Deutschland, Österreich und die Schweiz nach dem ESC 2022: Wie geht’s weiter in DACH? (Torniamo a Torino 16)

Auch wenn wir uns aktuell noch mitten in unserem Rückblick auf den vergangenen Eurovision Song Contest 2022 befinden, nähert sich die neue ESC-Saison bereits mit raschen Schritten und aus einigen Ländern erreichen uns schon die ersten Nachrichten zum Auswahlverfahren für die 2023er-Saison. Bislang noch relativ ruhig ist es in Deutschland, Österreich und der Schweiz, den so genannten DACH-Ländern. Wie könnte es nach den Platzierungen dieser drei Länder in Turin weitergehen?

Für Deutschland ist diese Frage vergleichsweise einfach beantwortet: Nach den vorletzten Plätzen 2019 und 2021 stand in diesem Jahr am Ende sogar nur der letzte Platz zu Buche. Wohlwollende Hinweise wurden ebenso wie konstruktive Kritik im Vorfeld – auch der Vorentscheidung – weitgehend ignoriert. Nach dem ESC hat der NDR dann aber doch angekündigt, das Auswahlverfahren überarbeiten zu wollen. Ob es sich dabei wirklich nur um eine Überarbeitung handelt oder ob das Verfahren einmal mehr komplett neu aufgestellt wird, wird sich dann in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Die aktuelle ESC-Lage in Österreich haben wir an dieser Stelle schon im vergangenen Jahr ausführlich analysiert. Der ORF hielt trotzdem an seinem aktuellen Auswahlverfahren fest und so wurde auch in diesem Jahr wieder in vielen Gesprächsrunden über das Für und Wider der potenziellen Beiträge diskutiert und auch über vermeintlich abwegige Aspekte wie etwa die Frage, zu wie viel Prozent ein ESC-Beitrag aus deutschen Textanteilen bestehen darf. Lediglich das Live-Potenzial der Beiträge wurde nicht abgeprüft, was sich dann in Turin rächte. Unter der neuen ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz muss sich nach drei verpassten Finalteilnahmen in Folge nun definitiv etwas ändern, wenn Österreich seine Semifinal-Aus-Serie brechen will.

Ganz anders sieht es dagegen in der Schweiz aus: Drei Finalteilnahmen in Folge (und damit auch eine deutliche Verbesserung der Qualifikationsrate) sprechen eine deutliche Sprache. Insofern ist davon auszugehen, dass die Schweiz auch im kommenden Jahr ihr Auswahlsystem beibehalten wird. Mit Luca Hänni, Gjon‘s Tears und in diesem Jahr auch Marius Bear ist es gelungen, drei absolute Top-Künstler auszuwählen, die sich mit einem fast schon Sam-Ryder-gleichen Charisma und Charme in das ESC-Unterfangen geworfen haben. Alle drei komplett verschieden, aber mit viel Liebe und Leidenschaft für den Wettbewerb. Dazu spendiert die Schweiz dann jeweils ein professionelles Staging von Sacha Jean-Baptiste. So entsteht Jahr für Jahr ein ansprechendes Gesamtpaket, das selbst dann noch zieht, wenn – wie in diesem Jahr – das Lied nicht unbedingt schon beim ersten Hören einen Hype auslöst.

Was sind Eure Einschätzungen? Wie wird es in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Sachen ESC weitergehen? Schreibt Eure Meinung gerne in die Kommentare.

Bisher in der Serie „Torniamo a Torino“ erschienen:


44 Kommentare

  1. Deutschland? Die lassen sich alles Mögliche einfallen, nur um irgendetwas zu fabrizieren, womit man 100%ig keinen Erfolg haben wird: Politschow, Zahlenmystik, Abstimmungsorgien, Nominierungen. Nur eins darf – bitteschön – nicht passieren: Ein paar erfolgreiche Musiker mit einem ESC-Beitrag beauftragen.
    Z. B. gerade wieder gehört: Selbst wenn der Schulz mit diesem Song Letzter geworden wäre (womit sich der ESC mehr blamiert hätte als er), er hätte in Europa seine lukrativen Einnahmen gehabt:

    • Kommt darauf an, was die mit ein paar Wochen meinen bei ihrem JESC-Teilnehmer! Normalerweise hatten sie diesen sonst immer erst im Herbst bekannt gegeben!
      Und für Deutschland hoffe ich nach wie vor auf eine Teilnahme am diesjährigen JESC! Ich habe es bereits schon vor ein paar Tagen in einem Kommentar erwähnt, dass in diesem Jahr die Teilnehmeranzahl beim diesjährigen JESC wieder deutlich zurückgehen kann. Ich denke, dass sich zu den aktuellen 12 Teilnehmern noch Serbien und Albanien dazu gesellen. Auf diese beiden Länder kann man zählen! Von den Ländern vom letzten Jahr ist Russland ja ausgeschlossen und bei allen anderen Ländern (Kasachstan, Ukraine, Aserbaidschan, Deutschland) weiß man es nicht so genau. Kasachstan möchte gerne mitmachen, braucht aber dafür halt eben eine Einladung von der EBU. Ob sie diese bereits bekommen haben, weiß ich nicht, aber vor rund einem Monat hatten sie diese noch nicht!

  2. Bei Schweiz soll alles so bleiben, obwohl man in diesem Jahr 0 Punkte im Finale beim Zuschauervoting geholt hat? Klar, ich stimme dir zu Benny, denn die vorherigen Jahre mit Gjon‘s Tears (2021) und Luca Hänni (2019) hatte man mit diesem Konzept ja Erfolg, da kann man jetzt nicht dieses über dem Haufen werfen, wenn es jetzt mal in einem Jahr damit nicht so klappt!

    Hätte man dann aber auch am Konzept festhalten sollen, wenn anstatt der Schweiz hier Deutschland in dieser Lage gewesen wäre? Ich erinnere gerne daran, dass wir 2020, beim ersten Jahr von Alex Wolfslast als „Head of Delegation“, mit der internen Nominierung von Ben Dolic gut angekommen sind, auch wenn wir -aufgrund von Corona- nicht wissen, wie wir dann letztendlich abgeschnitten hätten, aber wir hätten mit Sicherheit in der oberen Hälfte des Endresultats gelegen. Im darauffolgenden Jahr, also 2021, waren wir dann mit Jendrik nicht erfolgreich und sind vorletzter geworden. Hier wurde dann aber sofort eine Änderung des Vorentscheidkonzepts gefordert, obwohl wir einmal erfolgreich waren bzw. gewesen wären und einmal nicht, es hier also 50:50 stand sozusagen! Ich habe es ja im letzten Jahr oft erwähnt, dass ich so einer internen Nominierung noch eine dritte Chance gegeben hätte!

  3. Beim deutschen VE ist es wie im der ersten Fußball-Bundesliga. Gelegentlich bewirkt ein Trainerwechsel Wunder und das Verlassen der Abstiegszone hinauf zu einem Tabellenplatz, welcher die Qualifikation für die Europa-League oder Champions-League bedeutet, ist ein Stück wahrscheinlicher geworden.

    Ich sage ja jetzt nicht, dass der NDR bis in alle Ewigkeit nie mehr die Verantwortung für den ESC und den deutschen VE übernehmen soll. Aber ein Wechsel zu einem finanziell klammen Rundfunksender – ich habe sie namentlich schon so oft genannt und erspare mir daher eine erneute Aufzählung – was auch zwangsläufig mit einem personellen Wechsel verbunden wäre, ist längst überfällig. Ganz getreu dem Motto: Nicht vorhandenes Geld fördert die Kreativität und den Mut auch Mal gegen den Strom zu schwimmen, ohne dabei die ESC-Fan-Philosophie außer acht zu lassen. :

  4. Das deutsche Problem ist doch vor allem, dass ARD/NDR einen ESC-Sieg scheuen wie der Teufel das Weihwasser…klar belegt durch Aussagen des Senderchefs (davon wurde ja auch hier berichtet). Das ganze ESC-Thema wird im Grunde genommen recht stiefmütterlich behandelt – nur soviel Energie und Aufwand wie gerade nötig. Das garantiert dann auch, dass man nicht mal auch nur in die Nähe der oberen Ränge kommt. (der vierte Platz 2018 muss für die Verantwortlichen ein echter Schock gewesen sein….). Unsere Beiträge von 2019 bis 2022 waren sooo schlecht nicht – aber ohne richtigen guten Support war es mE für alle Teilnehmer ein fast hoffnungsloses Unterfangen, vor allem wenn sie selbst vom ESC nur wenig Ahnung haben. Ob ein Senderwechsel wirklich was nützen würde, weiss ich nicht – das gesamte ESC-Thema müsste zu einer echten Herzensangelegenheit des Senders werden – und das sehe ich eigentlich bei keinem der bedeutenden Sender in D.

  5. Wann begreifen wir endlich, dass es nicht auf. den Auswahlprozess, sondern auf Song, Künstler und Show/Staging ankommt? Luca und Gjon hätten sich mit ihren Songs auch bei einer Casting Shiw durchgesetzt, so wie Barbara Pravi und Chanel auch. Was hat das Konzept Frankreich dieses Jahr gebracht? Um ein Haar hätte in Spanien die „singende Titte“ gewonnen, die uns wahrscheinlich den letzten Platz erspart hätte. Die „Radiotauglichkeit“ war der Sargnagel für unsere VE, wie Jendrick es durch das Jury-System geschafft hat, zeugt auch nicht von dessen Qualitätsgarantie, und einen zweiten Sam Ryder zu finden, dürfte für das UK schwierig werden. Und wenn geniale Sänger mit einem geilen Song es live auf der Bühne vermasseln, hilft auch der Gewinn von San Remo nicht viel. Und selbst das Mello hat schonmal eine Nicht-Qualidikation hervorgebracht.

    Mit Michael Schulte und Ben Dolic kann man imho nicht mal dem NDR Absicht unterstellen, auch wenn der Verdacht vielleicht naheliegt… Aber es rein auf das Auswahlverfahren zu schieben, trifft es einfach nicht.

    • Da muß ich leicht wiedersprechen. Durch das Auswahlverfahren bekommen wir ja nur ca 6 Songs vorgesetzt die auch schon in ein Schema passen. Es fehlt einfach an herrausragenden Songs / Künstlern, da gebe ich dir zu 100% Recht.

      Warum nicht mehrere öffentliche Shows in den unterschiedlichen Musikgenren ( Schlager , Rock , Metall usw ) und die besten Teilnehmer dieser Shows dann zum großen Finale? Die kleinen Shows müssen auch nicht zwingend vom NDR veranstaltet werden , können auch nur im Internet stattfinden. Nur live Gesang sollte schon vorausgesetzt werden.

      • Ja klar, auf die diesjährige deutsch VE bezogen, gebe ich Dir völlig recht, habe ich ja oben auch schon gesagt, dass die „Radiotauglichkeit“ der Sargnagel war. Aber den Kroaten und Franzosen hat eine vielfältigere VE dieses Jahr auch nicht geholfen, und die Spanier hätten fast einen Act gewählt, der durch diese TV-Show sehr populär war, mit dem aber bestimmt in Europa kaum jemand etwas anfangen konnte. Aber es wird immer jemand eine Vorauswahl treffen, auch bei San Remo und dem Mello, und auch eine vielfälltige VE mit X Runden istz keion Allheilmittel / Erfolgsgarant.

    • Ich verstehe das „bejubeln“ von Ben Dolic absolut nicht. Bei seinem Beitrag handelte es sich um einen Song, der in Bulgarien geschrieben wurde und von einem slowenischen Sänger vorgetragen wurde. Wollen wir also gerne einen Wettbewerb „Wer hat am besten eingekauft ?“ Ich kann darauf gut verzichten. Es gibt in Europa sehr erfolgreiche Formate, bei denen jährlich Spitzenplatze beim anschließenden ESC erreicht werden. Da muß man nur nach Schweden schauen. Aber an positiven Vorbildern will sich der NDR ja überhaupt nicht orientieren. Lieber das eigene -ungenießbare- Süppchen kochen.

  6. Die Schweiz ist auf dem richtigen Weg, auf jeden Fall.🙂
    2019 und 2021 zwei Ausnahmekünstler mit zwei völlig unterschiedlichen Songs, aber beide für sich ansprechend umgesetzt. Marius ist auch ein sehr charismatischer Sänger, schade, dass der Song nicht wirklich aus dem Quark kam. Aber okay, war ja auch ein trauriges Thema. Ich mag ja den Song und Marius Stimme gerne, aber es hat bei mir auch etwas gedauert.
    Tja, und beim österreichischen Beitrag paßte ja gar nichts zusammen, eigentlich, muss man sagen, wie befürchtet. War eine nette Dancefloornummer, die jede 90er-Jahre Party zum Kochen gebracht hätte. Aber, mal von den (nicht vorhandenen) Livequalitäten abgesehen: Solche DJ-Nummern funktionieren beim ESC meistens nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (NOR 2017).😉

    Und Deutschland? Puh… da wurde ja eigentlich schon alles geschrieben. Bin so müde, weil ich denke, bei den Verantwortlichen vom NDR stoßen diese Anregungen mehr oder weniger auf taube Ohren. Deshalb wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Es ist so schade, wie lieblos die ESC-Veranwortlichen an die deutsche Teilnahme beim ESC herangehen. So völlig desinteressiert.😢

  7. Das Auswahlverfahren und welches Auswahlverfahren man wählt, ist zweitrangig, solange es unfähige Menschen vornehmen, Leute, die keine Ahnung von Musik haben. Jendrik wurde uns als Offenbarung verkauft, alle warnenden Stimmen ignoriert. Eskimo Callboy qua ordre per Mufti ausgeschlossen! Wolfslast, Urban und die NDR-Entourage aus dem mit dem schiefen Gesicht, Stefan und Alina (Schönredner, weil vom NDR und damit von unseren Gebühren finanziert), können es einfach nicht! Die leben in ihrer Bubble und glauben, was der ESC ist, bestimmen wir. Ein erster Schritt wäre, die Sendeanstalt zu wechseln oder alle, die beim NDR bislang mit dem ESC betrat waren, auszutauschen. Reset!

  8. Es wird bis September nix passieren. bzw. nichts verkündet. Ich denke die, die was entscheiden, sind ja bekanntlich im Urlaub. Ich frage mich nur, weswegen? War der Trip nach Turin auf kosten der Gebührenzahler wirklich so anstrengend? Davor hat man ja auch nicht viel gemacht. Und das was gemacht wurde, war schlecht.

  9. Ich vermute, das der ESC für die deutschen Verantwortlichen nur noch eine jährlich lästige Pflichtveranstaltung ist. So nach dem Motto: „Da müssen wir ja teilnehmen, weil es um unsere Europäische Gemeinschaft geht! Geld und Zeit investieren wir dafür aber nicht mehr!“
    Und ich fürchte in Österreich sieht es ähnlich aus. Hinzukommt, das sich die deutsch/österreichische Musikszene in den letzten Jahren hauptsächlich zu sehr nur noch auf nationale Erfolge konzentriert. Dafür werden aber leider internationale Musik-Erfolge immer seltener und auch das Gespür dafür geht verloren. Da könnte man sich mal an den skandinavischen Ländern ein Beispiel nehmen, die es schaffen sowohl national, als auch international erfolgreich zu sein.
    Aber wenn man zum Schluss dann noch auf die vielen Sparmaßnahmen der deutschen Sendeanstalten schaut, denen immer mehr langjährige und beliebte TV-Formate zum Opfer fallen, sieht es wohl völlig zappenduster für den ESC aus.
    Es müsste wohl tatsächlich mal ein RESET passieren. Das heißt: Neuer verantwortlicher Sender, neue ESC-interessierte Leute, internationale Songschreiber, größerer und traditioneller Vorentscheid, frühzeitige Bühnenkonzepte usw.. Aber ob wir das noch erleben werden? Ich glaube es fast schon nicht mehr.

  10. Es kommt auf den Song an, egal wie man an ihn drankommt. Und deswegen spreche ich mich leider gegen einen Vorentscheid im TV mit Televoting aus, so sehr ich VE liebe, aber die TV-Zuschauer in Deutschland haben es leider nicht drauf😴
    Denkbar wäre für mich eine Jury nur aus Musikschaffenden wie Komponisten, Produzenten und Musikern.

    • Prinzipiell würde ich Dir bzgl. der deutschen Fernsehzuschauer recht geben. Aber diesmal muss ich die FernsehzuschauerInnen in Schutz nehmen. Sie haben (mMn) die richtige Wahl getroffen. Die anderen Acts hätten auch nicht besser abgeschnitten. Obwohl ich von Eros Atomus doch angenehm überrascht war, ihm hätte ich einen anderen Song gewünscht. „Alive“ hat leider nicht allzu viel hergegeben. Die anderen InterpretInnen waren leider nicht der Rede wert.

  11. Find’s immer noch faszinierend, wie unterschiedlich der österreichische und der deutsche Prozess waren.

    Eberhard Furchner: wirft fröhlich mit Namen wie „Bilderbuch“ um sich und baut so erfolgreich einen Hype auf, um dann einen intern gewählten Act zu präsentieren, der den Erwartungen nicht gerecht wird.

    Alexandra Wolfslast: hat mit Electric Callboy einen gehypten Act im Rücken, sortiert den dann aber aus, hält alle weiteren Namen der 30er-Runde unter Verschluss und stellt letztendlich sechs absolut uninteressante Acts zur Auswahl, die den absehbaren Shitstorm nur noch intensivieren.

    Aber gut … da sich die Wolfslast jetzt über einen hausgemachten Radio-Hit freuen kann, wird ihr der letzte Platz vermutlich sogar egal sein.

    Wie es nächstes Jahr weitergeht? Keine Ahnung. Aber würde mich nicht wundern, wenn der ORF wieder die namhafteren Künstler hat. Denn der Airplay-Ansatz des NDR ist vermutlich vor allem für Diejenigen interessant, die eben noch nie wirklich im Radio gespielt wurden.

    • Der intern gewählte österreichische Act dürfte, was das internationale Renomee betrifft, allerdings mit dem gehypten, frühzeitig aussortierten deutschen Act (von dem wir nicht sagen können, ob er den Erwartungen gerecht geworden wäre) einigermaßen mithalten können.

      Immerhin ist aus den sechs absolut uninteressanten Acts der deutschen Vorentscheidung nicht nur ein hausgemachter Radio-Hit hervorgegangen, sondern auch ein Titel, der es ins Viertelfinale des ESC-Kompakt SCC geschafft hat, obwohl im entsprechenden Triell doch ein viel schönerer Titel von Marija Mikić zur Auswahl stand 😉

      • Mir war LUM!X tatsächlich vorher auch kein Begriff, aber das scheint wohl primär meinem Alter geschuldet zu sein. Laut Wikipedia waren zwei, drei seiner Songs ja europaweit einigermaßen erfolgreich. 🤷🏻‍♂️

        Eine Frage, die ich mir bis heute stelle: Wieso standen die namhaften Acts bei Raab für den Bundesvision Song Contest Schlange, während sich zum NDR nur sporadisch welche verirrten? Der einzige Anreiz für eine Teilnahme beim BuViSoCo war ja letztlich ein einziger Fernsehauftritt – und auch dort könnte man sich (wie z. B. Juli) ja noch vortrefflich blamieren.
        Rein auf dem Papier hätte der ESC den Künstlern da doch deutlich mehr zu bieten …?

      • Schlange standen die namhaften Acts aber nun auch nicht gerade. Es gab jedes Jahr einen, maximal zwei größere Namen (von denen einer dann in der Regel auch gewonnen hat) und dann noch zwei bis drei, von denen man schonmal gehört hatte, der Rest waren unbekannte Newcomer, die zum größten Teil nach der Show direkt wieder in der Versenkung verswchwunden sind.
        Ich denke mal, der Grund wird sein, dass Raab in der deutschen Musikszene sehr gut vernetzt ist und den einen oder anderen Hochkaräter eventuell sogar persönlich überredet hat. Sicherlichen sind entsprechenden Acts auch sehr gute Gagen gezahlt worden.

  12. Ich freue mich, denn es schaut schon wieder so aus als habe der NDR nix gelernt. Vielleicht lautet das Kriterium nächstes Jahr „fahrstuhltauglich“ und man setzt die Jury aus den 12 ÖR-Intendanten zusammen, nachdem man für diese Ideen mehrere hunderttausend Euro an eine Agentur überwiesen hat. Vielleicht findet man für die Bühnenausstattung beim ESC ja noch ein paar alte Kabeltrommeln im Lager. Ich fühle mich jetzt schon wieder bestens unterhalten. Das NDR-Gezappele bleibt spannend!

  13. Viele werden mitbekommen haben, dass beim ESC vorherige nationale Erfolge (teilweise auch internationale Erfolge) kaum eine Rolle spielen. Zudem ist die „Fallhöhe“ beim ESC dann doch noch etwas höher als beim Bundesvision Song Contest, vor allem wenn man bedenkt, wie hier in Deutschland oft mit Interpret(innen) umgegangen wird, die dort nicht gut abschneiden. Warum sollte sich das jemand, der sich schon im Musikgeschäft etabliert hat, antun?

    Ich persönlich finde eine Vorentscheidung mit lauter erst noch zu entdeckenden Künster(innen) gar nicht so schlecht, Hauptsache, es sind gute Songs dabei. Die Hypes um manche VEs vor etwa 20 Jahren mit ihren prominenten Teilnehmern (u.a. Mooshammer, Zlatko) waren so gar nicht nach meinem Geschmack.

    • Oh, sorry, das hätte eigentlich eine Antwort auf Nils‘ Beitrag von 13:25 Uhr werden sollen 🙁

      • Danke dir! Gute, nachvollziehbare Analyse.

        Eines muss man den – ich nenn sie jetzt mal so – Zlatko-Jahren jedoch lassen: Zumindest sorgten sie damals für ein hohes nationales Interesse.
        Auch frustrierend: Damals rollte man Zlatko, Gottschalk (dem die Wildcard ja schon zugesagt worden war) oder auch Acts wie SPN-X und dem legendären DJ Balloon den roten Teppich aus. 2022 hätten die vorausgewählten Kandidaten dagegen kaum gleichförmiger sein können.

        Bezogen auf den Mut zur Vielfalt (um Qualität kann es bei den aufgezählten Namen ja wahrlich nicht gehen), hat der NDR wirklich einen Riesenschritt zurück gemacht.

      • Beim NDR gab es auch viele Skandale bezüglich ESC-Vorentscheid: Man erinnere z. B. an Joachim Deutschland, die Mädels von Megasüß mit ihrem Song „Ich hab meine Tage“, die Teilnahme von Gracia Baur…

  14. Immer wieder lustig, wenn die Begriffe „vielfältig“, „große Namen“ und NDR in einem Atemzug genannt werden. Passt irgendwie nicht. Große Namen produzieren immer nur denselben Quark, und tauchen im Kontext des ESC auch nur auf, wenn es eine neue Platte zu bewerben gilt.

    Wenn allerdings Inkompetenz und Desinteresse die Kernkompetenzen des gesuchten Künstlers samt Lied sein sollen, dann darf man sich gerne schriftlich beim NDR bewerben. Mental ist man dann zumindest schon einmal auf Augenhöhe 😉.

    PS. Das gesuchte Lied muss nicht fahrstuhltauglich, sondern krankenfahrstuhltauglich sein, paßt besser zur Zielgruppe.

    • Was soll denn daran so schlimm sein, wenn Seniorinnen und Senioren massenhaft am deutschen ESC-Beitrag Gefallen finden? Sind die etwa weniger wert als die jungen Zuschauer(innen)? Vielleicht rufen dann ja auch europaweit ganz viele Ü60s an. Ach so, die rufen beim ESC nicht ganz so häufig an? Dann wird’s aber höchste Zeit, dass man den ESC für diese Altersgruppe endlich wieder attraktiver macht 🙂

      • @ Thomas M. (mit Punkt):

        Der Kommentar von cars10 war glaube ich – oder hoffe ich – nicht so abwertend gegenüber die Ü50 oder Ü60 jährigen (m/w/d) gemeint, wie er allein durch das Lesen seiner Wortwahl aufgefasst werden kann. Und wenn doch, dann stehe ich da drüber. Denn ich behaupte jetzt einfach mal, wenn man sich heute an die Siegersongs eines deutschen VE aus den 80-erJahren anhört, dann kann man nur zu einer Erkenntnis gelangen.

        Der Siegersong einer Lena Valaitis, einer Nicole, einer Mary Roos, einer Ingrid Peters oder jener Siegersong von Wind, von Daniel Kovac und Chris Kempers oder von Nino de Angelo sind so schön, dass man sie sich auch noch heute und in fünfzig Jahren sehr gerne anhört.

        Ob dies bei einem Siegersong eines Malik Harris – und ich finde „Rockstars“ ein schönes Lied – oder bei einem Siegersong eines Jendrik, einer Jamie Lee, von Sisters, einer Ann-Sophie (auch sie schätze ich als Sängerin an und für sich sehr), von Elaiza, Cascada oder Michael Schulte auch der Fall sein wird, wage ich mal zu bezweifeln. 🙂

      • @Timo1986: Volle Zustimmung zu den schönen 80er-ESC-Titeln. Deren Langlebigkeit hängt bestimmt auch damit zusammen, dass der Grand Prix damals bei den Ü60ern mit ihrem über Jahre gereiften und vervollkommneten Musikgeschmack beliebter war 😉

        P.S. Die ESC-Beiträge der S!sters und von Cascada werde ich bestimmt auch als Ü60er noch gerne hören!

  15. Guter Kommentar 😉 – Also für mich ist das Glas auch Heute wieder halbvoll – höre schön den ganzen Tag ESC Radio und hab so einige tolle Erinnerungen und freu mich einfach auf die nächste Saison mit hoffentlich spannenden Beiträgen – naja und was vom DACH kommt ist wie immer ein AUF – und AB – Hauptsache der Nebel von Norwegen bleibt wo es ist ….. 😉 😉 😉

  16. Deutschland:
    Ist mir inzwischen völlig gleichgültig; auf irgend eine Art von VE (Regie: Ladislaus Kiraly, wer sonst?) habe ich zurzeit jedenfalls Null Bock, das wird doch sowieso wieder nichts…

    Österreich:
    Hat sich in letzter Zeit irgendwie in eine Sackgasse verrannt, vielleicht ganz gut, dass Forcher weg ist. Die VEs 2015 (blöderweise hat damals der größte Name mit eher schwachem Song gewonnen) und ’16 fand ich musikalisch und (vor allem ’16) inszenatorisch gar nicht so übel, ich kann aber gut verstehen, dass der ORF sich das nicht (mehr) leisten kann/will.

    Schweiz:
    Einfach weitermachen wie bisher, ich würde empfehlen, nach zwei Balladen nächstes Jahr wieder eher auf Uptempo zu setzten und vielleicht doch die Stimm-Anteile etwas zu Gunsten der Eurovisions-Jury zu verschieben, damit es im Televoting vielleicht wieder besser klappt.
    Sollte es wieder eine Ballade werden, vielleicht nicht unbedingt SJB mit dem Staging beauftragen, Balladen liegen ihr irgendwie nicht so.

    • Off Topic:
      Die Balladen-Schwachheit der Babtiste scheint auch bei Songschreiberin Laurel Baker in ähnlicher Form vorhanden zu sein. Die schreibt hervorragende Up-Tempo-Nummern, aber Balladen verquirlt sie oftmals so sehr, sodass diese in absoluter Langeweile münden. Ich sage nur: Sisters.

  17. Österreich und die Schweiz sind doch auf einem guten Weg, insbesondere die Schweiz. Nicht jeder Song funktioniert ist das ist ja auch okay. Und somit finde ich die diesjährigen Platzierungen unserer Nachbarn dieses Jahr nicht „schlimm“.

    Über Deutschland und den NDR ist alles gesagt. Meiner Meinung nach muss ein kompletter Neustart mit einem neuen Sender oder einer dauerhaften Kooperation mit einem anderen Sender und einem ganz neuem Team her. Der NDR hat es seit 1996 und insbesondere seit 2014 deutlich gezeigt, dass er es nicht kann und wohl auch nicht will.

    Heute Abend kommt in der ARD die Schlager Strand Party mit Silbereisen. Sehr ESC lastig. Florian stellte fest, dass es für Deutschland und Österreich nicht rund läuft und fragte Johnny Logan nach seinem Auftritt, nach dem Geheimrezept für Erfolg beim ESC. Selbst wenn es so ein Geheimrezept geben würde, würde der NDR es lieber verwerfen.

    • Hier muss ich den NDR. aber doch mal in Schutz nehmen: Gerade in der Anfangsphase gingen sie durchaus ambitioniert an das „Projekt ESC“ heran, was ja die Platzierungen von 1998 bis 2001 auch bestätigt haben (7, 3, 5, 8).
      Die VEs waren eigentlich auch recht vielfältig bestückt, auch in den Jahren 2013 – 2016, 2018 und 2019.
      Leider hat meistens der „Kompromiss“ gewonnen. Was einerseits nicht den Verantwortlichen anzulasten ist. Andererseits waren manchmal die Abstimmungsmodi das Problem, durch die Superfinale konnte man den Eindruck gewinnen, dass vielfach nicht FÜR ein Act angerufen wurde, sondern GEGEN einen bestimmten Künstler/Künstlerin oder Band. Da kamen dann die „Hater“, die z. B. auf gar keinen Fall deutschen Schlager hören wollten, also hat man z. B. gegen Unheilig abgestimmt. Ist mir übrigens auch ganz krass 2008 aufgefallen, als sich viele gegen Caroline Fortenbacher entschieden haben, und für die No Angels, auch wenn deren Song und vor allem auch der Gesang viel, viel schwächer war, als von Caroline. Das fand ich mal richtig ärgerlich.☹️

      • Muss gerade noch was berichtigen/ergänzen. Habe 2014 auch für Elaiza abgestimmt, nicht weil ich etwas gegen den Grafen hatte, im Gegenteil. Sein „Geboren um zu leben“ fand ich ganz großartig. Aber seine beiden VE-Songs waren deutlich schwächer. „Is it right“ finde ich noch heute einen schönen Song, leider wurde (wie so oft) der Livevortrag in Kopenhagen total versiebt. Kann mich aber dunkel erinnern, dass er damals mit Buh-Rufen bedacht wurde, was ich nicht in Ordnung fand. War irgendwie schon eine Stimmung gegen ihn.

      • Puh, sollte so spät echt nichts mehr schreiben. Kommt nur noch Kauderwelsch bei raus.😉
        Der letzte Satz bezog sich natürlich auf den Grafen.

      • Ja gut die Anfänge waren okay. Aber 1998, 2000 und 2004 gehen auf das Konto von Raab. Und klar kann der NDR nix dafür , dass paar mal der falsche Act gewählt wurde.

        Dem NDR alleine sind aber nur die Erfolge 1999, 2001 und 2018 zuzurechnen. Und das ist von 1996 bis 2022 nicht wirklich viel.

        2004 bekam man Schützenhilfe durch Viva und vergeigt es im Jahr darauf wieder.

        Ab 2015 wurde es ja nur noch katastrophal. Und man dachte schon in letzten Jahren vor Lena, dass wir am Tiefpunkt angelangt sind 😅

      • @AndiTR

        Okay, wenn Stefan Raab involviert war (in welcher Weise auch immer) hat Deutschland die besten Ergebnisse erzielt. Aber dennoch trug der NDR die (Haupt)-Verantwortung. Sie haben ihn schließlich engagiert.
        Zu der Zeit gab es aber auch noch Verantwortliche beim NDR, die an einer guten Platzierung durchaus interessiert waren.😉
        Nicht falsch verstehen: Ich will die Ergebnisse der letzten Jahre in keinster Weise schönreden. Im Gegenteil: Mich macht es traurig, mit wie wenig Herzblut die Verantwortlichen den ESC „durchziehen“. Nichts gegen die Dame, aber das merkt man doch schon an dieser Frau Bentz, sie wirkt auf mich so steif wie eine Bankangestellte, sorry. Und genauso bürokratisch wird das ganze „abgehandelt“. Oder, dass man immer noch an Frau Schöneberger, und auch an (sorry, so sympathisch ich ihn auch finde) Herrn Urban festhält. Das beweist doch, dass wirkliche Veränderungen nicht erwünscht sind. Frischer Wind kann eigentlich nur mit neuen Leuten entstehen.

    • Österreich auf einen guten Weg ???

      Die sind dreimal hintereinander raus im Semi,davon zweimal recht deutlich.

  18. Der NDR sollte Marianne Rosenberg direkt nominieren, nach fünf vergeblichen Abläufen hat sie es einfach verdient. Das müsste für den NDR finanzierbar sein und Marianne haben ESC-Pleiten noch nie geschadet. Bestimmt hat sie noch irgend eine unveröffentlichte Nummer von Rio Reiser in der Schublade, oder irgendwas im Stil von Schattenherz.

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