Duncan Laurence singt im „The Voice of Germany“-Finale mit Alessandro aus dem Team von Michael Schulte

Der ESC-Sieger 2019, Duncan Laurence aus den Niederlanden, wird am kommenden Sonntag als Gaststar im diesjährigen Finale von „The Voice of Germany“ auf der Bühne stehen. Der am längsten amtierende ESC-Gewinner in der Song-Contest-Geschichte performt seinen Erfolgssong „Arcade“, tut dies aber nicht allein, sondern gemeinsam mit Alessandro Pola, dem Final-Talent aus dem Team von Michael Schulte. Bereits am heutigen Freitag haben Alessandro und Michael mit „Don’t You Worry“ einen gemeinsamen Song veröffentlicht.

Die Verschränkung des Eurovision Song Contests und der länderspezifischen ESC-Vorentscheidungsshows mit den weltweit etablierten Casting-Show-Formaten boomt seit vielen Jahren, es gibt ungezählte Beispiele, auch hierzulande. In Deutschland hat sich in den letzten Jahren insbesondere die deutschsprachige Adaption von „The Voice“ als ESC-Plattform entwickelt – und zwar in beide Richtungen.

Einerseits findet man immer wieder mal ESC-Protagonisten als Gaststars oder Coaches im TVOG Line-Up (wie z.B. Lena bei The Voice Kids), andererseits erweist sich TVOG auch als Recruiting-Forum für deutsche ESC-Talente. Aktuellstes Beispiel ist der diesjährige deutsche ESC-Vertreter Ben Dolic, der 2018 im Finale von „The Voice of Germany“ den zweiten Platz belegte.

In gleich beide Richtungen ist Michael Schulte schon gefahren, der – abgesehen von Lenas Sieg in Oslo – für die erfolgreichste ESC-Teilnahme Deutschlands im neuen Jahrtausend sorgte, den 4. Platz 2018 in Lissabon. Einige Jahre zuvor (2012) hat er am Finale von TVOG teilgenommen – und in der Folge seinen The-Voice-Song „Carry Me Home“ in der deutschen Top 10 platziert.

Michaels ESC-Hit „You Let Me Walk Alone“, der unverändert ein Airplay-Favourite der deutschen Adult-Contemporary-Radiosender ist, ist von Euch gerade zum siebtbesten ESC-Song ever aus der gesamten DACH-Region gewählt worden und hat damit so Klassiker wie „Nur die Liebe lässt uns leben“, „Merci Cheri“ und sogar Everybody’s Darling Luca (Hänni) mit „You Got Me“ hinter sich gelassen.

Michael Schulte gewann 2018 die Publikumsauszeichnung bei Deutschlands wichtigstem Medienpreis BAMBI

Aber auch die „andere Richtung“ hat Michael Schulte eingeschlagen, denn 2020 ist Michael als Coach zu TVOG zurückgekehrt. Dort verantwortet er als „Online-Coach“ die sogenannte Comeback Stage, das ist nichts anderes als eine „Andra Chansen“-Variation.

Die vier „offiziellen“ Coaches/Coach-Teams (Mark Forster, Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß von Silbermond, Nico Santos, Samu Haber und Rea Garvey) lassen in den Shows immer wieder einmal ein Talent durchs Raster fallen, danach kommt Michael zum Zuge und gibt ausgewählten Talenten, die speziell ihm gefallen, noch die besagte zweite Chance.

Über sehr unterschiedliche dramaturgisch zugespitzte Auswahlverfahren (aka TVOG-Shows) stehen also fünf Kandidanten im Finale (statt vier wie zu den Gründerzeiter der Show):

  • Alessandro Pola
  • Maël & Jonas
  • Oliver Henrich
  • Paula Dalla Corte
  • Tosi Udayana

Und da kommt dann Duncan Laurence ins Spiel, der ein Jahr später als Michael am ESC teilgenommen hat und von diesem auch für TVOG „aktiviert“ wurde (in der Bubble ist Michael – auch durch seine Beteiligung an „Europe Shine A Light“ – inzwischen bestens vernetzt).

ESC-kompakt-Blogger Benny im Gespräch mit Duncan Laurence anlässlich der Pre-Show „Eurovision in Concert“ 2019 in Amsterdam.

Duncan wird seinen Superhit „Arcade“ gemeinsam mit dem „Comeback Stage“-Kandidaten Alessandro Pola vortragen, einem 30-jährigen Realschullehrer, der (auch) das Fach Musik unterrichtet. Duncan Laurence reiht sich ein in ein prominentes Line-Up erfolgreicher Künstler, die auch jeweils die anderen vier Kandidaten als Sparrings- und Gesangspartner begleiten: Sarah Connor, Zoe Wees, Michael Patrick Kelly und Joy Denalane.

Die prominente Guest-Star-Aufstellung wie auch das Portfolio der Juroren zeigen, dass „The Voice“ sich inzwischen in der Musikbranche zu dem Castingshowformat mit der größten Credibility erwiesen hat. Aufgrund besonderer Umstände hatte ich die Gelegenheit, die Show einige Male vollständig zu sehen und war immer wieder geflasht von der dramaturgischen Zuspitzung und der thematischen Bandbreite, die die Produzenten auffahren.

Vom Kandidaten, der aufgrund eines Handicaps nur singen aber nicht so gerne sprechen mag, über Genderthemen bis hin zu pointiert zugespitzen Soap-Operas, wo die Entourage einzelner Kandidaten zu Wort kommt, lässt „The Voice Of Germany“ nichts aus, wirklich gar nichts. Gefühle bis zum Anschlag, eigentlich „too much“, wenn die Show nicht so megaprofessionell inszeniert worden wäre. Hinzu kommt, dass Mark Forster großartig schlagfertig ist, man bei der maximalen Cuteness von FreeESC-Sieger Nico Santos nicht wegsehen kann, erst Recht nicht dann, wenn er Michael Jacksons Moonwalk „spontan“ perfekt (nachgetanzt) auf die Bühne bringt. Es ist schon fast Realsatire, dass selbst Corona unfreiwillig Bestandteil der Showdramaturgie wurde. (Samu Haber wurde positiv getestet und dann per Videoscreen zugeschaltet.)

Es gibt also viele Gründe, sich das Finale der diesjährigen Staffel von „The Voice of Germany“ am kommenden Sonntag zur Primetime auf SAT.1 anzusehen, aber vordringlich ist das logischerweise vor allem das Wiedersehen mit Duncan, nachdem dieser zuletzt auch beim JESC zu sehen war. Wie Michael, der jüngst die Special Edition seines Albums „Highs & Lows“ vorgestellt hat, hat auch Duncan neues Songmaterial vorgelegt, sein Debütalbum „Small Town Boy“ ist im November diesen Jahres erschienen.

Es wird also spannend an diesem vierten Adventswochenende und wer – wie der Autor dieser Zeilen – Michaels TVOG2020-Favoriten unterstützen möchte, hat dazu jede Möglichkeit. Denn ab sofort haben einzig und allein die Zuschauer das Sagen, welcher der fünf Kandidaten sich im Finale der diesjährigen Staffel der kreativen und erfolgreichen Musikshow durchsetzt. Alle Infos zum „Team Michael“ findet Ihr hier.

Das Finale der 10. Staffel von „The Voice of Germany“ läuft am kommenden Sonntag, den 20. Dezember 2020, um 20:15 Uhr auf Sat.1.


44 Kommentare

  1. Mein Herz hüpft gerade vor Freude. Endlich wieder ein Artikel von Peter. Danke für den schönen Artikel über TVOG das ich mir dieses Jahr auch angeschaut habe. Ich bin sehr gespannt auf das Finale und freue mich auf die Performances. Besonders natürlich die von Alessandro Pola mit Michael und Duncan. Traurig bin ich das das Schweizer Talent Noah Sam krankheitsbedingt absagen musste. Der hat mich am meisten umgehauen

    • Na da sind wir schon Zwei😉, Noah Sam fand ich von Anfang an unglaublich intensiv. Ich hätte mir gut vorstellen können, dass er das Ding am Sonntag gewinnt. War auch sehr enttäuscht, als ich letzte Woche erfuhr, dass er sich krankheitsbedingt zurückzog😢 Bin nun auch sehr gespannt, wer mit welchem Song im Finale steht.

  2. Auf das Duett mit Duncan und Alessandro freu ich mich sehr , gewinnen wird er wohl nicht .
    Paula ist da schon stimmlich was besonderes und Ihr Song ist echt mega .
    Alessandro und auch Paula könnte ich mir beide beim ESC vorstellen .

    Willkommen zurück Peter 🙂

  3. Huhu ^^ Von den Coaches her bin ich Team Nico oder Yvonne/Steffi, vom Talent Team Tosi oder Paula, vom Duettpartner Team Sarah oder Duncan. Hach, sollen sie halt alle gewinnen 😂

  4. Dass da alle singen können, darüber müssen wir ja nicht reden. Aber die ersten beiden Performances haben mich jetzt noch nicht so vom Hocker gerissen und ich fand auch die Songauswahl jeweils nicht wirklich passend.

  5. Ich schaue auch. Mit Ende der Blind Auditions hab ich ausgesetzt und bin nun gespannt, wer es ins Finale geschafft hat.

    Von den Interpreten bisher hätte ich mir eine andere Songauswahl gewünscht. Beautiful Day mag ich nur von Bono bzw. U2 und das Lied des Duos war einfach langweilig.

  6. Krass! Als eben Paula auf die Bühne kam dachte ich, die schaut ja aus wie die Sängerin von London Gramar. Und dann singt sie dieses Lied … mindestens so gut wie Hannah Reid. Gänsehaut.

  7. Mir hat bei Alessandro und Micha ein bisschen der Wumms gefehlt 🙈 Der Song klang total nach Micha, aber so ein bisschen mehr Steigerung im Refrain wäre ganz cool gewesen, finde ich 😇

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