Advent der besten DACH-ESC-Beiträge (22): Ohne sie geht es natürlich nicht!

Wir haben Euch im letzten Monat nach Euren liebsten ESC- und Vorentscheidungs-Beiträgen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gefragt– einen lieben Dank an dieser Stelle an alle, die dabei so fleißig mitgemacht und so insgesamt 154 unterschiedliche Beiträge in die Auswahl gebracht haben. Diese haben wir ausgewertet und präsentieren Euch nun Eure liebsten 24 Beiträge der sogenannten DACH-Länder – jeden Tag einen neuen. Bis Heiligabend!

 

Platz 3: Lena „Satellite“

Na sicher doch – ohne sie geht es nicht. Und das ist auch gut so!

Nachdem wir in den letzten Tagen in unserem Kalender doch die ein oder andere Überraschung aufgedeckt haben, kann ich heute wohl nur überraschen, wenn ich Lenas Auftritt im Vorentscheid oben anhefte und nicht ihren Auftritt in Oslo. Gesagt, getan. Und so gebe ich auch gleich mal die Richtung des heutigen Kalenders vor.

Wer vor ein paar Tagen beim Adventstürchen zu „Taken by a Stranger“ genau hingeschaut hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass recht bewusst die „Unser Star für Oslo“-Zeit mit Lena ausgespart wurde. Springen wir also jetzt fast schon 11 Jahre (!) zurück zum 2. Februar 2010. Die öffentlich-rechtliche ARD ging eine Kooperation mit Stefan Raab ein. Da Stefan aber rechtlich an den Privatsender ProSieben gebunden war, kam es relativ revolutionär zu der erstmaligen und meines Wissens bisher auch einzigen Kooperation zwischen den beiden Sendern.

Es wurde sich für eine Castingshow in acht Teilen entschieden. Jeder, der wollte, hatte die Gelegenheit, sich auf Veranstaltungen verschiedener Radiosender und in einer aufgestellten Castingbox von ProSieben zu bewerben. Aus den mehr als 4.500 Interessierten wurden schließlich 20 potentielle ESC-Sieger ausgewählt, die in den ersten beiden Shows jeweils einen Coversong vortrugen. Ok, so viele potentielle ESC-Sieger waren nicht unter den Teilnehmern, aber zumindest eine, wie wir heute wissen.

Gleich in der ersten Show setzte sich neben Kerstin Freking, Cyril Krueger (der, wie ich durch Zufall mal gesehen habe, mein Nachbar war!), Meri Voskanian, und Katrin Walter auch Lena Meyer-Landrut mit dem Lied „My Same“ von Adele durch. Obwohl die Jury kein Mitspracherecht über das Weiterkommen der Teilnehmer hatten, bekam Lena schon in der ersten Sendung von Jurymitglied Marius Müller-Westernhagen die weisen Worte „Die Leute werden dich lieben“ mit auf den Weg.

In der zweiten Show setzten sich Jennifer Braun, Maria-Lisa Straßburg, Sharyhan Osman, Leon Taylor und der positiv durchgeknallte Christian Durstewitz durch. In der dritten und vierten Entscheidungsshow flogen jeweils zwei Talente raus, in der fünften mit Leon Taylor nur ein Talent. Die sechste Entscheidungsshow wurde zum Viertelfinale, in dem Lena das Lied „Mouthwash“ von Kate Nash und „Neopolitan Dreams“ von Lisa Mitchell vortrug. Jury wie Publikum waren erneut frenetisch begeistert und längst wurde gefragt, wieso die Show, die mit dieser Ausgabe zum ersten Mal im Ersten gesendet wurde, eigentlich noch weiter fortgeführt werden sollte. Längst war allen klar, dass an Lena und ihrer Ausstrahlung niemand vorbeikommen würde.

Im folgenden Halbfinale trug jeder Kandidat im ersten von zwei Durchgängen je einen Song vor. Die drei Kandidaten, die in der folgenden Abstimmung die meisten Anrufe erhielten, durften einen zweiten Titel vortragen. In der zweiten Abstimmung wurden die beiden Kandidaten für das Finale ermittelt: Jennifer Braun und Lena.

Im Finale dann endlich die insgesamt vier zur Auswahl stehenden neuen Lieder und potentiellen ESC-Beiträge. „Bee“ und „Satellite“ wurden jeweils Jennifer Braun und Lena in unterschiedlichen Versionen gesungen, der jeweils dritte Titel der beiden war unterschiedlich: Jennifer Braun trug das Lied „I Care For You“ vor, das unter anderem Max Mutzke mitgeschrieben hatte, während Lena mit dem Lied „Love Me“ nach Oslo wollte, das sie selbst gemeinsam mit Stefan Raab geschrieben hatte.

Doch hier entschied das Publikum anders und wählte das von Julie Frost und John Gordon geschrieben „Satellite“ für Lena aus. Jennifer gelangte mit „I Care For You“ in die letzte Abstimmungsrunde. Am Ende setzte sich Lena durch. Während Deutschland das Internet stürmte, um sich mit den drei Liedern von Lena einzudecken, wurde noch in derselben Nacht das Musikvideo zu „Satellite“ abgedreht.

Der Rest ist Geschichte – Deutschland, Österreich und auch die Schweiz liebt Lena. Alle drei Lieder stürmten in Deutschland in die Top 5 der Verkaufscharts, was zuvor noch niemand geschafft hatte. Das Musikvideo wird zum damals meistgeklickten Musikvideo auf dem offiziellen Eurovisionskanal und steht bis heute auf Platz 3. Beste Vorzeichen, um nach Oslo zu düsen und endlich mal wieder einen der vorderen Plätze für Deutschland zu belegen.

Auch wenn man nicht so recht daran glauben mochte, aber auch Europa liebte Lena und machte sie mit Safura aus Aserbaidschan, der türkischen Rockband maNga und der Ballade aus Israel zur Mitfavoritin. Die deutschen Pressekonferenzen waren begehrt und humorvoll, Lena wird von der ausländischen Fanpresse bejubelt. Lediglich ihr deutlicher Fantasie-Akzent wird immer wieder kritisiert. Aber wo ein Stefan Raab ist, da wird solche Kritik charmant gekontert.

Der Auftritt rückte näher – Deutschland blickte gespannt nach Oslo und wird in bester Raab-Manier täglich von Lena bezaubert. Der Spielbudenplatz in Hamburg ist am Abend des Eurovision Song Contest Finale rappelvoll. Neben Stars wie Culcha Candela, Anna Loos & Silly, Unheilig, Johannes Oerding, Stefanie Heinzmann, Nena, Xavier Naidoo, Marit Larson und Stromae darf auch Jennifer Braun dort mit ihrem Lied „I Care For You“ auftreten.

Um 22:35 Uhr deutscher Zeit ist es soweit: Schon bevor Lena kurz hinter der Bühne eingeblendet wird und der Postkartenfilm mit dem Brandenburger Tor gezeigt wird, können die Fernsehzuschauer erste „Lena“-Rufe aus dem Publikum hören. Die Bühne ist für ein solch tanzbares Lied ungewöhnlich dunkel und nur in Blautöne getaucht. Alles verlässt sich komplett auf Lenas Ausstrahlung und bietet absolut nichts auf der Bühne, das von Lena ablenken könnte. Lena steht in der Mitte der Bühne und beginnt sich im Takt des Liedes zu bewegen. Jubel brandet auf und zaubert ihr ein Lächeln ins Gesicht. Das Publikum in der Halle singt, tanzt und jubelt mit ihr – wann haben wir das bitte bei einem deutschen Beitrag mal so erlebt?

Die ersten Punkte für Lena ließen bei der Punktvergabe nicht lange auf sich warten. Hape Kerkeling rief ihr bei der deutschen Punktvergabe noch lauthals „Lena, go for gold“ zu und schon mit der siebten Wertung schob sich der deutsche Beitrag tatsächlich an die Spitze. Die ersten 12 Punkte erhielt Lenas Beitrag mit der zehnten Wertung aus Finnland, was sicher nicht nur in der Halle frenetisch gefeiert wurde. Höchstwertungen aus Spanien, Norwegen, Dänemark, Estland, der Slowakei, Lettland, der Schweiz und Schweden folgten. Lediglich Armenien, Georgien, Israel, Moldau und Weißrussland hatten keine Punkte für „Satellite“ übrig. Die brauchte es aber auch nicht: Die Jurys hatten sich knapp (2 Punkte vor Belgien) und die Zuschauer (66 Punkte vor der Türkei) klar entschieden: Lena sollte den Eurovision Song Contest 2010 gewinnen.

Auf der anschließenden Siegerkonferenz flogen die Sektkorken. Deutschland feierte für eine Nacht so, als wäre man Fußball-Weltmeister geworden, während Peter Urban Lena „völlig fertig“ auf der Bühne interviewte. Am nächsten Tag wurden viele Sondersendungen gezeigt, zahlreiche Fans jubelten Lena schon bei ihrer Ankunft am Flughafen zu, tausende feierten anschließend mit ihr vor dem Neuen Rathaus in ihrer Heimatstadt Hannover.

„Satellite“ als Akustik-Version beim #StayOn-Festival von o2 passt sogar zur Vorweihnachtszeit –
für alle Fans gibt es hier auch noch ein recht schönes Lena-Konzert von 2013

 

Die bisherigen Adventstürchen findet Ihr hier:
Platz 24: Timebelle „Apollo“ + Cesár Sampson „Nobody But You“
Platz 23: Ben Dolic „Violent Thing“
Platz 22: Mary Roos „Nur die Liebe lässt uns leben“
Platz 21: Max Mutzke „Can’t Wait Until Tonight“
Platz 20: Katja Ebstein „Diese Welt“
Platz 19: Roman Lob „Standing Still“
Platz 18: DAWA „Feel Alive“
Platz 17: Peter, Sue & Marc „Io senza te“
Platz 16: Lena „Taken By A Stranger“
Platz 15: Rosenstolz „Herzensschöner“
Platz 14: Ella Endlich „Adrenalin“
Platz 13: Lena Valaitis „Johnny Blue“
Platz 12: Gjon’s Tears „Répondez-moi“
Platz 11: Luca Hänni „She Got Me“
Platz 10: ZOË „Loin d’ici“
Platz 9: Texas Lightning „No No Never“
Platz 8: Udo Jürgens „Merci Cherie“
Platz 7: Michael Schulte „You Let Me Walk Alone“
Platz 6: Blitzkids mvt. „Heart on the Line“
Platz 5: Lilly among clouds „Surprise“
Platz 4: Mia. „Hungriges Herz“


40 Kommentare

  1. Ist natürlich keine Überraschung.
    Das war die beste Entscheidung, und ich habe mich tierisch über ihren Sieg gefreut. Das Lied fand ich auch gut, und nach dem Finale von USFO hatte ich das erste Mal seit langem ein richtig gutes Gefühl.
    Mit einem Sieg habe ich zwar nicht gerechnet, aber durchaus mit einer sehr guten (im Vergleich zu den Vorjahren) Platzierung.
    Mittlerweile hat sich der Song bei mir ziemlich abgenutzt, und ich gebe zu, dass mir „Taken By A Stranger“ wesentlich besser gefällt. Aber es freut mich, dass Lena auch weiterhin sich im Geschäft etablieren konnte, und eben keine Eintagsfliege geblieben ist.🙂

  2. Dein Textbeitrag hat mich wirklich emotional gecatcht und ich denke wehmütig und dennoch glücklich an 2010 zurück. – Danke, Manu, für den ESC-musikalischen Adventskalender.

  3. Bin nun gespannt wer es auf eins und zwei geschafft hat. Danke für den schönen Beitrag. Lena ist der einzige Künstler der zweimal in dieser Wertung / Charts ist, oder?

      • Ich hoffe sehr, dass Nicole noch kommt, bin aber eher pessimistisch. Ich denke, für viele hier steht „Ein bisschen Frieden“ für den „alten“ Grand Prix. Dieser große Pluspunkt wird, wie ich fürchte, von den meisten leider nicht als solcher erkannt 😉

      • @Thomas M
        Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht daran, dass es am „alten Grand Prix“ liegen würde, wenn Nicole nicht im Adventskalender auftauchen würde. Immerhin haben es Katja Ebstein, Mary Roos, Peter, Sue und Marc und Udo Jürgens ja auch in den Adventskalender geschafft.
        Ich z. B. habe grundsätzlich keine Sieger gewählt, weil ich auch mal anderen Acts eine Erwähnung gönnen wollte.🙂
        Bis jetzt haben es von meinen Kandidaten nur drei Acts in den Adventskalender geschafft: Katja Ebstein mit „Diese Welt“, Peter, Sue und Mark und Rosenstolz in den Adventskalender geschafft. Egal, eine sehr bunte Mischung, gefällt mir sehr gut.🙂

      • Du hast schon recht, Gaby, ich kann mich insgesamt über die Mischung beim Adventskalender nicht beklagen. Ich selbst hatte übrigens auch keine Sieger auf meiner Wunschliste und freue mich, dass es einige Überraschungstitel hier hineingeschafft haben und tatsächlich auch ein paar ältere Perlen. Und damit man mich nicht falsch versteht: Selbstverständlich habe auch ich in den letzten Jahren noch einige Perlen gefunden, sonst wäre ich in diesem Forum ja auch nicht dabei.

  4. Lovely Lena… hieß es aus ganz Europa beim ESC 2010 und die Punkte hagelten. Das waren noch Zeiten!
    Ihre Karriere ist bilderbuchhaft…super! Ich hoffe wir bekommen noch lange was von ihr zu hören.

  5. Ich erinnere mich, dass ich vor dem ESC 2010 auf ESCToday geschrieben habe, dass Lena ganz sicher gewinnen würde, wenn sie nicht Deutschland vertrete. Ich war damals den dummen Verschwörungstheorien aufgesessen, die behaupteten, dass manche Länder den ESC schlichtweg nicht gewinnen könnten. 🙁

    Ich habe „Satellite“ zwar nur auf dem 8. Platz meiner 2010-Liste (hinter der Türkei, Estland, Zypern, Russland, Israel, Serbien und Belgien), aber die Punktevergabe war dennoch ein spezielles Ereignis und eine große Freude. Es ist ein bisschen wie in der Bibel: So wie Maria alles Weibliche vom Sündenfall Evas erlösen muss, so musste Lena mein Nicole-Gertrud-Trauma heilen. 😉

    Danke, Lena! 🙂

  6. @ Thomas M. (mit Punkt), ich habe gar nichts gegen „den alten Grand Prix“. Ganz im Gegenteil. Ich habe zwei ESC-Lieblingsperioden: 1963-1969 und 1995-1998. 🙂

    • Das sind in der Tat zwei schöne Perioden! Wenn man auf Dein Bild klickt, findet man ja auch ganz tolle Würdigungen von alten Grand Prixs (kann ich allen hier nur empfehlen, es sind auch ESCs aus dem aktuellen Jahrtausend dabei bzw. kommen bestimmt noch hinzu). Es freut mich, dass das weiter gilt, Deine in letzter Zeit etwas häufiger zu lesenden Distanzierungen vom Gertrud-Geschmack haben mich wohl etwas verunsichert 😉 Aber der vermeintliche Widerspruch war wohl nur ein von mir eingebildeter, denn bestimmt hattet Ihr auch schon in den von Dir zitierten früheren Hochphasen unterschiedliche Favoriten 🙂

      • Stell Dir mal Gertruds Gesicht vor, als Sandy Shaw barfuß auf die Bühne in der Wiener Hofburg trat …

      • War Tante Gertrud damals nicht in Sandy Shaws Alter? Vielleicht hat es ihr ja doch gefallen …

      • Manche Menschen scheinen halt schon in fortgeschrittenem Alter auf die Welt zu kommen … 😉

    • Danke für 1995! Was für eine tolle Top 7! Bis auf Jan Johansen (immerhin noch Mittelfeld) sind alle Titel bei mir ganz weit vorne!. Allerdings gehören in diese 1995 recht große Spitzengruppe auch noch „Dreaming“ (da bringt Irland endlich mal ein Lied, dass mir prima gefällt und dann landet es hinten), „La voix est libre“ und vor allem „Nostalgija“ und „Amen“. Aber nur bei diesen beiden letzten liegen wir weit auseinander, sonst ist die Übereinstimmung wirklich groß. Ich finde wie immer Deine ausführlichen Würdigungen der Titel sehr spannend. Beeindruckend, dass Du auch dem Liedtext so eine hohe Bedeutung zuweist; ich bin manchmal ganz froh, dass ich den nicht kenne (z.B. den patriotischen Text des griechischen Beitrags, der mir rein von der Melodie her prima gefällt).

      Ich habe gerade nochmal andere ESCs in Deinem Profil überflogen und mich abermals über die guten Bewertungen für „Lonely Symphony“ (1994) und „Vukovi umiru sami“ (2005) gefreut. Auch wenn Du ganz offensichtlich weder ein Fan von „A message to your heart“ (1991) noch von den Sangeskünsten von Samantha Janus bist [0 von 12 Punkten gibt’s ja sonst nie], möchte ich doch kurz anmerken, dass sie bald nach diesem Grand Prix eine Karriere als Schauspielerin startete, und das durchaus erfolgreich und langfristig, so z.B. stieg sie 16 Jahre später bei der recht populären britischen Soap „Eastenders“ ein (5 bis 10 Mio Zuschauer pro Folge), dort spielte sie 10 Jahre lang die Rolle der Ronnie Mitchell.

      • Vielen Dank für die netten Worte und die Hintergrundinfos zu Samantha Janus. Ich bin ja Anglist, habe aber niemals eine Folge ‚Eastenders‘ gesehen. Als ich in London studiert habe, war ich ein großer Fan der australischen Soap ‚Home and Away‘. 1984 ist jetzt auch im Profil, und wahrscheinlich wird 1957 heute auch noch fertig. 🙂

      • Ich hatte früher immer recht hochnäsig auf Soaps runtergeguckt. Als ich in den 90ern für mehrere Monate in Großbritannien war, hat die Landlady immer „Coronation Street“ und „Eastenders“ geschaut. Die haben damals beständig die höchsten Quoten gehabt, und ich wollte ja alles, was in Großbritannien beliebt ist, in mich aufsaugen. Als ich wieder zu Hause war, bin ich in Stuttgart eine ganze Zeitlang in den „English Shop“ und habe dort verstohlen in den „Women’s magazines“ die Soap-Seite gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiterging!

        A propos Australien: Auf „One“ läuft Montags gerade eine ganz nette Serie namens „The Heart Guy“ im englischen Original (gibt’s auch in der One Mediathek); ich mag Australian English sehr, auch wenn ich nicht immer alles verstehe. „Home and away“ und „Neigbours“ hat meine Landlady auch manchmal angesehen, aber zwei Soaps waren mir dann doch genug.

        1984 hatte ich mir auf Deinem Profil vorher auch mit durchgelesen, da mag ich Deine Top 3 durchaus gerne, meine Top Vier aus diesen 19 Beiträgen sind allerdings (von meiner 1 absteigend) Deine Plätze 8, 16, 11 und 19 😉 . Ich bin mal gespannt wie mein Liebling von 1957, der pfeifende Belgier, bei Dir abschneiden wird.

      • Pfeifende Belgier sind nicht so ganz mein Ding …

        Und danke für den Tip „The Heart Guy“. Da werde ich mal reinschauen. Ich mag übrigens walisisches Englisch am liebsten. Ich könnte Mark Drakeford stundenlang zuhören. 🙂

      • Ich fände es übrigens auch mal sehr spannend zu lesen, wie Du bei einigen Beiträgen zu Deinen Bewertungen kommst. 🙂

      • Nun, immerhin ist „Straatdeuntje“ nicht letzter geworden. Das kleine Pony ist bei mir zwar nicht ganz vorn, aber so schlecht find ich’s nun auch wieder nicht. So ein bisschen pastoraler Eskapismus zwischendurch ist doch nicht schlimm, warum ist das nur in der Periode der Romantik erlaubt? Was gibt es Schöneres als englische „rolling hills“ mit Schafherden drauf 😉 ?

        Bei Paule Desjardins sind wir uns einig, die ist bei mir auch weit vorne (9 Punkte von 10, ebenso wie Bobbejaan Schoepen).

        Ich könnte meine Punktzahlen/Platzierungen niemals auch nur ansatzweise so detailliert und interessant begründen wie Du, deshalb versuch‘ ich’s gar nicht erst. Fürs Bewerten höre ich die Titel halt ziemlich häufig (oft entdecke ich bei einigen Liedern noch Schönes, was mir am Anfang nicht aufgefallen war) und komme dann irgendwie zu meiner Wertung. Für mich ist wichtig, dass ich mich bei der Musik wohl fühle (das hat also auch ein bisschen was Eskapistisches) oder emotional berührt werde. Auf den Text achte ich dabei ehrlich gesagt in der Regel nicht. Ich bin ein begeisterter Leser, aber Musik bedient bei mir wohl eher andere Kanäle.

      • Mir ging es bis vor Kurzem genauso wie Dir: Meine Bewertungen waren vor allem Bauchgefühl und spontane Reaktion, aber letztes Jahr habe ich dann beschlossen, dass ich gerne verstehen möchte, warum ich auf die verschiedenen Beiträge so reagiere wie ich reagiere. Dabei lerne ich auch eine Menge über mich selbst. 😉 🙂
        Jetzt sitze ich an 2019. Das wird was Größeres und mehrere Tage dauern. Also keinen Schreck bekommen, falls Du jetzt mein Profil besuchst und Russland auf dem ersten Platz siehst. Ich wähle die Beiträge nach Zufallsfunktion, und der erste Platz wird sicherlich noch anderweitig besetzt werdem. 🙂

  7. Satellite von Jennifer Braun war mein Favorit und ich habe in der Endrunde für I care for you abgestimmt. Daher konnte ich dies Jahr Satellite auch nur mit Platz 3 hinter Roman und Max bewerten, wann hat Stefan Raab eigentlich mal wieder Zeit und Lust 🙂

    Im Adventskalender Momente war Lena natürlich auf Platz 1, sie hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht: Deutschland als Big4 Land kann gewinnen. Vielleicht haben wir profitiert, da wir den schwedischen Titel im Finale hatten 🙂

  8. Ein Wahnsinnsabend, den man nie vergessen wird: Wann immer Lena 12 Punkte bekam, hörte man einen Aufschrei durch viele Wohnungen, wie wenn Deutschland ein Tor bei der WM schießt; abgerundet durch die Live-Übertragung von Flugzeuglandung und Empfang in Hannover. Neben der WM 2014 und Eisbärbaby Knut zweifellos eines der Highlights, die D in den letzten 15 in Jubel und Freude vereinte.

      • Die sind ja allgemein weit weg von uns, also keine Gefahr ;-).
        Im Ernst, bei Eisbären finde ich es ganz extrem, wie viel cuter sie als Babys aussehen; später haben sie dann ja oft diese gelbliche Färbung und sind dann ja auch böse Raubtiere.

    • Als jemand, der nationaler Jubelstimmung nicht besonders zugeneigt ist, war ich doch auf einem ganz guten Weg, mit dem ESC-Sieg 2010 vorwiegend positive Gefühle zu verbinden (nettes Lied, sympathische Sängerin und sehr gelungener Auftritt). Dieser Ins-Herz-Schließ-Prozess, der bei „Ein bisschen Frieden“ übrigens auch eine Weile gedauert hat, wird durch Deine Assoziation mit Torgebrüll bei deutschen WM-Spielen empfindlich gestört und sich damit wohl noch etwas länger hinziehen. Dummerweise habe ich jetzt auch noch die ganze Zeit dieses entsetzliche „Schland“-Lied im Ohr, echt fies 😉

      Ich werde in Zukunft bei „Satellite“ einfach ganz intensiv an Eisbärbaby Knut denken, den mochte ich nämlich 🙂

      • Ich war natürlich Riesen-Knut-Fan und wir sind damals nach Berlin geflogen, um ihn zu sehen. Im Gehege daneben war damals ein ebenfalls sehr cutes Malaienbär-Baby, das sich über den ganzen Trubel zu wundern schien; während man für gut 15-20 Minuten ansten musste, konnte man das Malaienbär-Baby in aller Ruhe angucken.

      • Und Malaienbär-Babys sind ja sowas von süß!!! Und wohl auch noch nicht so bekannt, denn auf der ersten Startpage-Such-Seite kamen sehr schnell Bilder von Erdmännchen, Gorillas, einem Nashorn-Baby und einem erwachsenen Tiger 🙂

      • Es gibt gerade einen gaaaanz jungen Koala im Duisburger Zoo. Den man allerdings nicht besuchen kann, weil ja Zoos im Gegensatz zu Kirchen sinnigerweise geschlossen sind.

  9. Ich war 2010 auch für Jennifer Braun und „I Care For You“. Ausnahmsweise mal gut, dass „Deutschland“ nicht auf mich gehört hat 😉🙃
    Super sympathisch, toller Auftritt und auch mal schön, „uns“ auf der 1 zu sehen 😂
    Kleiner Funfact: Ich binge gerade die britische Krmiserie „Agatha Raisin“ und im Zweiteiler „Der tote Kaplan“ aus Staffel 2 sagt eine Verdächtige aus, wie sie 7.000 Euro verspielt hat. Neben Pferdewetten waren auch ESC-Wetten dabei 😂

  10. Ach ja, war das eine schöne Zeit. Ich weiß noch wie an Tag des Finales groß auf der Titelseite der Bild stand: „Lena, sing dein Ding!!“ Am Montag nach dem Finale hieß es: „Lena wir lieben dich!“

    Woran ich mich auch noch noch erinnere ist dass die Bild auch zu jeder Punktevergabe eines Landes an Deutschland einen Kommentar übrig hatte, manche weiß ich immer noch.

    Kostprobe gefällig??

    Rumänien 3 P. – Schade dass Peter Maffay nicht in der Jury saß

    UK 4 P. – We´re not amused. Dafür wurdet ihr letzter.

    Portugal 1 P. – EM-Aus noch nicht verdaut??

    Russland 6 P. – Nicht genug Wodka?? Die Punkte hättet ihr ruhig doppelt sehen können.

    Kroatien 6 P. – Na ja, reicht gerade für den nächsten Urlaub an der Adria

    Belgien 10 P. – Punktepralinen, lecker verteilt.

    Island 3 P. – Ziemlich eisig, bitte nächstes Mal am Eyjafjallajökull aufwärmen.

    Frankreich 3 P. – Grande Nation mit wenig Geschmack.

    Finnland 12 P. – Die Lappen ließen sich nicht lumpen, auch wenn sie nicht im Finale waren.

    Dänemark 12 P. – Dänen lügen nicht, sagte schon Ottow Walkes.

    Das wären alle an die ich mich noch erinnere. Fragt mich nicht warum ich mir sowas merken kann!!

  11. Ui, lovely Lena ’nur‘ auf Rang 3. Da bin ich jetzt dreifach gespannt, was noch folgen wird.

    Ich kann mich noch gut an den ESC Abend und auch an die Vorentscheide erinnern. Lena hat mich damals erstmals dazu gebracht, an einem Telefonvoting teilzunehmen. Vorher war ich dafür immer zu geizig.

    Schön zu wissen, dass auch ich so einen ganz kleinen Minianteil an ihrem späteren Sieg habe. 🙂

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.