„SNAP“ und der weltweite Erfolg: Vertritt Rosa Linn Armenien auch beim ESC 2023?

Während das Trance/Electro-Projekt Snap! 1992 die Charts stürmte, ist exakt 30 Jahre später ein Song namens „SNAP“ auf dem besten Weg, ein Welthit zu werden. Wie berichtet, läuft es für Armeniens Rosa Linn vor allem Dank über 360.000 TikTok-Videos, in denen „Snap“ verwendet wurde, richtig gut. Jetzt haben ihr die daraus resultierenden hohen Streamingzahlen und Erfolge in den Charts sogar einen internationalen Plattenvertrag eingebracht. Das sind aber nicht alle Neuigkeiten der diesjährigen armenischen ESC-Künstlerin.

Wie Rosa Linn jetzt in einem BBC-Interview verraten hat, will sie nicht vergessen, dass der ESC ihr den Weg zum Erfolg geebnet hat. Sie bezeichnet die Erfahrung in Turin als etwas „Magisches“ und sagt, dass es nicht bei einer einmaligen Sache bleiben soll. Sie würde 2023 gerne direkt erneut beim ESC für Armenien an den Start gehen, wird sie zitiert. Könnte es also ein Wiedersehen mit Rosa Linn in Großbritannien geben? Der Wille scheint tatsächlich trotz des aktuellen internationalen Erfolgs da zu sein, wie Rosa Linn im Interview mit der BBC klar gemacht hat:

„Schon vor meiner Teilnahme liebte ich den ESC als Fan. Aber wenn du daran selbst teilnimmst, ist es absolut magisch. Ich würde gerne nächstes Jahr nochmal antreten.“

Auch wenn Rosa Linn nicht die erste ESC-Kandidatin wäre, die im Folgejahr direkt nochmal dabei ist, ist ihr Fall dennoch etwas Besonderes. In der Vergangenheit waren Künstler, die nach dem ESC eine internationale Karriere aufbauen konnten, nämlich eher eingeschüchtert von der Idee, nochmals am Wettbewerb teilzunehmen. Zu groß ist dann die Angst vor einer Niederlage, wie man immer wieder hört.

Ehemalige ESC-Sieger und spätere Weltstars wie ABBA oder Céline Dion haben mittlerweile nicht einmal mehr das Bedürfnis, über ihre Teilnahme zu sprechen. Zudem haben Sieger wie Måneskin und Duncan Laurence, die sogar in den USA Charterfolge sammelten und dort in großen Talkshows auftreten durften, bisher keine zweite ESC-Teilnahme in Betracht gezogen und werden dies vermutlich auch nicht mehr.

Auch wenn Rosas Erfolg sich aktuell nur auf einen einzigen Hit und einen 20. Platz beim ESC 2022 herunterbrechen lässt, deutet ihre neueste Errungenschaft an, dass ihr tatsächlich eine große Karriere bevorstehen kann: Wie die Sängerin jetzt auf ihrer Instagram Seite verkündet hat, ist sie nun nämlich von Columbia Records unter Vertrag genommen worden – ein Plattenlabel, bei dem unter anderem Künstler:innen wie Beyoncé, Daft Punk, Adele, Depeche Mode oder Harry Styles unter Vertrag sind.

Zudem befindet sich „SNAP“ in den wohl wichtigsten Charts überhaupt, den „Billboard Global Top 200“, aktuell auf Platz 36. Hier werden Musikstreams, -downloads und -verkäufe aus über 200 Ländern und Regionen der Welt einbezogen. Sollte Rosa Linns Karriere durch diese Meilensteine also weiter Fahrt aufnehmen, wäre eine zweite ESC-Teilnahme nicht nur gewagt, sondern wohl auch eine kleine Sensation.

Ob sich der zuständige armenische Fernsehsender ARMTV tatsächlich ein zweites Mal in Folge für Rosa Linn entscheidet, bleibt abzuwarten. Auch die eigentliche Vertreterin des Landes aus dem Corona-Jahr 2020, Athena Manoukian, wartet immer noch auf ihre Chance beim ESC. Ein heißer ESC-Kandidat für 2023 ist auch Sänger Saro Gevorgyan, der dieses Jahr bei der internen Auswahl in Armenien knapp das Nachsehen hatte. Seine für den ESC gedachte Nummer „Wicked Stranger“ wurde von Tokionine produziert, der auch am armenischen Junior ESC-Siegersong „Qami Qami“ beteiligt war.

Aktuell hat Armenien seine Teilnahme für den ESC 2023 noch nicht bestätigt, dennoch kann man davon ausgehen, dass die Nation in Großbritannien dabei sein wird. Bei seinen vergangenen zwei ESC-Teilnahmen hat das Land hinter verschlossenen Türen eine Künstlerin ausgewählt, jedoch wechselt man gerne zwischen öffentlichem Vorentscheid und interner Entscheidung hin und her.

Sollte Armenien Rosa Linns Erfolgswelle nutzen oder wünschst Du Dir einen anderen Act für den ESC 2023?


23 Kommentare

  1. Rosa Linn darf gerne erneut teilnehmen, sie kann es aber auch lassen. Ich habe dazu keine eindeutige Meinung. Wenn sie aber zurückkehrt, dann sollte sie für den ESC einen stärkeren Song bereithalten. „Snap“ ist niedlich und ich höre es auch gerne, aber es ist einfach nichts Besonderes. Trotzdem ist „Snap“ definitiv besser als diese grausige Nummer von Athena Manoukian 2020. Das braucht kein Mensch nochmal.
    Ich persönlich würde beim ESC gerne mal wieder ethnische Klänge aus Armenien hören. Damit waren sie nämlich fast immer erfolgreich. Aber auch ein ähnlich starkes Brett wie „Qami Qami“ wäre sicherlich nicht unattraktiv.

  2. Theoretisch könnte es natürlich so einen Credibility-Schub à la Dadi Freyr geben, aber wozu sollte sie? Sie hat doch ihren Schnitt mit diesem Song bereits gemacht und ist in TikTok, Spotify & Co viral. Aber wenn sich, wie bei manchem Fussballspieler, noch eine alternative Geburtsurkunde findet, vielleicht will sie doch noch mal beim JESC … 🤔 Ich mein ja nur …

  3. Nächstes Jahr kann von mir aus gerne eine/n andere/r KünstlerIn oder Band für Armenien am ESC teilnehmen. Gibt bestimmt schöne Alternativen.🙂

  4. Also wenn Rosa Linn Freude am ESC hat und der armenische Sender grünes Licht gibt soll sie gerne wieder dran teilnehmen. Jedenfalls hat mit Snap viel besser gefallen als das Werk im Jahr davor

  5. Ich denke auch, es ist etwas vorgegriffen schon jetzt über den Vertreter Armeniens 2023 zu spekulieren.
    Im übrigen hat Rosa. ja schon ihren Erfolg und Aufmerksamkeit für ihre Karriere eingefahren, so dass eine erneute Teilnahme im Grunde hinfällig ist.

    • Naja Olympiasieger nehmen auch wieder teil und ruhen sich auf ihren Erfolg nicht aus. Warum soll eine Künstlerin nicht mehr teilnehmen nur weil sie schon Erfolg hatte wenn es ihr doch Spaß macht

      • Es fallen aber auch viele Sportler wegen mangelnder Leistung oder Verletzungen nach einem Erfolg aus.
        Rosa Linn ist genau genommen keine Siegerin, sondern eine erfolgreiche Streamingportal-Künstlerin.
        Am wenigstens wird sie selber entscheiden können, ob sie nochmals antritt, sondern wohl eher die armenische Fernsehstation und das Musiklabel..

  6. Der Vergleich zwischen Rosa Linn und ABBA, Duncan, Maneskin, etc. betreffend erneuter Teilnahme unterscheidet sich darin, dass Rosa Linn nicht gewonnen hat und somit noch weiter aufsteigen kann. Bei ehemaligen Gewinners verstehe ich, dass sie nicht mehr teilnehmen, denn sie können eigentlich nur absteigen. Den ESC gewinnt nicht einfach so nebenbei mal, geschweige denn mehrmals.

    Ich würde mich über eine erneute Teilnahme freuen, denn sie versprüht einen herzensgute, positive Energie. Ich mag ihr den Erfolg gönnen.

  7. Also wenn deutsche bzw. schwedische Künstler (m/w/d) und Bands mehrmals am ESC teilnehmen, ohne diesen gewonnen zu haben bzw. nicht auf anhieb einen ESC-Sieg eingefahren haben – ich sage nur Wind oder Carola – dann spricht auch nichts dagegen, wenn dies bei anderen Ländern auch Mal vorkommt.

    Ich behaupte jetzt einfach Mal, wenn Stefan Raab in den 2000er Jahren in seiner Show TV total nicht regelmäßig in einem ESC-Vorstadium ein Ralph-Siegel-Bashing betrieben hätte und sich indirekt darüber ausließ, dass irgendwann auch Mal Schluss sein müsse, dann würde Stephan Raab bezugnehmend auf den ESC auch heute noch seinen Einfluss geltend machen. Aber damals war sein jugendlicher Übermut wohl noch etwas größer als eine langfristig vorausschauende Betrachtungsweise was die direkte oder indirekte Teilnahme an einem ESC betrifft. Im Grunde genommen hat sich damals Stefan Raab seiner Möglichkeiten – auch heute noch am ESC teilnehmen zu können – selbst beraubt.

    • Das regelmäßige Siegel-Bashing Raabs in seiner Sendung war mir bisher nicht bekannt (ich habe TV Total nie geschaut). Das macht mir diesen Menschen noch unsympathischer.

      • Regelmäßig i.S.v. einem Zeitraum zwischen dem Beginn des deutschen VE bis eben zum ESC-Abend selbst. Halbfinale und Finale gab es damals ja zu seiner Zeit noch nicht.

      • Danke, das hatte ich schon auch so verstanden. Es passt zu Raab, dass er auf Siegel draufhaut, als dessen Karriere-Hochphase schon ein wenig zurück liegt, sein spöttisches „Böörti Böörti Vogts“ schrieb er ja auch, als Vogts gerade nicht unbedingt populär war, veröffentlicht wurde der Song am Tag nach dem Ausscheiden der von Vogts trainierten deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1994.

  8. Bei meinen Sender( N-Joy) läuft “SNAP“ seit letzter Woche schon fast in Dauerschleife . Mich freut das , toller Song und der Remix dazu ist auch mega 🙂

  9. Für mich ist Snap der verdiente Charts-Sieger des diesjährigen ESC. War eh einer meiner Favoriten.
    Immer noch besser als UK oder ESP

    • Armenien hatte doch nur Glück, daß es mit dieser seichten Nummer überhaupt ins Finale gekommen ist! Wäre Rosa Linn beim ESC im Halbfinale augeschieden, dann hätte er sich mit Sicherheit nie in den „Billboard Global Top 200“ platziert und der Hype wäre erst gar nicht entstanden.

      • Ja Matty, hätte wenn und aber…. Die Realität ist nun einmal eine andere.

  10. Ich sage es mal so: Im Folgejahr erneut am ESC teilzunehmen, das ist nicht ganz unriskant. Davon können etwa Lena und Jedward ein Lied singen – zusätzlich zu denen, mit denen sie antraten. 😉

    Aber im Ernst: Ich bin eher dafür, wem Anderes die Chance zu geben. Ob es Athena wird oder jemand anderes, ist dabei unerheblich. Wenn Rosa Linn schon so durchstarten kann, dann hat sie den zweiten Anlauf beim ESC gar nicht zwingend nötig!

    JESC-Siegerin Maléna könnte übrigens, rein theoretisch, im nächsten Jahr auch teilnehmen, sie wäre dann 16. Momentan hat es sie übrigens in die USA verschlagen: https://college.berklee.edu/news/junior-eurovision-winner-malena-receives-armenian-scholarship-to-berklee-summer-program

    • Es gibt aber auch ein Beispiel, bei dem es funktionierte. Katja Ebstein vertrat Deutschland 1970 in Amsterdam mit „Wunder gibt es immer wieder“ und belegte den dritten Platz. Ein Jahr später trat sie mit „Diese Welt“ in Dublin an und belegte ebenfalls den dritten Platz.

      • Oder Corry Brokken! 1956 noch so weit hinten, dass die Platzierung gar nicht erst bekanntgegeben ward. 1957 dann der fulminante Sieg.

  11. Jetzt muss sich zeigen, ob sie durch TikTok nur ein „One Hit Wonder“ am Laufen hat, oder ob sie mit mit der nächsten Single ebenfalls halbwegs erfolgreich sein kann

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