ESC-Songcheck kompakt 2024 (8) – Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields

Bild: Eurovision.tv

Michael Ross und Zaachariaha Fielding bilden ein Duo, das in der Fancommunity bereits seit Jahren bekannt und beliebt ist. Als Electric Fields standen sie daher auch lange Zeit auf der ESC-Wunschliste vieler Fans. Dieses Jahr ist es nun endlich so weit: Die beiden Australier wurden vom zuständigen Sender SBS intern ausgewählt, um in Malmö anzutreten und feiern dabei auch gleich eine Premiere: Tatsächlich hören wir 2024 zum ersten Mal eine Sprache der Aborigines auf der ESC-Bühne.

Zunächst war lange Zeit unklar, ob Australien dieses Jahr überhaupt beim ESC dabei sein darf. Das Land ist aufgrund der geografischen Lage lediglich assoziiertes EBU-Mitglied und ist daher jedes Jahr auf eine Art „Sondergenehmigung“ bzw. Einladung der EBU angewiesen. Der Fünf-Jahres-Vertrag, der diese Einladungen garantierte, lief 2023 allerdings aus. Im Dezember konnten australische Fans dann jedoch aufatmen: Down Under steht auch dieses Jahr auf der Teilnehmerliste.

Der TV-Sender SBS beschloss daraufhin, erneut hinter verschlossenen Türen zu entscheiden, wer das Land beim ESC vertreten darf. Zuerst gab es Teilnahme-Gerüchte um Dannii Minogue, später soll die Band Sheppard im Gespräch gewesen sein. Am Ende konnten Electric Fields aber mit ihrer eigenständigen Nummer „One Milkali (One Blood)“ überzeugen und sich das Ticket zum ESC 2024 sichern.

Das Duo Electric Fields ist für seinen harmonischen Stilmix aus Electropop und Folklore-Elementen berühmt und die Bandmitglieder in Australien durch die Teilnahme an „X Factor Australia“ bekannt geworden. Teil der ESC-Welt wurden die beiden durch die Teilnahme am australischen Vorentscheid 2019, bei dem sie den zweiten Platz belegten. Während sich Michael mit männlichen Pronomen wohl fühlt, gibt Zaachariaha an, sowohl männliche als auch weibliche Pronomen für sich zu verwenden. Für das Spielen mit den Geschlechterrollen sind die beiden mittlerweile bekannt und beliebt.

Das Lied

Den ESC-Song „One Milkali (One Blood)“ haben die beiden Bandmitglieder Zaachariaha Fielding und Michael Ross gemeinsam geschrieben. Bei der Produktion wurden Electric Fields von Luke Million unterstützt. Der Beitrag wird – erstmals in der ESC-Geschichte – teilweise auf Yankunytjatjara gesungen; eine Sprache der Aborigines, der indigenen Völker Australiens.

In der Nummer geht es darum, dass alle Menschen im Grunde genommen denselben Ursprung haben und aus derselben Materie bestehen. Der Text kann als spirituell verstanden werden, vereint aber dennoch die universelle Botschaft von Frieden und Liebe. Electric Fields bleiben sich musikalisch treu und geben der Nummer ihren unverkennbaren Touch aus Electropop-Elementen, Dance und Folklore, der auch durch Didgeridoo-Sounds auffällt.

Der Check

Song: 4/5 Punkten
Stimme: 4,5/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3,5/5 Punkten

Benny: Ich musste mit dem Lied erstmal etwas warm werden, mittlerweile gefällt es mir aber ganz gut. Trotzdem: Von den Electric Fields hätte ich mir mehr erwartet und erhofft. Live werden die beiden das aber sicherlich noch auf ein viel höheres Level heben. 7 Punkte

Berenike: Wie cool, nun werden wir beim ESC auch ein Didgeridoo hören! Ich mag die sehr prägnante Stimme von Zaachariaha Fielding, die trotz vieler Tonspuren absolut im Vordergrund steht, und die Energie, die der Song in sich hat. Die Produktion hätte vielleicht noch etwas abwechslungsreicher sein können, trotzdem ist es ein sehr schöner rhythmischer Elektrotrack. 7 Punkte

Douze Points: Sehr sympathischer Beitrag von Down Under, der uns rhythmisch in die 80er zurückbringt. Das Didgeridoo ist wunderbar eingearbeitet. Letztlich fehlt ein bisschen Drive und Abwechslung. 7 Punkte

Flo: Um ganz ehrlich zu sein: „One Milkali (One Blood)“ ist einer der Beiträge, die mich in diesem Jahrgang enttäuscht haben. Denn Electric Fields hätten nach ihrem zweiten Platz bei Australia Decides einen ESC-Erfolg mehr als verdient. Mit dieser Nummer ist esaber ein ganz schönes Brett, das sie mit der Live-Performance zu bohren haben. Dieser Nummer fehlt es an einem Spannungsbogen, nach etwas mehr als einer Minute ist der Track eigentlich schon auserzählt. 4 Punkte

Manu: Klar freue ich mich, dass Electric Fields nun endlich zum ESC gekommen sind. „One Milkali“ knallt zwar vom instrumental nicht so rein, wie es „2000 and Whatever“ tat. Für mich fühlt sich der Beitrag aber an wie eine freudige Umarmung voller Liebe, guter Schwingungen und viel Sonnenschein. Wahrscheinlich wäre es sinnvoll gewesen, wenn das australische Elektropop-Trio PNAU dem Lied nochmal den letzten Schliff gegeben hätte; aber auch so hoffe ich, dass Electric Fields im ESC-Finale „Liebe regnen“ lassen können. 10 Punkte

Max: Das trifft leider nicht meinen Geschmack. Ist vielleicht kein schlechtes Lied. Ich schätze absolut den Sound-Mix, der ja sogar (endlich) das australische Didgeridoo mal in Szene setzt. Aber das Lied an sich holt mich nicht wirklich ab und ich muss auch zugeben, dass ich den Song konsequent skippe, wenn er in meiner Playlist auftaucht. Sorry Australia. 2 Punkte

Peter: So viel spricht für „One Milkali“, allem voran, dass die Kultur der Aborigines gefeiert und der Beitrag teilweise auf Yankunytjatjara vorgetragen wird. Ich freue mich für Electric Fields, dass sie direkt nominiert wurden, nachdem sie bereits bei „Australia decides“ Schulterklappen verdient hatten. Ich mag den Groove und die catchy Melodie und der Text ist sympathisch, und gesanglich ist das ebenfalls unmittelbar animierend. 12 Punkte

Rick: Ich kann die Skepsis vieler Fans bezüglich „One Milkali (One Blood)“ echt nicht begreifen. Vermutlich vergleichen aktuell noch zu viele die Nummer mit „2000 And Whatever“, was ja in Bezug auf die Erfolgschancen eines ESC-Songs immer Quatsch ist, da der Durchschnitts-Zuschauer diesen Vergleich gar nicht hat. Auf jeden Fall finde ich den Beitrag sowohl musikalisch als auch lyrisch faszinierend. Die spirituelle Botschaft der Gleichheit aller Menschen kommt bei mir total an. Zudem liebe ich die Authentizität der Nummer und mit Electropop ist man bei mir ja sowieso immer an der richtigen Stelle. Cooler Beitrag! 10 Punkte

Gesamtpunktzahl: 59/96 Punkte.

Beim ESC-kompakt-Index landet „One Milkali (One Blood)“ auf Platz 29 von 37.

Wie schneidet der australische Beitrag "One Milkali (One Blood)" von Electric Fields ab?

  • Bleibt im Halbfinale hängen (47%, 351 Votes)
  • Platz 16-20 (21%, 157 Votes)
  • Platz 21-26 (15%, 116 Votes)
  • Platz 11-15 (11%, 84 Votes)
  • Platz 6-10 (4%, 30 Votes)
  • Top 5 (2%, 13 Votes)

Total Voters: 751

Wird geladen ... Wird geladen ...

Bisher erschienene Songchecks:

Erstes Halbfinale

(1) Kroatien: „Rim Tim Tagi Dim“ von Baby Lasagna
(2) Zypern: „Liar“ von Silia Kapsis
(3) Irland: „Doomsday Blue“ von Bambie Thug
(4) Litauen: „Luktelk“ von Silvester Belt
(5) Polen: „The Tower“ von LUNA
(6) Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora
(7) Ukraine: „Teresa & Maria“ von alyona alyona & Jerry Heil



Entdecke mehr von ESC kompakt

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

111 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Lumbalis31
Lumbalis31
2 Jahre zuvor

Auch hier bin ich bei Max. Ein Song zum weiter skippen!

funtasticc
Mitglied
funtasticc
2 Jahre zuvor

Jepp, auch ich stimme Max hier zu.
Wenn man es genau nimmt, singen sie ja auch immer nur die eine, gleiche Zeile auf Yankunytjatjara… das finde ich jetzt nicht so besonders.
Und da im ersten Semi nicht so wirklich viele Favs sind, gehe ich mal von einer Final-Teilnahme aus. Und wo sie da landen, kann man wirklich erst nach der Performance sehen… vielleicht kommt ja noch die große Überraschung.

Cali
Mitglied
Cali
2 Jahre zuvor

So, ich steige denn jetzt auch mal ins Songcheck-Geschäft wieder ein, nachdem ich die letzten Tage zu faul dafür war.
Australien war für mich eine der Enttäuschungen des Jahres, als das Lied veröffentlicht wurde. Angefangen von Musikvideo, welches nur ein Lyrics-Video ist, bei denen man den beiden unangenehm nackt und nahe ausgeliefert ist. Es fühlt sich dabei tatsächlich so an, als wäre das schnell zusammengeschustert worden, um es rechtzeitig einreichen zu können. Ich weiß ja nicht. Und das Lied hat mich anfangs so gar nicht beeindruckt. Mittlerweile finde ich beim Hören aber immer ein paar Sachen, die ich ganz gelungen finde, und so hangelt man sich durch die drei Minuten.
Von dem, was wir bislang haben, wäre das ein klarer Nichtqualifikant. Aber Electric Fields sind gerade live ein Brett und können da einiges nochmal reißen, und Australien ist auch für gute und originelle Inszenierungen bekannt. Das wird trotzdem keine leichte Aufgabe werden.

Prognose: Halbfinale 9/15 (60%) -> Finale 21-26
Meinung: Platz 35/37 (4 Punkte)

alwayslaughingtoby
Mitglied
alwayslaughingtoby
2 Jahre zuvor

Vervollständigt meine Top5. Ich mochte es seit dem ersten Ton, den ich gehört habe…

Delta
Mitglied
Delta
2 Jahre zuvor

Ist ok. Mir fehlt ein wenig der Spannungsbogen, aber im allgemeinen kann ich mit dem Song schon was anfangen. Ich mag den Hinterbliebenen Rythmus.

Ich gebe 7 von 12 Punkte und ein Platz im Mittelfeld.

JoBi
JoBi
2 Jahre zuvor

Es freut mich, dass Australien wieder dabei ist. Bis zur Meldung, das ihr*e Kandidat*in am 5. März bekanntgeben, haben sie sich verdeckt gehalten. Ich finde ihren Beitrag so lala. Für den ein oder anderen könnte er gefallen. Und er wirkt für mich fast wie radiotauglich.

In meinem Ranking ist Australien auf Platz 21/37.
Ich denke das sie im Halbfinale hängen bleiben.

Gerd Geomax
Gerd Geomax
2 Jahre zuvor

Das machen die Australier schon klug. Zunächst ein paar Vorentscheide verantsalten um dann sukzessive zunächste alle Zweitplatzierten (und vielleicht danach noch dire drittplatzierten?) als intern bestimmter Act zu senden. Allerdings war der 2019er Beitrag „2000 und Whatever“ wesentlich kraftvoller, wenn auch die Stimmleistung auch da nicht ganz stimmte. „One Mikali“ ist leider viel zu getragen, wenn auch musiklaisch durchaus interessant. Das Video ist für mich im höchsten Maße unangenehm (dabei meine ich nicht den „Kuss“ sondern den kompletten Rest).
Aber gut, ich bin mal auf die Bühnenperformance gespannt und vergebe solange mal eine wohlwollende 6/10.
Damit heißt es jetzt:

Halbfinale 1:
1.Litauen 9/10
2. Ukraine 8,5/10
6. Irland 7,5/10
7. Polen 7/10
8. Kroatien 7/10
9. Serbien 7/10
11. Australien 6/10
12. Zypern 5,5/10

Gesamt:
4. Litauen 9/10
6. Ukraine 8,5/10
12. Irland 7,5/10
15. Polen 7/10
16. Kroatien 7/10
18. Serbien 7/10
25. Australien 6/10
28. Zypern 5,5/10.

Meine Einschätzung für Malmö: es fehlt mir derzeit jegliche Phantasie diesen Song im Finale zu sehen.