Advent der besten ESC-Momente (22): Platz 3 – Liebe, Frieden und nackte Haut

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Wir haben Euch im letzten Monat nach Euren ESC-Lieblingsmomenten gefragt. Momente, die Euch berührt haben, Momente die euch ausflippen und zum ESC-Fan haben werden lassen. Einen lieben Dank an dieser Stelle an alle die dabei mitgemacht und so insgesamt 224 unterschiedliche ESC-Momente in die Auswahl gebracht haben. Diese haben wir mit Punkten im ESC-Schema versehen und ausgewertet – und präsentieren Euch nun Eure liebsten 20 Momente – jeden Tag einen neuen. Bis Heiligabend!

 

Platz 3: Intervall-Act „Love love peace peace“ (131 Punkte)

Schon drei Jahre, nachdem der Eurovision Song Contest 2013 in Schweden (Malmö) stattgefunden hatte, konnte das skandinavische Land erneut die ESC-Fans aus aller Welt bei sich begrüßen. Diesmal ging die Reise erneut in den Stockholmer Globen, nachdem Måns Zelmerlöw mit seinem Strichmännchen in Wien den Sieg vor Russland und den Publikumslieblingen Il Volo aus Italien errungen hatte.

Nachdem im Jahr zuvor schon Conchita Wurst Teile der Moderation übernommen hatte, stand auch Måns dem federführenden Sender SVT für diese Tätigkeit zur Verfügung. Ihm zur Seite stand die Moderatorin Petra Mede, die beim ESC in Malmö schon die komplette Moderation übernommen hatte. Mit ihrer etwas spröden Art war die ehemalige Background-Tänzerin von Céline Dion als Moderatorin 2013 nicht bei allen Fans beliebt, doch 2016 harmonierten sie und Måns fantastisch miteinander und so gelten sie heute für viele als beste und beliebteste Moderatoren des Eurovision Song Contests.

Schon in den beiden Halbfinalen stichelten und witzelten Petra und Måns liebevoll miteinander herum. Einen ersten unvergesslichen Höhepunkt stellte die Musical-Revue „Story of Eurovision“ dar, die zur Eröffnung des zweiten Halbfinale aufgeführt wurde. 2013 hatte sich Petra noch als Pausenfüller durch schwedische Eigenarten gesungen, diesmal führten die beiden sehr stilvoll durch 60 Jahre Eurovisions-Geschichte. Auch die Einspielfilmchen, in denen die beiden undercover mit ESC-Fans in einem Eurovisionstaxi durch Stockholm fuhren, waren sehr beliebt.

Das Beste sollte aber im Finale kommen: „Love love, peace, peace„, der Beitrag, der alle Zutaten für den ultimativen Eurovision Song besitzen soll. Petra und Måns singen und tanzen sich durch ein Sammelsurium an Eurovision-Momenten. Alexander Rybak und Lordi glänzen mit kurzen Auftritten, während auf viele andere ESC-Beiträge, wie beispielsweise die von Loreen, Mariya Yaremchuk und The Makemakes, verwiesen wird. Zum Finale reißt Måns sich sogar noch sein Hemd auf: Das Publikum war aus dem Häuschen und fast scheinen die eigentlichen Beiträge in dem Jahr sowie der Interval-Act des Superstars Justin Timberlake in Vergessenheit zu geraten.

Doch eine Moderation und solche Musiknummern können nur so gut sein, wie sie geschrieben werden. Komponist Fredrik Kempe, Daniel Réhn und vor allem Regisseur, Kommentator und Drehbuchautor Edward af Sillén sind für den tollen und witzigen Beitrag „Love, love, peace peace“ verantwortlich. Schon den ESC 2013 und viele schwedische Vorentscheidungen hat Edward af Sillén gescriptet. So geht es auch auf seine Kappe, dass Charlotte Perrelli im Melodifestivalen 2016 ein uns überaus bekanntes Lied als Parodie über die Rettung von Schlagerdiven sang.

 

Die bisherigen Adventstürchen findet Ihr übrigens hier:
Teil 1 – Die frühen Jahre (1956 bis 1999)
Teil 2 – Alles Neu? Die Jahre 2000 bis 2019
Teil 3 – Das große Drumrum (Openings & Interval-Acts)
Teil 4 – Und bei uns so? Deutsche Beiträge
Platz 20: Johnny Logan „Hold me now“ (33 Punkte)
Platz 19: Dana International „Diva“ (34 Punkte)
Platz 18: Interval-Act „Switch Song“ (36 Punkte)
Platz 17: Opening 2013 „We write the story“ (37 Punkte)
Platz 16: KEiiNO „Spirit in the sky“ (39 Punkte)
Platz 15: Loreen „Euphoria“ (40 Punkte)
Platz 14: Sertab Erener „Everyway that i can“ (41 Punkte)
Platz 13: Alexander Rybak „Fairytale“ (42 Punkte)
Platz 12: Lill Lindfors – Moderation 1985 (44 Punkte)
Platz 11: Interval-Act „Riverdance“ (47 Punkte)
Platz 10: Guildo Horn „Guildo hat euch lieb“ (54 Punkte)
Platz 9: Nicole „Ein bisschen Frieden“ (55 Punkte)
Platz 8: Marija Šerifović „Molitva“ (62 Punkte)
Platz 7: Intervall-Act Madcon „Glow“ (74 Punkte)
Platz 6: Michael Schulte „You let me walk alone“ (77 Punkte)
Platz 5: Salvador Sobral „Amar Pelos Dois“ (83 Punkte)
Platz 4: Opening 2011 „Satellite“ (95 Punkte)


38 Kommentare

  1. Der Intervall-Act hat mir wirklich sehr gut gefallen. In der Tat fand ich Petra Mede 2016 deutlich sympathischer als 2013. Sie war in Malmö vielleicht doch etwas überfordert, als alleinige Moderatorin, kam deshalb nicht so locker rüber, meiner Meinung nach. Ein Moderationsduo finde ich ideal für den ESC.

  2. Grossartig. Würde mich mein kurzzeitgedächniss nicht manchmal im stich lassen, dass wäre auch einer meiner besten esc-moments gewesen.
    Überhaupt war 2016 einer der allerbesten esc seit menschengedenken. Super moderation, super songs und einer für die schweiz singenden kanadierin, die achselhöhlenrauchend gesungen hat, als ob sie in spätestens fünf minuten auf den topf muss. Einen guten song grandios versemmelt.

    • Vergiss nicht die ebenso spannende wie politisch hochbrisante Wertung: „Thunder and lightening, it’s getting exciting – it’s Russia versus Ukraine!“

  3. Ich fand den Auftritt von Justin Timberlake im Finale deutlich besser als das, was uns hier suf dem dritten Platz serviert wird! Petra Mede hätte die Moderation ganz gut alleine stemmen können! Sie hatte es drei Jahre zuvor auch super gemacht.

    In meiner persönlichen Rangliste hätte es dieser Intervallact nie in die Top 24 geschafft. Den Song dand ich viel zu seicht und einfallslos, was auch auf die lntervallacts der beiden Halbfinals zutrifft.

  4. Bevor ich es vor lauter Weihnachtshektik vergesse: Ich möchte mich für den tollen Adventskalender ganz herzlich bedanken. Echt eine tolle Idee!

  5. Zeitlos witziger Intervall-Akt mit super-Choreo und zwei Top-Performern, die für mich die beste Moderation aller Zeiten hingelegt hatten; ich schicke den Clip immer an Freunde, die den ESC nicht kennen.
    Schön, dass damit gleich drei ESC-Ikonen gewürdigt qwerden, Petra sowie Superschatzis Mans und Edward af Sillén:
    https://www.eurovoix.com/wp-content/uploads/2017/04/17814568_1493772337334932_3108015709223809754_o.jpg

    • Ich kann Deine Abneigung gegenüber Mans wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich würde hier 4porcelli durchaus zustimmen, dieselbe positive Auszeichnung würde ich allerdings auch Sergej L. verleihen. Mans und Sergej, das „Superschatzi“-Traumpaar dieses ESC-Jahrzehnts 🙂

      • Aber das wäre doch ein sehr ungleiches Paar. Schließlich sieht Mans doch viel besser aus und macht auch noch viel schönere Musik als Sergey…

      • Wenn sich einer homophob äußert, ist er bei mir untendurch! Sergey hat das nicht getan und er macht auch die bessere Musik!

      • Matty, liegt diese Äußerung nicht schon lange zurück? Können sich Menschen nicht ändern? Einmal homophob (wenn überhaupt, eine dumme Äußerung heißt nicht, dass ein Mensch durch und durch homophob ist), immer homophob?

  6. Das wäre meine Nr. 1 gewesen, weil wir uns mit diesem zugleich intelligenten und witzigen Pausenfüller auf der Metaebene befinden. Ich liebe Metaebenen! OMG *fällt in Ohnmacht*

  7. Ja witziger Intervall-Act.
    Aber ich habe es nie so empfunden, dass Petra 2013 nicht gut ankam. Alle wollten sie doch 2016 zurück. Für mich ist sie jedenfalls eine Legende.
    Stockholm war schon ein gigantischer Contest. Tolle Stimmung im Globen und auch in der ganzen Stadt. Die Schweden können es einfach.
    Nach der Family-Show habe ich Iveta aus Armenien beim Pizza-Essen um die Ecke getroffen. Unglaublich. Unvergesslich.

    • Das war darauf gemünzt, dass sie 2013 die ESC-Fans sehr gespalten hat. Die einen die sie verehrten, aber eben doch auch einige, die sie sehr negativ empfanden (steif, unnatürlich, etc…).

      • Lieber Matty, lieber 4porcelli,

        Ihr habt beide wohl mehr gemeinsam als Ihr denkt, denn jedem von Euch scheinen klare Gut-Böse Dichotomien sehr wichtig zu sein.

  8. Da hast du recht Matty!
    Ich habe selbst gesehen wie er nackt auf einer Abrissbirne gesessen ist und versucht hat, damit die anwesenden Homosexuellen zu töten! 😀

  9. Ach ja: Lustig auch die Stelle: „Abba actually won the competition with a song about war but this is something we don’t recommend“, wenn man sich mal überlegt, wie der Abend dann ausging.

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