Diese Länder könnten sich nach dem Ergebnis beim ESC 2025 vom Wettbewerb zurückziehen (Bye Bye Basel 22)

Bild: EBU / Alma Bengtsson

In den letzten Tagen ist viel über potenzielle Debüts oder Comebacks berichtet worden, die beim Eurovision Song Contest 2026 in Österreich gefeiert werden könnten. Doch wie steht es eigentlich um die Länder, die dieses Jahr in Basel dabei waren? Können wir erwarten, dass alle 37 Teilnehmerländer auch im kommenden Jahr am Start sind? Bei vielen Rundfunkanstalten ist angeblich noch nichts entschieden und potenzielle Rückzüge stehen zur Debatte. Welche das sind, checken wir für Euch.

Das Ergebnis beim diesjährigen ESC hat viele ratlos zurückgelassen. Einer der größten Schocks war wohl das Televoting-Ergebnis für die Schweiz, über das wir mit der Vertreterin Zoë Më in der neuesten Podcastfolge von ESC BITE sprechen. Doch auch andere Ergebnisse sorgten im Nachgang für Unmut bei den betreffenden Rundfunkanstalten. Bereits nach den Halbfinal-Ergebnissen kündigte sich ein potenzieller Rückzug an…

Tschechien befand sich in den Wettquoten zwar fast durchgängig in den Top Ten, doch Sänger ADONXS (Aufmacherbild) hat es letzten Endes nicht einmal über das Halbfinale heraus geschafft. Der tschechische Sender ČT hat in diesem Jahr bereits auf einen öffentlichen Vorentscheid verzichtet, unter anderem um Kosten zu sparen. Dass der anschließend intern gewählte Beitrag „Kiss Kiss Goodbye“ gar nicht erst ins Finale einziehen konnte, könnte die Planung des Senders für 2026 hinsichtlich einer ESC-Teilnahme negativ beeinflussen.

Unter Fans gab es direkt die Vermutung, dass sich Tschechien vom ESC zurückziehen könnte. Offiziell ist allerdings noch nichts entschieden, denn die Verantwortlichen von ČT gaben bereits bekannt, dass sie sich erst im Spätsommer über die künftige ESC-Teilnahme klar werden wollen und die Entscheidung im September bekannt gegeben wird. Für einen Verbleib des Landes spricht die diesjährige TV-Quote des ESC-Finals. Mit 173.000 Zuschauer*innen war es das zweitmeist gesehene Finale in Tschechien seit 2021.

Auch das aktuell kleinste teilnehmende ESC-Land hat am Freitag verraten, dass noch nichts sicher ist. San Marino will ebenfalls erst in den kommenden Wochen entscheiden, wie es mit der Teilnahme weiter geht. Direkt nach dem diesjährigen Finale zeigte sich der Generaldirektor des Senders SMRTV, Roberto Sergio, äußerst unzufrieden mit dem letzten Platz von Gabry Ponte. Insbesondere das Juryvoting habe den Sender schwer enttäuscht:

„Was mir am meisten Sorgen bereitet, ist der Mangel an Transparenz und Seriosität der Jurys. Wir wissen nicht, wer sie sind, wie sie ausgewählt wurden und ob sie über die nötige musikalische Expertise verfügen. Ihre Urteile sind wirklich beschämend.“

Dass diese Aussagen in einem besonders emotionalen, verletzlichen Moment direkt nach dem ESC-Finale gefallen sind, zeigt sich jedoch an den neuesten Worten von Roberto Sergio. Auf einer Pressekonferenz hat er am Freitag erklärt, dass sein Land von den bisherigen Teilnahmen stark profitiert hat und San Marino deutlich sichtbarer wurde, seitdem es am Wettbewerb teilnimmt. Zudem stehe man täglich mit der EBU in Kontakt, um das aktuelle Votingsystem zu überdenken.

Laut Sergio soll die EBU nicht nur über ein neues Abstimmungssystem im ESC-Finale nachdenken, sondern auch für die Halbfinals eine neue Lösung finden wollen. Bestätigt ist hierzu von Seiten der Organisatoren aber noch nichts. Als positives Zeichen für den Verbleib beim ESC kann allerdings auch die bereits bestätigte Junior-ESC-Teilnahme San Marinos gesehen werden.

Weiterhin nicht zu 100% sicher scheint die Teilnahme von Spanien zu sein. Auch wenn die Vorbereitungen für den Vorentscheid Benidorm Fest 2026 bereits begonnen haben, hat der Sender RTVE erklärt, aufgrund Israels Teilnahme noch zu überlegen, ob Spanien im kommenden Jahr am ESC teilnehmen wird. Ähnlich unsicher ist sich der slowenische Sender RTVSlo, der bereits erklärte, die Teilnahme zu überdenken, sollte keine Lösung bezüglich Israel und dem Votingsystem-Problem gefunden werden.

Ein extremeres Auf und Ab gibt es in diesem Bezug beim Sender RTBF aus Belgien. Dieser bestätigte in Form des neuen Delegationsleiters Michaël De Lil vor einigen Wochen zwar bereits die ESC-Teilnahme für 2026, zog diese dann aber wieder zurück. Angeblich laufen auch hier die Vorbereitungen zur Teilnahme in Österreich bereits, doch sicher zusagen wolle man trotzdem nicht. Ob dies lediglich ein symbolischer Akt ist, um auf die EBU Druck auszuüben, oder ob Belgien tatsächlich mit einem Rückzug liebäugelt, bleibt unklar. Der diesjährige ESC-Teilnehmer Red Sebastian wird in seiner Heimat übrigens weiterhin gefeiert, wie beispielsweise letzte Woche bei einem Festival zum Nationalfeiertag Belgiens zu erleben war.

Bislang gar keine Informationen gibt es aus Montenegro. Nachdem das Land in Basel bei seinem Comeback nach drei Jahren Pause direkt im Halbfinale (auf dem letzten Platz) rausgeflogen ist, kam schnell die Vermutung auf, dass sich der Sender RTCG eine Teilnahme 2026 sehr genau überlegen wird Zwar war eigentlich geplant, den Vorentscheid Montesong weiter zu etablieren und auch für den ESC im kommenden Jahr nutzen zu wollen, doch entschieden ist hier offenbar noch lange nichts.

Welche Länder sind Deiner Meinung nach besonders gefährdet, wenn es um die Teilnahme am ESC 2026 geht? Welche Nationen würdest Du besonders vermissen? Lass uns gerne Deine Meinung in den Kommentaren da.

In unserer Reihe Bye Bye Basel bereits erschienen:



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