
Die im letzten Jahr gestrichene Trostrunde Andra Chansen sorgt bei den Machern weiter für Kopfschmerzen. Nachdem im Vorfeld des diesjährigen Melodifestivalen die sogenannte Finalkval(ifikation) als Anhängsel der fünften Vorrunde bereits optimiert worden war, wurden nun weitere Änderungen bekanntgegeben. Damit soll der ohnehin vorhandene Vorteil des Drittplatzierten in der fünften Vorrunde etwas reduziert und so mehr Gerechtigkeit geschaffen werden. Davon könnten unter anderem Dolly Style (Aufmacherbild) profitieren.
Bis einschließlich 2023 gab es beim Melodifestivalen mit Andra Chansen (Die zweite Chance) eine eigenständige Sendung, in der die Dritt- und Viertplatzierten unter sich ausmachten, wer die verbliebenen vier Finalplätze bekommt. Die Show war immer etwas weniger attraktiv für die Zuschauer*innen, so dass nach dem Abgang von Christer Björkman kurzer Prozess gemacht und Andra Chansen abgeschafft wurde.
Stattdessen folgt nun direkt im Anschluss an die fünfte Vorrunde noch eine halbstündige Finalkval. Hier gab es 2024 einen Schnelldurchlauf mit allen Dritt- und Viertplatzierten. Die Punkte aus der jeweiligen Vorrunde wurden umgerechnet und dann zu denen addiert, die nach dem Schnelldurchlauf in einem weiteren Abstimmungsvorgang erzielt wurden. Da sich dabei – nicht ganz überraschend – die beiden Songs aus der gerade absolvierten fünften Vorrunde für das Finale qualifizierten, gab es laute Kritik.
In diesem Jahr optimierte man das System insoweit, dass die Viertplatzierten gar nicht mehr in die Finalkval kommen, sondern nur noch die Drittplatzierten. Für diese gibt es am Samstag ein zweistufiges Auswahlsystem: In der ersten Runde werden die Stimmen, die die Künstler*innen aus ihren Vorrunden mitbringen, in Punkte umgewandelt, wobei insgesamt 1.000 Punkte auf die fünf verschiedenen Acts verteilt werden. Derjenige, der die höchste Punktzahl erreicht, erhält sofort einen Platz im Finale.
Die verbliebenen vier Acts stehen anschließend erneut zur Wahl. Die Stimmen, die sie dabei erhalten, sollten zunächst wieder anteilig auf 1.000 Punkte aufgeteilt und mit den anderen Punkten aufaddiert werden. Der Beitrag, der so die meisten Punkte hat, würde dann als weiterer Act ins Finale einziehen.
Aftonbladet hat nun darauf hingewiesen, dass dieses Vorgehen bei der Abstimmung über die verbliebenen vier Beiträge den Act aus der fünfte Vorrunde möglicherweise bevorteilen würde. Denn da sich nur noch vier Beiträge die 1.000 Punkte teilen, haben die Punkte aus dem Televoting bei der Finalkval 20% mehr Gewicht, als die Punkte, die sich auf Basis der erreichten Stimmen in den Vorrunden ergeben haben. Da teilten sich ja noch fünf Beiträge die 1.000 Punkte (also 200 im Schnitt pro Song vs. 250 im Schnitt bei vier Beiträgen).
Daher hat das schwedische Fernsehen die Regeln angepasst und die Anzahl der Punkte aus dem Televoting auf 800 reduziert. Dazu sagte Anders Wistbacka, der Projektmanager des Melodifestivalen, dem Aftonbladet:
„Offensichtlich hatten wir das übersehen. Wir machen immer Evaluierungen und wir hätten bis nach der Saison warten können, aber wir dachten: ‚Warum?‘ Jetzt wissen wir es schon. Wir denken, dass es besser ist, die Änderung jetzt vorzunehmen.“
Die nicht ganz leicht nachvollziehbare Änderung des ohnehin komplexen Punktesystems soll in der Sendung am Samstag nicht thematisiert werden. Wistbacka:
„Es ist ein sehr schwieriges Gleichgewicht, denn sobald man den Leuten die genauen Regeln erklärt, wird das Fernsehen sehr langweilig, aber gleichzeitig ist es wichtig, dass die Zuschauer verstehen, was vor sich geht. Wir werden ihnen sagen, dass das Ergebnis auf der Anzahl der Stimmen basiert. Ich denke, es reicht, wenn der Zuschauer versteht, dass ich viele Male anrufen oder (in der Mello-App, Anm. d. Red.) drücken muss, damit mein Favorit ins Finale kommt.“
Aus den bereits absolvierten vier Vorrunden haben sich die Drittplatzierten Meira Omar, Kaliffa, Dolly Style und Ella Tiritiello für die Finalkval qualifiziert. In der Vorrunde am Samstag kommt dann ein fünfter Beitrag hinzu. Sobald das Ergebnis der Vorrunde feststeht, wird das oben beschriebene Verfahren angewandt. Gegen 22:00 Uhr wissen wir, welche beiden Acts das Starterfeld des Finales des Melodifestivalen am 8. März vervollständigen.
Wie findest Du die Änderung bei der Finalkval des Melodifestivalen in Schweden? Ist das eine sinnvolle Anpassung, die zu mehr Gerechtigkeit führen kann? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
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Wie kann man mitten im Wettbewerb einfach die Regeln ändern? 😡😉
Hochgradig unprofessionell! Man stelle sich einmal vor, sowas würde Schule machen und auch in anderen Vorentscheidungen passieren!
Skandalös!
😂
Was für einen Aufschrei es wohl geben würde, wenn dies bei einem deutschen Vorentscheid passieren würde! 😉
Wenigstens sind wir in bester Gesellschaft. Jetzt macht das nicht nur Valentina Monettas kleines Königreich sondern auch der vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft alleinige ESC-Rekordsieger (falls der Zelmerlöw entgegen den Erwartungen sicherlich nicht Weniger doch nicht den ESC gewinnt oder ihm gar Kaj oder sonstwer in der Erdbeerarena in die Parade fahren/fährt oder Irland 2026 einen noch größeren Geniestreich auspackt als Doomsday Blue).
Deutschland hat es vorgemacht
Was soll das alles?
Cheffe erobert Europa. 😱😱😱
Fazit:
Wenn Schweden eine Regeländerung beim Melodifestivalen durchführt ist das richtig, aber eine Regeländerung durch Stefan Raab bei der Chefsache ESC 2025 ist falsch. 😉
Immerhin dürfen die Schweden in allen Runden mitbestimmen 😉
Ist es eigentlich nicht egal wer noch weiter kommt? Der Sieger steht wohl leider eh schon fest.
Vielen Dank fürs Aufdröseln, Douze Points! Am liebsten würde ich ja wieder zur Andra Chansen zurückkehren. 😅
Ich habe hier ein déjà vu … woher kommt mir das bekannt vor?
„Finalqual“ – perfekte Beschreibung eines MF-Finales.
Müssen sie alles den Deutschen nach machen.😁
Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Finalkval eine Zukunft hat. Zumindest hat sie morgen ihre „Andra Chansen“. Wenn sich der drittplatzierte Beitrag des morgigen Abends über diesen Weg qualifiziert, wird ihm wohl das unrühmliche Anhängsel anhaften, einen Vorteil zu haben, da er noch frisch in Erinnerung war. Zumindest versucht man nicht mehr, die vorherigen Vorrundenauftritte wieder zu verstecken (dass so etwas in der heutigen Zeit noch funktioniert hat…).
Wahrscheinlich muss man notgedrungen die Andra-Chansen-Runde wiedereinführen oder die Zahl der Startplätze in jeder Vorrunde wieder auf sieben oder wie in früheren Jahren acht erhöhen und davon drei ins Finale lassen, wobei ich mir nicht sicher bin wie hoch die Bereitschaft dazu ist, das Melodifestivalen um eine Woche zu verkürzen.
Verstehe das ganze eh nicht so ganz. 5 Vorrunden mit je zwei Qualifizierten von 6 ergibt mit 10 Beiträgen doch eine gute Anzahl. Warum muss es auf Biegen und Brechen noch 2 weitere geben? Ansonsten könnte man sagen, dass die 2 Beiträge mit der prozentual höchsten Stimmanteil qualifiziert sind. Aber die Schweden hatten schon immer ein Händchen für komplizierte Abstimmungsmodi
Besser ist das.
Da entstehen Knoten im Kopf, die niemand mehr entzerren kann.
Ich finde so Second Chance Runde spannend, aber bei diesem Verfahren ist es wirr. Da würde die drittplatzierten einfach so ins Finale wählen.
Man hätte Andra Chansen nicht abschaffen sollen , das jetzt ist doch eigentlich der größte Quatsch. Andra Chansen hatte jedenfalls noch etwas Spannung.
mein lösungsvorschlag ist ganz einfach – entweder zurück zur alten bewährten trostrunde oder man bestimmt in jeden semi sofort alle finalisten = 3 aus 6 oder 7 acts.
stattdessen wird weiter rumgeeiert und das kommt mir sehr bekannt vor.
–
mittlerweile führen die saunajungs mit 827000 hits aber die revolutionsarmee von mans leistet zumindest der bubble jetzt heftigen widerstand denn es soll schließlich alles so bleiben wie es ist.😃
Ich denke, man muss beim Blick auf die Streams auch immer bedenken, dass dort die jüngere Generation tendenziell überrepräsentiert ist. Das Votingsystem beim Mello belohnt mittlerweile aber Acts, die in allen Altersklassen gleichermaßen gut ankommen.
Es wäre irgendwie cool, wenn KAJ tatsächlich um den Sieg mitspielen könnten, ich kann mir das aber momentan nicht so wirklich vorstellen – auch wegen der internationalen Jury, die Måns wohl nach vorne setzen wird.
es wird dann darauf ankommen,welche art von „juryisten“ beim melo aufschlagen.
sind die handverlesen um bestimmte dinge zu steuern?
ich weiss es nicht aber na klar gerade die schwedenkenner (aus schweden) im internationalen bereich zeigen sich nach wie vor überzeugt,daß mans melo haushoch gewinnen wird.
Finalkval .. finde ich so missdeutlich!
Gerade im letzten Jahr war es wirklich eine Finalqual. Mir tut es immer noch um die drittplatzierte Fröken Snusk, die viertplatzierten Scarlet und auch die fünftplatzierte Gunilla Persson sehr leid. Ich hätte alle drei gerne im Finale gesehen, aber es konnten nur zwei weiterkommen.
Für Mello-Verhältnisse waren das ziemlich ausgefallene Lieder. Noch einen Schritt weiter gedacht: Sowohl mit einer Entscheidung für Unga & fria als auch für Circus X für den ESC hätten die Schweden für ihre Verhältnisse viel Mut bewiesen. Stattdessen kamen Sachen weiter, die ich schon wieder vergessen habe. 😬
Ich lese diese Rechen Beispiele und mein Kopf so ??????????
Wer dachte dies wäre eine gute Methode…
Die Stimmen aus den Vorrunden zu werten, kommt aber ggf. stark auf die Umstände aus der Vorrunde an (z. B. wie stark die Konkurrenz war). Abgesehen davon könnte man sich dieses System echt sparen. AC war wenigstens noch unterhaltsames Fernsehen, auch wenn man im Normalfall wusste, dass die im Finale chancenlos sind. Nun ist es weder spannendes Fernsehen noch sind irgendwelche Chancen da. Na ja, im Gegensatz zur Raab-Änderung wird die Regeländerung wenigstens bestimmt keine Auswirkung auf den Sieger haben.
Aber was ich mir echt wünsche, ist, dass die Schweden endlich von ihren Altersgruppen wegkommen.
Es wird wirklich eine „Finalqual“ – wenigstens für den Zuschauer.
Noch ne kurzfristige Regeländerung bei einer VE. Gibt’s dazu heute Abend auch noch ne Sondersendung?
ich finde es ok. So wie ich es verstanden habe, wird das Sytem nur fairer, da ansonsten die Teilnehmer im fünften Halbfinale einen Vorteil gehabt hätten.
Is mir egal, ich will, dass die Sauna-Männer gewinnen.
Dass das System fair ist, habt ihr genau so auch letztes Jahr gesagt 😀
Wirkt nach wie vor total unausgegoren. Ich schätze, man wird auch bald zum Andra Chansen zurückkehren, weil die jetzige Methode auch dieses Jahr wieder Kritik hervorrufen wird. Und das zurecht…es ist einfach dämlich.