Zweite Probe beim ESC 2022: Achille Lauro mit „Stripper“ für San Marino

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Für Achille Lauro gilt auf der ESC-Bühne auf jedem Fall das Motto „Mehr ist mehr“: auf den Fotos der ersten Probe von „Stripper“ haben wir schon gesehen, dass er einen Rodeo-Bullen, zwei Leuchtkäfige und sehr viel Pyro mitgebracht hat. Ob die Elemente auch im Bewegtbild funktionieren werden oder es „too much“ ist, wird die zweite Proben zeigen.

Erster Probendurchlauf

Achille hat eine eigene LED-Wand mitgebracht. Weiße Hände rutschen einen roten Hintergrund hinunter und hinterlassen Kratzspuren.

Dann sehen wir Achille zum ersten Mal in seinem durscheinenden Glitzerbody mit Federboa.

Links und rechts auf der Bühne stehen zwei silberne Glitzerkäfige, in einem davon steht ein Keyboarder, im anderen der Schlagzeuger.

Achille nähert sich seinem Gitarristen und die beiden tanzen aufreizend miteinander. Hier haben wir das männliche Pendant zu Albanien.

Im Laufe der Performance entledigt sich Achille lasziv der Federboa.

Sein Gitarrist wälzt sich fast genauso auf dem Boden wie die albanische Tänzerin.

Den letzten Refrain singt er dann auf dem Bullen, der sich im Takt bewegt.

Zweiter Probendurchlauf

Man sieht die Silhouette von Achille schon zu Anfang in dem LED-Screen.

Auf dem Boden erscheinen große rote Augen, die man dann auch später im Backdrop sehen kann.

Achille reitet nicht nur den Bullen, sondern vorher schon fast seinen Gitarristen.

Wenn die EBU mit dieser Performance keine Probleme hat, mit der albanischen aber schon, dann muss man sich schon fragen, ob hier bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird.

Dritter Probendurchlauf

Spannend, kurz sehen wir zwischen den Probendurchläufen die Bilder auf allen 24 Kameras und es steht sogar dabei wer der Kameramann oder die Kamerafrau ist.

Im Dritten Bodenlauf kommt zu Anfang sehr viel Bodennebel zum Einsatz.

Nach der „Interaktion“ mit dem Gitarristen gibt es eine schöne Einstellung, in der man die Schemen von Achille und vom Gitarristen als Schattenfiguren zieht.

Falsche Kameraeinstellung, man sieht wie Achille sich mühsam auf den Bullen zieht. Es rennt auch noch immer mal ein Kameramann durchs Bild.

Fazit: Es passiert sehr viel und Achille ist einfach Achille: provozierend und „over the top“. Insgesamt würde ich der Inszenierung das Attribut „much“, aber nicht „too much“, verpassen.

Über die zweite Probe San Marinos sprechen wir heute Abend um 21 Uhr in unserem in der ersten Probenwoche täglichen ESC Kompakt LIVE auf YouTube.


15 Kommentare

  1. Ich finde das Lied eher langweilig, aber das könnte schon ein unterhaltsames Spektakel werden.

    Bzgl. Albanien und San Marino habe ich mir die Frage, die Berenike aufwirft, bereits nach den spärlichen Infos über die ersten Proben gestellt.

  2. HM, das wäre mir im Finale deutlich lieber als Aserbaidschan oder Australien, Malta habe ich leider immer mehr auf dem Schirm….

    Es wäre wünschenswert, daß es einer der „schrägen“ Beiträge von zweiten Semi schafft, also Georgien, San Marino oder Rumänien.

  3. Hm, könnte allerdings neben Konstrakta beim Televoting sehr stark abschneiden….

    Zwei Plätze in meinem Tipp für das Semi am Donnerstag wären derzeit noch frei. Mal sehen…

  4. Das Staging sieht gut aus, aber im YT-Clip fand ich es jetzt auch nicht so übermäßig spektakulär (war aber vielleicht auch ein unpassender Ausschnitt). Ob das genug ist, um den durchschnittlichen Song zu retten?

  5. Wenn Achille den Gitarristen reitet und Ronela sich auf dem Bühnenboden räkelt wie ne „Wildsau“ fände ich beides sehr grenzwertig. Es gucken auch Kinder zu, gerade zu Beginn.
    Das Problem bei Ronela ist zum einen das keiner sowas erwartet hat und es auch zum Song nicht passt finde ich im Gegensatz zu Achille. Und natürlich dürfen beide anziehen was sie wollen es sollte aber so sein das man sich nicht fremdschämen muss. Ronela darf mit ihrer tollen kräftigen Figur ruhig Bikini tragen aber es hätte was hochwertiges sein müssen was etwas für ihre Figur tut und das ganze nicht billig aussehen lässt.
    In gewisserweise ist das aber auch Körperkunst und warten wir mal ab wie das insgesamt aussieht

  6. Könnte in der Tat genug Anhänger finde, dass es (wenn auch knapp) fürs Finale langt.
    Das Lied finde ich mittlerweile auch ganz hübsch.🙂

  7. Wie tief können Menschen sinken, nur um aufzufallen… Albanien und San Marino haben einfach keine Fantasie und setzen deswegen auf Sex und Ästhetik der Hässlichkeit. Der absolute Kontrast dazu ist Serbien. Das ist vielschichtig, kreativ, witzig, unterhaltsam und ernst zugleich. Und auch Norwegen finde ich sehr kreativ und cool.

    • zum glück sind geschmäcker verschieden, achille wird den final erreichen und sogar für überraschungen sorgen und du hast von kultur und musik nicht viel ahnung, berlin

  8. Ich denk bei ihm immer Sohn aus reichem Hause, der umbedingt Aufmerksamkeit haben will. Schade, dass er das nicht mit seiner für mich meist langweiligen Musik schafft. Zirkusnummer.

  9. Mal ne blöde Frage: Was hat denn nun der Reitbulle mit dem Lied zu tun? Die von San Marino müssen schon sehr verzweifelt sein, wenn sie zu solch absolut billigen Mitteln greifen müssen. Ähnlich wie die Puffveranstaltung aus Albanien. Niveau ist keine Marke von Nivea.

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