
Die Band Katarsis will für Litauen beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel durchstartet. Aber wie kam es zur ESC-Teilnahme der Gruppe? Beim diesjährigen litauischen ESC-Vorentscheid Eurovizija.LT 2025 wurde wieder deutlich, wie vielfältig und überraschend die Musikszene des baltischen Landes ist. Das überarbeitete Format bestand dieses Mal aus fünf Vorrunden, in denen sich insgesamt 44 Acts präsentierten. Die besten zwölf Beiträge schafften es ins große Live-Finale, das am 15. Februar in der Žalgiris Arena in Kaunas stattfand. Durch den Abend führten Gabrielė Martirosian, Nombeko Augustė und Rimvydas Černiauskas.
Im Finale von Eurovizija.LT 2025 wurde zunächst eine Top 3 durch Jury- und Televoting ermittelt. Ins Superfinale zogen die Acts Katarsis mit „Tavo akys“, Liepa mit „Ar mylėtum?“ und Lion Ceccah mit „Drobė“ ein. Die endgültige Entscheidung lag dann allein beim Publikum – und das sprach sich mit überwältigender Mehrheit für Katarsis aus. Die Band erhielt 9.374 Stimmen und ließ die Konkurrenz damit deutlich hinter sich (Lion Ceccah landete mit 3.828 Stimmen auf Platz 2).
Katarsis ist in der litauischen Musikszene keine Unbekannte. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 in Vilnius hat sich das Quartett rund um Sänger und Songwriter Lukas Radzevičius mit einem düster-melancholischen Sound zwischen Post-Punk und Dark Alternative Rock einen Namen gemacht. Zur Band gehören außerdem Leadgitarrist Alanas Brasas, Bassistin Emilija Kandratavičiūtė und Schlagzeuger Jokūbas Andriulis. Mit Songs wie „Vasarą galvoj minoras“, „Rasa“ oder „Spengia galvoje“ haben sie sich nicht nur eine treue Fangemeinde erspielt, sondern auch im Streaming-Bereich beachtliche Zahlen für einen kleinen baltischen Staat erreicht – allein „Vasarą galvoj minoras“ kommt auf über 3,5 Millionen Plays.
Das Lied
Mit ihrem ESC-Beitrag „Tavo akys“ („Deine Augen“) bleiben Katarsis ihrem Stil treu. Der Song ist eine eher düstere Rock/Alternative-Nummer, die sich durch dichte Klangflächen, eine dunkle Grundstimmung und die markante Stimme von Frontsänger Lukas auszeichnet. Inhaltlich geht es um emotionale Verletzlichkeit, innere Kämpfe und das stille Verlangen nach Verständnis. Die Band verzichtet bewusst auf eine überladene Inszenierung und setzt stattdessen auf eine schlichte, eher trostlos wirkende Atmosphäre.
Katarsis treten im zweiten Halbfinale am 15. Mai auf Startplatz 8 an.
Der Check
Song: 2/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 2/5 Punkten
Instant Appeal: 1/5 Punkten
Giulia: Ist das Kunst oder kann das weg? Für mich ist es Kunst. Ich liebe die Atmosphäre, die das Lied und die Inszenierung kreieren. Dass sich hinten raus das Wort „tavo“ wiederholt, wird seine Gründe haben, tut dem Lied aber nicht gut. Bei einem etwas anderen Publikum kommt das sicherlich gut an, der ESC ist nicht die beste Plattform für eine solch schwere Kost. 6 Punkte
Laureen: Erst konnte ich zu diesem Song leider keinen Zugang finden. Mittlerweile definitiv einer meiner Favoriten in diesem Jahrgang. Ich mag die düstere Stimmung, das Gefühl, die Atmosphäre – alles so ehrlich. Ich muss dabei sagen, dass mir der Song am Ende zu repetitiv wird, aber das soll vermutlich so sein. 8 Punkte
Manu: Rock wird beim ESC gerne mal mit fast schon schlagerhaften Melodien oder Beats aus der Konserve weichgespült und so für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Katarsis verzichten darauf: „Tavo Akys“ kann neben der Musik von Rockbands wie den Deftones oder sogar dem Grunge der 90er von Nirvana bestehen. Wenn hier die Gitarren loslegen, dann sind sie laut und voller Energie. Über dem Instrumental thront der emotionale Gesang von Lukas Radzevičius, der mich an Thom Yorke von Radiohead erinnert. Das Stilmittel der Wiederholungen wird zwar auf die Spitze getrieben, für mich aber nie langweilig, sondern entfaltet etwas Hypnotisches. „Tavo Akys“ entpuppt sich als Ventil für negative Emotionen ohne diese lyrisch einzugrenzen und ist für mich ganz persönlich eines der besten ESC-Beiträge aller Zeiten. Es würde mich nicht wundern, wenn Litauen es damit (Stand heute wohl überraschend) in die Top 10 schafft, das Finale sollte aber mindestens drin sein. 12 Punkte
Max: Ich mag Rock wirklich, aber hiermit habe ich so meine Probleme. Das Lied vermittelt eine sehr trostlose Atmosphäre und dafür bin ich nicht immer zu haben. Dramatisch ja, düster ja, aber mit trost- und hoffnungslos kann ich nur sehr wenig bis gar nichts anfangen. Zudem fehlt dem Lied meiner Meinung nach eine Seele, auch wenn stellenweise 30-seconds-to-Mars-ähnliche Passagen dem Lied etwas Tiefe geben. Schade, der ESC könnte sonst ruhig mehr Bands und Rock gebrauchen. 3 Punkte
Peter: Naja, das muss man sich nicht merken, das wird (eher) nicht im Finale dabei sein. Das Beste ist noch der leicht überfrachtete, aber dennoch gute Text, aber warum muss das bemühte Soft-Rock-Stück in einer Art Uniform vorgetragen werden, die an eine Zwangsjacke erinnert?!? Die Jungs sind sicher supersymphatisch, wenn man mal zusammen in Vilnius ausgehen will, aber der Song von Katarsis ist eher schwer verdauliche Kost. 3 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Benny: 3 Punkte
- Berenike: 8 Punkte
- Chris: 1 Punkt
- Danio: 6 Punkte
- Douze Points: 2 Punkte
- Rick: 5 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 57/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Tavo Akys“ auf Platz 14.
Wie schneidet der litauische Beitrag "Tavo Akys" von Katarsis ab?
- Bleibt im Halbfinale hängen (43%, 194 Votes)
- Platz 16-20 (21%, 92 Votes)
- Platz 11-15 (15%, 67 Votes)
- Platz 21-26 (9%, 41 Votes)
- Top 5 (6%, 27 Votes)
- Platz 6-10 (6%, 25 Votes)
Total Voters: 446
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- (1) Estland: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash
- (2) Island: „Róa“ von VÆB
- (3) Polen: „GAJA“ von Justyna Steczkowska
- (4) Portugal: „Deslocado“ von NAPA
- (5) Slowenien: „How Much Time Do We Have Left“ von Klemen
- (6) Schweden: „Bara Bada Bastu“ von KAJ
- (7) Ukraine: Bird of Pray“ von Ziferblat
- (8) Albanien: „Zjerm“ von Shkodra Elektronike
- (9) Aserbaidschan: „Run With U“ von Mamagama
- (10) Belgien: „Strobe Lights“ von Red Sebastian
- (11) Kroatien: „Poison Cake“ von Marko Bošnjak
- (12) Zypern: „Shh“ von Theo Evan
- (13) Niederlande: „C’est la vie“ von Claude
- (14) Norwegen: „Lighter“ Kyle Alessandro
- (15) San Marino: „Tutta l’Italia“ von Gabry Ponte
Zweites Halbfinale
- (19) Armenien: „Survivor“ von PARG
- (20) Australien: „Milkshake Man“ von Go-Jo
- (21) Österreich: „Wasted Love“ von JJ
- (22) Griechenland: „Asteromáta“ von Klavdia
- (23) Irland: „Laika Party“ von EMMY
- (24) Lettland:„Bur man laimi“ von Tautumeitas
Finale
- (16) Italien: „Volevo essere un duro“ von Lucio Corsi
- (17) Spanien: „ESA DIVA“ von Melody
- (18) Schweiz: „Voyage“ von Zoë Më
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