ESC-Songcheck kompakt (12) – Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo

Damir Kedžo ESC 2020

Damir Kedžo gewann die 21. Ausgabe des kroatischen Vorentscheids „Dora“ und löste damit das Ticket für den mittlerweile leider abgesagten Contest in Rotterdam 2020. Ein Selbstläufer war das jedoch nicht: Bis zum bitteren Ende war ihm beim Voting Mia Negovetić auf den Versen. Am Ende hieß es sogar Gleichstand, sowohl Mia als auch Damir standen mit 31 Punkten auf Platz 1. Damir konnte jedoch mehr Zuschauer von sich überzeugen, um genau zu sein sammelte er mehr SMS, und damit wurde er zum strahlenden Sieger.

Ein unbekanntes Gesicht war Damir für die kroatischen Zuschauer nicht gerade. Er wurde durch seine Teilnahmen in Casting- und und anderen TV-Shows berühmt. Der von der Insel Krk stammende Künstler weiß zudem, was es heißt, zu gewinnen: So konnte er sich etwa den Titel in der beliebtesten Sendung im kroatischen Fernsehen sichern, der kroatischen Ausgabe von „Your face sounds familiar“. Dort konnte er beispielsweise als Britney Spears oder kroatische ESC-Teilnehmerin Doris (1999) überzeugen. Zudem gewann er vor seiner Dora-Teilnahme auch das beliebte Zagrebfest.

Der Song 

Damirs Lied „Divlji vjetre“ („Wilder Wind“) ist eine typische Balkan-Power-Ballade. Komplett auf kroatisch gesungen folgt der Song dem Muster Strophe-PreChorus-Refrain bis zur Bridge, in der Damir sein volles Stimmpotenzial ausschöpft und das Lied anschließend mit epischen Klängen, begleitet von einem Backroundchor, beendet. Das Lied wurde von Ante Pecotić geschrieben und von Bojan Šalamon und Matija Rodić produziert.

Nach dem Sieg bei der kroatischen Vorentscheidung wurde „Divlji Vjetre“ noch einmal bearbeitet und anschließend im „Eurovision Edit“ veröffentlicht.

Der Check

Song: 3/5 Punkte
Stimme: 4/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Ich bin durchaus empfänglich für Balkanballaden, aber „Divlji vjetre“ gibt mir nichts und löst bei mir nichts aus. So plätschert der Song drei Minuten lang an mir vorbei und ist sofort nach dem Hören auch wieder vergessen. 4 Punkte.

Berenike: Einer der größten Grower in diesem Jahr für mich. Beim ersten Mal Anhören fand ich den Song langweilig, mittlerweile gehört er zu meinen Favoriten. Eine tolle zeitlose Balkanballade, die die charakteristische Portion Pathos mitbringt. 8 Punkte.

Douze Points: Mindestens eine Balkanballade im Jahr gehört einfach dazu. Das meine ich durchaus positiv. Und da Damir nicht nur singen kann, sondern auch noch visuell erfreulich ansprechend daherkommt, ist das Gesamtpaket runder als es das Lied vielleicht allein wäre. 7 Punkte.

Florian: Mit „Divlji vjetre“ werde ich nicht wirklich warm – daran hat auch der Eurovision Edit wenig geändert. Zwar wirkte Damir bei seinem Auftritt in der kroatischen Vorentscheidung Dora recht sicher und erfahren, der Song ist mir aber eine eher sehr typische Balkanballade. Zumindest ist es bei der kroatischen Sprache geblieben, der Fehler aus Albanien wurde in diesem Fall wenigstens vermieden. Dennoch gibt es von mir nur 4 Punkte.

Manu: Die große Balkanballade in diesem Jahr kommt aus Kroatien. Damir singt über eine Liebesbeziehung, die zu Ende geht, und diese Aufbruchstimmung und seinen Schmerz kann man durchaus in seiner Stimme erkennen. „Divlji vjetre“ wird zwar von einer schönen Melodie getragen, bleibt aber instrumental zu unauffällig und einheitlich, um jemanden zu erreichen, der nicht weiß, wovon er singt.  Schade, so bleibt es bei mir bei nur 5 Punkten.

Max: Was wäre denn der ESC ohne eine Balkan-Hymne? Nichts! Kroatien liefert sie uns in diesem Jahr. Sicherlich wird auch hier das Rad nicht neu erfunden, aber dennoch ist es ein angenehmer Beitrag, der zudem auch in Rotterdam auf kroatisch vorgetragen worden wäre. Damir holt einiges aus dem Song heraus und von mir gibt es 5 Punkte.

Peter: Wie so vieles andere auch, liebe ich geschmetterte Balkanballaden (natürlich) in Landessprache. „Divlji Vjetre“ hat zwei große Pluspunkte. Erstens ist es ein Song, der nach mehrfachem/vielfachem Hören besser statt nervig wird. Das hilft nicht beim ESC, aber der zweite Pluspunkt schon, nämlich, dass hier in der letzten (besten) Minute des Titels stimmlich, rhythmisch, dramatisch mit großer Power noch richtig viel passiert. 8 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 41/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Divlji vjetre“ auf Platz 32 von 41.

Wie hätte der kroatische Beitrag "Divlji vjetre" von Damir Kedžo abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis
(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene


22 Kommentare

  1. Das gefällt mir gut. Ich liebe diese Power-Balkanballaden mit ganz viel Pathos vorgetragen. Noch dazu in der schönen kroatischen Sprache – super.

    Wäre aber leider im Halbfinale ausgeschieden, glaube ich. Keine Ahnung, warum.

  2. Überhaupt nicht mein Geschmack ..altbacken bieder und nervig und millionenmal dagewesen 1/10 Punkten und vorletzter platz also 40/41 nur mein Hassbeitrag ist noch schlimmer

  3. Wenn ich hier meinen kurzen Kommi schreibe, öffne ich dazu mein Ranking, um die Punkte und den Platz abzuschreiben. Jetzt gucke ich drauf und frage mich, wie dieser Song Platz 33 war und 5 Punkte bekommen hat. Ich erinnere mich an gar nichts mehr. Absolut nichts von diesem Song. Er muss gut produziert gewesen sein, sonst wäre es keine 5 und er muss nicht so nervig gewesen sein wie die Plätze 34 bis 41, die ich alle noch präsent habe. Aber das ist auch alles und gibt mir zu denken. Und dafür hat Kroatien „All Of My Love“ abgelehnt? Na bitte…
    5/10, 33 von 41 und sicheres Halbfinalaus.

  4. Damir ist super sexy; von daher hoffe ich, dass er nächstes Jahr mit einem wesentlich interessanterm Song dabei ist.

  5. Ich mag Balkanballaden, meistens die aus Albanien und Serbien, aber sie landen immer sehr weit hinten, zumeist fliegen sie allerdings im Halbfinale raus, so wie Damir rausgeflogen wäre.

  6. Kroatien erfindet das Rad nicht neu, aber zumindest ist das Gesamtpaket schlüssig und professionell. Mit einer guten Inszenierung hätte Damir auf dem Zahnfleisch ins Finale rutschen und dort einen der hinteren Plätze ergattern können.

  7. Dem Mann schulde ich einen Platz in meinem persönlichen Finale. Nach erheblichen Startschwierigkeiten in dieser Saison: Mit Damirs langem, zum Key Change hochgezogenen Ton wurde es in mir endlich wieder Song Contest. Dafür ergebensten Dank! Dass es Balkan-Lieder gibt, die – sagen wir – farblich besser mit meinen Socken harmonieren: geschenkt. Mag ich, Punkt.

  8. Ich mag diesen Balkan Schmachtfetzen sehr und es würde mir absolut was fehlen wenn solche Lieder nicht dabei wären. Damir ist ein echter Hingucker, das Auge hört mit😉 und das spielt eben auch mit eine Rolle (ist ja kein Radio Contest). Das gibt von mir 10 Punkte!

  9. Kurz nach dem Dorafestival von drei Musiker und mir bewertet.

    Gesang: Waschecht ++ Fehlt die Überzeugung ++ Endlich eine tiefe Stimme ++ Mit mini-Chor
    Melodie: Gerettet durch Schlagzeug ++ Mehr als eine Ballade ++ Wo bleibt das Drama? Da ist es! ++ Wasserfall
    Gesamt: Angenehm ++ Überzeugt ++ Fast perfekt. ++ Alles passt zusammen
    Chancen: Finale ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Typisch 0815-Mann aus HR ++ Frisur von der Ehefrau ++ Es gibt zu wenig Ärzte im Land, deswegen noch etwas im Gesicht ++ So gar nicht mein Typ

  10. Irgendwie ist das schon eine Balkanballade, aber auch nicht so richtig. Vor allem ist der Song einfach nicht gut, sondern unglaublich durchschnittlich und langweilig. Definitiv nicht im Finale (in dem Semi).

    Platz 29 von 41

  11. Nett. Tut nicht weh, bleibt nicht hängen und ist schon fast vergessen, wenn es vobei ist – aber immerhin erkenne ich „Divlji vjetre“ sofort wieder (was sicher auch an der Landessprache liegt), was ich nicht von allen Titeln behaupten kann. Solche Balkanlangweiler haben ja erstaunlich viele Liebhaber, also hätte es mit dem Finale vielleicht sogar klappen können. Wäre für mich persönlich aber nicht nötig gewesen.

  12. Im Biologieunterricht habe ich mal etwas über Spinnen gehört, die durch ihr Gift eine Art sehr schmerzhafte Dauerreizung hervorrufen. Nun ja, dieses Bild habe ich immer vor mir, wenn ich diesen Song höre. Warum? Ab dem Refrain kommt der Song schon unfreiwillig zum Höhepunkt, und dort bleibt er auch mit nur geringen Höhen und Tiefen. Das ist beim Sex schon nicht schön, aber das Lied wird dadurch nur noch zu einem konstanten Rauschen, dessen Melodie man schon vergisst, bevor dieser Song zu Ende ist. Obwohl das auf der letzten Startnummer beim Dora startete, hatte ich den Song komplett vergessen, als Damir das Voting gewonnen hat. Dementsprechend war ich auch eher negativ überrascht. Aber ich kenne Leute, denen das wirklich gefällt. Sachen gibt’s…

    Prognose: Halbfinale 14/17 (30%) – Naja, Füllmaterial muss es ja auch geben. Und machen wir uns nichts vor: Wenn es schon Roko mit Engelsflügen und Bombastauftritt nicht schafft, dann dieser lauwarme Luftzug erst recht nicht.
    Meinung: Platz 34/41 (3 Punkte) – welchen Song bewerte ich eigentlich nochmal…?

  13. Grundsätzlich bin ich gegenüber Musik, die nach Balkanballade klingt, sehr positiv eingestellt, auch Divlji Vjetre ist nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut, wenn ich ehrlich bin.

    6,5 Punkte (von 12).

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