch eher zufall war das der NDR ihn dann doch noch in die Auswahl genommen hat. Nachdem sie eigentlich andere Favoriten hatten.
Ganz ehrlich es war fast nie der Künstler schuld das es eine klatche gab. Jamie Lee war keine schlechte Sängerin und hatte einen ganz eigenen Stiel. Doch man hat ihr einen komplett unpassenden Song gegeben und sie in ein Kostüm gesteckt das so garnicht ihren sonstigen Stiel entspricht. (Dazu halt noch eine komplett merkwürdige Bühnen show)
Jendrik Wohlfühl song ist auch an den NDR gescheitert. Stimmung machen konnte der Junge und jeder wusste das er nicht musikalisch überzeugen wird. (und auf keinen Fall gewinnt) Also warum nimmt man dann diese komische Hand anstatt einen komplett wilde Comedy Nummer aufzuziehen? (Wie Stefan es ja einst schon erfolgreich getan hatte)
Malek rap part ist echt gut. Warum hat man nicht mit ihn zusammen einen komplett Rap song erarbeitet. Warum stellt man da den Flohmarkt auf die Bühne der nur von seiner Performance ablenkt?
Das ist doch nicht so schwer. Lässt man Malek nur Rappen und unterlegt es mit Schwarz/weiß atmosphäre wie das große Amerikanisch Vorbild bekommt er sicher deutlich mehr punkte.
Alternativ hätte man natürlich auch einfach das Geschenk anehmen können das die Internationale ESC Fangemeinschaft gemacht hat, als wirklich jeder nach einer Band geschrien hat und Deutschland bereits als Siegeskandidat gehandelt hat. Doch diese Band hat man ja bekanntlich dann bereits vorher aussortiert obwohl es unverständnis selbst bei nicht Metall fans gab.
Jamie-Lees Kostüm war damals ihr Stil. Ansonsten hast du Recht, Song, Künstlerin und Staging haben keine Einheit gebildet. Eher im Gegenteil.
Das mag ja ihr Stil gewesen sein, aber passte nicht zum Song und wirkte einfach nur wie ein verzogenes Balg. Hättest Du gerne eine Kollegin, die sagt, „ich telefonier nicht gerne, rede Du mit den Kunden“?
Habe ich auch nicht behaupten. Ganz im Gegenteil (siehe zweiter Satz). Ich habe nur sachlich einen Fakt richtig gestellt.
Jamie-Lee hat ihren Song selbst geschrieben, glaube ich, oder zumindest war sie dran beteiligt.
Dieses Manga-Kostüm hat ganz einfach nicht gepaßt. So eine düstere Nummer muss man auch düster inszenieren. Sonst wirkt es nicht. Ich finde, man hätte aus dem Song schon was machen können.
Alternativ hätte man passend zu dem Manga-Kostüm einen fröhlichen Song wählen können. Ist sie nicht K-Pop-Fan? So was in der Art hätte ich interessant gefunden.
Auch „I don’t feel hate“ war eigentlich auch eine hübsche Gute-Laune-Nummer, aus der man hätte etwas machen können. Man schaue sich das kleine Moldau an, die haben ja auch einen „Spaßbeitrag“ transportieren können, so dass er auch wirklich Spaß gemacht hat. Wobei ich ehrlich sagen muss: Die Gesangsqualitäten von Jendrik waren wirklich alles andere als sauber, von einem Musicalsänger hätte ich doch ein wenig mehr erwartet.
Der Gesang saß bei Malik, von anfänglicher Nervosität mal abgesehen.
Es bleibt dabei: Ich finde es richtig, das der NDR nicht nachgegeben hat. Es gibt aber genügend andere gute Rockbands in deutschland, die man in die VE hätte holen können.
Und außerdem wenn man sich in diesem Jahr, die schlechten Ergebnisse der Rocklieder ansieht, da wären EC genauso abgeschmiert wie Malik. Wenn schon so ne bekannte Band wie Erasmus im Finale abstürzen, was wäre dann mit Electric Callboys erst passiert? Dieses Jahr war kein Jahr der lauten Rockmusik.
Weil es nicht nur am Genre liegt, sondern auch am Song. Bulgariens Song war schwach, San Marino überladen und Finnland für 2022 zu konservativ ohne schon wirklich Retro zu sein.
Ich bin heute in der Früh kurz beim Frühstücksfernsehen von Sat 1 hängen geblieben und auch da ging es kurz um den ESC. Tja, nach kurzer Zeit wollte ich meinen Fernseher anschreien oder die Fernbedienung dagegen schleudern!!
Da meinte „Society-Expertin“ Vanessa Blumhagen doch allen ernstes dass Deutschland es nicht verdient hätte wieder abzuschmieren und schlug in die „Keiner mag uns-Schiene“ ein. Außerdem lästerte sie über Island (langweilig, 70er-Jahre), Frankreich (Hexenzirkel) und vor allem Serbien ab (zu Unrecht vorne gelandet, nur wegen Megan Markle und Händewaschen erfolgreich).
Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat sollte man einfach die Klappe halten!! Die hat genauso wenig Ahnung wie der ESC funktioniert wie die Leute beim NDR!! Das der ESC eine Unterhaltungsshow und einfach nur „nett sein2 nicht reicht hat sie wohl nicht mitbekommen und von unserem Beitrag hat sich eben keiner unterhalten gefühlt!! Ich war wirklich soo wütend!!
Allgemein verstehe ich den Sinn von solchen „Society-Experten“ überhaupt nicht. Für mich sind dass alles elendige Tratschtanten die nix anderes zu tun haben als andere Leute mit Dreck zu bewerfen!!
Hier ein Video, anschauen aber auf eigene Gefahr:
https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/2022592-warum-ist-deutschland-auf-dem-letzten-platz-beim-esc-clip
Das guck ich nicht. Es wird im Zusammenhang mit dem ESC im Moment so viel dummes Zeug geredet und geschrieben von „keiner mag uns“ über „Punkteschieberei“ bis „wir sollten uns zurückziehen“. Ich geb mir das im Moment nicht. Weckt mich, wenn es vorbei ist.
War der deutsche Beitrag wirklich so schlecht? Ja, im Vergleich zu den anderen Ländern.
Warum war das so? Weil konsequent nicht zwischen Ursache und Symptome unterschieden wird.
Die Ursache ist eindeutig: der NDR.
Die Symptome sind vielfältig: Vorauswahl der Lieder, Auswahlverfahren, Herangehensweise, Inszenierung, Verständnis des ESC. Ein buntes Potpourri des amateurhaften Vorsichhinwurschteln.
Gerne wird relativiert, auch hier im Blog (s. dieser Artikel), und gerne wird schöngeredet, insbesondere bei den Verursachern der Ursache.
Roß und Reiter werden nicht eindeutig genannt, und fühlen sich daher auch nicht zuständig.
Und jedes Jahr dieselbe Diskussion fast wortgleich.
Komisch, oder?
Das Publikum ist da schlauer.
Das Publikum relativiert nicht, es vergleicht und entscheidet: Die besten 10 Lieder bekommen Punkte, die anderen gehen leer aus. Überraschung!
Also, war der deutsche Beitrag wirklich so schlecht?
Ist nett die kleine Schwester von sch… oder von Wow?
Gehörte der deutsche Beitrag zu den besten zehn Liedern des Jahrgangs?
Entscheiden Sie selbst!
Gefällt mir sehr gut deine Analyse, Douze Points!
Same procedure as every year. Abgesehen von der Song-Auswahl hat man auch weider den Fehler gemacht, dass KünstlerIn irgendwelche Klamotten aus dem Schrank greift und dass es quasi kein Staging gab. Mir ist unklar, wozu wir immer wieder Dietmann engagieren. Er ist anscheinend sehr geil im Bett, sonst kann ich mir das nicht erklären.
Ich fürchte, das hat weniger mit dem Bett zu tun (auch wenn ich ihm trotzdem alles Gute dafür wünsche) als mit Bequemlichkeit. Da hat jemand ein- oder zweimal einen großen Wurf beim ESC gehabt und schon stehen die Delegationen in den nächsten Jahren Schlange anstatt selbst nach kreativen Köpfen Ausschau zu halten. Gilt für Choreographen (Dietmann, Baptiste) ebenso wie für Komponisten (G:son, Milanov).
Möchte nicht wissen, wie viel das Engagement von diesem Herrn Dietmann gekostet hat..
Das ist ein schwieriges Thema. Endweder wir wollen Authentizität und das war mal eine große Forderung von uns nach Sisters. Dann müssen wir aber auch damit arbeiten, dass sich Künstler nicht verbiegen lassen wollen. Schon bei Michael Schulte was das Thema LED ein großes, kann mich noch gut an das Entsetzen bei der ersten Probe hier erinnern, weil da ein glaubhaftes Lied vielleicht zu sehr aufgepimpt wurde. Dem was letztlich nicht so, aber die Gefahr besteht immer.
Auch hat Malik durchaus Änderungen zugelassen, es wurde viel mit Licht gearbeitet, der letzte Refrain war ganz in hellem Licht gehalten, das war schon wirkungsvoller. Ein Goldregen hätte noch besser gewirkt, aber eben nicht wirklich zu Lied und Malik gepasst.
Da kann man sich Schweden anschauen, die können das. Das Lied hatte ja einen ähnlichen Aufbau wie Maliks.Eher ruhiger Anfang, dann irgendwann ein zorniger Mittelteil der in eine hymnische Klimax überging. Nur die Schweden schreiben solche Lieder weil sie wissen, dass man damit gut auf der Bühne arbeiten kann, und es ist ihnen egal ob schon beim zweiten Mal Anschauen die Gefühle (ich zerzause mir aus Verzweiflung die Haare) unecht wirken.
Malik hat aber ein Lied geschrieben, das ihm viel bedeutet, da kann man ihm schlecht sagen, dass er dazu sich auf dem Boden räkeln soll, was das gut ankommen würde. Und warum, siehe oben.
„Er soll sich wohl fühlen.“ „Er soll authentisch sein“ sind typisch deutsche Statements. Es ist ein Wettbewerb. Es ist ein Job, da interessiert niemanden, ob sich jemand wohl fühlt.
@4porcelli
sorry, da muss ich ein wenig widersprechen. Wenn man „seinen Job“ nicht gerne macht, kann man auch keine gute Arbeit abliefern.
Allerdings kann man sich ja auch auf anderer Weise „wohlfühlen“. Gibt z. B. bequeme, lässige Kleidung, die nicht aussieht, die nicht den Eindruck vermittelt, als säße er in seinem Wohnzimmer.
Und dann – das ist mir erst im Nachhinein bewußt geworden – vor lauter Instrumenten und Chaos um ihn herum hat man ihn manchmal kaum gesehen. Schade, aber so ging Maliks Persönlichkeit doch ein bißchen unter.
Insofern muss ich Dir doch Recht geben, dass man sich da doch mal ein bißchen beraten lassen sollte.
Was hat eigentlich der Herr Dietmann gemacht, das soll doch so ein „Star-Arrangeur“ sein: Ist ihm das nicht aufgefallen, oder war Malik vielleicht auch ein kleines bißchen stur?
Ich fand Maliks Inszenierung insgesamt tatsächlich ganz gelungen. Die Probenraum-Anmutung und die Erzählung „kleiner Amateur-Musiker vertont für uns sein Tagebuch“ waren schon stimmig. Auch die Instrumentenwechsel wirkten, anders als beim Vorentscheid, nicht mehr wie hibbeliges Schülertheater.
Die Probleme lagen ganz klar beim Song. Ob man einen Marvin Dietmann wirklich braucht, halte ich aber trotzdem für diskutabel.
Gute und wichtige Intervention von ESCKompakt. Danke dafür!
Vielleicht ist das eine oder andere bereits in den Kommentaren geschrieben worden, weshalb ich mich entschuldige, falls meine Wortmeldung redundant sein sollte. Ich habe gerade keine Zeit, mir alle Kommentare durchzulesen.
Hier ein paar unsortierte Gedanken:
Wir wissen ja, dass der NDR den ESC momentan nicht gewinnen möchte. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man jedes Jahr unter den letzten 3 landen muss. Man kann ja auch auf das Mittelfeld zielen. Außerdem bedeutet es auch nicht, dass man alles falsch machen muss, was man nur falsch machen kann. Als Entschuldigung hierfür reicht auch nicht aus, dass man in Deutschland in einem extrem schwierigen Umfeld agieren muss. Wenn man in die Presse schaut oder Freunde und Bekannte, die den ESC zwar kennen, sich aber nicht mit ihm beschäftigen, auf den Contest anspricht wird sofort klar, dass dem ESC noch immer ein besonderes Geschmäckle anhaftet, das bei vielen OttoundGerdanormalverbrauchern und Medienschaffenden
zu einer herablassenden Einstellung führt. Noch immer und trotz Lena wird der ESC als gertrudesk, verkitscht, over the top und irgendwie faszinierend-peinliche Veranstaltung wahrgenommen. Wichtigster Signifikant dieser überheblich-rückwärtsgewandten Einstellung zum ESC ist mMn die noch immer so beliebte Bezeichnung Grand Prix, die vor allem von den Printmedien noch immer gerne verwendet wird. Selbst wenn die Mainstreammedien einzelne Beiträge ab und zu mal loben und als großartig beschreiben, wird musikalische Qualität stets als Ausnahme, nicht als selbstverständlicher und alljährlicher Teil des ESC begriffen. Solch eine Einstellung verfehlt den wertvollen Kern des ESC, in dem seit Jahrzehnten alles seine Berechtigung hat, die große Kunst ebenso wie der Kitsch, das Intime, das Melodramatische, das Langweilige, das Skurrile, das Verstörende und das bereits Tausendmalgehörte. Genau dies macht die Faszination ESC doch aus: Es ist die einzige Bühne der Welt, die innerhalb weniger Stunden das gesamte Spektrum europäischen und australischen Musikschaffens zusammenzubringen vermag. Er ist gesungene Vielfalt und erinnert uns deshalb immer wieder daran, was die Grundlage unserer freien Gesellschaften ist: Die friedliche Koexistenz, die Daseinsberechtigung vieler unterschiedlicher Entwürfe und Perspektiven, der Respekt vor dem Anderen. Nun ja, da der Ruf des ESC in Deutschland leider ist, wie er ist, werden gestandene Künstler*innen sich kaum für eine Teilnahme interessieren und auch zögern sich öffentlich positiv über die Veranstaltung äußern. Täten sie das, landeten sie mindestens in der Ecke der leichten Unterhaltung oder im schlimmsten Falle in der Ecke des Übertriebenen, leicht Schmuddeligen, nicht Zeitgemäßen und Lächerlichen. Dort will kein Künstler hin. Das ist sehr schade, weil die TV-Quote auch dieses Jahr wieder bewiesen hat, dass der ESC bei den jungen Menschen durchaus zieht.
Trotzdem: Es gibt Möglichkeiten gegenzusteuern, das haben uns die Raabjahre gelehrt. Man kann aber auch ganz einfach über den Tellerrand hinaus und in andere Länder schauen, die nationale Musikfestivals haben, die zunächst auf das Publikum im Land zielen und erst im zweiten Schritt ESC bedeuten. Als Beispiele können wir das schwedische Melodivestivalen, das portugiesische Festival da Canção oder das San Remo-Festival nennen. Natürlich kann man nicht von heute auf morgen ein MF oder SR etablieren, die ja auch von ihrer jahrzehntelangen Tradition leben. Diese Veranstaltungen sind weit mehr als Vorentscheide für den ESC: sie sind kulturelle Rituale, die sich seit langer Zeit jährlich wiederholen, und als solche tragen sie dazu bei zu verstehen, wer man musikalisch ist und wo man musikalisch hinwill. Bis zu einem deutschen MF oder SR ist es also noch ein sehr weiter Weg, aber man könnte sich ja zumindest mal auf den Weg machen. Wer den ersten Schritt nicht wagt, wird niemals am Ziel ankommen. Hier hilft ein Blick nach Portugal, das schon seit 1964 am ESC teilnimmt und bis einschließlich 2015 legendär erfolglos war. Ein 5. Platz im Jahr 1996, das war alles was zu Buche stand. Nach einem Jahr Pause entschloss man sich 2017, das FdC komplett neu und musikalisch hochwertig aufzugleisen. Man dachte nun nicht mehr an den ESC und all die musikalischen Schablonen und Vorurteile die damit einhergehen, sondern an den portugiesischen Musikmarkt. Seitdem hat das Land beim ESC seine Nische gefunden. Die Beiträge sind zwar nicht immer erfolgreich, aber selbst wenn es mal nicht läuft, sind die ständig schimpfenden und nörgelnden Stimmen verstummt. Man schickt einen musikalisch interessanten Beitrag nach dem anderen, und jeder einzelne klingt nach Portugal und der Musiktradition des Landes. Alles ist gut. Und nein, ein Fado war bislang nicht dabei, nicht mal ein Hauch von Fado. Spanien hat sich nun mit dem Benidorm Fest auf einen ähnlichen Weg begeben, und das hat dieses Jahr ja schon mal hervorragend geklappt, ganz gleich was ich persönlich von „SloMo“ halte. Beim ESC geht es ja nicht um mich. 🙂
Was kann der NDR nun also konkret tun? Selbsr wenn man ein Musikfestival auf die Beine stellt, dessen Ziel es ist, die deutsche Musikszene abzubilden und Hits für den deutschen Markt zu lancieren, werden die großen Namen in der ersten Jahren natürlich nicht Schlange stehen. Solch ein Projekt braucht Geduld, Beharrlichkeit, ein klares Ziel und langen Atem. Vielleicht tauchen dann in 5 oder 10 Jahren auch größere Namen auf; das wird vom Erfolg des Formats abhängen.
1. Die Kooperation mit den Radiosendern beenden. Was im Radio funktioniert, zündet selten beim ESC. Radio hört man meist nebenher, aber beim ESC fliegen die Punkte jenen Beiträgen zu, die Jurys und Zuschauer innerhalb von drei Minuten live und in Farbe faszinieren. 2 unterschiedliche Paar Stiefel.
2. Gründlich analysieren, was beim ESC in den letzten Jahren funktioniert hat und was nicht. Jährlicher Review nach dem ESC: Was hat gut abgeschnitten und was könnten die Gründe dafür sein?
3. Vom Ende her denken, also vom Gesamtpaket für den ESC. Ein überzeugended Konzept für den Auftritt muss also bereits für den VE vorliegen. Die Lieder nicht auf der Grundlage von Demos oder Audiotracks auswählen.
4. Lediglich Beiträge zulassen, die beim ESC funktionieren können: Alle VE-Pakete müssen besonders, authentisch und exzellent dargeboten sein. Kein dudelndes Füllmaterial. Solches mag in Schweden oder Portugal von den Televotern aussortiert werden, aber nicht in Deutschland.
5. Auch Komponisten direkt ansprechen und einladen, wie man es in Portugal macht. Dort wählen dann die Komponisten die Sänger aus.
6. Sich bei regionalen Musikfestivals umschauen.
7. Eigentlich bin ich kein Fan von internationalen Jurys bei Vorentscheiden, weil der Beitrag ja die Menschen repräsentieren soll, die im Land leben, aber so planlos wie wir in Deutschland seit einigen Jahren sind, stehe ich der Idee trotzdem aufgeschlossen gegenüber.
8. Vielfalt zulassen!
9. Ehrlich sein und keine Ausreden suchen. Analysieren, Schwachstellen identifizieren, Maßnahmen definieren und das Format von Jahr zu Jahr verbessern. Nicht gleich alles wieder über den Haufen werfen, wenn es nicht gleich klappt.
10. Künstler aussuchen, die den ESC kennen oder sich zumindest für den ESC interessieren. Genau hier muss man auch Malik eine Mitschuld am miserablen Ergebnis dieses Jahr geben. In seinen Interviews und Reaktionvideos wurde deutlich, dass er nichts über den ESC weiß. ganz offensichtlich hat er sich auch nach seinem Sieg beim VE nicht über den ESC informiert. Zudem war er anscheinend bzgl. der Gestaltung des Auftritts etc. komplett beratungsresistent und wollte sein Ding durchziehen. Das Ergebnis ist bekannt: Der Auftritt wirkte provinziell. Nach dem Finale sagte er dann, dass das Abschneiden nicht wichtig sei, weil er Teil eines wichtigen Größeren gewesen sei. Das mag stimmen, klingt aber irgendwie auch so, als ob er sein Versagen (Versagen nur in Bezug auf Punkte und Platzierung) wegreden und verstecken wollte. Malik und der ESC waren ein einziges großes Missverständnis, und dass es dazu kommen konnte, war dann wieder auch Schuld des NDR.
11. Etcetcetc …
Zum Abschluss: Was mich wirklich traurig macht, ist wenn nach Jahren der selbstverschuldeten und wohlverdienten Erfolglosigkeit wieder die fremdenfeindlichen Reflexe einsetzten: Keiner mag Deutschland … keiner gibt uns Punkte, weil wir Deutschland sind … die schieben doch alle ihren Freunden und Nachbarn die Punkte zu. Solch eine Reaktion streicht alles durch, wofür der ESC stehen kann und mMn auch stehen soll. Und die Tatsache, dass diese Stimmen wieder vermehrt zu hören sind, macht mich total wütend auf den NDR. Der NDR ist für den ESC verantwortlich, und Erfolg und Erfolglosigkeit beim ESC machen auch was mit der Gesellschaft und dem Diskurs. Dies ist allerdings kein deutsches Phänomen, weil die Menschen ja in allen Ländern … sagen wir mal: seltsam und schwierig sind, vor allem wenn es um Fragen der Rudelidentität geht. Im vereinigten Königreich haben noch letztes Jahr alle geschrien: Das ist wegen Brexit! Und ein portugiesischer ESC-Kumpel hat noch 2015 behauptet, dass Portugal niemals gewinnen könne, weil man ganz im Westen sei und nur einen Nachbar habe, nicht einmal mit einem großartigen Pop-Beitrag in englischer Sprache. Dann kam Salvador Sobral mit einem Bossanova, vorgetragen ohne Show und in portugiesischer Sprache, und feierte einen Erdrutschsieg. Warum? Weil er ein im Kontext des ESC besonderes Lied exzellent dargeboten hat. Weil er authentisch wirkte (authentisch ist ja auch nur eine spezifisch gelungene Inszenierung, ich bin nicht naiv …) und die Herzen der Menschen von Ísafjörður bis Elat und darüber hinaus bis Hobart erreichte. Warum schreibe ich das? Weil Malik aus dem Dreigestirn besonderes Lied, exzellente Darbietung und Authentizität nur mit letzterem Attribut aufwarten konnte. Deshalb wirkte es dann auch, als ob er nicht auf der ESC-Bühne sondern in Tante Gertruds Hobbyturm auftreten würde. Das kann beim ESC nicht klappen, denn erfolgreiche ESC-Beiträge, ganz gleich ob es sanfte Balladen, Schrei-und Jammernummern, Shake Shake-Darbietungen, Kunstperformances, Hymnenhaftes oder Schlagereskes sind, haben eines gemeinsam: Sie entfalten einen Zauber, der die Menschen über alle Grenzen und Kulturen hinweg erreicht. Dies aber kann nur gelingen, wenn alles von hoher Qualität ist. Ob einem das Gesamtproukt dann persönlich gefällt, ist eine andere Frage. Chanel hat dieses Jahr viele Menschen verzaubert, nur halt nicht mich. Glückwunsch. Super gemacht. Kein Problem.
So, eigentlich wollte ich ja beim Thema bleiben. Aber jetzt habe ich in diesen Kommentar einfach mal alles reingepackt, was ich mir von der Seele schreiben wollte. Jetzt geht es mir besser. 🤣
Vielen Dank für diesen sehr guten Kommentar, @togravus ceterum ceterum.😊
Jetzt brauchst Du auch keine Angst mehr zu haben, dass Deine Reden zu lang sind. 🤗
@togravus ceterum ceterum
Du schreibst ja auch immer sehr informativ, klug und wohndurchdacht.😊
Da komme ich längst nicht dran, aber ich meine, hier ist ja auch kein Wettbewerb, wer die originellsten Kommentare schreibt, sondern hier gibt jede/r nur seine/ihre Gedanken wieder. Völlig okay, solange man nicht beleidigend wird, hat jede/r das Recht zu.
ups – „wohldurchdacht“ 😀
Ich bin mir sicher, der NDR hat mit Malik auf das Mittelfeld gezielt (à la „ein Act, für den man sich nicht schämen muss und der gutes Handwerk ist, wird schon nicht ganz hinten landen“). Von daher: Zielt höher! Ist zwar auch kein Garant auf gutes Abschneiden (siehe Frankreich), zeugt aber von Mut und dem Willen zum Erfolg.
Und jetzt lese ich mir den Rest deines Kommentars durch. 🙂
Der beste Kommentar, den ich hier jemals las.
Danke Toggie.
Amen volle Zustimmung. So Bitte sofort auch an den NDR senden
Dafür, dass Du keine Zeit hast, hast Du aber sehr viel geschrieben – bist Du emotionaler Italiener ;-)?
Wie meine ET-Kumpels immer sagen: Ein mediterraner Geist in einem deutschen Körper. (Könnte ein Vers von Konstrakta sein …)
Hey, ich darf auch mal Mittagspause machen. 🙂
NIx Pause! Ich würde Dir dazu auf ET schreiben, bin aber gerade „under moderation“.
Hoffentlich bist Du bald zurück auf ET.
Ich schreib M nachher an, L wird ja bis zur nächsten Akkreditierungsphase verschwinden. Es ist ja gut, dass sie für „Unterdrückte“ eintritt, aber 99% der Probleme gehen nun mal auf eine Person zurück.
Ich habe über die Jahre/Jahrzehnte gelernt, damit umzugehen.
Ich sollte damit einfach umgehen, aber die Tiraden sind immer sehr beleidigend. Ist mir unklar, warum die Person noch posten darf. Aber na ja, ist sicher die humanitäre Lösung ;-).
Lieber Togravusceterum, vielen Dank fuer den interessanten Beitrag.
Viele wichtige und gute Sachen sind dabei, aber ich moechte mich auf die Punkte konzentrieren, die mich nicht so ganz ueberzeugen.
Du fuehrst du Portugal als gutes Beispiel an, wie man einen guten VE veranstalten kann, mit den Worten:
Man dachte nun nicht mehr an den ESC
und da bin ich ganz deiner Meinung.
Spaeter schreibst du aber:
Vom Ende her denken, also vom Gesamtpaket für den ESC […] Lediglich Beiträge zulassen, die beim ESC funktionieren können […] Künstler aussuchen, die den ESC kennen oder sich zumindest für den ESC interessieren.
Das alles scheint mir aber in Widerspruch zum ersten Begriff zu sein….
🤔🧐
Mein Problem ist: Wer entscheidet, ob ein Lied beim ESC funktionieren kann?
…und nicht nur das.
Viele in Spanien haben gedacht, dass Chanel gut funktionieren koennte. Und sie haben Recht behalten.
Trotzdem, wenn das spanische Publikum lieber Tanxu oder Rigoberta wollte – auch auf die Gefahr hin, schlechter abzuschneiden….. ? Warum nicht?
(ich haette z. B. auf Il Volo gerne verzichtet…. 🙄🤣)
Ich verstehe Deinen Punkt, habe das allerdings etwas anders gemeint. Wahrscheinlich habe ich meinen Kommentar zu kurz gehalten. 🤣
Meine Bemerkungen beziehen sich auf 2 unterschiedliche Phasen auf der Reise zum ESC.
„Man dachte nun nicht mehr an den ESC “ bezieht sich auf die Ausgestaltung des VE.
Die 2. Bemerkung bezieht sich auf die Phase zwischen VE und ESC. In dieser Phase muss irgendjemand beurteilen können, ob das so, wie es beim VE war, auch beim ESC funktionieren kann. Das kann entweder der Künstler selbst sein (wenn er oder sie was vom ESC versteht) oder irgendjemand vom verantwortlichen Sender. Im Falle des Königswegs (aka as Luisa & Salvador-Combo) war das mMn Luisa.
Toller Kommentar.
Hebt sich vom üblichen Bla Bla Blub ab.
Mag ich sehr,wenn ein Kommerntar viel mehr Inhalt hat,als der eigentliche Artikel.
Deinen Kommentar sollte man sich beim NDR einrahmen und an die Wand hängen, Toggie. Und wenn es ein Triptychon wird.
Lieber toggie, Dein großartiger, durchdachter und superfundierter Kommentar spricht mir aus der Seele und fasst die Situation perfekt zusammen. Chapeau und vielen Dank dafür. Sollte man so in dieser Form an alle Beteiligten schicken.
Vielleicht könnten die Blogger den ja weiterleiten. Der ist nämlich echt klasse
Bravissimo…..
Peter Urban prangert auf spiegel.de mal wieder das Punktesystem an. Mag sein, dass es nicht total gerecht ist. Aber weshalb immer nur Deutschland von diesem System benachteiligt werden soll, überlegt er sich keine Sekunde lang. Dieser Mann gehört genauso zum NDR-Filz!
Er hat sich allerdings auch schon kritisch zur deutschen Song-Auswahl geäußert (z. B. im Fernsehgarten oder in einem Interview vor dem ESC).
Es ist einfach nur schlimm! Das NDR Team ist überhaupt nicht in der Lage, Fehler bei sich zu suchen. Immer sind die anderen schuld: mal ist das Punktesystem daran schuld das wir letzter wurden ( ist Platz 22 besser???). Mal ist die Big 5 Regel schuld. Mal hat man einen Song zur falschen Zeit hingeschickt. Und die Deutschen sind eh unbeliebt in Europa. Usw. Usw. Usw.
Noch mehr Ausreden. *stöhn*
Wenn man Fußball spielt, muss man sich ja auch an die Fußballregeln halten. Ebenso verhält es sich beim ESC: Wenn man spielt, ist man immer nur innerhalb eines willkürlich festgelegten Regelwerks erfolgreich oder erfolglos. Es hilft allerdings, wenn man die Regeln liest, bevor man auf den Platz geht.
Das Ganze erinnert mich auch ein wenig an die Brexitdebatte im Großbritannien, wo man die EU auffordert ihre Regeln zu ändern, um zu vehindern, dass die wirtschaftlichen Folgen für das UK allzu schlimm werden …
Ich frage mich manchmal was mich mehr nervt. Ob Urban das Punkte-System mistig findet (dieses Jahr hätte es übrigens Deutschland kaum geholfen, wäre mit 24 Punkten zwei Plätze besser gewesen) oder die sofortige Reaktion hier in den Kommentaren wie NDR-Filz, Ausreden etc.
Ich finde es schade, dass auf den wirklich gute Zusammenfassung von 12pt. keine richtige Diskussiion aufkommt, sondern nur das allgemein bekannte Gemotze. Meiner Meinung nach, sind wir hier keinen Deut besser als der NDR, wir haben unsere Ritual, wie wir mit so einem Ergebnis umgehen.
Das war übrigen vor einigen Jahren noch ganz anders, als hier wirklich Ideen diskutiert wurden, die dann auch teilweise von NDR augegriffen wurden.
Aber ich weiß auch, meine Gemotze über das viele Gemotze hier ist genauso ritualisiert. Vielleicht sind wir alle schon zu lange an dem Thema.
Sehr gut und sachlich auf den Punkt gebracht. Ohne jemandem Inkompetenz vorzuwerfen.
Lieber NDR, bitte lies das und zieh die richtigen Konsequenzen daraus. Lass dich von kompetenten Leuten unterstützen, die ihr Herzblut seit Jahren in den ESC stecken und dabei immer auf dem Laufenden bleiben, statt in Nostalgie stecken zu bleiben. Ich bin ein guter Verlierer und kann auch mal Niederlagen verschmerzen. Aber ich würde sehr gerne auch mal wieder für Deutschland über Punkte jubeln. Bitte nehmt die Fans ernst und sperrt euch nicht länger gegen einen Erneuerungsprozess, der dringend erforderlich ist.
1. Exzellenter Song
2. Exzellenter Künstler
3. Exzellente Inszenierung
Insgesamt 12 exzellente Gesamtpakete in zwei Halbfinale antreten lassen und danach die besten 6 im Finale. Fertig 🙂
Ist das nicht etwas viel verlangt? Wo soll der NDR denn 12 exzellente Gesamtpakete hernehmen? Ich wäre ja schon über eines froh, meinetwegen dann auch intern nominiert. 😉
Leckeres Rezept. 😋
Mit dem Staging von Schulte hätte Malik garantiert mindestens 15 Plätze besser abgeschnitten. Oder?
Am erfolgversprechensten finde ich das Panel mit der Eurovisionsjury. So wie 2018. Hat ja schon mal exzellent funktioniert. Nur hat man das dann im Folgejahr aufgeweicht. Verstehe auch nicht warum man nicht eine Vorentscheidung mit 10-12 Liedern macht, dann hätte man schon mal die doppelte Chance ein gutes Lied für Deutschland zu schicken als wie nur mit 6 Startern.
Warum bringt sich ESC kompakt und seine Fans hier beim NDR nicht mit ein? Würde doch prima passen. Max hatte es gestern Abend ja schon angesprochen.
Das Panel von ESC-Fans sollte auf jeden Fall zurückkehren. Schließlich haben die Fans am meisten Ahnung.
So wie 2018 würde ich das aber nicht mehr machen. Da hatte man die Katze im Sack, weil man zuerst die Künstler gesucht hat und danach der Song dazu kam.
Bei mir war es 2018/2019 zum Beispiel so, dass sich mein Voting bei den Top 20 im Vergleich zum Voting im VE komplett gedreht hat. Daher bitte nur fertige Pakete aus Sänger + Song den Fans vorsetzen und nichts von diesen unfertigen Varianten, wo die anderen 50% fehlen.
Dem Gedankengang kann ich nur zustimmen. Lied und Künstler sollten auch eine Einheit bilden. Ganz wichtig! Die Liedvorauswahl ist von entscheidender Bedeutung.
Kurze Gedanken zusätzlich zu Michael Schulte:
1. Er hat fantastisch gesungen, was zur Emotionalität beitrug. Sowas wird von Jurys honoriert. Und ein sehr guter Live Gesang bleibt hängen.
2. Michael hatte eine Geschichte zu erzählen. Er hatte was zu sagen. Seit 2019 haben deutsche Acts keine Geschichten mehr erzählt. Malik hätte das können, wenn man diesen Aspekt herausgearbeitet hätte „Wie geil, dass wir uns nach 2 Jahren wiedre auf Konzerten und Festivals treffen können, es hat uns so gefehlt.“ Aber da war ja ein großes Nichts. So blieb es einfach vollkommen rätselhaft, warum bei ihm Instrumente auf der Bühne stehen, die nicht genutzt werden. Bei Michael war das 2018 halt sehr stimmig. Die Inszenierung, das Bühnenbild hat seine Geschichte wunderbar untermalt.
Das bedeutet NICHT, dass wir Songs mit einer Botschaft schicken müssen. Aber muss halt merken, dass der Interpret, die Interpretin auch etwas zu sagen hat. Seit 2013 hatte nur Michael was zu sagen.
Was ist für dich denn der Unterschied zwischen einer Botschaft und „etwas zu sagen haben“? Und was hatte Lena zu sagen außer „ich bin ein unbeschwertes Mädchen, das über Liebe sing“ bzw. „jetzt bin ich geheimnisvoll und cool“? Oder meintest du genau so etwas? Also dass der Interpret etwas sofort Wahrnehmbares darstellen sollte.
Eine Botschaft ist für mich sowas wie „Love Love Peace Peace“, oder irgendwelche Gay Empowerment Nummern oder sowas.
Bei Lena war es halt die gesamte Geschichte, die so erzählt wurde. Genau wie du es ausdrückst. Ein stimmiges Gesamtkonzept. Hab ich dieses Jahr zum Beispiel auch von Serbien oder Portugal gesehen. Das war nicht inhaltsleer und banal, gleichzeitig nicht überladen (wie zum Beispiel Australien) und hatte dieses sofort Wahrnehmbare.Die ganze Geschichte war in sich stimmig erzählt.
Malta hatte dieses Jahr ’ne Botschaft. Nur leider hat die Botschaft nicht zum Glamourgirl gepasst.
@Toggie:
Ja, eben. Da passte die Geschichte halt nicht.
Jetzt hat sich die BILD auf Frau Wolfslast eingeschossen. Wusste nicht, dass die Dame schielt. Ist ja auch egal, dafür kann sie nichts, Schlimm ist, dass sie was an den Ohren hat oder dass diese chronisch vereitert sind. Die Dame ist also prädestiniert, das deutsche Auswahlvrfahren für den ESC zu verantworten.
Ich rede jetzt mal ausdrücklich von meinem Wunsch und NICHT von einem Verbesserungsvorschlag:
Dem NDR gehört die Kompetenz und Zuständigkeit für den ESC entzogen. Stattdessen sollte irgendein kleines drittes Programm, welches im Vergleich zum NDR, WDR oder auch SWR 3, finanziell jeden Monat um sein Überleben kämpft mit dem Thema ESC und seiner Durchführung von der ARD beauftragt werden.
Ich denke hierbei bspw. an Radio Bremen 4, dem Saarländischen Rundfunk (SR), dem Hessischen Rundfunk (HR) oder dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).
Meine Hoffnung liegt bei jenen genannten dritten Programme einfach darin, dass ein Sender, der finanziell extrem knapp bei Kasse ist und jeden EURO drei Mal umdrehen muss, ehe dieser ausgegeben kann, gezwungen ist zu der Erkenntnis zu gelangen, dass ein qualitativ exklusiver deutscher Vorentscheid, wenn er schon nicht mit einem pompösen Sendekonzept auf Sendung gehen kann, dann wenigstens mit qualitativ tollen Songs, die sehr viele Musik-Genres abdecken, aufläuft.
Den Mut und insbesondere den Ehrgeiz musikalisch mit der Song- und Künstlerauswahl gegen den Strom zu schwimmen und auch möglichst viele Musik-Genres abzudecken sehe ich Stand jetzt bei einer kleinen Rundfunkanstalt ohne Geld einfach mehr als beim NDR, WDR oder SWR 3, die finanziell doch mit am besten dastehen. Denn diese finanzielle Möglichkeiten, die der NDR im Vergleich zu Radio Bremen 4 oder dem HR bzw. MDR einfach hat, sind auch mit ein Grund warum beim Thema ESC und deutscher Vorentscheid eine sehr ausgeprägte Bequemlichkeit eingetreten ist.
Not macht eben erfinderisch. Und wenn eine Rundfunkanstalt kein Geld hat dann nehmen der Mut gegen den Strom zu schwimmen und die Kreativität vielleicht Mal so richtig an Fahrt auf was die Song- und Künstlerauswahl betrifft.
Es wundert mich, dass du Wünsche äußerst. Du warst doch vor dem Final-Abend optimistisch, dass es ein Platz zwischen 8 und 14 für Malik geben wird. 😉
@ESC-Thom:
Das stimmt. Das war auch meine ehrliche Überzeugung. Ich fand „Rockstars“ vor dem ESC gut und ich finde den Song auch noch jetzt nach dem ESC gut.
Da ich aber ein großer ESC-Fan bin und kein Angestellter des NDR habe ich meine Wunsch eben einfach mal geäußert. Denn Tatsache ist nun mal, dass seit dem Jahr 2013 – vom Jahr 2018 mal abgesehen – die deutschen ESC-Beiträge immer einen sehr schlechten Platz hatten. Und da der NDR nun mal die Führungsverantwortung für den ESC inne hat, ist mein Wunsch – zumindest für mich – eine Möglichkeit zukünftig wieder bessere oder hoffentlich gute ESC-Platzierungen zu erreichen. Deine indirekte Unterstellung ich würde mich für einen ESC-Experten halten, habe ich nie behauptet. Weder ausdrücklich noch konkludent.
Da ich nun deine Frage beantwortet habe, kannst du mir ja Mal meine Frage beantworten. Dürfen sich eigentlich nur Personen nach dem ESC zu Wort melden, die vor dem ESC mit ihren Prognosen bezugnehmend auf die Platzierung eines Songs richtig lagen oder dürfen auch Leute, die mit ihrer gewünschten und erhofften Einschätzung falsch lagen sich auch noch zum ESC äußern ?
Das alles was hier geschrieben wird entspricht ein bisschen der Wahrheit. Wie ein Puzzle das zusammen gesetzt wird. Klar gibt es Länder die beliebter sind als Deutschland, klar gibt es Fans anderer Nationen die Deutschland niemals Punkte geben würden. Klar ist auch das sich gewisse Nachbarländer immer Punkte gegenseitig geben werden, egal wie der Song ist. Das wissen wir doch alle und das entspricht auch der Wahrheit. Zum Auftritt von Malik, klar sollte ein Künstler im Normalfall sich nicht verstellen aber beim ESC ist das ein bisschen anders. Da tritt ein Künstler für das Land an , in dem Fall für Deutschland Und sollte dann auch auf die Profis hören die wissen wie man ein geiles Staging beim ESC macht. Das war einfach langweilig. Und in dem Fall war Dietmann nicht schuld Malik wollte das ja unbedingt. Ich bin schon länger mit dem ganzen System beim ESC nicht mehr richtig glücklich, auch finde ich das man das Punkte System ganz anders vor allem gerechter gestalten könnte. Nur ein Beispiel das wirklich zeigt das irgendetwas nicht richtig läuft….. Aserbaidschan bei dem Land hab ich jedes Jahr das Gefühl es wird manipuliert. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Ich persönlich kann das Punktesystem nicht mehr richtig nachvollziehen. Und ich bin mir 100% sicher wenn Rockstars aus Schweden gewesen wäre hätten wir zumindest mehr Punkte bekommen 100% Rockstars war nicht wirklich geil aber es war kein letzter Platz