
Save the best for last? Vielleicht. Denn in der neuen fünften Vorrunde der schwedischen Vorentscheidung haben wir mit Marcus & Martinus (Aufmacherbild) und Medina zwei Anwärter auf den Mello-Sieg – zumindest von der Papierform her. Ob sie diesen Anforderungen gerecht werden, checken die Blogger Peter und Douze Points.
Neu ist in diesem Jahr, dass es fünf Vorrunden mit je sechs Titel geben wird. Insofern tippen wir am Ende die beiden Finalist*innen und die beiden Beiträge die nach Vorrunde 5 noch Nachrückerchancen haben.
Hier könnt Ihr Euch die Ausschnitte der fünften Vorrunde anhören.
Marcus & Martinus – Unforgettable
Songwriter: Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Joy Deb, Linnea Deb, Marcus Gunnarsen, Martinus Gunnarsen
Douze Points: „Air“ 2.0. Eigentlich ist damit genug gesagt. Der Refrain wirkt in seiner starken elektronischen Art aber noch etwas erwachsener als der Mello-Beitrag vom letzten Jahr. Die Stimmen sind aber nicht wirklich männlicher geworden. Guter Banger für die Schülerparty an der Astrid-Lindgren-Grundschule bis hin zum Ü40-Afterwork-Event ab 2,0 Promille. 4 Punkte
Peter: Ein zurückgenommener Techno-Light-Beat ist die Basis für einen Modern-Dance-Song, der sich durch die einprägsame Stimmfarbe von M&M absetzt. Der Text / die Message ist nicht originell, aber man kann dazu gut relaten. Das Snippet ist vielversprechend und ich bin sehr gespannt auf den ganzen Song. In Relation zum diesjährigen Mello-Jahrgang ist das im oberen Fünftel, also sicher im Finale. 4,5 Punkte
Chelsea Muco – Controlla‘
Songwriter: Anderz Wrethov, Chelsea Muco, Elsa Carmona Oljelund, FERNAND MP, Karl Flyckt, Pa Modou
Douze Points: Guten Morgen, Schweden. Es ist 7:03 Uhr, wir wünschen allen unseren Hörer*innen vom Polarkreis bis Malmö einen wunderschönen Tag. Und hey, es gibt mal keinen Stau auf den Autobahnen rund um Göteborg und Stockholm. Kann es schöner sein? Aber klar, zum Morgenkaffee braucht’s noch den neuen Radiohit von Chelsea Muco: „Controlla‘“. Nicht nur für Controller, sondern auch alle anderen, die jetzt schon am Arbeitsplatz sind. Haha, wir haben nicht nicht nur die beste Musik, sondern auch die besten Gags. Viel Spaß mit den Superhits der 80er, 90er und von heute! 3,5 Punkte
Peter: Chelsea präsentiert einen megaeingängigen Gym-Workout-Schlager, der seinen Aktivierungs- und Animierungszweck unmittelbar erfüllt, Mitsummen und Mitwippen ist schon beim ersten Hören inkludiert. Und Chelsea sieht sehr sympathisch aus, der Funke springt über. Allerdings ist das kein Song, der sich für den internationalen ESC eignen würde, fürs Mello passt es aber prima. 3,5 Punkte
Jay Smith – Back to my roots
Songwriter: Jay Smith, Jonas Jurström, Jonathan Keyes, Maria Jane Smith, Victor Thell
Douze Points: US-Country-Gitarrenrock mit Reibeisenstimme. Genau das, was von Jay Smith zu erwarten war. Ganz sicher keine Innovation, aber ein solides Paket in dem Genre. Das ist bodenständig und – Achtung – authentisch. In Skandinavien kann so etwas immer mal überraschen. 3 Punkte
Peter: Naja, wenn man in den USA eine Autotour durch die Südstaaten macht und im Radio irgendwas sucht, was man gut hören kann, dann würde man bei „Back to my roots“ hängenbleiben. Denn der Song geht smooth ins Ohr, die Musik verzichtet auf überstrapazierte Country-Klischees und zitiert viele AOR-Pop-Elemente. Letzteres gilt aber nicht nur für den Text. Zurück zu den Wurzeln, klingt wie ein Self-Help-Klangteppich für den Grillabend mit den Nachbarn, wenn die Kinder schon aus dem Haus sind. 3 Punkte
Elecktra – Banne maj
Songwriter: Anderz Wrethov, Elin Wrethov, Jonny Werner, Robin Werner
Douze Points: Ja, Drags haben manchmal sehr tiefe und männliche Stimmen – und einen skånischen Akzent. Darüber ist Elecktra auch bekanntgeworden. Inhaltlich haut der Beitrag in dieselbe Kerbe, die auch Christer Lindarw immer bedient hat: „Kom ut som en stjärna“ (Mach ein Coming Out wie ein Star“) und bei uns in er Community bist Du gut aufgehoben. Der Refrain hat herrliche Schlager-ABBA-Ansätze, die leider von zu viel vermeintlich modernem Bum-Bum überdeckt werden. Mal schauen, wie das nach der Minute weitergeht. 3,5 Punkte
Peter: Mit Elecktra aka Robin Werner kann man sich intensiver nur anfreunden, wenn man ihre Geschichte kennt. Mir gefällt dieses Crossover aus Drag und dieser skånischen Heimatverwurzelung sehr gut. Die Bits & Pieces, die ich aus ihrem TV-Gigs gesehen haben, sind funny, haben aber auch gleichzeitig etwas wahrhaftiges. Der Song hat mir ein bissel zu aggressive Beats, aber Elecktras Stimme ist stark darüber und die erste Bridge, die man hört, funktioniert klasse. 4 Punkte
Annika Wickihalder – Like
Songwriter: Annika Wickihalder, Herman Gardarfve, Linnea Gawell, Patrik Jean
Douze Points: Schöner, etwas mystischer Auftakt. Die Beats geben schon die visuelle Umsetzung und den Einsatz von Blitzen vor. Das baut sich ganz gut zum Refrain auf. Der ist dann aber wieder nur mit angezogener Handbremse produziert. Tut nicht weh, geht aber auch nicht nach vorn. 3 Punkte
Peter: Ich hab´ mir echt vorgenommen, diesen Song zu lieben, weil ich Annikas Austrahlung mag und sie auch am Song kreativ mitgewirkt. Aber nach einem sympathischen Intro klingt der Chorus und Refrain, der hymnisch wirken soll, leider eher durchschnittlich. Hier braucht es eine starke Choreo, wenn das weiterkommen soll. 3 Punkte
Medina – Que sera
Songwriter: Ali Jammali, Anderz Wrethov, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Sami Rekik
Douze Points: Man nehme die geläufigsten Phrasen aus dem Spanischen und Französischen und vermische sie mit einem energiegeladenen Hip-Hip-Pop-Beat, der zum Refrain in einem Après-Ski-Ballermann-Mega-Boooom explodiert. Irgendwo zwischen Verzweiflung und Genialität. Selbst ESC-Fans werden mit „Allez Ola Olé“-Versatzstücken abgeholt. Wenn da nicht Tonnen von Pyro verbrannt werden, weiß ich auch nicht. Guilty Pleasure, jetzt schon. 5 Punkte
Peter: Diese Melange aus Hip Hop, Calaypso-Einflüssen und arabischen Klängen ist gleichermaßen originell wie partytauglich. Einzigartig macht das den Song dennoch nicht, ähnliches hat man schon in vielen Jahren oft gehört. Aber wenn dieser Stilmix sympathisch und mitreißend auf der Bühne präsentiert wird, dann könnte das aufgrund des überschaubaren Wettbewerbs sogar im Finale landen. 3,5 Punkte
Prognose Douze Points
Finale: Medina, Marcus & Martinus
Nachrücker: Elecktra, Jay Smith
Prognose Peter
Finale: Marcus & Martinus, Medina
Nachrücker: Elecktra, Chelsea Muco
Was sagt Ihr zu den Snippets der Beiträge für diese Woche? Ist ein/e potenzielle/r Sieger/in dabei? Was gefällt Euch? Was nicht? Und warum? Kommentiert gern unter diesem Beitrag.
Bisherige Mello-Quickchecks 2024
1. Vorrunde: Auftakt mit angezogener Handbremse
2. Vorrunde: Uninspiriert und weichgespült – ein Tiefpunkt in der Mello-Geschichte
3. Vorrunde: Das Angebot wird besser
4. Vorrunde: Viel Uptempo und Überraschungen, dass es eine Freude ist
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Wer gewinnt jetzt das Mello
Liamoo – Dragon
Marcus&Martinus -Unforgettable
oder
Danny Saucedo-Happy that you found me.
Hier gefällt mir sogar Elecktra 😀
Ich hoffe auf Danny oder Jaquline – Effortless
scarlet oder dotter.😎
Das wäre auch mein Wunsch, aber die werden es wohl beide nicht werden… 🙁
Scarlet für mich bislang auch das beste 🙂 Aber leider haben die vergleichsweise eine kleine Fanbase :/
Scarlet müsste eigentlich mindestens ins Finale einziehen und zudem gehört dieses Meisterwerk auf die große ESC-Bühne!
Sehe ich genauso, vor allem der Beat am Ende ist der Hammer. Aber ich denke am Ende wird es eine Pop-Nummer, da die Schweden die Jury befriedigen will…
Scarlet wäre in jedem anderen Land save einer der Favoriten 😀
Das war es wohl mit der Titelverteidigung.
Ich denke, das könnte der Plan gewesen sein 😬
das einzig interessante bei den 6 songs ist für mich der für schwedische verhältnisse ungewöhnliche beat von unforgettable.
medina klingt nicht unerwartet wie der aufguss vom aufguss vom aufguss usw.
@Douze Points
authenzität findest du dieses jahr z.b. bei estland und nicht im pseudoamerikanisch-schwedischen countrysumpf. 😉
Die Qualität ist wieder sehr hoch. Ich glaube, dass am Ende die Superstars Marcus+ Martinus die 5. Vorrunde gewinnen werden. Und Medina werden wahrscheinlich Zweite werden. Ich bin wieder sehr gespannt auf die Bühnenshows am kommenden Samstag, denn ich vermute, dass sie wieder so gigantisch werden, wie von den Schweden gewöhnt.
finde Unforgettable am besten. Aber auf die Show on Elecktra bin ich am meisten gespannt ^^
für mich das langweiligste semi dieses jahr. das hab ich alles schon im mello selbst gehört- nur besser. der „neue“ song von marcus & martinus klingt nun vom sound sehr ähnlich wie „air“ letztes jahr- nur eben etwas weniger catchy und mit dem makel, dass ich es praktisch schon kenne. auch medina´s song finde ich schwächer als letztes jahr… ich brauche keinen dieser 6 songs im finale…
Medina war vor 2 Jahren dabei, aber ansonsten hast du vollkommen Recht.
Bin gespannt auf die weiteren 2 Minuten von Unforgettable! Und Que Sera wird ein richtiger Party-Kracher!
Das Finale nächste Woche wird eine hochkarätige Show werden, mit offenem Ausgang! Ich sehe 6 potenzielle Sieger.. ☝🏼
„Air“ fand ich besser, aber ich sehe vor dem geistigen Auge schon die seeehr effektive Inszenierung aus dem Hause Jean-Baptiste und das genügt für den Mello-Sieg und die Top 10 in Malmö.
Ansonsten gefällt mir Annika erstaunlich gut; Medina sind von der Art ihrer Musik nie ganz meins gewesen, aber „Que Sera“ hebt sich doch etwas angenehm von ihren sonstigen eher platten Stampf-Dingern ab. Guter Schlusspunkt für einen sonst ziemlich durchwachsenen Mello-Jahrgang.
Achso:
Finale: M & M, Medina
AC: Elecktra, Annika
Ich würde immer noch, wie von anfang an, auf marcus & martinus wetten. M& m gewinnen das mello und machen dann in malmö top10. Ohne viel begeisterung.
Wenigstens die norwegischen Jungs enttäuschen nicht.
Ab zum Song Contest nach Malmö !
👍👍👍👍👍👍
Ich werde mich wohl mit dem diesjährigen Mello nicht anfreunden .
Aiuch sehe ich die Wertung der Snippets ganz anders als Douze Points und Peter.
Ich gebe für
Markus und Martinus 2/5
Chelsea Muco 3/5
Jay Smith 0/5
Elecktra 1/5
Annika 1/5
und das Grauen zum Schluss Medina mit -10000 /5
Ich freue mich auf Marcus & Martinus – Unforgettable . Habe bei dem Sound direkt Swedish House Mafia Vibes. War letztes Jahr schon Fan von „Air“ und kann es mir immer noch gut anhören.
Das ist auch die einzige Vorentscheidungsrunde die ich mir vom Mello angucken werde.
Elecktra: kopfschüttel, kann nicht singen, als Instrumental aber erträglich
Annika Wickihalder: nicht schlecht
Medina: eingängig aber schon was steril
Marcus & Martinus: braucht 50sec bis es richtig losgeht, dann ist das Vorhören aber schon fast vorbei. schwer einzuschätzen daher. Aber OK.
Chelsea Muco: mutloser Radiopop
Jay Smith: nochn Country Pop Teil beim Mello. Kann ich nix mit anfangen.
eigentlich müssten marcus & Martinus und Medina direkt weiterkommen. Annika mit sehr gutem live könnte aber vllt auch ziehen.
Elecktra wird dann wahrscheinlich mit dem Countrysong um den Rest rangeln.
Ich bin nächste Woche live beim Finale und hoffe einfach nur das Scarlet das irgendwie biegt 😀
Ansonsten mag ich noch:
Dotter
Liamoo
Smash into pieces (bin ein Linkin Park Kind)
Maria Sur
Mal schauen ob es live wieder extrem besser wird genau wie letztes Jahr 🙂
Wir waren auch letztes Jahr live dabei und dieses Jahr waren wir dafür beim Finale des norwegischen Vorentscheides live vor Ort und es war der Wahnsinn! Auf jeden Fall wünschen wir euch schon mal viel Spaß und gute musikalische Unterhaltung in Stockholm 👍.
Dank dir,
ach krass, aber da merkt man auch dass die sich viel mehr Mühe geben als hier in Deutschland…
Als ob das hier nicht machbar wäre… In den ersten 2 Jahren würde man vllt noch etwas minus machen, weil es erst Anlaufzeit braucht, aber dann ist doch für jeden was dabei, alle wären begeistert und es würde sich gut vermarkten…
Aber das du in Norwegen warst ist ja Mega 😍
So richtig begeistert bin ich von M&M nicht, ich hab dann ja doch lieber einen vernünftigen Refrain. Medina liefern was sie können und „Back to my roots“ ist jetzt auch nicht das Meisterstück von Smith&Thell, und das trotz der familiären Verbindung. Am Ende kann es aber live in der Vollversion immer noch ganz anders kommen.
Ich bin eigentlich am meisten gespannt auf die neue Second-Chance-Runde. Auf dem Papier klingt das leider vollkommen verkopft und unnötig kompliziert.
Also insgesamt gesehen diesmal nicht so ein spektakuläres Mello-Angebot.
Als Gesamtsieger würde ich entweder Dotter oder Marcus&Martinus in Malmö antreten lassen.
Es kann nur EINE geben – Jaqcline hat mein Herz erobert 🥳. Und am Montag gibt es im Merchandise hoffentlich das ‚Call the police‘ T-Shirt für die ESC Party 🎈
Dieses Jahr ein echt bescheidenes Angebot aus Schweden. Ich finde Medina oder Danny sollten gewinnen. Die haben es so oft schon versucht. Von M&M bin ich eher enttäuscht.
Also mit der Titelverteidigung wird es in diesem Jahr sowieso nichts. Dann darf gerne Medina den 10k in der Malmö-Arena gute Laune spendieren. Fänd ich besser als die düstere Nummer der M&Ms.
Nachdem ich die Songs des serbischen 2. Semis gesehen habe, lache ich über das Mello!
Und überhaupt: 30kmh nicht ins Finale wählen, was erlauben Schweden?
„Controlla“ … ist das so wie mit den italienisch-stämmigen Schauspielern, die im deutschen Fernsehen einen total übertriebenen italienischen Klischee-Akzent aufsetzen müssen, obwohl sie eigentlich perfekt deutsch sprechen?
Marcus & Martinus sind okay, Annika Wickihalder auch noch. Chelseas Song ist albern, wenn auch nicht ganz so schlimm wie Medina. Letztere habe ich keine 20 Sekunden ertragen. Und die Drag Queen grenzt gar an Körperverletzung.
Am gefälligsten ist aber der Song von Jay Smith – also bezeichnenderweise der eine, an dem kein Thörnfeldt/Deb/Wrethov/Gardarfve beteiligt war.
Was würde ich dafür geben, wenn Schweden statt 30 mauer Songs seiner Zweit- und Drittliga-Songwriter mal bloß 5 Songs seiner besten Autoren (Klas Åhlund, Björn Yttling, Max Martin und dessen ganze Clique) im Vorentscheid hätte … der Qualitätssprung wäre immens.