
Auch wenn es für Fans manchmal so scheint, als ob der Eurovision Song Contest durch Vorab-Votings und Wettquoten ziemlich vorhersehbar geworden ist, so gibt es doch immer wieder Songs, die viel besser abschneiden als erwartet – die sogenannten Dark Horses. Diesen wollen wir uns auch in diesem Jahr wieder vorab nähern: Welchen Beitrag haben die Fans und Buchmacher bisher nicht richtig auf der Rechnung?
Wir haben in der ESC-kompakt-Redaktion eine Shortlist der potenziellen Dark Horses erstellt, über die Ihr am Ende abstimmen könnt. Aber natürlich wollen wir von Euch auch wissen, wenn Ihr noch ganz andere Songs für unterschätzt haltet. Postet diese gern in die Kommentare.
Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields
Australien hat einen besonderen Platz in unseren ESC-Herzen. Ganz ohne Frage. Zusätzlich haben Electric Fields durch ihre frühere Vorentscheidteilnahme bei den Fans einen Stein im Brett. Doch so richtig war ist die Bubble mit „One Milkali (One Blood)“ geworden – guten Vibes, sicheren Gesangs und Didgeridoo. Das könnten die Zuschauer/innen im Finale durchaus positiver aufnehmen.
Georgien: „Firefighter“ von Nutsa Buzaladze
Feuerwehrmänner und -frauen gehören sicher zu den Berufsgruppen, die weltweit das höchste Ansehen genießen. Was liegt da näher, als über diese einen Song zu machen? Dazu kommt, dass bei Nutsa die Luft brennt, wenn sie eine Bühne betritt. Starke Stimme, große Wandelbarkeit, extrem professionell. Damit müsste sie doch das Feuer bei den Zuschauer/innen entflammen können?!
1993 war Luxemburg das letzte Mal beim ESC vorbei – und natürlich wollen wir das Großherzogtum wieder herzlich im Teilnehmerkreis begrüßen. Wie würde das besser gehen als mit reichlich Punkten? Die könnte man auch objektiv begründen: TALI singt zu großen Teilen auf französisch, ihr Song geht nach vorn und sie wird eine Top-Choreographie haben. Was will man mehr beim ESC?
Moldau: „In The Middle“ von Natalia Barbu
Moldau gehört zu den Ländern, die die Zeit zwischen der Entscheidung für ihren Beitrag und dem ESC selbst bestens zu nutzen wissen. Der Act wird auf Hochglanz poliert und tauglich für die ganz große Bühne gemacht. Darüber vergisst man dann schon mal die Mittelmäßigkeit eines Songs. Es würde überraschen, wenn die Verantwortlichen in Moldau das verlernt hätten. Darüber hinaus war Natalia Barbu schon einmal für das Land beim ESC und weiß, worauf es ankommt.
Poplieder, die problemlos im Radio laufen können, haben es beim ESC oft nicht leicht. Luna ist aber eine Interpretin, die es versteht, die Blicke auf sich zu lenken. Das offizielle Video ist visuell sehr vielversprechend, die PreParty-Auftritte haben aber noch viel Potenzial gelassen. Hier könnte Luna positiv überraschen. Last not least hat Polen eine verlässliche Diaspora, die es aktivieren kann.
Portugal geht seit ein paar Jahren beim ESC einen ganz eigenen und häufig sehr künstlerischen Weg. Die Songs sind dabei unterschiedlich auffällig gewesen; ein Hingucker waren die Auftritte aber immer. iolanda ist mit ihrem Arthouse-Beitrag in Malmö allein auf weiter Flur. Das könnte ihr helfen, mehr Stimmen einzusammeln als bisher vermutet.
Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora
Ist es konjunkturelles Ding oder ein dauerhaftes? Fest steht: richtig ruhige Balladen sind in diesem Jahr so rar gesät wie die von Teya Dora besungene Ramonda-Blume. In seiner Stille könnte der Song so durchaus auffallen. Außerdem hat die Sängerin Ausstrahlung und einen sicheren Gesang – wesentliche Zutaten für ein gutes ESC-Ergebnis.
Tschechien: „Pedestal“ von Aiko
Laute Songs und Titel über Selbstliebe sind beim ESC in Malmö ganz sicher keine Mangelware. Allerdings gibt es nach den vier rockigen Beiträgen im letzten Jahr diesmal bei genau diesem Genre einen Engpass. Auch wenn vermutlich Baby Lasagna davon stärker profitieren kann, könnten aber noch einige Stimmen von Rockfans zu vergeben sein – zumal dann, wenn hier mit Aiko auch eine Frontfrau singt.
Deutschland: „Always On The Run“ von ISAAK
Letztes Jahr hatten wir Lord of the Lost als Dark Horse ausgerufen – und in diesem Jahr ruhen unsere entsprechenden Hoffnungen auch wieder auf Deutschland. Die Signale für ISAAK sind durchaus unterschiedlich: die Fanclubs sind weniger begeistert, die EuroJury dafür umso mehr. Außerdem hat ISAAK viel Feuer auf der Bühne versprochen. Möglicherweise kann er damit die Fans und Zuschauer/innen auch überzeugen.
Welcher Beitrag wird beim ESC 2024 besser abschneiden als allgemein erwartet und damit das diesjährige Black Horse? Du kannst max. 3 Beiträge wählen.
- Deutschland: „Always On The Run“ von ISAAK (18%, 331 Votes)
- Luxemburg: „Fighter“ von TALI (17%, 301 Votes)
- Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora (16%, 283 Votes)
- Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields (11%, 207 Votes)
- Polen: „The Tower“ von LUNA (10%, 185 Votes)
- Georgien: „Firefighter“ von Nutsa Buzaladze (9%, 164 Votes)
- Portugal: „Grito“ von iolanda (9%, 155 Votes)
- Tschechien: „Pedestal“ von Aiko (7%, 129 Votes)
- Moldau: „In The Middle“ von Natalia Barbu (4%, 68 Votes)
Total Voters: 1.006
Welcher ESC-Beitrag ist Deiner Meinung nach in diesem Jahr besonders unterschätzt und wird uns am Finalabend überraschen – und warum? Lass uns gern Deinen Tipp und Deine Begründung in den Kommentaren da.
Das waren die Dark Horses der letzten Jahre
2023: TVORCHI „Heart Of Steel“ (Ukraine)
2022: Nadir Rustamli „Fade to Black“ (Aserbaidschan)
2021: Go_A „Shum“ (Ukraine)
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Punkte für Isaak von der Euro Jury aus Norwegen und keine aus Serbien.
UK und Finnland könnten besser abschneiden als erwartet. Finnland traue ich die Top 5 im Televote zu und UK mag ich zwar nicht aber die Prominenz und Erfahrung des Sängers könnten dazu führen, dass der Platz besser wird als erwartet.
Namen sind beim ESC auch nur Schall und Rauch und Top 5 sehe ich für Finnland gar nicht, dafür sind einfach zu viele dieser Nummern dieses Jahr dabei.
Ich denke mal, daß Finnland selbst beim Televoting relativ schwach abschneidet.
Österreich und Finnland liegen ja nicht sooo schlecht bei den Buchmachern. Aber eben nicht in den Top 10. Wenn nun Kaleen und/oder WindowsMan95 auf zb Rang 8 kommen, kann man da von Dark Horse sprechen?
nein kann man nicht. Dark Horse heisst bei den Wetten kurz vor dem Finale weit weg von den Top 10 (und auch vorher bei Wetten und sonstwo nie in den Top 10) (End-Zehner bis 20er Bereich) dann im Finale aber innerhalb Top 10. Das ist ein echtes Dark Horse. Ein eher hinkendes Dark Horse ist wer um 15 herumdümpelte (bei den Wetten und sonstwo) und sich dann in die Top 10 reinhangeln kann.
Zudem gibt es noch eine weitere Möglichkeit ein Dark Horse zu sein. Nämlich in der Post-Final kommerziellen Performance.
Meine Tipps für die Dark Horses 2024:
– Luxemburg (wird bei den Jurys in den Top 10 landen; im Televoting Comeback-Bonus)
– Polen (wegen Diaspora leider Top 15 sehr wahrscheinlich)
– Armenien (wird live sowas von alle umhauen; im Televoting Top 7)
– Estland (auch hier erwarte ich ein starkes Televotingergebnis, vermutlich gerade noch Top 10)
– Australien (bei den Jurys linke Hälfte, insgesamt dann um Platz 15 herum)
– Zypern (bei den Jurys linke Hälfte, insgesamt Top 16)
Und WAS IST MIT ISAAK, WAS TIPPS DU FÜR IHN?
Warum schreist du denn so? 🤨
Ich tippe bei Deutschland auf Platz 25 oder 26.
Der Gag an nem Dark Horse (oder gar mehreren) ist, dass man es vorher nicht weiss, wer das denn wohl so alles sein könnte. Noch nichteinmal nach den HFs.
Das gleiche gilt für FFFs. Davon wird es mindestens auch einen geben.
Mir persönlich würd unter den Genannten Polen mit einem guten Abschneiden gefallen.
Nebenbei: Der stete Tropfen höhlt den Stein. Isaak ist neu dabei in den wichtigen Amazon Music DE Charts auf Rang 441. Ist zwar 400 Plätze schlechter als zum selben Zeitpunkt bei Malik aber 2000 besser als bei LOTL.
Am Mittwoch wird es hochspannend. Dann wird die EBU einen Schnelldurchlauf von Semi 1 veröffentlichen und wir sehen auf einen Schlag, was die Länder uns bieten werden.
Estland💓
Ich kann hier nur für Serbien (meiner absoluten Lieblingsbalade) und Luxemburg (ist zwar altbacken, macht aber fun) abstimmen.
Ich sehe auch Estland als dark horse, da dort die Inszenierung das A und O im Semi 2 sein wird, ob es da herausfällt, oder gar im Final viele Punkte abgreifen kann.
Estland und Armenien, da bin ich ziemlich sicher. Von den aufgeführten am ehesten Serbien. Was ist mit Aserbaidschan? Die schneiden häufig besser ab als erwartet und ich mag den Song mittlerweile gerne
OT: Ich poste das mal hier und hoffe, dass es gesehen wird und dem Einen oder der Anderen Freude bereitet:
Der letztjährige serbische Teilnehmer Luke Black hat im Rahmen der Preparty in London neun Acts (Luna, Angelina Mango, Raiven, Silvester Belt, Windows95Man, Aiko, Bambie Thug, Sarah Bonnici und Isaak) mit Fokus auf dem Thema Songwriting interviewt, und ich finde, er hat das sehr charmant und toll gemacht.
Wenn Ihr mal gucken wollt, hier gehts lang:
PRS for Music – YouTube
Hab für Portugal und Serbien gestimmt, aber vielleicht wird es auch Australien. Keine Ahnung, ist echt schwierig vorher zu sagen. Ach ja auch Estland gehört dazu…
Mein persönliches Dark Horse ist Slowenien. Raiven. Sie hat eine Wahnsinns Ausstrahlung und der Song ist faszinierend. Ich würde mir wünschen dass sie eine gute Platzierung bekommt.
Ist für mich ein Grower und gefällt mir wesentlich besser als die anderen Beiträge mit den Dance-Breaks.
Portugal, Serbien und Slowenien … Ich mag Dich. 🙂
😊😍
Raiven hat übrigens heute Geburtstag und ich bin schon lange in ihrem Team.
Hab mal für Polen (geiler Beat) und Georgien (bester Hupfdolensong dieses Jahr) gestimmt.
Portugal würde ich den Erfolg sehr wünschen, aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das Finale packen. MARO z.B: hätte es zwar auch bei reinem Televoting geschafft, aber der Song war auch deutlich massentauglicher.
Luxemburg geht mir zunehmend auf die Nerven.
Heute ist übrigens der 50. Jahrestag der Nelkenrevolution in Portugal.
Nein, der war gestern.
Punkte für Isaak aus Schweden bei der Euro Jury und aus Spanien keine.
Ich habe lange überlegt. Irgendwie ist es keiner von den genannten Alternativen. Da aber meine Hoffnung (wie jedes Jahr) ist, dass Deutschland nicht ganz so schlecht abschneidet, habe ich für Isaak gestimmt.
Mein Außenseiter-Herz schlägt für eher Hera und Dons. Vielleicht schaffen sie ja doch den Finaleinzug!?
Mein Bauchgefühl sagt dass es Luxemburg,Estland,Finnland oder Slowenien wird
Wie einfach niemand Irland erwähnt hat… War btw von Anfang an meine Nummer 1