
Als die Halbfinalqualifikanten und das Endergebnis des Eurovision Song Contest 2025 feststanden, schien es so, als ob dieser Jahrgang besonders schwer vorherzusagen gewesen war und als ob es diesmal besonders viele Überraschungen gab. Ob dies wirklich so war, wollen wir in unserer Serie „Bye Bye Basel“ etwas genauer analysieren.
Dabei betrachten wir zum einen die Wettquoten zu verschiedenen Zeitpunkten und die Prognose der ESC-kompakt-Leser*innen bei den Songchecks, die Prognose der Blogger*innen sowie die abgegebenen Tipps im Tippspiel.
Auch in den letzten Jahren hatten wir schon ähnliche Auswertungen gemacht. Wer sich diese noch einmal anschauen möchte, findet die entsprechenden Artikel hier: 2021, 2022, 2023 und 2024.
Wettquoten
Zuerst werfen wir einen Blick auf die Wettquoten zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten: im März nachdem alle Beiträge bekannt waren (17.03.2025), nach den Proben vor der ersten Show vor Publikum (11.05.2025) und direkt vor dem Finale (17.05.2025).
Um einzuschätzen, wie gut die Wettquoten lagen, wurden alle teilnehmenden Beiträge von 1 bis 37 gerankt. Platz 1 bis 26 nach der Platzierung im Finale, ab Platz 27 nach prozentual erhaltenen Punkten im Halbfinale. Anschließend wurde die Differenz aus realem Platz und gewetteten Platz gebildet und dann die absoluten Abweichungen addiert (z.B. für die Top 5 der Wetten am 17.3.2025 3+1+1+3+7 = 15). Ein geringer Summenwert heißt also, dass die getippten Platzierungen nahe an den realen Platzierungen waren, ein hoher Wert spricht für große Abweichungen.
Dieses Bild ergibt sich bei den Wetten:
Am meisten sticht Belgien heraus, das im März auf Platz 9 der Wetten lag und Anfang Mai sogar auf Platz 5 und dann nur einen Platz am unteren Ende des Tableaus im Halbfinale erreichte. Auch Zypern und Aserbaidschan wurden vor den Shows überschätzt und Tschechien wurde nach den Proben sogar deutlich mehr überbewertet als nach Veröffentlichung aller Beiträge. Im März wurden außerdem San Marino und Georgien überschätzt, wobei letzteres auch ein Artefakt durch die Veröffentlichung kurz vorher sein könnte.
Unterschätzt zu beiden Zeitpunkten wurden Griechenland, die Schweiz, Polen, Lettland, Luxemburg, Island und Armenien, wobei Lettland das am stärksten unterschätztes Land dieser Gruppe ist. Anfang Mai wurden außerdem auch Italien und Portugal deutlich schlechter gewettet als sie letztendlich abgeschnitten haben.
Konstant zu allen Zeitpunkten wurde Schweden als Sieger getippt und Österreich die zweitmeisten Siegchancen zugestanden, was beim späteren Sieger Österreich nur ein Platz daneben war, bei Schweden aber immerhin 3 Plätze. Von den Plätzen, die es am Ende wirklich in die Top 5 geschafft haben, wurden Estland und Italien zu diesen Zeitpunkten nicht in den Top 5 gesehen.
Direkt vor dem Finale sieht die Top-5-Trefferquote noch schlechter aus: von den fünf Ländern, die laut Wetten die größten fünf Siegchancen hatten, erreichten nur zwei auch die Top 5: Österreich und Schweden. Überraschenderweise hatten die Wettenden zu dem Zeitpunkt auch den Glauben an ein gutes Abschneiden Israels verloren. Stattdessen war der Glaube an eine sehr gute Platzierung von den Niederlanden und Finnland zu hoch. Absolut am meisten unterschätzt kurz vor dem Finale wurde Griechenland, absolut am meisten überschätzt Spanien.
Der Platz von Deutschland wurde zu allen Zeitpunkten relativ gut vorhergesagt, wobei „Baller“ im März noch am meisten unterschätzt wurden. Die Schweiz hingegen wurde im März ziemlich unterschätzt, kurz vor dem Finale etwas überschätzt – und nach den Proben hatten die Wettenden den richtigen Riecher.
Wenn man sich die absoluten Abweichungen zu allen drei Zeitpunkten anschaut, fällt auf, dass die Wetten auf die Top 5 erstaunlicherweise im März am besten waren und sich die Abweichung für die Finalplatzierungen und die Platzierungen aller Beiträge zwischen März und Anfang Mai praktisch nicht unterscheiden. Das ist ziemlich ungewöhnlich, üblicherweise liegen die Wetten umso richtiger, je näher an den Shows sie abgegeben wurden.
Das sieht man auch schön, wenn man sich Werte der letzten Jahre anschaut:
In der Regel sind die Top-5-Tipps vor dem Finale deutlich besser als zu früheren Zeitpunkten, nur in diesem Jahr nicht. Auch wenn man die Wetten vor dem Finale anschaut, ist die Trefferquote der Top 5 in diesem Jahr deutlich geringer als in den Vorjahren, sonst hatte sie meist nur eine absolute Abweichung im einstelligen Bereich. Dafür war die Abweichung insgesamt im Finale gar nicht so anders als in den letzten beiden Jahren, aber höher als 2022 und 2021.
Die Abweichung insgesamt nach den Proben ist in diesem Jahr hingegen massiv schlechter als in den letzten beiden Jahren, fast 100 Platzdifferenzen mehr als 2024 bzw. 140 mehr als 2023 (2022 und 2021 war das noch nicht Teil der Auswertung, also gibt es leider keine Werte). Nach Veröffentlichung aller Beiträge im März war die Trefferquote der Top 5 gar nicht so schlecht im Vergleich zu den Vorjahren, die Abweichung der Finalplatzierung und Platzierung insgesamt hingegen schon.
Prognosen der Leser*innen und Blogger*innen
So hatten die Leser*innen bei den Songchecks und im Tippspiel sowie die Blogger*innen das Ergebnis des ESC 2025 vorhergesagt:
Wie auch bei den Wetten wurde von allen Schweden als Sieger getippt und Österreich als zweitwahrscheinlichster Sieger. Auch die Tendenz Estland etwas und Italien deutlich zu unterschätzen, zeigt sich bei allen Prognosen. Aber immerhin haben die Leser*innen im Tippspiel und die Blogger*innen Israel im Gegensatz zu den Wetten direkt vor dem Finale in die Top 5 getippt. Von allen ziemlich überschätzt wurde Finnland, das laut den drei Vorhersagen immer einen Platz in den Top 5 erreichte.
Am meisten überschätzt in der Leser*innenprognose bei den Songchecks wurden Tschechien und Belgien, wobei Belgien hier wesentlich weniger überschätzt wurde als in den Wetten. Am meisten unterschätzt wurden Lettland und Portugal. Im Tippspiel wurde die Ukraine am stärksten unterschätzt und Island am meisten überschätzt.
Hier noch der Vergleich zu den Vorjahren:
Für die Top 5 haben alle die schlechtesten Werte seit Beginn der Auswertung. Die Abweichung insgesamt im Finale ist im Tippspiel aber zumindest im gleichen Bereich wie in den letzten Jahren.
Summa summarum zeigen die Zahlen, dass es in diesem Jahr wirklich einige Überraschungen gab. Einige Beiträge wurden massiv über- oder unterschätzt. Beim letztendlichen Sieger lagen die Wetten und Prognosen zwar gar nicht weit weg, immerhin wurden Österreich konstant von allen zu allen Zeitpunkten die zweithöchsten Siegchancen zugesprochen. Die Sicherheit, dass Schweden gewinnt, war allerdings schon ziemlich falsch (insbesondere, weil die Prozentzahl der Siegwahrscheinlichkeit auch sehr hoch war, was in diese Auswertung nicht einging). Und gerade bei den Beiträgen, die sonst noch in den Top 5 gesehen wurden, lagen alle in diesem Jahr ziemlich daneben. Der ESC ist also doch immer für unerwartete Ergebnisse gut und nicht zwangsläufig so vorhersehbar, wie es manchmal scheint.
Wie jedes Jahr zum Abschluss noch eine Anmerkung zur Auswertung: Alle Prognosen haben natürlich den großen Schwachpunkt, sich gegenseitig zu beeinflussen. Insbesondere die Wetten beeinflussen natürlich die Tippabgaben im Tippspiel und die Bloggerprognose. Richtig spannend wären unabhängige Vorhersagen, aber das ist ja leider nicht möglich. Außerdem ist die Berechnung der Platzdifferenzen natürlich nur eine Behelfslösung, um einen mathematischen Auswertungsweg zu finden, eigentlich wird ein Land nicht auf den Platz gewettet. Wenn ein Land auf Platz 6 steht, heißt das nicht, dass gewettet wird, dass es Platz 6 erreicht, sondern dass es am sechstwahrscheinlichsten gewinnt. Tendenzen der Über- und Unterschätzung kann dieser Modus der Auswertung aber auf jeden Fall trotzdem gut aufzeigen.
Welche Beiträge hattest Du deutlich besser oder schlechter angesehen, als sie am Ende abgeschnitten haben? Wie sehr kann man denn Wettquoten Deiner Ansicht nach vertrauen? Schreib es uns gerne als Kommentar.
In unserer Reihe Bye Bye Basel bereits erschienen:
- Unser Rückblick auf den Eurovision Song Contest 2025
- Beauty Blender beim ESC 2025 – Erfolg durch Fanbase und Freundschaft?
- Vorbild Basel: Daran können sich künftige ESC-Gastgeberstädte ein Beispiel nehmen
- Bara Bada Basel – Ein Gastbeitrag von Johannes Floehr
- Die Entertainment-Heldinnen von Basel ‒ So hat sich das Moderations-Trio des ESC 2025 geschlagen
- Geht besser: Das sollten künftige ESC-Gastgeberstädte Basel nicht nachmachen
- Wie früher: Drei Tage Eurovision Song Contest 2025 als Fanboy
- JJ mit „Wasted Love“ für Österreich: Sein Weg zum ESC-Sieg 2025
- ESC-Stars hautnah – Wie Wiwibloggs den Wettbewerb auch in Basel demokratisierte
- Tagebuch ESC 2025: Mini-Storys aus meiner Zeit in Basel
- Die Erfolgsserie von Liedern in Landessprache bleibt 2025 intakt – auch Songs mit deutschem Text können „ballern“
- ESC-Fan-Medien auf dem Abstellgleis: Wie die Berichterstattung vor Ort immer schwieriger wird
- Neue Flaggenregelung beim ESC 2025: Ein Balanceakt, der funktioniert hat
- So haben sich Juryvoting und Televoting beim ESC 2025 unterschieden
- ESC 2025: Abstimmung über das beste Prop – Sanduhren, Felsen und eine mobile Sauna
- ESC 2025: Wie ich Sissal am Flughafen in Aalborg traf und meinen Namen vergaß
- Best of ESC-Vorentscheide 2025: Ein ganz persönlicher Rückblick
- Ballade, Partykracher oder Spaßbeitrag – Was möchte Europa hören?
- Die Eröffnungs-, Pausen- und Closing-Acts des ESC 2025
- Luxemburg und die 100%-Serie nach dem ESC-Comeback
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Hoffentlich hat sich der Schweden-Hype – nicht nur in den offiziellen Odds, sondern auch hier auf ESC kompakt – etwas neutralisiert.
Man fühlte sich hier auf ESC kompakt gelegentlich doch schon etwas alleine, wenn man seine persönliche ESC-Siegprognose für Österreich kundtat und häufig die Gegenantwort kam, dass Schweden gewinnen werde. 😀
Der Gewinner ist doch aber Esa Diva. 😀
Nächstes Jahr ist es eh Easy für die Odds: Annalisa gewinnt. Basta. 😀
Annalisa = ESC-Siegerin 2026 von (hoffentlich) Wien ! 😀
Annalisa = ESC-Siegerin 2026 in (hoffentlich) Wien ! 😀
Diese Sieg-Prognose mag ich. 😀
Ich auch / Anch’io ! 😀
Ich fand es amüsant wie sehr hier einige den österreichischen Beitrag schlecht geredet haben. Highlight eines Kommentars war für mich folgende Aussage: Die JJ Fanboys werden weinen, weil er nicht gewinnen wird. Im Nachgang war es umgekehrt. 🤠
Schweden als Televoting Sieger war so gut wie gesetzt. Kein Gegenteiliges Argument wurde zugelassen. Freut mich im Nachhinein besonders für Schwedenorakel @Douze Points 😁😁
Wenn man bedenkt, dass Superfavorit Schweden im Semi (reines Televoting) nur 4. wurde und Estland nur 5. (Im Finale dafür 2.). Auch Österreich wurde im Semi nur 5. , wobei Israel im zweiten Semi war und für mich deshalb alle Platzierungen zu vernachlässigen sind.
Insgesamt ein spannender ESC mit happy end
Ich fand es dieses Jahr eigentlich ganz erfrischend, dass die von vielen Wettquoten prognostizierten Ergebnisse nicht genau eingetroffen sind, was natürlich aber auch zu einem sehr nervenaufreibenden Voting geführt hat.
Besonders interessant finde ich aber, dass dieses Jahr seit langem die Prognose nach allen Songveröffentlichungen besser war als die vor dem Finale. Das muss man erst einmal schaffen und zeigt meiner Meinung nach auch, dass dieses Jahr vielleicht etwas zu viel in manche Dinge reininterpretiert wurde oder zu verkopft an die Prognosen herangegangen wurde.
Theoretisch sollte Österreich als konsistenter zweiter Platz in den meisten Vorhersagen als Sieger nicht überraschend sein, trotzdem hatten viele (mich eingeschlossen) am Ende nicht mehr damit gerechnet. Die fast gesamte Top 5 war mehr oder weniger eine Überraschung. Auch die 0 Punkte von der Schweiz oder Belgiens und Zyperns Semi-Aus wurden davor von nicht so vielen vorausgesagt.
2025 hat also mal wieder die Kraft von Prognosen ein wenig in ihre Schranken gewiesen und wirft für die nächsten Jahre natürlich auch die Frage auf, wie gut Modelle wie Wettquoten wirklich das Ergebnis hervorsagen können. Meiner Ansicht nach ist es beruhigend, dass wirklich auf dem Platz gespielt wird und selbst vor dem Finale noch nichts entschieden sein muss.
38 Tage vor der neuen ESC-Saison ist es ja nur noch bedingt aktuell und eher ein Fall für esc-diffus.de. 😉
War ganz erfrischend dass Schweden eben nicht schon wieder gewonnen hat. Mich würde interessieren: Was denkt ihr denn warum es anders gekommen ist??
Glaube das „Scheitern“ hängt von mehreren Faktoren zusammen. Einerseits ist KAJ das selbe Schicksal widerfahren wie Francesco Gabbani 2017. Als Song veröffentlicht wurde waren viele so dermaßen überzeugt dass er gewinnen würde und haben den Song gehypt ohne Ende und ihn in Dauerschleife gehört. Als dann aber der ESC in Basel vor der Tür stand hatten sich einfach viele Fans irgendie schon „sattgehört“ an dem Titel, diese Müdigkeit hat sich dann irgendwie wie ne Grippe übertragen auf die Fans vor Ort und die darüber berichtenden Journalisten.
Auch bei KAJ selber habe ich das irgendwe gemerkt. Da hat einfach die Leichtigkeit und der Spaß aus dem Vorentscheid gefehlt. Es wirkte eher so als ob sie dachten: „Och ne, müssen wir dieses Lied echt schon wieder singen??“ Kann halt passieren wenn man den selben Song immer und immer wieder performen muss in sehr kurzer Zeit, aber so wirkte das Lächeln während der Performance doch sehr gezwungen. Glaube auch dass der Favoritenstatus etwas kontrapoduktiv war. Wenn man immer wieder gesagt bekommt von allen Seiten dass man ja sowieso gewinnen wird dann erhöht das einerseits den Druck auch wirklich liefern zu müssen und man ist dadurch vielleicht gehemmter und nicht locker genug für so einen Song, auf der anderen Seite kann es aber auch zu einem gewissen Schlendrian führen.
Finde auch dass der Song auf der größeren ESC-Bühne nicht so gut gewirkt hat wie beim Mello. Hatte ein bisschen von Schultheaterstück mit schnell weggeräumten Kulissen. Da waren einfach andere Inszenierungen irgendwie effektiver.
Im Endeffekt war das Sauna-Thema vielleicht auch etwas zu „nordisch“ um beim breiten Publikum in Europa groß einschlagen zu können. Zwar hat Schweden aus fast allen Ländern (Frankreich & Zypern als Ausnahme) Punkte im Televoting bekommen, aber die wirklich hohen Punkte (8-12) kamen praktisch alle aus Nordeuropa bzw. dem Ostseeraum. Je weiter südlich man geht desto weniger wurden die Punkte. Kann man hier auch gut erkennen.
https://pbs.twimg.com/media/Gr9myEWWkAAc1HG?format=jpg&name=4096×4096
Letztendlich kann Schweden natürlich zufrieden sein mit dem vierten Platz, und auch beim dortigen Sender sind glaube ich einige ganz froh nicht schon wieder den ESC ausrichten zu müssen.
Unterschreib ich so.
Merci. 🙂
Wenn man die beiden Spaßnummern von Tommy Cash und KAJ vergleicht, war „Espresso macchiato“ nicht nur musikalisch frischer, sondern eben auch in der Präsentation. KAJ hatten mit der Sauna eigentlich nur einen Überraschungsmoment, während bei Tommy permanent was Neues passierte. Ich glaube daher, „Bara bada bastu“ war tatsächlich einfach etwas zu behäbig und angestaubt – und der ewige Favoritenstatus im Vorfeld hat da nur noch mehr Staub ansetzen lassen.
Ich hab meinen nicht-esc-affinen Schatz Tommy Cash damals hören lassen und er meinte sofort, das Ding wär Klasse und hätte richtig was. Und selbst beim Finale war es noch sein Favorit. Aus welchem Land das kam, war ihm egal. Und von Wettquoten oder Favoritenstatus weiß der gar nichts. Wenn ich davon anfange zu reden schaltet sein Gehirn automatisch auf Durchzug. Er nickt und grinst dann vielleicht mal freundlich. Aber nach 16 Jahren kann ich diesen Gesichtsausdruck deuten.
Tommy war halt einfach 🙄 .. wie sagt man heute für ‚cool‘?
Ah, da kommt der Herr.. Moment..
O-Ton: „Er hatte halt mehr Stil.“
Estland war direkte Konkurrenz, die viele Punkte gekostet hat und mit Israel gab es einen Publikumsmagnet der politisch motivierte Stimmen eingesammelt hat.
In einem anderen Konstellation (hätten wir keinen Gaza Krieg und Estland jemand anderen geschickt) hätte vermutlich Schweden das Televoting gewonnen.
So erkläre ich es mir
Stimme dir voll zu – ergänzend noch der Punkt, dass womöglich einige Leute weniger für Schweden angerufen haben, weil man lieber andere persönliche Favoriten unterstützen wollte, statt dem voraussichtlichen Gewinner nur den Vorsprung zu vergrößern…
Ganz vergessen, dass Louane ja sogar hinter Lucio Corsi gelandet ist. Damit ist sie eigentlich auch ein FFF, oder?
Na ja, Platz 7 als FFF ist jetzt auch etwas „schwierig“ finde ich.
FFF trifft es vielleicht nicht ganz, aber vor der Show wurde sie eigentlich schon als Top 5 Kandidatin, wenn nicht sogar als Anwärterin auf die Top 3 gesehen. Ein siebter Platz bleibt somit wie bei Angelina Mango etwas hinter den Erwartungen zurück. Dasselbe ist auch bei den Niederlanden und Finnland dieses Jahr passiert.
Klar, immer noch ein gutes Ergebnis. Das ist natürlich gemessen an den Erwartungen – so, wie z. B. TaTu „floppten“ obwohl sie dritte wurden und dabei sogar nur drei Punkte hinter Sertab lagen.
Welche Beiträge hattest Du deutlich besser oder schlechter angesehen, als sie am Ende abgeschnitten haben?
Deutlich besser als ich dachte:
Griechenland (verdient)
Deutschland (unverdient)
Ukraine (unverdient)
Lettland (verdient)
Vereinigtes Königreich (verdient)
Norwegen (unverdient)
Deutlich schlechter als ich dachte:
Albanien (unverdient)
Mit dem Semi Aus von folgenden hatte ich fest gerechnet (alle verdient):
Belgien
Zypern
Australien
Alle anderen haben mich aber auch nicht überrascht. 🤷🏼♀️
Kleines Update zu meinen meistgehörten ESC Songs der letzten 30 Tage bei Spotify:
Platz 1: Parg – Survivor
Platz 3/4: Kaj – Bara Bada Bastu (schwankt zur Zeit hin und her)
Platz 12: Shkodra Elektronike – Zjerm
Platz 19: Klavdia – Asteromate
Platz 22: Napa – Deslocado
Platz 32: Abor & Tynna – Baller
Platz 35: Tajci – Hajde Da Ludojemo 😎 😎 😎
Platz 44: Ziferblat – Birds Of Pray
Platz 50: Lucio Corsi – Volevo Essere un Duro
Abor & Tynna und Ziferblat sind aber so langsam am fallen. Lucio Corsi könnte sich noch weiter oben halten.
Kaj und PARG werden sich wohl um den ESC Song des Jahres bei mir kämpfen, dass aber momentan PARG deutlich anführt.
Die Ergebnisse waren einfach wild. Hab mich mit vielen Fans nach der Show unterhalten in Basel und der überwiegende Ton war, dass dieses Jahr das 2011 der Jahrzehnts ist – also der Jahrgang, wo die Ergebnisse „keinen Sinn machen“ bzw einfach sehr sehr überraschend waren in vielen Bereichen.
Solche crazy little accidents gibt’s immer mal wieder und das macht es ja auch so spannend
Als Ergänzung:
so hat das gehypte „The Model“-Tool kurz vor dem Finale das Ergebnis vorhergesagt:
https://esc-kompakt.de/vorhersage-tool-the-model-zum-esc-2025-sieg-fuer-schweden-deutschland-jetzt-auf-platz-11/
Je aufgeplusterter desto falscher, kann man da nir sagen ROFL
Mich hätte es nicht gestört wären Island und Norwegen so weit oben gelandet🙂
Ich hab mich ja vor allem riesig gefreut, dass Lettland und Litauen überhaupt ins Finale gekommen sind.
Den Auftritt der Tautumeitas fand ich umwerfend, aber ich hätte nie geglaubt, dass das so gut ankommen würde. Umso mehr hab ich mich gefreut.
Die Stimmen für Zoë Më vom Publikum waren für mich ein echter Schock.
Shkodra Elektronike hätte ich gerne weiter oben links gesehen, aber das ist wohl ein wenig mit Konstrakta vergleichbar..
Also Shkodra Elektronike und Zoë Më hätte ich in meiner trüben Glaskugel weiter oben gesehen,
Tautumeitas eher weiter unten.
Das mit den odds hab ich echt nicht mehr auf dem Schirm..
PS: Braucht jemand ’nen Briefbeschwerer? Is rund und staubig. 🙄
Danke für die statistische Aufarbeitung, liebe Berenike!
Ich wollte mal wissen, wie erfolgreich die ESC Lieder bei Spotify sind (Stand heute).
Hier die Auflösung: (Bei 2 verschiedenen Versionen (durch Revamps z.B) habe ich beide Versionen addiert.
Platz 01: Kaj – Bara Bada Bastu > 91.040.442
Platz 02: Tommy Cash – Espresso Macchiato > 74.704.077
Platz 03: Lucio Corsi – Volevo essere un duro > 58.171542
Platz 04: Abor & Tynna – Baller > 44.212.892
Platz 05: Napa – Deslocado > 40.935.381
Platz 06: Kyle Alessandro – Lighter > 38.806.873
Platz 07: JJ – Wasted Love > 35.473.845
Platz 08: Melody – Esa Diva > 34.393.731 (VE = 13.596.508 und Revamp = 20.797.223)
Platz 09: Claude – C’est la Vie > 34.166.146
Platz 10: Gabry Ponte – Tutta L’Italia > 26.903..585
Platz 11: Erika Vikman – Ich Komme > 25.180.905
Platz 12: VAEB – Roa > 22.498.481
Platz 13: Louane – maman > 20.312.884
Platz 14: Klavdia – Asteromate > 16.887.060
Platz 15: Miriana Conte – Serving Kant > 16.423.421 (mit (9.769.513) und ohne (6.653.908) Kant Version
Platz 16: Zoe Me – Voyage > 13.356.145
Platz 17: Yuval Raphael – New Day Will Rise > 12.910.442
Platz 18: Sissal – Hallucination > 12.666.116
Platz 19: Laura Thorn – La Poupee monte le son > 12.359.879 (VE Version (2.806.441) und ESC Version (9.553.438))
Platz 20: Justyna Steczkowska – Gaja > 12.201.479 ( ESC Version (10.524.237) + LP Version (1.677.242)
Platz 21: Ziferblat – Bird Of Pray > 12.135.488 (ESC Version (8.519.441) + Vidbir Version (3.616.047))
Platz 22: Shkodra Elektronike – Zjerm > 11.538.752
Platz 23: Go-Jo – Milkshake Man > 11.443.823
Platz 24: Kartasis – Tavo akys > 10.436.657
Platz 25: Remember Monday – What The Hell Just Happened 10.181.653
Platz 26: Emmy – Laika Party > 9.797.413
Platz 27: Tautumeitas – Bur mam laimi > 8.315.794
Platz 28: Red Sebastian – Strobe Lights > 7.819.919
Platz 29: Parg – Survivor > 6.707.427
Platz 30: Adonxs – Kiss Kiss Goodbye > 6.443.302
Platz 31: Theo Evans – Shh! >4.933.382
Platz 32: Marko Bosnjak – Poison Cake
Platz 33: Mamagama – Run With U > 3.627.271
Platz 34: Klemen – How Much Time Do We Have Left > 2.932.904
Platz 35: Nina Zizic – Dobrodosli > 2.799.147
Platz 36: Princ – 2.179.027
Platz 37: Mariam Shengelia – Freedom > 1.803.779
Übrigens ist JJ kurz davor bei den Spotify Zahlen Salvador Sobral (36.652..741) einzuholen, danach wären Kalush Orchestra (71.282.513) an der Reihe, da hat JJ aber noch einen weiten Weg vor sich. Ansonsten haben alle anderen seit Salvador Sobral deutlich höhere Spotify Zahlen.
Bei Baller hast du aber nicht die ESC-Version mit drin. Das wären nochmal 3 Millionen extra
Ja das stimmt, das habe ich vergessen.
Dann sind es bei Abor & Tynna – Baller > 47.388.908
Aber sonst sehr spannender Überblick. Danke dafür! Mich interessiert das zwar sehr, aber selber von jedem Beitrag das nachgucken wäre mir zu aufwendig.
Nachtrag: Olly, der nicht zum ESC für Italien gefahren ist, ist bei 91.422.811 Streams und wäre damit sogar an erster Stelle vor Kaj.
Ich liebe ja Baller im Remix , der ist richtig gut geworden.
Der hat auch starke 7.831.019 Streams bei Spotify, für ein Remix sind das sehr gute Zahlen mMn.
Der Wasted Love Remix zum Vergleich von „Star-DJ“ CYRIL hat nur 744.000
Schön zu sehen, dass man als auch kleinerer Produzent wie Nowifi Erfolg haben kann
Danke für die wie immer sehr umfangreiche Analyse, Berenike. Die Wettanbieter hatten tatsächlich ihr schlechtestes Jahr seit langem, aber das tut auch mal ganz gut.
Was sich ja im Übrigen auch sehr bewahrheitet hat war Peters Prognose Wochen vor dem ESC, dass Tommy Cash im Televoting abräumen würde. Auch wenn er in Deutschland sehr unterdurchschnittlich abgeschnitten hat.
Und beim Liveblog lagen Peter und Douze falsch- Wer ausser Schweden soll gewinnen!
Aber hier lagen ja die meisten Beobachter daneben.
Ich kann mich an keinen ESC erinnern, wo die Buchmacher so daneben lagen. Dieser Schweden- Hype blieb dann doch nur eine schwedisch- finnische Angelegenheit. Ich fand das klasse, weil es dann doch nicht immer so vorhersehbar ist. Das kann natürlich nächstes Jahr in Innsbruck schon wieder anders sein und alle Favoriten landen vorne.
OT:
Hier das heutige Programm von unserem Tänzelfest 2025:
14 Uhr: Im Festzelt: Boxen live – Vergleichskämpfe des BC-Kaufbeuren.
19 Uhr: Im Festzelt: Die Illertaler – Bock auf Party?
Und der Rummel hat heute von 13 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.
Und eigentlich hätte heute auch um 10 Uhr das Games for Youth (Spielefest) im Jordanpark stattfinden sollen, aber aufgrund der schlechten Wetterprognose wurde das schon am vergangenen Donnerstag abgesagt.
So viele Programmpunkte wie in diesem Jahr wurden noch nie von unserem Tänzelfest abgesagt. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.
Siehe mein Wetterbericht 2 Kommentare weiter unten…
Hach ist das schön, dass nicht alles vorhersehbar ist. Gerade diese Spannung macht für mich einen Großteil meiner ESC-Verrücktheit aus.
Mein Tipp war verhältnismäßig gut: Zwar gehörte ich auch zu den Schweden-Tippern, dahinter kamen bei mir aber Österreich, Israel und (*stolz*) Estland in genau der richtigen Reihenfolge-nur alle um den einen Platz weiter hinten.
Die größten Überraschungen waren für mich Italien, Griechenland und besonders Portugal, das ich niiiiieeeemals im Finale gesehen hätte.
Vielen Dank für die interessanten Zahlen, Berenike !!!
OT:
Bei uns geht hier wieder die Welt unter. Sitz im Auto kurz vor Schwabach und musste anhalten. Wolkenbruch ohne Ende. Gestern schon so schlimm gewesen. Die reinste Gewitterkette. Zumindest ist mein Auto jetzt gewaschen. Vor 3 Wochen haben wir noch über die anhaltende Dürre gejammert. Von einem Extrem zum anderen. 🌧⛈️☄️
„… Gewitterkette. Zumindest ist mein Auto jetzt gewaschen.“
Jetzt musst du nur noch die nächste Hauptverkehrsampel ansteuern, wo dir jemand in der Rotphase die Scheiben wäscht!
Haha. Sobald ich weiterfahr und die nächste Ampel ansteuere… 😉
Schwimmen geht natürlich auch!
Noch ne Viertelstunde weiter so und es dürfte eine Option sein. Mir tun ja die ganzen Fahrradfahrer leid. Würde am liebsten alle ins Auto holen. Also die brauchen heute nix mehr.
Die Natur freut sich. Bei uns in Sachsen ist Sonne Wolken Mix um die 20 Grad und leicht frischer böiger Wind.
Jetzt hat neben mir ein Blitz eingeschlagen… Alter! Klang wie ein Böller. Noch brennt kein Baum…
😮😮😮 Auweia komme bitte gesund und munter zu Hause an, alle anderen natürlich auch.
Feuerwehr und Sani sind jetzt da. Hoffentlich hat es keinen Radfahrer erwischt. 😟 Regen lässt etwas nach.
Falls jemand mit einen DeLorean herumfährt, der macht dann vielleicht einen Zeitsprung. 🙈
😄
„Die Natur freut sich.“
Ja. Solange es nicht hagelt. Worst Case für alle.
Das stimmt. Bei den letzten Sturm hat es hier auch Bäume entwurzelt und sind dann umgefallen, teilweise sogar auf Fahrzeuge.
ESC HITS 24/7 wer für heute Abend noch was braucht 🙂
Sven Epiney, der dieses Jahr einer der beiden Punktesprecher für die Schweiz war und zusammen mit Mélanie Freymond den Arena Plus Event moderierte, hat heute seinen Lebenspartner Michael Graber geheiratet:
https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/traumhochzeit-mitten-in-zuerich-sven-epiney-und-michael-graber-sind-jetzt-mann-und-mann-id21085437.html
Herzlichen Glückwunsch und viele gesunde und harmonische Ehejahre!
BBB ist für mich wirklich eins der überbewertestens Lieder des ESC.
Von Beginn an, war der Hype mir ein riesiges Rätsel.
Lettland mochte ich von beginn an, magisch und wunderschön. Freut mich wirklich, dass es auch vielen anderen Zuschauern und Juroren gefallen hat.
Österreich hatte ich schon seit der Veröffentlichung im März auf Platz 1.
Italien, da lag ich richtig falsch, mehr als Platz 16 hätte ich, dass nicht zugerechnet. Zeig aber mal wieder, dass die Übersetzungen helfen. (War aber auch wunderschön.)