Live-Blog Albanien: Finale Festivali i Këngës 2019

Arilena Ara 58. Festivali i Këngës 2019 Albanien ESC 2020 Eurovision

Albanien sucht seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam und setzt dabei auf das altehrwürdige und wohlbewährte Festivali i Këngës. Zwei Halbfinale sind am vergangenen Donnerstag und Freitag bereits über die Bühne gegangen und heute wird dann zu später Stunde der erste Beitrag für den kommenden ESC feststehen. 20 Künstler sind in dieser 58. Ausgabe des Festivals an den Start gegangen, 12 davon sehen wir im heutigen Finale wieder. Den Verlauf der beiden bisherigen Shows könnt Ihr hier und hier in unseren Live-Chats nachvollziehen.

Das komplette Teilnehmerfeld und die Startreihenfolge für heute Abend sieht folgendermaßen aus:

  1. Valon Shehu – Kutia e Pandorës
  2. Sara Bajraktari – Ajër
  3. Robert Berisha – Ajo nuk është unë
  4. Tiri Gjoci – Me gotën bosh
  5. Bojken Lako – Malaseen
  6. Arilena Ara – Shaj
  7. Gena – Shqiponja e lirë
  8. Kamela Islamaj – Më ngjyros
  9. Albërie Hadërgjonaj – Ku ta gjej dikë ta dua
  10. Elvana Gjata – Me tana
  11. Olta Boka – Botë për dy
  12. Era Rusi – Eja merre

Als Favoritinnen gelten Arilena Ara (Aufmacherfoto) und Elvana Gjata, die in ihren jeweiligen Halbfinals die größte Resonanz unter den Fans erfahren haben. Mit Olta Boka steht außerdem eine ehemalige ESC-Teilnehmerin im Finale.

Offiziell angekündigter Beginn für das große Finale des 58. Festivali i Këngës heute Abend ist 21 Uhr. Die Erfahrung zeigt aber, dass es dann noch ein bisschen dauern wird, bis wir tatsächlich auch den ersten Wettbewerbsbeitrag hören werden. Im Pausenprogramm wird keine geringere als die ESC-Zweitplatzierte von 2018, Eleni Foureira aus Zypern, auftreten.

Das Ergebnis des Festivals wird zu 100% von einer Jury bestimmt, die aus diesen fünf Personen besteht:

  • Christer Björkman (Schweden)
  • Dimitris Kontopoulos (Griechenland)
  • Minga (Albanien)
  • Felix Bergsson (Island)
  • Rita Petro (Albanien)

Die Sendung wird hier live übertragen. Wir bloggen die Show an dieser Stelle live und Ihr könnt wie immer Eure Meinung und Eure Bewertungen in den Kommentaren abgeben.

Hallo, guten Abend und „Merry FiKmas“! Gleich beginnt das erste Vorentscheidungsfinale für den ESC 2020 und damit bieten wir hier auch den ersten Live-Blog der Saison an. Schön, dass Ihr dabei seid!

Noch läuft Werbung und so bleibt Zeit, die Modalitäten des Abend zu klären. DieserBlog kommt live aus Frankfurt am Main aka Mainhatten und wir werden zu zweit jeden der Beiträge mit bis zu 10 Punkten pro Person bewerten. Wenn Ihr mögt, vergebt doch ebenfalls Punkte nach diesem Schema in den Kommentaren.

Die Startreihenfolge für das Finale wurde erst heute Nachmittag bekanntgegeben, die Teilnehmerliste oben haben wir jetzt entsprechend aktualisiert. Aber lassen wir uns überraschen: In den beiden Semis haben die Albaner sich nicht wirklich an die vorher bekanntgegebene Reihenfolge gehalten.

Für FiK-Verhältnisse äußerst pünktlich beginnt die Show. Los geht es mit einem schön folkloristischen Balkanschlager mit vielen Trommeln und Tänzern, der von Moderatorin Alketa Vejsiu vorgetragen wird. Alketa, die in den vergangenen Shows schon durch ihre speziellen Outfits aufgefallen ist, trägt heute ein knallpinkes Outfit im Eiskunstlauf-Style mit auffälligem Fell-Accessoire. Wer kann, der kann.

Diesen Moment am Anfang der Show, wenn das Orchester zum ersten Mal aufspielt, habe ich in den letzten Tagen richtig lieben gelernt. Das ist wirklich kraftvoll und beeindruckend. Und jetzt kann es dann gerne auch losgehen.

Hat sie „Amsterdam“ gesagt? Naja, jetzt wird jedenfalls schon mal die Jury vorgestellt (siehe oben). Alketa sagt, sie habe gehört, Christer Björkman würde den kommenden ESC produzieren. Tut er natürlich nicht und schaut dementsprechend verwirrt.

Wunderbar, schon geht es los!

1. Valon Shehu – Kutia e Pandorës

Valon tritt ganz in schwarz auf. Dass Eugent Bushpepa den Song geschrieben hat, kann man definitiv hören. Das ist eine sehr kraftvolle Performance, auch wenn mir die Stellen nicht gefallen, an denen Valon extra schreit und seine Stimme so seltsam presst. Aber mit dem Orchester klingt das definitiv stark.

Bewertung: 7/20 Punkten.

2. Sara Bajraktari – Ajër

Sara im schwarzen Kleid mit weißem Gürtel. Zu Beginn singt sie sehr gefühlvoll und zerbrechlich. „Ajër“ ist irgendwo zwischen klassischer und Balkanballade und wird gegen Ende nochmal richtig kraftvoll – aber ist am Ende dann vielleicht doch etwas einfach gestrickt.

Bewertung: 12/20 Punkten.

Beim Festivali i Këngës scheinen sie sich heute tatsächlich an die bekanntgegebene Startreihenfolge zu halten – es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das macht es dem Live-Blogger doch gleich viel leichter 😉

3. Robert Berisha – Ajo nuk është unë

Robert versucht heute mit Brust und einem weitaufgeknöpften Hemd zu punkten. Der Bühnenhintergrund ist hier jetzt erstmals nicht dunkelblau, sondern rot. Dadurch wirkt diese Performance etwas lebendiger. Ansonsten ist der Song eine relativ klassische Balkanballade, tut nicht weh, aber ist auch nicht zwingend.

Bewertung: 11/20 Punkten.

4. Tiri Gjoci – Me gotën bosh

Männerballade nach Männerballade – Christer hatte bei der Startreihenfolge seine Finger wohl nicht im Spiel. Hier gibt es jetzt erstmals so etwas wie eine Choreografie. Tiri hat zwei Tänzerinnen dabei, eine in schwarz gekleidet, eine in weiß. Leider wird das von der Kamera nicht so gut eingefangen. Auch der Song ist eher langweilig.

Bewertung: 9/20 Punkten.

Das geht ja wirklich Schlag auf Schlag heute. Das ist nicht das Albanien, wie wir es kennen! (Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben)

5. Bojken Lako – Malaseen

Bojken steht wie gehabt im schwarzen Hoodie, mit modischer Sonnebrille und pinkgefärbten Haaren auf der Bühne. Eine echte Erscheinung! „Malaseen“ ist vielleicht der modernste Song bisher mit elektronischen Elementen (Laptops!). Dürfte für heute Abend dann aber doch etwas zu wenig eingängig sein.

Bewertung: 12/20 Punkten.

6. Arilena Ara – Shaj

Jetzt also die erste Favoritin des Abends. Arilena tritt wieder im schwarzen Kriegerinnen-Leder-Outfit auf. Stimmlich ist das beeindruckend und auch das Setting auf der Bühne ist gut durchdacht, vor allem die Beleuchtung mit den vielen Lichtspots. Manche würden sicherlich sagen, dass „Shaj“ eine typisch albanische Schrei-Ballade ist und hätten damit nicht unrecht. Aber es ist eben eine sehr starke Schrei-Ballade. Es gibt viel Applaus vom Publikum.

Bewertung: 14/20 Punkten.

Das Publikum ist völlig aus dem Häuschen und Arilena muss sogar extra nochmal auf die Bühne zurückkommen und eine kleine Ansprache halten. Sie dürfte heute Abend um den Sieg mitsingen. Wow, jetzt gibt es sogar noch „Arilena“-Sprechchöre. Ob sich die Juroren davon beeindrucken lassen?

Auch das gehört zum Festivali i Këngës: Jetzt werden die Sponsoren verlesen und vermutlich kommt dann jetzt auch gleich Werbung.

Jupp: Reklama.

So, Zeit für einen kurzen Zwischenstand. Unsere bisherige Top3 sieht so aus:

  1. Arilena (14/20)
  2. Sara (12/20)
    Bojken (12/20)

Und weiter geht’s. Moderatorin Alketa liest einen offensichtlich sehr ernsten und bedeutungsschweren Text vor, der musikalisch von Snow Patrols „Run“ untermalt wird. Irgendwie scheint es auch wieder um Politik zu gehen – und nun wird die Leona Lewis Version von „Run“ eingespielt. Es geht wohl um ein Gedenken…

So und nun kommt also auch der erste Interval-Act, eine Tanz-Performance. Hätte mich doch auch gewundert, wenn die Show hier jetzt ohne größere Verzögerungen weitergegangen wäre.

Alketa will heute wohl den Rekord der meisten Outfits einer Moderatorin während des Finales des Festivali i Këngës brechen. Sie ist auf einem guten Weg…

Achje, jetzt scheint mit Eleni Foureira gleich der nächste Pausenact zu kommen. Also, Eleni ist natürlich toll – aber warum ist jetzt Pause?

Nun denn, hier ist also Eleni Foureira, die Zweitplatzierte des ESC 2018 in Lissabon. Sie singt zunächst ihren Song „El Ritmo Psicodélico“. Der Auftritt soll insgesamt aber wohl knapp 12 Minuten dauern… Eleni dreht ja wieder richtig auf. Sie trägt ein hautenges Glitzer-Schneeleoparden-Outfit, ist erblondet und singt jetzt auch noch ihre Version von „Dancing Lasha Tumbai“. Es folgt ein 90er-Medley aus „Sweet Dreams“ und „What Is Love“. Von Letzterem und „Like A Prayer“ von Madonna scheint aber niemand eine Instrumental-Version gefunden zu haben, so dass Eleni einfach über die Original-Stimmen drüber singt. Ein etwas seltsames Konzept…

Ah, jetzt aber: „Fuego“. Jetzt schon ein Klassiker!

Jetzt gibt es natürlich noch einen kleinen Talk, Eleni kommt ja ursprünglich aus Albanien und scheint auch noch das eine oder andere Wort Albanisch zu sprechen, wechselt dann aber irgendwann auf Englisch. Eleni spricht dann auch noch über Flüchtlinge in Griechenland und darüber, dass Albanien doch endlich mal in die Top5 beim ESC kommen sollte.

Und es folgt: Reklama. Wir haben seit dem letzten Werbeblock also keinen einzigen Wettbewerbsbeitrag gehört.

So, mit neuem Outfit geht es weiter. Ob es jetzt endlich weitergeht?

7. Gena – Shqiponja e lirë

Gena hat leider starke Probleme mit seinem Mikrofon. Ansonsten ist dieses patriotische Rocker-meets-Seemann-Lied im Santiano-Stil ziemlich bombastisch und fällt dadurch auf. Mehr ist mehr! Und ein Ohrwurm ist es durch den Oh-oh-oh-Refrain auch.

Bewertung: 10/20 Punkten.

8. Kamela Islamaj – Më ngjyros

Kamela steht im weißen Hosenanzug mit goldenem Rock und Haube auf der Bühne. Sehr eigenwillige Kreation. Auch der Song ist etwas schwerfällig, aber Kamela ist eine tolle Sängerin und Performerin. Sie könnte ich mir gut auf der ESC-Bühne vorstellen, aber das hier ist vielleicht nicht der richtige Song dafür.

Bewertung: 7/20 Punkten.

9. Albërie Hadërgjonaj – Ku ta gjej dikë ta dua

An Albëries Song gefällt mir der Instrumentalteil am besten. Nicht, weil der Gesang schlecht wäre, sondern weil mir die Gesangsmelodie gar nichts gibt. Auch das Outfit finde ich seltsam künstlich und aufgesetzt. Man merkt außerdem, dass Albërie nicht an Kamelas Ausstrahlung herankommt.

Bewertung: 10/20 Punkten.

Und nun kommt die Favoritin…

10. Elvana Gjata – Me tana

Elvanas Outfit ist perfekt durchchoreografiert wie im ersten Halbfinale. Auch gesanglich ist das gut. „Me tana“ ist sicherlich der modernste Titel im heutigen Starterfeld – wie auch immer man das jetzt bewerten möchte. Diesmal hat Elvana ihr Tuch auch nicht verloren und deshalb klappt der Tanz zum Schluss auf dem Catwalk. Das Publikum ist aus dem Häuschen.

Bewertung: 16/20 Punkten.

Und jetzt stockt die Sendung, denn Elvana muss nochmal auf die Bühne und sich verbeugen. Aber auch der Arilena- Fanblock ist lautstark zu hören. Das wird wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen heute.

11. Olta Boka – Botë për dy

Olta Boka hat ihren Tänzer im Glas-Quader eingesperrt, den aber auch heute niemand geputzt hat. Ansonsten ist das eine kraftvolle Performance, obwohl der Song etwas sperrig ist. Da wird es wohl kein Wiedersehen beim ESC geben…

Bewertung: 12/20 Punkten.

12. Era Rusi – Eja merre

Damit sind wir schon beim letzten Beitrag des Abends angekommen. Era liefert einen wilden Ritt und einen echten Ohrwurm. Der Song macht Spaß, ist aber musikalisch eher Hausmannskost. Zum Schluss gibt es aber sogar noch eine Zugabe…

Bewertung: 14/20 Punkte.

Damit sind wir durch für heute – nur das Ergebnis fehlt noch. Die Juroren ziehen sich deshalb zurück. Wie lange es wohl dauern wird, bis wir das Ergebnis erfahren?

Nachdem Eleni Foureira schon vorhin ran durfte, muss Moderatorin Alketa jetzt eben selbst den Pausenact geben. Das macht sie aber ganz gut, singen kann sie also auch.

Aus Chronistenpflicht hier jetzt noch unsere endgültigen Top3 des heutigen Abend:

  1. Elvana (16/20)
  2. Arilena (14/20)
    Era Rusi (14/20)

Jetzt steht die zweite Gastkünstlerin des heutigen Abends auf der Bühne: Giusy Ferreri ist eine bekannte italienische Sängerin und hat auch schon dreimal am Sanremo-Festival teilgenommen. Nachdem sie gerade noch einen Song zusammen mit Moderatorin Alketa gesungen hat, darf Giusy nun bereits das dritte Lied zum besten geben.

Und sie singt und singt und singt…

Nun darf auch noch Ema Qazimi ran, die mehrmals am FiK teilgenommen hat.

So eigentlich sollte jetzt jeden Moment das Ergebnis kommen…eigentlich. Stattdessen redet Alketa und redet und redet… Was sie wohl alles erzählt?

Jetzt kommt Jonida Maliqi, die letztjährige Siegerin und diesjährige albanische ESC-Vertreterin auf die Bühne. Sie soll gleich die FiK-Trophäe überreichen. Dann kann es jetzt ja nicht mehr lange dauern… Jonida trägt ein Kleid, das an das von Glinda aus dem Musical „Wicked“ erinnert.

Jetzt werden die Finalisten auf die Bühne gebeten. Die Spannung steigt…wer gewinnt das 58. Festivali i Këngës? Es fehlt nur noch Christer Björkman, der als Jury-Vorsitzender das Ergebnis verkünden soll.

Auf dem dritten Platz landet Sara Bajraktari mit „Ajër“.

Favoritin Elvana ist nur auf dem zweiten Platz gelandet.

Und der albanische Act für den ESC 2020 in Rotterdam ist… Arilena Ara mit „Shaj“.

Das ist dann schon eine Überraschung, aber auch sehr verdient. Arilena darf jetzt natürlich auch nochmal ihren Song vortragen und wir dürfen gespannt sein, wie „Shaj“ in Rotterdam abschneiden wird.

Damit noch einen schönen Abend Euch allen und bis zum nächsten Live-Blog!


251 Kommentare

  1. Mit einem vernünftigen Revamp und einer besseren Performance kann das sicher was Positives werden. UND „Shaj“ kann ich mir tatsächlich auch gut auf Englisch vorstellen.

  2. Ich hoffe, das bekommt einen sehr guten Revamp, sonst bleibt das ein belangsloser Song. Jedes Mal, habe ich vergessen, dass der existierte und ich mag Balladen eigentlich.

    • Natürlich lebt das Lied vor allem von der Sängerin, das ist nicht die beste Voraussetzung, aber mit ihrem Outfit hat sie gezeigt, dass sie bereit ist etwas zu wagen und daher kann man hoffen, dass sie die Monate nutzt um eine klasse Show zu bringen. Sie wird auf jeden Fall eine optische Bereicherung des ESC werden.

  3. Schöne prägnante und eindringliche Ballade. Und mit dem Zauberwort „Shaij“ im Text gab es mit Ronan schon mal eine gute Platzierung

  4. So ziemlich normal und halt typisch albanisch. Elvana wäre mal ne gute Abwechslung gewesen ! Vielleicht sollte 2021 mal ein neues Wertungssystem beim FiK eingeführt werden ?

    • Wenn überall die von den Fans gehypten Dance-Nummer gewinnen, wäre das auch nicht wirklich eine Bereicherung des ESC. Das zum Thema Abwechslung.

      • Die Abwechslung war hauptsächlich aus Albanien bezogen , da Albanien ja wirklich für seine Balladen bekannt ist

  5. Schöner Einstieg in die nächste ESC-Saison. Persönlich mag ich Shaj sehr (sogar lieber als Me Tana), aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das eine wirklich gute Platzierung am Ende erreicht. Erinnert mich irgendwie stark an Botë. Bleibt nur zu hoffen, dass der Beitrag in Albanisch bleibt. Und eine Bitte an Arilena: an der Mimik arbeiten! Gerade bei den langen Töne im Refrain wirkt sie doch sehr anstrengend, und das wirkt…, unfreiwillig komisch. Und das kommt alles andere als gut an.

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