Replay Rotterdam (18): Sind null Punkte gleich null Punkte?

Vier Länder mussten am Abend des 22. Mai eine dicke Watsche einstecken: für Deutschland, Spanien, Großbritannien und die Niederlande hieß es „Zero Points“, als die Televoting-Punkte verkündet wurden.

Im ersten Moment scheint es so, als ob alle diese vier Ländern gleichermaßen so gar nicht beim Publikum angekommen sind. Doch ist dies tatsächlich so? Sind null Punkte gleich null Punkte? Wir haben uns dazu im Detail angeschaut, welche Televotingränge die vier leer ausgehenden Teilnehmer erreichen konnten.

Zunächst eine Übersicht, auf welchen Platz die vier „Nullpunkter“ im Televoting der einzelnen Länder gelandet sind:

Wenn man sich anschaut, wie häufig welcher Beitrag welchen Televotingrang erreichte, ergibt sich folgendes Bild:

Fast alle „Nullpunkter“ sind nur knapp am Einsammeln von wenigstens einem Punkt vorbei geschrammt. Spanien wurde einmal 12, Deutschland wurde zweimal 13. und Großbritannien einmal 14. Nur der Gastgeber kam nicht in die Nähe von Punkterängen, die beste Ranglistenposition ist Platz 18.

Hier die Verteilung der Ränge noch einmal als Diagramm dargestellt:

Deutschland liegt am häufigsten auf den Rängen 14 bis 19. In keinem Land landete Jendrik auf einem der letzten beiden Plätze. Am schlechtesten kam er in Nordmazedonien an (Platz 24), am besten in Litauen und Frankreich (jeweils Platz 13).

Ganz anders sieht es da schon bei Spanien aus: Ganze 12x landet das Land auf Jendriks schlechtesten Rang 24. Hauptsächlich pendelt die Platzierung um Platz 22 bis 25. Zweimal landet Blas Cantó auf dem letzten Platz, die beste Platzierung ist Platz 12 im Nachbarland Portugal.

Für Großbritannien sieht die Situation noch katastrophaler aus. Ganze 12x platziert sich James Newman noch einen Platz tiefer als Blas, auf den vorletzten Rang 25. Viermal wird er letzter. Bis auf einen Ausreißer nach oben – Platz 14 in Malta – belegt er nur Plätze im 20er-Bereich.

Und auch Jeangu Macrooy gibt keine gute Figur ab. Er kann zwar die allerletzen Plätze etwas häufiger vermeiden als Blas und James, aber bis auf einen 18. und einen 19. Platz sind alle Plätze in den 20ern. Obendrein gibt es bei ihm keinen positiven Ausreißer nach oben. Im Gegensatz zu Blas und James kann er nicht auf die Anrufe von in Portugal lebenden Spaniern und in Malta lebenden Briten bauen.

Nachfolgend noch einmal die Ränge der leer ausgehenden Beiträge sortiert vom besten zum schlechtesten Rang:

Es fällt auf dem ersten Blick auf, dass bei Deutschland die Grüntöne überwiegen, bei allen anderen Ländern die Orangetöne. Das spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Platzierung wider: Jendrik konnte einen Durchschnittplatz von 17 erzielen, die anderen drei „Nullpunkter“ nur einen Durchschnittsplatz von 23 (Spanien 22,9; Niederlande 23,2; Großbritannien 23,4). Jendrik kam durchschnittlich ganze 6 Ränge besser an!

Gleichwohl ist es natürlich so, dass Jendrik die Televoter in keinem Land so stark überzeugen konnte, dass es für einen Punkterang gereicht hätte. Da braucht man nichts schönreden, die null Punkte sind nach den aktuellen Regeln des ESC berechtigt. Trotz allem fühlt es sich etwas unfair an, dass Jendrik genauso abgewatscht wurde, wie die anderen drei „Nullpunkter“, obwohl so eine deutliche Differenz zwischen ihm und den anderen drei liegt.

Hier stellt sich die Frage, ob das aktuelle Votingsystem noch zeitgemäß ist. Das geläufige 12-Punkte-System wurde 1975 eingeführt. In diesem Jahr nahmen 19 Länder am ESC teil. Da kann man schon einmal darüber nachdenken, ob es heutzutage bei 26 Finalteilnehmern und über 40 Teilnehmern insgesamt noch der fairste Weg ist, die Punkte zu verteilen. Fakt ist, dass 15 Länder leer ausgehen, völlig unabhängig davon, auf welchen Platz sie landen. Warum macht es auf dem Scoreboard einen sichtbaren Unterschied, ob man beispielsweise 3. oder 11. wird, aber nicht ob man 11. oder 19. wird? In beiden Fällen beträgt die Differenz 8 Ränge.

Eine Modernisierung würde allerdings sicherlich auf Kosten der ikonischen „12 Punkte“ gehen. Wäre es das für etwas mehr Fairness wert? Und wie oft kommt es überhaut vor, dass es so „dumm läuft“ wie für Jendrik und es gar keinen Ausreißer in die Punktränge für durchschnittlich nicht extrem schlecht ankommende Beiträge gibt? Ist es da nicht wichtiger, dass das Markenzeichen des ESC „12 Punkte“ erhalten bleibt?

Welche Bedeutung messt ihr dem Ranglistenunterschied zwischen Deutschland und den anderen drei „Nullpunkten“ bei? Ist er egal und null Punkte bleiben null Punkte? Oder hat Jendrik Eurer Ansicht nach am Ende doch „besser“ abgeschnitten als die anderen? Und sollte das Televotingsystem Eurer Meinung nach modifiziert werden oder so bleiben, wie es ist?

Bereits in der Serie „Replay Rotterdam“ erschienen:

Unser Rückblick auf den ESC 2021
(1) Das waren die Fan Favourite Fails und Dark Horses des ESC 2021
(2) Måneskin aus Italien waren mit „Zitti e buoni“ auch die Televoting-Sieger
(3) Live-Blogs, Live-Blogs, Live-Blogs
(4) Der Corona-ESC
(5) Das Moderatoren-Team unter die Lupe genommen
(6) Wie der WWF mit dem ESC die Welt retten will
(7) Wie geht’s weiter in und mit Österreich?
(8) So war die Arbeit im Online-Pressezentrum
(9) Täglich ESC kompakt LIVE – mehr als ein Zuckerschock
(10) Erfolgsfaktor Band – Waren Bands in diesem Jahr besonders erfolgreich?
(11) FreeESC vs. ESC
(12) ESC-Home-Partys im Lockdown machen wenig Spaß
(13) Wettquoten, Blogger:innen, Leser:innen – Wer sagt das Ergebnis des ESC am besten voraus?
(14) Die Schweiz als Jurysieger – was sind die Gründe für die Erfolgsserie?
(15) Die Countdown- und die After-Show in der ARD
(16) Wie haben Nicht-Fans den ESC erlebt?
(17) Die Qualifikations-Chancen nach dem ESC 2021


55 Kommentare

  1. Ich persönlich bin gegen eine Änderung des Systems, die „twelve points“ sind einfach das Markenzeichen des ESC und fände es schade wenn man das ändern würde.

    Bezüglich Jendrik: Sorry, aber wer es in 38 Ländern nicht ein einziges Mal schafft unter die besten 10 zu kommen hat finde ich keine Punkte verdient.

    Ach ja, James ist in den Televotings insgesamt in 14 Ländern auf den letzten Platz gelandet. Man darf nämlich nicht übersehen dass in den Ländern die im Finale sind Platz 25 der letzte Platz ist da man ja nicht für sich selbst anrufen kann. Bei den Ländern die im Semi ausgeschieden sind ist Platz 26 der letzte Platz

    • Gut beobachtet bzgl. der letzten Plätze (25 oder 26). Der arme James. In mehr als ein Drittel der Länder auf dem letzten Platz …

      • @togravus ceterum

        Siehst du, ich antworte wieder deinen Posts, was eine Nacht ändern kann. 😉

        Dass es wirklich gar keinen Punkt für James gab fand ich schon überraschend, dass es aber wieder mal miserabel fürs UK laufen würde habe ich schon lange im Voraus geahnt. Ich konnte schon die teilweise euphorischen Kommentare unter den Bloggern nicht ganz nachvollziehen, da „Embers“ für mich ein maximal „nettes“ Liedchen ist was man sich gut im Radio anhören kann welches aber dann kurze Zeit später wieder vergessen ist. Außerdem finde ich dass diese Art von Songs überhaupt nicht zu ihm passt,zumal er schon im Video eher unbeholfen wirkte. „My Last Breath“ fand ich letztes Jahr viel authentischer, auch wenn ich den Song gar nicht mochte

        Ich weiß auch noch dass ich letztes Jahr von manchen Usern etwas auf die Mütze als ich geschrieben habe dass James wenig bis gar keine Ausstrahlung hat, die Performance im Finale hat mich dann bestätigt. Er fühlte sich sichtlich unwohl, gesanglich war es besonders am Anfang total für die Tonne und ingesamt hatte die Performance den Flair eines Karaoke-Wettbewerbs auf einem Schulfest. Diese komischen Tröten lasse ich mal lieber unkommentiert.

        Ich dachte ja dass vielleicht die Juries Punkte springen lassen würden, aber wenn die Proben ebenso gelaufen sind dann wundert mich die Null dort auch nicht.

        Ich ziehe dennoch meinen Hut vor James und seiner Reaktion, wobei wir alle natürlich nicht wissen wie es in dem Moment in ihm aussah. Ich würde ihm aber empfehlen sich doch lieber aufs Songwriting zu bleiben, das im Rampenlicht stehen scheint einfach nicht so sein Ding zu sein.

  2. Den Durchschnitt der Plätze der „Nuller Länder“ hatte ich schon eine halbe Stunde nach dem Finale ausgerechnet 🙂
    Paar Tage danach habe ich mir auch die Mühe gemacht die Durchschnittsplätze von allen Ländern im Finalen Televoting auszurechnen. Ergebnis: Deutschland Platz 19 vor Israel, San Marino, Albanien, Belgien und den anderen drei Nuller Ländern. Schon echt überraschend.

  3. Danke für diese wirklich aufschlussreiche Analyse, die meinen Eindruck bestärkt, dass Jendrick nicht sehr negativ ankam in Europa, aber mittelmäßig als genauso schlecht wahrgenommen werden kann.

    Zur interessanten Abschlussfrage: Es gibt pro Jahr bestimmt 2, 3 Beiträge, die wegen vieler 11. Plätze mit wenig Punkten enden. Für diese Länder sind ist es dann auch ungerecht.
    Man muss sich eimgestehen, dass das 12er-System nur Bestleistungen adequat wiedergibt.

    Ich wäre trotzdem für die Beibehaltung der 12, weil es definitiv zur Essenz der ESC-Identität gehört.

    Die Formel 1 hat mal vor vielen Jahren ihr System geändert, wo der Sieger 10 Punkte bekam. Ob es heute 20 oder 25 sind und wofür es noch Sonderpunkte gibt, müsste ich googeln.

    Entsprechend sollte man mit diesem ikonischen Bestandteil des ESC nicht leichtfertig hantieren.

  4. Am gerechtesten wäre vermutlich ein System, bei dem der erste Platz 25 Punkte bekommt, der zweite Platz 24 Punkte und so weiter… Aber mal ganz ehrlich: Das wäre bei der Punktevergabe schon ziemlich unübersichtlich und würde dem ganzen auch etwas die Spannung nehmen, weil man überhaupt keinen Überblick mehr hat.

  5. Man kann natürlich darüber streiten, ob das jetzige Wertungssystem noch gerecht und zeitgemäß ist. Es klingt erst einmal so, als wenn kein einziger Mensch die „Nuller-Beiträge“ mochte, was natürlich nicht der Fall ist. Sie kamen nur nicht so gut an, dass es für die jeweilige TOP 10 gereicht hätte.
    Andererseits hat das jetzige Wertungssystem „Tradition“, kann ich irgendwie auch verstehen, wenn man daran festhält. Mir langt es schon, wenn man sich bewußt macht, dass es sich oft nicht so dramatisch ist, wie es im ersten Moment klingt.
    Was natürlich nicht heißen soll, dass man nicht den Ehrgeiz entwickeln soll, endlich mal wieder aus dem „Tal der Tränen“ herauszukommen.😉

  6. Ich fühle mich an 2015 erinnert: Damals schon stand das Voting-System in der Kritik, nachdem Ann Sophie und die Makemakes leer ausgegangen sind. Und auch damals gab es wohl die Situation, wie 2021, dass es viele Favoriten gab und dadurch für andere nicht mehr viel übrig gewesen wäre. Und schon wollte man an den „12 points“ rütteln. Am Ende gab es ja eine Reform, und zwar eine, nach der Ann Sophie und die Makemakes nicht Letzte geworden wären, sondern – und das aus meiner Sicht völlig zurecht – Electro Velvet aus UK.

    Dem damaligen Kommentar von Peter Urban, Ann Sophie hätte „eine Menge Pech“ gehabt, stimme ich durchaus zu, in manchen Ländern war sie nah dran an einem Punkt. Mancherorts lag sie entweder in der Zuschauer- oder der Jurywertung in den Top 10, aber die andere Wertung zog das Gesamtergebnis nach unten. Die Makemakes hätten von den Juroren noch Punkte abgekriegt, bei den Zuschauern sah es hingegen nicht so rosig aus: Null Punkte!

    Jetzt beginnt die Diskussion „mal wieder“ von neuem. Und ich habe schon 2015 daran gedacht, dass man vielleicht nicht am Punktesystem schrauben sollte, sondern vielleicht an einer anderen Stellschraube: Bis zu 27 Länder im Finale, ist das vielleicht nicht ein bisschen viel? Würden 20 Länder vielleicht nicht reichen? Und wenn Deutschland dafür seinen sicheren Startplatz opfern müsste…

    Übrigens: Laut ESCxtra hätte nach dem bis 2015 angewandten Wertungssystem Barbara Pravi aus Frankreich gewonnen, mit nur einem Zähler Vorsprung zu Maneskin. Für Jeangu und Blas Canto, aber auch für Jendrik und James Newman hieße es aber: „I’m sorry, zero points!“ https://escxtra.com/2021/05/23/%F0%9F%87%AB%F0%9F%87%B7-france-would-have-won-eurovision-2021-with-the-old-voting-system/

    • Da bin ich ja einerseits froh, dass das alte System nicht mehr gilt und die Vollklatsche mit 4 Nullpunktern vermieden wurde und der kommerzielle Erfolg gibt Maneskin auch recht. Andererseits auch schade, da wir um eine spannende Punktevergabe gebracht wurden. Und die ganzen Diskussionen im Nachhinein hätte ich auch gerne gelesen.

  7. Ich fände es angebracht, dass alle Teilnehmer über die Semis müssen. Dann wäre die Gefahr von Nullpunktern deutlich kleiner, da der ärgste Mist bereits vor dem Finale ausgesiebt wird. So wie jetzt macht man den fixen Finalteilnehmern jedenfalls auch keinen Gefallen.

  8. Warum soll man das Wertungssystem ändern? Nur deshalb damit Deutschland nicht letzter ist sondern auf Platz 23? Toll! Anstatt am Punktesystem zu Schrauben, sollte man hierzulande lieber an der Liederauswahl dringend etwas ändern. Dann klappt das auch wieder mit einem guten Platz. Man muss die Ursache angehen und nicht das System. 1988 wurde Österreich letzter mit 0 Punkten. Theoretisch hätte Austria bei jeder Jury Platz 11 machen können. Der ORF war aber kein schlechter Verlierer und hat kein Fass aufgemacht. Sondern hat seine Liederauswahl komplett geändert und wurde ein Jahr später mit Platz 5 belohnt.
    Die „12 Punkte“ sind praktisch eine Marke. Die EBU wäre sehr dumm, dass aufzugeben. Die allermeisten Zuschauer schauen den ESC wegen der Bewertung an. Das ist eben Kult.

  9. Keine große Überraschung, dass Jendrik die anderen 3 Nullpunkter hinter sich gelassen hat. Solche bunten Spaßnummern finden immer eine Handvoll Fans, vor allem bei Kindern und Angeschwipsten. 😉

    Die 0 Punkte für die Niederlande finde ich nach wie vor unangemessen. Das UK hat sie sich ehrlich verdient, und Blas war spätestens erledigt, als Gjon’s Tears seinen Hut in den Ring geworfen hat.

    Und die 12 Punkte müssen bleiben! Mann kann den ESC doch nicht seiner SIgnatur berauben …

  10. Sehr interessant – vor allem für Spanien und Großbritannien. Das macht die Ergebnisse noch desaströser, als sie ohnehin schon waren. Ich denke nach wie vor, dass bei Spanien das musikalische Material kein bisschen wettbewerbsfähig war, bei Großbritannien war die Inszenierung inkl. Regie das Hauptproblem.

  11. Tolle Analyse, vielen Dank!
    Fuer mich es ist im Prinzip kein Problem, wenn man null Punkte bekommt. Ich glaube, je nachdem wie der Wettbewerb polarisiert, koennte dieser Trend auch anhalten oder sich sogar verschlimmern (obwohl, 4 mal null Punkte… das wird schon erstmal ein Rekord bleiben).

    Es waere aber noch zu analysieren, warum die Direktfinalisten (Big 5 + 1) Gefahr laufen, null Punkte zu bekommen. Das hat natuerlich mit Ihrem Status zu tun – man erwartet eher was besonderes von einem Direktfinalisten. Aber vielleicht hat das auch andere Gruende (wobei ich die „politischen“ GRuende – Brexit usw. – ausschliessen wuerde)

    • Na ja, bei Deutschland, UK und Spanien kommen ganz banal die Songs zu wenig an. Ihnen fehlt ganz einfach der Spirit, wobei ich bei Spanien zumindest die Hoffnung habe, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändert.
      Italien und (seit 2016) auch Frankreich schaffen es ja auch, überzeugende Beiträge zu schicken, obwohl sie direkt qualifiziert sind.😉
      Ich fände es aber fairer, wenn sich (mit Ausnahme des Gastgebers) alle Länder einem Halbfinale stellen würden. Wäre vielleicht für die drei erst genannten Länder ein Anreiz, sich etwas mehr Mühe zu geben. Natürlich weiss ich, dass die BIG 5 auch weiterhin fürs Finale gesetzt sein werden, weil die EBU Angst um die Einschaltquoten hat, sollten sich ein oder mehrere BIG 5-Länder nicht fürs Finale qualifizieren.

  12. Yeah, wir waren das einäugigen unter den Blinden. Aber trotzdem spannend noch die Nuancen zu kennen. Naja, das es Länder gibt die direkt im Finale sind wissen eigentlich nur die „echten“ ESC Fans. Beim gewöhnichen Publikum ist das kaum bekannt, geschweige denn das es Halbfinale gibt. Die Briten neigen ja dazu gerne zu wiederholen das die Politik schuld wäre. Das ist es aber wirklich nicht. Denn die Auswahl ist meist auch auf Nummer sicher und oft einfach ohne Ecken und Kanten. Die BBC ist immer noch auf einem falschen Dampfer und meint etwas gefälliges reicht für einen guten Platz. Hier fehlt der Mut. Auch in Spanien scheint es nicht wirklich jemanden zu interessieren wirklich Innovation ins Spiel zu bringen. Oder vielleicht doch Kalkül? Ein ESC ist eben eine teure Angelegenheit. Beim NDR war das mit dem falschen Dampfer auch ein Thema. Aber eigentlich kann man den Verantwortlichen nicht vorwerfen das sie durch die zuletzt durchgeführten Verfahren nicht vieles versucht hätten. Zumal in der Schweiz ein gleiches Verfahren angewandt wird. Ich glaube es lief einfach in diesem Jahr nicht glücklich mit den zur Auswahl stehenden Songs. Und auch bei einem solchen Verfahren kann dann aufs falsche Pferd gesetzt werden…letztes Jahr wäre es auch nicht viel besser gelaufen trotz eines echt super Song. Aber damals war der Sänger eine Katastrophe ohne jede Ausstrahlung.

  13. Zumindest etwas gutes: auch bei nähere Betrachtung sind die Briten stolze Träger der roten Laterne. Traditionen wollen gepflegt werden …

    Aber da Null Punkte immer stören, wäre es schöner, vor allem für die Teilnehmer, wenn alle Punkte bekommen. Platz 1 = 26 Punkte, Plant 26 bekommt einen Punkt.

  14. Ein Denkfehler haben hier viele. Die 12 Punkte gibt es eh nur noch bei den Juroren, das Zuschauervotung wird ja nur als Ganzes verlesen. Daher wäre es kein Problem eine Formel zu finden, die näher am wahren Ergebnis ist aber letztlich die gleiche Anzahl an Punkte vergibt.
    Im Grunde ist es mir egal, aber null Punkte klingt einfach niicht schön, als hätte keiner für die Songs angerufen

  15. Ihr solltet, wenn ihr zur Debatte über das Punktesystem aufruft, aus meiner Sicht auch erwähnen, dass es für die ersten 10 am Ende überhaupt keine Rolle spielt, ob der erste 12 oder 25 Punkte bekommt. Eigentlich ist es für mehr als die ganze obere Hälfte des Klassements völlig egal. Die würde auch dann so aussehen, wenn man in jedem Land nur 1-5 Punkte vergeben würde.

    Ich denke daher nicht, dass man eine der grundlegendsten Charakteristika des Wettbewerbs (et les douze points vont à…) dafür aufgeben sollte, dass der 19. gerechterweise 17. wird.

    Bei Ann-Sophie und den Makemakes war es zugegeben extrem bitter, da ging es um 10 Plätze besser oder schlechter, aber letztlich hat die anschließende Aufsplittung der Ergebnisse auch an dieser Stelle geholfen.

    Heute gibt es im Wettbewerb knapp 80 Wertungen, in denen man unter die besten 10 kommen kann. Um die Jahrtausendwende gab es bei ebenfalls 26 Teilnehmern nur 26 Wertungen, trotzdem waren nicht 4 Länder mit 0 Punkten Letzter. Die interessantere Frage ist doch also eigentlich: Haben sich die Geschmäcker in den Ländern eigentlich mittlerweile so sehr assimiliert, dass alle alles zunehmend gleich gut bzw. gleich schlecht finden? Ist das eine gute oder weniger gute Entwicklung? Man muss den Juries im Sinne des Überraschungseffektes an dieser Stelle ja fast dankbar sein, dass sie ein bisschen Subjektivität ins Spiel bringen.

    • @Maggisama

      Danke für Deinen Kommentar. Vor allem Deinen letzten Absatz finde ich sehr interessant.
      Ich denke, Anfang des Jahrtausend war das Internet noch nicht so präsent. Man hat die allermeisten Beiträge erst am ESC-Abend kennengelernt. Heutzutage hat man ja vorab schon die Möglichkeit, sich recht schnell auf ein oder mehrere Favoriten zu einigen. Die Buchmacher haben mit ihren Wetten sicher auch (indirekt) einen gewissen Einfluss auf das Ergebnis. Funktioniert nicht immer, aber eine gewisse Tendenz ist sicher erkennbar.
      Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Handvoll Favoriten sahnen nahezu die Punkte ab, für den Rest bleibt nicht mehr viel.😉

      • Mit dem 25er System hätte übrigens ebenfalls Frankreich gewonnen, genau wie im System bis 2015.

  16. Ich finde schon lange, dass das System nicht mehr zeitgemäß ist. Man könnte es auch ganz einfach ändern, ohne die ikonischen 12er aufzugeben. Einfach in dem man 0,5 Punkte vergibt…. also Zwischenstufen… 1,5, 2, 2,5 etc… So könnte jedes Land 20 statt 10 Länder bewerten…Da die Punkte ja eh nur en bloc oder addiert am Bildschirm erscheinen, wäre das auch für die Zuschauer nachvollziehbar…

  17. Viel 0 Punkte unten kommt immer vor, wenn es oben viele starke Beiträge gibt, die von überall her Punkte bekommen. Da bleiben dann keine Punkte mehr für die schwachen Beiträge übrig, die, wenn wir ehrlich sind, im Finale auch eigentlich nichts zu suchen haben. Keiner der letzten Vier hätte es in diesem Jahr durch ein Semi geschafft.

    Am Punktesystem würde ich nichts ändern. Gerade die Notwendigkeit, irgendwo unter den Top Ten zu sein, um Punkte abzubekommen sorgt doch dafür, dass Beiträge belohnt werden,d ei herausstechen. Eine Punkteverteilung von 26-1 würde mMn Mittelmäßigkeit belohnen, was den Wettbewerb nur langweiliger machen würde.

    Ich wäre auch dafür, dass die Big 5 ins Semi müssen. Wenn dann noch ein Beitrag im Finale 0 Punkte bekommt, kann dieser di eQuali fürs Finale wenigstens noch als Erfolg verbuchen.

  18. Ich würde nicht die 12 Punkte-Regel ändern, aber die Art und Weise, wie man zu den Punkten gelangt. Zumindest für die Jurys könnte man sich ein System ausdenken, das differenziertes Abstimmen anregt. Das Televoting wird wohl früher oder später zugunsten einer App-Lösung abgeschafft werden, das könnte man zum Anlass nehmen, auch hier etwas zu ändern.

  19. Da hilft Schönreden nichts, der Beitrag hat nicht überzeugt.
    Ich sehe das alles auch ein wenig zwiegespalten an. Einerseits sind die „12 points“ schon so ikonisch, quasi ein Markenzeichen des ESC, dass man das quasi nicht ändern kann. Immerhin werden jetzt Jury- und Publikumspunkte getrennt bekannt gegeben, wodurch 0 Punkte theoretisch seltener sein sollten.
    Andererseits sehe ich es schon als sehr ungerecht an, dass es nach Platz 10 völlig egal ist, wie gut oder schlecht man ist, weil nicht weiter differenziert wird. Dabei ist offenkundig, dass ein Beitrag auf Platz 11 besser sein muss als ein Beitrag auf Platz 26 und macht eben auch gezieltes Abwerten leichter, vor allem bei den Jurys, ich muss ja im Zweifel „nur“ 10 bessere Beiträge finden, wenn ich will, dass ein Beitrag keine Punkte bekommt. Ja, auf der Negativseite könnte man sehen, dass Punkte für die Plätze 11-25 (oder 24) dann quasi Mittelmaß belohnen würde. Aber ist Mittelmaß dann eben nicht immer noch besser als Grütze?

    Ich sehe da aber leider auch keine Lösung für das Problem. Entweder man muss das so hinnehmen oder die ikonischen 12 Punkte opfern. Die einzige andere Möglichkeit wäre wohl eine signifikante Verkleinerung des Finals und der Halbfinals (man bräuchte also sozusagen noch Viertelfinals), daran wird man aber kein Interesse haben, weil das mehr Aufwand ist und vermutlich weniger lukrativ, wenn im Vorfeld schon mehr Länder eliminiert werden. Von halben Punkten halte ich nichts.
    Ich sehe schon die addierten Zuschauerpunkte kritisch, weil da die 12 Punkte schon fehlen (und auch das darf ja nicht darüber hinweg täuschen, dass auch da immer nur die ersten 10 Punkte bekommen) und man gar nicht weiß, welches Land jetzt für wen gestimmt hat. Da kann man dann nich auch noch die der Jury opfern.

  20. Sind wir mal ehrlich:
    Österdahl wird in absehbarer Zeit das Mello-Appvoting nach Alterklassen durchdrücken und von da ist es auch nur noch ein Schritt zur Abschaffung der „Twelve Points“ (die doch eigentlich auch nur noch Hardcore-Fans wichtig sind). Embrace the change, before it hurts you 🙂

  21. Über das Werungssystem wird immer jemand jammern. Tatsache ist, dass es keinen ernsthaft überraschen kann, dass D, E, NL, UK bei den Televotern in ganz Europa krachend durchgefallen sind; alle unterirdisch und nicht wettbewersfähig. Und das schon vor Jendriks soziopathischem Interview.

  22. Es ist schade, dass hier keine sachliche Diskussion aufkommt, es gäbe noch viel über das Punktesystem zu sagen, aber einige meinen, sie müssten auch hier wieder nur über Jendrik reden.
    Leider kennen wir die absoluten Zahlen nicht. Da hat es die EBU leichter die Gerechtigkeit einzuschätzen.Durch die Trennung der Bewertungen (weil es ja soo viel spanndender sein soll) werden beispielsweise doppelt so viele 12 Punkte vergeben (ich gehe jedenfalls davon aus, dass auch die Zuschauer nach 12-10-8 etc. vergeben werden). Da kann es beispielweise sein, dass die ersten Drei in einem Land knapp aufeinender folgen, jeder vielleicht etwa 20% der Stimmen bekommen hat. Trotzdem bekommt der ersten, der vielleicht nur 2% mehr als der Dritte hat, 4 Punkte mehr, also 50%. Das mag sich bei so vielen Ländern ausgleichen, aber so genau wissen wir es nicht. Am Gerechtesten wäre es natürlich die Punkte direkt nach den Prozenten der Anrufe zu vergeben, wird das in Schweden nicht so gemacht? Dann hätte man zumindest auch einen guten EIndruck, wie gut ein Titel wirklich in den Ländern abgeschnitte nat. Gerade dieses Jahr waren die Unterschiede ja recht groß, Italien hatte über 70 Punkte bzw. 25% mehr als Frankreich.

  23. Also ich finde, dass man das Punktesystem mit den 12ern sicher nicht ändern sollte, das gehört einfach zum ESC.

    Viel mehr zeigt sich, dass D UK ES und NED im Finale einfach nichts zu suchen hatten, da sie weder Jury noch Publikum in einem Land überzeugen konnten. Alle 4 hätten das Halbfinale nicht überstanden, und diese Big 5 Regel ist weiterhin sehr unglücklich und auch ziemlich unfair.

  24. Ich mache das mal als komplett neue Antwort statt eingerückt.

    maburayu
    18. JULI 2021 UM 21:08 UHR
    „Ein Denkfehler haben hier viele. Die 12 Punkte gibt es eh nur noch bei den Juroren, das Zuschauervotung wird ja nur als Ganzes verlesen. Daher wäre es kein Problem eine Formel zu finden, die näher am wahren Ergebnis ist aber letztlich die gleiche Anzahl an Punkte vergibt.
    Im Grunde ist es mir egal, aber null Punkte klingt einfach niicht schön, als hätte keiner für die Songs angerufen“

    Man könnte natürlich die relativen Anruferzahlen aller Länder mitteln und dann auf Basis dieser Prozente die Gesamtzahl der Punkte aufteilen.

    Vereinfachtes Beispiel: In Land A haben 10 % der Anrufer für Land C gestimmt, in Land B haben 2 % für Land C gestimmt, macht im Mittel 6 %. Land C würde also 6 % aller verfügbaren Punkte bekommen.

    Allerdings ist die Wertung dann so grundlegend anders zu den Jurys, dass man irgendwie Äpfel und Birnen in einen Topf wirft.

  25. Ich glaube, es ist einfach eine andere Zeit.
    Bis auf ein paar haesslichen Traditionen (Griechenland 12 Punkte > Zypern und umgekehrt, usw.) und auf eine doch nicht unwichtige Rolle der Diaspora-Leuten (aber eher fuer die hinteren Plaetze) hat man in den letzten Jahren immer mehr fuer einen oder zwei (oder auch drei) Songs, die das Interesse des Publikums polarisiert haben.
    Aber wenn es so ist (und ich glaube, dass es im Grossen und Ganzen stimmt), dann ist es absolut normal, dass manche Songs bei keinem Land die Top-Ten erreichen.
    Mann muss einfach lernen, damit umzugehen.

  26. Ich empfehle die Finger vom Votingsystem zu lassen, weil man jetzt endlich ein Punktevergabeverfahren gefunden hat, dass tatsächlich viele der qualitativ hochwertigen Lieder ganz nach vorne spült. ‚1944‘ und ‚Amar pelos dois‘ gehören mMn zu den 5 besten Siegertiteln der ESC-Geschichte, während ‚Arcade‘ und ‚Zitti e buoni‘ qualitativ zwar nicht ganz an die beiden anderen Titel heranreichen, aber trotzdem gute Qualität anbieten. Außerdem haben die beiden jüngsten Siegertitel dazu beigetragen, dem ESC auch über Europa hinaus ein positives Image zu verschaffen, während Jamalas und Salvadors Beiträge gerade wegen ihrer überragenden musikalischen Qualität in der banalen musikalischen Welt von Charts und Streamings nicht landen konnten. Also, Finger weg vom Votigsystem. Beim ESC bin ich momentan ein Glückstoggie. 😀

    • Wobei eine Änderung im Voting-System in den wenigsten Fällen eine Änderung des Siegers bedeutet (und dir Frankreich statt Italien in diesem Jahr sicher ebenfalls Recht gewesen wäre). Die besten 10 eines Landes (bzw. einer Wertung) bleiben ja die besten 10 eines Landes auch wenn man die Punkte tiefer staffelt oder was man sonst noch für Ideen hat.

      • Das ist dann ja noch ein Argument dafür, dass eine Änderung nicht nötig ist. 😀

        Und ab ein Beitrag am Ende 16. oder 19. wird, ist doch eh egal.

      • Der erste Absatz stimmt. Während die Diskussion bzw. der Blogbeitrag dem zweiten Absatz allerdings das Gegenteil beweist. Hier möchte jemand der Beste unter den Schlechtesten werden. 😉

      • Möchte da einen Freund von mir zitieren, der immer beim Menschärgerdichnicht sagte
        .
        Letzter werden ist am Schlimmsten☺
        .
        Also letzter werden ist wirklich nicht schön, besonders dann wenn sich das Jahr für Jahr häuft. Ansonsten ist mir die Platzierung der Songs bis sagen wir mal Platz 15 bis 18 egal. Danach wirds aber eng.
        Hätte übrigens nicht gedacht, das Jendrik so sehr loost (obwohl so schlimm wars ja dann anscheind doch nicht), weil solche Spassnummern eigentlich schon ihre Fans finden.

  27. Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Für mich nimmt die Wertung eine zunehmend unwichtigere Rolle ein. Es liegt u. a. daran, dass man das Endergebnis zumindest schon ahnen kann, daran hat (zumindest für mich) das Splitvoting auch nichts geändert.
    Früher stand für mich der Wettbewerbsgedanke noch mehr im Vordergrund. Aber mittlerweile sehe ich den ESC eher als (Gesangs)-kulturelles Ereignis. Ich erfreue mich einfach der Musik aus den diversen Ländern bzw. Kulturen (nicht zuletzt in den jeweiligen Vorentscheidungen.) Mag pathetisch klingen, ist aber so. Man wird alt.😀
    Mir ist es dieses Jahr sogar passiert, dass ich während des Votings eingeschlafen bin (Asche über mein Haupt😀)

  28. Ich würde auch an den „12 Points“ festhalten, ist halt ein Markenzeichen. Und das jetzige System finde ich nicht schlecht. Meiner Meinung nach finde ich es gerechter, wenn man allen Ländern Punkte gibt, also 1,2,3,4,5 … 21,22,23,24,25 Punkt(e). So werden 0 Punkte vermieten und der ESC wäre vielleicht spannender, Also was die Abstände zwischen Plätzen wäre. Vorallem zwischen den ersten und dem letzten Platz. Aber ist halt Geschmacksache und meine Meinung. Aber das 12er System ist gut. Vorallem die Trennung von Jury und Televoting macht die Sache auch spannend.

  29. Ich bin der Meinung das es kein neues Punktesystem braucht. Einzig die Big 5 Regel sollte überdacht werden. Gerade Deutschland und UK die eh immer im Finale sind strengen sich gar nicht mehr richtig an um einen guten Platz zu erzielen. Gerade bei Spanien sieht man das die 0 Punkte zum Umdenken angeregt haben. Vllt bekommen die Big five wieder einen Anreiz wenn sie ein Halbfinale überstehen müssen. Ein neues Punktesystem wo dann eine etwas bessere Platzierung bei rauskommt ist doch nur wieder eine Verschönerung bekämpft aber nicht die Ursache weshalb man so wenig Punkte bekommt.

  30. Das Punktesystem hat die Aufgabe, einen Sieger zu ermitteln, und das funktioniert doch sehr gut. Ein ‚feineres‘ Ranking der hinteren Ränge ist doch gar nicht notwendig.Also Finger weg von den „12 Points“. Außerdem haben wir so hinterher viel mehr zu diskutieren.

  31. Mal so ein paar Gedanken, die mir durch den Kopf gehen…

    Früher hieß der ganze Wettbewerb mal Grand Prix und mittlerweile ESC. Da stört sich kein Mensch mehr dran.
    Wie lange würde man also die 12 Punkte als must have ansehen?

    Warum verteilt man eigtl keine 11 und 9 Punkte?
    Dadurch könnte man die 12 Points behalten, aber zwei zusätzlichen Ländern Punkte geben.

    Wenn ich weiß, dass 4 Länder mit null Punkten nach Hause gehen, warum muss ich dann Heidi Klum mäßig alles in die Länge ziehen,sodass es auch noch jeder Zuschauer zu Hause mitbekommt, und kann nicht einfach schneller das ganze abfrühstücken.
    Da muss sich die Regie für Notfälle einen Plan B machen und das den Moderatoren schnell durchführen.

    Big5 Regel finde ich auch irgendwie etwas überholt.

    Und letztendlich: wenn mir ein Lied gefällt, freue ich mich, wenn es gut abschneidet, aber das mag ich ja unabhängig von der Platzierung im Finale oder Halbfinale trotzdem auch noch nach dem Wettbewerb.
    Und Lieder, die ich doof finde, bleiben für mich doof, auch wenn sie gewinnen.

    Es soll doch um den Spaß gehen und da ist doch die Platzierung letzten Endes egal.
    Weiß doch ohnehin nachher keiner mehr, wer nun 2., 5., 14. oder letzter war.
    Und selbst die Siegertitel werden vom Gros der Leute gleich wieder vergessen.

    • „Früher hieß der ganze Wettbewerb mal Grand Prix und mittlerweile ESC.“
      Das gilt nur für die deutsche Bezeichnung. In anderen Ländern hat sich der Name nie geändert, im UK hieß er ja schon immer Eurovision Song Contest. Man hat damals in Deutschland halt etwas opportunistisch den damaligen Trend hin zum Englischen mitgemacht.

      „Da stört sich kein Mensch mehr dran.“
      Das stimmt so nicht ganz 😉 Allerdings weiß ich die geschickte 3-Buchstaben-Abkürzung durchaus zu schätzen. Ich nehm‘ zum Schreiben oft die Abkürzung (v.a. wenn dahinter das Jahr kommt), aber sag‘ immer noch gerne „Grand Prix“. Zu „Twix“ sag‘ ich übrigens auch noch gern „Raider“ 🙂

      „Und letztendlich: wenn mir ein Lied gefällt, freue ich mich, wenn es gut abschneidet, aber das mag ich ja unabhängig von der Platzierung im Finale oder Halbfinale trotzdem auch noch nach dem Wettbewerb.“
      Volle Zustimmung!

      „Und Lieder, die ich doof finde, bleiben für mich doof, auch wenn sie gewinnen“
      Auch hier Zustimmung. Habe ich hier eigentlich schon mal erwähnt, dass das für mich beim diesjährigen Gewinner zutrifft 😉 ?

  32. Ich denke wir brauchen uns gar keine Gedanken über Änderungen machen. Die EBU bzw die Fernsehmacher werden den Teufel tun und das System so lassen. Aus Sicht der Produzenten der Show war der Ablauf der Bewertung hochspannend und wie ein Drehbuch geschrieben. Begonnen mit den 0 Punkten für Uk……und zum Finish mit Italien und Schweiz mit immer dramatischer Musik untermalt. Interpreten und Zuseher waren fix und fertig.

  33. Mein Senf mal wieder etwas verspätet …

    Ich bin auch für die Abschaffung der Big5-Regel. Um das werberelevante TV-Publikum zu binden, könnten die entsprechenden Länder ja einfach das Intervalprogramm (mit-)gestalten, das bei nur 21 Final-Beiträgen (inkl. Gastgeber) noch etwas mehr Zeit kriegen könnte. Nicht, dass ich scharf auf JUBLOF oder Connor als Intervalact bin, aber kommerziell gesehen könnte das funktionieren und lieber als Timberlake oder Madonna (die ich grundsätzlich beide lieber höre) wären sie mir beim ESC durchaus, zumal GB, F, I & E durchaus noch große (wettbewerbsscheue) Acts einbringen könnten.

    Interessant finde ich noch die Tatsache, dass von den Direktqualifizierten nur jene leer ausgegingen, die sich keiner öffentlichen Vorentscheidung stellen mussten (Blas Cantos zwei Songs mal aussen vor, zumal Memoria vermutlich auch nicht viel besser weggekommen wäre).
    Auch wenn die deutsche Vorentscheidung wahrlich keine Garantie für bessere Platzierungen ist – die interne Selektion zusammen mit der Direktqualifikation fürs Finale scheint das Risiko deutlich zu erhöhen …

  34. Die ganze Rechnerei ist „nice to have“. Aussagekrft hat sie keine. Zumal alle Nulpointers aus den Big-five-Countries und aus den Niederlanden kommen, die sich allesamt in den Semifinals keiner Konkurrenz stellen mussten. Wäre das der Fall gewesen, sähe das alles sicher noch ein bisschen düsterer aus.

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