
Jedes Jahr aufs Neue muss sich jedes Land, das am Eurovision Song Contest teilnimmt, die gleiche Frage stellen: Mit was für einem Lied können wir Europa überzeugen? Nach 69 abgehaltenen ESCs müsste man doch so langsam ableiten können, was Europa hören möchte ‒ oder nicht? Besonders in diesem Jahr war mir der europäische Geschmack mal wieder ein einziges Rätsel, für das ich hier im Rahmen unserer Reihe „Bye Bye Basel“ gerne mit Euch zusammen einen kleinen Lösungsversuch starten möchte.
Jedes Jahr aufs Neue erleben wir beim ESC Überraschungen. Mal erfreuen sie uns, mal machen sie uns traurig und mal schockieren sie uns regelrecht. Und das ist toll. In diesem Jahr haben mich bestimmte Platzierungen und Ergebnisse allerdings besonders zum Nachdenken angeregt und ich habe mich gefragt: Was will Europa hören, hat Europa einen bestimmten Musikgeschmack?
In diesem Jahr gab es sowohl in der Jury als auch in der Publikums-Wertung einige interessante Vorkommnisse. Wobei sich die Jury in diesem Jahr besonders uneinig war. Die Hälfte der teilnehmenden Delegationen dufte sich mindestens einmal über eine 12-Punkte-Wertung durch die Jury freuen. Doch zu ihrem klaren Sieger kürte die Jury den späteren Gesamtgewinner JJ aus Österreich.
Während der Jury-Punkte-Vergabe hat man sich oft gefragt, nach welchen Kriterien die Jury ihre Punkte vergibt. Oftmals kam bei mir der Gedanke auf, dass vor allem herausragend gute Stimmen und künstlerisch anspruchsvolle Lieder bei der Jury großen Anklang gefunden haben. So konnten neben Österreich vor allem die Schweiz, Italien und Frankreich bei den Juror*innen punkten. Eine gut komponierte und gut gesungene Ballade scheint hier also das Mittel der Wahl zu sein. Auch ein zweiter Blick auf das Ergebnis unterstreicht diese These. Die Niederlande, Lettland und Griechenland konnten ebenfalls viele Punkte abstauben.
Bei den Jury zeigt sich also eine relativ klare Präferenz. Deutlich komplizierter wird es, wenn man sich das Ergebnis des Publikumsvotings anschaut. Den Sieger des Publikumsvotings, Israel, möchte ich in diesem Fall außer Acht lassen. Dass das Ergebnis nur aufgrund von persönlichem Geschmack so positiv ausfiel, wage ich persönlich zu bezweifeln. Estland ging als Zweiter aus dem Televoting hervor, was für mich keine große Überraschung darstellt. Als ich Tommy Cash mit seiner Performance zu seinem Song „Espresso Macchiato“ zum ersten Mal gesehen haben, stand für mich fest, dass das der Gewinner des Publikumsvotings werden wird. Ich hab in ihm sofort den zweiten Joos Klein gesehen: Ein junger Mann mit einem sonderbaren, auffälligen Look, dessen Verhalten eine einzige Performance ist und der alles auf eine unernste und ironische Weise tut.
Auch der Song „Espresso Macchiato“ dazu hat in dieses Bild gepasst. Ein Lied, das sofort zum Tanzen und Mitsingen einlädt und ein großes Potenzial in sich trug, einen viralen Erfolg zu feiern. Auch die Inszenierung erinnerte mich in einer Tour an den niederländischen ESC-Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr. Viele kleine lustige Momente, die aneinandergereiht wurden und vor Ironie und Trash nur so strotzen. Unkomplizierte Unterhaltung, wie gemacht für das digitale Zeitalter. Dabei macht die ganze Inszenierung vor allem eins – sie nimmt den ESC nicht ernst.
Beim ESC gehen vor allem Lieder an den Start, die sich selbst ernst nehmen. Um meinen Gedanken zu untermauern möchte ich den Begriff „Camp“ ins Spiel bringen. Der Begriff „Camp“ trifft in jeglicher Hinsicht auf den ESC zu. Er beschreibt eine Kunst, die pompös und schillernd ist, sich zwischen Übertreibung und Stilbewusstsein bewegt. Es geht nicht darum, dass etwas besonders schön ist, sondern darum, dass es extrem künstlerisch gestaltet ist. Wirklich camp ist etwas aber nur dann, wenn es sich selbst ernst nimmt, wenn es von sich selbst und mit Leidenschaft etwas ernsthaft Tolles schaffen möchte. Das kann dann von einem seriösen Standpunkt aus als kitschig betrachtet werden. Und dann gibt es noch das „unechte Camp“. Das unechte Camp weiß, dass es camp ist und versucht bewusst camp zu sein. Es ist hochgradig ironisch und parodiert sich selbst.
In diese Kategorie ordne ich Tommy Cash und seinen Song „Espresso Macchiato“ ein. Meine These dazu lautet: Vor allem Menschen, die den ESC nicht ernst nehmen und die Beiträge des ESC nicht auf eine ernsthafte Weise gut finden, wählen solche Beiträge. Dazu zählen die Interpetationen von Joost Klein oder Tommy Cash. Auch „Cha Cha Cha“ und „Rim Tim Tagi Dim“ gehen für mich in eine sehr ähnliche Richtung. Ich glaube, dass sich ein sehr großer Teil des ESC-Publikums den Wettbewerb nur anschaut, um sich von der Kuriosität und Kitschigkeit des ESC unterhalten zu lassen. Vermutlich ist das sogar die große Mehrheit.
Demensprechend habe ich mir nach diesem Jahr in Kombination mit den herausragenden Ergebnissen im Publikumsvoting für Joost, Käärijä und Baby Lasagna viele Gedanken darüber gemacht, ob wir in den nächsten Jahren vermehrt Beiträge sehen werden, die in eine trashige, ironische oder besonders spaßige Richtung gehen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass solche Beiträge, vorausgesetzt, sie haben eine gewisse Qualität, im Publikumsvoting immer wieder eine hohe Punktzahl erreichen.
Die zweite Auffälligkeit, die ich verwundert beobachtet habe, ist eine gewisse Abneigung gegenüber Chanson-Balladen. Die Schweiz landete mit ihrer chansonartigen Ballade beim Publikum auf dem allerletzten Platz. Noch einmal zur Erinnerung: Die Jury hatte Zoë Më mit ihrem Song „Voyage“ auf den zweiten Platz gevotet. Auch wählte die Jury mit Louanes „maman“ eine weitere französische Ballade an die Spitze der Tabelle. Frankreich erreichte bei der Jury hinter der Schweiz den dritten Platz. Beim Publikum hingegen landete Louane nur auf dem 14. Platz. Beide Lieder scheinen vor allem unter Fachleuten Anklang gefunden zu haben, denn sowohl die Schweiz als auch Frankreich wurden mit einem Marcel Bezençon Award ausgezeichnet.
Wenn ich mir anschaue, wie ich die beiden Lieder wahrgenommen habe, kann ich das Ergebnis trotz der hohen Diskrepanz auf eine gewisse Weise nachvollziehen. Als ich „Voyage“ und „maman“ zum ersten, zweiten, dritten Mal gehört habe, konnte ich keinerlei Begeisterung für die Lieder aufbringen. Sie waren für mich viel zu langweilig und unaufregend, einfach nicht besonders. Im Laufe der Pre-ESC-Zeit habe ich mich natürlich eingehender mit den Songs befasst und habe sie mehr und mehr lieben gelernt. Spätestens als ich die fesselnde Performance der beiden gesehen habe, war es um mich geschehen.
Das Mainstream-ESC-Publikum hat diese Zeit aber nicht und vermutlich auch nicht unbedingt den Willen, den man vielleicht braucht, um ein Lied besser kennenzulernen, um die Magie eines Lieder zu sehen, die sich nicht sofort offenbart. Das aber nur ein Gedanke von mir, der mich dann wiederum fragen lässt, warum in den vergangenen Jahren Chanson-Balladen immer wieder eine herausragende Platzierung erreicht haben. So denke ich da an den Franzosen Slimane, der im vergangenen Jahr den vierten Platz ergatterte, oder den Italiener Marco Mengoni, der 2023 den vierten Platz belegte, oder natürlich auch die Französin Barbara Pravi, die im Jahr 2021 den zweiten Platz für sich beanspruchen konnte. Da frage ich mich doch: Ist Europa chanson-müde geworden?
Ja und dann wären da noch die Party-Lieder, zu denen ich in jedem Fall die Beiträge aus Schweden, Deutschland, Malta, Dänemark, Spanien und San Marino zählen würde. Der einzige dieser Beiträge, der bei dem ESC-Publikum wirklich Gefallen gefunden hat, ist Schweden. Hier würde ich aber noch einmal an meine vorherige Theorie erinnern wollen und Schweden eher in die Kategorie ironisches Spaßlied einordnen, was den guten dritten Platz im Televoting erklären würde.
Schließlich sind wir schon bei Deutschland mit dem elften Platz angelangt und dann folgt lange nichts Tanzbares. Erst auf dem 20. Platz des Televotings finden wir dann San Marino, dahinter folgen noch Spanien, Malta und Dänemark. Insgesamt also ein katastrophales Ergebnis für die Partykracher. Und dabei dürfen wir nicht vergessen, dass mit Irland und Belgien zwei Party-Songs nicht einmal das Finale erreicht haben.
Wir halten fest: Die Jury liebt gut komponierte Chansons und das Publikum liebt ironische Spaßbeiträge. Was ist denn dann aber der gemeinsame Nenner von Jury und Publikum? Das ist vermutlich die kniffligste aller Fragen. Wirklich gut – mit einer nicht allzu hohen Differenz – fanden Publikum und Jury die Beiträge von Schweden und von Österreich. Hier eine Formel aufzustellen, mit der Publikum und Jury gleichermaßen für sich gewonnen werden können, mag ich mir nicht anmaßen. Oftmals habe ich aber das Gefühl, dass es stark um Originalität und Frische geht, die auch immer in einem Verhältnis zu den vergangenen Jahren steht.
Welche Auffälligkeiten hast Du entdeckt, wenn es um Genres beim ESC geht? Hat Europa genug von Chansons? Und werden ironische Spaß-Beiträge die Zukunft des ESC? Lass uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren wissen.
In unserer Reihe Bye Bye Basel bereits erschienen:
- Unser Rückblick auf den Eurovision Song Contest 2025
- Beauty Blender beim ESC 2025 – Erfolg durch Fanbase und Freundschaft?
- Vorbild Basel: Daran können sich künftige ESC-Gastgeberstädte ein Beispiel nehmen
- Bara Bada Basel – Ein Gastbeitrag von Johannes Floehr
- Die Entertainment-Heldinnen von Basel ‒ So hat sich das Moderations-Trio des ESC 2025 geschlagen
- Geht besser: Das sollten künftige ESC-Gastgeberstädte Basel nicht nachmachen
- Wie früher: Drei Tage Eurovision Song Contest 2025 als Fanboy
- JJ mit „Wasted Love“ für Österreich: Sein Weg zum ESC-Sieg 2025
- ESC-Stars hautnah – Wie Wiwibloggs den Wettbewerb auch in Basel demokratisierte
- Tagebuch ESC 2025: Mini-Storys aus meiner Zeit in Basel
- Die Erfolgsserie von Liedern in Landessprache bleibt 2025 intakt – auch Songs mit deutschem Text können „ballern“
- ESC-Fan-Medien auf dem Abstellgleis: Wie die Berichterstattung vor Ort immer schwieriger wird
- Neue Flaggenregelung beim ESC 2025: Ein Balanceakt, der funktioniert hat
- So haben sich Juryvoting und Televoting beim ESC 2025 unterschieden
- ESC 2025: Abstimmung über das beste Prop – Sanduhren, Felsen und eine mobile Sauna
- ESC 2025: Wie ich Sissal am Flughafen in Aalborg traf und meinen Namen vergaß
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Tommy Cash und Anke für diesen Artikel, liebe Giulia!
Habe mich sehr über die vielen Televotepunkte für Tommy Cash gefreut.
Die hohe Anzahl der Jurypunkte für die Niederlande hat mich irritiert.
Das einfach gestrickte Kinderliedchen war mein persönlicher letzter Platz.
Kann auch wenig mit dem diesjährigen Gewinnersong des Televotings anfangen, aber dazu wurde hier bereits alles gesagt.
Insgesamt bin ich froh, dass es nicht erneut nach Schweden geht nächstes Jahr, auch wenn ich mir einen ESC in Finnland gewünscht habe.
Mein guilty pleasure ist und bleibt Luxemburg.
Es war einfach meiner Ansicht nach ein sehr schwacher ESC, Lichtjahre von 2021 oder 2015 entfernt. Von daher konnte ich das Finale ganz entspannt gucken, weil klar war, dass mein Favorit Armenien nicht gewinnen wird und ich hab mich über PARG‘s 20. Platz sehr gefreut.
Das schlimmste ist, dass zum 2. Mal hintereinander eine kreischiges Pseudo-Avantgarde-Ding gewonnen hat, das schon seit Mitte Juni keinen Menschen mehr interessiert. Aber was hätte sonst gewinnen sollen? Estland‘s Witznummer? Israel’s 90er Ballade? Frankreichs gelangweilter Versuch, die Slimane-Formel wieder zu probieren? Italien war zu düster. Griechenland und Albanien waren nicht mehrheitsfähig. Selbst die Ukraine schwächelte.
Warte, ich hab‘s – Esa diva hätte gewinnen müssen!
Das Albanien von den Jurys so abgespeist wurde ärgert mich immer noch.
Esa diva und UK aber auch!
Bei UK wundern mich die 88 Punkte immer noch. Und kommt mir bitte keiner mit „aber sie haben doch soo toll gesungen.“ Abgesehen davon dass ich die stimmliche Leistung wirklich nicht so außergewöhnlich fand gehört da auch noch mehr zum Gesamtbild. Da standen drei erwachsene Frauen in potthässlichen und billigen Prinzessinenkleidern (sahen aus wie aus nem Laden für Karnevalszubehör) die rumgealbert und nervige Grimassen gezogen haben (dachten wohl das wäre ausdrucksstark) während das Staging quasi nicht vorhanden war und sie dieses nervige Flickwerk (Song nenne ich das nicht) dargeboten haben. Was vor allem die italienische Jury dazu bewegt hat 12 Punkte dafür zu geben verstehe ich immer noch nicht!! 😵💫
Absolut unverständlich, mir ist immer noch nicht klar, ob die das ernst meinten. Ditto die Jurypunkte für das groteske Malta.
Miriana hat Gerüchten zufolge immerhin einen neuen Job auf der Reeperbahn mit dieser Performance bekommen. 😅
Die italienische Jury wählt aber häufiger komisches Zeug zusammen, gerne werden da Songs die als Mitfavorit gehandelt werden und Konkurrenten um den Sieg sind mit wenigen oder gar keinen Punkten abgespeist. Stattdessen gehen die 12 gerne an ein völlig random Land wie 2018 Norwegen oder 2019 Dänemark
Ach ja, die Schalte nach Italien war dieses Jahr wirklich cringe, hoffe dieses potthässliche Ding wurde von Kammerjägern eingefangen!! 🤣
https://www.youtube.com/shorts/DZKx0Z3bWzw
Ist schon sehr auffällig bei Italien. Das komische Punktegeber-Vieh hat jetzt ne WG mit Lumo.
Nemo und der längst vergessene Sieger von diesem Jahr sind da auch dabei.
Das doppelte Jottchen.
Niedlich!
Wie läufts mit Deiner Schwester bei Euch?
Ähm, die ist heute früh raus, zu Schwager und Kindern.
Ich weiß nicht ob das so ne tolle Idee ist um ehrlich zu sein…
Na ja, irgendwann müssen sie die ganze Sache ja klären. Und du musst dich jetzt immerhin nicht mit ihr rumschlagen.
Na ja, sie ist ja trotzdem meine Schwester.
Im Treppenhaus stinkt es gerade bestialisch nach irgendwelchen Lösungsmitteln bei uns. 🤢
Vergessen ist der noch lange nicht! Johannes Pietsch hat nämlic den „Goldenen Rathausmann“ der Stadt Wien bekommen:
https://wien.orf.at/stories/3313658/
Udo Jürgens und Conchita Wurst haben die Auszeichnung ebenfalls erhalten.
Die italienische Jury vergibt ihre 12 Punkte immer an jemanden, den sie nicht als Gefahr begreifen. Ich sage nur Leonora 2019 …
Oder Aserbaidschan 2017.
AZE17 war wenigstens ein toller Song. 🙂
Na ja, wirkte auf mich eher wie das Kunstprojekt einer Musikhochschule.
Die Inszenierung war Theater-AG (hatte irgendwie was von Sommernachtstraum, allerdings mit Pferd statt Esel …), aber das Lied selbst höre ich noch immer sehr gerne.
Finde ich auch.
Stimmt uk war in jeder Hinsicht grausam
Zu deiner Ansicht, dass 2025 schwach war:
Letztes Jahr war die Spitzengruppe deutlich stärker und an die Top 5 wird sich die Bubble vermutlich noch lange erinnern. Die Songs waren klar in Favoriten und Beiträge ohne Chance geteilt.
2025 waren sich Publikum und Jury aber viel uneiniger bei ihren Favoriten und so wurden Punkte quer über das Scoreboard verteilt. Deswegen hat der Gewinner dieses Jahr auch nur eine vergleichsweise niedrige Punktanzahl zum Sieg gebraucht. Es war alles sehr viel enger aneinander und ein ganz klarer Siegeskandidat war für viele nicht zu entdecken. Allerdings hatte auch fast jedes Lied irgendetwas zu bieten, weshalb das Jahr zumindest für mich auch nicht typisch „schwach“war.
Meiner Meinung nach war 2024 die Qualität schlicht viel mehr auf einzelne Songs verteilt und dieses Jahr sehr weitgefächert. Außerdem dürfte auch eine Rolle spielen, das man sich in viele der 2025-Beiträge reinhören muss, um die Magie hinter ihnen erst richtig zu verstehen.
Es fehlten dieses Jahr auch die Stars wie Pravi, Slimane, MM oder Sergey, Leute wo man einfach in den Bann gezogen wird. Louane hätte as m ehesten das Potenzial gehabt, aber das war alles extrem lustlos; ditto die Finno-Schweden mit ihrem seltsamen 1950er Look.
Fand Spanien auch gut
Eigentlich haben ja nur die big 5+ gg die möglichkeit, zwischen etwas hochwertigem und einem publikumsong zu wählen!
Für mich war in den letzten jahren jedenfalls fast immer der jury-sieger mein persönlicher winner, da der televote-sieger meistens qualitativ nicht meinen ansprüchen entsprach.
Mir ist eine Auffälligkeit aufgefallen: Auch ohne Jury werden seit der Abschaffung (wenn nicht sogar schon davor) Jahr für Jahr in den Halbfinals die Songs vom Publikum belohnt, die im Finale dann eher die Jury begeistern und im Televoting fast untergehen. Ohne andere Acts abwerten zu wollen: Künstlerisch wertvolle Beiträge stehen da oft deutlich besser da als später im Finale. Ich denke da zum Beispiel an Acts wie Tautumeitas, Iolanda oder, wenn auch nicht ganz so erfolgreich, Napa, Teya Dora, Raiven oder Katarsis. Für mich zeigt das, wie divers das Publikum ist.
Ich denke aber auch, dass uns diese Art von ironischen Spaßbeiträgen nach den vielen guten Platzierungen der letzten Jahre weiterbegleiten wird. Aber sie passen auch einfach in unsere momentan doch oft düstere Zeit und lenken perfekt davon ab. Ich würde sagen sie treffen den momentanen Zeitgeist. Wichtig ist, dass die Beiträge clever sind, Spaß machen und damit zum Abstimmen motivieren.
Zum Thema Chanson denke ich mir wie so oft: Es muss einfach alles passen.
Trifft der Song den Zeitgeist? Hat Europa gerade Lust auf etwas Ruhiges und möchte berührt werden? Ein gutes Chanson könnte meiner Meinung nach jedes Jahr ganz vorne mitspielen. Von genereller Müdigkeit zu sprechen, nur weil es dieses Jahr beim Publikum nicht der Fall war, wäre aber, glaube ich, falsch und es würde mich nicht überraschen wenn es nächstes Jahr schon wieder ganz anders aussieht.
Eben, es hat bei den Songs auf Französisch halt vieles nicht so gepasst. Ich mag Frankreich ja immer noch, aber man hat finde ich aus der Performance zu wenig gemacht, glaube viele Zuschauer haben sich eher gefragt ob Louane versehentlich was von dem Kork verschluckt.
Und bei der Schweiz ging finde ich einfach zu viel vom Live-Feeling flöten, es wirkte eher wie ein abgefilmter Videoclip. Damit ist schon Schweden 2018 ganz böse im Televoting auf die Nase geflogen. Das der Song an sich zwar schön aber doch seeehr ruhig war hat dann die 0 Punkte im Televoting gefördert.
Ich tu mich mit dem Begriff Chanson immer etwas schwer, weil es letztendlich „französische Ballade“ bedeutet, etwas analog wie es früher „Schlager GP“ bei uns genannt wurde. Udo Jürgens hat ganz klar viele Chansons gesungen, hat aber keiner gesagt. Wenn Louane Yuval‘s Lied gesungen hätte, würden das alle als Chanson Labeln.
Chanson heißt auf Französisch allgemein einfach nur „Lied“.
Ich weiß, es geht mir hier um den Kontext.
Beim ESC gab es doch schon immer Songs aus den unterschiedlichsten Genres… und wird es auch immer geben.
Spaßbeiträge hatten es in der Vergangenheit immer schwer und selbst die herausragenden wie Europapa, Sauna, Latte Macchiato oder der Windows 95 Man haben nicht gewonnen, sondern sind dank Jury immer am Sieg vorbeigeschrabbt. Und für den künstlerischen Ausgleich sind die Jurys ja erschaffen worden, damit der ESC nicht gänzlich zu einer Freakshow mutiert.
Balladen können auch spontan berühren. „Voyage“ hat mich direkt beim ersten Hören angesprochen, „Maman“ war mir persönlich zu kitschig, hat aber bestimmt den Nerv vieler Menschen getroffen. Letzten Endes ist dann doch der gewisse Moment mit einer interessanten Performance oder Ausstrahlung entscheidend.
In den letzten Jahren wird halt zumeist die Popschiene gefahren.
Allerdings und – leider – der entweder zusammengestückelte Songcamppop von mehreren Autoren oder der altbackene ESC-Pop von vor 30 Jahren und älter.
Wirklich innovativ, frisch und neu war in diesem Jahr nur weniges… als Beispiel nehme ich da jetzt mal Albanien, Ukraine oder Deutschland. Ich wünsche mir aktuelle und moderne Songs aus den Teilnehmerländern, die man trotzdem als „landestypisch“ bezeichnen kann und dort auch wirklich gespielt werden bzw. in den Charts landen.
Wäre Wasted love in Österreich ohne den ESC in den Charts gelandet? Ich glaube nicht. Sollen sie jodeln? Um Gottes Willen!!! Aber es gibt in allen Ländern bestimmt erfolgreiche heimische Acts, die ihr Land mit ihrer Musik gut vertreten könnten.
Siegeswillen ist gut und schön, aber ich möchte beim ESC die Kulturen kennenlernen… und das geht nicht, wenn Teilnehmerländer die Songs im Ausland einkaufen oder produzieren lassen. Wer Schweden kauft, bekommt auch nur Schweden… selbst wenn der Song für ein anderes Land teilnimmt.
Die Jury mags halt neurotisch/hysterisch, und die Televoter lassen sich von schlicht gestricktem (Tante Gerturd: Gehäkelt, bitteschön!) Unsinn begeistern.
Mir soll es mal einer recht machen … 🤣
So, und jetzt gehe ich Grito, Veronika, Zjerm, Asteromata, Zari und Tavo akys hören …
Zari war ja auch null hysterisch.
Hysterisch fand ich das tatsächlich nicht. Der Live-Auftritt war doch sehr entspannt. Du verwechselst hier hysterisch mit aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt. 🤓
Das und das Gekreische am Anfang. Allgemein ist Kreischen in den letzten ESC-Jahren etwas geworden, das mich sehr nervt, siehe auch Nemo, Norwegen letztes Jahr und JJ.
Ich mag Kreischen ganz gerne, wenn auch im Instrumental die Post abgeht, so wie bei HUN18 z. B. Deshalb bekommt auch NOR24 von mir noch ein 👍, allerdings nur noch so gerade eben.
Was ich gar nicht mag ist Gekreische mit abgespreizten Fingern, wenn Du verstehst was ich meine.
LOL indeed.. schreien find ich zT ok, kreischen geht halt nicht bei mir. Auf growlen kann ich auch verzichten, das wirkt auf mich einfach nur Fake und bemüht – was soll es ausdrücken?
was soll es ausdrücken?
Ungefilterte und nicht domestizierte männliche Emotionen? Atavistische Urlaute? Auf jeden Fall aber Kraft und Testosteron. Ist das akustische Äquivalent zu Primaten, die sich auf die Brust schlagen … 🤔
Grito 2.0. 🫠🫠🫠 Die Version höre ich mittlerweile gerne. 😀
Bei Tavo und Zari bin ich aber weg. Da kann man mich verjagen. 🫣🫣🫣
Dann weiß ich ja, was ich zu tun habe, wenn ich Dich mal loswerden will. 😉🤣
Mich verjagt man am effektivsten mit Gejaule à la Schweden 2013.
Wie gut dass mir der Beitrag gar nichts sagt. 🤣🤣🤣
Du Glücklicher. Ich wünschte ich könnte das Hören ungeschehen machen …
Das ist vermutlich eine der Beiträge, die ich nach dem Hören wieder vergesse..🙂
Das glaube ich nicht. Das Gejaule fräst sich ins Gewebe …
Vor allem: Die deutsche Jury hat den Song 2013 damals auf die 1 gesetzt, während Italien und die Niederlande leer ausgingen. 🤬
Ich leg nach: 🤬🤬🤬🤬🤬🤬🤬
Die deutsche Jury hielt ja auch M&M für die Jahrgansbesten 2024 …
Ich habe es vor ca 5-10 Minuten gehört und irgendwas mit You war es den Rest ist aber schon im Nirvana verschwunden, solche Lieder vergesse ich meistens sofort
Ich habe mir den Song jetzt mal angehört sicherlich kein guter Song aber ich habe ihn schon wieder vergessen.
Bitte verrat mir den Trick …
youououhouhouhouhouououou 🤬
Ok ich habe die Studioversion angehört
Siehe mein Post weiter unten wegen der Catchphrase, dass youououhouhouhouhouououou ist nämlich die Catchphase des Songs die man nicht vergessen soll. 😉
Würde ich gerne aber ich höre was anderes und der Song ist vergessen. Finde ihn allerdings nicht ganz so schlimm. Habe mir jetzt auch noch den Liveauftritt angehört.
Juuuhuuuhuuuuuuhuuuuuuuuuuuuu
(Wie fies von mir, gell?) 😉
Nach Lesen dieses Artikels kommen mir zu „Songwriting-camp“ ganz andere Assoziationen.
Die Lösung wäre wohl ein gut komponierter Chanson mit einem Hauch ironischen Spaß. 😉
Gab es so einen Siegertitel schon?
Interessanter Rückblick.
Die Frage ist jedoch weniger, ob es einen solchen Titel bereits gab, sondern eher : wird es ihn unter dem gegenwärtigen Votingsystem zukünftig geben.
Das ist mir zu kompliziert gedacht und ein zu großer Aufriss für die Binsenweisheit: „Die Jury liebt gut komponierte Chansons und das Publikum liebt ironische Spaßbeiträge.“
Ich glaube ja eher, dass Juries tendenziell gute Songinterpretationen lieben. In anderen Jahrgängen rasseln Spaßbeiträge beim Publikum komplett durch. Der eine kam halt dieses Jahr mit Schwedenbonus und Nordeuropakolorit, der andere mit Italienklischees, die jeder kennt. Da reichte der TikTok-Background, eine gut gesetzte Pointe beim Auftritt und die schon leicht ranzige universelle Akustikfräse mit leicht verdaulicher Melodie (die Songs selbst waren ja schon etwas drüber und ausgelutscht). Und es hilft, wenn die Pointe nicht zu verkopft, zu speziell und sie beliebig zugänglich ist.
Worüber ich mir mehr Gedanken mache: Wie schaffen es Acts, unfreiwillige Komik auf der ESC-Bühne abzuliefern? Tschechien ging mit anfangs gutem Material (Typ, Stimme & Song) an den Start und setzt Produktion (Dancebreak), Styling und Kitschauftritt in den Sand.
Ich weiß nicht, was Du mit Spassbeiträgw meinst. Chachacha ging um Alkoholmissbrauch und Rim Tim um Emmigration. Sauna ging um… das schwierige Verhältnis zwischen SE und SF? Nix Spaßbeiträge!
CZE dieses Jahr geht glaube ich stark auf den Künstler zurück. Wir dachten doch alle sofort „hot aber bitch, hoffe er macht das nicht auf too much“. Und genau das ist dann ja eingetreten.
Ich vermute eher, dass Sauna eine Allegorie auf die Klimaerwärmung ist – wie z.B. beim Aufguss Wasser verdampft und für schwüles Klima sorgt …
CZE: Ist wohl leider so, da stand die Selbstverwirklichung wohl im Vordergrund.
Er ist so der Typ, der im Club in Sportshorts auf der Box tanzt.
In Sportshorts? Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden!!!
verkopft
😍😍😍
espresso macchiato hat schon jetzt einzug gefunden in die sogenannte hintergrundmusik – gutes vergleichsbeispiel hier der berühmte orgel oder klavierpart von interstellar.
die melodie macht den unterschied und die ist beim tommy cash werk wirklich sehr raffiniert.
das werk ist schon jetzt ein evergreen und nur weil die jurys wieder mal einen stock im hintern hatten bzw. ihren kandidaten zum wiederholten mal unbedingt durchbringen wollten,wurde der verdiente sieg verhindert.
sowas schadet dem ESC auf dauer,weil z.b. der aktuelle sieger nur hardkernbubble + jury repräsentiert aber nun wirklich nicht die große masse.
daran wird sich auch m.e. nicht wirklich etwas ändern.🥴
Du weißt aber schon dass Yuval Raphael das Televote gewonnen hat und dabei von der Jury sogar noch weniger Punkte erhalten als TC?
Also wäre dann wohl eher Israel der Gewinner gewesen, oder?
israel televote war ukraine 2022 effekt,siehe auch die satten 158 punkte für die sperrige ukraine 2025 nummer.
israel juryvote war unter aller kanone.
schwer zu sagen,wer da ohne diesen einfluß gewonnen hätte aber jurys (nicht alle aber leider viel zu viele) tun sich schwer einfach auch mal die sau raus zu lassen.
viele jurymitglieder gehen m.e. mit der agenda in den ESC,daß sie den ESC entscheiden ganz egal,was da im televote so abläuft.
es hätte dem ESC sehr gut getan im sinne von mehr breiter gesellschaftlicher akzeptanz wenn käärija,baby lasagne oder eden golan und eben tommy cash gewonnen hätten.
übrigens,den stock im hintern seitens den allermeisten juries konnte man 2025 auch gut bei der benotung von katarsis beobachten.
man könnte auch go_a oder the roop aus 2021 hier als beispiel nehmen.
ich werde mich 2026 wieder an bestimmten mir aktuell noch unbekannten acts musikalisch erfreuen und dabei hoffen,daß einer davon gewinnt und am ende wieder trübsal blasen – ich bin naiv.🥴
Das Voting ging dieses Jahr wirklich Kreuz und quer und die Wettquoten lagen schon länger nicht mehr so falsch wie in diesem Jahr.
Die Jury-Favoriten ergeben schon Sinn, allerdings ist es immer noch schade, dass künstlerisch anspruchsvolle Songs wie Zjerm dieses Jahr einfach nicht ihr Publikum bei den Jurys gefunden haben. Ich bin schon früh genug darüber, dass die Juroren überhaupt Lettland so hoch bewertet haben.
Das Televote geht oftmals seine eigenen Wege und Diaspora scheint da immer noch ein großes Thema zu sein. Estland finde ich nach wie vor ziemlich geschmackslos und Schweden hat auch nur bei den nordischen Ländern wirklich verfangen. Das Televote sucht aber schon meist nach etwas, was sie begeistert, und das geht eben einfacher mit einem Fun-Beitrag oder Mitgröhl-Song als mit einer Ballade.
Für die Jurys wirken Balladen und Pop-Songs meist wie „qualitativ hochwertige“ Musik und wenn dann noch die Vocals überzeugend sind, wird das von denen dann entsprechend mit Punkten bedacht.
Was die Chansons angeht: Es ist nicht allzu verwunderlich, dass Frankreich und die Schweiz beim Publikum so schlecht abgeschnitten haben, dagegen Violà oder Mon Amour aber hingegen abräumen konnten. Maman hatte einfach eine ablenkende Bühnenshow und Voyage war für die meisten Zuschauer einfach nicht greifbar aufgrund des abstrakten Stagings. So konnten die Televoter zu beiden Songs nicht so recht eine Verbindung aufbauen. Violà oder Mon Amout hatten hingegen komplett passende Inszenierungen und waren auch zugänglicher beim ersten Hören. Kleine aber feine Details machen hier den Unterschied.
Ich persönlich finde es, dass es langsam zu viele Spaßbeiträge werden.
Sowas wie Moldau 2022 hätte ich gerne wieder.
Balladen fehlen mir auch ein paar
Aber Moldau 2022 hat doch auch Spaß gemacht…
Natürlich haben Tommy Cash und die anderen genannten den ESC ernst genommen. Als ein Beispiel den ESC nicht mehr ernst zu nehmen, möchte ich nur Dustin the Turkey anführen. Aber sie haben den ESC eben nicht ZU ernst genommen. Und diese gewisse ironische Leichtigkeit gefällt dem Publikum, gerade auch wenn es tanzbar ist oder Ohrwurmcharakter hat.
Wichtig ist, das auch ironische „Spaßbeiträge“ eine gute bis sehr gute Qualität haben. Das war bei den vorderen Plätzen der letzten Jahre der Fall.
Originalität finde ich auch sehr wichtig. Charme könnte Gesang schlagen. Das war damals bei Lena der Fall.
Was mir aufgefallen ist, dass der diesjährige Siegersong nicht wirklich eine Catchphrase (also eine Textpassage die im Kopf hängen bleibt, egal ob man will oder nicht) hat, die man sich merken kann. Ist meine persönliche Meinung, kann natürlich jeder anders sehen.
Die meisten ESC Lieder haben eine Catchphrase, die man nie vergisst, egal ob man will oder nicht.
Kaleen – We Will Rave > Ramdidamdam (wird jeder im Ohr haben)
Tommy Cash – Espresso Machiato > hat sogar mehrere Catchphrasen, was sehr clever ist > z.B . Mi Amor Mi Amor oder No stresso no stresso No need to be depresso
Louane – maman > da ist der Songtitel die Catchphrase
5Miinust/Puulup > (Uuuuuuuuuuuuuu yeeeeeeeeeeeeeeee)
Dons – Hollow > Hollllllloooooow Hollllloooww
Saba – Sand > Saaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanddd Saaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnnnnnnd
Ladaniva – Jako > lalalalalala lalalala Jako
A&T – Baller > Balalalalalalalalala
Windows95Man – No Rules > Hey My Name ist Windows
Kaj – Bara Bada Bastu > Songtitel und Sauna
Erika Vikman – Ich Komme > ich gommmmmmmmmmmmmmmmmmmääääääää und Wunderbar
Shkodra Elektronike – Zjerm > Shndrit Shndrit Shndrit
Theo Evan – Shh! > Hush Hush Hush
Katarsis – Tavo > Tavo Tavo Tavo ….
Sissal – Hallucination > Hallllluuuuucccciinaaaaaaaaaaaaatiiiioooooonnnn
Parg – Survivor > I Am Survivor I Am Stayingaliver
Emmy – Laika Party > Laika Party In The Sky (Bom Bom Bom Bom Bom Bom Bom Bom Bom)
Claude – C’est la Vie > lalalalala
Gabry Ponte – Tutta L’Italia > Tutta L’Italia Tutta L’Italia Tutta L’Italia Hey.
Die Siegertitel der letzten Jahre hatten Catchphrases
Nemo’s The Code > Oooh Ooh Ohh I Break The Code, wird wohl jeder kennen ob man will oder nicht
Loreen – Tattoo > dass yuhuhuhu
Kalush Orchestra – Stefania > Stefania mamo mamo Stefania und auch die Melodie (Flöte)
Netta – Toy > Stupid Toy und Kikerieki
Mans Zelmerlow – Heroes > We Are The Heroes Of Our Time
Lena – Satellite > Love Oh Love
Doch was ist die Catchphase von JJ???? 🤔🤔🤔 Ich habe sie noch nicht gefunden.
Hallllluuuuucccciinaaaaaaaaaaaaatiiiioooooonnnn
Eins … zwei … drei … 💪
Vier … fünf … sechs . 😎
Sieben … sieben … ay lju lju.
💃💃💃
Tanzen! 🥳🥳🥳
Ich verstehe durchaus, was du meinst, aber Wasted Love ist eben auch kein Lied, das im ersten Sinne catchy sein soll. Es ist kein Ohrwurm, nicht so wie es der durchaus an Pop angelehnte Refrain von The Code sein könnte, weshalb es auch viel schwieriger ist, dafür eine Catchphrase zu finden.
Allerdings hat der Song trotzdem meiner Meinung nach Passagen, die einem in Erinnerung bleiben. Diese dürften aber für manche vielleicht wegen dem Operngesang gar nicht sofort als Wörter erkennbar sein.
Am offensichtlichsten erscheint mir der Titel, „Wasted Love“. JJ singt diese Stelle 4x im Refrain, und natürlich noch am Technoende, mit den zusätzlich gesungenen Wasted’s. Insgesamt kommt der Titel circa 11x im Lied vor.
Eine andere Möglichkeit wäre „Now that you’re gone“, das wird auch 2x in jedem Refrain gesungen, immer kurz bevor der Stelle mit „Wasted Love“.
Außerdem, das dürfte aber jetzt eher etwas für die Bubble sein, hat der Anfang mit „Ocean of Love“ auch einen ziemlich großen Wiedererkennungswert. Wird aber auch nur einmal im Lied verwendet.
Also im Großen und Ganzen gebe ich dir eigentlich Recht, denn eine hertümliche Catchphrase hat „Wasted Love“ nicht, aber trotzdem prägen sich dem ein oder anderem doch Teile der Lyrics ins Gehirn ein.
Dein Gehör ist offensichtlich besser als meines, ich hab kein einziges Wort von Wasted love verstanden, er schien für mich nur zu kreischen.
aber trotzdem prägen sich dem ein oder anderem doch Teile der Lyrics ins Gehirn ein
Mein armes Gehirn … 😱😱😱
Das ist dann so wie Hirn-TUEV.
Wenn es sich die Lyrics merkt, dann hast Du für die nächsten 2 Jahre Ruhe.
Ich habe mir es jetzt noch einmal angehört, das einzige, was mir etwas im Ohr hängen bleibt, ist der Chor zum Schluss der „Wasted“ singt.
Der bessere Song zum Thema ist natürlich #AmorBarato beim SCC.
🥳 🥳 😎 😎
Bei mir sind es tatsächlich nur visuelle Eindrücke, die noch da sind. 🙂
Meine „vormichhinsumm“-Methode funktioniert bei wasted dings nicht.
Ich hätte wahrscheinlich dazu sagen sollen, dass ich die Lyrics auf Eurovisionworld nachgeschaut habe und nicht einfach so nach dem Gehör gegangen bin.
Wahrscheinlich muss man den Text wohl kennen, damit irgendetwas davon richtig hängen bleiben kann.
Und vielleicht ist es da auch eher die Melodie, die man sich merken soll und gar nicht ein bestimmtes Wort, wenn ich jetzt mal genauer darüber nachdenke.
Also der Siegersong bleibt bei mir im Kopf. Summe ihn öfter. Tommy Cash ist ein Ohrwurm da gebe ich dir recht der Song bleibt im Kopf.
Die Jurys bestehen oftmals aus Menschen, die mit der Popkultur zu tun haben. Sie sind beim Radio oder Labels beschäftigt oder sind selber aktiv oder ehemals aktiv im Musikgeschäft.
Ihre Sichtweise ist oft darauf beschränkt, ob es ein gut verkaufbarer Hit wird. OK, Stimme sollte schon gut anhörbar sein und die Töne getroffen werden, aber die Musik an sich sollte sich nicht zu weit vom Mainstream weg bewegen. Künstlerisch sollte es solide sein, aber nicht zu sehr überraschen.
So ist meine Theorie!
Wie sonst ist zu erklären, dass sehr gut gesungene und künstlerisch hochwertige Songs wie Zjerm oder Ulveham oder auch Blood and Glitter von den Jurys nicht belohnt wurden?
Es macht den Anschein, dass in ihrem Universum Balladen oder Popsongs mit gutem Gesang tendenziell im Zweifel besser als folkloristische oder rockige Songs zu bewerten sind.
Beim Publikum müsste es eigentlich quer Beet gehen. Aber viele ESC-Fans lieben anscheinend das etwas Klamaukige oder Partyhits. Wenn man einen lustigen Abend mit Freunden und ein paar Gläschen genießen will, machen diese Songs eben Laune.
Mein persönlicher Geschmack gewinnt eigentlich selten. Weder bei den Jurys noch beim Publikum. Ich liebe oftmals Beiträge, die irgendwie was landestypisches haben, wo folkoristische Elemente enthalten sind oder eben Rock / Metal.
Barbara Pravi fand ich große Klasse. Wäre in dem Jahr Blind Channel nicht dabei gewesen, wäre sie meine persönliche Siegerin gewesen.
Na ja, das Nowegen 2024 schlecht gepunktet hat liegt daran dass der Gesang ein einziges Gekreische war und auch Jurys halt nur Menschen mit Ohren sind. 😉
Siehst du, das bestätigt meine Theorie!
Ulveham ist meilenweit vom Mainstream weg, und dass du traditionellen norwegischen Folk-Gesang als „Schreien“ bewertest ist ja verzeihbar, aber eine Fachjury sollte das erkennen und anerkennen, was dort geboten wird.
Wenn außerdem die ganze Darbietung des Songs mit bewertet werden sollte, müsste das schon allein Punkte geben.
Selbst wenn einige Leute den Gesang nicht als Kunst erkennen, sollten sie die ganze Performance zumindest als hochwertig anerkennen.
Die Jury hat es erkannt und halt nicht für gut befunden, simple as that. 😉
Außerdem waren es nicht nur die „bösen“ Jurys die dafür keine Punkte gegeben haben. Wenn nicht mal die Nachbarn/Freunde in Nordeuropa dafür anrufen wollen (lediglich Finnland gab einen Punkt im Televoting) dann spricht dass finde ich nicht gerade für das Lied.
Ich bin hier auf dirtsas Seite. Von einer Jury bei einem internationalen Liederwettstreit würde ich mir schon wünschen, dass sie mit den verschiedenen musikalischen Traditionen Europas vertraut sind und nicht nur nach Nasengeschmack bewerten (dann können wir die Jurys gleich ganz abschaffen). Wo man auch hinschaut: Politik, Journalismus, ESC-Jurys … überall sind nur noch Menschen, deren Bildung für die Aufgabe, die sie zu bewältigen haben, nicht ausreichend ist. Ganz schlimm sind inzwischen viele Fußballkommentatoren und -moderatoren. Die haben zum Teil ja überhaupt keine Ahnung mehr …
Da bin ich ja prinzipiell auch dafür, siehe meinen Kommentar zu Albanien.
Dennoch sollte „besonders“ oder „landestypisch-traditionell“ allein kein Bewertungskriterium sein sondern der Song an sich. Und da war „Ulveham“ wohl schlicht und einfach kein guter Song laut den Jurys. 🤷♂️
Ich mochte den Song genau während des Gekreisches auch nicht. Man kann sich allerdings fragen, warum die Juries gleichzeitig das genauso kreischige und noch dazu hysterisch wirkende The Code mit Punkten überschütteten.
Vielleicht mochten sie die Drehscheibe und den rosa Fummel? 🤔
Ich mochte den Fummel, da kann man gut staubwedeln zu Hause. 🙈🙈🙈
Ich wusste doch, dass Du ein Flamingo-Outfit hast!
LOL. Ich habe zumindest einen singenden Weihnachtsflamingo, der Jingle Bells Rock singt. 🙈🙈🙈
Ich dachte, das haben bei Euch in Sachsen alle?
😅😅😅 Vermutlich nicht. 🙃🙃🙃
Ich nicht
Nemo hatte ja auch Staub aufgewirbelt.
Hatschi. Mir kam gerade Staub in die Nase. 🫣
Was ja immer noch besser war als der Auftritt in Basel 🙄
😱 😱 😱
Huch, ja, schaurig war’s.
Na ja, manche wollten vielleicht auch ein „Zeichen“ setzen oder so ähnlich.
Einige sicher (Nordics) aber bei zB Azerbaijan würde ich das mal bezweifeln.
Schön. Dann sind wir uns im Grunde ja einig. Der Rest ist Geschmackssache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten … bzw wenn man es tut, hat es keinen Sinn und führt zu nichts. Ich finde Ulveham i. O., und das obwohl ich mit solch Mittelaltergedöns generell nur sehr wenig anfangen kann.
Tja, „in Ordnung“ führt beim ESC aber selten zu Punkten. 😉
Von der Toggiejury hätten Gåte 1 oder 2 bekommen. 2024 war ja nicht so ein toller Jahrgang.
Wie bitte 2024 war nicht so stark. Ich falle in Ohnmacht, dass war für mich eine der stärkeren Jahrgänge. Während dieses Jahr eher ein Mittelfeld ESC war, die meisten Lieder sind Okay, höre ich aber nur, wenn in der ESC Playlist mal laufen. Sonst nur eine handvoll Lieder, die ich noch höre. 😎
Du kannst aber nicht von allen Juroren erwarten, dass die sich mit verschiedenen Musiktraditionen vertraut machen. Es ist ja zB bekanntermaßen gerade bei uns der Fall, dass wir überhaupt nur 5 Juroren zusammenbekommen, wenn wir sie mit Auftritten bestechen.
Eben. So wie die Jurys jetzt sind, brauchen wir sie mMn überhaupt nicht. Da könnte man auch Dich und mich reinsetzen. Warum nicht mal ’nen Musikprofessor in die Jury setzen?
Die Juries halte ich immer noch für wichtig, aber vielleicht eher 40:60. Die Hauptproblemländer bezüglich. Diaspora – Türkei und Orkland – sind ja nicht mehr dabei.
Oder Frau Brosius-Gersdorf?
Deshalb übernimmt dann meist der tolle Experte das Fachsimpeln beim TV-Fußball.
Fürchterlich das!
Das kann doch nicht so schwer sein in die Fußstapfen von Fassbender, Huberty, Reif oder Kürten zu treten?
Das mit dem Erkennen halte hich für hinterfragbar.
Dass sie es nicht füt gut befunden haben, habe ich gemerkt.
Ach dirtsa, lass es einfach. 🙁
Wie du dir sicher denken kannst, macht mich das schlechte Ergebnis von Ulveham auch traurig, aber es bringt nichts, darüber HIER zu diskutieren. Weil es wenig Punkte gab, ist es ein schlechter Song. So die hier vorherrschende Logik.
Dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat, muss ich dir nicht sagen, und dass die Juries ihrer Aufgabe in den seltensten Fällen nachkommen, auch nicht.
Und wenn ich lese mit was Ulveham hier verglichen („Mittelaltergedöns“, seriously?) oder beschrieben („Gekreische“, pff, das ist so platt, dass ich dazu gar nichts sage) wird, kommt mir nicht mal mehr das Grausen.
Es ist einfach nur falsch. Aber wie bei den Wählern bestimmter Parteien, denen auch nicht mehr mit Argumenten beizukommen ist, so sieht es leider auch bei ESC-Fans aus. Es hat nicht immer Recht, wer am lautesten brüllt oder wer die Mehrheit hinter sich hat.
Ich hab es längst aufgegeben, hier etwas zu erklären.
Stimme dir zu. Insbesondere auch hiermit:
„Ihre Sichtweise ist oft darauf beschränkt, ob es ein gut verkaufbarer Hit wird.“
Nur leider täuschen sich die Jurys des Öfteren hier mit ihrer Einschätzung.
Die österreichische Jury bspw. hatte dieses Jahr keinen einzigen der kommerziell erfolgreichsten Songs (Estland, Schweden, Deutschland, Portugal, Italien, Norwegen, Spanien, Island) in ihren Top 5.
Zjerm wird mir immer ein Rätsel sein, es war nicht das üblich folkloristische, sondern sehr modern. Ich glaub aber viele Leute haben gedacht “oh Gott jetzt kommt eine schreiende Frau mit Balkan-Zeugs, was bei Albanien ja auch sehr oft der Fall war. Ich muss sagen, das geht mir mit Dänemark oder Schweden ähnlich, da schalte ich auch auf Durchzug. Dazu hat Albanien auch keinen Sympathie bonus wie zB Griechenland, das einen der folkloristischen Beiträge des Abends hatte.
Wer sowas denkt sollte gar nicht erst in die Jury kommen.
Wie wir wissen sind sehr viele solcher Leute in den Juries…
Ich sage nur Eko Fresh. Was ihm qualifiziert hat frage ich mich immer noch. Würde mich auch nicht wundern wenn die 8 Punkte für Malta vor allem auf ihm zurückgehen, erinnerte ihn wohl an seine Besuche in örtlichen Bordellen.
Vor allem hatte Eko Fresh seit x Jahren auch schon keinen Hit gehabt.
Ist halt nicht mehr ganz so fresh … Eko Shelf Life Expired? 🤔
Nummer 2 damals beim Free ESC! 12 Punkte von Polen aka Poldi, der die Punkte aus Antalya vergab, wo er damals spielte.
Ach Gott, diese Sendung hatte ich schon wieder ganz vergessen. 😵💫
Passiert, wenn man älter wird 😆😆😆
Der singt?
Früher dachte ich immer, das sei ein Markenname für Klimaanlagen?
…oder für biologisch restlos abbaubare Cola
Er hatte ein Hit? Er hat zumindest einen Nummer 1 Song für Yvonne Catterfeld geschrieben. 😮
Ich glaub aber viele Leute haben gedacht “oh Gott jetzt kommt eine schreiende Frau mit Balkan-Zeugs
Aber beim Televoting hat Albanien doch ziemlich gut abgeschnitten … 🤔 Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass normale Zuschauer sich daran erinnern, was einzelne Länder in der Vergangenheit geschickt haben.
Mein Gefühl ist, dass die Televoter als Ganzes sich weniger um Flaggen scheren als die Jurys.
2017 PRT – BGR
2018 ISR – CYP
2019 NOR – NDL
2021 ITA – UKR
2022 UKR – MDA
2023 FIN – SWE
2024 HRV – ISR
2025 ISR – EST
Eher erfolglose Länder wie Belgien, Moldau, Albanien, Serbien und Spanien waren seit 2017 auch schon unter den Televoting TOP 5. Das kann also jeder schaffen. Bei den Jurys bin ich mir da leider nicht so sicher.
Momentan scheinen allerdings 2 TOP 5-Plätze für Israel und die Ukraine reserviert zu sein, aber es ist halt auch eine besondere Situation.
Die Juries sind tatsächlich inzwischen vorhersehbarer geworden als die TV. Aber einige Sache. Wie ALB – schreiende Frauen, GRE-CYP, sind auch in der Allgemeinheit ein Treppenwitz geworden. Und die Juries werden sich zumindest zT damit befasst haben. Nur ARM und AZE sind immer objektiv!
Gut verkaufbare Hits? JJ? Nemo? Zoe Me? Und wo waren dann damals die Punkte für Snap? Nein, da muss es auch noch andere Kriterien geben.
Gibt es mit Sicherheit auch!
Gute Stimme und Gesang über mehrere Oktaven spielen sicher auch eine Rolle. Aber es geht dabei immer um den typischen klaren Gesang, nicht um andere Gesangstechniken, wie in der Folklore oder beim Metal.
Dieses Jahr gibt es auch genug Beispiele für gut verkaufbare Hits, die (vergleichsweise) wenig Jurypunkte erhalten haben zum Beispiel Estland, Schweden, Portugal, Deutschland, Norwegen
Was mir persönlich auffällt ist dass die Jury Gewinner der letzten Jahre textlich doch ein Stuck eher selbst bezogen sind verglichen mit den Televote Gewinnern. Es stehen vor allem die eigenen Gefühle im Vordergrund. Das Publikum an der anderen Seite scheint dann doch besser auf Lieder über allgemein verbindende Themen zu reagieren.
Bei den Jurys stehen junge Leute, die sich über die Themen Probleme/Herzschmerz die Seele aus dem Leib singen, hoch im Kurs …
Das könnte man eventuell zum Teil damit erklären, dass bei Jurys besonders beliebte Balladen und Pop-Songs eben häufiger Themen wie eigene Identität, Liebe und Verlust behandeln als Beiträge, die gut Stimmung machen oder Ethno-Elemente beeinhalten. Letztere behandeln dann eben öfter das Feiern oder das gemeinsame Zeitverbringen und sind oft eher positiv. Diese Songs finden dann beim Publikum natürlich besonders Anreiz.
Aber da gibt es natürlich eine Menge an Ausnahmen und ich würde es keines Falls als Regel bezeichnen.
Dir Frage ist dann, in welche Kategorie man etwas wie Espresso Macchiato zählen würde…
JJ war der einzige Sieganwärter in diesem schwachen Jahrgang.
Meiner wäre die Italienverarsche
Falls jemand griechisch kann. Klavdia hat heute ein Making Of zur Albumproduktion veröffentlicht.
http://www.youtube.com/watch?v=Veo_LFnXAvk
Dieses Jahr waren die Voting-Ergebnisse teils wirklich überraschend, was ich irgendwie auch gut fand, weil man sieht, dass der Erfolg beim ESC eben doch nicht so simpel vorherzusagen ist.
Was ich denke, was heutzutage wichtig ist um zu gewinnen:
1. Ausstrahlung/Aura des Künstlers/der Künstler (irgendwas, was ihn/sie besonders macht, den/die Künstler muss nicht jeder mögen, aber es braucht unbedingt das gewisse Etwas)
2. Sehr gute bis gute Stimme (alle Sieger der letzten Jahre und die meisten Plätze dahinter waren stimmlich schon sehr gut)
3. Ein Wow-Moment auf der Bühne, irgendwas, was man so noch nicht gesehen hat (der Auftritt muss etwas Besonderes haben, damit das beim Publikum und bei den Juries verfängt, normal gut reicht heute nicht mehr)
Das Genre ist dann fast egal, obwohl es für manche Genres immer noch eher schwierig ist, sowohl bei den Juries als auch beim Publikum anzukommen (und man braucht nun mal beides).
Die Juries sind manchmal nicht mutig genug und belohnen oft eher das Altbekannte und gehen für meinen Geschmack manchmal zu wenig nach Originalität und Kreativität. Das finde ich schade. Hier wünsche ich mir ein bisschen mehr Mut. Das Publikum kann quasi nicht falsch liegen, es mag eben, was es mag und das ist ok so. Wenn man selbst einen anderen Geschmack hat als das breite Publikum (wie das bei mir oft der Fall ist) ist aber nicht das Publikum schuld, sondern man hat eben keinen massenkompatiblen Geschmack.
Ich denke, wenn der Einfluss der Diaspora in den nächsten Jahren vielleicht wieder etwas geringer wird, kann auch wieder ein eher spaßorientierter Publikums-Favourite den ESC gewinnen. Das wäre eigentlich am besten, wenn für jeden Geschmack ab und an ein Sieger dabei ist.
Viele wünschen sich ja einen ESC-Sieger mit einem Song, der dann ein Hit im Radio wird. Ich finde es eigentlich gut, wenn der ESC Sieger etwas Außergewöhnliches anbietet und eben nicht diesen Mainstream Pop Song, der dann auf allen Radiostationen dudelt.
Deshalb bin ich auch sehr zufrieden über die letzten Sieger und deren Songs. Ich mag diese speziellen Songs, die dann für diesen Jahrgang stehen und die später eher ikonisch bekannt sind als als radiotaugliche Massenware. Aber ich verstehe, dass das andere komplett anders sehen werden denn auch hier geht der Geschmack und die Meinung eben auseinander und so sollte es auch sein.
Aber kann ein Song nicht beides sein? Speziell und trotzdem massen- bzw. radiotauglich? Bei Euphoria hat es ja auch geklappt.
Du hast schon recht, ein Song kann auch beides sein und ich würde „Euphoria“ auch dazu zählen.
Ich glaube dann ist ein Song auch so richtig groß, also wenn man ikonisch und künstlerisch wertvoll wird im ESC Sinne und auch super massenkompatibel und zahlreich vertreten in den Charts.
Aber ich glaube, dass schaffen die wenigsten ESC Songs und ESC Gewinner. Für mich wie gesagt reicht dieses „nur berühmt sein“ im ESC-Kontext vollkommen aus.
Vielleicht liegt das auch daran, dass mir die Charts ziemlich egal sind und ich eine gute Platzierung in den Charts nicht als Bestätigung dafür brauche, dass der Song, den ich mag, auch offiziell „gut“ ist.
Aber eine gute Charts-Platzierung ist natürlich auf der anderen Seite unheimlich wichtig für den finanziellen Erfolg und deshalb gönne ich diesen jedem ESC-Künstler von Herzen.
Aber es geht mir ja nicht nur um den kommerziellen Erfolg, sondern auch um die „Nachhaltigkeit“. Ich bleib beim Beispiel „Euphoria“, an das man sich heute noch erinnern kann… wie so viele frühere ESC-Erfolge. Kisses for me, Waterloo, Hold me now, Love shine a light… alles Evergreens.
OT: Weitere Fragen wegen Georgiens ESC-Teilnahme. 7 von 8 Oppositionsführern wurden verhaftet. Die EU erwägt Sanktionen inklusive Entzug der Visafreiheit für Georgier wenn gewisse Konditionen nicht bis zum 1.9. Erfüllt werden.
Es gibt keinen bestimmten europäischen Geschmack, leider oder Gott sei Dank.
Das zeigt sich schon daran, dass nur Österreich, Schweden und Griechenland sowohl von Jury als auch vom Publikum mehr als 100 Punkte bekommen haben.
Und unterschiedlicher könnten ja die drei Songs gar nicht sein, da ist schon fast die gesamte musikalische Bandbreite des ESC aufgelistet: die Ballade über Nähe und Distanz das Klamauklied zum Mitschunkeln und das Chanson über Zärtlichkeit und Dringlichkeit.
Off-topic:
Die heutige Ausgabe der überregionalen Tageszeitung in Italien „La Stampa“ berichtet, dass Annalisa, das Musikduo Coma_Cose sowie der Sänger Achille Lauro in diesem Jahr auf einen Sommerhit verzichten wollen und dieses Jahr wohl keinen Song / kein Canzone mehr veröffentlichen werden.
Jene drei soeben Genannten (m/w/d) wollen alle ihre musikalischen Trümphe sich für das Festival di Sanremo 2026 aufbewahren. Die Befürchtung sei bei ihnen zu groß im Sommer verheizt zu werden.
Insbesondere Annalisa, aber auch Achille Lauro seien mit ihren letzten Platzierungen beim Festival di Sanremo – Annalisa Platz drei im Jahr 2024 und Achille Lauro Platz sieben im Jahr 2025 – sehr unzufrieden und wollen daher nächstes Jahr im Ariston Theater unbedingt nach dem Sieg greifen.
Maschio ist wohl kein Sommerhit? 🤔🤔🤔
Anfang Mai 2025 veröffentlicht. Zwar immerhin Platz 9 in den Charts. Aber es wird wohl – sollte dies tatsächlich stimmen – bis zum Festival di Sanremo im Februar 2026 nichts mehr kommen.
Ich glaube den inoffiziellen Titel „Sommerhit in Italien“ wird sich dieses Jahr wohl Sanremo-Sieger Olly schnappen.
Ist ESA Diva nicht der Sommerhit?
Der 4 Jahreszeitenhit. 😀
Das muss aber ein ziemlich mieser Sommer sein wenn das zum Hit wird. https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/svg/1f605.svg
4porcelli will glänzen und auch tanzen
Zu PARG stürmt er auf´s Laufband – wittert dort seine Chancen
Bestimmt – „Oben Ohne“
Und sein Aufschrei „Wunderbar“
Humorvollen Gruß 😉
Lol sehr gut!
Hi. Findest du mich heute wirklich zickiger drauf als sonst?? Das hat mich vorhin schon sehr getroffen. 🙁
Tatsächlich, allgemein in letzter Zeit, aber die letzten Tage doch ziemlich ausgeprägt. Du hattest ja gesagt, dass Du Signale nicht immer sofort verstehst, darum hatte ich das jetzt extra sufgeführt. Die Tatsache, dass Du glaubst, dass ich nicht weiß, wie man Roettgen schreibt, was Chanson bedeutet oder die bizarre Diskussion, ob Brasilianer oder Polen präsenter sind, ist ehrlich gesagt befremdlich. Einfach mal drüber nachdenken, statt ständig mit irgendwelchen Statistiken zu kommen.
Ich habe es wirklich nicht böse gemeint, ehrlich… 🙁
Ich weiß, darum sag ich dir das ja.
Es ist momentan einfach allgemein schwierig. Meine Schwester ist wieder da, dann auch noch der Äger in der Arbeit mit meinen Chef der mich die letzten zwei Wochen vor meinem Urlaub praktisch ignoriert hat und ich mich quasi nutzlos gefühlt habe.
Ja, dachte mir, dass es mit Deiner Schwester zu tun hat grr.
Um Deinen Chef würde ich mir keine Sorgen machen. Deutsche haben allgemein ein Problem mit positivem Feedback. Um noch mal auf das Thema Kommunikation D vs USA zu kommen: Ich hatte hier zwei mal bei diesen schrecklichen Jahresgesprächen, dass ich nach 15-20 Minuten sagte “wenn alles so sch.. ist, schmeiß mich raus” und beide Chefs fielen aus den Wolken, sie waren sich null im Klaren, wie negativ sie waren. Das negativste, dass ich je in USA von Chefs gehört hatte war “Can you please wear a different Shirt? We’re not in Miami” also mach Dir keinen Stress.
Es tut mir wirklich leid, ich wollte dich nicht verärgern/kränken. Kann aber verstehen wenn du keine Lust mehr hast mit mir zu scheiben…
Keine Sorge, darum hab ich’s ja gesagt, um sicher zu sein, dass meine Signale klar sind. ¡No soy diva!
Vielleicht geht es ja nach dem Konzert und wenn meine Schwester wieder weg ist wieder bergauf.
Die wird etwas früher wieder abreisen, ihr neuer Typ in Bremen hatte wohl mehrere (leichte) Schlaganfälle.
Ups- mehrere leichte? Wie drückt sich das aus?
Keine Ahnung, bin kein Mediziner. Der Typ ist aber Anfang 40, also nicht unbedingt das Alter wo man sowas vermutet.
Ich hab aus der Reha in Erinnerung, dass leichte Schlaganfälle ein Anzeichen sein können, dass ein schwerer kommt, die Ursachen sind ja die selben (nicht, dass ich mir Sorgen mach, was mit ihm passiert…).
Ich glaube ich gehe lieber ins Bett, bin müde und habe ne Flasche Rotwein intus.
Gute Nacht!!
xx
Olly räumt eh momentan alles ab, was nicht Niet und Nagel fest ist
Wenn auf einer Hochzeit jeder Espresso Machiato kennt, jung bis alt, aus Nord- und Südeuropa, und mitsingt oder dazu tanzt, ist klar wer dieses Jahr wirklich gewonnen hat.
🙂
Nicht nur auf einer Hochzeit 😊
Also für eine Hochzeit wäre ein Lied mit dem Titel „weggeschmissene Liebe“ ja auch nicht echt passend.
Das englische Wort „waste“ hat viele Bedeutungen. Es kann „vergeuden“, „schwinden“, „vergeblich“, „schwächer werden“ oder „verschwenden“ heißen.
Die Jurys sind ein Stück weit berechenbarer als das Publikum, das ist wohl richtig. Dort werden klassische Chansons wohl immer gute Chancen haben, wenn sie qualitativ hochwertig sind und gut dargeboten sind. Insofern bin ich letztendlich schon froh, dass es die Jurys gibt. Denn das Publikum wählt in der Tat „oberflächlicher“, was aber nicht heissen soll, dass dort traditionelle Chansons gänzlich chancenlos sind. Hätte ja vorher auch nie für möglich gehalten, dass so ein doch recht getragener, konservativer Song wie PT 2017 mal so gut ankommt (das meine ich völlig wertfrei. Ich kann die Qualität des Sängers schon anerkennen, auch wenn ich nie wirklich ein Fan von dem Song war und wohl auch in diesem Leben nicht mehr sein werde). Die beiden Chansons aus Frankreich und der Schweiz haben mir dieses Jahr ausgesprochen gut gefallen, muss aber zugeben, dass es auch bei mir etwas gedauert hat.
P. S. Tommy Cash fand ich viel besser als Joost Klein. Letzterer schien mir doch etwas zu verbissen, Tommy Cash wirkte doch lockerer auf mich. Ihm habe ich den Song wirklich abgenommen, was ich von Joost Klein nicht sagen konnte.
Irland hatte ja auch mal seinen Spaßbeitrag, und zwar vor 17 Jahren, als Dustin the Turkey am ESC teilnahm und Irland das Finale verpaßte. Nun will es der Truthahn angeblich noch einmal wissen und das Land nächstes Jahr vertreten:
https://www.irishmirror.ie/showbiz/dustin-turkey-threatens-shock-eurovision-35561386
Warten wir es ab, ob Irland nächstes Jahr wieder einen nationalen Vorentscheid ausrichtet oder eine interne Auswahl treffen wird.
Der diesjährige ESC-Gewinnersong über vergeudete Liebe hat Goldstatus erreicht:
https://www.instagram.com/p/DMKmAAVuIv0/?igsh=MW4wNXJvbTF1ZG9rMA==
Es kommt das an, was authentisch verkauft wird. Ob Ballade oder Spaßbeitrag, ich glaube man muss es der Person auf der Bühne einfach abkaufen.
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