
Moa Carlebecker aka Cazzi Opeia (Aufmacherbild) hat mit ihrem Mello-Beitrag 2022 und ihrer Mitwirkung am „Tattoo“-Erfolg in kürzester Zeit ihren Fußabdruck in den Annalen des schwedischen Vorentscheids hinterlassen. Entsprechend darf sie im nun anstehenden dritten Halbfinale gleich zweimal ran: Als Co-Autorin im Eröffnungstitel und als Sängerin selbst ganz am Ende.
In Sachen Eigen-PR wurde sie aber von The Gunilla locker überholt. Und nach den ersten Pressevorführungen sollen die Wettquoten für ihren Beitrag „I Won’t Shake (La La Gunilla)“ gefallen sein – was ein positives Zeichen für sie ist. Und dann ist da noch der Fanliebling 2021, Clara Klingenström… Peter und Douze Points checken anhand der Snippets, was die Beiträge können.
Neu ist in diesem Jahr, dass es fünf Vorrunden mit je sechs Titel geben wird. Insofern tippen wir am Ende die beiden Finalist*innen und die beiden Beiträge die nach Vorrunde 5 noch Nachrückerchancen haben.
Hier könnt Ihr Euch die Ausschnitte der dritten Vorrunde anhören.
Jacquline – Effortless
Songwriter: Dino Medanhodzic, Jacqline Mossberg Mounkassa, Jimmy Jansson, Moa ”Cazzi Opeia” Carlebecker, Thomas G:son
Douze Points: Frischer Sound mit einem minimalen Hauch Rock-Bass. Der Aufbau ist super konventionell. Die Stimme gefällt mir gut. Allerdings nervt mich am Refrain, dass dieser wieder nur aus der Wiederholung eines Wortes besteht. Klar, die kramen jetzt dafür Wörter hervor, die man sonst selten in Songs gehört hat. Aber ansonsten? 2,5 Punkte
Peter: US-Chartsmaterial von vor zehn Jahren. Stärkster Pluspunkt ist die ausdrucksstarke Stimme von Jacquline. Ihr wunderbarer Look ist sympathisch und aktivierend. Ich mag auch den Text, der ist zwar nicht originell, wirkt in Kombination mit der einprägsamen Stimme von Jacquline und ihrer kraftvollen und klaren Betonung der Schlüsselsignale und -wörter überzeugend. 4 Punkte
Clara Klingenström – Aldrig mer
Songwriter: Bobby Ljunggren, Clara Klingenström, David Lindgren Zacharias
Douze Points: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Künstler in ihrer Muttersprache letztlich besser Geschichten erzählen können, auch wenn es auf Englisch oft einfacher klingt. Das ist auch hier der Fall. Ich bleibe dran und will wissen, was sie „Nie mehr“ machen will – und warum. Die Melodie ist dabei ein guter Begleiter, aber nicht besonders innovativ. Außerdem muss Clara scheinbar sowohl in den Tiefen als auch den Höhen ans stimmliche Limit gehen. Mal schauen, wie das live wird. 3,5 Punkte
Peter: Der Song hat Instant Appeal. Die Landessprache und der appellative Claim im Songtext verstärken diesen Eindruck noch. Der Refrain hat sogar was Hymnisches, man will mitwippen und mitsingen. Claras Mello-Erfahrung und -Popularität aus 2021 ist ein weiterer Pluspunkt. 4 Punkte
Kim Cesarion – Take My Breath Away
Songwriter: Albin Johnsén, Christoffer Johansson, Kim Cesarion, Mattias Andréasson, William Segerdahl
Douze Points: Kim führt mich hier musikalisch ganz schön an der Nase rum. Die ersten Sounds erinnern an die 90er und bleiben auch die ganze Zeit im Snippet erhalten. Dann kommt aber noch ein moderner Sound dazu, der das Tempo treibt. Was dann aber im Refrain komplett verpufft. Wieso? Der Gesang klingt nicht besonders aufregend und in den Strophen sehr stakkatohaft. Solide 3 Punkte
Peter: Fängt sehr vielversprechend an, erinnert mich an Intros aus der Disco-Ära. Dann bricht der Spannungsbogen aber ein und man wartet darauf, dass noch irgendwas einprägsames aus der Kategorie „Catchyness“ passiert. Zumindest in dem Snippet wartet man allerdings vergebens. Kim sieht cool aus, mal sehen, ob die Inszenierung noch Potenziale weckt. 3 Punkte
Klaudy – För dig
Songwriter: William Schenberg, Åke Olofsson
Douze Points: In jeder Sekunde vorhersehbarer Singer-Songwriter-Indie-Pop. Sympathisch, aber schon tausend Mal gehört. Die Stimme ist mir etwas zu gepresst. Der Text holt mich bisher nicht ab. Ich habe Zweifel, dass er das am Samstag mit der Performance dazu hinkriegt. 2,5 Punkte
Peter: Mein „weak spot“ für die Landessprache ist bekannt, und Klaudy kommt auch sehr sympathisch rüber. Der Song ist Radiopop-Standardware mit unaufdringlichen Indie-Zitaten. Das ist nicht originell und das wird auch nicht weit kommen, aber als Baustein einer Mello-Playlist ist das kein Skip-Titel. 3,5 Punkte
Gunilla Persson – I Won’t Shake (La La Gunilla)
Songwriter: Fredrik Andersson
Douze Points: Reim dich oder ich fress dich! Man braucht schon viel Selbstbewusst sein, um diesen Song einigermaßen in sich ruhend auf die Bühne zu bringen. Lustige Wilde-Western-Vibes, mit denen der Bezug zu Gunillas Lebensmittelpunkt Kalifornien hergestellt werden soll. Die Stimme überzeugt mich gar nicht. Mal schauen, ob der Auftritt etwas mehr reißen kann. 2 Punkte
Peter: Country & Western dargeboten von eine Fast-Diva in den fast-vorbei-besten Jahren, so was macht mir sehr viel Spaß. „La La Gunilla“ könnte sich zu einem Partyklassiker-Zitat entwickeln. Erinnert mich entfernt an „NoNo Never“. Ich bin hier aufs Staging gespannt, das muss logischerweise eine konsequente Weiterentwicklung des Gaga-Approaches von Gunilla sein. Bin da zuversichtlich nach kurzem Check ihrer Heritage. 4 Punkte
Cazzi Opeia – Give My Heart a Break
Songwriter: Ellen Berg, Jimmy Jansson, Moa ”Cazzi Opeia” Carlebecker, Thomas G:son
Douze Points: Wie wir es von Cazzi Opeia kennen, ist das von der Hülle her ein fröhlicher Uptempo-Song mit kindlichen Elementen. Die Botschaft ist aber schon etwas ernster. Kein Banger von der ersten Minute an, zumal die Strophe vergleichsweise lang scheint. Beim Refrain wippe ich mit und gebe 4 Punkte
Peter: Nicht nobelpreisverdächtig, aber so richtig in vielen Belangen: Spaß, Lässigkeit, stimmungsaufhellend und vor allem mit dem notwendigen Augenzwinkern produziert. Die Bridge ist mega. Es werden alle schlageresken Register gezogen. Das ist nicht originell, aber das muss es auch nicht sein. 4,5 Punkte
Prognose Douze Points
Finale: Cazzi Opeia, Gunilla Persson
Nachrücker: Clara Klingenström, Jacquline
Prognose Peters
Finale: Cazzi Opeia, Gunilla „LaLa“ Persson
Nachrücker: Jacquline, Clara Klingenström
Was sagt Ihr zu den Snippets der Beiträge für diese Woche? Ist ein/e potenzielle/r Sieger/in dabei? Was gefällt Euch? Was nicht? Und warum? Kommentiert gern unter diesem Beitrag.
Bisherige Mello-Quickchecks 2024
1. Vorrunde: Auftakt mit angezogener Handbremse
2. Vorrunde: Uninspiriert und weichgespült – ein Tiefpunkt in der Mello-Geschichte
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Das Mello bekommt ja gerne mal sein Fett weg, gerade auch auf diesem Blog, aber nach der sehr schwachen ersten Runde fand ich die zweite tatsächlich ziemlich gut. Sowohl Maria als auch Liamoo haben mich mit ihren Liedern auf ihre eigene Weise überzeugt. Ich finde Bluffin‘ nach wie vor besser, aber die Performance war schon ein Knaller (vielleicht ja sogar zu viel – gab es nicht kurz darauf einen Brand in Göteborg?).
Bislang habe ich von „Effortless“ einiges Positives gehört, da bin ich mal gespannt. Mit Cazzis Musik konnte ich noch nie was anfangen, da erwarte ich nicht zu viel, aber fürs Finale dürfte es schon allein wegen der Startnummer in Verbindung mit der Bekanntheit reichen.
Dieses Heat ist wirklich unterirdisch, was hat man sich bei der Zusammenstellung gedacht? Als gab es keine besseren Einsendungen…?
Auch zwei Songs von Cazzi Opeia in einem Heat und beides nicht ihre Besten.
Bis auf Clara Klingenström (nix Dolles, aber hat zumindest noch einen Hauch Seele) und Kim Cesarion (war nicht komplett vorhersehbar) finde ich das alles absolut grauenvoll.
OK, Clara wäre in dieser Runde in der Tat die Beste.
schönhören ist glaube ich bei clara nicht drin – der rest ist auch nicht der rede wert.
es wird munter weiter gefloppt in schweden. 🤡
Ich fand die Snippets dieser Runde ehrlich gesagt sehr sehr schwach. Mir ist kein einziger Song im Gedächtnis geblieben. Insbesondere von Clara und Cazzi Opeia bin ich da auch enttäuscht, die ersten Beiträge der beiden haben mir sehr gut gefallen (wobei das mit Schönhören ja noch kommen kann). Leider ein großer Rückschritt gegenüber der sehr starken letzten Vorrunde.
Lustig, dass ihr dieses Semi stärker finder als das Zweite. Zumindest die Titelüberschrift..
Ich denke mal SVT hat die Semi’s so eingeteilt, dass es mit einem mittelmässigen 1. Semi startet, das 2. Semi dann stärker, das 3. das schwächste, um dann gegen Ende mit einem starken 4. und dem besten 5. Semi das Startfeld abzuschliessen..
Denke abschliessend, dass Maria Sur, Liamoo, Dotter, Danny oder Marcus & Martinus um den Sieg mitspielen werden.. Alle aus Semi 2, 4 & 5..
Besser als das zweite Semi ist es schon.
Aber wieder kein Sieganwärter dabei.
Jaquline und Kim Cesarion finde ich ganz ok.
Cazzi Opeia hat schon Nervpotenzial,sie soll lieber weiter Songs schreiben.
Kann sie besser.
Alle (meine) Hoffnungen ruhen auf Dotter.
Für mich die mit Abstand schwächste Runde bisher. Klaudy und Cazzi Opeia sind für mich hörbar (6/10), der Rest furchtbar.
Mein persönlicher Fave bislang ebenfalls mit großem Abstand überraschend Lisa Ajax
Alle Stücke ohne unique spot, manche Melodiebögen sind unerklärbar albern geraten. Ich habe hier keinen Favoriten, aber mein ESC-Weltbild stimmt wieder, wenn ESCK hier punktespendabel agiert. 🙂
Das Mello wird besser – das stimmt ….aber im Vergleich zu den Vorjahren ist es immer noch „tråkigt som fan“ (höllisch langweilig). Erst im „Heat 4“ lernen wir die wahren ESC-Finalisten kennen.
Oh man ist dieses Semi belanglos. Klar schlechter als Semi 1 und 2 und dabei waren auch diese zwei Semis enttäuschend. Was Schweden bisher macht ist klar eine Arbeitsverweigerung. Kommt da noch was?
Absolut belanglos – es könnte tatsächlich sein, daß Schweden ähnlich wie 2013 nicht ganz vorne landet….
Nach Hören der 30 sek Clips , fand ich Clara und Jacquline soweit ganz gut.
Dieses Jahr gibt es bisher nur 1 Favorit auf den Sieg am 9.3. nämlich Dragon.
Hoffe da kommt noch was Gutes, sonst ist das dieses Jahr echt traurig.
Werde mir morgen lieber Dänemark anschauen.
mit „effortless“ ist hier der bislang stärkste song des jahrgangs dabei! ich drücke jacqline die daumen!
Ich finde diese Runde ehrlich gesagt die schwächste bisher. Nach den Snippets will ich eigentlich keinen Song komplett hören. Kim hat mich kurz gehookt, aber das verpufft sehr schnell wieder, das stimmt.
„Effortless“ geht auch ganz gut ins Ohr, aber der Refrain wirkt schon arg aufgekocht, da hätte man auch eine innovativere Melodie finden können. Bei Gunilla hatte ich kurze Anders-Bagge-Vibes, hoffentlich täuscht das…
Ich glaube, den Sieger haben wir noch nicht gehört.
Finale: Cazzi Opeia, Jacquline
AC: Clara, Gunilla