Live-Blog: The Wiwi Jam at home

Wiwi Jam 2020 at home Logo

Der Mittwochabend ist in der ESC-Woche vor Ort traditionell einer der legendärsten Partyabende und das bleibt auch in diesem Jahr so, obwohl die große Party nicht vor Ort, sondern auf YouTube stattfindet. Unsere geschätzten Kollegen von wiwibloggs veranstalten ihren jährlichen Wiwi Jam und mit dabei sind nicht weniger als 52 (!) ESC-Stars. Ja, die ESC-Woche ist anstrengend und man bekommt wenig Schlaf, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier. Deshalb bloggen wir die große Party heute Abend ab 20 Uhr auch live und freuen uns auf Eure Kommentare, die ihr vor, während und nach der Übertragung unter diesem Beitrag platzieren könnt.

Über das Line-Up für den „Wiwi Jam at home 2020“ haben wir hier und hier bereits berichtet, nun steht aber die vollständige Liste fest und folgende Acts des 2020er-Jahrgangs werden uns heute entweder einen Song präsentieren oder virtuelle gute Wünsche schicken:

  • Athena Manoukian aus Armenien
  • Efendi aus Aserbaidschan
  • Montaigne aus Australien
  • Hooverphonic aus Belgien
  • VICTORIA aus Bulgarien
  • Ben & Tan aus Dänemark
  • Ben Dolic aus Deutschland
  • Aksel Kankaanranta aus Finnland
  • Tom Leeb aus Frankreich
  • Stefania aus Griechenland
  • Lesley Roy aus Irland
  • Eden Alene aus Israel
  • Diodato aus Italien
  • Damir Kedžo aus Kroatien
  • Samanta Tīna aus Lettland
  • THE ROOP aus Litauen
  • Destiny Chukunyere aus Malta
  • Natalia Gordienko aus Moldau
  • Jeangu Macrooy aus den Niederlanden
  • Vasil Garvanliev aus Nordmazedonnien
  • Ulrikke aus Norwegen
  • Vincent Bueno aus Österreich
  • Roxen aus Rumänien
  • Senhit aus San Marino
  • The Mamas aus Schweden
  • Gjon’s Tears aus der Schweiz
  • Hurricane aus Serbien
  • Go_A aus der Ukraine
  • VAL aus Weißrussland
  • Sandro aus Zypern

Darüber hinaus sind folgende Special Guests angekündigt:

  • Aly Ryan (Deutsche Vorentscheidung 2019)
  • AWS (Ungarn 2018)
  • Blanche (Belgien 2017)
  • Dami Im (Australien 2016)
  • Dana (Irland 1970)
  • Eleni Foureira (Zypern 2018)
  • Ester Peony (Rumänien 2019)
  • Francesca Michielin (Italien 2016)
  • KEiiNO (Norwegen 2019)
  • Krista Siegfrids (Finnland 2013)
  • Madame Monsieur (Frankreich 2018)
  • MARUV (Ukraine 2019)
  • Michael Rice (Großbritannien 2019)
  • Oto Nemsadze (Georgien 2019)
  • Raylee & Magnus Bokn (Norwegische Vorentscheidung 2020)
  • Samra (Aserbaidschan 2016)
  • Sara de Blue (San-marinesische Vorentscheidung 2018)
  • Serhat (San Marino 2016 & 2019)
  • Sirusho (Armenien 2008)
  • Slavko Kalezić (Montenegro 2017)
  • Tamta (Zypern 2019)

Der Wiwi Jam wird heute Abend ab 20 Uhr live auf dem YouTube-Kanal von wiwibloggs übertragen. Vor dem Live-Blog könnt Ihr Euch ab 19 Uhr mit unserem ESC kompakt LIVE einstimmen.

Hejj, liebe ESC kompakt Community. Gerade noch im ESC kompakt LIVE auf YouTube, jetzt im Liveblog zum Wiwi Jam at Home Mittwochnacht. Seid alle herzlich gegrüßt!

Liebe Grüße auch an an dieser Stelle an William und Deban und das gesamte Wiwibloggs-Team. Der Wiwi Jam ist immer ein Highlight des ESC-Finalwoche – wir sind gespannt auf die Home Version.

OMG, William kündigt gerade an, dass 50 Acts beim Wiwi Jam dabei sind! Singen die etwa alle auch?

Das Wiwi Jam at Home Konzept erscheint mir sehr einleuchtend. Es gibt vier Teile, in denen jeweils gut ein Dutzend Acts auftreten. Dazwischen melden sich William und Deban zu Wort.

Für den ersten Teil wird u.a. our own Aly Ryan angekündigt. Hervorgehoben wird in der Anmoderation von Deban auch, wenn Haustiere (im Fall von Aly ein Hund) zu sehen sein werden. Nice.

Es startet die in der Bubble omni- (um nicht zu sagen) überpräsente Krista Siegfrieds mit einer Accoustic Version von „Marry Me“. Alles wie gehabt.

VAL aus Weißrussland folgen als erster Act aus dem Jahrgang 2020. Also, damit hätte ich jetzt nicht unbedingt angefangen. Ein echter Kracher aus dem aktuellen Jahr wäre sinnvoller gewesen, mag ich mal ganz subjektiv sagen. VAL sitzen gefällig auf zwei Barhockern nebeneinander und der Song plätschert an uns vorbei wie einer Dia-Show der entfernteren Verwandschaft vom letzten Urlaub auf Korfu.

Athena aus Armenien ist die Nächste mit einer Videobotschaft an „my beloved William“. Sie stimmt ihren Beitrag aus 2020 kurz a cappella an und ist schnell wieder vom Bildschirm verschwunden.

Raylee vom MGP20 folgt. Sie präsentiert eine neue Version von „Wild“ mit vierköpfiger Band in einem Studio, das wir ein Late Night Club ausgeleuchtet ist. Stark! Diese Version ist deutlich rockiger, kantiger, passt viel besser zum Song, das wäre ein Top-Revamp gewesen.

Vasil aus Nordmazedonien bringt anschließend eine Grußbotschaft mit seiner süßen, etwa fünfjährigen Tochter. Es gibt also neben Hunden auch Kinder im Wiwibloggs Jam. Kinder und niedliche Tiere sind bekanntlich Erfolgsfaktoren im Impulskauf-Marketing, die Wiwis machen also alles richtig. Auch Vasil stimmt „I just wanna dance with you“ nur kurz a cappella an.

Aksel ist als Nächster dran und auch er hat seinen Hund als Erfolgs-Accessoire in seinen Clip integriert. Aksel trägt „Looking back“ vor und begleitet sich selbst aif der Gitarre, während sein Hund erst auf einem 50er-Jahre-Polstersessel einschläft und anschließend aufsteht und verschwindet.

Nach Aksel kommt Aly. Auch sie hat ihren Hund dabei, der heißt „Malibu“ und sie meldet sich aus Los Angeles. Sie bringt ihren „most recent song“, was es nicht gebraucht hatte. Warum kommt jetzt nicht „Wear your love“? Aly singt Vollplayback und herzt zwischendurch „Malibu“, dem sie eine rote Tüllschleife umgebunden hat. Der Hund wirkt desinteressiert. Ist das furchtbar!

Aly kündigt für diesen Mai ein Album an.

Es geht Schlag auf Schlag. Damir aus Kroatien ist nach einer kurzen Videobotschaft und 15 Sekunden a cappella seines diesjährigen Beitrags auch schon wieder verschwunden.

Slavko aus Montenegro nimmt sich mehr Zeit und singt „Space“ hoch aus einem Baum, umwickelt von ganz viel gelbem Tüll (also Slavko, nicht der Baum). Der Wiwi Jam at Home ist irgendwie auch eine Comedy Show. Slavko widmet seinen Song „mother nature“. Na dann.

Hooverphonic aus Belgien (überraschende ESC kompakt ESC Finalteilnehmer) sind nach einer megakurzen Grußbotschaft („wir sehen uns nächstes Jahr in Rotterdam“) schon wieder weg, ich komme hier kaum zum Luftholen.

Alicja aus Polen scheint im Anschluss tatsächlich live zu singen und – wow wow wow – das kommt richtig gut. Sie ist zu Recht im ESC kompakt ESC Finale. Alicja ist stimmlich sensationell mitreißend und fantastisch geschminkt. Diese Lippen… Das ist jetzt eine Überraschung, hier passt alles – inklusive der edel-trashigen Lichterkette im Hintergrund.

Sandro folgt für Zypern in einem diskussionswüridgen #stayathome-Outfit. Hat er den ganzen Tage Bingewatching mit Chips aus der Tüte betrieben? Und wer hat ihm diesen merkwürdigen Hut aufgesetzt? Er sieht aus, als habe er heute nicht geduscht. Der optische Eindruck überschattet etwas den dynamischen Acoustic Vortrag von „Running“, bei dem er sich selbst an der Gitarre begleitet, was immer gut kommt.

Oto (Georgien 2019) hat einen Pudel auf dem Arm, während er seinen Song aus Israel acapella anstimmt. Dann legt er den Hund weg und für einen Augenblick ist sein Chorus im Split-Screen zu sehen. Davon hätte man gerne mehr erlebt.

Sara de Blue (Pre Selection San Marino 2018) folgt auf Oto, ich kannte sie bisher nicht. Sie hat eine neue Version Ihres VE-Songs aufgenommen und präsentiert diese in einer sonnigen Berglandschaft. Es war mir nicht nur die Frau der Song bislang unbekannt, sondern auch, dass es in San Marino hohe Berge gibt.

Der erste Block ist vorbei und es mutet ein wenig an, als hätten die Wiwis in der Sorge, nicht genug Teilnehmer für ihren Home zu überzeugen, jeden gefragt, der nicht früh genug auf dem Baum war, und am Ende wurden sie von der großartigen Zusagenquote überrascht. Außerdem war anscheinend Bestandteil des Briefings, entweder Haustiere oder Kinder in die Performance zu integrieren.

Ester Peony (Rumänien 2019) darf den zweiten „Block“ eröffnen und sie bringt eine sehr starke Live@Home Version von „On a Sunday“. Sehr stark, ein weiterer herausragendes Highlight nach Alicja.

Senhit kombiniert anschließend eine Grußbotschaft mit einer Acapella Short Version von „Freaky“ und das macht sie gut. Sie wirkt etwas übermotiviert wie immer, aber sehr beeindruckend ist das Jeff-Koons-Style Kunstwerk „Ha Ha Ha“ (als Skulptur in rosa) im Hintergrund.

Es ist ganz gut, dass Natalia Gordienko als Nächste ihren 2020er Beitrag in voller Länge singen darf. Das gibt mir endlich die Gelegenheit, mal etwas zu trinken zu beschaffen. Benny hat ja schon im LiveChat gesagt, dass er sich „Prison“ inzwischen schöngehört hat und das war sicher ein langer Weg auf dem ich mich auch gerade befinde Natalia singt den Titel in einem Studio mit Dachschräge und Live-Klavierbegleitung, das Szenario kommt mir aus irgendeinem Home Concert bekannt vor.

Aber alles, was heute gezeigt wird, scheint exklusiv für Wiwibloggs aufgenommen zu sein. Chapeau.

Ben & Tan, die sehr süß rüberkommen, melden sich aus einem Studio und bringen ein kurzes „Say Yes“ Acapella Intermezzo.

Danach gibt es ein Wiedersehen mit Michael Rice. Sehr sympathisch, ihn wiederzusehen. Das ist so überraschend frisch und lässig. Er bringt die live-gesungene Originalversion von „Bigger than us“ zum Halbplayback und er rockt! Groß! Viel besser als beim ESC, easy easy easy. Er hat die Haare ganz kurz (corona-style?) geschnitten und trägt ein kariertes Hemd offen über weißem T. Und er hat Spaß und das ist echt, wahrhaftig Homemade. Super. Das dritte Highlight heute, eine ganz große Überraschung.

Er darf als Erster ein zweiten Song singen, seinen neuen Song „Think of me“. Ich finde, diese Zugabe ist sehr verdient. 12 Punkte an Michael.

Montaigne meldet sich aus ihrem Garten mit einer Frisur, die diesen Namen nicht verdient. Es ist wohl das Wiwi Jam at Home Konzept, ganze Songsessions mit Grußbotschaften abzuwechseln, denn Montaigne zeigt auch „nur“ 20 Acapella Sekunden ihres 2020er Beitrags und kündigt ein Wiedersehen in 2021 an.

Lesley folgt mit „Story of my life“ aus dem heimischen Wohnzimmer wie es aussieht. Auch sie bringt ihren Song accoustic mit eigener Guitarren-Begleitung. Lesday bringt als „Zugabe“ großartigerweise ihre Adaption von Dotters „Bullet proof“. Das ist toll, nicht unbedingt aus Performance-Sicht (wobei sie das einwandfrei rüberbringt), aber die Geste dahinter ist fantastisch. Ein Mello Klassiker aus Irland, eine wunderbare Umsetzung des Europa-kommt-zusammen-Gedankens aus Israel.

Samra scheint ihren „Miracle“ Clip anschließend mit einem iPhone der Generation 5 oder früher aufgenommen zu haben. Abgesehen davon ist der Auftritt jedoch klasse, Samra sieht sexy aus mit sehr langem schwarzen Haar in hellgrauem Kaschmir-Jumper und sie bringt den Titel mit viel Kraft und Empathie und Ausstrahlung. Soooo lange Fingernägel wie bei Samra werden wir heute Abend kein zweites Mal sehen.

Vincent aus Österreich ist dran. Oops, sein Clip ist vertikal und nicht youtube-horizontal aufgenommen – wie schon bei Samra zuvor. Vincent bringt eine short accoutic Version von „Alive“ und auch er begleitet sich selbst an der Guitarre. Das Gute an diesen Accoustic und Acapella Versionen ist, dass man sehr gut erkennt/hört, wer gut bei Stimme ist und Vincent ist da ganz vorne mit dabei. Man spürt seine Musicalausbildung sofort.

Außer uns (mir) schauen derzeit 2.107 Menschen bei bei Wiwi Jam youtube Liveshow zu. Da haben wir mit einem höheren Wert gerechnet. Als Douze Points und ich heute darüber sprachen, haben wir damit gerechnet, dass die 10T-Grenze locker überschritten wird. Denn beim bei der PrePartyES vor einigen Wochen waren es um die 6T Live-Zuschauer. Allerdings hat Wiwi eine starke Community, wird also im Laufe der nächsten Tage und Wochen viele Klicks einsammeln. (Im Branchensprech heisst das wohl „long tail“.)

Destiny war schneller wieder verschwunden, als ich tippen konnte, aber die eine Acapella Minute von „All Of My Love“ aus ihrem Schlafzimmer (?) war brilliant. Zu Recht kommentiert wiwibloggs „no studio“ needed.

Madama Monsieur folgen auf Destiny mit „Mercy Mercy“. Er an die Gitarre, beide singen in einem komplett holzvertäfelten Raum. Würde da nicht ein Bild im Hintergrund hängen, würde man denken, sie übertragen ihren Gig aus der heimischen Sauna.

Émilie berichtet, dass es eine illustrierte  Buchadaption von „Mercy Mercy“ gibt, bislang erhältlich in französisch und niederländisch. Der eingeblendete Buchtitel sieht ansprechend aus.

Auch Émilie und Jean-Karl präsentieren einen zweiten (mir unbekannten) Song. Ich muss sagen, dr Wiwi Jam Mix ist sehr intelligent, es gibt viel Abwechselung, eine sympathische bunte Dramaturgie zwischen kurzen Einspielern, klassischen #AtHome-Clips und 2-Song-Gigs.

William und Deban eröffnen den dritten Block, wo es u.a. ein Wiedersehen mit AMS (#guiltypleasure) und Blanche gibt. Und Samanta „is gonna bring down part 3“ sagt Deban und ich glaube ihm.

Eline Foureira startet Part 3 mit einer kurzen Grußbotschaft aus ihrem Badezimmer, der mich an die „uncensored“ Zeiten von Tumblr erinnert, lange her.

Efendi bringt eine stimmlich mitreißende a cappella Version von „Cleopatra“ – leider wieder nur eine Minute oder so – zu kurz, ganz einwandrei.

Es folgen The Roop. Leadsänger Vaidotas Valiukevičius sagt zu Anfang der Songpräsentation sehr wahrhaftige Worte zu diesen Ausnahmezeiten. In etwa so: Entweder Du lässt die Dinge passiv Deinen Leben kontrollieren oder Du übernimmt die Hauptrolle in Deinem Leben und machst es aktiv lebenswert.

Mensch, ist das schön. Elene Alena bringt den Burner „Feker libe“ auf einen sonnenüberflutenden Blumenwiese und hat einen sensationell aussehenden Gitarristen zur Seite, der nicht nur musikalisch Chapions League ist. Die beiden harmonieren fantastisch, sie improvisiert gleichermaßen treffend wie sympathisch, diese Performance ist noch besser als das Original. Bisher das Beste im LineUp und wieder eine Überraschung. Das schaue ich mir heute Nacht noch zwei-, dreimal an.

Tom Leeb folgt mit einer Kurzversion von „The Best In Me“ an der Gitarre. An dieser Stelle wünsche ich mir wieder mehr Kinder und Hunde und weniger „Accoustic und ich bin selbst an der Gitarre“ Auftritte, so bezaubernd diese zum Teil sind.

Serhat klingt im Anschluss mit so tiefer Stimme, als stünde ein zweiter Stimmbruch bevor. Es gibt 15 Sekunden „Say na na na“ und keinen kurzen Gruß aus einem Studio mit viel Instrumenten ohne Menschen.

Roxen bringt ein Comedy Highlight im Anschluss – unfreiwillig. Erstmal hat sie furchtbar lila gefärbte Haare (wieso Roxen wieso?) und dann gibt es Nebengeräusche von draußen bis zum Anschlag. Vor offenem Fenster fahren Autos an einer Putenzuchtfarm vorbei, so klingt es. Roxen bringt bits and pieces von zwei Songs (Alkohol inclusive) ohne instrumentale Begleitung (abgesehen von Autos und Federvieh), der Gesamteindruck mutet ein bissel wie Realsatire an.

Was für ein Kontrast sind AWS hintendran. Die Band hat ihren Kultsong “ Viszlát Nyár“ Wiwibloggs live neu produziert, komplett instrumentiert, apart together in vier verschiedenen (Home) Studios, sehr eindrucksvoll. Es klingt nahe dran am Original, aber man merkt dennoch, dass der Titel neu eingespielt ist. Klasse.

Es geht alles so schnell, aber was ich eben schon sagen/schreiben wollte: Die Wiwis haben Ben Dolic im letzten Viertel positioniert, würdigen also den Favoritenstatus von „Violent Thing“ im Ablauf.

Auf AWS folgen „The Mamas“ mit einer Grußbotschaft, die so schnell vorbei ist, dass man sie kaum verinnerlicht. Das nennt man wohl Pflichtübung.

Was für ein sympathischen Turnaround erzeugt Ulrikke hinterher. Sie bringt zwei Songs, begleitet von „Richard“ am Klavier. Den ersten kannte ich nicht (anybody?) und dann logischerweise „Attention“. Ein starkes kurzes Set, dass von Ulrikkes Stimme und Natürlichkeit getragen wird. Und William sitzt großartig aus und der blaue Sweater steht im fantastisch und Ulrikke im Holzfällerhemd macht auch Krach. Das ist weit vorne hier und heute.

Gjon – am Samstag beim WWW-HF noch in Kutte aus einem Priensterseminar – singt heute aus einem Studio mit Mondrian-Style-Wand-Deko – etwa 90 Sekunden. Stimmlich erwartungsgemäß Champions-League. Er braucht einen Frisörtermin (wie ich auch).

Flashback. Blanche (Kiew 2017) grüßt aus ihrem Home Studio in Brüssel. Sie wirkt erwachsener, aber parliert etwas umständlich. Es ist etwas verwirrend, dass sie sich extra in ihrer professionell wirkendes Studio begeben hat, wenn sie nur ein paar warme Worte verliert.

Go_A bringen mit „Solovey“ anschließend frischen Wind aus dem heimischen Wohnzimmer mit gewöhnungsbedürftigen Teppich, auf dem Kateryna im Schneidersitz den diesjährigen ESC Beitrag zum Vortrag bringt.

Jeangu Macrooy aus den Niederlanden begnügt sich wieder mit einer Videobotschaft, immerhin mit einer sehr prachtvollen Tulpendeko auf Augenhöhe.

Vergesst alles andere, unsere Samanta Tina folgt und sie enttäuscht wieder NICHT die hohen Erwartungen. Sie trägt wieder ihren schwarzen Hosenanzug mit Maxi-Fransen und gibt alles mit Liveband in einer wild illuminierten kleinen Halle, in der sich Instrumente-Transportkästen zu stapeln scheinen. Das ist wild, very 90ies und Samanta verausgabt sich extrovertiert, wie wir es von ihr gewohnt sind. Auch William und Deban sind geflasht.

Die Anmoderation von Teil 4 von 4 beginnt. Deban ist – zu Recht – begeistert von der Partytauglichkeit des Damentrios aus Serbien.

Der vierte Teil wird in der Tat der stärkste – mit modernen Klassikern wie Dami Im und KEiiNO und Maruv!

Im vierten Teil ist viel Partysound, auch deshalb ist es schlau, den vierten Teil mit Diodato zu eröffnen. Wow.

„We have to be strong“ ist sein gesungenes Intro, welches in diesen diesjährigen Beitrag „Fai Rumore“ übergeht. Ich habe sofort eine Gänsehaut. Viel zu kurz leider, etwa 90 Sekunden, die es allerdings in sich haben.

Dann kommt Ben. In T-Shirt in orange zu graugestreifter Hose sitzt er auf einem weißen Schlafcouch. Das Outfit ist toll, die Anmoderation in perfektem Englisch sitzt, aber zu „Violent Thing“ passt nicht unbedingt die Sitzhaltung. Allerdings steuert er mit seiner authentisch motivierenden Körpersprache gut dagegen, er wirkt dynamischer als in anderen Home Ambiente Apperances und nimmt den Zuschauer gut mit, er spielt gut mit der Kamera. Das hätte was werden können in diesem Jahr, ich hoffe, der NDR gibt ihm die Chance, ihm nächsten Jahr zu zeigen, was er kann.

Hurricane recylen den Sofa-Auftritt, den wir von der EHC-Serie kennen, nach meinem Eindruck sind sie die Ersten, die (abgesehen vom Intro) nicht exklusiv für Wiwibloggs etwas produziert haben. Nach „Hasta la vista“ folgt wieder „Quele Quele“. Dieser armenische Klassiker ist einfach zeitlos klasse.

Passend folgt danach Sirushi über den sonnigen Dächern von Jerewan mit einem kurzen Gruß.

OMG, ist Dami gut. Sie sitzt im Studio daheim am Klavier und singt „Sound of Silence“ für uns kristallklar, wahrhaftig, energisch mitreißend, dramatisch pointiert, temporeich, mir fallen gar nicht genug Superlative ein. Sie war in Stockholm groß und hat an Größe nicht verloren. Top Five heute – mindestens.

KEiiNO haben gegenüber dem EHC Auftritt die Schauplätze getauscht. Diemal ist Tom outdoor vor einer Waldlandschaft im Sonnenschein mit Blick aufs Meer zu sehen und Fred joikt von zuhause. Es macht immer viel Spaß, diesen Partyprofis zuzusehen.

Der folgende Auftritt von Maruv war von William und Deban im Intro stark hochgejazzt worden und jetzt wird klar warum. Sie sitzt in einem greillen schwarz-grünen Donnatella-Versace-Pulli auf einem Sofa in Beige und hat einen Gitarristen in einem roten Jogginganzug neben sich sitzen. Straight camp at its best, Denver Clan meets Trailerpark. Schwarze Fingernägel, schwarz geschminkte Augen, schwarz gefärbte Haare und ein brilliantes Spiel mit der Kamara, Maruv weiß, was sie tut.

Victoria folgt aus der leer geräumten Fabrikhalle, die neulich schon einmal zu sehen war in einem meiner Liveblogs dieser Saison. In Bulgarien nix Neues also. Aber selbst wenn sich die Videoclips von Victoria unterscheiden, wirken sie immer alle irgendwie gleich. Der Song selbst ist genial, das bleibt so für immer.

Tamta löst Victoria ab und es ist nachvollziehbar, warum die Wiwis sie ans Ende setzen. Was für eine Inszenierung. Tamta hat einen 60-Euro-Fleurop Blumenstrauß zum Haarschmuck gemacht und steht in einem gepflegten opulenten Garten und präsentiert eine reggae-inspirierte Version von „Replay“ – besser als das Original wie ich spontan finde. Diese Songadaption passt auch sehr gut auch ihrer schmeichelnd-emotionalen Stimmfarbe.

Auf „Replay“ folgt Tamtas neue Single „Sex with your ex (is the best)“. Ist das der Rausschmeißersong vom diesjährigen Wiwi Jam, in dem eine aus Georgien stammende Griechin, die Zypern beim ESC vertrat, unzensiert und in häufiger Frequenz behauptet „f*** with your ex is the best“.

Nein, nein nein, es folgt Francesca Michielin, die Vertreterin Italiens aus 2016. Sie weckt beste Erinnerungen an ihren Powersing „No Degree Of Separation“ und das so intensive, dass sie uns ihr „progressives“ blau-weißes Jeanshemd im Batik-Style vergessen lässt. Im Hintergrund steht ein Druck von drei nackten Botticelli Frauen, das muss man erstmal kombinieren können.

Francesca beweist nach dem Auftritten von Elijca und Peona endgültig, dass dieses „Home Format“ strahlenden Frauen mit starken Stimmen besonders zu liegen scheint. Auch sie hat sich selbst am Klavier begeistert und in der überzeugenden und glaubwürdigen Schlichtheit und stimmstarken Intensität war dies STRIKING.

William und Deban melden sich mit einer Zugabe – aus 1970!!!! Dana (ohne International) singt ihren Evergreen „All kinds of everything“ mit Musikern aus ganz Irland im Spit-Screen. Das ist wunderschön und ich verdränge erfolgreich die Ausfälle, die mir von Danas Nach-ESC politischen Karriere zunächst in den Sinn kamen.

Der Song wurde zum 50sten AKOE-Jubiläum aufgenommen und im Anschluss dankt Dana all denen, die jetzt in der Corina-Krise daran mitwirken, diese gemeinsam zu bewältigen.

Was für ein emotionaler Abschluss eines Wiwi Jam Liveblog Abends, der so viel besser war als erwartet. Erstens war er bei aller Fülle mit drei Stünden kürzer als prognostiziert (Hallo Benni, hallo Dennis, sowas kann klappen) und zweitens aufgrund der unterschiedlichen Clip-Inszenierungen viiiiiiel abwechselungsreicher als die EHC-Serie.

Ana aus Slovenien fehlte leider, das waren aus meiner ganz subjektiven Sicht die Highlights zum Wiedersehen später auf youtube heute. Nacht

  1. Eden Alene
  2. Alicja
  3. Michael Rice
  4. Ester
  5. Dami

Niemals hätte ich vorher vermutet, dass mir diese Acts am besten gefallen. Einmal mehr beweist das, dass es megaschwer ist, einen Jahrgang zu bewerten, wenn man die Songs nicht live auf der ESC-Bühne erlebt hat.

Es hat sich unbedingt gelohnt, den Wiwi Jam at Home „live“ zu erleben und ich danke allen, die mit mir dabei waren. Weil es dramaturgisch spitz und schnell zuging, konnte ich Eure Kommentare und auch die 47 Meldungen in der ESC kompakt Whatsapp Gruppe noch nicht lesen, das mache ich jetzt als Nächstes.

Ich programmiere jetzt „Voda“ in Dauerschleife und wünsche Euch allen eine beschwingte Nacht. Wir „sehen“ uns bereits am Freitag zum Livebloggen des letzten EHC wieder und dann am Wochenende sowieso.

Und an alle Hamburger in der City: Ein Ausflug zur Elphi lohnt sich. In einer Viertelstunde ist „Lichtprobe“ für die Landmark-Bestrahlung von außen für „Europa Shine A Light“ am Samstag (ganz vertraulich ganz unter uns).


116 Kommentare

  1. So noch ein Unplugged und ich werde Fan von Go-A
    Ich mag den Song eigentlich garnicht….aber das gibt sich langsam 😊

  2. Wenn ich mich diese Frau aus Lettland noch einmal anschreit, raste ich aus.
    Ich will das die weg geht und nie wieder kommt 🤮

  3. Geht doch. Ok einige negative Aspekte sitzend und warum wieder diese Frisur? Aber sonst echt hat mich Ben Dolic überrascht

  4. Schöne Version von ‚Replay‘. Und Tamta sieht klasse aus mit den Blumenkranz. Besser als das schreckliche Outfit beim ESC.

  5. Ich bin zwar spät eingestiegen, aber es war abwechslungsreich und kein Ultra-Marathon.

    Keine, Maruv und Dana höre ich mir jetzt nochmal an.

    Gute Nacht liebe ESC kompakt Gemeinde.

  6. Die Elphi wird Samstag angestrahlt? Schönes Gebäude, aber schade dass der Kölner Dom wohl schon gebucht war ;-).

  7. Nachdem ich gestern nur kurz reingezappt habe, hörte ich mir nun die ganze Länge des WiwiJam an.
    Meine Highlights:
    Dana- überragender Abschluss mit etwas Sentimentalität
    AWS- Profis am Werk- „Viszlat nyar“ wie man es besser nicht darbieten kann
    Keiino- Übrigens mit Albumveröffentlichung und Home Concert am Freitag
    Lesley Roy- „Bulletproof“ von ihr gefällt mir deutlich besser als von Dotter
    Michael Rice- auch wenn „Bigger than us“ nur mittelmäßig war, Michael als Sänger hats echt drauf
    Eden Alene- ansteckend fröhliches „Feker Libi“
    Go_A- überraschend schöne zurückgenommene Version von Solovey
    Samanta Tina- gibt anscheinend immer 100%, auch wenns nur eine Home- Performance ist
    Sara de Blue, Dami Im und Victoria- die besten Stimmen des Abends

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