Das war Eurovision in Concert 2022 – Fotos und Videos von DEM ESC-Pre-Event des Jahres

Am vergangenen Samstag fand mit Eurovision in Concert das größte und bekannteste Pre-Event der ESC-Saison statt. Über den Pressenachmittag im Vorfeld der eigentlichen Veranstaltung haben wir schon berichtet. Wie schon seit einigen Jahren war auch in 2022 wieder AFAS Live im Süden von Amsterdam Ort des Geschehens.

Das Konzert begann mit einer leichten zeitlichen Verzögerung, aber dafür gleich mit einem echten Highlight. Auf der Bühne standen nacheinander die niederländischen ESC-Legenden Maggie MacNeal, Marga „Marcha“ Bult, Getty Kaspers (von Teach-In) und Linda Wagenmakers und sangen ihre ESC-Hits („Amsterdam“,“Rechtop in de wind“, „Ding-a-dong“ und „No Goodbyes“). Im Anschluss daran sangen Maggie und Marcha noch gemeinsam ein Medley aus „Ik zie een ster“ und „De troubadour“. Das gab ein herrlich schönes Retro-Feeling und die gesamte Halle war direkt auf Betriebstemperatur.

Getty Kaspers
Linda Wagenmakers
Maggie MacNeal & Marga „Marcha“ Bult

Danach kamen dann die beiden ModeratorInnen Edsilia Rombley, zweifache ESC-Teilnehmerin und Moderatorin des ESC 2021 in Rotterdam, und Cornald Maas, ESC-Kommentator, auf die Bühne und führten von da an mit kurzweiligen Moderationen durch den Abend.

Als erster Act des aktuellen ESC-Jahrgangs durfte WRS aus Rumänien auf die Bühne und sorgte direkt für gute Stimmung. Geht es Euch auch so, dass Ihr Euch „Llámame“ langsam schön gehört habt? Das wirkte auch alles nicht mehr ganz so billig wie noch in der rumänischen Vorentscheidung. Danach fielen die isländischen Schwestern leider etwas ab, so richtig transportierte sich das Gefühl ihres Beitrags in der großen Halle nicht.

Emma Muscat aus Malta zeigte im Anschluss, dass sich ihr sehr gut gesungenes „I Am What I Am“ trotz bestenfalls durchwachsener Kritiken durchaus als Fan-Hymne in der Arena bzw. im EuroClub eignet. Auch Jérémie Makiese kam sehr gut an, bei seinem „Miss You“ gab es sogar Zwischenapplaus.

Danach war es schon Zeit für eines der Highlights. Auch wenn sich Ronela aus Albanien später über die Tonprobleme während ihres Auftritts sehr geärgert haben soll, ließ sie sich auf der Bühne davon überhaupt nichts anmerken. Sie ist eine echte Rampensau und könnte sich in Turin wohl auch mit einer drei-minütigen Performance gänzlich ohne Musik ins Finale befördern.

Es folgte ein Block mit vier Beiträgen, die aktuell allesamt nicht sonderlich hoch gewettet werden und auch bei Eurovision in Concert eher unauffällig vorbeirauschten. Zu „That’s Rich“ aus Irland wurde zwar ordentlich gefeiert und das Intelligent Music Project aus Bulgarien gewinnt live auf jeden Fall auch ordentlich dazu, vor allem Slowenien und Kroatien müssen bis Turin aber wirklich noch eine Schippe drauflegen.

Da kamen Stefan aus Estland und We Are Domi aus Tschechien schon deutlich besser an. Vor allem Stefan weiß schon sehr genau, wie er mit dem Publikum spielen muss, um euphorische Reaktionen zu erzeugen.

Die erste Hälfte der Auftritte wurde abgerundet von zwei richtigen Party-Songs. Sowohl Lettland als auch Moldau (nur zu dritt auf der Bühne) kamen beim Konzert extrem gut an, sorgten für Stimmung und entließen das Publikum gut gelaunt in eine zwanzig-minütige Pause. „Eat Your Salad“ gab es sogar in einer Special-Extended-Live-Version und bei „Trenuleţul“ gab es Konfettiregen. Mehr ist mehr.

Nach der Pause folgte dann mit ESC-Siegerin Loreen aus Schweden ein weiterer Gaststar. Sie eröffnete ihr Set mit „My Heart Is Refusing Me“ und endete mit ihrem Gewinnerlied „Euphoria“. Das Publikum in AFAS Live macht außerdem deutlich, dass es sich Loreen auch erneut auf der ESC-Bühne vorstellen könnte und die Sängerin selbst schien nicht abgeneigt. Das schreit ja fast nach einem Mello-Comeback im kommenden Jahr.

Im Anschluss folgten Reddi aus Dänemark mit einer sehr guten Liveinterpretation von „The Show“ und danach schon Deutschlands Malik Harris, der neben seiner Gitarre auch die Seifenblasen von Emily Roberts mit auf die Amsterdamer Bühne gebracht hatte. Die meisten Fans waren später der Meinung, dass das seine bisher stärkste Performance im Rahmen der ESC-Pre-Show-Tour war.

„Fulenn“ aus Frankreich wirkte in der Halle extrem kraftvoll und kam sehr gut an. Vladana aus Montenegro sang zwar sehr gut, fiel gegen die meisten anderen Acts allerdings doch eher ab.

Im Anschluss daran sorgte dann zunächst Chanel aus Spanien mit einer wieder mal perfekten Show für Begeisterungsstürme bei den Fans – ebenso wie Sam Ryder, der durch seinen Charme ebenso zu überzeugen weiß wie durch seine geniale Stimme.

Mit Armenien und Polen gab es danach erstmal wieder eine kurze Verschnaufpause. Sowohl Ochman als auch Rosa Linn lieferten zwar eine solide Performance, für die ganz große Ekstase sorgten aber beide nicht – Ochman aber immerhin für ein Lichtermeer..

Nach dieser kurzen Ruhephase folgten dann wieder zwei absolute Partykracher, die auch in Amsterdam für sehr viel Jubel und Applaus sorgten. Subwoolfer aus Norwegen spielten „Give That Wolf A Banana“ in einer Special Version, LUM!X und Pia Maria aus Österreich wirkten schon sehr viel stärker als noch zwei Tage zuvor bei „Israel Calling“.

Im Anschluss kam dann aber das emotionale Highlight des Abends: Dass das Kalush Orchestra wirklich angereist war und so auch ein Zeichen dafür setzte, dass sich die Ukraine nicht unterkriegen lässt, sorgte für Gänsehaut. Das kurze Gespräch mit den beiden Moderator*innen könnt Ihr unten im Video sehen, ebenso wie die Live-Performance ihres ESC-Beitrags „Stefania“.

Auch die letzten drei Auftritte des Abends kamen beim Publikum überdurchschnittlich an: Monika Liu aus Litauen spielte wieder gekonnt mit dem Publikum. The Rasmus brachten die Halle zum Kochen und lieferten echte Rock-Konzert-Atmosphäre – um uns rum hüpften alle zum Refrain von „Jezebel“. Und S10 aus den Niederlanden wurde bei ihrem Heimspiel natürlich frenetisch gefeiert, lieferte aber auch eine tolle Performance.

Am Ende gab es dann noch eine echte Neuigkeit: Eurovision in Concert 2023 wird am 15. April des kommenden Jahres stattfinden. Das Event solltet Ihr Euch definitiv nicht entgehen lassen und Euch den Termin am besten schon jetzt vormerken.

Zum Schluss hier noch meine – ganz subjektive – Top 6 der besten Auftritte des Abends (ohne Gaststars):

  1. Finnland: The Rasmus – Jezebel
  2. Norwegen: Subwoolfer – Give That Wolf A Banana
  3. Großbritannien: Sam Ryder – SPACE MAN
  4. Albanien: Ronela Hajati – Sekret
  5. Frankreich: Alvan & Ahez – Fulenn
  6. Dänemark: Reddi – The Show

Was waren Eure Eindrücke von Eurovision in Concert in Amsterdam? Schreibt uns Eure Meinung gerne in die Kommentare.


30 Kommentare

  1. Im Beitrag steht „Sie ist eine echte Rampensau und könnte sich in Rotterdam wohl auch mit einer drei minütigen Performance gänzlich ohne Musik ins Finale befördern.“. Der esc findet in Turin statt

  2. Ich war ja jetzt nicht dabei, so dass ich nichts zum Event selbst sagen kann.

    Aber nachdem ich Euren Artikel durchgelesen habe muss ich sagen, dass ich wahnsinnig gespannt auf Jeremy Makiese als Mensch bin. Sein Song finde ich top und landet meiner Meinung nach in den Top 5.

    Gespannt bin ich bei Jeremy Makiese als Mensch an und für sich einfach deswegen, weil ich ihn über die wenigen Youtube-Schnipsel, die ich über ihn gefunden habe nicht einschätzen kann. Bezugnehmend auf seine Sympathie zwar definitiv. Ich finde ich sehr sympathisch. Aber sonst ? Ist er schüchtern, ist er selbstbewusst aber einfach ein introvertierter Mensch ? Hier verlässt mich meine Empathiefähigkeit.

    Aber eine vollumfängliche Sympathie, die darüber hinaus auch sehr natürlich rüberkommt, kann ich ihm nicht absprechen.

  3. Tolle Bilder, danke schön für den schönen Bericht.😊
    Freut mich auch, dass Ronela so gut angekommen ist.

    Sollte Malik nicht auch dort auftreten? Oder bin ich falsch?

  4. Obwohl Malik in Amsterdam seinen besten Auftritt hatte, geht es für Deutschland bei den Wettanbietern abwärts, und zwar auf den 27. Platz und bei den Fanumfragen von INFE und OGAE folgt punktemäßig für unseren Beitrag eine Nullpunkterunde auf die andere. Im Finale wird uns wohl die eine und andere Jury vor einem Nullpunkteresultat bewahren (wenn überhaupt).

    • Ist so nicht ganz korrekt – INFE und OGAE hat bereits jeweils 2 Punkte an Malik vergeben (Tschech. Republik und Lettland). Also eine Nullpunkterunde nach der anderen stimmt nicht. Schau nochmal genau nach =)

  5. Ich bin buchstäblich Hin und Weg was Ronella angeht
    Ich höre am Tag mindestens 5x oder mehr Mega Gesang dazu geile Sound rettet mir denn Tag als selbständige !
    Ich Wünsche Sie würde dann ESC gewinnen , i
    Zum ersten mal wünsche Albanien den Sieg

  6. „Halo“ jetzt mit lauteren Backing Vocals, gute Idee im schwedischen Sinne.

    Von Ronela habt ihr keine eigene Hörprobe oder hab ich die aus Versehen überscrollt?

  7. Danke für den Bericht, einen kleinen Fehler hab ich entdeckt:
    „Sowohl Estland als auch Moldau“ sollte eigentlich „Sowohl Lettland als auch Moldau“ heißen.

    Bin von Pia Maria weiterhin nicht überzeugt. „Halo“ klingt jetzt besser als in Israel (schlechter geht ja gar nicht), aber da hört man doch recht starke Unterstützung von den aufgenommenen Backing- Vocals raus.
    Wird dann wohl auch in Turin so bleiben.

  8. Die Show sieht wohl doch ganz passabel aus. Dennoch bin ich von diesen Pre-Partys nie ganz begeistert, weil sie auf mich häufig ziemlich lieblos gemacht wirken. Der Auftritt der alten Garde holländischer Schlager schein jedenfalls ein Highlight gewesen zu sein. Und wenn ich das Bild von der Zuschauermenge sehe, scheint Corona inzwischen vergessen. Fast wünschte ich, es wäre alles wieder wie vor ~zwei Jahren. (Stand heute weiß ich ohnehin nicht, ob ich als Zuschauer je wieder in so eine Show kann, mich wundert es, wie ich das 2018 geschafft habe).

  9. Mein persönliches Highlight des Abends war
    Albanien, Moldawien, Frankreich, Niederlande, UK.
    Es war toll endlich eine volle Halle mit lauter gut gelaunten Leuten zu erlernen. Ich war total heiser und hatte wunde Füße vom Tanzen. Sonntag in Amsterdam haben wir die Jungs aus der Ukraine auch nochmal auf der Friedensdemo gesehen und in einem Süßwarenladen lief Brividi.Gerne nächstes Jahr wieder.

  10. Bulgarien, Slowenien und Kroatien sind Kandidaten für die Letzten Plätze.Pia war Klasse und bin mir sicher das sie ins Finale kommen. Cornelia , Orchman, Rosa Linn, Ronala Hajati, Sheldon , S 10 , Subwoofer , Channel , Ahlavez und Avez Klasse.

  11. Dafür, dass Malik bis dahin kaum bekannt war und dass er auf der Bühne alles alleine reißen muss, macht er seine Sache ganz gut. Aber leider ist sein Lied zu schwerfällig, der Funke springt einfach nicht über.
    Dann habe ich mir noch meine 0-Nummer aus Großbritannien angesehen, weil ich mich amüsieren wollte, aber nein, der Mensch steht offensichtlich nicht zum ersten Mal auf der Bühne. Das war schon nicht schlecht gemacht.

  12. Laut wiwibloggs Abstimung hatte Ochman bester Live Performance, der hat also doch für Ekstase gesorgt. Sam Ryder war auch sehr gut und Frankreich in Israel eine riesige Enttäuschung.

  13. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal in Amsterdam dabei und wir haben schon beschlossen, dass es jetzt jedes Jahr nach Amsterdam gehen wird. Eine sehr tolle Show mit mega Stimmung, habe ich jetzt schon so lange nicht mehr erleben können. Zwar bin ich mittlerweile wie zu erwarten krank (Corona Test bisher noch negativ 😂), aber dafür hat es sich definitiv gelohnt.
    Meine persönliche Highlightliste ist sehr lang: Albanien, Spanien, Österreich, Norwegen, Irland, Ukraine, Polen, Rumänien, Finnland und auch Moldau fand ich live 1000 mal besser als in der Studioversion.
    Ganz klare Empfehlung von mir für alle, die überlegen nächstes Jahr auch hinzugehen 🙂

    • Dann gute Besserung und eine Frage: Wie hast du Österreich erlebt, da es da jetzt doch einige Zweifler zu geben scheint…? Danke

      • Danke 🙂 Österreich hörte sich deutlich besser als in Israel an, aber das Playback wurde auch ein wenig lauter gemacht und man hat ihren Livegesang nicht mehr soo gut gehört. Ich glaube aber trotzdem, dass sie ein wenig besser gesungen hat, bin sehr gespannt wie es auf der ESC Bühne wird.

  14. „…Loreen aus Schweden … eröffnete ihr Set mit ‚My Heart Is Refusing Me‘ und endete mit ihrem Gewinnerlied ‚Euphoria’…“ – Was waren denn die Lieder zwischen den genannten? Wahrscheinlich nichts. Diese Plastik-Diva hat ja nichts anderes als diese über 10 Jahre alten Titel.

  15. Vielen Dank für die tollen Fotos und den informativen Bericht. Klasse, dass ihr schon 4 Wochen vor dem ESC so toll in Live-Stimmung gekommen seid. Frankreich kommt richtig gut auf der großen Bühne in London konnte der Song gar nicht wirken.

  16. Bei den Odds ist Deutschland inzwischen auf dem 28. Platz angekommen. Wenn in zwei Wochen die Proben anfangen und Deutschland zeigt wieder einmal keine aufsehenerregende lnszenierung auf der Bühne ist das Fiasko vorprogrammiert und es endet so wie 2015 in Wien.

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